Kirche wurde mit Pontifikalamt und Festakt wieder eröffnet
„Die Krone Bambergs“: St. Michael beeindruckt alle Gäste
„Klock, klock, klock“: Mit dreimal drei Schlägen seines Bischofsstabs gegen die Pforte öffnete Erzbischof Herwig Gössl die Kirche St. Michael heute Vormittag. Damit wurde das Gotteshaus nach 14 Jahren Sperrung und aufwendiger Sanierung wieder seiner ursprünglichen Bestimmung übergeben. Am morgigen Sonntag gibt es einen ersten Gottesdienst für alle Gläubigen.
Mit einem Pontifikalamt und einem Festakt wurde die Kirche nach 14 Jahren feierlich wieder eröffnet. „Ein historischer Moment für Bamberg und das Erzbistum: Mit der Wiedereröffnung der Kirche ist ein Juwel des Welterbes geschaffen worden“, sagt der Oberbürgermeister Andreas Starke.
Unter dem Klang der fünf alten und sechs neuen Glocken sowie begleitet von einer feierlichen Prozession mit 19 Konzelebranten nahm Erzbischof Gössl die Kirche symbolträchtig wieder in Besitz. Nach der Öffnung der Pforte zog der liturgische Dienst in das Gotteshaus ein, das sich den Gläubigen in neuem Glanz präsentierte. Die Segnung des Weihwassers, die Besprengung der Gemeinde sowie das feierliche Beweihräuchern (Inzens) der Kirchenwände knüpften bewusst an die jahrhundertealte Tradition der Kirchweihe an und machten die spirituelle Bedeutung des Ortes eindrucksvoll erlebbar. Höhepunkte des Pontifikalamts waren zudem die Wiederentzündung des Ewigen Lichts sowie die Rückkehr der Reliquie des heiligen Otto in den Kirchenraum.
Ein Symbol für Gottes bleibende Zuwendung
Erzbischof Herwig Gössl begann seine Predigt mit den Worten „Es ist eine Pracht!“, und er dankte allen, die dafür gesorgt haben, dass diese Pracht erhalten geblieben ist. Er deutete das sanierte Gotteshaus als Symbol für Gottes bleibende Zuwendung zu den Menschen und für die damit immerzu notwendigen und möglichen Erneuerungsprozesse in Kirche, Gesellschaft und im persönlichen Leben jedes Menschen.
Ein weiterer Aspekt der Predigt lag auf der Verantwortung für die Schöpfung. Der Himmelsgarten der Michaelskirche mit seinen 585 Pflanzenmotiven sei „eine wichtige Erinnerung daran, dass die Schöpfung Gottes kostbares Geschenk an uns ist, das es zu schützen und zu bewahren gilt“. Gössl betonte, dem Menschen sei „nicht Ausbeutung und Verbrauch“ aufgetragen, sondern „hüten und hegen“. Die Schönheit der Natur verweise auf den Schöpfer und sei zugleich Auftrag zum verantwortlichen Handeln.
Nach einer Pause bildete ein Festakt am Nachmittag einen zweiten Höhepunkt an diesem Tag. Dieser begann mit einem kurzen Film, der die Generalsanierung und ihre außergewöhnlichen Herausforderungen anschaulich machte. Anschließend begrüßte Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix viele namhafte Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Denkmalpflege. „Nach 14 Jahren intensiver Arbeit ist die heutige Eröffnung für mich und alle an dem Projekt beteiligten Personen ein fast schon magischer Meilenstein. Es ist uns gelungen, mit St. Michael einen unermesslichen Schatz für Bamberg dauerhaft zu sichern. Wir verdienen uns damit den Welterbetitel noch einmal neu“, betonte Felix.
Putzbrocken gibt den Anstoß
In seiner Festrede spannte Oberbürgermeister Andreas Starke einen eindrucksvollen Bogen von den dramatischen Ereignissen des Jahres 2012 bis zur heutigen Wiedereröffnung. Die Festgäste wurden mit einem akustischen Knall daran erinnert, dass ein zwei Kilogramm schwerer Putzbrocken vor knapp 14 Jahren von der Decke fiel. Dieser Vorfall im November 2012 habe wie ein „Warnschuss“ gewirkt und deutlich gemacht, dass akuter Handlungsbedarf bestand. Die notwendige Schließung der Kirche sei unausweichlich gewesen, zugleich aber der Ausgangspunkt für eine „äußerst gelungene und erfolgreiche Generalsanierung dieser großartigen Kirche“, so Starke.
