Praxisnahe Berufs- und Studienorientierung als Stellschraube für Nachwuchskräftegewinnung
Girls‘ und Boys’ Day 2026
Anlässlich des diesjährigen Girls‘ und Boys‘ Day am 23. April betonen die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm den Stellenwert einer frühzeitigen, praxisnahen Berufs- und Studienorientierung, um den Nachwuchs auf der Suche nach dem eigenen Karriereweg effektiv zu unterstützen.
„Auch wenn die schwierige Wirtschaftslage momentan dämpfend auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wirkt, bleibt die Gewinnung von gut qualifizierten Beschäftigten für die Unternehmen im Freistaat weiterhin eine große Zukunftsaufgabe“, erklärt Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Das Arbeitskräfteangebot in Bayern sinke branchenübergreifend. Darum hält es die vbw für wichtig, Kindern und Jugendlichen dabei zu helfen, so früh wie möglich ihre eigenen beruflichen Interessen und Talente zu entdecken. „Gleichzeitig müssen wir sie darüber aufklären, wo der Arbeitsmarkt sie braucht – und veraltete Rollenklischees weiter aufbrechen, damit sie der individuell passenden Berufswahl nicht im Wege stehen. Der MINT-Bereich steht jungen Frauen genauso offen wie der soziale Beriech dem männlichen Nachwuchs. Insbesondere in der Pflege und Erziehung werden junge Nachwuchskräfte händeringend gesucht“, erläutert Brossardt.
Die Verbände bieten Jugendlichen eng verzahnt mit Schulen und Unternehmen zahlreiche Initiativen und Projekten zur Unterstützung bei der Berufs- und Studienorientierung. Mit „sprungbrett bayern“ fördern sie die größte Praktikumsbörse im Freistaat. Jugendliche finden hier momentan fast 22.000 Praktikumsangebote aus allen möglichen Branchen. Speziell für die MINT-Förderung von Frauen haben bayme vbm gemeinsam mit der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Jahr 2013 die Initiative „Girls’Day Akademie“ geschaffen. „Mit inzwischen 17 Girls’Day Akademien in Bayern ist sie ein Erfolgsmodell. An Realschulen und Gymnasien erleben je 15 Mädchen ab der siebten bis zur zehnten Klasse spannende Einblicke in technische Berufe und können ihre Talente direkt in den Unternehmen vor Ort erproben“, führt Brossardt aus.
Fänden die Nachwuchstalente schließlich ihren Weg in die bayerische M+E Industrie, warteten auf sie auch in den aktuellen Krisenzeiten stabile Karriereperspektiven. „Tatsache ist: Schließen Jugendliche eine Ausbildung in einem M+E Unternehmen im Freistaat erfolgreich ab, stehen die Chancen für eine Übernahme ausgezeichnet“, betont Brossardt und ergänzt: „Im vergangenen Jahr haben die Unternehmen 89,2 Prozent der Azubis befristet oder unbefristet übernommen. Für 2026 verbessert sich die Übernahmequote noch einmal voraussichtlich auf knapp 93 Prozent. Die hohe Übernahmebereitschaft zeigt den Erfolg der Bemühungen der Betriebe, ihren Fachkräftenachwuchs langfristig an sich zu binden.“
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vbw-Energiepreisindex für Januar 2026
Energiepreise legen zum Jahresbeginn zu
Der Energiepreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist im Januar 2026 wieder gestiegen. Gegenüber Dezember 2025 legte er um 1,5 Prozent auf 108,4 Punkte zu, wie die vbw mitteilt.
