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Winter

Herbst­fest im Tier­gar­ten Nürnberg

Wie berei­ten sich Tie­re auf den Win­ter vor?

Blei­ben oder in den Süden zie­hen, erstar­ren oder ruhen: Tie­re haben ganz unter­schied­li­che Stra­te­gien, mit der kal­ten Jah­res­zeit umzu­ge­hen. Auf dem Herbst­fest im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg am 27. Sep­tem­ber 2026 von 10 Uhr bis 15.30 Uhr ler­nen Gäs­te eini­ge davon ken­nen. An ver­schie­de­nen Sta­tio­nen sind sie außer­dem ein­ge­la­den, selbst tätig zu werden.

Zum Bei­spiel kön­nen Kin­der an die­sem Tag mit­hel­fen, Hasel­nüs­se zu ver­ste­cken, die ver­schie­de­nen Tie­ren im Win­ter als Nah­rung die­nen. Auch klei­ne Kobel kön­nen sie bas­teln und sich so bes­ser vor­stel­len, wie Eich­hörn­chen leben. Gemein­sam mit Tier­gar­ten­mit­ar­bei­ten­den kön­nen Gäs­te eine Ben­jes-Hecke anle­gen und sich bei ihnen über den rich­ti­gen Umgang mit Fle­der­mäu­sen infor­mie­ren, die sich jetzt im Herbst viel­leicht ins Haus oder die Woh­nung verirren.

Das Bio­ni­cum im Tier­gar­ten öff­net anläss­lich des Herbst­fes­tes vor­ab schon ein­mal sei­nen neu­en Erleb­nis­tun­nel: Gäs­te kön­nen dort Tief­see­wel­ten ent­de­cken und einen Wald bei Nacht. Dabei kom­men fas­zi­nie­ren­de Lebe­we­sen zum Vor­schein, die der mensch­li­chen Wahr­neh­mung nor­ma­ler­wei­se ent­ge­hen. Wer sei­ne Expe­di­ti­ons­er­geb­nis­se im Pro­to­koll fest­hält, hat die Chan­ce auf einen Gewinn.

Auf kur­zen Frei­fahr­ten mit dem neu­en Zoo­tou­ren-Mobil erfah­ren Gäs­te den Tier­gar­ten im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes zudem auf eine ganz neue Art.

Auch der Ver­ein der Tier­gar­ten­freun­de Nürn­berg e.V. öff­net zum Herbst sei­ne Ver­eins­hüt­te und wird mit Ansprech­part­ne­rin­nen und ‑part­nern vor Ort sein.

Das Herbst­fest fin­det auf der Wie­se bei den Löwen statt, mit dem extra-Pro­gramm­punkt im Bio­ni­cum. Die Teil­nah­me ist im nor­ma­len Tier­gar­ten­ein­tritt enthalten.

BUND Natur­schutz gibt Tipps

Den Gar­ten zum siche­ren Win­ter-Lebens­raum für Tie­re machen

Mit der rich­ti­gen Pfle­ge kann man sei­nen Gar­ten zu einem siche­ren Win­ter-Lebens­raum für Schmet­ter­lin­ge, Igel oder Ech­sen machen. Der BUND Natur­schutz gibt Tipps, wie es geht.

Wer Tie­ren im Win­ter einen siche­ren Lebens­raum bie­ten möch­te, soll­te im Herbst sei­nen Gar­ten nicht all­zu ordent­lich auf­räu­men. „Äste und Zwei­ge, die beim Zurück­schnei­den von Bäu­men und Stau­den ent­ste­hen“, zitiert eine Mit­tei­lung Lis­sy Dörf­ler-Chris­ta von der Kreis­grup­pe Bam­berg des BUND Natur­schut­zes, „kann man in einer Gar­ten­ecke zu einem Rei­sig­hau­fen und zusätz­lich altes Laub auf­schich­ten. Das ist ein idea­ler Platz für den Win­ter­schlaf der Igel. Aber auch Krö­ten oder Eidech­sen fin­den hier Schutz und Nahrung.“

Stau­den, Sträu­cher und Blu­men­res­te lie­fern zudem geeig­ne­tes Vogel­fut­ter und alte Blü­ten und Pflan­zen­stän­gel bie­ten Insek­ten Mög­lich­kei­ten zur Über­win­te­rung. Eben­so hilf­reich sei es laut BUND Natur­schutz, ein Stück der Blu­men­wie­se nicht zu mähen und über den Win­ter ste­hen zu las­sen. Auch das bie­tet Insek­ten Überwinterungsquartiere.

Grund­sätz­lich soll­ten Hob­by-Gärt­ne­rIn­nen zudem bes­ser sel­te­ner und spä­ter mähen, rät Lis­sy Dörf­ler-Chris­ta. „Wer dem Rasen Zeit zum Wach­sen gibt, för­dert Lebens­raum für Bie­nen, Wild­bie­nen und Schmet­ter­lin­ge. Nek­tar- und pol­len­hal­ti­ge Wild­kräu­ter wie Sal­bei, Mar­ge­ri­ten oder Knau­tie ver­tra­gen kei­nen häu­fi­gen Schnitt. Wer häu­fig mäht, ver­hin­dert die Ent­wick­lung die­ser für Insek­ten wich­ti­gen Pflanzen.“

Laub­blä­ser sind tabu

Den Rasen­schnitt kann man zusam­men mit Laub und zer­klei­ner­ten Zwei­gen als Mulch-Mate­ri­al­lo­cker auf Gemü­se­bee­te oder um Bee­ren­sträu­cher streu­en. So wächst Unkraut nicht all­zu stark. Außer­dem schützt der Mul­chen vor dem Aus­trock­nen des Bodens im Winter.

Der Herbst, gibt der BUND Natur­schutz an, ist auch die rich­ti­ge Zeit, um Blu­men­zwie­beln von Früh­blü­hern im Gar­ten zu ver­tei­len. Insek­ten wie Bie­nen oder Hum­meln ernäh­ren sich im Früh­jahr von Schnee­glöck­chen, Kro­kus­sen, Märzen­be­chern und Tul­pen. Es sei dar­um sinn­voll, klei­ne Früh­blü­her wie Schnee­glöck­chen und Kro­kus­se in grö­ße­ren Grup­pen zu set­zen. Bei der Aus­saat soll­ten die Zwie­beln etwas tie­fer in die Erde ein­ge­ar­bei­tet wer­den – min­des­tens die dop­pel­te Zwie­bel­grö­ße. Im Früh­jahr kön­nen sie sich dann zu ansehn­li­chen Blü­ten­tep­pi­chen entwickeln.

„Dass Laub­blä­ser tabu sind soll­te sich mitt­ler­wei­le rum­ge­spro­chen haben“, sagt Lis­sy Dörf­ler-Chris­ta. „Sie sind nicht nur laut, son­dern behin­dern auch die Humus- und Nähr­stoff­bil­dung, weil weg­ge­bla­se­ne Blät­ter und Äste nicht mehr auf dem Boden ver­rot­ten kön­nen. Die am Boden leben­den Klein­tie­re wie Wür­mer, Insek­ten, Spin­nen und Klein­säu­ger ver­lie­ren Nah­rung und Lebens­raum. Außer­dem wird die Deck-Schicht ent­fernt, die den Boden vor Aus­trock­nung und extre­mer Käl­te schützt.“