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Frankfurt

Bas­ket­ball Bundesliga

Start-Ziel-Sieg: BMA365 Bam­berg Bas­kets gewin­nen in Frankfurt

Dem Sieg am Frei­tag im Heim­spiel gegen die Bas­ket­ball Löwen Braun­schweig haben die BMA365 Bam­berg Bas­kets am 22. Spiel­tag in der easy­Cre­dit Bas­ket­ball Bun­des­li­ga einen wei­te­ren fol­gen las­sen. Im Gast­spiel bei den SKYLINERS sieg­te die Mann­schaft von Head Coach Anton Gavel am Sonn­tag­nach­mit­tag vor 4.750 Zuschau­ern in der Süwag Ener­gie ARENA mit 84:61 (46:29).

Schnell drück­ten die Bam­ber­ger mit ihrer Ener­gie dem Spiel ihren Stem­pel auf und konn­ten so eine Füh­rung her­aus­spie­len. Ein 12:2‑Run kurz vor der Pau­se bescher­te den BMA365 Bam­berg Bas­kets eine deut­li­che 17-Punk­te-Halb­zeit-Füh­rung, die man in der zwei­ten Hälf­te mit wei­ter­hin star­ker Ver­tei­di­gung auf über 20 Zäh­ler aus­bau­en und so letzt­lich einen unge­fähr­de­ten und hoch ver­dien­ten Aus­wärts­sieg nach Freak City holen konnte.

Auf Bam­ber­ger Sei­te kamen nicht nur alle Akteu­re zum Ein­satz, son­dern alle konn­ten auch Punk­te zum Sieg bei­steu­ern. Erfolg­reichs­te Scorer bei den BMA365 Bam­berg Bas­kets waren Demar­cus Demo­nia (20), Ibi Wat­son (15) und Cobe Wil­liams (12). Tops­corer der SKYLINERS war Till Pape mit 13 Zählern.

Für Adri­an Pet­ko­vic, der am Frei­tag im Spiel gegen Braun­schweig nach einem Ellen­bo­gen-Tref­fer von Kaza Kaja­mi-Kea­ne mit Ver­dacht auf Gehirn­er­schüt­te­rung das Feld ver­las­sen muss­te, kam ein Ein­satz in Frank­furt natür­lich nicht in Frage.


Der Spiel­ver­lauf

Mit einem völ­lig ande­ren Ener­gie-Level als noch am Frei­tag im Heim­spiel gegen Braun­schweig began­nen die BMA365 Bam­berg Bas­kets ihr Gast­spiel bei den SKYLINERS. Die Inten­si­tät im Spiel der Bam­ber­ger war gleich von Beginn an da und so fand man auch in der Offen­si­ve schnell sei­nen eige­nen Rhyth­mus. Nach nicht ein­mal zwei Minu­ten ging man mit 7:0 in Füh­rung, wor­auf SKYLINERS Coach Klaus Per­was sei­ne ers­te Aus­zeit neh­men muss­te. So hat­te sich der Frank­fur­ter Chef­trai­ner sei­nen 55. Geburts­tag sicher­lich nicht vor­ge­stellt, doch auch in der Fol­ge hat­te das Offen­siv-Spiel sei­nes Teams zu wenig Durch­schlags­kraft. Vie­le Chan­cen lie­ßen die Frank­fur­ter unge­nutzt (6 aus 18 im 1. Vier­tel aus dem Feld) und so konn­ten die Bam­ber­ger ihre Füh­rung behaup­ten. Dem Drei­er von Demar­cus Demo­nia zum 14:6 (5.) folg­te wenig spä­ter ein wun­der­schö­nes Back­door-Play, das Ibi Wat­son per Dunk zum 18:11 (7.) abschloss. Demar­cus Demo­nia leg­te den vier­ten Bam­ber­ger Drei­er im ers­ten Vier­tel (bei 8 Ver­su­chen) nach, ehe Aus­tin Crow­ley mit zwei ver­wan­del­ten Frei­wür­fen für den 23:15-Zwischenstand nach dem ers­ten Vier­tel sorgte.