„Die hohe Belastung für unsere Unternehmen durch die Energiekosten zeigt sich vor allem im langfristigen Vergleich: Aktuell liegen die Energiepreise für die bayerische Wirtschaft verglichen mit dem Jahresdurchschnitt 2019 – dem letzten Vorkrisenjahr – noch immer um fast 30 Prozent höher“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Folgen des Iran-Kriegs, der bereits zu einem kräftigen Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt hat, seien in diesen Zahlen noch nicht enthalten. „Wir werden also in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg des vbw Energiepreisindex sehen.“
Der Anstieg des vbw Energiepreisindex im Januar ist auf die Primärenergie zurückzuführen. Dieser Teilindex stieg um 3,3 Prozent auf 97,0 Punkte. „Positiv zu erkennen ist, dass das Vorjahresniveau um 22,8 Prozent unterschritten wurde. Die Energiekosten am Wirtschaftsstandort Bayern sind im internationalen Vergleich aber weiterhin zu hoch. Hier brauchen wir dringend ein stabiles niedrigeres Preisniveau“, fordert Brossardt. Besonders stark verteuerte sich im Vormonatsvergleich Steinkohle, deren Einfuhrpreise um 5,9 Prozent stiegen. Der Erzeugerpreis für Braunkohle stieg um 4,1 Prozent. Bei Erdöl stiegen die Einfuhrpreise ebenfalls um 4,1 Prozent, die Erzeugerpreise gaben jedoch um 4,6 Prozent nach. Auch bei Erdgas stiegen die Einfuhrpreise (+3,1 Prozent), die inländischen Erzeugerpreise sanken je nach Abnehmergruppe um 1,5 bis 2,1 Prozent.
Der Teilindex für Sekundärenergie blieb im Januar nahezu unverändert bei 119,8 Punkten (+0,1 Prozent). Das Vorjahresniveau wurde um 6,8 Prozent unterschritten. Während sich leichtes Heizöl und Diesel deutlich um 6,0 bzw. 7,6 Prozent gegenüber Dezember verteuerten, gingen die Preise für Flüssiggas (-2,6 Prozent) und Fernwärme (-1,6 Prozent) zurück.
„Energiekosten sind einer unserer großen Standortnachteile. Die hohen Kosten am Standort schaden unserer Wettbewerbsfähigkeit und gehen damit zu Lasten der Transformation. Ohne global konkurrenzfähige Stromkosten werden wir weiter zurückfallen“, so Brossardt. Dieses zentrale Problem müsse für die Standortsicherung endlich angegangen werden. Auch die Einführung eines Industriestrompreises sei ein wichtiger Schritt, müsse aber wirksam, praxistauglich und mit bestehenden Entlastungsinstrumenten kombinierbar ausgestaltet sein, um tatsächlich zu entlasten. „Den Ausbau der Netze und aller erneuerbaren Energien müssen wir zudem deutlich beschleunigen“, so Brossardt.
Basisjahr für den vbw Energiepreisindex ist 2021 (2021=100). Weitere Erläuterungen zum vbw-Energiepreisindex sind hier zu finden.
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Lage der bayerischen M+E‑Industrie
21.000 Arbeitsplätze gingen 2025 verloren
Der Beschäftigungsabbau in der M+E‑Industrie setzt sich weiter fort. Im Jahresverlauf 2025 gingen 21.000 Arbeitsplätze verloren, wie die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm mitteilen.
„Die wirtschaftliche Lage in der bayerischen M+E Industrie bleibt angespannt. Vor allem die strukturellen Herausforderungen belasten die Unternehmen und führen zu einem sich fortsetzenden Beschäftigungsrückgang. Konjunkturell sollte der Tiefpunkt erreicht sein, die Auftragseingänge nehmen erfreulicherweise wieder zu. Die Bundesregierung muss den Reformstau nun entschlossen und vor allem zügig angehen“, fasst der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm, Bertram Brossardt, die Ergebnisse des aktuellen M+E Konjunkturreports der Verbände zusammen.
