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Du bewegst die Welt

Hein­richs­fest stand im Zei­chen des 50. Todes­ta­ges von Pater Rudolf Lun­ken­bein aus Döringstadt

Erz­bi­schof Gössl: Wah­re Bewe­gung braucht inne­re Ruhe

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat zum Hein­richs­fest dazu auf­ge­ru­fen, der zuneh­men­den Unru­he und Hek­tik der heu­ti­gen Zeit mit inne­rer Ruhe und Ver­wur­ze­lung im Glau­ben zu begeg­nen. Das Bis­tums­fest erin­ner­te in die­sem Jahr in beson­de­rer Wei­se an den 50. Todes­tag des aus dem Erz­bis­tum Bam­berg stam­men­den Mis­sio­nars Rudolf Lun­ken­bein, der am 15. Juli 1976 zusam­men mit sei­nem Freund Simao Bororo in Bra­si­li­en ermor­det wurde.

Der Erz­bi­schof sprach in sei­ner Pre­digt beim Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag auf dem Dom­platz von einer „Hoch­ge­schwin­dig­keits­mo­bi­li­tät“, die längst alle Lebens­be­rei­che umfas­se und die Men­schen immer in Bewe­gung sein las­se: „Vie­le hal­ten äuße­re Ruhe schon gar nicht mehr aus. Sie ver­ge­hen gera­de­zu vor Langeweile.“

Vor die­sem Hin­ter­grund griff Gössl das Jah­res­mot­to des Erz­bis­tums „Du bewegst die Welt“ auf. Es kön­ne miss­ver­stan­den wer­den, als wäre es ein Slo­gan für eine Flug­ge­sell­schaft oder ein Logis­tik­un­ter­neh­men. Doch in Wirk­lich­keit sei das genaue Gegen­teil gemeint „Es geht um eine Bewe­gung, die aus einer gro­ßen Tie­fe kommt, die jemand ansto­ßen kann, weil er fest ver­wur­zelt ist, weil er Stand, Sta­bi­li­tät hat“, so der Erzbischof.

Auf die Men­schen über­tra­gen hei­ße das „Es braucht die inne­re Ruhe, die Ver­wur­ze­lung in Gott, damit unser Leben ertrag­reich wer­den kann, damit es erfüllt wird und Men­schen in Bewe­gung brin­gen kann.“ Die Bis­tums­pa­tro­ne Kai­ser Hein­rich und Kai­se­rin Kuni­gun­de stün­den für die­se Über­zeu­gung „Sie haben eine Bewe­gung ange­sto­ßen, die auch nach 1000 Jah­ren noch spür­bar ist und Früch­te trägt. Und sie taten das nicht aus eige­ner Macht­voll­kom­men­heit, son­dern aus der Tie­fe ihres Glau­bens heraus.“

Eben­so erin­ner­te Gössl an den aus Döring­stadt stam­men­den Sale­sia­ner­pa­ter Rudolf Lun­ken­bein und des­sen Freund Simao vom Stamm der Bororo. Bei­de wur­den im bra­si­lia­ni­schen Mer­uri erschos­sen, weil sie sich für die Rech­te der indi­ge­nen Bevöl­ke­rung ein­ge­setzt hat­ten. Gössl wür­dig­te ihren Mut und ihre Glau­bens­über­zeu­gung. Obwohl sie um die Gefahr gewusst hät­ten, sei­en sie nicht in Angst erstarrt, son­dern hät­ten „einen Teil die­ser Welt zum Guten hin­be­wegt“. Zum Jah­res­tag des Mar­ty­ri­ums hielt sich eine Dele­ga­ti­on aus Bra­si­li­en im Erz­bis­tum auf. Eine Bam­ber­ger Dele­ga­ti­on reist in den nächs­ten Tagen nach Bra­si­li­en. Der Pro­zess der Selig­spre­chung der bei­den Mär­ty­rer läuft in Rom.

„Kai­ser Hein­rich und Kai­se­rin Kuni­gun­de, Pater Rudolf Lun­ken­bein und Simao Bororo – sie haben Men­schen bewegt und tun das bis heu­te zu völ­lig unter­schied­li­chen Epo­chen, unter total ver­schie­de­nen Umstän­den – aber immer aus der tie­fen inne­ren Ver­bin­dung mit Jesus Chris­tus, dem Herrn“, sag­te der Erz­bi­schof und füg­te hin­zu „Auch wir kön­nen die Welt bewe­gen, aber nicht indem wir rast- und ruhe­los her­um­het­zen, um mög­lichst viel zu erle­ben, son­dern nur, wenn wir bereit sind, in die Tie­fe zu wach­sen, wenn wir unse­re Wur­zeln aus­stre­cken hin zu Chris­tus, der Leben schenkt, das nicht ein­mal der Tod aus­lö­schen kann.“

