Klosterwiese Anfang Juli 2026 Schauplatz für Lieder auf Banz und Lachen auf Banz
Förderpreis für junge Liedermacher der Hanns-Seidel-Stiftung
Die Hanns-Seidel-Stiftung e.V. verleiht auch in diesem Jahr ihren renommierten Förderpreis für junge Liedermacher. Gestern fand im Fürstenzimmer auf Kloster Banz das Pressegespräch zur Bekanntgabe der Gewinner:innen des Förderpreises statt, im Zuge dessen auch auf Lieder und Lachen auf Banz nochmal eingegangen wurde.
Mit dem Preis zeichnet die Stiftung herausragende Singer/Songwriter, Duos oder Bands bis 35 Jahre aus, die mit eigenen – überwiegend deutschsprachigen – Songs zur Vielfalt der Liedermacherszene beitragen.
Aus zahlreichen Bewerbungen hat eine unabhängige Fachjury erneut drei Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Sie dürfen sich auf einen Auftritt beim traditionsreichen Festival „Lieder auf Banz“ freuen, das jährlich vom Bayerischen Rundfunk für Radio und Fernsehen aufgezeichnet wird. Zusätzlich erhält jeder Preisträger einen Förderbetrag in Höhe von 5.000 Euro, der ihnen bei den nächsten Schritten ihrer musikalischen Karriere zur Seite steht.
Markus Ferber, MdEP und Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, betont die Bedeutung des Preises: „Wir sind überzeugt, dass unsere Preisträger mit ihrer Leidenschaft das Genre der Liedermacherei bereichern werden!“
Der Förderpreis hat eine lange Erfolgsgeschichte: Zahlreiche ehemalige Preisträger sind heute feste Größen der deutschen Musiklandschaft – darunter Willy Astor, Miss Allie, Bodo Wartke und viele weitere. Auch in diesem Jahr fand die Auswahl der Gewinnerinnen und Gewinner wieder in einem mehrstufigen Juryverfahren statt.
Die diesjährigen Gewinner:innen heißen Chris & Henni, die persönlich mit vor Ort waren, Holza und Lina Bó.
Das Duo Chris & Henni entstand aus einem ursprünglich vom Musiker und freiberuflichen Texter Chris Stühn gestarteten Solo-Projekt. Schon bald wurde ihm aber deutlich, dass viele der Texte und Songs in enger Zusammenarbeit mit seiner Partnerin – und Ehefrau – Henni entstanden waren. Die kreative Chemie stimmte einfach. So beschlossen sie, das Projekt gemeinsam weiterzuführen und unter dem Namen Chris & Henni als Duo aufzutreten. Musikalisch bewegen sich Chris & Henni zwischen modernem Pop, Folk, Singer-Songwriter und Akustik-Sounds – ehrlich, handgemacht und mit viel Gefühl. Ihre Texte entstehen oft aus Gesprächen, Gedanken oder Begebenheiten, die ihnen im Alltag begegnen.
Die Steirische Harmonika ist Holzas große Liebe. Mit 15 gewann Sebastian Holzer einen Volksmusikwettbewerb. Doch in seiner Schule im niederösterreichischen Payerbach hat das niemanden interessiert. Holza und seine Quetschn waren uncool. Bis jetzt. Der talentierte Newcomer kombiniert auf seinem Debütalbum lässig Reggae-Sounds mit Dialektpop – und ist plötzlich cool. Holzas Sound hat zwischen Tradition und Moderne viel zu bieten – was Herz und Hirn berührt und zugleich die Gliedmaßen zum Schwingen bringt. Für die musikalische Umsetzung greift der lebensfrohe Niederösterreicher tief in die unterschiedlichsten musikalischen Schubladen. Reggae-Beats, Dancehall-Parts, Volkstümliches und Austropop sind Bausteine seiner Songs.
Lina Bó bestehen aus einer kölschen Kubanerin und einem dänisch geprägten Flensburger Jungen – sie heißen Celina von Wrochem und Luca Bo Hansen und haben zwei unterschiedliche Biografien, die die Musik verbindet. Lucas Kindheit war geprägt von berufsbedingten Umzügen der Eltern. Die Grundschulzeit verbrachte er einige Jahre in Dänemark, später wieder in Flensburg, wo seine Mutter als Musiklehrerin tätig war und er früh mit der Musik in Berührung kam. Celina (Lina) kommt aus der Karnevalshochburg Köln – in ihre angeborene „rheinische Frohnatur“ mischt sich zusätzlich das Temperament ihrer kubanischen Mutter – und wuchs ebenfalls in einem musikalischen Elternhaus auf. Der Vater Geigenbauer, die elterliche Wohnung war gleichzeitig auch seine Werkstatt. Musik lag buchstäblich in der Luft. Beide lernten sich beim Studium an der Kunsthochschule im niederländischen Arnheim kennen. Sie machten gemeinsam Musik, harmonierten vom ersten Tag an und wurden darüber hinaus ein Paar.