Fast zwei Minu­ten waren dann im zwei­ten Vier­tel bereits gespielt, als Cobe Wil­liams mit einem beherz­ten Dri­ve zum Korb gegen Till Pape zum 25:15 abschloss und so für die ers­te zwei­stel­li­ge Bam­ber­ger Füh­rung des Nach­mit­tags sorg­te. Rich­tig abschüt­teln lie­ßen sich die Frank­fur­ter aber nicht (27:20/13.) und nach dem Drei­er von Ryan Haw­kins (31:25/16.) waren die Hes­sen wie­der dran. Ibi Wat­son kon­ter­te auf der Gegen­sei­te mit einem Drei­er (34:25) jedoch sofort. Nach­dem Will Christ­mas nach einem Defen­siv-Rebound Coast-to-coast über das gan­ze Spiel­feld gedrib­belt war und per Korb­le­ger zum 34:27 (17.) voll­endet hat­te, hol­te Anton Gavel sein Team zusam­men. Und das, was er der Mann­schaft in die­ser Aus­zeit mit auf den Weg gege­ben hat­te, saß! Mit einem 12:2‑Run erspiel­ten sich die Bam­ber­ger in den letz­ten drei Minu­ten des zwei­ten Vier­tels eine 46:29-Pausen-Führung. 


„Der Schlüs­sel zum Sieg waren gera­de zu Beginn die 16 Assists“

Das Bam­ber­ger Ener­gie-Level blieb auch nach dem Sei­ten­wech­sel wei­ter hoch und man hat­te das Spiel nach wie vor im Griff. Den Drei­er von Till Pape (48:32/22.) kon­ter­te aber­mals Kapi­tän Ibi Wat­son, der im anschlie­ßen­den Angriff ein wei­te­res Back­door-Play nach Zuspiel von Richard Bal­int zum 53:32 (23.) nutz­te. Auch EJ Onu war in die­ser Pha­se des Spiels über­all zu fin­den. Nach­dem er per Tip-In die ers­ten bei­den Bam­ber­ger Zäh­ler nach dem Sei­ten­wech­sel erzielt hat­te, schmet­ter­te er zunächst den Wurf von Till Pape per Block in die Zuschau­er­rän­ge. Den anschlie­ßen­den Angriff der Gast­ge­ber stopp­te EJ Onu mit einem wei­te­ren Block und ließ es dann auf der Gegen­sei­te mit einem unglaub­li­chen Dun­king zum 55:32 (23.) ein wei­te­res Mal so rich­tig kra­chen. Die nächs­te Frank­fur­ter Aus­zeit folg­te, doch die BMA365 Bam­berg Bas­kets beherrsch­ten das Gesche­hen auf dem Par­kett auch wei­ter­hin. Die SKYLINERS konn­ten mit dem Drei­er von Nahiem Alley­ne zwar auf 58:42 (26.) ver­kür­zen, zum Ende des drit­ten Abschnitts hat­ten die Bam­ber­ger den Haus­her­ren jedoch noch kei­ne 50 Zäh­ler gestat­tet und gin­gen mit einer deut­li­chen 65:46-Führung in den Schlussabschnitt.

Auch in den letz­ten zehn Minu­ten zogen die Bam­ber­ger sou­ve­rän ihr Spiel wei­ter durch und lie­ßen die Frank­fur­ter nicht mehr zurück­kom­men. Spä­tes­tens beim Drei­er von Demar­cus Demo­nia zum 7450 (35.) war die Par­tie ent­schie­den, zumal die Frank­fur­ter ledig­lich von der Drei-Punk­te-Linie mit den Wurf­quo­ten der BMA365 Bam­berg Bas­kets an die­sem Nach­mit­tag mit­hal­ten konn­ten. Den kom­for­ta­blen Vor­sprung nutz­te Head Coach Anton Gavel, um auch Finn Dönt­gens und Nico Höl­lerl Spiel­zeit zu geben, was bei­de mit je zwei Zäh­lern auch zu nut­zen wussten.

