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Indien

vbw zum EU-Indien-Freihandelsabkommens

Abkom­men bie­tet gro­ße Chan­cen zur Markterschließung

Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. begrüßt den erfolg­rei­chen Ver­hand­lungs­ab­schluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens.

„Dass die EU und Indi­en ihre Ver­hand­lun­gen erfolg­reich abge­schlos­sen haben, sen­det ein star­kes Signal. Ange­sichts der ver­än­der­ten Welt­la­ge sind Deutsch­land und die EU mehr denn je gefor­dert, neue Handels‑, Roh­stoff- und Inves­ti­ti­ons­part­ner­schaf­ten über­all auf der Welt abzu­schlie­ßen“, sag­te vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die Han­dels­po­li­tik von US-Prä­si­dent Trump belas­te den gesam­ten Welt­han­del. Chi­na benut­ze sei­ne Export­kon­trol­len für Sel­te­ne Erden als macht­po­li­ti­sches Mit­tel. Eine inter­na­tio­na­le und glo­bal ver­netz­te Volks­wirt­schaft wie Bay­ern bekom­me das zu spü­ren. „Das Abkom­men mit Indi­en ist ein zen­tra­ler Schritt, um von einem dyna­mi­schen Markt zu pro­fi­tie­ren, unse­re Han­dels­be­zie­hun­gen zu diver­si­fi­zie­ren und unse­re Posi­ti­on im Indo-Pazi­fik zu stär­ken,“ so Brossardt.

Durch den Weg­fall der Zöl­le auf über 90 Pro­zent der Waren­ex­por­te der EU bie­te das Abkom­men neue Absatz­mög­lich­kei­ten. Zöl­le auf den Groß­teil von Maschi­nen und elek­tri­schen Aus­rüs­tun­gen wür­den von 44 Pro­zent auf null Pro­zent sin­ken. Die Zöl­le im Bereich Luft- und Raum­fahr­zeu­ge wür­den eben­falls für die meis­ten Pro­duk­te eli­mi­niert. „Auch die Medi­zin­tech­nik wird pro­fi­tie­ren, da Zöl­le auf 90 Pro­zent der opti­schen, medi­zi­ni­schen und chir­ur­gi­schen Aus­rüs­tung abge­schafft wur­den. Kri­tisch sehen wir das Kon­tin­gent von 250.000 Fahr­zeu­gen. Trotz­dem kann die Auto­mo­bil­in­dus­trie davon pro­fi­tie­ren, denn deren Expor­te nach Indi­en sind der­zeit noch mit Zöl­len von bis zu 110 Pro­zent belegt. Für Fahr­zeu­ge wer­den die­se künf­tig auf zehn Pro­zent sin­ken, für Auto­tei­le wer­den Zöl­le schritt­wei­se kom­plett abge­schafft,“ so Brossardt.

Das Frei­han­dels­ab­kom­men stellt das bis­lang größ­te bei­der Sei­ten dar und eröff­net einen Markt mit einer Bevöl­ke­rung von über 1,45 Mil­li­ar­den Men­schen. Indi­en zählt mit einem Brut­to­in­lands­pro­dukt von über vier Bil­lio­nen US-Dol­lar zu den größ­ten Volks­wirt­schaf­ten welt­weit. Die Wirt­schaft des Schwel­len­lan­des zeich­net sich zudem durch eine sehr hohe Wachs­tums­dy­na­mik aus. „Bis 2030 gehen wir von einem durch­schnitt­li­chen BIP-Wachs­tum von rund sechs­ein­halb Pro­zent pro Jahr aus. In der Fol­ge wird Indi­en in den kom­men­den Jah­ren Deutsch­land und Japan in der Rang­lis­te der glo­bal größ­ten Volks­wirt­schaf­ten über­ho­len und auf Rang 3 klet­tern“, erläu­tert Bros­sardt und ergänzt: „Indi­en hat als Absatz­markt für baye­ri­sche Pro­duk­te stark an Bedeu­tung gewon­nen, die Aus­fuh­ren leg­ten zwi­schen 2015 und 2024 um über 60 Pro­zent zu. Im Ver­gleich zu den USA und Chi­na ist das Export­vo­lu­men jedoch wei­ter gering. Umso wich­ti­ger ist es jetzt, bestehen­de Han­dels­be­schrän­kun­gen abzu­bau­en und das Poten­zi­al des indi­schen Mark­tes voll auszuschöpfen.“

