Eine großartige Saison ist am Dienstagabend für die BMA365 Bamberg Baskets in Berlin zu Ende gegangen. In Spiel 5 der Halbfinal-Serie unterlag die Mannschaft von Head Coach Anton Gavel in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bei ALBA BERLIN mit 66:97 (26:52) und musste sich in der Best-of-five-Serie am Ende mit 2:3 Siegen geschlagen geben.
Unglaublich auch im letzten Spiel der Saison war wieder einmal der phänomenale Support der Fans aus Freak City, die mit insgesamt sieben Bussen zu Hunderten nach Berlin gereist waren, um ihr Team lautstark bis zum Spielende zu unterstützen.
Die Entscheidung in Spiel 5 fiel wie schon in Partie 2 der Serie im zweiten Viertel, in dem den Berlinern alles gelang. Mit 9:30 gaben die Bamberger die zweiten zehn Minuten ab und hatten in diesem Abschnitt sowohl beim Rebound als auch im eigenen Offensiv-Spiel ihre lieben Mühen mit den Albatrossen. Den 26 Bamberger Punkten zur Pause standen 26 ALBA-Rebounds gegenüber. Zudem sprach die Teameffektivität von 17:70 auch aufgrund zu vieler Bamberger Ballverluste schon zur Pause eine mehr als deutliche Sprache.
Der Spielverlauf
Bamberg startete wieder mit der gewohnten Anfangsformation, also wieder mit EJ Onu, in dieses alles entscheidende Spiel in der Hauptstadt. Der Bamberger Center war es dann auch, der den ersten Angriff der Gäste spektakulär per Dunking abschließen konnte. Die Berliner präsentierten sich an diesem Abend jedoch von Beginn an hoch konzentriert, deutlich spritziger als noch in den beiden Spielen in Bamberg und beim Rebound wieder einmal äußerst bissig. All das war gleich im ersten ALBA-Angriff des Spiels erkennbar, als Martin Hermannsson nach Offensiv-Rebound von Norris Agbakoko die Gastgeber per Dreier in Führung brachte. Der isländische Spielmacher (8 Punkte im ersten Viertel) zeigte sich wieder als Lenker des Spiels der Albatrosse, während Ibi Watson auf Bamberger Seite einen schlechten Start in die Partie erwischte. Nach zwei vergebenen Abschlussmöglichkeiten ging es für ihn nach gerade einmal 3:15 Minuten Spielzeit mit dem zweiten Foul auf die Bank. Richard Balint glich mit einem Dreier zum 7:7 (4.) aus, doch dem Bamberger Offensivspiel fehlte es ein wenig an der Leichtigkeit aus den vorangegangenen Heimspielen. Noch keine viereinhalb Minuten waren absolviert, da hatte sich das Team aus Freak City bereits vier Ballverluste geleistet. Berlin hingegen traf aus der Distanz und der dritte Dreier der Hausherren durch Malte Delow bedeutete das 7:13 (5.). Es folgte der nächste Ballverlust, den erneut Malte Delow zu zwei einfachen Zählern nutzen konnte. Anton Gavel zog die Bremse und nahm seine erste Auszeit (7:15/6.). Auch der nächste Bamberger Angriff blieb ohne Zähler. Stattdessen sorgte Sam Griesel auf der Gegenseite per Dreier für die erste zweistellige ALBA-Führung des Abends (7:18/6.). Doch plötzlich schien ein Ruck durch das Team des Pokalsiegers zu gehen und Zähler von Keppeler, Ensminger, Williams und Crowley brachten die Gäste wieder auf 15:20 (8.) heran. Mit diesen fünf Punkten Rückstand ging es dann auch ins zweite Viertel (17:22).
Die Viertelpause kam den Berlinern hier aber ganz offensichtlich genau zur richtigen Zeit und so machten die Gastgeber da weiter, wo sie am Anfang des Spiels begonnen hatten. Einen Offensiv-Rebound nutze Malte Delow zunächst per Korbleger, traf dann für drei Punkte aus der Distanz, ehe er Norris Agbakoko bediente, der zum 17:29 (13.) abschloss und so die zweite Bamberger Auszeit in der ersten Halbzeit unumgänglich machte. Doch auch im Anschluss blieb das Bamberger Spiel weiter sehr zerfahren und nach dem bereits 10. Ballverlust erhöhte J’wan Roberts auf 20:40 (16.). Das Spiel glitt dem Team aus Freak City im zweiten Viertel nun immer weiter aus der Hand und nach einem 9:30 in den zweiten zehn Minuten sorgte der Dreier von Moses Wodd beim Pausenstand von 26:52 für die bis dahin höchste ALBA-Führung des Abends.
„Wir haben ab dem zweiten Viertel keinen Zugriff mehr auf das Spiel gehabt“
Mit einem 5:0‑Lauf starteten die Bamberger dann in die zweite Halbzeit (31:52/22.), doch näher als auf eben diese 21 Zähler Rückstand kam man nicht mehr heran. Im Gegenteil: die Berliner kontrollierten weiter die Bretter und hatten beim 36:60 (26.) mit 34:17 bei den Rebounds nicht nur klar die Nase vorne, sondern mit 13 Offensiv-Rebounds fast ebenso viele, wie die Bamberger zu diesem Zeitpunkt insgesamt. ALBA blieb weiter im Flow und Martin Hermannsson baute den Vorsprung an der Freiwurflinie kurz vor Ende des dritten Abschnitts auf 39:70 aus.
Die Berliner blieben auch im Schlussabschnitt konzentriert und spielten ihr Spiel weiter herunter. Der Bamberger Rückstand wuchs weiter an und beim 41:80 (32.) notierte man die höchste ALBA-Führung des Abends. Die Partie und die Frage, wer dem FC Bayern München in die Final-Serie um die Deutsche Meisterschaft folgen darf, war zu diesem Zeitpunkt bereits längst entschieden. „Glückwunsch an Pedro Calles und sein Team zum Einzug ins Finale. Wir haben ab dem zweiten Viertel keinen Zugriff mehr auf das Spiel gehabt. Wir haben defensiv nicht stattgefunden und es ALBA zu einfach gemacht. Daraus resultierten dann auch unsere Schwierigkeiten in der Offense und diese Niederlage“, so Bambergs Head Coach Anton Gavel.
