Rep­til des Jah­res 2024

Tier­gar­ten nimmt Kreuz­ot­tern in sei­nen Bestand auf

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Kreuzottern
Um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden, hat das Team der Landschaftsgestaltung den natürlichen Lebensraum möglichst gut nachgebildet: Inmitten eines kleinen Teichs befindet sich eine Insel mit Wurzelstöcken, Steinen, kleineren Sträuchern und Moosen. Die Anlage bietet den Tieren zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten und auch Gelegenheit zur Überwinterung. Foto: Tom Burger / Tiergarten Stadt Nürnberg
Sie ist die ein­zi­ge in Bay­ern hei­mi­sche Gift­schlan­ge, gilt in Deutsch­land als stark gefähr­det und ist an ihrem mar­kan­ten Zick­zack­mus­ter gut zu erken­nen: die Kreuz­ot­ter (Vipe­ra berus). Seit kur­zem ist die Schlan­gen­art auch im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg zu sehen, wie der Tier­gar­ten mitteilt.

Die bei­den Weib­chen sind in eine neu errich­te­te Anla­ge am Kli­ma­wald­pfad ein­ge­zo­gen. Die Kreuz­ot­ter hat das welt­weit größ­te Ver­brei­tungs­ge­biet aller Schlan­gen­ar­ten. Glo­bal gese­hen ist sie nicht bedroht, regio­nal gilt sie aber als stark gefähr­det, vom Aus­ster­ben bedroht oder sogar bereits als aus­ge­stor­ben. Da sie als ein­zi­ge Schlan­gen­art auch jen­seits des Polar­krei­ses anzu­tref­fen ist und als käl­te­lie­bend gilt, zählt sie zu den Ver­lie­re­rin­nen des Klimawandels.


Durch Kli­ma­wan­del bedroht

„Amphi­bi­en und Rep­ti­li­en sind vom Kli­ma­wan­del beson­ders stark betrof­fen. Neben den höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren machen ihnen vor allem Extrem­wet­ter­er­eig­nis­se wie lan­ge Dürr­pe­ri­oden oder Über­flu­tun­gen sowie der sin­ken­de Grund­was­ser­spie­gel zu schaf­fen“, erklärt Bio­lo­gin und Kura­to­rin Dia­na Koch. „Genau dar­auf möch­ten wir mit unse­rem neu­en Tier­be­stand auf und neben dem Kli­ma­wald­pfad auf­merk­sam machen. Der­zeit ent­steht ein wei­te­res Bio­top unter­halb des Pfads, in das Feu­er­sa­la­man­der, Gelb­bau­chun­ken und Berg­ei­dech­sen ein­zie­hen sollen.“

Für die bei­den Kreuz­ot­tern bau­te der Tier­gar­ten ein neu­es Gehe­ge direkt neben dem Ein­gang zum Kli­ma­wald­pfad. Um den Ansprü­chen der Tie­re gerecht zu wer­den, hat das Team der Land­schafts­ge­stal­tung den natür­li­chen Lebens­raum mög­lichst gut nach­ge­bil­det: Inmit­ten eines klei­nen Teichs befin­det sich eine Insel mit Wur­zel­stö­cken, Stei­nen, klei­ne­ren Sträu­chern und Moo­sen. Die Anla­ge bie­tet den Tie­ren zahl­rei­che Rück­zugs­mög­lich­kei­ten und auch Gele­gen­heit zur Über­win­te­rung. Hier­zu wur­de ein Beton­schacht ein­ge­baut, der mit Dach­zie­geln gefüllt ist. Dort kön­nen sich die Kreuz­ot­tern in der kal­ten Jah­res­zeit bis zu einen Meter tief zurückziehen.


Rep­til des Jah­res 2024

Die Kreuz­ot­ter ist eine der weni­gen Gift­schlan­gen­ar­ten Euro­pas. Auch wenn das Gift für Erwach­se­ne meist unge­fähr­lich ist, soll­te man Abstand hal­ten und bei einem Biss ärzt­li­che Hil­fe suchen. Die Schlan­gen wer­den etwa 50 bis 70 Zen­ti­me­ter lang und 100 bis 200 Gramm schwer. Ihr Rücken ist meist mit einem schwar­zen oder dun­kel­brau­nen Zick­zack­band gezeich­net. Ansons­ten kann ihre Fär­bung stark vari­ie­ren. Cha­rak­te­ris­tisch sind auch die senk­recht ste­hen­den Pupil­len. Kreuz­ot­tern sind lebend­ge­bä­rend. Sie brin­gen im Spät­som­mer voll ent­wi­ckel­te Jung­tie­re zur Welt.

Die tag­ak­ti­ven Rep­ti­li­en besie­deln unter­schied­li­che Habi­ta­te wie struk­tur­rei­che Hei­de- und Moor­ge­bie­te, Wald­rän­der und Lich­tun­gen. Zu ihren Beu­te­tie­ren gehö­ren Eidech­sen, Frö­sche und Klein­säu­ger, zu ihren wich­tigs­ten Fein­den Wild­schwei­ne, Mar­der und der Mäusebussard.

In Deutsch­land nimmt der Bestand seit Jahr­zehn­ten deut­lich ab. Grö­ße­re Vor­kom­men gibt es noch im Nord­deut­schen Tief­land, in den öst­li­chen Mit­tel­ge­bir­gen sowie in Tei­len Süd­deutsch­lands wie den Alpen, dem Schwarz­wald und dem Baye­ri­schen Wald.

Die Deut­sche Gesell­schaft für Her­pe­to­lo­gie und Ter­ra­ri­en­kun­de hat gemein­sam mit ihren Part­nern, zu denen auch der Tier­gar­ten Nürn­berg gehört, die Kreuz­ot­ter zum Rep­til des Jah­res 2024 gewählt.

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