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vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Roh­stoff­prei­se geben nach, lie­gen aber fast 80 Pro­zent über dem Vor-Corona-Niveau

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im Juli den zwei­ten Monat in Fol­ge zurück­ge­gan­gen. Gegen­über Juni sank der Index um 4,5 Pro­zent auf 195,5 Punkte.

Auf­grund star­ker Anstie­ge in den Vor­mo­na­ten lie­gen die Prei­se jedoch wei­ter auf hohem Niveau. „Die sin­ken­den Prei­se sei­en noch kein Signal zum Auf­at­men. Im Ver­gleich zum Durch­schnitt des letz­ten Vor­kri­sen­jah­res 2019 lägen die Roh­stoff­prei­se für die baye­ri­sche Wirt­schaft sogar um fast 80 Pro­zent höher, ver­gli­chen mit dem Vor­jah­res­mo­nat Juli immer noch um knapp 30 Pro­zent, meint vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Die Belas­tun­gen für unse­re Unter­neh­men blei­ben mas­siv. Wir brau­chen hier drin­gend Ent­las­tun­gen. Auch eine dau­er­haf­te und ver­läss­li­che Frie­dens­lö­sung des Iran-Kriegs sind drin­gend nötig. Ein zuver­läs­si­ger Bezug von Roh­stof­fen zu bezahl­ba­ren Prei­sen ist grund­le­gend, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts zu sichern.“

Die Prei­se für Indus­trie­me­tal­le gin­gen im Juli um durch­schnitt­lich 4,4 Pro­zent gegen­über Juni zurück. Ver­ant­wort­lich dafür waren vor allem deut­li­che Preis­rück­gän­ge bei Alu­mi­ni­um (-8,8 Pro­zent) und Stahl­schrott (-7,0 Pro­zent). Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat Juli 2025 lagen die Kos­ten für die im Index ent­hal­te­nen Indus­trie­me­tal­le hin­ge­gen um knapp 30 Pro­zent höher. Den dra­ma­tischs­ten Zuwachs im Jah­res­ver­gleich ver­zeich­ne­te Wolf­ram (+457,5 Pro­zent). Mehr als dop­pelt so teu­er wur­den außer­dem Tan­tal (+162,6 Pro­zent), Lithi­um (+144,6 Pro­zent) und Indi­um (+126,8 Pro­zent). Die Prei­se für Chrom (-9,7 Pro­zent), Blei (-7,6 Pro­zent) und Titan (-2,7 Pro­zent) gaben gegen­über dem Vor­jahr hin­ge­gen nach. Die Prei­se für Edel­me­tal­le gin­gen im Juli erneut deut­lich um durch­schnitt­lich 7,5 Pro­zent zurück. Neben Sil­ber (-11,8 Pro­zent) wur­den auch Pla­tin (-6,0 Pro­zent) und Gold (-3,7 Pro­zent) güns­ti­ger. Aber im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat lag aber vor allem der Preis für Sil­ber (+56,0 Pro­zent) wei­ter­hin um eini­ges höher.

Der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden stieg im Juli, ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend, um 3,5 Pro­zent gegen­über Juni an. „Gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum lag der Index damit um knapp 50 Pro­zent höher. Sowohl im Ver­gleich zum Vor­mo­nat Juni als auch im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat Juli 2025 stie­gen die Prei­se für das unter ande­rem in der Elek­tronik­in­dus­trie und der Medi­zin­tech­nik ein­ge­setz­te Gado­li­ni­um mit einem Plus von 10,8 bezie­hungs­wei­se 118,7 Pro­zent am stärks­ten“, erläu­tert Brossardt.

Ange­sichts der hohen Roh­stoff­kos­ten und geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­hei­ten for­dert die vbw eine drin­gen­de poli­ti­sche Prio­ri­sie­rung der Roh­stoff­ver­sor­gung, um die indus­tri­el­le Basis in Bay­ern zu sichern. „Die Roh­stoff­ef­fi­zi­enz und ‑sub­sti­tu­ti­on muss wei­ter mit markt­ge­rech­ten Anrei­zen vor­an­ge­trie­ben wer­den, wäh­rend gleich­zei­tig neue Märk­te mit gleich­wer­ti­gen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen erschlos­sen wer­den müs­sen. Statt einer schlei­chen­den Deindus­tria­li­sie­rung brau­chen wir jetzt die Wei­chen­stel­lung hin zu einer Reindus­tria­li­sie­rung“, sagt Bros­sardt abschließend.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

Pres­se­mit­tei­lung zu den Ergeb­nis­sen der PISA-Stu­die 2025

Schü­ler in Kern­fä­chern wei­ter abgerutscht

Die Ergeb­nis­se der PISA-Stu­die 2025 zei­gen, dass Schü­ler in Kern­fä­chern wei­ter abge­rutscht sind. Ein Alarm­si­gnal für den Wirt­schafts­stand­ort, wie die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. betont.

„Gut 20 Pro­zent der deut­schen Schü­le­rin­nen und Schü­ler ver­fü­gen laut der aktu­el­len PISA-Stu­die über kei­ne siche­ren Basis­kom­pe­ten­zen in Mathe­ma­tik, Lesen und Natur­wis­sen­schaf­ten. Die­se Ergeb­nis­se sind alar­mie­rend, sie offen­ba­ren drin­gen­den Hand­lungs­be­darf. Die Jugend­li­chen sind in den Kern­kom­pe­ten­zen nach dem letz­ten PISA-Schock 2022 erneut zurück­ge­fal­len“, kom­men­tiert Bert­ram Bros­sardt, der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V., die Ergeb­nis­se. Laut vbw ist die Ent­wick­lung höchst bedenk­lich, denn durch die schlech­ten Leis­tun­gen sin­ken auch die Chan­cen der Jugend­li­chen auf dem Aus­bil­dungs- und Arbeits­markt. Bros­sardt macht klar: „Für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­res Wirt­schafts­stand­or­tes sind wir auf gut qua­li­fi­zier­ten Fach­kräf­te- und Aka­de­mi­ker­nach­wuchs drin­gend ange­wie­sen. Er ist das Wert­volls­te, was wir als roh­stoff­ar­mes Land haben. Dar­um kön­nen wir uns sol­che Ergeb­nis­se schlicht­weg nicht leis­ten. Wir müs­sen drin­gend mit Maß­nah­men gegen­steu­ern, indem Bund und Län­der die ein­ge­lei­te­ten Refor­men nach PISA 2022 noch kon­se­quen­ter umset­zen. Das ist die ein­zi­ge Chan­ce, um inter­na­tio­nal nicht den Anschluss zu verlieren.“