Starke hob die herausragende Bedeutung von St. Michael für Bamberg hervor: Die ehemalige Klosteranlage sei weit mehr als ein sakrales Gebäude – sie sei ein prägendes Wahrzeichen der Welterbestadt und für viele „die Krone Bambergs“. Zugleich betonte er die enorme Gemeinschaftsleistung hinter dem Projekt: Rund 43 Millionen Euro Investitionen, tausende Beteiligte, jahrzehntelanges Engagement und eine breite Unterstützung durch Fördermittelgeber, Fachleute und Bürgerschaft hätten die Sanierung möglich gemacht.
OB Starke blickt für die ursprünglich im Jahr 1015 erbaute Klosterkirche weit voraus: „Die nächsten 1.000 Jahre beginnen jetzt.“ St. Michael solle wieder ein Ort des Glaubens, der Begegnung und der Identifikation für kommende Generationen sein.
Hohe Auszeichnung für Felix
Im Rahmen des Festakts wurde Finanz- und Stiftungsreferent Bertram Felix für sein außergewöhnliches Engagement mit der Medaille „Denkmalstadt Bamberg“ ausgezeichnet. Als maßgeblicher Projektverantwortlicher habe er die Generalsanierung über viele Jahre hinweg mit großer Fachkompetenz und persönlichem Einsatz geprägt, betonte Starke. „Was Sie bei diesem Projekt geleistet haben, kann man Ihnen gar nicht hoch genug anrechnen“, so das Stadtoberhaupt, der sich bei Bertram Felix herzlich bedankte.
Die Generalsanierung von St. Michael bezeichnete Martin Schöffel, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, in seinem Grußwort als „derzeit größtes Kirchensanierungsprojekt Deutschlands“. Die Maßnahme rette ein oberfränkisches Wahrzeichen und einen zentralen Teil der Bamberger UNESCO-Welterbestätte. „Die Arbeiten vereinen wissenschaftlich fundierte Restaurierung, handwerkliche Präzision und ein Netzwerk aus Fachleuten, Universitäten und Forschungskolloquien. Das hochkomplexe Projekt hat nicht nur technische, sondern auch konservierungswissenschaftliche Maßstäbe gesetzt und gilt als Vorbild für künftige Sanierungen. Finanziert als Gemeinschaftsaufgabe von Freistaat, Bund, regionalen Förderern sowie Bürgerinnen und Bürgern konnte dieses einzigartige Kulturgut für kommende Generationen gesichert werden. Ich danke allen Beteiligten für Ihren großartigen Einsatz“, erklärte Schöffel.
Ein Kraftakt sei die umfassende Baumaßnahme für die Stadt Bamberg und die Bürgerspitalstiftung gewesen, betonte Regierungspräsident Florian Luderschmid. „Für uns als Fördergeber war besonders wichtig, dass St. Michael ein lebendiger, zugänglicher, einladender Ort bleibt. Der heutige Tag markiert einen Neuanfang. Die Klosterkirche St. Michael tritt wieder in echte Beziehung zu ihrer Stadt. Lassen Sie uns diesen Ort nun wieder mit Leben füllen – in Respekt vor seiner Geschichte und mit Offenheit für das, was hier entstehen kann“, so Luderschmid. Auch er brachte eine Auszeichnung für Felix mit: Der Regierungspräsident zeichnete den Finanz- und Stiftungsreferenten mit dem Denkmalpreis der Oberfrankenstiftung aus.
Ein „echtes Leuchtturmprojekt“
Generalkonservator Professor Matthias Pfeil würdigte in seinem Grußwort die Sanierung als herausragendes Beispiel moderner Denkmalpflege. Aus einem zunächst scheinbar „üblichen“ Schadensfall habe sich ein Projekt von außergewöhnlicher Tragweite entwickelt: Die Generalsanierung sei zu einem „echten Leuchtturmprojekt“ geworden, das Maßstäbe für zukünftige Generationen setze.
Dabei sei insbesondere das Prinzip der behutsamen Intervention entscheidend gewesen: Ziel sei es gewesen, die historische Substanz zu erhalten und Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken. Oder, so Pfeil zugespitzt: „Die beste denkmalpflegerische Maßnahme ist oft die, die man später nicht sieht.“
Eintrag ins Goldene Buch
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Kammermusikensemble der Bamberger Symphoniker mit Werken unter anderem von Mozart, Haydn und Dvořák. Den Abschluss bildeten die Eintragung der Ehrengäste in das Goldene Buch der Stadt Bamberg sowie ein gemeinsamer Empfang.
Via Livestream konnten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die beiden Veranstaltungen im Netz verfolgen, bei der auf Grund der beengten Raumverhältnisse nur geladene Gäste zugelassen waren. Am morgigen Sonntag, dem 26. April 2026, gibt es einen ersten Gottesdienst für alle Gläubigen. Außerdem sind alle Menschen aus der Region in zwei Wochen zu einem großen Bürgerfest rund um die sanierte Kirche St. Michael am 9. und 10. Mai 2026 eingeladen.
