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Flexibilität

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zur Reform des Arbeitszeitgesetzes

vbw for­dert mehr Fle­xi­bi­li­tät im Arbeits­zeit­recht und prag­ma­ti­sche Zeiterfassung

Ange­sichts der im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Über­ar­bei­tung des Arbeits­zeit­rechts unter­streicht die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. die Dring­lich­keit der Moder­ni­sie­rung gel­ten­der Regelungen.

„Das deut­sche Arbeits­zeit­recht stammt aus der Indus­trie­ge­sell­schaft des 20. Jahr­hun­derts und passt in wei­ten Tei­len nicht mehr zu unse­rer Berufs­welt“, kri­ti­siert vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die­se habe sich sehr stark gewan­delt. In der täg­li­chen Anwen­dung behin­de­re das Gesetz inzwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer – und schwä­che die inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Wirtschaft.

In einem Posi­ti­ons­pa­pier begrün­det die vbw die Not­wen­dig­keit einer Abkehr von der täg­li­chen Höchst­ar­beits­zeit. „Wir müs­sen raus aus dem Kor­sett der Tages­ar­beits­zeit, hin zu einer fle­xi­bler gestalt­ba­ren Arbeits­zeit von durch­schnitt­lich bis zu 48 Wochen­stun­den. Die euro­päi­sche Arbeits­zeit­richt­li­nie lässt die­sen Spiel­raum aus­drück­lich zu – ohne Abstri­che beim Arbeit­neh­mer­schutz. Es wäre sinn­voll, wenn dies künf­tig in allen Berei­chen und allen Bran­chen gilt“, betont Bros­sardt. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Ansatz­punkt zur Anpas­sung des deut­schen Arbeits­zeit­rechts sind die täg­li­chen Ruhe­zei­ten von elf Stun­den. Bros­sardt erläu­tert: „Ein­fa­che Rück­mel­dun­gen per E‑Mail oder kur­ze dienst­li­che Tele­fo­na­te gel­ten zwar nach recht­li­cher Ein­schät­zung nicht als Unter­bre­chun­gen der Ruhe­zei­ten. Dies ist aber der­zeit Aus­le­gungs­sa­che. Hier ist eine kla­re Rege­lung im neu­en Arbeits­zeit­ge­setz erfor­der­lich, um Unsi­cher­hei­ten zu beheben.“

Die vbw setzt sich zudem für eine mög­lichst unkom­pli­zier­te und unbü­ro­kra­ti­sche Arbeits­zeit­er­fas­sung ein. „Auch wenn Zeit­er­fas­sung dem euro­päi­schen Rechts­rah­men folgt, sind Aus­nah­men mög­lich und not­wen­dig, vor allem bei Ver­trau­ens­ar­beits­zeit. Die Form der Zeit­er­fas­sung muss außer­dem frei wähl­bar blei­ben. Das euro­päi­sche Recht und die Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs geben weder vor, dass die Arbeits­zeit am sel­ben Tag noch in elek­tro­ni­scher Form erfol­gen muss“, so Bros­sardt. Sehr deut­lich spricht er sich für Aus­nah­me­re­ge­lun­gen an Sonn- und Fei­er­ta­gen mit Augen­maß aus: „Wenn bei­spiels­wei­se geschäfts­kri­ti­sche Pro­jek­te die Zusam­men­ar­beit von inter­na­tio­na­len Exper­ten­teams an Fei­er­ta­gen ein­zel­ner Län­der erfor­dern, muss dies arbeits­recht­lich mög­lich sein. Die Aus­nah­me­tat­be­stän­de vom Beschäf­ti­gungs­ver­bot müs­sen im neu­en Arbeits­zeit­ge­setz aus­ge­wei­tet werden.“

Die vbw appel­liert an die Bun­des­re­gie­rung, die anste­hen­de Reform für eine umfas­sen­de Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­zeit­rechts zu nut­zen und damit die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts Deutsch­land nach­hal­tig zu stärken.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind im aktu­el­len Posi­ti­ons­pa­pier der vbw zu finden.

Fami­li­en­ge­führ­te Unter­neh­men, Inno­va­tio­nen und Fle­xi­bi­li­tät als Erfolgsrezept

Ober­frän­ki­sche Indus­trie hat seit 2010 spür­bar zugelegt

Die Coro­na-Pan­de­mie hat gezeigt, dass die Indus­trie in Deutsch­land und auch in Ober­fran­ken wei­ter­hin eine Schlüs­sel­rol­le spielt. Die Indus­trie muss sich dabei aber mehr denn je zahl­rei­chen Her­aus­for­de­run­gen und Trans­for­ma­tio­nen stel­len. Vor die­sem Hin­ter­grund stellt sich die Fra­ge: Wo steht die ober­frän­ki­sche Industrie?

