Browse Tag

Löwennachwuchs

Raub­tier­haus wie­der geöffnet

Löwen­nach­wuchs im Tier­gar­ten gestorben

Im Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg wur­de in der Nacht von vom 7. auf den 8. August August min­des­tens ein Asia­ti­scher Löwe gebo­ren. Der Nach­wuchs von Löwin Aar­a­ny und Kater Kiron hat lei­der nur weni­ge Tage über­lebt. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein Eltern­teil den Nach­wuchs auf­ge­fres­sen hat. Die Löwen sind nun wie­der zu sehen, das Raub­tier­haus hat geöffnet. 

Die bei­den Asia­ti­schen Löwen hat­ten sich vor etwa drei Mona­ten gepaart. Da die Trag­zeit bei die­ser Art durch­schnitt­lich 110 Tage beträgt, war seit Anfang August mit Nach­wuchs zu rech­nen. Damit Aar­a­ny bei der Geburt Ruhe haben wür­de, wur­de das Raub­tier­haus vor einer Woche für Besu­che­rin­nen und Besu­cher geschlos­sen. Die Wurf­box wur­de mit einer Kame­ra über­wacht. Um der Löwin mehr Raum und Wahl­mög­lich­kei­ten zu bie­ten, wur­den ihr auch nicht ein­seh­ba­re Berei­che zusätz­lich angeboten.

In den ers­ten drei Tagen nach der Geburt waren auf der Kame­ra Lebens­zei­chen eines Jung­tiers zu erken­nen. Zudem konn­ten Tier­pfle­ge­rin­nen und ‑pfle­ger Geräu­sche des Nach­wuch­ses wahr­neh­men. Wei­te­re Jung­tie­re waren auf den Kame­ra­bil­dern nicht zu sehen. Junglö­we Jadoo war vor­sorg­lich am 9. August von den Eltern getrennt und auf die Außen­an­la­ge gelas­sen worden.

Am 10. August wur­de zum letz­ten Mal beob­ach­tet, dass Aar­a­ny ein Jung­tier gesäugt hat. Seit Mon­tag, 11. August, war kein Jung­tier mehr in den von der Kame­ra über­wach­ten Area­len zu erken­nen. Zudem waren kei­ne akus­ti­schen Lebens­zei­chen mehr zu hören. Den Eltern war kei­ne Unru­he oder ver­än­der­tes Ver­hal­ten anzu­mer­ken. Ob sich die Mut­ter in den von der Kame­ra nicht ein­seh­ba­ren Berei­chen noch um ein Jung­tier küm­mer­te, das man viel­leicht nur nicht hören konn­te, war unwahr­schein­lich aber nicht auszuschließen.

Da auch am Diens­tag, 12. August, kein Jung­tier mehr zu sehen oder zu hören war, kon­trol­lier­ten die Tier­pfle­ge­rin­nen und ‑pfle­ger am Mitt­woch, 13. August, schließ­lich alle Gän­ge und Gehe­ge­be­rei­che. Sie konn­ten kein Jung­tier auf­fin­den und auch kei­ne Über­res­te. Daher geht der Tier­gar­ten davon aus, dass ein Eltern­teil, ver­mut­lich Aar­a­ny, den Nach­wuchs auf­ge­fres­sen hat. Dass Löwen ihre Jung­tie­re auf­fres­sen, ist grund­sätz­lich nicht unge­wöhn­lich. Es wird meist dann beob­ach­tet, wenn die Mut­ter ent­we­der uner­fah­ren ist oder sie die Über­le­bens­chan­cen der Jung­tie­re bei­spiels­wei­se aus gesund­heit­li­chen Grün­den als gering ein­schätzt. Da der Nach­wuchs auf­ge­fres­sen wur­de, kann die genaue Ursa­che in die­sem Fall nicht geklärt werden.

Im Früh­jahr 2023 brach­te Aar­a­ny erst­mals Jung­tie­re zur Welt. Auch hier hat sie drei von vier Wel­pen auf­ge­fres­sen, was mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit auf ihre Uner­fah­ren­heit zurück­zu­füh­ren war. Nur weni­ge Mona­te spä­ter gebar sie mit Indi­ca und Jadoo wie­der zwei Wel­pen, die sie erfolg­reich auf­zog. Der jun­ge Löwen­ka­ter Jadoo lebt noch in Nürn­berg, Jadoos Schwes­ter Indi­ca war im Mai 2025 in den pol­ni­schen Zoo Łódź umgezogen.


Raub­tier­haus wie­der geöffnet

Die Löwen sind seit dem gest­ri­gen Don­ners­tag, 14. August, wie­der für Besu­che­rin­nen und Besu­cher zu sehen, das Raub­tier­haus hat regu­lär geöff­net. Der Tier­gar­ten hofft, dass sich Aar­a­ny und Kiron bald wie­der paa­ren und ein zwei­tes Mal erfolg­reich Jung­tie­re groß­zie­hen. Die Unter­art des Asia­ti­schen Löwen gilt laut Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN als „stark gefähr­det“. Aktu­ell gibt es nur eine ein­zi­ge Popu­la­ti­on im Gir-Natio­nal­park in Indi­en und angren­zen­den Gebie­ten, wo im Jahr 2017

geschätzt rund 630 Tie­re leb­ten. Der Bestand ist rela­tiv sta­bil, aller­dings kann er sich inner­halb des Natio­nal­sparks nicht ver­grö­ßern, weil die Kapa­zi­täts­gren­ze dort erreicht ist. Außer­halb des Parks dro­hen Kon­flik­te zwi­schen den Wild­tie­ren und der Bevöl­ke­rung. Kommt es daher zu unvor­her­ge­se­he­nen Kata­stro­phen wie Wald­brän­den oder Seu­chen, dro­hen alle Tie­re der Art dort ver­lo­ren zu gehen. Reser­ve­po­pu­la­tio­nen in Zoos spie­len in die­sem Zusam­men­hang eine wich­ti­ge Rolle.

Die Zucht und Hal­tung von der­zeit rund 130 Asia­ti­schen Löwen in ins­ge­samt 41 Zoos der „Euro­pean Asso­cia­ti­on of Zoos and Aqua­ria“ (EAZA) wird auf wis­sen­schaft­li­cher Basis in einem Euro­päi­schen Erhal­tungs­zucht­pro­gramm (EAZA Ex situ Pro­gram­me, kurz EEP) koor­di­niert. Ziel ist es, eine mög­lichst gro­ße gene­ti­sche Viel­falt inner­halb der Popu­la­ti­on zu erhalten.