Die Produktion in der M+E Industrie stieg im Jahresdurchschnitt 2025 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. bayme vbm waren ursprünglich von einem Produktionsrückgang für 2025 ausgegangen, nach einer Revision der Industrieproduktionsstatistik durch das Bayerische Landesamt für Statistik lag das Produktionsniveau im vergangenen Jahr aber im Plus und nicht im Minus. „Die Produktion liegt auf einem höheren Niveau, eine Belebung im Jahresverlauf hat es aber nicht gegeben“, ordnet Brossardt die Zahlen ein und ergänzt: „Erfreulich ist dagegen, dass die Auftragseingänge bei den bayerischen M+E Betrieben um 3,7 Prozent gegenüber 2024 gestiegen sind. Im letzten Quartal 2025 haben vor allem die Inlandsbestellungen kräftig zugenommen.“
Der Beschäftigungsabbau in der M+E Industrie setzt sich unterdessen weiter fort. Im Jahresverlauf 2025 gingen 21.000 Arbeitsplätze verloren. „Fakt ist: Seit dem letzten Höchststand im Januar 2024 wurden insgesamt 36.000 Stellen abgebaut. Die Lage ist und bleibt also weiterhin dramatisch“, macht Brossardt deutlich. Zumal sich der Beschäftigungsrückgang laut bayme vbm in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Die Beschäftigungspläne der bayerischen M+E Unternehmen sind klar im negativen Bereich, was sich durch alle Branchen zieht. „Besonders negativ sind die Pläne in der Automobil- und Zulieferindustrie sowie bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen.“
Laut bayme vbm ist eine grundlegende Standortreform daher unumgänglich. Die schwarz-rote Bundesregierung ist zwar vielversprechend gestartet und hat richtige Akzente gesetzt, die Erwartungen der M+E Industrie wurden aber bislang nur unzureichend erfüllt. „Eine klare Schwachstelle der Regierung bleibt leider immer noch der fehlende Reformwille bei den sozialen Sicherungssystemen. Die Vorschläge der Sozialstaatskommission liegen zwar vor, eine Umsetzung ist aber erst Ende 2027 geplant. Damit verspielen wir wertvolle Zeit. Das gleiche gilt für den Bürokratieabbau: Hier gibt es zwar vielversprechende Ankündigungen, die konkrete Umsetzung lässt aber auf sich warten. Und letztendlich brauchen wir zügig die Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen – auch mit Blick auf die volatile Lage im Nahen Osten können unsere Firmen nach Jahren hoher Energiepreise keine weiteren exorbitanten Preissprünge mitmachen. Wir stecken immer noch in einer tiefgreifenden strukturellen Krise“, so Brossardt. Der M+E‑Konjunkturreport ist hier zu finden.
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Neue geschäftsführende Dekanatsjugendreferentin im Dekanat Bamberg
„…alles neu?!“ – Einführung von Diakonin Anne Buckel
Am vergangenen Sonntag wurde Diakonin Anne Buckel in das Amt der geschäftsführenden Dekanatsjugendreferentin im Dekanat Bamberg eingeführt.
Mit einem klaren Bekenntnis zum Aufbruch und mit spürbarer Lust auf neue Herausforderungen hat Diakonin Anne Buckel ihren neuen Dienst im Dekanat Bamberg begonnen. In einem Gottesdienst am 1. März in der Stephanskirche wurde die 28-Jährige als neue geschäftsführende Dekanatsjugendreferentin eingeführt und für ihren Dienst gesegnet.
Die Stelle, die zuvor viele Jahre lang Sabine Strelov innegehabt hatte, war seit September 2025 vakant. Fündig wurde das Dekanat in den eigenen Reihen: Anne Buckel war bislang als Dekanatsjugendreferentin für die Stadtregion 1 und 2 tätig. Zu diesen Regionen gehören die Kirchengemeinden St. Stephan, St. Matthäus in Gaustadt, die Erlöserkirche sowie in Stadtregion 2 die Gemeinden Auferstehung und Memmelsdorf-Lichteneiche. Dort hat sie die Konfirmand:innenarbeit auf regionale Füße gestellt, gemeinsam mit den Gemeinden konzipiert und praktisch umgesetzt, unter anderem mit dem Ziel, dass Gemeinden miteinander arbeiten und voneinander profitieren können.
Neuer Stellenzuschnitt, neue Verantwortung
Mit der Einführung ändert sich ihr Stellenprofil grundlegend: Künftig übernimmt Anne Buckel mit einer halben Stelle die Geschäftsführung der Evangelischen Jugend (EJ) im gesamten Dekanat Bamberg. In dieser Funktion wird sie die EJ nach innen koordinieren und nach außen vertreten, und das in einer Phase, die von Umstrukturierungen und tiefgreifenden Veränderungsprozessen geprägt ist. Die andere halbe Stelle bleibt in der direkten Arbeit vor Ort: Anne Buckel wird weiterhin für die Konfirmand:innen- und Jugendarbeit der Kirchengemeinden Memmelsdorf-Lichteneiche und Auferstehung zuständig sein. Für die Gemeinden St. Stephan, St. Matthäus in Gaustadt und die Erlöserkirche bedeutet dies jedoch einen Einschnitt. Die halbe Stelle, die dadurch frei wird, wird nun neu ausgeschrieben.