„Glück­wunsch an unse­re Spie­ler zum Sieg. Ich glau­be, dass wir über das gesam­te Spiel hin­weg eine sehr erwach­se­ne Leis­tung gezeigt haben. Der Schlüs­sel zum Sieg waren gera­de zu Beginn die 16 Assists, die wir bis zur Halb­zeit gespielt haben. Dadurch haben wir uns vie­le gute Wür­fe her­aus­ge­ar­bei­tet“, so Bam­bergs Head Coach Anton Gavel. „Ich den­ke, wir haben auch defen­siv gute Stopps bekom­men und ins­ge­samt rela­tiv gut gere­boun­det. Im Gro­ßen und Gan­zen war das für uns also eine sehr rei­fe Leis­tung. Wir sind froh, hier gewon­nen zu haben, weil wir zuvor zwei­mal gegen Frank­furt wirk­lich deut­lich ver­lo­ren haben. Natür­lich wis­sen wir auch, dass es für Frank­furt im Moment nicht ein­fach ist – eini­ge Spie­ler feh­len oder sind ange­schla­gen. Aber für uns zählt die­ser Sieg, und den neh­men wir natür­lich ger­ne mit.“

Wei­ter geht es für die BMA365 Bam­berg Bas­kets nun am kom­men­den Sonn­tag, wenn der frisch geba­cke­ne Pokal­sie­ger den amtie­ren­den Deut­schen Meis­ter in der BROSE ARENA emp­fan­gen wird.

Frank­furt bleibt aus­wärts ungeschlagen

BMA365 Bam­berg Bas­kets ver­lie­ren gegen die Sky­li­ners Frankfurt

Kräf­te­zeh­rend, span­nend und von bei­den Mann­schaf­ten mit gro­ßem Kampf geführt – am Ende unter­la­gen die BMA365 Bam­berg Bas­kets ges­tern den Sky­li­ners Frank­furt am 7. Spiel­tag mit 77:80.

Bei­de Teams waren mit einer Serie in die­ses Spiel gegan­gen und die der Bam­ber­ger riss. Nach zuletzt drei Sie­gen in Fol­ge unter­lag das Team von Head Coach Anton Gavel am Sams­tag­abend den SKYLINERS mit 77:80 (41:45), die ihren Nim­bus hin­ge­gen als bis­her noch unge­schla­ge­ner Aus­wärts­schreck der Liga auch nach dem Gast­spiel in Freak City und somit vier BBL-Par­tien wei­ter behaup­ten konnten.

5.009 Zuschau­er in der BROSE ARENA sahen eine span­nen­de Par­tie, in der die Hes­sen nach einer zunächst aus­ge­gli­che­nen Anfangs­pha­se den Ton anga­ben. Bis auf 18 Zäh­ler konn­ten sich die SKYLINERS im zwei­ten Vier­tel um einen über­ra­gen­den Jae­don Le Dee abset­zen, ehe die Bam­ber­ger bes­ser ins Spiel fan­den und sich über den Kampf wie­der her­an­ar­bei­te­ten. Am Ende aber war es die Sum­me aus meh­re­ren klei­nen Schwach­stel­len im Bam­ber­ger Spiel, die den Gäs­ten aus Frank­furt den knap­pen, aber ver­dien­ten Sieg bescherte.

Für die BMA365 Bam­berg Bas­kets zeich­ne­ten zwei Spie­ler – Wil­liams mit 26 und Wat­son mit 25 – für fast zwei Drit­tel aller Punk­te ver­ant­wort­lich. Bei den SKYLINERS über­rag­te Jae­don Le Dee. Der US-Ame­ri­ka­ner hat­te bereits zur Pau­se ein Dou­ble Dou­ble und brach­te es am Ende des Spiels auf 20 Zäh­ler und 21 Rebounds.


Nach 18-Punk­te-Rück­stand kommt Bam­berg bis zur Halb­zeit auf vier Punk­te heran

Nach dem Zwi­schen­fall in Ham­burg, bei dem er ein Stück Zahn ver­lo­ren sowie eine stark blu­ten­de Platz­wun­de erlit­ten hat­te, stand Geburts­tags­kind Richard Bal­int wie­der im Kader und so konn­te Head Coach Anton Gavel auch im ach­ten Pflicht­spiel die­ser Sai­son die glei­che Anfangs-Fünf aufs Par­kett schi­cken. Der Tsche­che war es dann auch, der per Drei­er für die ers­te Bam­ber­ger Füh­rung sorg­te (5:2/2.). Die BMA365 Bam­berg Bas­kets drück­ten anfangs ordent­lich aufs Gas und kamen so auch zu ein­fa­chen Punk­ten (10:6/4.). Die Frank­fur­ter hin­ge­gen zogen in aller Ruhe ihr Spiel durch. Gedul­dig wur­den die Angrif­fe aus­ge­spielt und in der Ver­tei­di­gung mach­te man es Demar­cus Demo­nia & Co. nun so rich­tig schwer. Den Bam­ber­gern woll­te offen­siv kaum noch etwas gelin­gen und so zog das Team von Gäs­te-Coach Klaus Per­was dank eines 16:2‑Runs erst­mals zwei­stel­lig davon (12:22/9.). Die­ser Rück­stand hat­te dann auch nach dem ers­ten Vier­tel (17:27) noch Bestand.