Zum Auf­takt der Fest­ta­ge wur­de am Don­ners­tag­abend die „Über­tra­gung der Häup­ter“ gefei­ert. Dazu wur­den die nor­ma­ler­wei­se in der Häup­t­er­ka­pel­le des Doms aus­ge­stell­ten Reli­qui­en­schä­del des Kai­ser­paa­res Hein­rich und Kuni­gun­de im Altar­raum zur Ver­eh­rung gebracht. Am Frei­tag­abend gab die bekann­te Ordens­frau Schwes­ter Tere­sa Zukic bei einer Prai­se­night Impul­se zum The­ma Hoff­nung. Am Sams­tag fand in St. Urban eine Eucha­ris­tie­fei­er mit Kran­ken­sal­bung statt. Am Nach­mit­tag wur­de auf dem Dom­platz der tra­di­tio­nel­le Motor­rad­got­tes­dienst mit den „Beth­le­hem All­stars“ gefei­ert, anschlie­ßend herrsch­te in der Alten Hof­hal­tung fro­he Bier­gar­ten­at­mo­sphä­re mit Musik der „Jazz­Pantz“. Außer­dem wur­de mit einer Talk­run­de das Leben und Wir­ken von Pater Lun­ken­bein gewür­digt. Die Band „Sin­nergie“ sorg­te für ein beson­de­res Konzerterlebnis.

Nach dem Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag bestand die Mög­lich­keit, bei strah­len­dem Son­nen­schein Stän­de der Ver­bän­de, Ver­ei­ne und Ein­rich­tun­gen des Erz­bis­tums zu besu­chen und bei deren viel­fäl­ti­gen Aktio­nen mit­zu­ma­chen. Ein Was­ser­spiel­platz lud zum Abküh­len auf dem Dom­platz ein.

Anschlie­ßend wur­den die Haupt­prei­se eines Schul­wett­be­werbs ver­lie­hen In über 120 Ein­sen­dun­gen hat­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler das Leben von Pater Lun­ken­bein in unter­schied­lichs­ten For­ma­ten von Zeich­nun­gen bis Pod­casts behan­delt. Die Haupt­prei­se für die ver­schie­de­nen Alters­grup­pen gin­gen an die 10. Klas­se der Berufs­fach­schu­le Maria­hilf in Bam­berg, die Klas­se 5aG des Maria-Ward-Gym­na­si­ums Bam­berg sowie an die Lun­ken­bein-Grund­schu­le in Ebens­feld. Die aus­ge­zeich­ne­ten Bei­trä­ge ver­ban­den das Leben Lun­ken­beins auf krea­ti­ve Wei­se mit kon­kre­tem sozia­lem Enga­ge­ment. Zudem wur­den zwei Son­der­prei­se der Jury für inno­va­ti­ve Unter­richts­kon­zep­te verliehen.

Auf der Dom­platz­büh­ne wur­de ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm mit Musik, Tanz, Kampf­sport und Show­akro­ba­tik gebo­ten. Bevor das Hein­richs­fest mit der Pon­ti­fi­kal­ves­per ende­te, stand ein Auf­tritt des Chors „Hap­py Tog­e­ther“ auf dem Dom­platz auf dem Programm.

Das Hein­richs­fest erin­nert jedes Jahr am zwei­ten Juli-Wochen­en­de an den Bis­tums­grün­der, Kai­ser Hein­rich II., der am 13. Juli 1024 starb.

Vom 9. bis 12. Juli

Hein­richs­fest 2026 auf dem Bam­ber­ger Domberg

Das dies­jäh­ri­ge Hein­richs­fest lädt vom 9. bis 12. Juli rund um den Dom­berg zu Got­tes­diens­ten, Ver­an­stal­tun­gen und Impul­sen ein, um gemein­sam zu fei­ern, sich aus­zu­tau­schen und mit­ein­an­der ins Gespräch zu kom­men. Höhe­punkt ist der fest­li­che Got­tes­dienst auf dem Dom­platz am Sonn­tag, dem 12. Juli, um 10 Uhr mit Erz­bi­schof Her­wig Gössl.

Beginn ist am heu­ti­gen Don­ners­tag, dem 9. Juli, um 19 Uhr mit einem Got­tes­dienst zur fei­er­li­chen Über­tra­gung der Häup­ter. Zum Auf­takt der Fest­ta­ge fei­ern wir am Don­ners­tag, 9. Juli, um 19 Uhr die „Über­tra­gung der Häup­ter“. Dazu wer­den die nor­ma­ler­wei­se in der Häup­t­er­ka­pel­le aus­ge­stell­ten Reli­qui­en­schä­del des Kai­ser­paa­res Hein­rich und Kuni­gun­de in den Altar­raum zur Ver­eh­rung gebracht.