Eine Koali­ti­on von 17 star­ken Part­nern hat sich deutsch­land­weit im “Bünd­nis Zukunft der Indus­trie” zusam­men­ge­schlos­sen. Neben der IHK-Orga­ni­sa­ti­on gehö­ren auch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie, wei­te­re Ver­bän­de wie der BDI und der BDA sowie die Gewerk­schaf­ten die­sem Bünd­nis an.


Wel­che Rol­le spielt die Indus­trie in Oberfranken?

Wel­che Rol­le die Indus­trie in Ober­fran­ken spielt, machen zwei Zah­len deut­lich. Wäh­rend gera­de ein­mal 1,3 Pro­zent aller Ein­woh­ner Deutsch­lands in Ober­fran­ken leben, arbei­ten hier 2,5 Pro­zent aller Indus­trie­be­schäf­tig­ten. Auch ein Ver­gleich mit dem Saar­land lohnt sich. Die Ein­woh­ner­zahl Ober­fran­kens liegt zwar nur knapp 8 Pro­zent über dem des Bun­des­lan­des, aller­dings arbei­ten hier gut 60 Pro­zent mehr Men­schen in der Indus­trie, als im Saarland.

Wenn man also über die “Zukunft der Indus­trie” spricht, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf Ober­fran­ken. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren stieg die Beschäf­tig­ten­zahl in den Unter­neh­men mit 50 und mehr Mit­ar­bei­tern trotz Coro­na um 7,3 Pro­zent, der Umsatz sogar um 22,9 Prozent.

Beson­ders die Her­stel­ler von Daten­ver­ar­bei­tungs­ge­rä­ten und opti­schen Erzeug­nis­sen leg­ten zu (+68 Pro­zent) aber auch die Her­stel­ler von Kfz-Tei­len. (+64 Pro­zent). Hier ist zu beach­ten, dass in die­ser Spar­te nur Kfz-Her­stel­ler im enge­ren Sin­ne ent­hal­ten sind und es hier auf­grund sta­tis­ti­scher Umstel­lung auch zu einer Über­hö­hung der Zuwachs­ra­te kommt.


Was ist das Erfolgs­re­zept der ober­frän­ki­schen Wirtschaft?

Nach dem Erfolgs­re­zept der ober­frän­ki­schen Indus­trie befragt, muss Dr. Hein­rich Strunz, Vize­prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und Geschäfts­füh­rer der LAMILUX Hein­rich Strunz GmbH, nicht lan­ge über­le­gen: „Unse­re mit­tel­stän­di­schen fami­li­en­ge­führ­ten Unter­neh­men zeich­nen sich durch ihre unglaub­li­che Fle­xi­bi­li­tät und Anpas­sungs­fä­hig­keit aus.” Dies sei, ist sich Dr. Micha­el Waas­ner, IHK-Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer der Gebr. Waas­ner Elek­tro­tech­ni­schen Fabrik GmbH, sicher, nicht nur auf die schnel­len Ent­schei­dungs­we­ge zurück­zu­füh­ren. „Die weit über­durch­schnitt­li­che Patent­dich­te zeigt, dass die Unter­neh­men dafür auch etwas tun. Sie ver­su­chen, der Kon­kur­renz auch tech­no­lo­gisch immer um min­des­tens zwei oder drei Schrit­te vor­aus zu sein.”


Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen als Tüp­fel­chen auf dem i

An die­ser Stel­le kommt auch den ober­frän­ki­schen Uni­ver­si­tä­ren, Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen eine enor­me Rol­le zu, betont IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohen­ner. „Die­se Ein­rich­tun­gen und unse­re Indus­trie befruch­ten sich gegen­sei­tig. Her­aus­ra­gend die Pra­xis­ori­en­tie­rung von For­schung und Leh­re; zwei­fel­los längst ein bedeu­ten­der Standortfaktor.”

IHK-Prä­si­den­tin und Geschäfts­füh­re­rin der Den­sch­eil­mann + Wel­lein GmbH, Son­ja Weig­and, fasst zusam­men: „Berück­sich­tigt man dann noch Enga­ge­ment und Ein­satz­be­reit­schaft der Mit­ar­bei­ter, die bes­tens aus­ge­bau­te Infra­struk­tur und die zen­tra­le Lage der Regi­on, ist mir um die Zukunft der ober­frän­ki­schen Indus­trie nicht bange.”