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Festakt in der der Neuen Residenz
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Mit einem feierlichen Festakt im Kaisersaal der Neuen Residenz beging die Sparkasse Bamberg ihr 200-jähriges Bestehen. Was 1825 mit einer visionären Idee begann – Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, indem sie ihre Ersparnisse sichern können und somit auch im Alter Geld haben, hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, die fest in der Gemeinschaft verwurzelt ist. An der Geschäftsphilosophie der Sparkasse Bamberg hat sich von damals bis heute nichts geändert: Kundennähe und gesellschaftliche Verantwortung.
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Matthias Dießl, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, machte in seiner Festrede deutlich, wie wichtig kluge politische Rahmenbedingungen für die Sparkassen seien. Denn Sparkassen müssen sich oft durch denselben Regulierungs-Dschungel kämpfen wie internationale Investmenthäuser. „Während nämlich so manche Großbank mit globalen Risiken jongliert, sind wir es, die vor Ort, in den Regionen Bayerns, Mittelstand und Handwerk finanzieren. Die Wohnungskredite geben. Ausbildungsplätze schaffen. Und, wenn’s mal nötig ist, bei Sturm und Regen den Schirm halten. Stabilität und Zuversicht geben“, so Dießl. Die Forderungen an die Politik seien eine Entlastung bei den Eigenkapitalpuffern, ein echter Bürokratieabbau und eine spürbare Entlastung in der Wertpapierberatung. Dießl wagte auch einen Ausblick: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann werde die Sparkasse Bamberg und alle anderen Kolleginnen und Kollegen in der Sparkassenfamilie auch in den nächsten 200 Jahren genau das tun, was sie am besten können: „Für Menschen da sein. Für unsere mittelständischen Betriebe da sein. Für unsere Region da sein.“
Wie lautet das Erfolgsmodell der Sparkasse Bamberg? Auf diese Frage ging Vorstandsvorsitzender Stephan Kirchner in seinem Grußwort ein. Die Antwort lautet – damals wie heute: Menschen mit Menschen. „Unsere Kundinnen und Kunden stehen bei uns seit 200 Jahren im Mittelpunkt“, erklärte Kirchner. „Wie stark die Bindung ist, durften wir anlässlich unseres Jubiläums in ganz besonderer Weise erleben. Unter unserem Jubiläumsmotto ‚Geschichten, Gesichter und Erfolge von Menschen, die uns begleiten‘ haben wir Personen eingeladen, ihre ganz persönliche Sparkassen-Geschichte zu erzählen. Entstanden sind ehrliche, bewegende Einblicke, die zeigen, worauf es wirklich ankommt: Vertrauen, Verlässlichkeit, persönliche Beziehungen“, berichtete Kirchner gerührt. Kirchners Dank galt vor allem den Kundinnen und Kunden für ihre Wertschätzung und ihr Vertrauen. „Und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Herz unserer Sparkasse sind. Sie bringen nicht nur Fachwissen mit, sondern vor allem eines: Nähe. Sie hören zu. Sie verstehen, was Menschen brauchen“, blickte Kirchner stolz auf sein großes Team. In seinen Schlussworten stellte Oberbürgermeister Andreas Starke, aktuell stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender, die Begeisterung der Menschen in der Region Bamberg für „ihre“ Sparkasse Bamberg anschaulich dar. „Eine moderne Sparkasse muss mehr sein als ein Ort für Geldgeschäfte. Sie ist ein Ort des Vertrauens, der Nähe, der Orientierung – gerade in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung. Sie muss ein verlässlicher und stabiler Finanzpartner sein. Genau das ist ‚unsere‘ Sparkasse“, so Starke. „Gesellschaftliche Verantwortung ist kein Nebenprodukt bei der Sparkasse – sie ist ihr Herzstück“, führte er weiter aus. Aus diesem Grund wurde zum 150-jährigen Jubiläum der damaligen Kreissparkasse 1989 die Stiftung für Kunst, Kultur und Denkmalpflege errichtet. Mittlerweile hat sie weit über 1000 Projekte in Stadt und Landkreis gefördert, mit insgesamt über 4 Mio. Euro. Der Tradition folgend wurde heuer eine neue Stiftung errichtet, die „Stiftung Zukunft“. Auch damit unterstreiche die Sparkasse Bamberg ihren nachhaltigen und zukunftsgerichteten Einsatz für Stadt und Landkreis Bamberg zum Wohle der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger.
Der Festakt wurde von Mischa Salzmann, Radio Bamberg, moderiert. Die Feier wurde musikalisch von Anna Bachkalova, Viktoria Miller und Vladimir Schmal mit Geige, Gesang und Saxophon stilvoll umrahmt. Nach dem Festakt bot sich den Gästen die Gelegenheit zu anregenden Gesprächen in entspannter Atmosphäre im schönen Rosengarten der Neuen Residenz.