Mit dem ers­ten Angriff des 2. Vier­tels ver­kürz­te Adri­an Pet­ko­vić auf 19:27 (11.). Nun aber pack­ten die Frank­fur­ter ihren nächs­ten Lauf aus. Ange­trie­ben von Jae­don Le Dee und einer 12:2‑Serie bau­ten die Hes­sen ihren Vor­sprung Mit­te des 2. Abschnitts bis auf 18 Punk­te aus (21:39/15.). Der deut­li­che Rück­stand tat der Stim­mung in der BROSE ARENA jedoch kei­nen Abbruch und von den wie­der über 5.000 Freaks gepusht, bis­sen sich die BMA365 Bam­berg Bas­kets in die Par­tie und kämpf­ten sich sehens­wert zurück. Hat­te man in den ers­ten 15 Minu­ten der Par­tie gan­ze 21 Zäh­ler zusam­men­ge­bracht, waren es in den letz­ten fünf vor der Pau­se noch­mals 20 und so gestal­te­te man die Par­tie bis zur Pau­se beim 41:45 wie­der völ­lig offen. 


„Wir haben nicht phy­sisch genug agiert“

Eine Minu­te und 21 Sekun­den waren nach dem Sei­ten­wech­sel gespielt, da wur­de es in der Are­na noch­mals deut­lich lau­ter, als Cobe Wil­liams sein Team mit einem Drei­er beim 46:45 wie­der in Füh­rung gewor­fen hat­te (22.). Die Fans tob­ten und hier, so Head Coach Anton Gavel nach dem Spiel, wäre es mög­lich gewe­sen, die Par­tie zu kip­pen. Doch zum einem mach­ten die Bam­ber­ger in die­ser Pha­se zu vie­le Feh­ler und tra­fen offen­siv auch schlech­te Ent­schei­dun­gen, wäh­rend die Gäs­te aus der Main­me­tro­po­le sich von der tol­len Stim­mung in keins­ter Wei­se aus ihrem Kon­zept brin­gen lie­ßen und sich 3:25 Minu­ten vor Ende des drit­ten Abschnitts beim 46:54 wie­der etwas deut­li­cher abset­zen konn­ten. Die BMA365 Bam­berg Bas­kets kamen aber auch hier wie­der schnell zurück. Fünf Sekun­den vor dem Ende des Vier­tels drück­te EJ Onu ein Anspiel von Cobe Wil­liams per Alley-Oop zum 54:54 ins Netz. Eine der am Anfang bereits ange­spro­che­nen Schwach­stel­len, neben den ins­ge­samt 18 Offen­siv-Rebounds der Gäs­te sowie der nur 50-pro­zen­ti­gen Frei­wurf­qou­te, war die Unge­stümt­heit in so man­chen Aktio­nen. So auch der Ein­satz von Cobe Wil­liams an der Mit­tel­li­nie bei noch 0,9 Sekun­den Rest­spiel­zeit gegen Ryan Haw­kins. Das Foul des Bam­ber­ger Auf­bau­spie­lers bescher­te den Frank­fur­tern noch­mals zwei Frei­wür­fe und so die 54:56-Führung nach 30 gespiel­ten Minuten. 

