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Care im Quartier

Info­ver­an­stal­tung für inter­es­sier­te Ehrenamtliche

Dabei sein, wo’s zählt: Ehren­amt bei „Care im Quartier“

Am 29. Janu­ar 2026 fin­det um 17:30 Uhr im Stadt­ar­chiv Bam­berg eine Info­ver­an­stal­tung statt, bei der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mehr über das Pro­jekt „Care im Quar­tier“ erfah­ren kön­nen, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Im Mit­tel­punkt des Pro­jekts „Care im Quar­tier“ steht die Idee, dass gute Nach­bar­schaft und pro­fes­sio­nel­le Hil­fen zusam­men­wir­ken – und dass sor­gen­de Gemein­schaf­ten dort wach­sen, wo Men­schen mit­ein­an­der in Kon­takt kom­men, Ver­ant­wor­tung tei­len und sich für­ein­an­der inter­es­sie­ren – im eige­nen Quar­tier oder Stadt­teil. Damit die­se Idee leben­dig wird, sucht „Care im Quar­tier“ Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die Freu­de dar­an haben, einen klei­nen oder grö­ße­ren Teil ihrer Zeit ein­zu­brin­gen – ganz nach ihren zeit­li­chen Mög­lich­kei­ten und per­sön­li­chen Stär­ken. Im Rah­men einer Info­ver­an­stal­tung am 29. Janu­ar 2026, um 17:30 Uhr, im Stadt­ar­chiv Bam­berg, kön­nen Inter­es­sier­te mehr erfahren.

Ein­sam­keit, zuneh­men­de Pfle­ge­be­dar­fe und der Wan­del sozia­ler Struk­tu­ren gehö­ren zu den größ­ten gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen (nicht nur) in Bay­ern. Stu­di­en zei­gen, dass sich ins­be­son­de­re älte­re Men­schen immer häu­fi­ger iso­liert füh­len und Unter­stüt­zung im All­tag benö­ti­gen – von kur­zen Gesprä­chen bis zu Ori­en­tie­rung im kom­ple­xen Hil­fe­sys­tem. Gleich­zei­tig wächst der Wunsch vie­ler Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, sich im eige­nen Umfeld soli­da­risch ein­zu­brin­gen und etwas für die Gemein­schaft zu tun.

Mit „Care im Quar­tier“ ent­steht in Bam­berg ein Pro­jekt, das von Beginn an part­ner­schaft­lich gedacht ist: Stadt Bam­berg, AWO, Cari­tas, Sozi­al­stif­tung Bam­berg sowie SOPHIA im Quar­tier e.V. bün­deln ihre Erfah­run­gen, Ange­bo­te und Per­spek­ti­ven, um (nicht nur) älte­re Men­schen und ihre Ange­hö­ri­gen im All­tag wir­kungs­voll zu unterstützen.

Die Ein­satz­fel­der des Ehren­am­tes bei „Care im Quar­tier“ rei­chen von klei­nen All­tags­hil­fen über Begleit­diens­te bis hin zu stadt­teil­be­zo­ge­nen Aktio­nen und Ver­an­stal­tun­gen. Auch wer Freu­de an Orga­ni­sa­ti­on, Gesprächs­be­glei­tung oder digi­ta­ler Unter­stüt­zung hat, ist herz­lich will­kom­men. Was Inter­es­sier­te erwar­tet, wel­che For­men der Beglei­tung und Qua­li­fi­zie­rung das Pro­jekt anbie­tet und wie die Zusam­men­ar­beit ganz prak­tisch aus­sieht, erfah­ren Besu­che­rin­nen und Besu­cher am 29. Janu­ar 2026 um 17:30 Uhr im Stadt­ar­chiv Bam­berg in der Sand­stra­ße 30a. Die Ver­an­stal­tung steht allen offen, die schon ehren­amt­lich enga­giert sind oder sich vor­stel­len kön­nen, künf­tig Teil die­ser wach­sen­den Sor­ge­ge­mein­schaf­ten in Bam­berg zu wer­den. Eine Anmel­dung hilft den Orga­ni­sa­to­ren bei der Vor­be­rei­tung. Nähe­re Infor­ma­tio­nen und die Mög­lich­keit zur Anmel­dung gibt es bei der Senio­ren­be­auf­trag­ten Ste­fa­nie Hahn unter stefanie.hahn@stadt.bamberg.de oder 0951/​/​871450.

