Browse Tag

Bamberg

Welt­erbe Bamberg

Patri­cia Alberth ist die neue Vor­sit­zen­de der IAWHP

Seit 2013 lei­tet Patri­cia Alberth das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg. Jüngst wur­de sie zur Vor­sit­zen­den der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals (IAWHP) gewählt. Die Ver­ei­ni­gung ver­bin­det Welt­erbe-Theo­rie und ‑Pra­xis. Wir haben mit ihr gespro­chen und nach­ge­fragt, was die­ses Amt für sie und für die Stadt Bam­berg bedeutet.

Frau Alberth, wie erwei­tert sich das täg­li­che Auf­ga­ben­spek­trum der Lei­te­rin des Zen­trums Welt­erbe Bam­berg durch die Wahl zur Vor­sit­zen­den der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Professionals?

Patri­cia Alberth: Mein neu­es Amt als Vor­sit­zen­de der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals ist ein Ehren­amt. Vor­stands­sit­zun­gen und Pro­jekt­be­spre­chun­gen fin­den in mei­ner Frei­zeit statt – teil­wei­se zu unge­wöhn­li­chen Tages­zei­ten, wenn wir mit Bam­berg, Tif­lis, Peking und La Paz an einem – vir­tu­el­len – Tisch sit­zen. Aktu­ell pla­nen wir eine Ver­an­stal­tung im Rah­men der nächs­ten Sit­zung des UNESCO-Welt­erbe­ko­mi­tees in Chi­na sowie einen Publi­ka­ti­ons­bei­trag für das Jubi­lä­um der Welt­erbe-Kon­ven­ti­on im kom­men­den Jahr.


Muss man sich für die Posi­ti­on bewer­ben oder wird man vorgeschlagen?

Patri­cia Alberth: Ich habe mich um eine akti­ve Rol­le in der Ver­ei­ni­gung bewor­ben und wur­de vom Vor­stand ein­stim­mig zur Prä­si­den­tin gewählt. Mei­ne Amts­zeit beträgt drei Jahre.


Wodurch haben Sie sich für die Posi­ti­on qualifiziert?

Patri­cia Alberth: 20 Jah­re Welt­erbe-Erfah­rung? Eine gesun­de Por­ti­on Prag­ma­tis­mus? Dass das Bam­ber­ger Welt­erbe weit über die Stadt­gren­ze hin­aus strahlt, hat sicher auch zu mei­ner Wahl bei­getra­gen. Ins­ge­samt bin ich begeis­tert, wie gut wir uns im Vor­stand mit Fach­wis­sen, tech­ni­schen Fähig­kei­ten, juris­ti­scher Exper­ti­se und orga­ni­sa­to­ri­schem Kön­nen ergänzen.


Wel­che Zie­le möch­ten Sie in Ihrer Amts­zeit errei­chen? Wel­che Pro­jek­te ste­hen für die IAWHP an?

Patri­cia Alberth: Wir haben in unse­rer Ver­ei­ni­gung vie­le klu­ge, enga­gier­te Welt­erbe-Exper­tin­nen und ‑Exper­ten, dar­un­ter auch eini­ge Kory­phä­en. Mir ist dar­an gele­gen, dass die­ses Exper­ten­tum Anwen­dung fin­det, dass Theo­rie und Pra­xis ein­an­der ergän­zen. Das kann über Aus­tausch­for­ma­te, auch infor­mel­ler Art, gelin­gen. Ich möch­te die Gele­gen­heit nut­zen, um über die Ver­ei­ni­gung ein inter­na­tio­na­les Sym­po­si­um zu einem der The­men, an denen wir in Bam­berg gera­de arbei­ten, zu orga­ni­sie­ren und dadurch neue Impul­se zu setzen.


Wie und was kann die IAWHP vom Welt­erbe Bam­berg ler­nen oder pro­fi­tie­ren, wie Bam­berg von der IAWHP?

Patri­cia Alberth: Die 2010 gegrün­de­te Ver­ei­ni­gung bringt For­sche­rin­nen und Prak­ti­ker aus aller Welt zusam­men und fun­giert als Ideen­schmie­de für die Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Ansät­ze zum Schutz, zur Erhal­tung und zum Manage­ment kul­tu­rel­len und natür­li­chen Erbes. Die Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals erreicht rund 5.000 Fach­leu­te. Damit kön­nen wir Bam­bergs Prä­senz inter­na­tio­nal fes­ti­gen und aus­bau­en. Gleich­zei­tig brin­gen wir Bam­ber­ger Lösungs­an­sät­ze in die Ver­ei­ni­gung ein, die auch auf ande­re Orte über­trag­bar sind wie unser inter­ak­ti­ves Besu­cher­zen­trum oder die För­de­rung von Bar­rie­re­frei­heit im urba­nen Raum.


Gibt es so etwas wie eine Bam­ber­ger Art des Welt­erbe-Manage­ments, eine Vor­ge­hens­wei­se, die nur hier prak­ti­ziert wird und die Sie inter­na­tio­nal ein­brin­gen könnten?

Patri­cia Alberth: Bam­berg zeich­net sich durch eine enga­gier­te Stadt­ge­sell­schaft und eine gro­ße Anzahl an Ver­ei­nen aus, die sich in die loka­len Belan­ge ein­brin­gen. Vie­le Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger besit­zen auch selbst ein Denk­mal. Das Bam­ber­ger Welt­erbe-Manage­ment funk­tio­niert nicht aus dem Elfen­bein­turm her­aus, son­dern zusam­men mit den Menschen.


Die IAWHP setzt sich für den Schutz von kul­tu­rel­lem Erbe ein. Wel­che Erbe­stät­ten sind der­zeit beson­ders gefährdet?