Zen­tra­ler Hebel aus den ange­sto­ße­nen län­der­spe­zi­fi­schen Maß­nah­men wie der PISA-Offen­si­ve 2023 in Bay­ern ist laut vbw die kon­se­quen­te Sprach­för­de­rung. „Da eine gesi­cher­te Sprach- und Lese­kom­pe­tenz fächer­über­grei­fend aus­schlag­ge­bend für gute Leis­tun­gen ist, müs­sen wir die­se Fähig­kei­ten früh för­dern, Sprach­de­fi­zi­ten ent­ge­gen­wir­ken und Sprach­kom­pe­tenz mit Leis­tungs­tests auch an wei­ter­füh­ren­den Schu­len kon­ti­nu­ier­lich sicher­stel­len. Die Basis­kom­pe­ten­zen Deutsch und Mathe­ma­tik müs­sen wir ins Zen­trum rücken und für mehr Par­ti­zi­pa­ti­ons­ge­rech­tig­keit sor­gen, indem wir das Ganz­ta­ges­an­ge­bot wei­ter aus­bau­en. Auch die Poten­zia­le des bun­des­wei­ten Start­chan­cen-Pro­gramms müs­sen wir noch geziel­ter nut­zen. Uns darf kein Kind und kein Jugend­li­cher auf dem Bil­dungs­weg ver­lo­ren gehen“, so Brossardt.

Gleich­zei­tig macht die vbw klar, dass die deutsch­land­wei­te PISA-Stu­die nicht auto­ma­tisch Aus­sa­gen zu den län­der­spe­zi­fi­schen Leis­tun­gen zulässt. „Ent­spre­chend wich­tig sind für uns die Ergeb­nis­se der föde­ra­len Leis­tungs­tests wie dem INSM-Bil­dungs­mo­ni­tor, der am 14. Sep­tem­ber 2026 vor­ge­stellt wird. Die­ser und auch der IQB-Bil­dungs­trend haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gezeigt, dass die baye­ri­schen Schu­len bei einem bun­des­weit absin­ken­den Bil­dungs­ni­veau immer­hin noch bes­ser auf­ge­stellt sind als der Bun­des­durch­schnitt. Die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung hat mit ihrem Maß­nah­men­ka­ta­log nach dem letz­ten PISA-Schock 2022 an den rich­ti­gen Stel­len nach­ge­steu­ert, aber die­se nega­ti­ve Ent­wick­lung macht auch vor den Klas­sen­zim­mern im Frei­staat nicht halt. Wir dür­fen uns auf guten Ergeb­nis­sen nicht aus­ru­hen und müs­sen ins­be­son­de­re die mit der PISA-Offen­si­ve 2023 ein­ge­setz­ten Maß­nah­men, wie etwa die durch­gän­gi­ge Sprach­för­de­rung, gezielt wei­ter kraft­voll umset­zen”, betont Bros­sardt abschließend.

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Neu­er Höchst­stand der Rohstoffpreise

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im Mai erneut ange­stie­gen. Gegen­über April leg­te der Index um 3,5 Pro­zent zu und erreich­te mit 209,1 Punk­ten einen neu­en Höchststand.

Seit einem Jahr ist der Index, abge­se­hen von einem mini­ma­len Rück­gang im August 2025, jeden Monat gegen­über dem jewei­li­gen Vor­mo­nat ange­stie­gen. Im Ver­gleich zu Mai 2025 lag der Index um sat­te 42,5 Pro­zent höher. „Die mas­si­ven Preis­sprün­ge in den ver­gan­ge­nen Mona­ten kom­men vor allem durch den Iran-Krieg. Wir hof­fen, dass trotz des wie­der­auf­flam­men­den Kon­flikts zwi­schen den USA und dem Iran schnell eine dau­er­haf­te sta­bi­le Lösung gefun­den wer­den kann. Wie schnell dies gelingt und wie schnell sich die Märk­te erho­len, ist unklar. Fakt ist: Unse­re Unter­neh­men brau­chen auf der Kos­ten­sei­te drin­gend Ent­las­tun­gen. Hier spie­len die Roh­stoff­prei­se eine gro­ße Rol­le“, sagt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Die Prei­se für Indus­trie­me­tal­le stie­gen im Mai leicht unter­durch­schnitt­lich um 3,2 Pro­zent gegen­über dem Vor­mo­nat an. Deut­lich teu­rer wur­den im Mai vor allem Ger­ma­ni­um (+27,4 Pro­zent), Lithi­um (+13,7 Pro­zent) und Zinn (+10,0 Pro­zent). Auch die Prei­se für die für Bay­ern sehr wich­ti­gen Indus­trie­me­tal­le Kup­fer (+5,1 Pro­zent) und Alu­mi­ni­um (+2,1 Pro­zent) leg­ten wei­ter zu. „Nur weni­ge der im Index ent­hal­te­nen Indus­trie­me­tal­le wur­den im Mai güns­ti­ger. Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat Mai 2025 ver­teu­er­ten sich Lithi­um und Wolf­ram mit Abstand am stärks­ten. Der Preis für Lithi­um stieg um 210,8 Pro­zent, der Preis für Wolf­ram sogar um 556,6 Pro­zent“, erläu­tert Brossardt.

