Bachs „Die Kunst der Fuge“ in Verbindung mit neuer Musik
4. Klanglicht-Konzert in St. Elisabeth
Am 20. März findet unter dem Motto „Klanglicht“ ein Konzert anlässlich des Geburtstags von Johann Sebastian Bach in der Kirche St. Elisabeth in Bamberg statt.
Im 14. Jahrhundert erbaut, ist die Kirche St. Elisabeth in der Sandstraße Bamberg ein gotisches Juwel. Zu einem Glanzpunkt zeitgenössischer Kunst inmitten der historischen Altstadt Bambergs wurde sie erneut, als der international gefeierte Maler Markus Lüpertz 2019 die Glasfenster nach seinen Entwürfen Szenen schuf. Hier werden Szenen aus dem Leben der Hl. Elisabeth dargestellt.
Unter dem Motto „Klanglicht“ verbindet das Bamberger Streichquartett mit Milos Petrovic, Andreas Lucke, Violinen, Branko Kabadaic, Viola, und Karlheinz Busch, Violoncello, alte mit neuer Musik.
Im Zentrum steht anlässlich Bachs Geburtstag „Die Kunst der Fuge“ BWV 1080. In diesem rätselhaft vollendeten Fugenwerk versabschiedet sich Bach mit der letzten unvollendeten Fuga und der Tonfolge B‑A-C‑H. Kurz danach starb Bach.
Vor, zwischen und nach den Fugen gibt es neue Musik von Arvo Pärt und John Cage zu hören.
Im reizvollen Spannungsfeld der alten Kirche und den Lüpertz-Fenstern verbinden sich im sakralen Raum Spiritualität, Kontemplation und Musik zu einer seltenen, kostbaren Harmonie.
Das Konzert findet am Freitag, dem 20. März, um 19.30 Uhr in der St. Elisabeth-Kirche statt.
Karten sind im Vorverkauf erhältlich bei BVD Kartenservice Bamberg, Tel.: 0951- 980 82–20, per E‑Mail: info@bvd-ticket.de und unter 0170- 5 84 65 20 (Frau Leykauf, auch Einlasskasse).
Abwechslungsreiches Programm für 2026 geplant
Museen der Stadt Bamberg ziehen positive Bilanz
Die Museen der Stadt Bamberg können für 2025 erneut einen Publikumszuwachs verzeichnen: Knapp 44.000 Gäste besuchten die Ausstellungen und Veranstaltungen im Historischen Museum und in der Villa Dessauer, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
So zieht Direktor Dr. Fabian Ludovico, seit 1. Mai 2025 im Amt, eine positive Bilanz: „Die Besuchszahlen konnten sogar gegenüber 2024 nochmals um 6,5 % gesteigert werden und das, obwohl mit der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus ein Standort wegen der anstehenden Sanierungsarbeiten geschlossen ist.“ Zusätzlich zählte die Museums Service GmbH in St. Elisabeth über 107.000 Gäste, die sich vor allem für die eindrucksvollen Kirchenfenster von Marcus Lüpertz interessierten.
Im Historischen Museum erfuhr die Jubiläumsschau „Vor 1000 Jahren. Leben am Hof von Kunigunde und Heinrich II.“ bis Ende April 2025 einen sehr großen Zuspruch. Die Sommersaison startete mit der Intervention „Re-Call“, die in der Gemäldegalerie „Bilderspaziergang“ zeitgenössische Kunst internationaler Künstlerinnen und Künstler mit ausgewählten Objekten der Sammlung in Beziehung setzte. Die Sonderausstellung „Wünsch dir was! Make a Wish!“, die noch bis 22. März 2026 zu sehen ist, lockte ebenfalls bereits ein großes Publikum an. In der Villa Dessauer waren die „Fotografischen Inszenierungen“ des Bamberger Fotografen Uwe Gaasch ein starker Anziehungspunkt. Auch der Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler – BBK Oberfranken und der Kunstverein Bamberg e.V. präsentierten hier Ihre Ausstellungen mit großem Erfolg.
Die Angebote der Kulturellen Bildung wurden 2025 von rund 1.000 Personen mehr als im Vorjahr wahrgenommen und brachten es damit auf knapp 4.400 Teilnahmen. Besonders beliebt waren die Gespräche mit den Künstlerinnen und Künstlern im Rahmenprogramm der Sonderausstellungen. Darüber hinaus hat sich auch die Vortragsreihe „Uni im Museum“ als erfolgreiches Format etabliert und geht inzwischen in die vierte Runde. Sehr gefragt sind zudem die Angebote für Kita-Gruppen und Schulklassen sowie Kindergeburtstage im Museum. „Dieser Zuspruch bestärkt uns in unserer Arbeit“, betont Dr. des. Eleonora Cagol, Kuratorin für die Kulturelle Bildung der Museen der Stadt Bamberg.