Patri­cia Alberth: Von den aktu­ell 1.121 UNESCO-Welt­erbe­stät­ten ste­hen der­zeit 53 auf der Lis­te des Wel­terer­bes in Gefahr. Das sind rund fünf Pro­zent. Zu den gefähr­de­ten Welt­erbe­stät­ten zäh­len bei­spiels­wei­se die Moscheen, Mau­so­leen und Fried­hö­fe von Tim­buk­tu in Mali, die Alt­stadt von Wien und die boli­via­ni­sche Sil­ber­mi­nen­stadt Poto­sí. Die Gefähr­dun­gen rei­chen von bewaff­ne­ten Kon­flik­ten über Kli­ma­wan­del bis hin zu Infrastrukturprojekten.


In wel­chem all­ge­mei­nen Zustand befin­det sich das inter­na­tio­na­le Welterbe-System?

Patri­cia Alberth: Die Anzahl der Welt­erbe­stät­ten wächst jähr­lich bei, im bes­ten Fall, sta­gnie­ren­den Bud­gets. Der Mul­ti­la­te­ra­lis­mus befin­det sich in der Kri­se und die UNESCO steht auf­grund ihrer Schwer­fäl­lig­keit und Fäl­len von poli­ti­scher Ver­ein­nah­mung immer wie­der in der Kri­tik. Doch gera­de ange­sichts glo­ba­ler Her­aus­for­de­run­gen wie der Coro­na-Pan­de­mie oder dem Kli­ma­wan­del brau­chen wir star­ke über­staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen, die glo­ba­le Lösun­gen vor­an­trei­ben können.


Wel­che Mit­tel ste­hen Ihnen als Vor­sit­zen­de zur Ver­fü­gung, Welt­erbe, das sich zum Bei­spiel in einem Kriegs­ge­biet befin­det, zu schützen?

Patri­cia Alberth: Der Schutz von Kul­tur­gut in Kri­sen­re­gio­nen oder die geziel­te Zer­stö­rung von kul­tu­rel­lem Erbe durch Ter­ro­ris­mus sind schwie­ri­ges Ter­rain. 2016 wur­de die mut­wil­li­ge Zer­stö­rung von Kul­tur­gut zum ers­ten Mal vor dem Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof ver­han­delt und ver­ur­teilt. Das war eine weg­wei­sen­de Ent­schei­dung. Als Ver­ei­ni­gung liegt unse­re Stär­ke vor allem dar­in, das Bewusst­sein für Welt­erbe-Belan­ge zu schär­fen, Pra­xis und For­schung zusam­men­zu­brin­gen und den Wis­sens­trans­fer zu unterstützen.


Sie sind seit etwa zwei Mona­ten im Amt. Lässt sich bereits ein Fazit ziehen?

Patri­cia Alberth: Die Neu­wahl des Vor­stan­des fand schon am 12. Dezem­ber 2020 statt. Wir benö­tig­ten eini­ge Zeit, um die Ver­eins­über­ga­be wäh­rend des Lock­downs über meh­re­re Kon­ti­nen­te hin­weg zu regeln. Das hat erstaun­lich gut geklappt – nicht zuletzt auf­grund der guten Zusam­men­ar­beit mit den Behör­den und erfah­re­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Vorstand.

Wegen Soft­ware­pro­ble­men hat­te sich Aus­zah­lungs­start verzögert

Coro­na-Hil­fen kom­men bei der Bam­ber­ger Wirt­schaft an

Zur Bewäl­ti­gung der Coro­na-Ein­schrän­kun­gen hat die Poli­tik umfang­rei­che finan­zi­el­le Hilfs­pro­gram­me für die Wirt­schaft beschlos­sen. Nach einem holp­ri­gen Start wegen Soft­ware­pro­ble­men kön­nen die Anträ­ge inzwi­schen zügig abge­ar­bei­tet wer­den. Son­ja Wei­gand, Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken, zeigt sich erleich­tert, dass die Aus­zah­lung mitt­ler­wei­le zügig erfol­gen konnte.

Bis­her konn­ten im Rah­men der Novem­ber­hil­fe an Unter­neh­men in Stadt und Land­kreis Bam­berg bis­her 13,2 Mil­lio­nen Euro und im Rah­men der Über­brü­ckungs­hil­fe II rund 3,9 Mil­lio­nen Euro bewil­ligt und groß­teils bereits aus­ge­zahlt wer­den. „Das Geld kommt jetzt end­lich da an, wo es drin­gend benö­tigt wird, bei den von der von der Pan­de­mie betrof­fe­nen Unter­neh­men“, zeigt sich Son­ja Wei­gand, IHK-Prä­si­den­tin und Vor­sit­zen­de des IHK-Gre­mi­ums Bam­berg, erleichtert.

In Bay­ern ist zen­tral die IHK für Mün­chen und Ober­bay­ern für die Prü­fung und Aus­zah­lung der ver­schie­de­nen Coro­na-Hil­fen ver­ant­wort­lich. 150 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter bear­bei­ten dort die Anträ­ge, unter­stützt von 250 exter­nen Voll­zeit­kräf­ten, unter ande­rem von Beam­ten des Frei­staa­tes, der Mes­se Mün­chen und von Per­so­nal­dienst­leis­tern. Nach den Start­schwie­rig­kei­ten konn­ten im Frei­staat Bay­ern die Anträ­ge schnel­ler als in ande­ren Bun­des­län­dern bear­bei­tet wer­den. „Jetzt müs­sen ähn­lich schnell auch die noch offe­nen Anträ­ge für die Dezem­ber­hil­fe, die Neu­start­hil­fe und die Über­brü­ckungs­hil­fe III geprüft und bewil­ligt wer­den. Wei­te­re Ver­zö­ge­run­gen hät­ten fata­le Fol­gen für die Unter­neh­men, denn vie­le ste­hen finan­zi­ell mit dem Rücken an der Wand”, so Weigand.