Der Preis­in­dex der Sel­te­nen Erden ging – ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend – leicht um 0,5 Pro­zent zurück. Güns­ti­ger wur­den vor allem Pra­seo­dym und Dys­pro­si­um, jeweils um 4,3 Pro­zent sowie Neo­dym um 4,1 Pro­zent. Die Prei­se für Gado­li­ni­um (+6,2 Pro­zent) und Ceri­um (+2,5 Pro­zent) stie­gen hin­ge­gen erneut an. Die Prei­se für Edel­me­tal­le gin­gen im Mai gegen­über dem April um 0,2 Pro­zent zurück. Neben Pal­la­di­um (-5,3 Pro­zent) wur­den auch Gold (-2,8 Pro­zent) und Pla­tin (-1,7 Pro­zent) güns­ti­ger. „Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat ver­zeich­ne­ten hin­ge­gen alle im Index ent­hal­te­nen Edel­me­tal­le deut­lich höhe­re Prei­se. Das zeigt, dass wir uns nach wie vor auf einem deut­lich zu hohen Preis­ni­veau bewe­gen“, mahnt Brossardt.

Die vbw for­dert ange­sichts der hohen Prei­se, den Bezug von Roh­stof­fen poli­tisch drin­gend zu prio­ri­sie­ren: „Eine siche­re Roh­stoff­ver­füg­bar­keit zu bezahl­ba­ren Prei­sen bleibt für die Unter­neh­men eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. Um Abhän­gig­kei­ten von ein­zel­nen Lie­fer­län­dern und der geo­po­li­ti­schen Welt­la­ge zu ver­rin­gern, müs­sen wir drin­gend neue Märk­te mit gleich­wer­ti­gen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen erschlie­ßen“, so Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

Stu­die „Regio­na­le Arbeitslandschaften“

Fach­kräf­te­eng­päs­se in Bay­ern bis 2035 – in Ober­fran­ken wer­den 42.000 Per­so­nen fehlen

Der Arbeits­kräf­te- und Fach­kräf­te­man­gel wer­de sich in Ober­fran­ken bis 2035 kon­ti­nu­ier­lich und deut­lich ver­schär­fen, teilt die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. mit. Das Ange­bot gehe stär­ker zurück als die Nach­fra­ge, so dass die Fach­kräf­te­lü­cke in der Regi­on von 26.300 Per­so­nen im Jahr 2025 auf knapp 42.000 Per­so­nen im Jahr 2035 wach­sen werde.

Beson­ders rapi­de wer­de sich die Lage zwi­schen 2029 und 2035 ver­schlech­tern. „Damit ist Ober­fran­ken eine der vom Fach­kräf­te­man­gel am stärks­ten betrof­fe­nen Regio­nen in Bay­ern. In 30 von 36 Berufs­haupt­grup­pen wer­den Eng­päs­se auf­tre­ten. Zen­tra­ler Trei­ber ist die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung. Zahl­rei­che Beschäf­tig­te gehen in Ren­te, gleich­zei­tig sinkt die Gebur­ten­ra­te“, schil­dert Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V., die Ergeb­nis­se der Stu­die „Regio­na­le Arbeits­land­schaf­ten“ für Ober­fran­ken. Die Neu­auf­la­ge der Stu­die von 2023 wur­de von der Pro­g­nos AG im Auf­trag der vbw erstellt und heu­te vor­ge­stellt. Sie nimmt erneut die Ent­wick­lung des Ange­bots und der Nach­fra­ge von Arbeits­kräf­ten in den ein­zel­nen Land­krei­sen sowie kreis­frei­en Städ­ten in den Blick. Das zuge­hö­ri­ge Web­ma­ga­zin ermög­licht Ein­bli­cke in die regio­na­len Unter­schie­de sowie Ent­wick­lun­gen vor Ort.

Erst­ma­lig arbei­tet die aktu­el­le Stu­die neben dem oben genann­ten Basis­sze­na­rio mit zwei zusätz­li­chen Sze­na­ri­en, bei denen die Lücke an qua­li­fi­zier­ten Beschäf­tig­ten je nach wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung klei­ner oder grö­ßer aus­fällt. „In jedem Fall wird das Arbeits­kräf­te­an­ge­bot im Frei­staat stär­ker zurück­ge­hen als die Nach­fra­ge. Ins­ge­samt fällt die errech­ne­te Lücke aber auf­grund der ange­spann­ten kon­junk­tu­rel­len Lage sowohl für Ober­fran­ken als auch für Bay­ern klei­ner aus als noch im Jahr 2023 ange­nom­men. Damals hat­ten wir für Ober­fran­ken noch eine Fach­kräf­te­lü­cke bis 2035 von 78.000 Per­so­nen pro­gnos­ti­ziert. Mit Blick auf das Arbeits­kräf­te­an­ge­bot in ganz Bay­ern zeigt sich ein Nord-Süd-Gefäl­le. Die länd­li­chen Krei­se Ober­fran­kens sind davon beson­ders betrof­fen. So sinkt das Arbeits­kräf­te­an­ge­bot am stärks­ten in Kro­nach mit einem Minus von 13,5 Pro­zent und Wun­sie­del mit einem Minus von 12,1 Pro­zent“, führt Bros­sardt aus und ergänzt: „Etwas bes­ser ist die Lage in der Stadt Bam­berg mit einem Minus von 5,6 Pro­zent. Gleich­zei­tig steigt das Arbeits­kräf­te­an­ge­bot in den Bal­lungs­zen­tren. Ein ech­tes Über­an­ge­bot sehen wir aber nir­gend­wo in Bay­ern und Ober­fran­ken. Bei der Nach­fra­ge zeigt sich ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild, denn hier ist die wirt­schaft­li­che Struk­tur vor Ort aus­schlag­ge­bend.“ Der Arbeits­kräf­te­man­gel mani­fes­tiert sich 2035 in Ober­fran­ken am stärks­ten im Land­kreis Kulm­bach, wo die Nach­fra­ge nach ins­ge­samt 32.600 Arbeits­kräf­ten um rund 12,3 Pro­zent über dem Ange­bot lie­gen wird. In der Stadt Bam­berg dage­gen wird die Nach­fra­ge mit 63.400 Arbeits­kräf­ten das Ange­bot um rund 4,7 Pro­zent übersteigen.