„Alles neu“ – Zusage und Herausforderung
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ Für ihre Einführung hat sich Anne Buckel die Jahreslosung 2026 aus dem Buch der Offenbarung ausgesucht. „Alles neu, das kann auch ganz schön Stress erzeugen“, so Dekanin Sabine Hirschmann bei ihrer Ansprache. Veränderungen kosteten Kraft, besonders dann, „wenn man losgehen muss, ohne genau zu wissen, wohin der Weg führt.“ An Anne Buckel erlebe sie jedoch viel Gottvertrauen, eine große Liebe zu den Menschen und spürbare Lust, an der Kirche der Zukunft mitzubauen. „Sie fragt danach, was für junge Menschen das Beste ist und welche Veränderungen es dafür braucht“, sagte Hirschmann und dankte der Diakonin „für Aufbruchsmut, Geduld und Hoffnungsstärke.“ Die Jahreslosung stehe dabei unter der Zusage, dass man nicht allein voran gehen muss: Gott selbst ist es, der Neues schafft.
Kompetenz, Überblick und Herz
Mit Anne Buckel, so Dekanin Hirschmann, gewinne die Evangelische Jugend eine Geschäftsführerin, die Struktur, Überblick, Organisationskompetenz, Zuverlässigkeit und Kommunikationsstärke mitbringt. Ebenso wichtig seien Buckels Transparenz im Denken und Handeln, ihre ansteckende Fröhlichkeit und ein Herz für Menschen. Denn Haushaltspläne und Abrechnungen seien nur eine Seite der Geschäftsführung. Mindestens ebenso zentral sei es, mit unterschiedlichen Menschen im Kontakt zu sein, die Evangelische Jugend innerlich zu stabilisieren, sie nach außen sichtbar zu machen und jungen Menschen zu vermitteln: Wir haben eine gute Botschaft für euch.
„Ich hab Bock“
Anne Buckel selbst bringt ihre Motivation auf den Punkt: „Ich hab Bock! Und zwar darauf, junge Menschen im Blick zu haben, sie ein Stück dabei zu begleiten, Mut zu entwickeln. Mut dazu, eine eigene Meinung zu haben und Verantwortung zu übernehmen.“ Vieles aus ihrer bisherigen Arbeit nehme sie mit. „Die alte Anne“, so sagte es die Dekanin augenzwinkernd, bringe Erfahrungen mit, die der „neuen Anne“ in der Geschäftsführung sehr zugutekämen.
„Alles neu“ auch in der Dekanatsjugendk(l)ammer
Auch in der „Dekanatsjugendk(l)ammer“, dem wichtigsten Gremium der EJ Bamberg, gibt es Veränderungen. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden die ehemaligen Vorsitzenden der Dekanatsjugendk(l)ammer Lisa Kaden und Peter Wüst verabschiedet und ihnen für ihr großes ehrenamtliches Engagement gedankt.
Mit viel Energie und klarem Kompass beginnt für Anne Buckel nun ein „halb neuer Lebensabschnitt“, mitten in Veränderungen, getragen von der Zusage: Gott macht alles neu.
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14. Monitoring der Energiewende der vbw
Kurs der Energiewende stimmt, doch es fehlt an Tempo
Das 14. Monitoring der Energiewende der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kommt auch in diesem Jahr zu dem Ergebnis, dass der Fortschritt der Energiewende nicht zufriedenstellend ist.
Der Umbau des deutschen Energiesystems ist weiterhin von strukturellen Defiziten geprägt. „Nach wie vor sind am Standort die Energiepreise zu hoch. Dadurch verlieren deutsche Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Industriestrompreisen“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Transformation stockt, insbesondere beim Ausbau der Windenergie und der Netze bleibt Deutschland hinter den Zielmarken zurück. „Die zuletzt gesunkenen Treibhausgas-Emissionen sind maßgeblich Folge der schwachen konjunkturellen Entwicklung und der anhaltenden Produktionsrückgänge in der energieintensiven Industrie. „Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs ist daher kein energiepolitischer Erfolg, sondern Ausdruck einer stagnierenden Konjunktur. Das ist nicht der Weg, auf dem wir klimaneutral werden wollen“, erläutert Brossardt.