Das Hein­richs­fest­wo­chen­en­de beginnt am Frei­tag­abend mit der Prai­se­night um 21 Uhr auf dem Dom­platz. Das Gemein­schafts­pro­jekt ver­schie­de­ner christ­li­cher Gemein­den und Kir­chen lädt zu einem Abend mit Gebe­ten, Musik und Impul­sen zum The­ma Hoff­nung von Sr. Tere­sa Zukic ein.

Es folgt am Sams­tag, dem 11. Juli, um 10 Uhr in St. Urban eine Eucha­ris­tie­fei­er samt Kran­ken­sal­bung für Senio­rin­nen und Senio­ren, Kran­ke und Men­schen mit Behin­de­rung. Um 14 Uhr star­tet das Pro­gramm in der Alten Hof­hal­tung – in Bier­gar­ten­at­mo­sphä­re und mit Musik der Grup­pe „Jazz­Pantz“. Es schließt sich um 16 Uhr auf dem Dom­platz der tra­di­tio­nel­le Motor­rad­got­tes­dienst mit den „Bet­le­hem All­stars“ an.

Ein beson­de­res High­light bil­det der Sams­tag­abend in der Alten Hof­hal­tung. Er greift unter dem Jah­res­mot­to „Du bewegst die Welt“ auch das Leben und Wir­ken des Mis­sio­nars Pater Rudolf Lun­ken­bein auf. Lun­ken­bein wur­de 1976 in Bra­si­li­en von wei­ßen Groß­grund­be­sit­zern erschos­sen. Der aus Döring­stadt bei Ebens­feld stam­men­de Pries­ter setz­te sich für die Rech­te der Bororo-Indi­ge­nen ein. Neben einem Infor­ma­ti­ons­stand wird es einen Talk mit der bra­si­lia­ni­schen Dele­ga­ti­on zum Geden­ken an Lun­ken­beins 50. Todes­tag geben. Die Band „Sin­nergie“ sorgt im Anschluss für ein beson­ders Kon­zert­er­leb­nis. Mit lecke­rem Essen aus der Food­mei­le ist auch kuli­na­risch für alles gesorgt. Im Ange­bot sind neben Geträn­ken und Bre­zeln der Kol­pings­fa­mi­lie, Piz­za, Gegrill­tes und die Veggie­pfan­ne der Ordensfrauen.

Nach dem Fest­got­tes­dienst am Sonn­tag mit Erz­bi­schof Her­wig Gössl um 10 Uhr besteht die Mög­lich­keit, Stän­de der Ver­bän­de, Ver­ei­ne und Ein­rich­tun­gen des Erz­bis­tums Bam­berg zu besu­chen und bei deren viel­fäl­ti­gen Aktio­nen mit­zu­ma­chen. Auf dem Dom­platz lädt ein Was­ser­spiel­platz zum Abküh­len ein. Auf der Dom­platz­büh­ne wird ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm mit Musik, Tanz, Talk, Kampf­sport und Show­akro­ba­tik gebo­ten. Außer­dem gibt es viel­fäl­ti­ge Füh­rungs- und Ver­an­stal­tungs­an­ge­bo­te in Dom und Diözesanmuseum.

So besteht um 13.30 Uhr bei­spiels­wei­se die Mög­lich­keit für Kin­der, sich von Erz­bi­schof Gössl die Schät­ze im Dom zei­gen zu las­sen. Bevor das Hein­richs­fest um 17 Uhr mit der Pon­ti­fi­kal­ves­per im Dom endet, wird der der Chor „Hap­py Tog­e­ther“ aus Bam­berg ab 15.30 Uhr auf dem Dom­platz singen.

Das voll­stän­di­ge Pro­gramm mit vie­len wei­te­ren Kulinarik‑, Gesprächs- und Mit­ma­ch­an­ge­bo­ten ist auf www.heinrichsfest.de zu fin­den. Bei schlech­tem Wet­ter wer­den alle Got­tes­diens­te im Dom gefei­ert, die ande­ren Ange­bo­te fin­den wie geplant statt.

Das Hein­richs­fest fin­det jedes Jahr am zwei­ten Juli-Wochen­en­de statt und erin­nert an den Bis­tums­grün­der, den hei­li­gen Kai­ser Hein­rich II., der am 13. Juli 1024 gestor­ben ist.