Das wartet 2026 auf die Besucherinnen und Besucher
Auch 2026 bieten die Museen der Stadt Bamberg ein vielseitiges Angebot an Ausstellungen und Veranstaltungen an. „Wir sind sehr dankbar, dass wir unseren Gästen trotz der angespannten Finanzlage ein solches Angebot machen können. Hierzu ist es erforderlich, dass wir uns auf zentrale Themen und besonders stark nachgefragte Angebote konzentrieren. Maßgeblich für das Gelingen sind dabei auch in diesem Jahr die großzügigen Förderungen unserer verlässlichen Unterstützer,“ merkt Dr. Fabian Ludovico hierzu an.
Im Zentrum des diesjährigen Programms stehen zwei große Sonderausstellungen. Im Historischen Museum wird vom 27. März bis zum 1. November 2026 die „Mauern der Macht. Die Alte Hofhaltung in Bamberg“ zu sehen sein. Die Alte Hofhaltung selbst bildet dabei das Herzstück der Schau: Als bedeutender Schauplatz Bamberger Stadtgeschichte steht sie seit über eintausend Jahren auf dem Domberg. Hier verweilten einst Kaiser, Bischöfe und Adelige, umgeben von Bediensteten, Handwerkern und anderen Bewohnern. Die Ausstellung macht diesen historischen Ort erlebbar und zeigt, wie Macht, Alltag und gesellschaftliches Leben in der Alten Hofhaltung eng miteinander verbunden waren.
In der Villa Dessauer findet vom 1. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027 die Sonderausstellung „Lichtakkord. Andreas Herzau fotografiert die Bamberger Symphoniker“ statt. Herzau (1962–2024) begleitete die Bamberger Symphoniker über mehrere Jahre, sowohl in ihrer Heimat Bamberg, als auch auf mehreren Konzerttourneen. Entstanden ist ein vielgestaltiges Porträt des international renommierten Orchesters. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Stiftung F.C. Gundlach in Hamburg, den Bamberger Symphonikern und dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg, wo vom 15.12.2026 bis 24.01.2027 ebenfalls eine Auswahl von Herzaus Symphoniker-Fotos gezeigt wird.
Daneben wird im Historischen Museum eine Präsentation zum 250. Geburtstag E.T.A. Hoffmanns im „E.T.A. Hoffmann-Tanzsaal“ gezeigt, die von mehreren Veranstaltungen begleitet wird. Und ebenfalls findet dort die Intervention „Feuer. Farbe. Licht – Emaillewelten“ mit den wunderbaren Arbeiten der Künstlerin Nora Kovats statt, die 2025 das Kunststipendium Bamberg erhielt.
Mit Eröffnung der Sonderausstellung „Mauern der Macht“ sind dann auch wieder die kostbaren Sammlungen der Welterbestadt in den verschiedenen Dauerausstellungen zu sehen. Dazu zählen unter anderem „Bilderspaziergang“, „Eine neue Zeit bricht an“, „Jüdisches in Bamberg“ und eine Studioausstellung von Sammlungs-Highlights des Historischen Vereins Bamberg.
Für die Sonderausstellung „Mauern der Macht. Die Alte Hofhaltung in Bamberg“
Gesucht: Erinnerungen und Fotos von der Alten Hofhaltung
Am 26. März 2026 eröffnet im Historischen Museum Bamberg die Sonderausstellung „Mauern der Macht. Die Alte Hofhaltung in Bamberg“. In diesem Zusammenhang ist das Team des Museums auf der Suche nach Fotos und wendet sich an die Bürgerschaft.
Die Ausstellung zeigt die Bau- und Nutzungsgeschichte dieses bedeutenden Gebäudes – von seiner ursprünglichen Funktion bis in die jüngere Vergangenheit, darunter die Nutzung als Wohngebäude nach dem Zweiten Weltkrieg und als Kulisse für Hochzeitsfotos.
Das Team des Museums bittet deshalb alle Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe: Wer hat Fotos oder Erinnerungen an die Alte Hofhaltung als Wohnort? Vielleicht hat jemand selbst dort gewohnt oder kennt jemanden, der dort lebte. Wurde in der alten Hofhaltung eine Hochzeit gefeiert, von der es Fotos gibt? Jedermann kann seine Erinnerungen digital teilen und Teil der Ausstellung werden. Einsendeschluss ist der 10. März. Die Bilder sollten ausschließlich digital an kubimus@stadt.bamberg.de gemailt werden.
Abschnitt zwischen Jahnwehr und Heinrichsbrücke erhält neue Asphaltdecke
Wegesanierung im Hain wird fortgesetzt
Der Geh- und Radweg am Weegmannufer im Hain, zwischen Heinrichsbrücke und Jahnwehr, befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Die Asphaltdecke weist eine hohe Anzahl von Rissen und Schlaglöchern auf. Um den Missstand zu beseitigen, wird der Abschnitt instandgesetzt, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Die Straßenbauarbeiten beginnen bei geeigneter Wetterlage am 23. Februar und dauern voraussichtlich bis Ende Mai 2026 an.