Über­brü­ckungs­hil­fe II: 93,6 Pro­zent posi­tiv beschieden

Mit der Über­brü­ckungs­hil­fe II bezu­schusst der Bund die lau­fen­den Fix­kos­ten von Selbst­stän­di­gen, Betrie­ben und ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen im Zeit­raum Sep­tem­ber bis Dezem­ber 2020. In Stadt und Land­kreis Bam­berg wur­den im Rah­men der Über­brü­ckungs­hil­fe II bis­lang rund 3,9 Mil­lio­nen Euro an rund 320 betrof­fe­ne Betrie­be aus­ge­zahlt. Gut 920.000 Euro gin­gen an das Gast­ge­wer­be und 710.000 Euro an Unter­neh­men im Wirt­schafts­zweig “sons­ti­ge wirt­schaft­li­che Dienst­leis­tun­gen”. Zu die­sem Bereich gehö­ren unter ande­rem Rei­se­bü­ros, Event- und Mes­se­ver­an­stal­ter. 93,6 Pro­zent der Anträ­ge aus dem Wirt­schafts­raum Bam­berg wur­den posi­tiv beschie­den, 86,4 Pro­zent der bean­trag­ten Gel­der bis­her bewil­ligt und aus­be­zahlt. Die Antrags­frist für die Über­brü­ckungs­hil­fe II ende­te am 31. März 2021.


Novem­ber­hil­fe: 88,6 Pro­zent ausgezahlt 

Bei der Novem­ber­hil­fe erstat­tet der Staat Betrie­ben, die wäh­rend des Teil-Lock­downs im Novem­ber schlie­ßen muss­ten, bis zu 75 Pro­zent der aus­ge­fal­le­nen Umsät­ze. Betrof­fen von den Ein­schrän­kun­gen sind vor allem Hotels, Gast­stät­ten, Fit­ness­stu­di­os, Frei­zeit­ein­rich­tun­gen, die Rei­se­bran­che und Ver­an­stal­ter. Ins­ge­samt wur­den in Stadt und Land­kreis Bam­berg bis­her knapp 880 Anträ­ge auf Novem­ber­hil­fe mit einer Gesamt­för­der­sum­me von 13,2 Mil­lio­nen Euro bewil­ligt. Davon flos­sen Stand Mit­te März 64 Pro­zent in das Gast­ge­wer­be und 15,8 Pro­zent in den Bereich “Kunst, Unter­hal­tung und Erho­lung”. 91,1 Pro­zent der Anträ­ge wur­den posi­tiv beschie­den, 88,6 Pro­zent der bean­trag­ten Gel­der bis­her bewil­ligt und aus­ge­zahlt. Anträ­ge auf Novem­ber­hil­fe kön­nen noch bis Ende April gestellt werden.


Zeit­na­he Ver­füg­bar­keit von Tests und Imp­fun­gen nächs­ter Schritt

„Seit über einem Jahr bestimmt die Coro­na-Pan­de­mie das öffent­li­che Leben und auch die Geschäfts­tä­tig­keit vie­ler Unter­neh­men. Viel­fach haben die staat­li­chen Hil­fen gehol­fen, die Zah­lungs­fä­hig­keit vor­über­ge­hend abzu­si­chern. Die Hil­fen kön­nen aber nicht alle Ver­lus­te abde­cken. Wir brau­chen einen Weg zurück zur Nor­ma­li­tät, damit die beson­ders betrof­fe­nen oder gar immer noch geschlos­se­nen Unter­neh­men end­lich ihre Wirt­schafts­tä­tig­keit wie­der auf­neh­men kön­nen“, so Wei­gand. Umso wich­ti­ger sei es, mit dem Tes­ten und vor allem dem Imp­fen vor­an­zu­kom­men, um den Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern sowie den dort arbei­ten­den Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mern Pla­nungs­si­cher­heit und damit eine posi­ti­ve Zukunfts­per­spek­ti­ve zu geben.

Agen­tur für Arbeit

Stu­di­en­zweif­ler willkommen

Am Don­ners­tag, den 22. April von 10 bis 12 Uhr, fin­det sei­tens der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg eine Online-Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zum The­ma „Stu­di­en­wech­sel oder –aus­stieg? Wie geht’s wei­ter?“ statt. Gera­de im Lock­down stellt das Stu­di­um eine ech­te Her­aus­for­de­rung dar und es kön­nen Zwei­fel ent­ste­hen oder sich verstärken.

Erfüllt das Stu­di­um (noch) mei­ne Erwar­tun­gen? Passt das Stu­di­en­fach wirk­lich zu mei­nen eige­nen Stär­ken und Inter­es­sen? Kann ich das Stu­di­um noch erfolg­reich fort­füh­ren oder abschlie­ßen? Oder soll­te ich bes­ser den Stu­di­en­gang wech­seln oder ganz aussteigen?

Stu­den­ten der Regi­on Coburg, Kro­nach, Lich­ten­fels, Bam­berg sowie Forch­heim sind zur Online-Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung herz­lich eingeladen.