„Die Zah­len zei­gen, dass die Fach­kräf­te­si­che­rung für die ober­frän­ki­schen Unter­neh­men lang­fris­tig eine zen­tra­le Zukunfts­auf­ga­be bleibt. Dar­um müs­sen wir alle Beschäf­tig­ten­po­ten­zia­le heben, etwa indem wir die Erwerbs­be­tei­li­gung von Älte­ren und Teil­zeit­kräf­ten erhö­hen. Gleich­zei­tig müs­sen wir die Arbeits­zeit­po­ten­zia­le heben, indem wir die Arbeits­zeit fle­xi­bi­li­sie­ren“, so Bros­sardt abschlie­ßend. Die Stu­die und das Web­ma­ga­zin zur Ent­wick­lung in Ober­fran­ken sind hier abrufbar.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Start der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2026

Mit­fie­bern und anfeu­ern, aber: Fuß­ball-WM hebelt Arbeits­recht nicht aus

Anläss­lich der heu­te star­ten­den Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft in den USA, Kana­da und Mexi­ko macht die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. dar­auf auf­merk­sam, dass wäh­rend der kom­men­den fünf­ein­halb Wochen für Arbeit­neh­mer grund­sätz­lich kei­ne ande­ren Regeln im Unter­neh­men gel­ten als üblich.

„Beschäf­tig­te müs­sen ihre Arbeit pünkt­lich antre­ten und dür­fen den Arbeits­platz weder ohne Geneh­mi­gung ver­las­sen noch Spie­le wäh­rend der Arbeits­zeit ver­fol­gen. Es sei denn, der Arbeit­ge­ber trifft Aus­nah­me­re­ge­lun­gen. Die Ent­schei­dung dar­über liegt aber allein in sei­nem Ermes­sen“, sagt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Er weiß, dass vie­le Unter­neh­men ihren Beschäf­tig­ten erlau­ben, die WM auch wäh­rend der Arbeits­zeit zu ver­fol­gen, um mit ihrer Mann­schaft mit­zu­fie­bern und sie anzu­feu­ern. Vor­aus­set­zung sei natür­lich, dass dies kei­ne nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den Betriebs­ab­lauf habe. „Bei man­chen Tätig­kei­ten ist es ein­fach nicht mach­bar, neben­her ein Spiel anzu­schau­en oder anzu­hö­ren. Aber wo es mög­lich ist, fin­den die Betrie­be in der Regel gute und prag­ma­ti­sche Lösungen.“

Vie­le Spie­le der Fuß­ball-WM fin­den am Abend deut­scher Zeit oder am Wochen­en­de statt. Fern­seh- und Hör­funk­sen­der über­tra­gen Matches aber auch in der Nacht oder am frü­hen Mor­gen. Zudem sind vie­le Public-Vie­w­ing-Ver­an­stal­tun­gen geplant. Nicht weni­ge Beschäf­tig­te in Bay­ern, unter ande­rem in Hotels und Gast­stät­ten oder im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be, arbei­ten im Schicht­dienst. In der baye­ri­schen M+E‑Industrie sind bei­spiels­wie­se in gut der Hälf­te der Betrie­be Beschäf­tig­te über­wie­gend im Schicht­dienst tätig. „Wenn es kei­ne spe­zi­el­le betrieb­li­che Ver­ein­ba­rung gibt, müs­sen Beschäf­tig­te, deren Arbeits­zeit oder Tätig­keit nicht mit der Live-Aus­strah­lung der Spie­le ver­ein­bar ist, Urlaub neh­men. Die­ser muss – wie üblich – mit den Kol­le­gen abge­stimmt sein. Der Vor­ge­setz­te kann den Antrag dann aus wich­ti­gen betrieb­li­chen Grün­den immer noch ableh­nen, zum Bei­spiel wegen zeit­kri­ti­scher Kun­den­pro­jek­te“, betont Brossardt.

Die vbw blickt auch aus wirt­schaft­li­cher Sicht mit beson­de­rem Inter­es­se auf die WM, sind doch die Gast­ge­ber­län­der bedeu­ten­de Han­dels­part­ner für den Frei­staat. „Trotz der aktu­ell ange­spann­ten Situa­ti­on sind unse­re Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zu den USA nach wie vor sehr eng. Mit einem Volu­men von mehr als 37 Mil­li­ar­den Euro waren die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka 2025 erneut zweit­stärks­ter Han­dels­part­ner des Frei­staats. Auf der Lis­te unse­rer größ­ten Export­märk­te ste­hen die USA sogar ganz oben – mit einem Wert an aus­ge­führ­ten Waren von rund 26 Mil­li­ar­den Euro im ver­gan­ge­nen Jahr“, erläu­tert Bros­sardt. Laut vbw war Mexi­ko mit einem Han­dels­vo­lu­men von rund vier Mil­li­ar­den Euro 2025 die Num­mer 25 der wich­tigs­ten Han­dels­part­ner Bay­erns, Kana­da lag mit rund 2,6 Mil­li­ar­den Euro auf Rang 29.

