Wert­vol­le Grund­la­ge für Denk­mal­schutz und Stadtplanung

Der neue Groß­in­ven­tar-Band erschließt Bam­bergs Gärtnerstadt

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Gärtnerstadt
Über den neuen „Silberband“ freuen sich: (v.l.) Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Projektkoordinatorin Dr. Lena Grüner (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege), Autor Dr. Jan Volker Wilhelm, Autor Dr. Peter Ruderich, Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier und Dr. Markus Ullrich, Leiter der Abteilung Denkmalerfassung und -forschung am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Foto: Stadt Bamberg, Sonja Seufferth
Wie sind die Häu­ser in der Bam­ber­ger Gärt­ner­stadt ent­stan­den? Wer hat dort gelebt? Und was steckt hin­ter ihren Fas­sa­den? Ant­wor­ten dar­auf gibt der neue Band 7.2 des Bam­ber­ger Groß­in­ven­tars, der nun im Pfarr­heim St. Gan­golf vor­ge­stellt wur­de, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

„Das Groß­in­ven­tar zeigt ein­drucks­voll, wie eng die Geschich­te der Gärt­ner­fa­mi­li­en – einer sol­chen ent­stam­me ich ja auch – mit den Häu­sern, Frei­flä­chen und Stra­ßen Bam­bergs ver­bun­den ist“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Niedermaier.

Auf rund 1.600 Sei­ten beschrei­ben Fach­leu­te des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge Haus für Haus und Stra­ße für Stra­ße die Gegend rund um St. Gan­golf. Knapp 1.000 his­to­ri­sche und aktu­el­le Foto­gra­fien, Plä­ne und Kar­ten ergän­zen die wis­sen­schaft­li­chen Tex­te. Die bei­den Teil­bän­de sind voll­stän­dig far­big gedruckt. Damit ist ein wei­te­rer Teil der Bam­ber­ger Gärt­ner­stadt umfas­send erforscht und dokumentiert.

Von die­sem Werk pro­fi­tie­ren vie­le: Die Stadt bekommt eine fun­dier­te Grund­la­ge für Denk­mal­pfle­ge und Stadt­pla­nung. Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer erfah­ren mehr über die Geschich­te ihrer Gebäu­de, was ihnen bei Sanie­run­gen hilft. Und alle, die sich für Bam­berg inter­es­sie­ren, kön­nen ihre Stadt neu entdecken.

Der Band 7.2 trägt den Titel „Stift St. Gan­golf mit Obe­rer Gärt­ne­rei und öst­li­chen Stadt­er­wei­te­run­gen“. Er ist in der Rei­he „Die Kunst­denk­mä­ler von Bay­ern“ erschie­nen und umfasst die bei­den Teil­bän­de „Öffent­li­che Bau­ten“ und „Stra­ßen und Plätze“.

Inhalt­lich spannt er den Bogen vom mit­tel­al­ter­li­chen Stifts­be­zirk bis zu jün­ge­ren Wohn­quar­tie­ren und ehe­ma­li­gen Kaser­nen­area­len im Osten der Stadt. Schon im aus­ge­hen­den 14. Jahr­hun­dert sind im Umfeld von St. Gan­golf rund 30 Gärt­ner­fa­mi­li­en nach­weis­bar, um 1450 waren es bereits etwa 70. Die Kir­che selbst bewahrt Bau­sub­stanz aus dem 11. Jahr­hun­dert, das Dach­werk über dem Mit­tel­schiff lässt sich den­dro­chro­no­lo­gisch auf die Jah­re 1181 bis 1184 datie­ren. Auch der Ort der Buch­vor­stel­lung ist Teil des Inven­tars: Das heu­ti­ge Pfarr­heim wur­de 1927 nach Plä­nen Anton Stal­lers als Pro­ben­saal für den Lie­der­kranz errich­tet. Bei der Sanie­rung 2003/​/​04 blieb der his­to­ri­sche Saal unver­än­dert erhalten.


„Wis­sen für kom­men­de Gene­ra­tio­nen bewahrt“

„Seit 1895 pflegt das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge die Rei­he ‚Die Kunst­denk­mä­ler von Bay­ern‘. In mehr als 100 Bän­den erfasst die­se Publi­ka­ti­ons­rei­he unser bau­li­ches Erbe, macht es greif­bar durch Foto­gra­fien, Plä­ne und Kar­ten, die die Tex­te beglei­ten und berei­chern. In den 1980er Jah­ren hat mit dem Groß­in­ven­tar Bam­berg die ver­tief­te Erfas­sung und Dar­stel­lung der Bau­denk­mä­ler der frän­ki­schen Welt­erbe­stadt begon­nen. Jetzt sind Teil­band 15 und 16 erschie­nen und wür­di­gen wie ihre Vor­gän­ger die Bedeu­tung der Bam­ber­ger Denk­mal­land­schaft. Mit der Vor­la­ge der umfang­rei­chen Bücher haben wir unser Wis­sen für kom­men­de Gene­ra­tio­nen bewahrt – ein Grund zur Freu­de und zum Fei­ern“, sag­te Dr. Mar­kus Ull­rich, Lei­ter der Abtei­lung Denk­ma­ler­fas­sung und ‑for­schung am Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denkmalpflege.

Seit 2001 arbei­ten die Stadt Bam­berg und das Lan­des­amt eng am Groß­in­ven­tar zusam­men. Die Stadt unter­stützt den Band 7.2 als Maß­nah­me im Städ­te­bau­för­de­rungs­pro­gramm „Leben­di­ge Zen­tren“, gemein­sam mit der Regie­rung von Ober­fran­ken, Bund und Frei­staat Bay­ern sowie der Ober­fran­ken­stif­tung. Haupt­au­to­ren sind Dr. Vol­ker Röß­ner, Dr. Peter Rude­rich und Dr. Jan Vol­ker Wil­helm. Mit dem geplan­ten Band 7.3 zur Wun­der­burg soll die Erfor­schung der Gärt­ner­stadt abge­schlos­sen werden.

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