Laut vbw muss Euro­pa mit Blick auf die indus­tri­el­le Expan­si­on Chi­nas und die ange­spann­ten trans­at­lan­ti­schen Bezie­hun­gen Einig­keit und Stär­ke demons­trie­ren. „Wir sind über­zeugt, dass jedes Frei­han­dels­ab­kom­men unse­ren euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und unse­re baye­ri­sche Volks­wirt­schaft stär­ker macht. Des­we­gen set­zen wir auf eine zügi­ge Rati­fi­zie­rung des Abkom­mens ohne unnö­ti­ge Ver­zö­ge­run­gen“, betont Bros­sardt abschließend.

Erz­bi­schof Schick: Wir kön­nen nicht taten­los zusehen

Erz­bis­tum Bam­berg spen­det 30.000 Euro für Coro­na-Betrof­fe­ne in Indien

Das Erz­bis­tum Bam­berg spen­det aus sei­nem Kata­stro­phen­fonds 30.000 Euro für die von der Coro­na-Pan­de­mie betrof­fe­nen Men­schen in Indi­en. „Vor allem in den Bal­lungs­zen­tren ist die Lage in Indi­en außer Kon­trol­le gera­ten, das Gesund­heits­sys­tem ist kom­plett über­las­tet“, sag­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick. „Men­schen ster­ben zu Hau­se oder auf der Stra­ße, weil sie die nöti­ge medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung nicht bekom­men. Wir kön­nen nicht taten­los zusehen.“

Cari­tas errich­tet 150 Informationszentren

Die Spen­de geht an das Hilfs­werk Cari­tas Inter­na­tio­nal, das vor Ort die medi­zi­ni­sche Hil­fe bei Pfle­ge und Not­ver­sor­gung unter­stützt. Mit den Spen­den­mit­teln wer­den auch Zel­te, Medi­ka­men­te und Nah­rungs­mit­tel für die Kran­ken­ver­sor­gung orga­ni­siert. Das medi­zi­ni­sche Per­so­nal und frei­wil­li­ge Hel­fer wer­den mit Schutz­klei­dung, Mas­ken und Des­in­fek­ti­ons­mit­tel aus­ge­stat­tet. Die Cari­tas errich­tet außer­dem 150 Infor­ma­ti­ons­zen­tren, von denen aus mit Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen über die Schutz­maß­nah­men infor­miert wird. In gro­ßen Tei­len der ärme­ren Gebie­te sind die Men­schen nicht aus­rei­chend über die Gefah­ren und die not­wen­di­gen Maß­nah­men gegen Coro­na aufgeklärt.

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat bereits 2020 ins­ge­samt 22.000 Euro an indi­sche Part­ner gespen­det. Das Geld ging an die Mis­si­ons­brü­der des hei­li­gen Fran­zis­kus in Nord­in­di­en und an das Erz­bis­tum Ran­chi. Das Erz­bis­tum Bam­berg pflegt viel­fäl­ti­ge Kon­tak­te nach Indi­en, aus­ge­hend vom Mis­si­ons­pa­ter Otto Hop­fen­mül­ler im 19. Jahr­hun­dert. Mit dem Bis­tum Chan­gana­cher­ry im Bun­des­staat Kera­la ver­bin­det das Erz­bis­tum eine Pas­to­ral­part­ner­schaft. Der­zeit sind 30 indi­sche Pries­ter im Erz­bis­tum Bam­berg im Dienst.

Spen­den an Cari­tas Inter­na­tio­nal sind mög­lich
auf das Kon­to DE88 6602 0500 0202 0202 02