Aller­dings waren die baye­ri­schen Han­dels­vo­lu­mi­na 2025 mit allen drei Län­dern rück­läu­fig: Die Expor­te in die USA gin­gen um 9,8 Pro­zent zurück, nach Kana­da um 2,1 Pro­zent und nach Mexi­ko um 4,4 Pro­zent. Auch die Impor­te redu­zier­ten sich um 12,4 Pro­zent (USA), 2,0 (Kana­da) bezie­hungs­wei­se 20,4 Pro­zent (Mexi­ko). „Das gibt uns sehr zu den­ken. In die­sen Zah­len spie­gelt sich einer­seits die zuneh­mend schrump­fen­de Wett­be­werbs­fä­hig­keit wider, die größ­ten­teils aus den Stand­ort­pro­ble­men in Deutsch­land resul­tiert. Ande­rer­seits zeigt die Ent­wick­lung die gro­ße Ver­un­si­che­rung unse­rer Unter­neh­men infol­ge der US-ame­ri­ka­ni­schen Zoll­po­li­tik, die nicht nur den Waren­aus­tausch mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, son­dern auch mit Mexi­ko und Kana­da belas­tet. Wir hof­fen, dass die WM posi­ti­ve Impul­se set­zen kann, damit sich die ‚Che­mie‘ ins­be­son­de­re zwi­schen Euro­pa und den USA wie­der bes­sert. Die WM 2006 hat bekannt­lich einen Stim­mungs­wan­del her­bei­ge­führt. Mei­ne Hoff­nung ist, dass auch die WM 2026 in der Hin­sicht zumin­dest einen klei­nen Bei­trag leis­ten kann.“

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Rekord­hoch bei Roh­stoff­prei­sen im April – Belas­tung für die Indus­trie wächst weiter

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. leg­te im April 2026 gegen­über März um 4,3 Pro­zent auf einen neu­en Höchst­stand von 202,1 Punk­ten zu, wie die vbw mit­teilt. Damit wach­se die Belas­tung für die Indus­trie weiter.

„Die Roh­stoff­prei­se haben ein neu­es All­zeit­hoch erreicht und das bis­he­ri­ge Rekord­ni­veau aus dem März 2022 über­schrit­ten. Die Dyna­mik der ver­gan­ge­nen Mona­te setzt sich fort und ver­schärft die ohne­hin ange­spann­te Lage für die Unter­neh­men im Frei­staat wei­ter“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Der Teil­in­dex für Indus­trie­me­tal­le stieg im April um 4,5 Pro­zent. Beson­ders stark ver­teu­er­te sich Ger­ma­ni­um (+16, 7 Pro­zent), das unter ande­rem für die Her­stel­lung von Halb­lei­tern und Solar­zel­len rele­vant ist. Auch Alu­mi­ni­um wur­de mit einem Anstieg von 6,6 Pro­zent merk­lich teu­rer. Im Ver­gleich zum April 2025 zeigt sich eine extre­me Ent­wick­lung bei ein­zel­nen Roh­stof­fen: „Der Preis für Wolf­ram stieg im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 642,7 Pro­zent – und damit um mehr als das Sie­ben­fa­che inner­halb eines Jah­res. Das knap­pe Ange­bot trifft auf eine stark wach­sen­de Nach­fra­ge aus der Tech­no­lo­gie- und Rüs­tungs­in­dus­trie. Wolf­ram wird unter ande­rem bei der Her­stel­lung von KI-Chips und moder­nen Waf­fen ein­ge­setzt. Alu­mi­ni­um ver­teu­er­te sich im Jah­res­ver­gleich um 50,9 Pro­zent. Das belas­tet die Unter­neh­men im Frei­staat beson­ders stark, da Alu­mi­ni­um in vie­len indus­tri­el­len Anwen­dun­gen unver­zicht­bar ist und die Pro­duk­ti­ons­kos­ten ent­spre­chend deut­lich stei­gen“, so Brossardt.

Ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend ging der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden im April um 3,3 Pro­zent zurück. Deut­lich güns­ti­ger waren vor allem Sama­ri­um (-37,6 Pro­zent) und Pra­seo­dym (-11,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig kam es bei ein­zel­nen Roh­stof­fen wie Gado­li­ni­um (+17,5 Pro­zent) und Ceri­um (+11,5 Pro­zent) zu spür­ba­ren Preis­an­stie­gen. Auch die Prei­se für Edel­me­tal­le gaben im April nach. Der ent­spre­chen­de Teil­in­dex sank gegen­über März um 2,5 Pro­zent. Neben Gold (-2,8 Pro­zent) ver­güns­tig­te sich auch Sil­ber (-2,6 Pro­zent). Im Vor­jah­res­ver­gleich blieb ins­be­son­de­re Sil­ber jedoch auf einem sehr hohen Niveau und ist wei­ter­hin mehr als dop­pelt so teu­er (+135,4 Prozent).

Ange­sichts der anhal­tend hohen Prei­se for­dert die vbw, den Bezug von Roh­stof­fen poli­tisch zu prio­ri­sie­ren. „Wir müs­sen unse­re Abhän­gig­kei­ten redu­zie­ren, Lie­fer­ket­ten brei­ter auf­stel­len und die Kreis­lauf­wirt­schaft kon­se­quent stär­ken. Nur so kön­nen wir die Ver­sor­gungs­si­cher­heit lang­fris­tig gewähr­leis­ten und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Unter­neh­men sichern“, betont Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

Lage der baye­ri­schen M+E‑Industrie

Ver­lust von fast 30.000 Arbeits­plät­zen in den letz­ten zwei Jahren

Die wirt­schaft­li­che Lage in der baye­ri­schen M+E Indus­trie ist auch im ers­ten Quar­tal 2026 ange­spannt geblie­ben. Die Pro­duk­ti­on sei vier Pro­zent nied­ri­ger gewe­sen als im Vor­jah­res­quar­tal, tei­len bay­me – Baye­ri­scher Unter­neh­mens­ver­band Metall und Elek­tro e. V. und vbm – Ver­band der Baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Indus­trie e. V. mit. Seit Anfang 2024 sei­en fast 30.000 Arbeits­plät­ze ver­lo­ren­ge­gan­gen und mit einem wei­te­ren Abbau von Arbeits­plät­zen wer­de gerechnet.