Das Monitoring der Energiewende, das im Auftrag der vbw von der Prognos AG erstellt wurde, ist in vier Kategorien aufgeteilt: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Erneuerbare und Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit. Mit einer Ausnahme stagnierten die Werte sowohl in Bayern als auch im Bund. Die Versorgungssicherheit erhielt in Bayern auf einer Skala zwischen 1 und 3 wie im Vorjahr die Note 2,3 (Bund 2,3). Im Bereich „Erneuerbare und Energieeffizienz“ blieb der Wert bei 1,8 (Bund 2,3), im Bereich Umweltverträglichkeit bei 3 (Bund 1). Lediglich in der Kategorie Bezahlbarkeit registrierte das Monitoring sowohl in Bayern als auch deutschlandweit eine Verbesserung, und zwar jeweils von 3 auf 2,5. Die Bewertung der Entwicklung in der jeweiligen Kategorie basiert auf den selbstgesteckten Zielen von Bund und Freistaat. „Trotz aller Kritik sind wir im 14. Monitoring-Jahr vorangekommen, wenn auch nicht gerade schnell. Mit Blick auf die Bezahlbarkeit leuchtet unsere Monitoring-Ampel zwar weiterhin rot, aber zumindest die Strompreise für private Haushalte sind gesunken. Insgesamt bleiben die Energiepreise für Industrie und Haushalte aber deutlich über dem Niveau des Vor-Coronajahres 2019“, sagt Brossardt.
Die Versorgungssicherheit blieb mäßig zufriedenstellend. Der Netzausbau kam nur schleppend voran. „Die Versorgungssicherheit war 2024 trotzdem gewährleistet. Diese Stabilität ist aber teuer erkauft – allein die Systemsicherheitsmaßnahmen kosteten 2024 rund drei Milliarden Euro. Kosten, die die gesamte Wirtschaft belasten. Umso wichtiger ist es, dass wir strukturelle Lösungen voranbringen“, so Brossardt.
Der Kurs der Energiewende stimmt, aber es fehlt laut vbw an Tempo. Um schneller voranzukommen, sind die Akteure auf allen politischen Ebenen gefordert. „Brüssel muss die Beihilfevorschriften so schnell wie möglich anpassen. Denn diese verhindern bislang einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis. Die Bundesregierung muss die Kosten weiter eindämmen. Es gilt jetzt, die Stromsteuer dauerhaft auf das europäische Mindestniveau zu senken – und zwar für alle Branchen. Zudem muss Schwarz-Rot beim Ausbau weiter Gas geben, sowohl bei den erneuerbaren Energien als auch bei den Netzen. Wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern will – und das ist dringend nötig –, brauchen die hier ansässigen Unternehmen zuverlässig bezahlbare Energie“, stellt Brossardt klar.
Das 14. Monitoring der Energiewende der vbw steht hier zum Download bereit.
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vbw zum Equal Pay Day
Entgeltlücke wird kleiner – noch Spielraum bei Arbeitszeitpotenzial von Frauen
Anlässlich des diesjährigen Equal Pay Day am 27. Februar fordert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. einen sachlichen Umgang mit dem Thema Entgeltgleichheit.
Sie betont dabei die Bedeutung der vollzeitnahen Beschäftigung von Frauen für das Schließen der Entgeltlücke. „Die geschlechterbedingte Lohnlücke wird kleiner – das ist eine Entwicklung, die wir begrüßen. Wir müssen aber weiterhin an der Behebung der Ursachen für die Unterschiede der Entgelthöhe arbeiten. Denn diese ist beispielsweise auch darin begründet, dass die individuelle Vergütung sich nach Faktoren wie der Berufswahl, dem jeweiligen Qualifikationsniveau oder der persönlichen Lebenssituation richtet“, erklärt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Ab einem Alter von 30 Jahren zeigt sich ein deutlicher Sprung im Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, da Frauen hier oft zum ersten Mal Mutter werden. Frauen reduzieren oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen häufiger und länger als Männer. Dies hat dann Auswirkungen auf die weitere Lohnentwicklung. Hier gilt es anzusetzen.“
Um die Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen insgesamt weiter zu reduzieren, müssen laut vbw die Arbeitszeitpotenziale von Frauen besser gehoben und insbesondere der Weg zu einer Vollzeit- oder vollzeitnahen Beschäftigung erleichtert werden. „Momentan arbeiten zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen mit Kindern in Teilzeit. Wir erhöhen die Beschäftigungsanreize zum Beispiel, indem wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern. Dafür müssen wir die Betreuungsinfrastruktur für Kinder ausbauen“, so Brossardt.