Bri­git­te Glos, Lei­te­rin der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg: „Auf die­se Fra­gen erhal­ten Sie Ant­wor­ten und wir zei­gen Ihnen in unse­rer Online-Ver­an­stal­tung Per­spek­ti­ven und gege­be­nen­falls neue beruf­li­che Kar­rie­re­we­ge auf. Ler­nen Sie unse­re Exper­ten der Hoch­schul­be­ra­tung der Agen­tur für Arbeit, der Stu­di­en­be­ra­tung der Uni­ver­si­tät Bam­berg, der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) für Ober­fran­ken Bay­reuth und der Hand­werks­kam­mer (HWK) Ober­fran­ken ken­nen und ver­ein­ba­ren Sie indi­vi­du­el­le Gesprächs­ter­mi­ne für eine Bera­tung per Video oder Telefon.“

Zur Zusen­dung des Ein­wahllinks für die Online-Ver­an­stal­tung ist eine vor­he­ri­ge Anmel­dung per Mail erfor­der­lich unter bamberg.berufsberatung@arbeitsagentur.de

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen die Hoch­schul­be­ra­tung der Agen­tur für Arbeit Bam­berg zur Ver­fü­gung unter der Tele­fon­num­mer 0951//9128–859 oder bamberg.berufsberatung@arbeitsagentur.de

STADTRADELN 2021 – Ter­min steht fest!

Den Team-Geist und den Rad­ver­kehr stärken

Vom 14. Juni bis 4. Juli heißt es wie­der rauf auf den Sat­tel und flei­ßig in die Peda­le tre­ten, denn die Stadt Bam­berg und der Land­kreis Bam­berg betei­li­gen sich wie­der am deutsch­land­wei­ten Wett­be­werb STADTRADELN.

Die rasan­te Stei­ge­rung der Betei­li­gung in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wer­ten Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Land­rat Johann Kalb nicht nur als ein beein­dru­cken­des Zei­chen für den Kli­ma­schutz, son­dern auch als einen bedeu­ten­den Schritt in Rich­tung Mobi­li­täts­wen­de. Über 3.000 Teil­neh­men­de aus Stadt und Land­kreis Bam­berg radel­ten im letz­ten Jahr im drei­wö­chi­gen Akti­ons­zeit­raum knapp 767.000 Kilometer.

Mit gutem Bei­spiel vor­an gehen in der Stadt Bam­berg auch in die­sem Jahr wie­der die Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp und Wolf­gang Metz­ner. Sie ver­zich­ten wäh­rend des STADT­RA­DELN-Zeit­raums kom­plett aufs Auto­fah­ren und berich­ten in einem Blog über ihre „Erfah­run­gen“ beim Radfahren.

Im Land­kreis Bam­berg tre­ten die 36 Gemein­den erneut in den span­nen­den Wett­streit um Platz 1 als Fahr­rad­ge­mein­de 2021. Zudem sind dies­mal Rück­mel­dun­gen aus­drück­lich gefragt: Regis­trier­te Radler:innen haben die Mög­lich­keit, über die STADT­RA­DELN-App ober ‑Web­sei­te Hin­wei­se zur vor­han­de­nen Rad­we­gen und Beschil­de­run­gen zu geben und Schä­den oder Gefahr­stel­len zu melden.


Rad­ver­kehrs­kul­tur wei­ter voranbringen

Das Ziel von STADTRADELN ist es, die Rad­ver­kehrs­kul­tur wei­ter vor­an­zu­brin­gen und sowohl die Poli­tik als auch die Bür­ge­rin­nen und Bür­gern von den Vor­tei­len des Rad­fah­rens im All­tag zu begeistern.

Bun­des­weit wird STADTRADELN vom Kli­ma-Bünd­nis koor­di­niert, dem größ­ten kom­mu­na­len Netz­werk zum Schutz des Welt­kli­mas, dem der Land­kreis Bam­berg und die Stadt Bam­berg seit 1992 angehören.

Beim STADTRADELN bil­den sich Teams, die wäh­rend des 21-tägi­gen Akti­ons­zeit­raums mög­lichst vie­le Kilo­me­ter beruf­lich sowie pri­vat mit dem Fahr­rad zurück­le­gen und die­se im Online-Kilo­me­ter-Buch ein­tra­gen oder mit der STADT­RA­DELN-App sammeln.

Dass das Fahr­rad in Coro­na-Zei­ten oft das sinn­volls­te Ver­kehrs­mit­tel für die ver­blei­ben­den unver­meid­li­chen Wege ist – sei es zum Ein­kau­fen oder zur Arbeit – ist offen­kun­dig. Zugleich bie­tet das Rad­fah­ren die Mög­lich­keit, sich wei­ter­hin an der fri­schen Luft zu bewe­gen und Aus­flü­ge zu unter­neh­men. Das för­dert nicht nur die Gesund­heit, son­dern hilft auch, den Ein­schrän­kun­gen des öffent­li­chen Lebens aktiv ein wenig ent­ge­gen­zu­wir­ken, ohne dass es dabei zu engem zwi­schen­mensch­li­chen Kon­takt kommt. Ob die­ses Jahr ein Rah­men­pro­gramm mit Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen statt­fin­den kann, scheint der­zeit eher unwahr­schein­lich. Die Orga­ni­sa­to­ren hof­fen aber, dass zumin­dest gemein­sa­me Rad­tou­ren sowie Ver­an­stal­tun­gen im Frei­en mit einer even­tu­ell begrenz­ten Teil­neh­mer­zahl wie­der zuläs­sig sind. Hier wird gera­ten, die Web­sei­ten von Stadt und Land­kreis Bam­berg zu beachten.

Die Anmel­dung von Teams oder der Bei­tritt zu einem Team, Kilo­me­ter-Buch, Sta­tis­ti­ken, wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen und vie­les mehr sind unter https://www.stadtradeln.de/bamberg, https://www.stadtradeln.de/landkreis-bamberg bezie­hungs­wei­se in der App https://www.stadtradeln.de/app zu finden.

Online-Kon­tak­te in Hei­men zum Stan­dard machen

Bam­bergs Grü­ne wol­len, dass Senior*innen jeder­zeit die Mög­lich­keit haben, Online-Video-Gesprä­che mit Ange­hö­ri­gen zu führen

Nach dem Wil­len der Bam­ber­ger Grü­nen sol­len die städ­ti­schen Senior*innenheime künf­tig so aus­ge­stat­tet sein, dass die Bewohner*innen ange­mes­se­ne Mög­lich­kei­ten haben, online Kon­takt zu ihren Ange­hö­ri­gen, Freund*innen und Bekann­ten aufzunehmen.