„Nach­dem sich die wirt­schaft­li­che Lage sowie auch die Stim­mung in Bay­erns größ­tem Indus­trie­zweig, der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2025 vor­sich­tig sta­bi­li­siert hat­ten, sorgt der Iran-Krieg seit März für eine erneu­te wirt­schaft­li­che Zäsur. Fakt ist: Geo­po­li­ti­sche Kri­sen haben die baye­ri­sche M+E Indus­trie wei­ter fest im Griff, denn zwei Drit­tel ihrer Umsät­ze macht sie auf Aus­lands­märk­ten“, fasst Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro­ar­beit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm, das zen­tra­le Ergeb­nis des aktu­el­len M+E Kon­junk­tur­re­ports der Ver­bän­de zusam­men und ergänzt: „Zusätz­lich zu den glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen kämp­fen die Unter­neh­men auch damit, dass die Stand­ort­be­din­gun­gen im Inland nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig sind. Wir brau­chen aber attrak­ti­ve Rah­men­be­din­gun­gen, um in einer Welt­wirt­schaft im Wan­del bestehen zu können.“

Die Pro­duk­ti­on in der M+E Indus­trie lag im ers­ten Quar­tal 2026 um vier Pro­zent nied­ri­ger als im Vor­jah­res­quar­tal. Auf­fäl­lig ist das kräf­ti­ge Plus von rund zehn Pro­zent beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau, der von einer kon­stant hohen Nach­fra­ge nach zivi­len Luft­fahr­zeu­gen sowie stei­gen­den Aus­ga­ben für Rüs­tungs­gü­ter pro­fi­tiert. Bei den bei­den größ­ten Wirt­schafts­zwei­gen der M+E Indus­trie, der Kfz-Indus­trie und des Maschi­nen­baus, gab es dage­gen wei­te­re Ein­bu­ßen. Der Out­put sank bei bei­den Bran­chen jeweils um rund acht Pro­zent. Die­sen Rück­gang konn­te auch der Anstieg beim sons­ti­gen Fahr­zeug­bau nicht kom­pen­sie­ren. „Die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­sie­rung der M+E Indus­trie war nicht nach­hal­tig, die Tal­fahrt setzt sich fort. Die Lage ist dra­ma­tisch. Einen Licht­blick bil­den zumin­dest die Neu­auf­trä­ge, die seit eini­ger Zeit vor­sich­tig auf­wärts­ge­rich­tet sind. Das Auf­trags­vo­lu­men ver­harrt zugleich auf nied­ri­gem Niveau, die Betrie­be kämp­fen wei­ter mit Überkapazitäten.“

Der Beschäf­ti­gungs­ab­bau in der M+E Indus­trie hielt im ers­ten Quar­tal 2026 an. Gegen­über dem Vor­quar­tal sank die Zahl der Beschäf­tig­ten um 0,3 Pro­zent. Seit dem letz­ten Höchst­stand im Janu­ar 2024 gin­gen fast 30.000 Stel­len ver­lo­ren. Aktu­ell zählt die baye­ri­sche M+E Indus­trie rund 845.000 Beschäf­tig­te. Dazu Bros­sardt: „Wir erwar­ten, dass sich der Abbau von Arbeits­plät­zen in den kom­men­den Mona­ten fort­setzt. Die Kurz­ar­beit sinkt eben­falls. Das mag auf den ers­ten Blick über­ra­schend sein, die Ursa­che ist jedoch alar­mie­rend: Da die Kri­se so lan­ge anhält, bleibt vie­len Betrie­ben nur noch die Mög­lich­keit, Beschäf­ti­gung abzu­bau­en, statt sie mit­hil­fe des Kurz­ar­bei­ter­gelds zu halten.“

bay­me vbm for­dern daher grund­le­gen­de und umfas­sen­de Refor­men. „Bis zum Som­mer muss die Bun­des­re­gie­rung den Reform-Tur­bo zün­den, um den Dau­er­still­stand der ver­gan­ge­nen Jah­re zu been­den. Wir haben kei­ne Zeit mehr zu ver­lie­ren. Auf der ande­ren Sei­te müs­sen auch die Gewerk­schaf­ten erken­nen, dass die hohen Arbeits­kos­ten zu unse­ren größ­ten Wett­be­werbs­nach­tei­len gehö­ren. Sie hem­men Inves­ti­tio­nen und erhö­hen den Ver­la­ge­rungs­druck. Es braucht jetzt eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung, damit wir im sich stark ver­än­dern­den glo­ba­len Wett­be­werb bestehen kön­nen“, so Brossardt.

Der M+E Kon­junk­tur­re­port 02/​2026 ist hier zu finden.

vbw-Pres­se­mit­tei­lung zur Reform des Arbeitszeitgesetzes

vbw for­dert mehr Fle­xi­bi­li­tät im Arbeits­zeit­recht und prag­ma­ti­sche Zeiterfassung

Ange­sichts der im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Über­ar­bei­tung des Arbeits­zeit­rechts unter­streicht die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. die Dring­lich­keit der Moder­ni­sie­rung gel­ten­der Regelungen.

„Das deut­sche Arbeits­zeit­recht stammt aus der Indus­trie­ge­sell­schaft des 20. Jahr­hun­derts und passt in wei­ten Tei­len nicht mehr zu unse­rer Berufs­welt“, kri­ti­siert vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die­se habe sich sehr stark gewan­delt. In der täg­li­chen Anwen­dung behin­de­re das Gesetz inzwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer – und schwä­che die inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Wirtschaft.