Neu­jahrs­emp­fang des Erz­bis­tums Bamberg

„Die Kraft der Hoff­nung ist gewaltig“

Unter dem Leit­wort „Du bewegst die Welt“ ist das Erz­bis­tum Bam­berg in das Jahr 2026 gestar­tet. Damit soll die Dyna­mik aus dem von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jahr 2025 mit dem Mot­to „Pil­ger der Hoff­nung“ fort­ge­führt wer­den, sag­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl am Sams­tag beim Neu­jahrs­emp­fang des Erz­bis­tums, zu dem rund 850 Gäs­te aus Kir­che, Poli­tik, Kul­tur und Gesell­schaft in die Bam­ber­ger Kon­zert­hal­le gekom­men waren.

Trotz vie­ler Kri­sen und Belas­tun­gen sei 2025 ein hoff­nungs­star­kes Jahr gewe­sen, sag­te Gössl. Vie­le Men­schen hät­ten Orte der Hoff­nung sicht­bar gemacht – dort, wo sich Men­schen umein­an­der küm­mern und Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men. „Die Kraft der Hoff­nung ist gewal­tig, das war spür­bar“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sol­le mit dem Mot­to „Du bewegst die Welt“ in die Zukunft fort­ge­führt werden.

Das Jah­res­mot­to sol­le aus­sa­gen: „Es kommt auf jede und jeden Ein­zel­nen an“, erläu­ter­te der Erz­bi­schof. Schon klei­ne Ges­ten könn­ten die Welt eines Men­schen ver­än­dern. Zugleich sei das Mot­to ein Appell zur Ver­ant­wor­tung: Wer die Welt bewe­ge, hin­ter­las­se Spu­ren. Aus christ­li­cher Sicht gehör­ten dazu die Ver­ant­wor­tung vor Gott und das gemein­sa­me Wohl aller Men­schen. Das Leit­wort kön­ne zudem als Anspra­che an Gott und so auch als Glau­bens­be­kennt­nis ver­stan­den wer­den, sag­te Gössl. Gott sei der eigent­li­che Bewe­ger, der auch dort Ver­än­de­rung ermög­li­che, wo aus mensch­li­cher Sicht alles erstarrt scheine.

Beson­ders ver­wies der Erz­bi­schof auf den Sale­sia­ner­pa­ter Rudolf Lun­ken­bein, des­sen Todes­tag sich am 15. Juli zum 50. Mal jährt. Lun­ken­bein war 1976 in Bra­si­li­en von wei­ßen Groß­grund­be­sit­zern erschos­sen wor­den. Der aus Döring­stadt bei Ebens­feld stam­men­de Pries­ter setz­te sich für die Rech­te der Bororo-Indi­ge­nen ein. Lun­ken­bein, der nur 37 Jah­re alt wur­de, habe in weni­gen Jah­ren Außer­ge­wöhn­li­ches bewirkt, sag­te Gössl. Er habe den Bororos neue Per­spek­ti­ven gege­ben, für ihre Land­rech­te gekämpft, den Dia­log mit Poli­tik und Behör­den gesucht und kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen in Infra­struk­tur und Land­wirt­schaft ange­sto­ßen. 2018 wur­de in Bra­si­li­en der diö­ze­sa­ne Selig­spre­chungs­pro­zess eröff­net, im Novem­ber 2025 äußer­te sich das zustän­di­ge vati­ka­ni­sche Dik­as­te­ri­um posi­tiv, sodass auf eine bal­di­ge Selig­spre­chung gehofft wird. Auch Ange­hö­ri­ge Lun­ken­beins waren zum Neu­jahrs­emp­fang gekommen.

Um Pater Lun­ken­bein ging es auch in einem von Joffrey Streit mode­rier­ten Podi­ums­ge­spräch mit Pfar­rer Dirk Bin­ge­ner, Prä­si­dent des Hilfs­werks mis­sio Aachen und des Kin­der­mis­si­ons­werks „Die Stern­sin­ger“, Mar­ti­na Eden­ho­fer vom Sale­sia­num Mün­chen und Dom­ka­pi­tu­lar und Kir­chen­his­to­ri­ker Nor­bert Jung. Lun­ken­bein habe sich schon für Kli­ma­schutz und die Bewah­rung der Schöp­fung enga­giert, als die­se Begrif­fe noch gar nicht gebräuch­lich waren, sag­te Jung. Wie lan­ge das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren noch dau­ern wer­de, sei nicht abzu­schät­zen. Der Papst kön­ne theo­re­tisch inner­halb eines Tages ent­schei­den, man­che Ver­fah­ren hät­ten aber auch Jahr­hun­der­te gedau­ert. Da Papst Leo XIV. selbst Mis­sio­nar in Latein­ame­ri­ka war, hof­fe er auf ein schnel­les Ver­fah­ren, so Jung.