„Wir haben in der Coro­na-Pan­de­mie gese­hen, dass das teil­wei­se die ein­zi­ge Mög­lich­keit für direk­te Begeg­nun­gen war. Des­halb ist es unbe­dingt erfor­der­lich, dass die Hei­me ent­spre­chend aus­ge­stat­tet sind“, sagt Chris­ti­an Hader, Ver­tre­ter von Grü­nes Bam­berg im Stif­tungs­rat der Sozialstiftung.


Leih­ge­rä­te die von den Heimbewohner*innen genutzt werden

Die Grü­nen bean­tra­gen des­halb, dass alle Hei­me mit aus­rei­chend W‑Lan aus­ge­stat­tet wer­den und dass Leih­ge­rä­te ange­schafft wer­den, die von den Heimbewohner*innen für Online-Video-Gesprä­che genutzt wer­den kön­nen. Außer­dem soll sowohl das Per­so­nal als auch inter­es­sier­te Senior*innen dar­in geschult wer­den, die digi­ta­len Ange­bo­te selbst zu nut­zen bezie­hungs­wei­se ande­ren dabei zu hel­fen. „Auch Senior*innen kön­nen sich gegen­sei­tig unter­stüt­zen“, meint die pfle­ge­po­li­ti­sche Grü­nen-Spre­che­rin Ulri­ke Sän­ger. „Wich­tig ist, dass schnell eine Basis geschaf­fen wird, denn die Pan­de­mie ist noch nicht vor­bei und eine wei­te­re kann kom­men.“ Außer­dem sieht sie wei­te­re Vor­tei­le: „Online-Kon­takt­mög­lich­kei­ten kön­nen auch Bezie­hun­gen zu Ver­wand­ten und Freund*innen auf­recht erhal­ten, die wei­ter weg woh­nen und nicht so leicht zu Besuch kom­men können.“

Da der Bedarf nicht nur in den städ­ti­schen Hei­men, son­dern auch in denen von Wohl­fahrts­ver­bän­den oder von pri­va­ten Trä­gern besteht, soll auf Vor­schlag von Hader und Sän­ger das The­ma bei der nächs­ten Trä­ger­kon­fe­renz Raum fin­den: „Die Hei­me der Stadt kön­nen Vor­bild sein und eine Ent­wick­lung ansto­ßen, und ein Erfah­rungs­aus­tausch unter den Hei­men ist für alle nütz­lich“, so die bei­den grü­nen Stadtratsmitglieder.

Ent­schei­dung zu Modell­re­gio­nen vertagt

Bam­berg treibt wei­ter­hin den Aus­bau der Schnell­test­struk­tu­ren und Digi­ta­li­sie­rung voran

Die Stadt Bam­berg hat­te sich dar­um bewor­ben, als eine von bay­ern­weit acht Modell­kom­mu­nen für das „Modell­pro­jekt Öff­nungs­kon­zep­te“ der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung aus­ge­wählt zu wer­den. Mit dem „Modell­pro­jekt Öff­nungs­kon­zep­te“ soll erprobt wer­den, wie eine kon­trol­lier­te Öff­nung bestimm­ter Lebens­be­rei­che unter Pan­de­mie-Bedin­gun­gen mög­lich ist. Not­wen­dig dafür sind eine star­ke Schnell­test­struk­tur und eine Digi­ta­li­sie­rung der Kontaktnachverfolgung.

Ursprüng­lich war für den heu­ti­gen Mitt­woch eine Ent­schei­dung des Minis­ter­rats ange­kün­digt. Im Zuge sei­ner heu­ti­gen Pres­se­kon­fe­renz ver­kün­de­te Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder jedoch, dass das Gre­mi­um die Ent­schei­dung über die Modell­ver­su­che auf Grund der aktu­el­len pan­de­mi­schen Lage um zwei Wochen ver­scho­ben hat.


„Per­spek­ti­ven schaf­fen, ohne den Infek­ti­ons­schutz zu vernachlässigen“

Unab­hän­gig davon wird die Stadt Bam­berg ihre bereits auf­ge­bau­te umfang­rei­che Test­in­fra­struk­tur wei­ter aus­bau­en, zumal für den Inzi­denz­be­reich von 100 bis 200 eine Nega­tiv­tes­tung in vie­len Geschäf­ten erfor­der­lich sein soll, wie die Staats­re­gie­rung heu­te ankün­dig­te. Bereits jetzt ist die Kom­mu­ne gut auf­ge­stellt: Bam­berg ver­fügt über ein Schnell­test­netz, das über das Oster­wo­chen­en­de gut ange­nom­men wur­de. Neben den Sta­tio­nen an der Gal­gen­fuhr sowie in Apo­the­ken im gesam­ten Stadt­ge­biet gibt es seit ver­gan­ge­ner Woche auch am ZOB ein Schnell­test­zen­trum in der Innen­stadt. Ab 15. April soll außer­dem ein Schnell­test­bus in den Stadt­tei­len unter­wegs sein.

„Wir wol­len Per­spek­ti­ven für die Men­schen, die Wirt­schaft und die Kul­tur schaf­fen, ohne den Infek­ti­ons­schutz zu ver­nach­läs­si­gen“, erklä­ren Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp. Die nächs­ten Wochen sol­len genutzt wer­den, um die Struk­tu­ren und die Digi­ta­li­sie­rung vor­an zu trei­ben. Soll­te Bam­berg als Modell­re­gi­on aus­ge­wählt wer­den, kön­ne man die­se Zie­le pro­ak­tiv ange­hen und einen Mehr­wert für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger schaffen.

Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp dank­te in Ver­tre­tung von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke allen Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zern der Bewer­bung, die nach der kurz­fris­ti­gen und unan­ge­kün­dig­ten Aus­schrei­bung am ver­gan­ge­nen Mitt­woch eine ent­spre­chen­de Bewer­bung über das Oster­wo­chen­en­de mög­lich gemacht haben. „Wir wer­den wei­ter­hin den Schul­ter­schluss zwi­schen Land­rats­amt, Wirt­schaft, Hygie­ne­fach­leu­ten, Sozi­al­stif­tung, Kul­tur­schaf­fen­den und Hotel- und Gas­tro­no­mie­ver­bän­den fort­füh­ren, der sich bis­her so gut bewährt hat“, so Glüsenkamp.

Ring­vor­le­sung

Wie bestim­men Geschlecht und Gen­der sozia­les Mit­ein­an­der, sprach­li­che Inter­ak­ti­on und Berufs- wie Privatleben?

Eine öffent­li­che Ring­vor­le­sung an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, die ab 13. April star­tet, wid­met sich den Bezie­hun­gen von Spra­che, Macht und Geschlecht.

Wel­che Bedeu­tung hat die All­tags­ka­te­go­rie „Geschlecht“ für den sprach­li­chen Aus­tausch, die sozia­le Inter­ak­ti­on, für das beruf­li­che und pri­va­te Leben? Und was meint „Geschlecht“ über­haupt aus sprach- und kul­tur­wis­sen­schaft­li­cher, sozio­lo­gi­scher oder psy­cho­lo­gi­scher Sicht? Die­sen gesell­schafts­po­li­tisch breit dis­ku­tier­ten Fra­gen wid­met sich die öffent­li­che Ring­vor­le­sung „Sprache.Macht.Geschlecht.“ an der Uni­ver­si­tät Bam­berg ab Diens­tag, den 13. April 2021 in wöchent­lich statt­fin­den­den Online­vor­trä­gen. Die kos­ten­frei­en Vor­trä­ge begin­nen jeweils um 18.15 Uhr.

Prof. Dr. Rena­ta Szc­ze­pa­ni­ak, Uni­ver­si­täts­frau­en­be­auf­trag­te und Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Deut­sche Sprach­wis­sen­schaft, hat meh­re­re Fach­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen für die Ring­vor­le­sung ange­wor­ben und führt zum Auf­takt der Rei­he aus lin­gu­is­ti­scher Sicht in die Ring­vor­le­sung ein. Die Bezie­hung zwi­schen Spra­che, Den­ken und Wirk­lich­keit beschäf­ti­ge die Lin­gu­is­tik seit Lan­gem, erklärt sie. „Bezo­gen auf die All­tags­ka­te­go­rie ‚Geschlecht‘ geht es dabei zum Bei­spiel dar­um, was uns bei unse­rer Wahl der sprach­li­chen Aus­drü­cke beein­flusst, wie sich ste­reo­ty­pes Den­ken in der Spra­che nie­der­schlägt oder wel­che Rol­le die gewähl­te sprach­li­che Form für die Wahr­neh­mung der dar­ge­stell­ten Wirk­lich­keit spielt.“

Pro­jekt der Qua­li­täts­of­fen­si­ve Lehrerbildung 

Prof. Dr. Astrid Schütz, Uni­ver­si­täts­frau­en­be­auf­trag­te und Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Per­sön­lich­keits­psy­cho­lo­gie und Psy­cho­lo­gi­sche Dia­gnos­tik, konn­te meh­re­re Refe­rie­ren­de aus Psy­cho­lo­gie und Sozio­lo­gie gewin­nen. Das The­ma der Ring­vor­le­sung liegt ihr auch in der For­schung am Her­zen, und sie betont: „Geschlech­ter­rol­len, die dar­an geknüpf­ten Erwar­tun­gen sowie ent­spre­chen­de Selbst­zu­schrei­bun­gen prä­gen in viel­fäl­ti­ger Wei­se Ver­hal­ten in pri­va­tem All­tag und Beruf.“

Eine drit­te Per­spek­ti­ve brin­gen das Pro­jekt der Qua­li­täts­of­fen­si­ve Leh­rer­bil­dung „WegE: Weg­wei­sen­de Leh­rer­bil­dung“ an der Uni­ver­si­tät Bam­berg und sein Teil­pro­jekt „Kul­tur­PLUS: Kul­tur­be­zo­ge­ne Bil­dung“ ein. Geschlech­ter­rol­len und ihre sprach­li­chen Aus­drucks­for­men sind ein grund­le­gen­der Bestand­teil aller zwi­schen­mensch­li­cher Begeg­nun­gen und gesell­schaft­li­cher Inter­ak­tio­nen, aus denen Kul­tur besteht und immer wie­der neu ent­steht. Daher sind sowohl eine his­to­ri­sche Per­spek­ti­ve auf die Kul­tur­ge­schich­te der Gen­der­fra­ge als auch der aktu­el­le Dis­kurs über ihre Neu-Aus­hand­lung Fra­ge­stel­lun­gen, denen Lehr­kräf­te jeder Schul- und Fach­aus­rich­tung über den Lehr­plan hin­aus Auf­merk­sam­keit für das Mit­ein­an­der im Klas­sen­zim­mer schen­ken sollten.

Alle Infor­ma­tio­nen, Abs­tracts der ein­zel­nen Vor­trä­ge und den Zugangs­link zu den Ver­an­stal­tun­gen gibt es unter: https://www.uni-bamberg.de/frauenbeauftragte/

Foto­kam­pa­gne „Wir schen­ken lokal!“

Gewinner:innen freu­en sich über Einkaufsgutscheine

Für sechs Bürger:innen haben die Click & Collect- oder die Click & Meet-Ange­bo­te der Bam­ber­ger Ein­zel­han­dels­ge­schäf­te jetzt noch mehr Charme: Sie haben näm­lich Ein­kaufs­gut­schei­ne in Höhe von 20 Euro bezie­hungs­wei­se 100 Euro gewon­nen, die die Stadt Bam­berg jetzt aus­ge­ge­ben hat.