In einem Posi­ti­ons­pa­pier begrün­det die vbw die Not­wen­dig­keit einer Abkehr von der täg­li­chen Höchst­ar­beits­zeit. „Wir müs­sen raus aus dem Kor­sett der Tages­ar­beits­zeit, hin zu einer fle­xi­bler gestalt­ba­ren Arbeits­zeit von durch­schnitt­lich bis zu 48 Wochen­stun­den. Die euro­päi­sche Arbeits­zeit­richt­li­nie lässt die­sen Spiel­raum aus­drück­lich zu – ohne Abstri­che beim Arbeit­neh­mer­schutz. Es wäre sinn­voll, wenn dies künf­tig in allen Berei­chen und allen Bran­chen gilt“, betont Bros­sardt. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Ansatz­punkt zur Anpas­sung des deut­schen Arbeits­zeit­rechts sind die täg­li­chen Ruhe­zei­ten von elf Stun­den. Bros­sardt erläu­tert: „Ein­fa­che Rück­mel­dun­gen per E‑Mail oder kur­ze dienst­li­che Tele­fo­na­te gel­ten zwar nach recht­li­cher Ein­schät­zung nicht als Unter­bre­chun­gen der Ruhe­zei­ten. Dies ist aber der­zeit Aus­le­gungs­sa­che. Hier ist eine kla­re Rege­lung im neu­en Arbeits­zeit­ge­setz erfor­der­lich, um Unsi­cher­hei­ten zu beheben.“

Die vbw setzt sich zudem für eine mög­lichst unkom­pli­zier­te und unbü­ro­kra­ti­sche Arbeits­zeit­er­fas­sung ein. „Auch wenn Zeit­er­fas­sung dem euro­päi­schen Rechts­rah­men folgt, sind Aus­nah­men mög­lich und not­wen­dig, vor allem bei Ver­trau­ens­ar­beits­zeit. Die Form der Zeit­er­fas­sung muss außer­dem frei wähl­bar blei­ben. Das euro­päi­sche Recht und die Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs geben weder vor, dass die Arbeits­zeit am sel­ben Tag noch in elek­tro­ni­scher Form erfol­gen muss“, so Bros­sardt. Sehr deut­lich spricht er sich für Aus­nah­me­re­ge­lun­gen an Sonn- und Fei­er­ta­gen mit Augen­maß aus: „Wenn bei­spiels­wei­se geschäfts­kri­ti­sche Pro­jek­te die Zusam­men­ar­beit von inter­na­tio­na­len Exper­ten­teams an Fei­er­ta­gen ein­zel­ner Län­der erfor­dern, muss dies arbeits­recht­lich mög­lich sein. Die Aus­nah­me­tat­be­stän­de vom Beschäf­ti­gungs­ver­bot müs­sen im neu­en Arbeits­zeit­ge­setz aus­ge­wei­tet werden.“

Die vbw appel­liert an die Bun­des­re­gie­rung, die anste­hen­de Reform für eine umfas­sen­de Fle­xi­bi­li­sie­rung des Arbeits­zeit­rechts zu nut­zen und damit die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts Deutsch­land nach­hal­tig zu stärken.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind im aktu­el­len Posi­ti­ons­pa­pier der vbw zu finden.

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Krieg in der Golf­re­gi­on befeu­ert Anstieg der Rohstoffpreise

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im ers­ten Quar­tal des Jah­res 2026 um 14,3 Pro­zent auf 188,9 Punk­te gestie­gen. Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­quar­tal lag der Index um fast ein Vier­tel (+23,1 Pro­zent) höher.

„Die Roh­stoff­prei­se lie­gen nahe­zu wie­der auf dem Rekord­hoch von 2021. Die Prei­se stei­gen seit bald einem Jahr deut­lich und haben zuletzt wei­ter an Dyna­mik gewon­nen. Der Iran-Krieg befeu­ert die­se Ent­wick­lung zusätz­lich. Kaum eine Bran­che bleibt von den Preis­stei­ge­run­gen unbe­rührt“, erläu­tert vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Am stärks­ten stieg im ers­ten Quar­tal 2026 mit einem Plus von 34,2 Pro­zent der Preis­in­dex für Edel­me­tal­le an. Erneut ver­teu­er­te sich ins­be­son­de­re Sil­ber (+55,3 Pro­zent). Gegen­über dem ers­ten Quar­tal 2025 lag der Preis sogar um 163,1 Pro­zent höher. Auch die Prei­se für Sel­te­ne Erden ver­zeich­ne­ten im abge­lau­fe­nen Quar­tal einen über­durch­schnitt­li­chen Preis­an­stieg von 29,3 Pro­zent. Sehr viel teu­rer wur­den ins­be­son­de­re Sama­ri­um (+114,0 Pro­zent) und Neo­dym (+46,6 Prozent).

Die Prei­se für Indus­trie­me­tal­le sind im ers­ten Quar­tal 2026 um 14,3 Pro­zent gegen­über dem Vor­quar­tal gestie­gen. Deut­lich teu­rer wur­de unter ande­rem Lithi­um, mit einem Plus von 80,8 Pro­zent. Den stärks­ten Anstieg ver­zeich­ne­te Wolf­ram, des­sen Preis sich mehr als ver­dop­pel­te (+131,4 Pro­zent). Gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal stieg der Preis sogar um 413,8 Pro­zent. „Stren­ge Export­kon­trol­len der chi­ne­si­schen Regie­rung tref­fen auf eine gestie­ge­ne Nach­fra­ge aus der Rüs­tungs- und Tech­no­lo­gie­in­dus­trie. Bei­des zusam­men treibt die Prei­se in die Höhe. Wolf­ram kommt unter ande­rem bei der Her­stel­lung von KI-Chips und moder­nen Waf­fen zum Ein­satz. Die Preis­explo­si­on bei Lithi­um lässt sich auch dar­auf zurück­füh­ren, dass auf Grund der Knapp­heit von Öl und Gas die Nach­fra­ge mas­siv gestie­gen ist, da nun ver­mehrt auf Elek­tro gesetzt wird“, erklärt Bros­sardt und ergänzt, dass auch die für die baye­ri­sche Wirt­schaft sehr wich­ti­gen Metal­le Kup­fer und Alu­mi­ni­um gegen­über dem Vor­quar­tal um 15,7 Pro­zent und 12,9 Pro­zent teu­rer gewor­den sei­en. „Das ist gera­de für den im Frei­staat star­ken Auto­mo­bil- und Maschi­nen­bau­sek­tor eine zusätz­li­che Belastung.“