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Pressemitteilung zum dualen Studium an bayerischen Hochschulen
vbw erfreut über stärksten Zuwachs an dual Studierenden seit zehn Jahren
Zur Veröffentlichung der aktuellen Studierendenzahlen in Bayern durch Bayerns Netzwerk für dual Studierende, “hochschule dual”, zeigt sich die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erfreut über den bemerkenswerten Anstieg der dual Studierenden im Wintersemester 2025//2026 um sieben Prozent von 9.252 auf 9.914.
„Die Hochschulen verzeichnen das stärkste Wachstum seit zehn Jahren. Diese Entwicklung zeigt, dass die Unternehmen im Freistaat trotz schwieriger Wirtschaftslage und Strukturkrise in den Nachwuchs investieren. Das duale Studium ist und bleibt ein Erfolgsmodell, die dual Studierenden sind als Fachkräfte von morgen unverzichtbar für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und ergänzt: „Die jungen Leute schätzen die Planbarkeit und finanzielle Sicherheit während ihrer Ausbildung. Die Unternehmen binden die Nachwuchstalente für die eigene Fachkräftesicherung früh an sich. Vom dualen Konzept profitieren alle Beteiligten.“
Erstmals seit dem Wintersemester 2019//20 stieg auch die Studierendenzahl im Verbundstudium wieder an, und zwar um 473 Personen und damit auf 43 Prozent der insgesamt dual Studierenden. 55 Prozent wählten ein Studium mit vertiefter Praxis, zwei Prozent der Studierenden entschieden sich für ein duales Masterstudium. Der Blick auf die Wahl der Studiengänge zeigt, dass das Feld Technik und IT mit einem Anteil von fast 56 Prozent weiterhin am gefragtesten ist. Danach folgen die Studiengänge im Sozial- und Gesundheitswesen mit 22 Prozent und die Wirtschaftswissenschaften mit 13 Prozent. Brossardt erklärt: „Studierende profitieren gerade im MINT-Bereich von der praxisnahen und gleichzeitig akademischen Ausbildung. So sind sie beim Eintritt in die Erwerbstätigkeit bereits gut mit den betrieblichen Abläufen vertraut. Durch die enge Orientierung am Arbeitsmarkt warten auf dual Studierende speziell in MINT-Fächern nach dem erfolgreichen Abschluss gute Karriereperspektiven. Denn auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Lage dämpfend auf den Arbeitsmarkt wirkt, bleibt die Suche nach qualifizierten Beschäftigten aufgrund des demografischen Wandels langfristig eine Herausforderung.“
Auch die Zahl der Praxispartner im dualen Studium bleibt auf hohem Niveau. Insgesamt verzeichnet „hochschule dual“ über 3.390 Kooperationen der Hochschulen mit Unternehmen, Behörden und Einrichtungen. Brossardt betont: „Das duale Studium ist wichtig für unsere Standortqualität. Darum müssen die Kapazitäten an den Hochschulen für duale Studiengänge weiter auf diesem hohen Level gehalten werden. Insbesondere das duale Masterstudium muss weiter gestärkt werden, denn es wird von Unternehmen zunehmend zur Personalentwicklung genutzt.“
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vbw zu den bayerischen Tourismuszahlen 2025
Aufwärtstrend im Tourismus setzt sich fort
Anlässlich der vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlichten Tourismuszahlen für 2025 sieht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. den Aufwärtstrend in der Branche bestätigt.
