Der Arbeits­markt im Juli 2025

Unspek­ta­ku­lä­rer jah­res­zeit­lich übli­cher Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

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Jugendarbeitslosigkeit
Symbolbild, Foto: Pixabay
Im Juli nimmt erfah­rungs­ge­mäß die Arbeits­lo­sig­keit jah­res­zeit­lich bedingt leicht zu. Nach­dem sie sich im letz­ten Jahr aus kon­junk­tu­rel­len Grün­den um 455 Per­so­nen (+3,5 Pro­zent) erhöh­te, fiel der Anstieg heu­er mit plus 187 (+1,4 Pro­zent) deut­lich schwä­cher aus, wie die Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg mitteilt.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te leg­te im Agen­tur­be­zirk Bam­berg-Coburg seit Juni um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 4,0 Pro­zent zu. Vor einem Jahr betrug sie 3,8 Pro­zent. zum Monats­wech­sel waren 14.029 Per­so­nen arbeits­los gemel­det, 706 oder 5,3 Pro­zent mehr als in 2024. Das liegt zum Groß­teil an den vie­len Geflüch­te­ten in der Regi­on, die in der Regel Bür­ger­geld von den Job­cen­tern bezie­hen. Ende Juli waren im Agen­tur­be­zirk 933 Ukrai­ner und wei­te­re 860 Flücht­lin­ge ande­rer Her­kunfts­län­der (davon 502 Syrer, 107 Afgha­nen, 39 Eri­tre­er, 38 Ira­ker und 24 Ira­ner) arbeits­los gemel­det. Arbeit­su­chend sind ins­ge­samt 3 785 Geflüch­te­te registriert.

Zum Start in die Som­mer­fe­ri­en nimmt mit dem Schul- und Aus­bil­dungs­en­de regel-mäßig die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit der bis 25-Jäh­ri­gen zu. Ihre Zahl erhöh­te sich in den letz­ten vier Wochen um 116 (+9,2 Pro­zent). Der Anstieg fiel um 38 Pro­zent gerin­ger aus als im Vor­jahr, da sich die Über­nah­me­chan­cen auf­grund der leicht auf­hel­len­den Aus­sich­ten am Arbeits­markt ver­bes­sert haben. Aktu­ell sind 1.377 jun­ge Erwach­se­ne auf der Suche nach einer neu­en Beschäf­ti­gung, zwei weni­ger als in 2024.

Mit 1.149 Beschäf­ti­gungs­auf­nah­men fan­den 148 Per­so­nen mehr (+14,8 Pro­zent) eine neue beruf­li­che Per­spek­ti­ve als im ver­gan­ge­nen Jahr. Trotz der grö­ße­ren Ent­las­sun­gen seit Jah­res­be­ginn mel­de­ten sich mit ins­ge­samt 1.449 betrof­fe­nen ledig­lich 3,0 Pro­zent (+42) mehr Per­so­nen neu arbeits­los als im Vor­jahr. Auf­grund der wei­ter­hin soli­den Job­chan­cen fin­den vie­le bereits wäh­rend der Kün­di­gungs­frist eine neue Anstellung.


Arbeits­markt­ent­wick­lung

„Pünkt­lich zum Start in die Som­mer­fe­ri­en ist im Juli die Arbeits­lo­sig­keit wie­der leicht gestie­gen. Der Grund dafür ist das jähr­li­che Schul- und Aus­bil­dungs­en­de. Jun­ge Schul­ab­gän­ger und Aus­bil­dungs­ab­sol­ven­ten wer­den über­gangs­wei­se arbeits­los“, äußer­te sich Ste­fan Tre­bes, Lei­ter der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg, zur aktu­el­len Arbeits­markt­ent­wick­lung. „Daher erwar­te ich, dass die Arbeits­lo­sig­keit auch im August erneut leicht steigt, denn dann enden vie­le betrieb­li­che Aus­bil­dun­gen. Im Gegen­satz zum letz­ten Jahr mel­de­ten sich auf­grund der etwas bes­se­ren wirt­schaft­li­chen Lage in die­sem Jahr bis­her deut­lich weni­ger Jugend­li­che, da die Betrie­be mehr Absol­ven­ten direkt über­nom­men haben. Der Groß­teil der Jugend­li­chen wird wegen der guten Aus­sich­ten für Fach­kräf­te schon in den nächs­ten Wochen einen Job fin­den und beruf­lich durch­star­ten. Die meis­ten Schü­ler begin­nen im Sep­tem­ber eine Aus­bil­dung, stre­ben einen höhe­ren Schul­ab­schluss an oder gehen ab Herbst zum Studium.“