Lieder auf Banz
Lieder auf Banz geht 2026 in eine neue Runde – am 3. und 4. Juli 2026 wird die Klosterwiese erneut zum musikalischen Treffpunkt für Liedermacher:innen und die Nachwuchspreisträger:innen der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. Durch den Abend führt Kabarettist Hannes Ringlstetter, der auch selbst im Programm mit vertreten ist. Freuen darf man sich auch auf die vier Typen von Maybebop und auf ihr neues Programm „Muss man mögen“, auf den begnadeten Liedermacher Konstantin Wecker, der mit seinen Liedern und Texten seit vielen Jahrzehnten für Gerechtigkeit, Frieden und ein achtsameres, liebevolleres Miteinander eintritt und sein Publikum bewegt. Sarah Lesch ist mit dem Finger am Puls der Zeit und bietet eine unverschämt gute Mischung aus Punk und Poesie, Bodo Wartke begeistert mit Sprachwitz und virtuosem Klavierspiel, Dota bringt neue Songs in bewährter Qualität mit und Johnny Bertl, langjähriger Weggefährte von Ludwig Hirsch, gedenkt in Dunkelgraue Lieder in einer eindrucksvollen Hommage des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch.
Tickets für Lieder auf Banz gibt es an allen bekannten VVK-Stellen und auf www.kartenkiosk-bamberg.de; weitere Informationen zu Lieder auf Banz 2026 sind auch auf www.lieder-auf-banz.de zu finden.
Lachen auf Banz
Lieder und Lachen – Das passt hervorragend zusammen, um möglichst viele Menschen glücklich zu machen. Lachen auf Banz 2026, das das Liedermacherfestival gelungen abrundet, findet am 5. Juli 2026 auf der Klosterwiese statt und wird auch im nächsten Jahr von Michl Müller moderiert.
Mit dabei sind außerdem Heißmann & Rassau mit ihrem Programm „Lustbarkeiten“, Mirja Regensburg mit ihrem neuen Programm HAPPY. und Wolfgang Krebs mit seinem bayerischen Kabarettsolo „Bayern liebt DICH!“. Nicht zu vergessen sind Sara Brandhuber mit „So ein Schmarrn!“, Luise Kinseher, die bislang nur mit kleinen Gastauftritten zu sehen war und mit ihrem Programm „MARY FROM BAVARIA“ auftritt sowie Oti Schmelzer, der mit seiner fränkisch-trockenen Art für beste Unterhaltung sorgt.
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Konstantin Wecker
Reise nach Utopia
Mitte Juni hat der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker sein aktuelles Album „Utopia“ veröffentlicht. Sein erstes Studioalbum nach sechs Jahren präsentiert 16 Lieder und Gedichte. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Fany Kammerlander am Cello und Jo Barnikel am Piano. Dieses Trio wird man am 29. August auch beim Open Air in Bad Staffelstein im Kurpark des Rosengartens erleben können. Konstantin Wecker stand uns für ein Interview zur Verfügung.
Herr Wecker, Sie wurden 1947 geboren und lernten bereits als Kind Klavier, Geige und Gitarre zu spielen und zu singen. Legten ihre Eltern damit den Grundstein für die spätere Karriere?
Konstantin Wecker: Ganz sicher in vielerlei Hinsicht. Mein Vater war Opernsänger und bei uns zuhause wurde viel musiziert, was meinem Knaben-Sopran in einem Kinder-Chor zugutekam. Aber auch meine Mutter wollte kein Wunderkind aus mir machen, wofür ich beiden bis heute dankbar bin.
Ihre Bühnenlaufbahn begann Ende der 1960-er Jahre. Wie würden Sie die ersten zehn Jahre ihrer Karriere rückblickend einordnen?
Konstantin Wecker: Ich habe seit meinem 12. Lebensjahr Gedichte geschrieben und der Text hatte auch später immer Vorrang vor der Musik. Ich habe mich ab Mitte der 1960er Jahre in vielen Sparten ausprobiert, zwischen Kleinkunst-Szene und Musical. Als Pianist, Sänger und Komponist. Getreu meinem Motto: Ich singe, weil ich ein Lied habe, nicht weil es euch gefällt. Diese Zeit hat mich und meine spätere Karriere geprägt, genau wie Kollegen und Freunde wie Hanns Dieter Hüsch und Dieter Hildebrandt, die mich damals ermutigten und unterstützten.