Eden­ho­fer kün­dig­te zum dies­jäh­ri­gen Katho­li­ken­tag einen Doku­men­tar­film über Pater Lun­ken­bein an. Und Bin­ge­ner appel­lier­te an die Poli­ti­ker, sich welt­weit gegen Kin­der­ar­beit zu enga­gie­ren. Ihn erfül­le es mit Hoff­nung, dass über­all auf der Welt die Kir­che prä­sent sei, auch wo staat­li­che Struk­tu­ren versagen.

Zuvor hat­te der schei­den­de Bam­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke in einem Gruß­wort das Wir­ken der katho­li­schen Kir­che mit ihre zahl­rei­chen Initia­ti­ven, Ideen und Insti­tu­tio­nen gewür­digt: „Der sozia­le Zusam­men­halt in den Städ­ten und Gemein­den lebt von die­sem vor­bild­li­chen Enga­ge­ment.“ Die Kir­chen über­näh­men her­aus­re­gen­de Auf­ga­ben im Kran­ken­haus­we­sen, in der Schu­le und Erzie­hung und in vie­len sozia­len Berei­chen. „Neben der Seel­sor­ge haben bei­de Kir­chen in unse­rem Land Ver­ant­wor­tung über­nom­men“, beton­te Star­ke. Es sei auch künf­tig not­wen­dig, dass die Kir­chen „Moto­ren für bestimm­te Auf­ga­ben“ blei­ben und ver­bind­li­che Moral­vor­stel­lun­gen in die Gesell­schaft ein­brin­gen und dort ver­an­kern. „Das kön­nen nur die Kir­chen, das kann sonst nie­mand mehr, auch nicht die Parteien.“

Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Emp­fang von dem Duo „Frau Schmitt und ihr Pia­nist“, Hei­ke Schmitt und Johan­nes Klehr.

Christ­li­cher Glau­be als Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Hass und Intoleranz

Erz­bi­schof Gössl ruft Jah­res­mot­to „Du bewegst die Welt“ aus

Zum Abschluss des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jah­res mit dem Leit­wort „Pil­ger der Hoff­nung“ hat Erz­bi­schof Her­wig Gössl das neue Jahr 2026 im Erz­bis­tum Bam­berg unter das Mot­to „Du bewegst die Welt“ gestellt.

Mit dem Jah­res­mot­to für 2026 sol­le zum Aus­druck gebracht wer­den, dass der christ­li­che Glau­be das bes­te Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Into­le­ranz, Hass und Het­ze ist. „Und dabei kommt es wirk­lich auf jeden ein­zel­nen Men­schen an“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sil­ves­ter­abend im Bam­ber­ger Dom.

Mit dem Mot­to soll auf­ge­ru­fen wer­den, die eige­ne Bequem­lich­keit und Hilf­lo­sig­keit ange­sichts der welt­wei­ten Kri­sen zu über­win­den. Zwar kön­ne ein Ein­zel­ner nichts aus­rich­ten gegen den glo­ba­len Kli­ma­wan­del, obwohl er ihn mit ver­ur­sa­che durch sei­ne Lebens­ge­wohn­hei­ten, sei­ne Bequem­lich­keit und die man­geln­de Bereit­schaft zum Ver­zicht. Nie­mand kön­ne einen Krieg been­den, den er nicht ange­fan­gen hat, das gelin­ge offen­sicht­lich nicht ein­mal dem US-Prä­si­den­ten. Die­se Erfah­rung von Hilf­lo­sig­keit und Ohn­macht sie für vie­le Men­schen heu­te belas­tend und niederdrückend.

„Wir haben in die­sem Jahr eini­ges erlebt, das uns die Hoff­nung rau­ben könn­te“, stell­te Gössl fest. Aber das Hei­li­ge Jahr habe auf vie­le Zei­chen und Orte der Hoff­nung auf­merk­sam gemacht und gezeigt, wie sehr der All­tag von der Kraft christ­li­cher Hoff­nung durch­drun­gen und gestal­tet ist. „Es hat auch gezeigt, wie sehr es dabei eben doch auf den Glau­ben eines jeden Ein­zel­nen ankommt“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sei kei­ne „bil­li­ge Ver­trös­tung“, son­dern ech­te Hoff­nung, die sich in Gott fest­ma­che. Es sei des­halb wich­tig, den Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben, „weil er uns in einer zuneh­mend maß­los wer­den­den Welt einen Maß­stab an die Hand gibt.“