Die­se letz­te Akti­on schien den Frank­fur­tern noch­mals etwas zusätz­li­che Ener­gie ver­lie­hen zu haben, denn die Hes­sen star­te­ten mit einem 7:0‑Lauf ins letz­te Vier­tel (54:63/33.). Cle­ver ver­stan­den es die Frank­fur­ter nun in den nächs­ten Minu­ten, die­sen Vor­sprung erst ein­mal zu behaup­ten (64:72/37.). Und auch in Sachen Kampf­geist waren die Hes­sen jetzt voll da. Bes­tes Bei­spiel die Situa­ti­on nach dem Frei­wurf von Logan John­son. Der US-Ame­ri­ka­ner hat­te zunächst sei­nen ers­ten Frei­wurf zum 68:73 getrof­fen. Sein zwei­ter Wurf von der Linie ging dane­ben, doch die SKYLINERS hol­ten sich gleich zwei­mal den Offen­siv­re­bound und exakt 120 Sekun­den vor dem Ende traf Jae­don Le Dee so zum 68:75. Anton Gavel und sein Team ver­such­ten noch­mals alles. Nach­dem Ibi Wat­son sie­ben Sekun­den vor dem Ende auf 77:79 ver­kürzt hat­te und Isai­ah Swo­pe auf der Gegen­sei­te nur einen sei­ner bei­den Frei­wür­fe getrof­fen hat­te, gab es für die Bam­ber­ger doch noch die Chan­ce, mit einem Drei­er in die Ver­län­ge­rung zu kom­men. Der letz­te Wurf von Richard Bal­int wur­de jedoch qua­si mit der Schluss­si­re­ne von Wil­liam Christ­mas geblockt und die Frank­fur­ter durf­ten alles in allem ver­dient den Sieg beju­beln. „Glück­wunsch an Klaus und sei­ne Mann­schaft zum ver­dien­ten Sieg. Wir haben nicht phy­sisch genug agiert, 18 Offen­siv-Rebounds zuge­las­sen und Jae­don Le Dee nicht vom Brett weg­be­kom­men. Als das Spiel im drit­ten Vier­tel hät­te kip­pen kön­nen, haben wir nach unse­ren Stopps dann in der Offen­si­ve schlech­te Ent­schei­dun­gen getrof­fen, den Ball weg­ge­wor­fen und so dem Geg­ner wie­der einen Lauf gestat­tet“, so Bam­bergs Head Coach Anton Gavel nach der Par­tie. „Dass wir am Ende noch auf ein One-Pos­ses­si­on-Game her­an­ge­kom­men sind, ist zwar schön, der Sieg heu­te wäre aber nicht ver­dient gewesen.“

Bereits am kom­men­den Don­ners­tag, 13. Novem­ber, steht das nächs­te Heim­spiel auf dem Pro­gramm. Im Vier­tel­fi­na­le des BBL-Pokals geht es für Bam­berg dann um den Ein­zug ins TOP FOUR. Geg­ner der Bam­ber­ger ab 20:00 Uhr in der BROSE ARENA sind dann die MLP Aca­de­mics Heidelberg.

Stu­die der Uni­ver­si­tä­ten Darm­stadt, Bam­berg und Frankfurt

For­schen­de ent­lar­ven man­gel­haf­te Daten­schutz-Ein­stel­lun­gen auf ein paar tau­send Webseiten

Eine inter­dis­zi­pli­nä­re Stu­die von For­schen­den der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Darm­stadt, der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg und der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt zeigt, wie Web­sei­ten­be­trei­ben­de am wir­kungs­volls­ten über man­gel­haf­te Daten­schutz-Kon­fi­gu­ra­tio­nen infor­miert wer­den können.

So kön­nen Behör­den und Sicher­heits­for­schen­de zukünf­tig mög­lichst effek­tiv Anbie­ten­de von Web­sei­ten dazu bewe­gen, Män­gel zu erken­nen und zu behe­ben. Das For­schungs­team stellt dazu auch das Werk­zeug „Check Goog­le Ana­ly­tics“ zur Ver­fü­gung, mit dem die kor­rek­te Akti­vie­rung der IP-Anony­mi­sie­rung bei der Ein­bin­dung von Goog­le Ana­ly­tics über­prüft wer­den kann.