„Kurz­ar­beit sichert wei­ter­hin Jobs“

Im März 2025 (Hoch­rech­nung aktu­ells­ter Wert) bezo­gen im Agen­tur­be­zirk ins­ge­samt 143 Betrie­be für 2.695 Arbeit­neh­mer kon­junk­tu­rel­les Kurz­ar­bei­ter­geld. Das waren 28,9 Pro­zent (+605) Kurz­ar­bei­ter mehr als vor einem Jahr. 1,1 Pro­zent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten waren in Kurz­ar­beit. Ste­fan Tre­bes zur Situa­ti­on: „Die Kurz­ar­beit bewegt sich trotz des spür­ba­ren Anstiegs seit dem letz­ten Jahr wei­ter­hin auf einem nied­ri­gen Niveau. Vie­le Betrie­be set­zen bereits seit län­ge­rer Zeit auf sie, um ihre Fach­kräf­te hal­ten zu kön­nen. Jedoch ist sie ledig­lich eine Lösung, wenn man damit rech­net, dass sich die Situa­ti­on in abseh­ba­rer Zeit wie­der bessert.“

Der Arbeits­markt der Agen­tur Bam­berg-Coburg umfasst fol­gen­de Gebiets­kör­per­schaf­ten: Stadt und Land­kreis Bam­berg, Stadt und Land­kreis Coburg sowie die Land­krei­se Forch­heim, Kro­nach und Lichtenfels.

Zum Schul­jah­res- und Aus­bil­dungs­en­de nahm die Arbeits­lo­sig­keit größ­ten­teils sai­so­nal bedingt in nahe­zu allen Regio­nen des Agen­tur­be­zirks wie­der leicht zu. Ledig­lich die Stadt Coburg ver­zeich­ne­te einen mar­gi­na­len Rück­gang um 0,3 Pro­zent. Im Land­kreis Lich­ten­fels stieg sie im Juli um 2,8 Pro­zent, gefolgt von den Land­krei­sen Forch­heim (+2,5 Pro­zent), Kro­nach (+2,2 Pro­zent), Coburg (+1,5 Pro­zent), Bam-berg (+0,7 Pro­zent) und der Stadt Bam­berg (+0,3 Prozent).

Im Land­kreis Coburg (+2,3 Pro­zent), der Stadt Coburg (+4,4 Pro­zent) sowie den Land­krei­sen Forch­heim (+6,2 Pro­zent), Lich­ten­fels (+8,5 Pro­zent) und Kro­nach (+9,2 Pro­zent) bewegt sich die Arbeits­lo­sig­keit pro­zen­tu­al nur im ein­stel­li­gen Bereich über dem Vor­jah­res­ni­veau. Ledig­lich in der Stadt Bam­berg (+13,0 Pro­zent) fällt die Zunah­me pro­zen­tu­al zwei­stel­lig aus. Im Land­kreis Bam­berg (-2,8 Pro­zent) liegt sie der­weil seit zwei Mona­ten unter dem Vorjahresniveau.

Die nied­rigs­te Arbeits­lo­sen­quo­te und wei­ter­hin Voll­be­schäf­ti­gung gibt es im Land­kreis Bam­berg (2,6 Pro­zent). Am höchs­ten ist sie wei­ter­hin mit einem Wert von 7,2 Pro­zent in der Stadt Coburg.


Som­mer­zeit am Stel­len­markt – Gute Chan­cen für Fachkräfte

Erfah­rungs­ge­mäß geht der Per­so­nal­be­darf der Betrie­be über die Som­mer­fe­ri­en­zeit spür­bar zurück, bevor er im Sep­tem­ber mit dem ein­set­zen­den Herbst­auf­schwung wie­der an Fahrt auf­nimmt. Der Arbeit­ge­ber­ser­vice der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg bekam im Juli 1 094 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te gemel­det, 22,1 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 311 weni­ger als im Juni. Im Ver­gleich zum Vor­jahr wur­den 20,8 Pro­zent (-287) weni­ger Stel­len gemel­det. Der Groß­teil des Rück­gangs ent­fiel auf die Zeit­ar­beit (-110 bezie­hungs­wei­se ‑29,5 Pro­zent) sowie das Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen (-130 bezie­hungs­wei­se ‑58,3 Pro­zent). Aktu­ell gibt es im Stel­len­pool 6.457 Job­an­ge­bo­te, 25,4 Pro­zent (-2.196) weni­ger als in 2024.

