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Glaube

Christ­li­cher Glau­be als Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Hass und Intoleranz

Erz­bi­schof Gössl ruft Jah­res­mot­to „Du bewegst die Welt“ aus

Zum Abschluss des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jah­res mit dem Leit­wort „Pil­ger der Hoff­nung“ hat Erz­bi­schof Her­wig Gössl das neue Jahr 2026 im Erz­bis­tum Bam­berg unter das Mot­to „Du bewegst die Welt“ gestellt.

Mit dem Jah­res­mot­to für 2026 sol­le zum Aus­druck gebracht wer­den, dass der christ­li­che Glau­be das bes­te Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Into­le­ranz, Hass und Het­ze ist. „Und dabei kommt es wirk­lich auf jeden ein­zel­nen Men­schen an“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sil­ves­ter­abend im Bam­ber­ger Dom.

Mit dem Mot­to soll auf­ge­ru­fen wer­den, die eige­ne Bequem­lich­keit und Hilf­lo­sig­keit ange­sichts der welt­wei­ten Kri­sen zu über­win­den. Zwar kön­ne ein Ein­zel­ner nichts aus­rich­ten gegen den glo­ba­len Kli­ma­wan­del, obwohl er ihn mit ver­ur­sa­che durch sei­ne Lebens­ge­wohn­hei­ten, sei­ne Bequem­lich­keit und die man­geln­de Bereit­schaft zum Ver­zicht. Nie­mand kön­ne einen Krieg been­den, den er nicht ange­fan­gen hat, das gelin­ge offen­sicht­lich nicht ein­mal dem US-Prä­si­den­ten. Die­se Erfah­rung von Hilf­lo­sig­keit und Ohn­macht sie für vie­le Men­schen heu­te belas­tend und niederdrückend.

„Wir haben in die­sem Jahr eini­ges erlebt, das uns die Hoff­nung rau­ben könn­te“, stell­te Gössl fest. Aber das Hei­li­ge Jahr habe auf vie­le Zei­chen und Orte der Hoff­nung auf­merk­sam gemacht und gezeigt, wie sehr der All­tag von der Kraft christ­li­cher Hoff­nung durch­drun­gen und gestal­tet ist. „Es hat auch gezeigt, wie sehr es dabei eben doch auf den Glau­ben eines jeden Ein­zel­nen ankommt“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sei kei­ne „bil­li­ge Ver­trös­tung“, son­dern ech­te Hoff­nung, die sich in Gott fest­ma­che. Es sei des­halb wich­tig, den Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben, „weil er uns in einer zuneh­mend maß­los wer­den­den Welt einen Maß­stab an die Hand gibt.“

„Katho­lisch sein heißt, welt­kirch­lich aus­ge­rich­tet sein“

Erz­bi­schof Schick ruft vor dem Diö­ze­san­rat dazu auf, „unver­schäm­ter den Glau­ben zu leben“

Vor der Voll­ver­samm­lung des Diö­ze­san­rats hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick in Weis­main auf­ge­ru­fen, die welt­wei­ten Part­ner­schaf­ten zu pfle­gen. „Katho­lisch bedeu­tet welt­um­fas­send. Wir sind dann katho­li­sche Kir­che, wenn wir welt­kirch­lich aus­ge­rich­tet sind“, sag­te Schick am Sams­tag und ver­wies auf die Part­ner­schaft des Erz­bis­tums Bam­berg mit dem Bis­tum Thiès im Sene­gal sowie mit Gemein­den in Indi­en, Peru, Boli­vi­en, Polen und der Ukraine.

„Je welt­kirch­li­cher wir aus­ge­rich­tet sind und han­deln, des­to katho­li­scher wer­den wir, des­to tie­fer wird unser Glau­be und des­to umfas­sen­der unser Kir­chen­bild sein.“

Zur welt­kirch­li­chen Arbeit gehö­ren „das gegen­sei­ti­ge ‚Geben und Neh­men‘ sowie Demut, die den Ande­ren wert­schätzt und ihm die­nen will.“ Die Part­ner­schaft mit Thiès sol­le zum Nach­den­ken anre­gen über die gan­ze Kir­che und die Freu­de am Glau­ben stärken.


Afri­ka kann anre­gen, offen unser Christ­sein zu leben

Die welt­kirch­li­chen Part­ner­schaf­ten könn­ten auch Inspi­ra­ti­on für unse­re Glau­bens­pra­xis sein: „Die spon­ta­ne und unkom­pli­zier­te Glau­bens­freu­de unse­rer Part­ner in Thiès kann zum Bei­spiel unse­rer eher nüch­ter­nen und ratio­na­len Glau­bens­pra­xis Schwung, Emo­tio­na­li­tät und Freu­de geben.“ In Afri­ka wer­de der Glau­be unver­schämt prak­ti­ziert, hier­zu­lan­de oft nur ver­schämt. „Afri­ka kann uns anre­gen, nicht erst nach lan­gem Über­le­gen und Abwä­gen zu unse­rem Glau­ben zu ste­hen, son­dern offen unser Christ­sein zu leben“, so der Erz­bi­schof. „Zugleich kön­nen wir auch den afri­ka­ni­schen, indi­schen und latein­ame­ri­ka­ni­schen Part­nern von unse­rer ratio­na­len und gesell­schafts­ge­stal­ten­den Reli­gio­si­tät etwas geben.“

Der Diö­ze­san­rat ist der Zusam­men­schluss von Ver­tre­tern der Deka­nats­rä­te und der katho­li­schen Ver­bän­de sowie von wei­te­ren Per­sön­lich­kei­ten aus Kir­che und Gesell­schaft im Erz­bis­tum. Er ist ein vom Bischof aner­kann­tes Lai­en­gre­mi­um. Die Ein­füh­rung der Diö­ze­san­rä­te geht auf das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil zurück und stärkt die Ver­ant­wor­tung der Lai­en in der katho­li­schen Kirche.

Das Zen­tral­the­ma bei der Herbst­voll­ver­samm­lung 2021 des Diö­ze­san­rats in Weis­main lau­te­te: „Unse­re Part­ner­schaft mit Thiès im Sene­gal: Ein Geben und Nehmen?!“