Feh­ler­haf­te Daten­schutz­ein­stel­lun­gen auf Webseiten

Fast alle Web­sei­ten und Online­shops ver­wen­den Ana­ly­se­werk­zeu­ge wie Goog­le Ana­ly­tics, um mehr über die Sei­ten­be­su­che­rin­nen und ‑besu­cher und deren Nut­zungs­ver­hal­ten zu erfah­ren. Doch nicht alle die­ser Tools sind daten­schutz­kon­form nach der Daten­schutz­grund­ver­ord­nung (DSGVO) ein­ge­rich­tet. Durch fal­sche Ein­stel­lun­gen kön­nen Web­sei­ten­ver­ant­wort­li­che Gegen­stand von Abmah­nun­gen, Scha­dens­er­satz oder Buß­gel­dern werden.

For­schen­de aus den Fach­be­rei­chen Infor­ma­tik (Pro­fes­sor Mat­thi­as Hollick und Max Maaß, TU Darm­stadt; Pro­fes­sor Domi­nik Herr­mann und Hen­ning Pri­döhl, Uni­ver­si­tät Bam­berg), Psy­cho­lo­gie (Ali­na Stö­ver, TU Darm­stadt) und Rechts­wis­sen­schaf­ten (Dr. Sebas­ti­an Brett­hau­er und Pro­fes­so­rin Indra Spiecker genannt Döh­mann, Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt) gin­gen in einer Stu­die der Fra­ge nach, wie Web­sei­ten­be­trei­ben­de über feh­ler­haf­te Daten­schutz­ein­stel­lun­gen die­ser Ana­ly­se­diens­te so infor­miert wer­den kön­nen, dass sie ihre Inter­net-Ange­bo­te mög­lichst effek­tiv zur recht­mä­ßi­gen Ein­stel­lung hin ändern.


Infor­miert wur­den fast 4000 Betrei­be­rin­nen und Betreiber

Inner­halb der inter­dis­zi­pli­nä­ren Stu­die wur­den 3954 Betrei­be­rin­nen und Betrei­ber von ins­ge­samt 4096 deut­schen Web­sei­ten über eine feh­len­de oder feh­ler­haf­te Kon­fi­gu­ra­ti­on der IP-Anony­mi­sie­rung beim popu­lä­ren Ana­ly­se­dienst Goog­le Ana­ly­tics infor­miert. Dies bedeu­te­te einen Ver­stoß gegen Daten­schutz­an­for­de­run­gen. Für das Benach­rich­ti­gungs­expe­ri­ment wur­den ers­tens die For­mu­lie­rung der Nach­richt (Hin­weis mit Infor­ma­ti­on über Fol­gen für Nutzerschutz/​Hinweis mit Infor­ma­ti­on über mög­li­che Rechts­fol­gen), zwei­tens das Kon­takt­me­di­um (E‑Mail oder Brief) und drit­tens der Absen­der (Infor­ma­tik­stu­die­ren­de als Pri­vat­per­son; Infor­ma­tik­lehr­stuhl; daten­schutz­recht­li­cher Lehr­stuhl und For­schungs­in­sti­tut) variiert.

Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass die Män­gel am ehes­ten beho­ben wer­den, wenn die Benach­rich­ti­gung einen Hin­weis auf recht­li­che Fol­gen ent­hält. Außer­dem wur­den die Ein­stel­lun­gen bei Infor­ma­ti­on per Brief häu­fi­ger kor­ri­giert als bei Hin­wei­sen per E‑Mail. Die Iden­ti­tät des Absen­ders beein­flusst die Bereit­schaft, Ände­run­gen vor­zu­neh­men, eben­falls: So führ­ten Schrei­ben des daten­schutz­recht­li­chen Lehr­stuhls und For­schungs­in­sti­tuts häu­fi­ger zum Erfolg als Infor­ma­tio­nen von For­schen­den aus der Informatik.


Mehr als die Hälf­te der Benach­rich­tig­ten behob das Problem

Über­ra­schend effek­tiv zeig­te sich die Infor­ma­ti­on durch Pri­vat­per­so­nen mit fach­li­chem Hin­ter­grund (Infor­ma­tik­stu­die­ren­de). Ins­ge­samt wur­de das Pro­blem von mehr als der Hälf­te (56,6 Pro­zent) der Infor­mier­ten als Reak­ti­on auf das Benach­rich­ti­gungs­expe­ri­ment beho­ben, wäh­rend in der unin­for­mier­ten Kon­troll­grup­pe nur 9,2 Pro­zent von sich aus, zum Bei­spiel auf der Basis von Medi­en­be­rich­ten, agierte.