Sie gelten als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Liedermacher. 1977 gelang Ihnen der Durchbruch mit Ihrem vierten Studioalbum „Genug ist nicht genug“. Das Album mit dem Klassiker „Willy“, eine Ballade an einen von Rechtsradikalen erschlagenen Freund, erhielt im selben Jahr den Deutschen Kleinkunstpreis. Auf welche weiteren Meilensteine als Liedermacher blicken sie bis heute zurück?
Konstantin Wecker: Ab „Genug ist nicht genug“ nahm die Zuschauerresonanz massiv zu und ich konnte fortan von meiner Kunst leben. Aber dennoch liebe ich es mehr, vor ein paar hundert Leuten zu spielen, als vor Tausenden.
Besonders die 1980-er und 1990-er Jahre hatten auch ihre Schattenseiten für Sie. Ihr Drogenkonsum und die daraus resultierende Bewährungsstrafe wurden von Fans und Medien hinlänglich diskutiert. Sie selber haben diese Zeit vielfältig aufgearbeitet. Was und wer hat ihnen geholfen, fortan drogenfrei zu leben und weiterhin kreativ zu sein?
Konstantin Wecker: Ich habe nie auf Drogen geschrieben. Und die Poesie hat mich vor dem schlimmsten bewahrt. Denn die Gedichte und Lieder haben eine ehrliche Tiefe, die mich immer wieder selbst überrascht.
Musiker, Komponist, Liedermacher, Schauspieler, Autor. Brauchen Sie diese Abwechslung, um sich als Künstler auszuleben und gibt es innerhalb der unterschiedlichen Genres eine Art Wertigkeit?
Konstantin Wecker: In erster Linie sehe ich mich als Poet mit Lesen und Schreiben als Handwerkszeug. Und natürlich als Musiker, der zuhause von der klassischen Musik geprägt wurde.
2013 haben Sie mit „Sturm & Klang“ ihr eigenes Label gegründet, auf dem neben Ihren Veröffentlichungen auch die Alben anderer Künstlerinnen und Künstler erscheinen. Sind Sie maßgeblich für deren Auswahl verantwortlich?
Konstantin Wecker: Die Auswahl erfolgt im Team, funktioniert aber final nicht, wenn mir die Künstlerin oder der Künstler und ihr Material nicht gefallen. Getreu der Prämisse „ihr müsst singen, weil ihr ein Lied und eine Botschaft habt“, wähle ich aus. Nehmen wir da zum Beispiel die Songwriterin und Sängerin Sarah Straub, die 2019 ihr erstes deutschsprachiges Album „Alles das und mehr“ mit Neu-Interpretationen meiner Lieder veröffentlicht hat. Mit ihr und den anderen Künstlerinnen und Künstlern meines Labels teile ich auch immer wieder sehr gerne die Bühne.
Kommen wir auf Ihr aktuelles Album „Utopia“ zu sprechen, das Mitte Juni erschien. Wie ordnen Sie es in Ihrer Diskografie ein, was ist Ihr Utopia?
Konstantin Wecker: Für mich ist es eine sehr wichtige Veröffentlichung, denn der Gedanke einer herrschaftsfreien Welt beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. Und es ist das erste Studioalbum, auf dem ich Lieder singe und Gedichte vortrage. Für mich ist Utopia alles andere als undenkbar und diese wunderschöne Idee muss von uns Künstlern weitergetragen werden.
Am 29. August treten Sie zusammen mit Pianist Jo Barnikel und Cellistin Fany Kammerlander als Trio auf dem „Seebühne“-Open Air in Bad Staffelstein auf. Mit welchem Programm?
Konstantin Wecker: Wir werden natürlich ein paar Lieder von „Utopia“ im Gepäck haben. Und ansonsten werde ich mit Jo und Fany durch meine älteren Werke streifen. Dem Publikum und uns wird so ganz bestimmt nicht langweilig werden.
Ihre künstlerische Karriere war immer auch von Ihrem politischen Engagement geprägt. Bis heute gelten Sie als linkes Aushängeschild. Sind Sie Mitglied einer Partei und werden Sie sich im kommenden Bundestagswahlkampf aktiv engagieren?
Konstantin Wecker: Nein, ich war nie Mitglied einer Partei, auch wenn ich mich in den 1980-er Jahren bei den Grünen zu Zeiten von Petra Kelly politisch und zivilgesellschaftlich engagiert habe. Im Herzen fühle ich mich immer noch als Anarchist. Mit „Schäm dich Europa“ habe ich ja aktuell schon deutlich Stellung bezogen. Und mein Kampf gegen Rechtsextremismus und Neo-Faschismus bleibt bestehen.
Konstantin Wecker
Open Air im Kurpark des Rosengartens
29. August, 19 Uhr, Bad Staffelstein