Neu­es Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment­sys­tem erwei­tert EMAS um sozia­le und Governance-Aspekte

Uni­ver­si­tät Bam­berg ers­te Hoch­schu­le Deutsch­lands mit We Impact-Zertifizierung

3 Min. zu lesen
Bamberg
Die Gutachter Günther Rau (vorne l.) und Burkhard Kühnemann (hinten l.) übergeben die Gültigkeitserklärung an Kanzlerin Dagmar Steuer-Flieser (Mitte) und Antonia Schott-Bartning (vorne r.) und Theresa Riedl (hinten r.). Foto: Emma Seeger/Universität Bamberg
Nach­hal­tig­keit bedeu­tet mehr als Umwelt- und Kli­ma­schutz. Sie umfasst auch sozia­le Aspek­te wie Gesund­heit, Chan­cen­ge­rech­tig­keit oder Fami­li­en­freund­lich­keit. Die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg hat die­sen ganz­heit­li­chen Anspruch nun erst­mals im Rah­men von We Impact prü­fen las­sen, wie die Uni­ver­si­tät mit­teilt. Sie ist damit die ers­te Hoch­schu­le in Deutsch­land mit einer ent­spre­chen­den Zertifizierung.

Nach der wie­der­hol­ten erfolg­rei­chen Reva­li­die­rung ihres Umwelt­ma­nage­ment­sys­tems nach EMAS Anfang 2026 folgt damit der nächs­te Schritt: We Impact baut auf EMAS auf und erwei­tert das Umwelt­ma­nage­ment sys­te­ma­tisch um sozia­le und Governance-Aspekte.

„Mit We Impact machen wir sicht­bar, dass wir Nach­hal­tig­keit ganz­heit­lich ver­ste­hen: öko­lo­gisch, sozi­al, wirt­schaft­lich und kul­tu­rell“, sagt Kanz­le­rin Dr. Dag­mar Steu­er-Flie­ser. „EMAS hat uns gehol­fen, Umwelt­zie­le und Maß­nah­men trans­pa­rent zu steu­ern. We Impact führt die­sen Ansatz wei­ter und nimmt noch stär­ker in den Blick, wie wir Ver­ant­wor­tung für die Men­schen an unse­rer Uni­ver­si­tät über­neh­men – für Stu­die­ren­de, Beschäf­tig­te und kom­men­de Generationen.“


Von EMAS zu We Impact

Der Weg zur We Impact-Zer­ti­fi­zie­rung umfasst meh­re­re Schrit­te: Zunächst ana­ly­siert die Orga­ni­sa­ti­on ihre Struk­tu­ren und iden­ti­fi­ziert zen­tra­le Nach­hal­tig­keits­the­men. Die Durch­füh­rung einer dop­pel­ten Wesent­lich­keits­ana­ly­se inklu­si­ve Risi­ko­ana­ly­se ist ein wesent­li­ches Ele­ment der We Impact-Ein­füh­rung. Dar­auf auf­bau­end ent­wi­ckelt sie Zie­le und Maß­nah­men wei­ter. Abschlie­ßend wird das Sys­tem in einem unab­hän­gi­gen Audit geprüft. Von 11. bis 13. Mai 2026 waren exter­ne Gut­ach­te­rin­nen und Gut­ach­ter vor Ort an der Uni­ver­si­tät Bam­berg: Sie führ­ten Gesprä­che mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern ver­schie­de­ner Berei­che, prüf­ten Doku­men­ta­tio­nen und Pro­zes­se und ver­schaff­ten sich ein Bild davon, wie das Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment in der Pra­xis umge­setzt und wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Dafür mach­te Anto­nia Schott-Bart­ning, die für das Umwelt- und Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment zustän­dig ist, gemein­sam mit den Gut­ach­tern unter ande­rem eine Rad­tour zu den Stand­or­ten der Universität.

„Das bereits imple­men­tier­te, umfas­sen­de Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment­sys­tem baut auf EMAS auf“, erläu­tert der Gut­ach­ter Gün­ther Rau. „Mit We Impact prü­fen wir die Ver­an­ke­rung aller ESG The­men in einem ganz­heit­li­chen, kohä­ren­ten Sys­tem. Ich freue mich über die Vor­rei­ter­rol­le der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bamberg.“

„Die erfolg­rei­che Zer­ti­fi­zie­rung ist für uns ein enorm wich­ti­ger Mei­len­stein“, sagt Dag­mar Steu­er-Flie­ser. „Sie bestä­tigt, dass wir Nach­hal­tig­keit an der Uni­ver­si­tät Bam­berg stra­te­gisch ver­an­kert haben und kon­se­quent wei­ter­ent­wi­ckeln – und sie bestärkt uns dar­in, die­sen Weg mit Über­zeu­gung weiterzugehen.“


