Ver­giss mir die Zukunft nicht

Sport­freun­de Stiller

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Stiller
Am 7. August gastieren die Sportfreunde Stiller beim Taubertal-Festival. Foto: Ingo Pertramer
Seit 1996 haben sich die Münch­ner Sport­freun­de Stil­ler an die Spit­ze des deutsch­spra­chi­gen Alter­na­ti­ve-Pop//­Rock gespielt und dort eta­bliert. Mit Ener­gie, Kön­nen und Krea­ti­vi­tät gelang es Peter Brug­ger (Gesang, Gitar­re), unse­rem Gesprächs­part­ner Flo­ri­an Weber (Gesang, Schlag­zeug) und Rüdi­ger Lin­hoff (Gesang, Bass, ab 1997) ihren zahl­rei­chen Erfol­gen immer wie­der ein neu­es Kapi­tel hin­zu­zu­fü­gen. Ihren 30sten Band­ge­burts­tag fei­ern sie mit dem Album „Hap­py Bir­th­day!“, erschie­nen bei Sport­freun­de Stil­ler Music/​/​Universal Music GmbH und einer am 7. Mai begon­nen umfang­rei­chen „30 wun­der­ba­ren Jahren“-Konzertreise, die erst am 30. Okto­ber in der Frank­fur­ter Jahr­hun­dert­hal­le endet. Am 7. August tritt die Band beim Tau­ber­tal-Fes­ti­val auf.
Wie fei­ert ihr euer 30jähriges Band­ju­bi­lä­um und wer wird außer euch drei Künst­lern noch dabei sein. Mana­ger Marc Lieb­scher (Blick­punkt Pop), Crew, Familie?

Im ers­ten Jahr hät­ten wir die 30 Jah­re anders gefei­ert als die 30 Jah­re heu­te. Ein schö­ner Anlass, der das gan­ze Jahr über mit Marc, der Crew, der Fami­lie und vor allem den Fans genü­gend Grün­de bie­tet, die Band gebüh­rend hoch­le­ben zu las­sen. Und wir haben ja noch eini­ge High­lights, dar­un­ter das Erschei­nen einer ARD-Lang­zeit­do­ku­men­ta­ti­on über uns.


Zwi­schen 2007 und 2013 sowie 2016 und 2022 gab es län­ge­re krea­ti­ve Pau­sen. Habt ihr die­se vor­wie­gend für Solo-Akti­vi­tä­ten (Bolz­platz Heroes, Tip Top, Fiva & Das Phan­tom Orches­ter) genutzt oder euch auch in ande­ren künst­le­ri­schen Fel­dern versucht?

Ja, jeder hat immer wie­der Frei­räu­me genutzt und sich unter ande­rem mit den erwähn­ten Pro­jek­ten für eini­ge Zeit aus­pro­biert. Das hat die eige­ne Inspi­ra­ti­on und Krea­ti­vi­tät gestärkt. Rüde enga­giert sich schon län­ger bei Kultur.Konvoi (Kul­tur­schaf­fen­de für eine freie Ukrai­ne) und ich habe gera­de mei­nen vier­ten Roman abge­schlos­sen. Am Ende flie­ßen all die­se Erfah­run­gen wie­der posi­tiv in den Sport­freun­de Stil­ler-Kon­text ein.


Eure Dis­ko­gra­phie umfasst in Kür­ze neun Stu­dio­al­ben. Wel­ches oder wel­che davon wür­det ihr als Mei­len­stei­ne eurer bis­he­ri­gen Kar­rie­re bezeich­nen und warum?

Für mich zwei: Das „Burli“-Album (2004), weil wir uns damals bei den Auf­nah­men in Spa­ni­en gegen die Plat­ten­fir­ma durch­ge­setzt haben. Sie woll­ten Song­wri­ter für uns enga­gie­ren, wir nur im band­ei­ge­nen Modus wei­ter­ma­chen. Dann „MTV Unplug­ged in New York (2009), weil wir da zum ers­ten Mal dar­auf geach­tet haben, wie wir zusam­men­spie­len, auch im Hin­blick auf die Klas­sik-Beglei­tung. Und dann noch die über­aus erfolg­rei­che Sin­gle „Applaus, Applaus“ vom Album „New York, Rio, Rosen­heim“ (2013).


Die ers­te aktu­el­le Sin­gle­aus­kopp­lung „Ti amo, Ita­lia­no“ hul­digt Ita­li­en und des­sen Lebens­ge­fühl. Wie­so gera­de Ita­li­en, zumal das The­ma ja bereits von zahl­rei­chen ande­ren Bands wie unter ande­rem Cruc­chi Gang, Roy Bian­co & Die Abbrunza­ti Boys oder Wan­da bear­bei­tet wurde?