Demnach erhöhte sich die Zahl der Gästeankünfte um knapp ein Prozent auf 41 Millionen, die Zahl der Übernachtungen stieg ebenfalls um 0,2 Prozent auf 103 Millionen. „Bayern bleibt mit Abstand Tourismusland Nummer eins in Deutschland. Die Zahlen zeigen, dass sich der bayerische Tourismus aus der Krise der Corona-Jahre herausgearbeitet hat“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Er ist eine der zentralen Säulen der bayerischen Wirtschaft. Neben dem Bewirtungs- und Beherbergungsgewerbe bieten viele weitere Branchen touristische Dienstleistungen an, etwa das Beförderungsgewerbe, der Einzelhandel oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Bayernweit, vor allem im ländlichen Raum, leistet die Branche dabei einen starken Beitrag zu Wirtschaftskraft und Beschäftigung.“
Unter den Regierungsbezirken verzeichnet 2025 die Oberpfalz die höchsten Zuwächse sowohl bei den Gästeankünften (+2,7 Prozent) als auch bei den Übernachtungen (+1,1 Prozent). Das höchste absolute Gästeaufkommen unter den sieben bayerischen Regierungsbezirken hatte 2025 erwartungsgemäß Oberbayern mit rund 19,6 Millionen Gästeankünften und etwa 46,4 Millionen Übernachtungen.
Für alle Unternehmen der Tourismuswirtschaft gilt aus Sicht der vbw Sie sind auf gute Rahmenbedingungen angewiesen, um die Herausforderungen bestehen zu können und langfristig erfolgreich zu sein. „Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen schafft dringend benötigte Planbarkeit und erhält notwendige Liquidität“, so Brossardt. Die Betriebe bleiben aber gefordert, die massiv gestiegenen Preise, die wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie deren Auswirkungen auf das Urlaubsbudget der Gäste zu bewältigen. Gleichzeitig müssen die Unternehmen ihren Transformationsprozess mit Blick auf Klimaschutz und Klimawandel gestalten. Darüber hinaus leidet die Branche enorm unter bürokratischen Lasten und dem Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel. „Die gesetzliche Verankerung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden anstelle einer täglichen Betrachtungsweise würde einen wichtigen Beitrag zur weiteren Gesundung der Tourismuswirtschaft leisten“, appellierte Brossardt an die Regierungskoalition im Bund.
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vbw zum deutschen Außenhandel 2025
Deutsche Ausfuhren stagnieren – China überholt die USA als wichtigsten Exportmarkt
Die deutschen Warenexporte sind 2025 kaum gewachsen. Demnach wurden 2025 Waren im Wert von rund 1.570 Milliarden Euro ins Ausland exportiert, das war lediglich ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 4,4 Prozent auf 1.367 Milliarden Euro. Dadurch sank der deutsche Exportüberschuss um mehr als 42 Milliarden auf rund 203 Milliarden Euro. Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sind die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen ein klares Warnsignal für den Standort.
„Die strukturellen Standortprobleme sind ein immenser Wettbewerbsnachteil auf den Weltmärkten, bei ohnehin großen außenwirtschaftlichen Herausforderungen für unsere Unternehmen. Die erratische US-Zollpolitik bremst die Weltwirtschaft insgesamt. Das belastet die tief in den Welthandel integrierten Volkswirtschaften Bayerns und Deutschlands in besonderem Maße. Auch der stark aufgewertete Euro stellt eine Bedrohung für unsere stark exportorientierte Industrie dar“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Exporte in die wichtigsten Märkte verzeichneten teilweise starke Rückgänge. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Exporte in die USA aufgrund der aggressiven US-Zollpolitik um 9,3 Prozent auf 146,9 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Auch die Ausfuhren nach China haben mit einem Rückgang in gleicher Höhe deutlich an Schwung verloren. Erfreulich sind die gestiegenen Exporte in die EU-Staaten um über vier Prozent“, so Brossardt weiter.