Das Los­glück hat ihnen ihre Teil­nah­me an der Foto­kam­pa­gne „Wir schen­ken lokal!“ beschert, die die Stadt Bam­berg in der Vor­weih­nachts­zeit ins Leben geru­fen hat­te, um die Viel­falt der Bam­ber­ger Geschäf­te sicht­bar zu machen: Die Bürger:innen konn­ten sich vor den Geschäf­ten, in denen sie ein Weih­nachts­ge­schenk gekauft haben, foto­gra­fie­ren und ihre Bil­der an die Stadt Bam­berg sen­den, die die­se Fotos auf ihrer Home­page und in den Sozia­len Netz­wer­ken ver­öf­fent­licht hat.

Um der Kam­pa­gne zusätz­li­chen Schwung zu ver­lei­hen, spon­ser­te das Stadt­mar­ke­ting Bam­berg e.V. sechs „City Schexs“, die unter allen Ein­sen­dun­gen aus­ge­lost wer­den soll­ten. Der Lock-Down kurz vor Weih­nach­ten setz­te der Akti­on lei­der vor­zei­tig ein Ende. Und auch die Ver­lo­sung der Ein­kaufs­gut­schei­ne schien in Zei­ten geschlos­se­ner Geschäf­te wenig sinnvoll.

Fotos wei­ter­hin online abrufbar

Jetzt, wo die Bamberger:innen ihre Geschäf­te wie­der unter­stüt­zen kön­nen, wur­den die Ein­kaufs­gut­schei­ne nun end­lich ver­lost: Fünf Bürger:innen dür­fen sich über einen Ein­kaufs­gut­schein in Höhe von 20 Euro freu­en und ein Mal wur­de über Gut­schein über sogar 100 Euro ver­lost. Die­se Gut­schei­ne kön­nen auch ger­ne schnell ein­ge­löst wer­den, denn, so betont Wirt­schafts­re­fe­rent Dr. Ste­fan Gol­ler, nach wie vor haben „vie­le Betrie­be mit den Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie und deren Ein­schrän­kun­gen zu kämp­fen. Des­halb ist und bleibt es umso wich­ti­ger, die Bam­ber­ger Betrie­be auch wei­ter­hin zu unter­stüt­zen und das aktu­el­le ‘Click & Collect´ Ange­bot zu nutzen.“

Bernd Möhr­lein vom Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit hat sechs Bürger:innen glück­lich gemacht, die sich über „City-Schexs“ freu­en dür­fen. Foto: Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit Stadt Bamberg/​Steffen Schützwohl

Die Bil­der sind wei­ter­hin auf der Stadt-Home­page abrufbar.

Solid Bam­berg

Poli­tik an der Wur­zel anpacken

Seit Anfang des Jah­res ist der Kreis der poli­ti­schen Jugend­grup­pen in Bam­berg um eine Orga­ni­sa­ti­on rei­cher: Die Basis­grup­pe der Links­ju­gend Solid, wel­che der Par­tei DIE LINKE nahe­steht, ist am Start. Wir haben uns mit Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va und Piak Mis­te­le unterhalten.

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va (22) stu­diert Sozia­le Arbeit und Piak Mis­te­le (19) macht eine Aus­bil­dung zum Hei­ler­zie­hungs­pfle­ger. Die bei­den Solid-Mit­glie­der spre­chen unter ande­rem über die all­ge­mei­ne Aus­gangs­la­ge, was sie in Bay­ern nervt und wel­chen poli­ti­schen Wunsch sie sich erfül­len würden.


War­um braucht es eine Links­ju­gend in Bamberg? 

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va: Sie hat ein­fach gefehlt! Nach­dem wir vor zwei Jah­ren bereits einen Ver­such gestar­tet hat­ten, wol­len wir nun jun­ge Men­schen zusam­men­brin­gen. Wer unse­re Wer­te von Anti­fa­schis­mus, Femi­nis­mus sowie Sozia­lis­mus teilt und poli­ti­sches Inter­es­se hat, fin­det bei uns eine Anlauf­stel­le, um die Pro­ble­me unse­rer Zeit ganz­heit­lich anzugehen.


Wie seid ihr zur Grup­pe dazugestoßen? 

Piak Mis­te­le: Für mich war Poli­tik schon immer wich­tig. Ich bin bei Fri­days for Future und der Bam­ber­ger Lin­ken Lis­te aktiv. Frü­her war ich bei der Grü­nen Jugend, wo mir das The­ma Sozia­les aber zu kurz kam.

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va: Ich bin seit mei­ner Jugend an The­men wie Ungleich­heit, Femi­nis­mus, Kapi­ta­lis­mus­kri­tik und Alter­na­ti­ven zum bestehen­den Sys­tem inter­es­siert. Es geht mir um das Bewusst­sein, wie alles zusammenhängt.


Was nervt euch an der aktu­el­len Politik? 

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va: In Bay­ern herrscht gene­rell eine sehr kon­ser­va­ti­ve Art, Poli­tik zu machen. Des­halb ist gute Regie­rungs­kri­tik wich­tig. Nicht nur in Bam­berg gehö­ren Ras­sis­mus und Sexis­mus lei­der zu All­tags­er­fah­run­gen. Da ist Auf­klä­rungs­ar­beit super wichtig!

Piak Mis­te­le: Was mich in Bay­ern nervt? Ganz klar: Zu vie­le Nazis!