Ange­sichts stei­gen­der Roh­stoff­prei­se und mög­li­cher Ver­sor­gungs­eng­päs­se for­dert die vbw einen lang­fris­tig aus­ge­rich­te­ten, siche­ren und belast­ba­ren Roh­stoff­im­port. Dafür braucht es einen deut­lich diver­si­fi­zier­te­ren Bezug von Roh­stof­fen: „Wir müs­sen die Abhän­gig­keit von ein­zel­nen Roh­stoff­lie­fe­ran­ten und ‑län­dern ver­rin­gern. Dane­ben gilt es, die Roh­stoff­ef­fi­zi­enz durch geziel­te For­schung vor­an­zu­trei­ben und die Gewin­nung von Sekun­där­roh­stof­fen durch eine ganz­heit­li­che Kreis­lauf­wirt­schaft zu stär­ken“, so Bros­sardt abschließend.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

Pra­xis­na­he Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung als Stell­schrau­be für Nachwuchskräftegewinnung

Girls‘ und Boys’ Day 2026

Anläss­lich des dies­jäh­ri­gen Girls‘ und Boys‘ Day am 23. April beto­nen die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. und die baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Arbeit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm den Stel­len­wert einer früh­zei­ti­gen, pra­xis­na­hen Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung, um den Nach­wuchs auf der Suche nach dem eige­nen Kar­rie­re­weg effek­tiv zu unterstützen.

„Auch wenn die schwie­ri­ge Wirt­schafts­la­ge momen­tan dämp­fend auf den Aus­bil­dungs- und Arbeits­markt wirkt, bleibt die Gewin­nung von gut qua­li­fi­zier­ten Beschäf­tig­ten für die Unter­neh­men im Frei­staat wei­ter­hin eine gro­ße Zukunfts­auf­ga­be“, erklärt Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Das Arbeits­kräf­te­an­ge­bot in Bay­ern sin­ke bran­chen­über­grei­fend. Dar­um hält es die vbw für wich­tig, Kin­dern und Jugend­li­chen dabei zu hel­fen, so früh wie mög­lich ihre eige­nen beruf­li­chen Inter­es­sen und Talen­te zu ent­de­cken. „Gleich­zei­tig müs­sen wir sie dar­über auf­klä­ren, wo der Arbeits­markt sie braucht – und ver­al­te­te Rol­len­kli­schees wei­ter auf­bre­chen, damit sie der indi­vi­du­ell pas­sen­den Berufs­wahl nicht im Wege ste­hen. Der MINT-Bereich steht jun­gen Frau­en genau­so offen wie der sozia­le Beriech dem männ­li­chen Nach­wuchs. Ins­be­son­de­re in der Pfle­ge und Erzie­hung wer­den jun­ge Nach­wuchs­kräf­te hän­de­rin­gend gesucht“, erläu­tert Brossardt.

Die Ver­bän­de bie­ten Jugend­li­chen eng ver­zahnt mit Schu­len und Unter­neh­men zahl­rei­che Initia­ti­ven und Pro­jek­ten zur Unter­stüt­zung bei der Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung. Mit „sprung­brett bay­ern“ för­dern sie die größ­te Prak­ti­kums­bör­se im Frei­staat. Jugend­li­che fin­den hier momen­tan fast 22.000 Prak­ti­kums­an­ge­bo­te aus allen mög­li­chen Bran­chen. Spe­zi­ell für die MINT-För­de­rung von Frau­en haben bay­me vbm gemein­sam mit der Regio­nal­di­rek­ti­on Bay­ern der Bun­des­agen­tur für Arbeit und dem Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft, Lan­des­ent­wick­lung und Ener­gie im Jahr 2013 die Initia­ti­ve „Girls’Day Aka­de­mie“ geschaf­fen. „Mit inzwi­schen 17 Girls’Day Aka­de­mien in Bay­ern ist sie ein Erfolgs­mo­dell. An Real­schu­len und Gym­na­si­en erle­ben je 15 Mäd­chen ab der sieb­ten bis zur zehn­ten Klas­se span­nen­de Ein­bli­cke in tech­ni­sche Beru­fe und kön­nen ihre Talen­te direkt in den Unter­neh­men vor Ort erpro­ben“, führt Bros­sardt aus.

Fän­den die Nach­wuchs­ta­len­te schließ­lich ihren Weg in die baye­ri­sche M+E Indus­trie, war­te­ten auf sie auch in den aktu­el­len Kri­sen­zei­ten sta­bi­le Kar­rie­re­per­spek­ti­ven. „Tat­sa­che ist: Schlie­ßen Jugend­li­che eine Aus­bil­dung in einem M+E Unter­neh­men im Frei­staat erfolg­reich ab, ste­hen die Chan­cen für eine Über­nah­me aus­ge­zeich­net“, betont Bros­sardt und ergänzt: „Im ver­gan­ge­nen Jahr haben die Unter­neh­men 89,2 Pro­zent der Azu­bis befris­tet oder unbe­fris­tet über­nom­men. Für 2026 ver­bes­sert sich die Über­nah­me­quo­te noch ein­mal vor­aus­sicht­lich auf knapp 93 Pro­zent. Die hohe Über­nah­me­be­reit­schaft zeigt den Erfolg der Bemü­hun­gen der Betrie­be, ihren Fach­kräf­te­nach­wuchs lang­fris­tig an sich zu binden.“

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