2025 war China mit einem Außenhandelsvolumen von 251,8 Milliarden Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner, noch vor den Vereinigten Staaten mit einem Außenhandelsumsatz von 240,5 Milliarden Euro. Dass China die USA im Außenhandel mit Deutschland überholt hat, zeige die enge Verflechtung mit dem chinesischen Markt. Zugleich verdeutliche der Rückgang des Handels mit den USA, wie stark die politischen Rahmenbedingungen den Außenhandel beeinflussen und wie wichtig es ist, die Handelsbeziehungen zu diversifizieren und resilienter aufzustellen. „Die Zustimmung des EU-Parlaments zum Mercosur-Abkommen wäre ein wichtiges Signal gewesen. Wichtig ist es jetzt, dass die Kommission die vorläufige Anwendung des Abkommens beschließt. So kann die Wirtschaft von den Vorteilen des Abkommens profitieren, während die Entscheidung des EuGH abgewartet wird. Auch das abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit Indien bietet immense Chancen. Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker und unabhängiger macht“, erläutert Brossardt.
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vbw zum EU-Indien-Freihandelsabkommens
Abkommen bietet große Chancen zur Markterschließung
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt den erfolgreichen Verhandlungsabschluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens.
„Dass die EU und Indien ihre Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen haben, sendet ein starkes Signal. Angesichts der veränderten Weltlage sind Deutschland und die EU mehr denn je gefordert, neue Handels‑, Rohstoff- und Investitionspartnerschaften überall auf der Welt abzuschließen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Handelspolitik von US-Präsident Trump belaste den gesamten Welthandel. China benutze seine Exportkontrollen für Seltene Erden als machtpolitisches Mittel. Eine internationale und global vernetzte Volkswirtschaft wie Bayern bekomme das zu spüren. „Das Abkommen mit Indien ist ein zentraler Schritt, um von einem dynamischen Markt zu profitieren, unsere Handelsbeziehungen zu diversifizieren und unsere Position im Indo-Pazifik zu stärken,“ so Brossardt.
Durch den Wegfall der Zölle auf über 90 Prozent der Warenexporte der EU biete das Abkommen neue Absatzmöglichkeiten. Zölle auf den Großteil von Maschinen und elektrischen Ausrüstungen würden von 44 Prozent auf null Prozent sinken. Die Zölle im Bereich Luft- und Raumfahrzeuge würden ebenfalls für die meisten Produkte eliminiert. „Auch die Medizintechnik wird profitieren, da Zölle auf 90 Prozent der optischen, medizinischen und chirurgischen Ausrüstung abgeschafft wurden. Kritisch sehen wir das Kontingent von 250.000 Fahrzeugen. Trotzdem kann die Automobilindustrie davon profitieren, denn deren Exporte nach Indien sind derzeit noch mit Zöllen von bis zu 110 Prozent belegt. Für Fahrzeuge werden diese künftig auf zehn Prozent sinken, für Autoteile werden Zölle schrittweise komplett abgeschafft,“ so Brossardt.
Das Freihandelsabkommen stellt das bislang größte beider Seiten dar und eröffnet einen Markt mit einer Bevölkerung von über 1,45 Milliarden Menschen. Indien zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt von über vier Billionen US-Dollar zu den größten Volkswirtschaften weltweit. Die Wirtschaft des Schwellenlandes zeichnet sich zudem durch eine sehr hohe Wachstumsdynamik aus. „Bis 2030 gehen wir von einem durchschnittlichen BIP-Wachstum von rund sechseinhalb Prozent pro Jahr aus. In der Folge wird Indien in den kommenden Jahren Deutschland und Japan in der Rangliste der global größten Volkswirtschaften überholen und auf Rang 3 klettern“, erläutert Brossardt und ergänzt: „Indien hat als Absatzmarkt für bayerische Produkte stark an Bedeutung gewonnen, die Ausfuhren legten zwischen 2015 und 2024 um über 60 Prozent zu. Im Vergleich zu den USA und China ist das Exportvolumen jedoch weiter gering. Umso wichtiger ist es jetzt, bestehende Handelsbeschränkungen abzubauen und das Potenzial des indischen Marktes voll auszuschöpfen.“
Laut vbw muss Europa mit Blick auf die industrielle Expansion Chinas und die angespannten transatlantischen Beziehungen Einigkeit und Stärke demonstrieren. „Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen setzen wir auf eine zügige Ratifizierung des Abkommens ohne unnötige Verzögerungen“, betont Brossardt abschließend.