Rein sta­tis­tisch kom­men auf 100 gemel­de­te sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len der­zeit 217 poten­ti­el­le arbeits­lo­se Bewer­ber. Der Arbeit­ge­ber­ser­vice ver­fügt über ein breit auf­ge­stell­tes Ange­bot an Beschäf­ti­gungs­chan­cen. Jedoch wer­den über­wie­gend Fach­kräf­te gesucht. Gut vier von fünf Stel­len sind für qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal (79,3 Pro­zent) bestimmt, wäh­rend über die Hälf­te der Arbeits­lo­sen (51,7 Pro­zent) kei­nen ver­wert­ba­ren Berufs­ab­schluss hat. Bei den Job­cen­tern sind es über zwei Drit­tel (67,5 Pro­zent), wäh­rend es im Ver­si­cher­ten­be­reich ledig­lich etwas mehr als ein Drit­tel sind (39,0 Prozent).


Arbeits­markt­ent­wick­lung in der Regi­on Bamberg

In der Stadt Bam­berg erhöh­te sich die Zahl der Arbeits­lo­sen im ver­gan­ge­nen Monat nur leicht um 6 Per­so­nen (+0,3 Pro­zent) auf 2.160. Im Ver­gleich zum Vor­jahr sind 249 Per­so­nen (+13,0 Pro­zent) mehr arbeits­los. Nor­ma­ler­wei­se nimmt im Juli sai­son­be­dingt die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit zu, da sich nicht über­nom­me­ne Aus­bil­dungs-absol­ven­ten oder Schul­ab­gän­ger mel­den. In die­sem Jahr sank die Zahl der Arbeits-losen unter 25-Jäh­ri­gen jedoch um 3,1 Pro­zent auf 158. Es ver­lo­ren 6,7 Pro­zent weni­ger Men­schen ihren Job als im Vor­jahr, wäh­rend fast so vie­le (-2) eine Beschäf­ti­gung auf­nah­men. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt wie im Juni wei­ter­hin 4,9 Pro­zent. Ihr Vor­jah­res­ni­veau lag bei 4,4 Prozent.

Im Juli mel­de­ten die Betrie­be aus dem Stadt­ge­biet 218 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Job­an­ge­bo­te dem Arbeit­ge­ber­ser­vice, 35 (-13,8 Pro­zent) weni­ger als im Vor­jahr. Im Stel­len­pool sind aktu­ell 1 014 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te, 30,6 Pro­zent weni­ger (-447) als vor zwölf Monaten.

Im Land­kreis Bam­berg nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Juli um 0,7 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 17 Per­so­nen auf 2.345 leicht zu. Die Zahl der Arbeits­lo­sen liegt um 68 Per­so­nen bzw. 2,8 Pro­zent unter dem Vor­jah­res­ni­veau. Das Bam­ber­ger Land ver­zeich­net agen­tur-bezirks­weit als ein­zi­ge Regi­on im Vor­jah­res­ver­gleich einen Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit. Im Juli mel­den sich regel­mä­ßig Schul­ab­gän­ger und Aus­bil­dungs­ab­sol­ven­ten, die nicht über­nom­men wur­den. Die Zahl der arbeits­lo­sen Jugend­li­chen (Alter bis 25 Jah­re) erhöh­te sich daher im letz­ten Monat um 44 (+21,1 Pro­zent) auf 253. Das ist im Mehr­jah­res­ver­gleich ein sai­son­üb­li­cher Anstieg. Es fan­den 10,7 Pro­zent mehr Per­so­nen eine neue Beschäf­ti­gung, als im letz­ten Jahr, wäh­rend 8,2 Pro­zent mehr arbeits­los wur­den. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt wie im Juni wei­ter­hin 2,6 Pro­zent (Vor­jah­res­mo­nat 2,7 Pro­zent) und ist die nied­rigs­te im gesam­ten Agen­tur­be­zirk. Das ist Voll­be­schäf­ti­gung. Per Defi­ni­ti­on spricht man von Voll­be­schäf­ti­gung ab einer Quo­te von unter 3,0 Prozent.

Aus dem Land­kreis Bam­berg gin­gen beim Arbeit­ge­ber­ser­vice im Juli 181 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te ein, 16,6 Pro­zent weni­ger (-36) als im Vor­jahr. Im Bestand gibt es aktu­ell 1.251 Offer­ten, 18,7 Pro­zent weni­ger (-288) als vor zwölf Monaten.

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