Neu­es Modell­pro­jekt für die Stadtgesellschaft

Care im Quartier

Mit einem sym­bol­träch­ti­gen Auf­takt ist am Mitt­woch das Pro­jekt „Care im Quar­tier“ in Bam­berg gestar­tet. Bei der Kick-off-Ver­an­stal­tung für „Care im Quar­tier“ brach­te die Baye­ri­sche Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­te­rin Judith Ger­lach auch För­der­gel­der mit.

Im Pfarr­saal von Maria Hilf über­gab die Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rin für Gesund­heit, Pfle­ge und Prä­ven­ti­on, Judith Ger­lach, im Bei­sein zahl­rei­cher Gäs­te und Koope­ra­ti­ons­part­ner eine För­der­ta­fel an die Stadt Bam­berg. Gemein­sam mit Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid, Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke sowie Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp wur­de damit ein weg­wei­sen­des Vor­ha­ben auf den Weg gebracht, das Pfle­ge, Prä­ven­ti­on und Nach­bar­schaft neu verzahnt.

„Um Pfle­ge lang­fris­tig zu sichern, müs­sen wir gemein­sam Lösun­gen fin­den“, sag­te Staats­mi­nis­te­rin Judith Ger­lach bei dem Ter­min. „Unse­re Kom­mu­nen spie­len dabei eine Schlüs­sel­rol­le. Denn Pfle­ge fin­det immer vor Ort statt.“ Sie lob­te das Kon­zept für das Pro­jekt „Care im Quar­tier“, für das die Grund­la­gen im Som­mer 2023 in Bam­berg ent­wi­ckelt wur­den. Das Pro­jekt hat ein Finanz­vo­lu­men von 3,1 Mil­lio­nen Euro, das mit 1,9 Mil­lio­nen Euro geför­dert wird. Den größ­ten Teil davon trägt das Pfle­ge­mi­nis­te­ri­um mit 1,34 Mil­lio­nen Euro (rund 70 Pro­zent der För­der­sum­me). Wei­te­re 20 Pro­zent über­nimmt die Ober­fran­ken­stif­tung mit knapp 400.000 Euro, wäh­rend die Stadt Bam­berg 10 Pro­zent bei­steu­ert. „Mit ‚Care im Quar­tier‘ kann die Unter­stüt­zung zu den Men­schen kom­men und zwar dort­hin, wo sie ver­an­kert sind: Fami­lie, Freun­de, Nach­bar­schaft. Damit setzt Bam­berg ein star­kes Zei­chen für die Zukunft!“, erklär­te Gerlach.

Als Ver­tre­ter der Ober­fran­ken­stif­tung beton­te Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid die demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung: „Wir leben in her­aus­for­dern­den Zei­ten: Es gibt immer mehr Pfle­ge­be­dürf­ti­ge. 1927, als sich die Ober­fran­ken­stif­tung noch als Volks­wohl­fahrt ver­stand, lag das Durch­schnitts­al­ter der Bevöl­ke­rung bei knapp über 30 Jah­ren. Heu­te sind wir bei 45 Jah­ren.“ Wir wol­len neue Model­le wie „Care im Quar­tier“ unter­stüt­zen, um dem Anspruch gerecht zu wer­den, „dass wir älter wer­den in Wür­de und in ver­trau­ter Umgebung“.


„Her­aus­for­de­rung gemein­sam meistern“

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke stell­te in sei­ner Begrü­ßung klar, dass Bam­berg mit „Care im Quar­tier“ den demo­gra­fi­schen Wan­del aktiv gestal­ten will. „Das ist eine Her­aus­for­de­rung, die wir gemein­sam meis­tern wol­len. Die Hil­fe soll dort ankom­men, wo sie gebraucht wird: in den Quar­tie­ren“, erklär­te Starke.