Sozia­le Nach­hal­tig­keit im Mittelpunkt

Sozia­le Nach­hal­tig­keit ist an der Uni­ver­si­tät Bam­berg im Leit­bild Nach­hal­tig­keit fest ver­an­kert: Es betont neben dem Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen aus­drück­lich Men­schen­wür­de, Men­schen­rech­te und Gerech­tig­keit. Wie das in der Pra­xis aus­sieht, zeigt sich in zahl­rei­chen Berei­chen: Das uni­ver­si­tä­re Gesund­heits­ma­nage­ment bei­spiels­wei­se unter­stützt Mit­ar­bei­ten­de mit Ange­bo­ten zu gesun­dem Arbei­ten, Bewe­gung, Ernäh­rung, Bera­tung und psy­cho­so­zia­ler Gesund­heit. Aktu­ell ist auch ein auf drei Jah­re ange­leg­tes Pro­jekt gestar­tet: „Mind Mat­ters“ hat zum Ziel, die men­ta­le Resi­li­enz von Stu­die­ren­den zu stär­ken und lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Struk­tu­ren für ein ganz­heit­li­ches Hoch­schul­ge­sund­heits­ma­nage­ment zu schaf­fen. Einen sicht­ba­ren Auf­takt bil­de­te die Akti­ons­wo­che von 4. bis 7. Mai 2026: Mit Work­shops, Mit­ma­ch­an­ge­bo­ten und Aus­tausch­for­ma­ten schuf sie Räu­me für Begeg­nung, Infor­ma­ti­on und Inspi­ra­ti­on rund um men­ta­le Gesund­heit – unter dem Mot­to „Zusam­men sind wir weni­ger allein“.


Viel­falt, Chan­cen­ge­rech­tig­keit und Antidiskriminierung

Auch Fami­li­en­freund­lich­keit und Chan­cen­ge­rech­tig­keit haben einen hohen Stel­len­wert. Seit vie­len Jah­ren ist die Uni­ver­si­tät Bam­berg als fami­li­en­ge­rech­te Hoch­schu­le aus­ge­zeich­net. Ange­bo­te des Fami­li­en­bü­ros, fle­xi­ble Struk­tu­ren und Unter­stüt­zungs­maß­nah­men sol­len Stu­die­ren­den und Beschäf­tig­ten hel­fen, Stu­di­um, Beruf und Fami­li­en­auf­ga­ben bes­ser mit­ein­an­der zu vereinbaren.

Ein wei­te­rer zen­tra­ler Bau­stein ist die Diver­si­ty-Arbeit der Uni­ver­si­tät. Mit der Vize­prä­si­dent­schaft „Diver­si­tät und Inter­na­tio­na­les“ ist das The­ma Diver­si­ty auf Lei­tungs­ebe­ne ver­an­kert. Die Uni­ver­si­tät setzt sich für Chan­cen­gleich­heit, Anti­dis­kri­mi­nie­rung, geleb­te Inter­na­tio­na­li­tät und ein Hoch­schul­um­feld ein, in dem sich alle Uni­ver­si­täts­an­ge­hö­ri­gen will­kom­men füh­len. Dazu tra­gen unter ande­rem die Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le, Gleich­stel­lungs­struk­tu­ren, Bera­tungs­an­ge­bo­te, die Kon­takt­stel­le Stu­di­um und Behin­de­rung sowie wei­te­re Anlauf­stel­len bei.


Nächs­te Schrit­te auf dem Weg zur nach­hal­ti­gen Universität

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg ent­wi­ckelt ihre Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie auch über die Zer­ti­fi­zie­rung hin­aus wei­ter: So ist zum Win­ter­se­mes­ter 2026/​/​2027 die Ein­füh­rung des Erwei­te­rungs­stu­di­en­gangs „Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ geplant, der Lehr­amts­stu­die­ren­de und bereits täti­ge Lehr­kräf­te qua­li­fi­zie­ren soll. Zudem ent­steht im ehe­ma­li­gen Café Kra­nen im Uni­ver­si­täts­ge­bäu­de Am Kra­nen 10 ein „Inno­va­ti­ons­fo­rum Nach­hal­tig­keit“. Im Zusam­men­spiel mit dem Pro­jekt „Bam­ber­ger Kul­tu­ren der Leh­re gemein­sam gestal­ten“ (BaKu­Le) soll dort ein offe­ner Ort für inno­va­ti­ve Lehr­for­ma­te, Pro­jekt­ar­beit, Ver­an­stal­tun­gen sowie den Aus­tausch mit der Stadt­ge­sell­schaft geschaf­fen wer­den. Die­se Ver­net­zung nach außen wird im Rah­men der „Local Green Deals“ wei­ter gestärkt: Gemein­sam mit der Stadt Bam­berg und der Volks­hoch­schu­le enga­giert sich die Uni­ver­si­tät für die För­de­rung der Bil­dung für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung in der Regi­on und trägt dazu bei, Nach­hal­tig­keit über die Uni­ver­si­tät hin­aus sicht­bar und wirk­sam zu machen.

„Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung gelingt nur, wenn öko­lo­gi­sche und sozia­le Ver­ant­wor­tung zusam­men­ge­dacht wer­den“, betont Steu­er-Flie­ser. „Eine Uni­ver­si­tät ist dann zukunfts­fä­hig, wenn sie Res­sour­cen schützt, fai­re Teil­ha­be ermög­licht, Gesund­heit för­dert und Viel­falt als Stär­ke begreift.“

Weiterer Artikel

Voll­sper­rung von Pfings­ten bis Mit­te Juli erforderlich

Tor­schus­ter-Kreu­zung wird neu gepflastert

Nächster Artikel

„Ein wun­der­ba­rer Zwischenstand“

Dia­ko­nie-Kita Fried­rich Ober­lin fei­er­te in Bam­berg 50-jäh­ri­ges Jubiläum