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va, Foto: Privat

Wie bewer­tet ihr die Bedin­gun­gen in der Stadt, um als jun­ger Mensch poli­tisch aktiv zu sein?

Piak Mis­te­le: Ich den­ke, die Umstän­de sind recht gut. Vie­le Leu­te sind in ihrer Jugend in zahl­rei­chen Initia­ti­ven enga­giert. Und ich fin­de, dass der gro­ße Kli­ma­st­reik im Sep­tem­ber 2019 mit 3500 Men­schen gezeigt, wozu die jun­gen Men­schen in der Stadt in der Lage sind.


Apro­pos jun­ge Men­schen: Seht ihr einen Generationenkonflikt? 

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va: Nein, fin­de ich nicht. Klar, sind uns ande­re Punk­te wich­tig als der älte­ren Genera­ti­on, aber im End­ef­fekt geht es uns um die Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen aller. Auch wenn manch­mal behaup­tet wird, wir könn­ten nicht mit­re­den, weil wir ja noch nicht arbei­ten und Steu­ern zah­len würden.

Piak Mis­te­le: Es wird dann behaup­tet, die Jugend motzt nur rum, aber wir strei­ten für eine bes­se­re Welt und eine ech­te Veränderung. 


Wenn ihr einen poli­ti­schen Wunsch für die­ses Jahr frei­hät­tet, wel­chen wür­det ihr in Bam­berg erfül­len wollen? 

Piak Mis­te­le: Aus­rei­chend Sozi­al­woh­nun­gen für alle, die sich die Mie­ten nicht leis­ten kön­nen und dass Bam­berg nach­hal­ti­ger wird.

Bar­ba­ra Bopp­ré Sil­va: Mehr Platz für Kul­tur­räu­me und die quee­re Sze­ne. Und einen Abbau von Vor­ur­tei­len gegen­über Geflüchteten.


Wei­te­re Informationen 

http://linksjugendsolidbamberg.blogsport.de/

„Teu­rer Wohn­raum mitverantwortlich“ 

40.000 Men­schen pen­deln zum Arbei­ten von außer­halb nach Bamberg

Wenn Lebens­zeit im Stau ver­lo­ren geht: Auch in Zei­ten von Lock­down und Home­of­fice bleibt die Zahl der Pend­ler in Bam­berg auf einem hohen Level. Im ver­gan­ge­nen Jahr kamen rund 40.000 Men­schen zum Arbei­ten regel­mä­ßig von außer­halb in die Stadt. Dar­auf macht die IG Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf­merk­sam. Die Gewerk­schaft beruft sich dabei auf eine Sta­tis­tik der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Dem­nach stieg die Zahl der soge­nann­ten Ein­pend­ler nach Bam­berg um 6,7 Pro­zent im Ver­gleich zum Vorjahr.

Zu den Haupt­ur­sa­chen für die anhal­tend gro­ßen Pen­del­strö­me zählt nach Ein­schät­zung der IG BAU Ober­fran­ken der teu­re Wohn­raum in den Städ­ten. „Nach jah­re­lan­gen Miet­stei­ge­run­gen kön­nen sich vie­le Beschäf­tig­te das Leben am Arbeits­ort nicht mehr leis­ten. Ihnen bleibt als Alter­na­ti­ve oft nur stun­den­lan­ge Fah­re­rei mit dem Auto oder der Bahn“, so Bezirks­vor­sit­zen­der Gerald Nick­las. In der Bau­bran­che sei­en wei­te Anfahrts­we­ge beson­ders ver­brei­tet. Es dür­fe aber nicht sein, dass Bau­ar­bei­ter, die in den Bal­lungs­räu­men Woh­nun­gen bau­ten, sich die­se selbst nicht mehr leis­ten könnten.


Nicht nur eine sozia­le, son­dern auch eine öko­lo­gi­sche Frage

Die IG BAU for­dert des­halb mehr Anstren­gun­gen bei der Schaf­fung bezahl­ba­ren Wohn­raums. „Deut­lich mehr Woh­nun­gen, die sich in den Städ­ten auch Gering- und Nor­mal­ver­die­ner leis­ten kön­nen, sind ein ent­schei­den­der Bei­trag, um die Pend­ler-Zah­len zu ver­rin­gern“, sagt Nick­las. Dafür müs­se die Poli­tik kla­re Vor­ga­ben machen, etwa indem kom­mu­na­le Grund­stü­cke nicht an den Meist­bie­ten­den ver­kauft wür­den, son­dern an Bau­her­ren, die sich zu bezahl­ba­ren Mie­ten ver­pflich­te­ten. Beim sozia­len Woh­nungs­bau müss­ten die staat­li­chen För­der­mit­tel mas­siv auf­ge­stockt wer­den und ein­mal gebau­te Sozi­al­woh­nun­gen dau­er­haft preis­ge­bun­den bleiben.

Dass Men­schen in der Nähe ihres Arbeits­plat­zes woh­nen kön­nen, sei nicht nur eine sozia­le, son­dern auch eine öko­lo­gi­sche Fra­ge: „Weni­ger Pen­de­lei bedeu­tet für die Betrof­fe­nen mehr Zeit für die Fami­lie, Freun­de und Hob­bys. Gleich­zei­tig kann ein erheb­li­cher Teil der CO2-Emis­sio­nen im Ver­kehrs­sek­tor ein­ge­spart wer­den“, so Nick­las weiter. 

Nach Anga­ben der Arbeits­agen­tur ver­lie­ßen im ver­gan­ge­nen Jahr bun­des­weit vier von zehn sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten auf dem Weg zur Arbeit die Gren­zen ihrer Stadt oder ihres Land­krei­ses. Damit erreich­te die Zahl der Fern-Pend­ler trotz Pan­de­mie einen Höchst­stand von 13 Millionen.

1 2 3 11