Einstimmige Entscheidung des Stadtrats
Volker-Hinniger-Preis 2026 geht an Silja Beck
Der Volker-Hinniger-Preis 2026 wird an die Künstlerin Silja Beck verliehen. Dies beschloss der Stadtrat am 25. März 2026 auf Empfehlung einer fachkundigen Jury unter dem Vorsitz von Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Die Entscheidung fiel einstimmig. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird im dreijährigen Turnus vergeben.
Silja Beck, geboren 1996 in Wasserburg am Inn, studierte Kunstpädagogik sowie Interaktive Medien und Dynamische Forschung an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 2025 schloss sie ihr Masterstudium der Freien Kunst am Royal Institute of Arts in Stockholm ab. Seit 2019 ist sie zudem als Workshop-Leiterin tätig, unter anderem in Berlin, an der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie an der Bergen Architecture School in Norwegen. Beck lebt und arbeitet in Nürnberg und ist mit ihren Arbeiten national wie international präsent.
Im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens stehen gesellschaftsbezogene Fragestellungen, die sie durch interaktive und performative Ansätze erfahrbar macht. Ihre Arbeiten verbinden technische Elemente mit künstlerischen Ausdrucksformen und beziehen das Publikum aktiv ein. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Betrachtenden und Werk: Rezipierende werden selbst zu Mitwirkenden. Häufig entstehen ihre Installationen im öffentlichen Raum und sind bewusst niederschwellig sowie für ein breites Publikum zugänglich.
Charakteristisch für Becks Arbeiten ist zudem der vielseitige Materialeinsatz. Neben klassischen Werkstoffen wie Keramik und Papier integriert sie Alltagsgegenstände wie Radios oder Fahrzeuge in ihre Installationen. Ihre Kunst ist stark ortsbezogen, reagiert sensibel auf bestehende Umgebungen und fügt sich in diese ein.
Interaktiver Ansatz
„Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war Silja Becks performativer und interaktiver Ansatz, in dem sie ihre Kunst immer wieder neu denkt. Nach der ersten Beobachtung werden die Betrachtenden selbst zu Akteurinnen und Akteuren des Kunstwerks“, erläutert Ulrike Siebenhaar die Juryentscheidung.
Mit der Auszeichnung von Silja Beck würdigt der Volker-Hinniger-Preis 2026 eine Künstlerin, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift, diese in bestehende Strukturen integriert und auf eindrucksvolle Weise neue Zugänge zur zeitgenössischen Kunst im öffentlichen Raum eröffnet.
Der Volker-Hinniger-Preis wurde im Jahr 1990 von Gretel Hinniger ins Leben gerufen, zum Gedenken an ihren 1988 verunglückten Sohn, den Künstler Volker Hinniger. Ziel der Auszeichnung ist die Förderung junger bildender Künstlerinnen und Künstler.
Die Jury besteht entsprechend dem Stiftungsvertrag derzeit aus Ulrike Siebenhaar als Kulturreferentin (Vorsitzende der Jury), Dr. Fabian Ludovico als Direktor der Museen der Stadt Bamberg, Sylvia Michel als Vorsitzende des Kunstvereins und Christa Thiel (Nachlassverwalterin von Volker Hinniger) sowie den Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise der Kunstsachverständigen Maren Jensen, M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunsthalle Schweinfurt, Studienrätin Johanna Keesmann, Kunsterzieherin an den Maria-Ward-Schulen Bamberg, Prof. Michael Munding, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Richard Wientzek, Künstler und ehemaliger Preisträger.