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auf Schloss Jägersburg

Fami­li­en­le­ben in unter­halt­sa­me Geschich­ten gepackt

Dei­ne Freunde

„Nur wer erwach­sen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch“ hat der deut­sche Schrift­stel­ler Erich Käst­ner (1899−1974) einst geschrie­ben. Auf gewis­se Art und Wei­se scheint dies auch das Mot­to der Band Dei­ne Freun­de aus Ham­burg zu sein. Rap­per Flo­ri­an Sump kom­plet­tiert zusam­men mit Mar­kus Pau­li (Pro­du­zent, DJ) und Lukas Nim­scheck (Sän­ger) das Trio. Mit „Die Kin­der spie­len ver­rückt“ haben sie gera­de ihr ach­tes Album ver­öf­fent­licht und kom­men damit auf die „Kinds­köp­fe im Park“-Open Air-Tour­nee, die sie auch auf Schloss Jägers­burg im Markt Eggols­heim führt.
Was 2011 zunächst nach einem Pro­jekt aus­sah, ent­wi­ckel­te sich rasch zu einem fes­ten Band­ge­fü­ge. Wie habt ihr euch ken­nen­ge­lernt und ab wann war klar, wir machen gemein­sam weiter?

Flo­ri­an Sump: Wir kann­ten uns schon eini­ge Jah­re in Zwei­er-Kon­stel­la­tio­nen. Pau­li hat mit Lukas elek­tro­ni­sche Musik gemacht und par­al­lel dazu mit mir Hip Hop. Ken­nen­ge­lernt haben wir uns dann bei Pau­li in der Woh­nung, als ich einen Song für die dama­li­ge Kin­der­grup­pe, die ich betreut habe, auf­neh­men woll­te. Das war „Scho­ko­la­de“ und wir haben direkt beschlos­sen, dass wir uns nächs­te Woche wie­der­tref­fen um zu schau­en, was uns sonst noch einfällt.


Lukas, Du bist nicht nur der Sän­ger von Dei­ne Freun­de, son­dern auch Kom­po­nist, Autor und Mode­ra­tor. Es scheint so, dass du dich hin­sicht­lich dei­ner Krea­ti­vi­tät nicht so ger­ne fest­le­gen lässt und Abwechs­lung brauchst?

Lukas Nim­scheck: Ich habe nie mit einer Art gro­ßem Plan gear­bei­tet, son­dern eigent­lich immer nur gemacht, wor­auf ich Bock hat­te. Das mag nach außen viel­leicht so wir­ken, als wür­de ich stän­dig etwas Neu­es suchen – für mich fühlt es sich so an, als wür­de ich ein­fach nur wei­ter­ma­chen. Krea­ti­vi­tät lässt sich glück­li­cher­wei­se nicht in eine Schub­la­de ste­cken und ich mache das auch nicht.


Wie leicht oder schwer fiel es euch, deutsch­spra­chi­ge Musik für klei­ne und gro­ße Kin­der zu machen. War der gemein­sa­me Nen­ner zunächst Pop und HipHop?

Flo­ri­an Sump: Es war am Anfang ein biss­chen schwer, das Ver­hält­nis zwi­schen Hip Hop und Pop aus­zu­lo­ten. Ich woll­te mehr Rap und weni­ger Melo­die, bei Lukas war es umge­kehrt. Pau­li war die Schweiz und woll­te ein­fach nur Musik machen. Spä­ter erkann­ten wir, dass es genau die Mit­te ist, die unse­ren Sound ausmacht.


Gibt es noch eine inten­si­ve Ver­bin­dung zum Kin­der­lied­au­tor Rolf Zuc­kow­ski, der euch mit sei­nem Label noch mal!!! zu Beginn eurer Kar­rie­re unter­stützt hat?

Flo­ri­an Sump: Ja, Rolf ist immer noch ein enger Freund unse­rer Band und außer­dem bin ich Stif­tungs­rats­mit­glied sei­ner Stif­tung „Kin­der brau­chen Musik“.


Wer aus der Band hat denn schon eige­ne Kin­der und inwie­weit flie­ßen die­se Erfah­run­gen in das Song­wri­ting mit ein? Oder arbei­tet ihr mit exter­nen Autoren?