Sehr kon­kret wur­de Jonas Glüsen­kamp, Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent, in sei­nem Impuls: „Der Ansatz ist, dass die Men­schen, die Hil­fe brau­chen, nicht zu den Insti­tu­tio­nen kom­men müs­sen. Viel­mehr kom­men Nach­ba­rin­nen und Nach­barn, Ehren­amt­li­che und Haupt­amt­li­che zu den Men­schen, um fest­zu­stel­len, was benö­tigt wird. „Care im Quar­tier“ setzt auf prä­ven­ti­ve Haus­be­su­che. Ziel ist, die Men­schen zu errei­chen, bevor das Kind in den Brun­nen gefal­len ist.“ 


Quar­tiers­ar­beit wird ausgebaut

Die inhalt­li­che Vor­stel­lung über­nahm Pro­jekt­lei­te­rin Ste­fa­nie Hahn, die aus Sicht der Pra­xis sprach: „Wir wol­len, dass Men­schen im Alter nicht allein blei­ben und den Weg zu den viel­fäl­ti­gen Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten fin­den, die es in Bam­berg ja bereits gibt. Des­halb bau­en wir bis 2028 min­des­tens 100 Sor­ge­ge­mein­schaf­ten auf – Nach­bar­schaft, Ehren­amt­li­che, und pro­fes­sio­nel­le Diens­te sol­len Hand in Hand arbei­ten. Mit den nun im Pro­jekt betei­lig­ten Pfle­ge­lot­sin­nen und Pfle­ge­lot­sen, Ehren­amts­be­auf­tra­gen und Pro­jekt­lei­tun­gen sind wir bereit, uns die­ser Her­aus­for­de­rung zu stel­len. Ganz neben­bei bau­en wir die Quar­tiers­ar­beit wei­ter aus, denn über die För­de­rung ent­ste­hen im Hain­ge­biet und in der Gar­ten­stadt neue Anlauf­punk­te für alle. Wenn uns das gelingt, schaf­fen wir ein Modell, das weit über Bam­berg hin­aus Schu­le machen kann.“ Unter­stützt wird Hahn unter ande­rem von Anton Zahnei­sen, dem Impuls­ge­ber für „Care im Quar­tier“ und stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des Senio­ren­bei­ra­tes der Stadt Bam­berg, der „ein mög­lichst brei­tes Feld von Akteu­rin­nen und Akteu­ren gewin­nen“ will, um das Pro­jekt zum Erfolg zu führen.

Die Struk­tur des Pro­jekts ist breit ange­legt: In der Gar­ten­stadt über­nimmt die AWO Ver­ant­wor­tung, im Hain­ge­biet die Cari­tas, im Gebiet Bam­berg-Ost/­Wun­der­burg die Sozi­al­stif­tung. Koor­di­niert wird das Gan­ze vom Ver­ein SOPHIA im Quar­tier e.V. und beglei­tet von einem inter­dis­zi­pli­nä­ren Steue­rungs­kreis, in dem Stadt­ver­wal­tung, Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen und Senio­ren­bei­rat zusammenarbeiten.


Die Part­ner sind motiviert

Beim Auf­takt stell­ten sich die Part­ner auf einem „Markt­platz Care im Quar­tier“ vor. Im Anschluss an die Gruß­wor­te und Impul­se kamen mit Frie­de­ri­ke Mül­ler (Cari­tas St. Hein­rich und Kuni­gun­de), Mat­thi­as Kirsch (AWO Bam­berg), Jut­ta Weig­and (Sozi­al­stif­tung Bam­berg Alten­hil­fe) und Bert­rand Eitel (Geschäfts­füh­rer SOPHIA im Quar­tier e.V.) auch die Koope­ra­ti­ons­part­ner in einer Inter­view­run­de mit Anton Zahnei­sen zu Wort und mach­ten deut­lich, wie groß die gemein­sa­me Moti­va­ti­on ist, Bam­berg zur Modell­kom­mu­ne für eine sor­gen­de Stadt­ge­sell­schaft zu ent­wi­ckeln. Zur wis­sen­schaft­li­chen Beglei­tung des Pro­jekts äußer­te sich Pro­fes­sor Dr. Jür­gen Zerth von der Katho­li­schen Uni­ver­si­tät Eich­stätt. Die Eupho­rie und Auf­bruchs­stim­mung war bei allen Pro­jekt­be­tei­lig­ten deut­lich spür­bar und über­trug sich auf die Gäs­te, die nun gespannt ver­fol­gen wer­den, wie „Care im Quar­tier“ sei­ne ers­ten Schrit­te tut.