Der Titel hat uns für die Album-Auf­nah­men in eine posi­ti­ve Pha­se gebracht. Aber mit der Fra­ge haben wir schon gerech­net. Der Unter­schied zu den von Dir genann­ten Bands ist aber, dass wir bereits im Jahr 2000 auf „so wie einst real madrid.“ mit ´94 (novan­ta quat­tro)“ bereits ein ita­lie­ni­sches Lied ver­öf­fent­licht haben. Und dann 2006 auf „You Have To Win Zwei­kampf“ mit „Come Sara?“ nach­ge­legt haben.


Ein gutes Album braucht den oder die rich­ti­gen Pro­du­zen­ten. Wen habt ihr euch für „Hap­py Bir­th­day!“ ausgesucht?

Ja, die gab es mit Oli­ver Zülch (unter ande­rem die ärz­te) aus Mün­chen und Tobi­as Kuhn (unter ande­rem Fei­ne Sah­ne Fisch­fi­let) aus Wien, mit denen wir bereits schon vor­her erfolg­reich gear­bei­tet haben. Und die 10 Stü­cke zwi­schen „Immer noch hier“ und „Ver­giss mir die Zukunft nicht“ fügen sich für alle Betei­lig­ten zu einem äußerst stim­mi­gen Bild.


Inhalt­lich rei­ne Unter­hal­tung, Info­tain­ment oder kla­re Aus­ein­an­der­set­zung mit Gesell­schaft und Politik?

Info­tain­ment, das neh­me ich für die Jungs mit, ein tref­fen­der Begriff. Über Jah­re hin­weg Hal­tung zei­gen, aber auch unter­hal­ten. Sprach­rohr für Zusam­men­halt sein!


Dein aktu­el­les Lieb­lings­lied auf dem Album, so kurz vor dem Tourneestart?

Die Hym­ne zum Mit­sin­gen: „Wir laden uns auf“. Eine Umar­mung an alle, die uns beglei­ten. Und „Ver­giss mir die Zukunft nicht“.


Auf der Büh­ne gibt es jetzt Ver­stär­kung. Seit wann ist E‑Gitarrist Mario Radetz­ky dabei?

Er sorgt seit 2022 für fri­schen Wind auf der Büh­ne, war mal Prak­ti­kant bei Blick­punkt Pop und hat­te sei­nen Pro­be­raum im glei­chen Haus wie wir. In einer Pin­kel­pau­se habe ich ihn ange­spro­chen und nach einer klei­nen Pro­be­zeit war er live mit dabei.


Die Tour zum neu­en Album ist eure längs­te seit Jah­ren. Was erwar­tet die neu­en und alten Fans in den kom­men­den Monaten?

Eine Best Of-Show mit Songs die grei­fen, aber auch ein paar Stü­cken vom neu­en „Hap­py Birthday!“-Album. Es wird eine run­de Feie­rei in eurer Stadt, in der wir 1998 (?) in Deutsch­land unser ers­tes aus­ver­kauf­tes Kon­zert hatten.


Zwi­schen 2001 und 2022 habt ihr zahl­rei­che Prei­se und Aus­zeich­nun­gen erhal­ten, dar­un­ter den Kul­tur­preis Bay­ern. Was bedeu­ten euch die­se Auszeichnungen?

Am liebs­ten sind uns die Publi­kums­prei­se. Der Echo Pop, den wir drei Mal gewon­nen haben, war immer gut zum abfei­ern. Da trinkt man schon mal ein Bier mehr mit dem Pokal in der Hand.


Als Künst­ler habt ihr eine enor­me gene­ra­ti­ons­über­grei­fen­de Reich­wei­te und somit auch Ver­ant­wor­tung. Unter­stützt ihr zum Bei­spiel sozia­le Pro­jek­te oder bin­det zum Bei­spiel NGO´s mit Info­stän­den in eure Tour­neen mit ein?

Aktu­ell den Kultur.Konvoi, Viva con Agua, Omas Gegen Rechts sowie One Voice, Zei­chen der Soli­da­ri­tät Euro­päi­scher Fuß­ball­sta­di­en für die Ukraine.


Bis heu­te wird die Band von Marc Lieb­scher (Blick­punkt Pop) gema­nagt, was sowohl zwi­schen­mensch­lich als auch geschäft­lich nach wie vor her­vor­ra­gend passt. Qua­si der vier­te Sportfreund?

Wir tei­len unse­re Gagen und Lizen­zen durch Vier und gehen seit 1996 Hand in Hand als Freun­de durch den Musikbusiness.

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