Die Ergeb­nis­se einer anschlie­ßen­den Umfra­ge, die im Rah­men der Stu­die mit den Web­sei­ten­be­trei­ben­den durch­ge­führt wur­de, zeig­te wei­ter­füh­ren­de Erkennt­nis­se zum Wis­sen der Web­sei­ten­ver­ant­wort­li­chen im Hin­blick auf die von ihnen benutz­ten Ana­ly­se­tools. Fast 20 Pro­zent der Teil­neh­men­den waren sich nicht bewusst, das Ana­ly­se­werk­zeug Goog­le Ana­ly­tics auf ihrer Web­sei­te zu ver­wen­den. Zudem gaben 12,7 Pro­zent an, von der wider­recht­li­chen Ein­stel­lung gewusst und sie den­noch nicht beho­ben zu haben. Zusam­men mit der Reak­ti­ons­ra­te sind somit Rück­schlüs­se auf daten­schutz­kon­for­mes Ver­hal­ten und die Effek­ti­vi­tät von Hin­wei­sen auf daten­schutz­wid­ri­ges Ver­hal­ten möglich.


Für alle zugäng­lich: das Werk­zeug “Check Goog­le Analytics”

Basis der Ana­ly­se war das von den Autorin­nen und Autoren ent­wi­ckel­te Werk­zeug „Check Goog­le Ana­ly­tics“: https://checkgoogleanalytics.psi.uni-bamberg.de . Damit kön­nen die Ein­stel­lun­gen der eige­nen Web­sei­te im Hin­blick auf den daten­schutz­kon­for­men Ein­satz der Anony­mi­sie­rungs­funk­ti­on von Goog­le Ana­ly­tics schnell und kos­ten­los geprüft wer­den. Im Rah­men der Unter­su­chun­gen wur­den mit Hil­fe des Tools fast 40.000 Scans von über 14.000 Web­sei­ten durchgeführt.

Die Stu­die „Effec­ti­ve Noti­fi­ca­ti­on Cam­paigns on the Web: A Mat­ter of Trust, Framing, and Sup­port” wur­de am 12. August 2021 auf der renom­mier­ten Kon­fe­renz USENIX Secu­ri­ty Sym­po­si­um vor­ge­stellt. Pra­xis-Tipps für die Durch­füh­rung einer sol­chen Benach­rich­ti­gungs­stu­die wer­den wäh­rend des Inter­na­tio­nal Work­shops on Infor­ma­ti­on Secu­ri­ty Metho­do­lo­gy and Repli­ca­ti­on Stu­dies (IWSMR 2021, 17. bis 20. August) vor­ge­stellt. Eine Vor­ab­ver­si­on der Ergeb­nis­se kann auf dem Doku­men­ten­ser­ver arXiv ein­ge­se­hen wer­den: https://arxiv.org/abs/2106.08029

Nach Auf­fas­sung der Kon­fe­renz der unab­hän­gi­gen Daten­schutz­auf­sichts­be­hör­den des Bun­des und der Län­der vom 12.05.2020 reicht die IP-Anony­mi­sie­rung inzwi­schen nicht mehr aus, um Goog­le Ana­ly­tics rechts­kon­form zu betrei­ben; inzwi­schen wird unter ande­rem eine vor­he­ri­ge Ein­wil­li­gung der Sei­ten­be­su­che­rin­nen und ‑besu­cher gefor­dert. Ob Goog­le Ana­ly­tics in Euro­pa nach dem „Schrems II“-Urteil über­haupt noch betrie­ben wer­den darf, wird der­zeit in meh­re­ren Beschwer­de­ver­fah­ren von den Daten­schutz­auf­sichts­be­hör­den untersucht.

Die For­schungs­ar­beit wur­de von der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) im Rah­men des Gra­du­ier­ten­kol­legs 2050 „Pri­va­cy and Trust for Mobi­le Users“ sowie vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) und dem Hes­si­schen Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst (HMWK) im Rah­men der gemein­sa­men För­de­rung des Natio­na­len For­schungs­zen­trums für ange­wand­te Cyber­si­cher­heit ATHENE unterstützt.

Die Publi­ka­ti­on ist online zu fin­den unter https://www.usenix.org/conference/usenixsecurity21/presentation/maass