Flo­ri­an Sump: Nein, wir machen alles sel­ber, vom Demo bis zum fer­ti­gen Mix. Ich habe eine Toch­ter und einen Sohn, aller­dings dient mir mei­ne eige­ne Kind­heit sehr viel mehr als Inspi­ra­ti­on für unse­re Songs. Wenn es dann Über­schnei­dun­gen mit den Erleb­nis­sen mei­ner Kin­der gibt, freue ich mich.


Eure Dis­ko­gra­phie umfasst mitt­ler­wei­le acht Alben. Wel­che Mei­len­stei­ne wür­det ihr da benen­nen und warum?

Flo­ri­an Sump: Jedes Album und jede Tour haben uns ein klei­nes Stück wei­ter vor­an­ge­bracht, uns wei­ter­wach­sen las­sen. Rich­ti­ge Mei­len­stei­ne haben wir nicht, wir sind eher aus vie­len klei­nen ein­zel­nen Stei­nen gewach­sen. Wir sind ein Mosaik.


Was gibt es Wis­sens­wer­tes über das aktu­el­le Album „Die Kin­der spie­len ver­rückt“ zu erzählen?

Flo­ri­an Sump: Zum Bei­spiel, dass es das ers­te Album ist, auf dem unser Pau­li sei­ne eige­ne Stro­phe bekom­men hat. Zu hören im Lied „irgend­wo auf dem Heimweg“.


Die neue Tour­nee „Kinds­köp­fe im Park“ macht am 7. Juni in Eggols­heim /​/​Schloss Jägers­burg Sta­ti­on. Flo­ri­an Sump: Was dür­fen alte und neue Fans von die­sem Auf­tritt erwarten?

Flo­ri­an Sump: Einen bun­ten Blu­men­strauß all unse­rer Alben inklu­si­ve natür­lich eini­ger neu­er Songs, die wir noch nie live gespielt haben. Wir sind heiß drauf und haben rich­tig Bock, zumal wir ja zum ers­ten Mal über­haupt in Eggols­heim spielen.


Ihr habt mitt­ler­wei­le auch ein eige­nes Hör­spiel im Ange­bot, eben­so einen Pod­cast? Ein Muss, weil die Kin­der und Jugend­li­chen heu­te mit Social Media in einer digi­ta­len Welt aufwachsen?

Flo­ri­an Sump: Den Pod­cast haben wir eher gestar­tet, weil die Kin­der uns immer so vie­le Fra­gen geschickt haben und wir kaum noch hin­ter­her­ka­men, die­se zu beant­wor­ten. So wur­de die Idee gebo­ren, all die­se Fra­gen ein­fach öffent­lich in einem Pod­cast zu beant­wor­ten. Natür­lich wach­sen die heu­ti­gen Kin­der auch in einer digi­ta­len Welt auf, das stimmt, aber Social Media gehört bei unse­rem Publi­kum nur in sehr klei­nen Dosen zum All­tag. Das ist eher ein Ding der Eltern.


Neben den Künst­lern gibt es auch die pri­va­ten Per­so­nen Lukas, Mar­kus und Flo­ri­an. Wie ent­spannt ihr von der Arbeit?

Flo­ri­an Sump: Mit Fil­men, Sau­na, lan­gen Spa­zier­gän­gen, Sport, guten Büchern und vor allem Freun­den und Freundinnen.


Als Künst­ler habt ihr eine enor­me gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­de Reich­wei­te und somit auch Ver­ant­wor­tung. Unter­stützt ihr zum Bei­spiel sozia­le Pro­jek­te oder bin­det zum Bei­spiel NGO´s mit Info­stän­den in eure Tour­neen mit ein?

Lukas Nim­scheck: Bei unse­ren Kon­zer­ten ist Viva con Agua oft ver­tre­ten mit der Pfandsam­mel­ak­ti­on, abge­se­hen davon arbei­ten wir ger­ne mit ört­li­chen Ein­rich­tun­gen zusam­men. Das kön­nen zum Bei­spiel Hos­pi­ze oder Kin­der­häu­ser sein. Uns ist wich­tig, dass mög­lichst vie­le Kin­der in den Genuss eines Live­kon­zerts kom­men. Auch die, die nor­ma­ler­wei­se kei­ne Kon­zer­te besuchen.