Mit der Maßnahme wird die umfassende Sanierung des Wegenetzes im Bamberger Hain fortgesetzt und über die Bayerische Städtebauförderung gefördert. Zuletzt wurde 2023 der Abschnitt zwischen Buger Spitze und Jahnwehr auf Vordermann gebracht. Nun folgt der Anschluss bis zur Heinrichsbrücke.
Die Straßenbauarbeiten bringen Umleitungen und Sperrungen mit sich. Das Weegmannufer zwischen Heinrichsbrücke und Jahnwehr kann während der Arbeiten nicht begangen oder befahren werden. Auch ein Stück des Weges ab Hainweiher in Richtung Jahnwehr wird saniert und muss daher gesperrt bleiben. Die ausgeschilderte Umleitung für den Rad- und Fußverkehr erfolgt vom Jahnwehr durch den Luisenhain entlang des Hainweihers und des Musikpavillons zur Unterführung Münchner Ring zum Heinrichsdamm beziehungsweise mit Querung des Rhein-Main-Donau-Damms an der Ampelanlage wieder auf das Weegmannufer Richtung Norden.
Weitere Einschränkungen betreffen das Jahnwehr und die Parkplätze bei der TSG 05 Bamberg beziehungsweise bei der Gaststätte Vereinshain. Aus Sicherheitsgründen und wegen des erhöhten Baustellenverkehrs regelt eine Ampelanlage, wann das Jahnwehr begangen und mit dem Fahrrad befahren werden kann. Um Baumaterialien lagern zu können, muss ein Teil der Parkplätze gesperrt werden. Die restlichen, nicht benötigten Flächen stehen weiterhin als Parkplätze der Öffentlichkeit zur Verfügung.
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Blutspende im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg
80 Liter Blut und 640 Euro – Gutes tun im Doppelpack
Die angehenden Polizistinnen und Polizisten des Einstellungsjahrgangs BA 23 II riefen zum Ende ihrer Ausbildung zu einer Aktion „Spende Blut, rette Leben“ auf, wie das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg mitteilt.
Für den Einstellungsjahrgang BA 23 II des Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrums Bamberg steht das Ende der Ausbildung kurz bevor. Die angehenden Polizistinnen und Polizisten riefen zum Abschied zu einer Aktion „Spende Blut, rette Leben“ auf, wie das Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg mitteilt.
In Kooperation mit dem Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) fand am 5. Februar 2026 eine interne Blutspendeaktion bei der Bundespolizei statt. Gespendet haben 160 Personen.
Zusätzlich bestand die Möglichkeit, sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei zu registrieren.
Ziel der Aktion war es, ein starkes Zeichen der Solidarität und des gesellschaftlichen Engagements zu setzen – und das gleich im Doppelpack. Eine einzige Blutspende kann bis zu drei Leben retten. Außerdem ist für jede Spende eine Aufwandentschädigung vorgesehen, welche auf Wunsch der Dienststelle durch den Blutspendedienst des BRK direkt an den Kinderschutzbund Bamberg übergeben wird. Insgesamt konnten 640 Euro für den guten Zweck generiert werden.
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OB Starke: „Finnland ist ein wichtiger Partner“
Finnischer Botschafter zu Gast in Bamberg
Kai Sauer, Botschafter der Republik Finnland mit Sitz in Berlin, liegt es fern, ausschließlich in der Bundeshauptstadt zu residieren. Vielmehr liegt dem Sohn eines deutschen Vaters und einer finnischen Mutter daran, Deutschland kennenzulernen. Binnen eines Jahres gelang es ihm, alle 16 Bundesländer zu besuchen. Jetzt hat er deutsche Städte und Regionen im Blick, was ihn am 3. Februar nach Bamberg führte. „Eine besondere Stadt“, so Sauer.
„18 Finnen leben bei uns“, berichtete OB Andreas Starke. Der Oberbürgermeister empfing den Botschafter im Rokokosaal des Alten Rathauses zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Bamberg. Begleitet wurde er vom Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz, mit dem Sauer bereits zusammengearbeitet hat. Auch die finnische Bürgerin Auri Tusa war dabei, die aktuell ein Volontariat im Historischen Museum der Stadt Bamberg absolviert.
Eishockey-Fan
Starke stellte das Alte Rathaus vor, eines der am meisten fotografierten Objekte in Deutschland. Sport kam auch zur Sprache; der Oberbürgermeister erinnerte daran, dass früher ein finnischer Spieler das Bamberger Basketballteam verstärkt hat. Das Herz des finnischen Botschafters schlägt jedoch für Eishockey – und natürlich für Politik. Nach dem Hinweis des Oberbürgermeisters, dass Bamberg mit dem ukrainischen Mukatschewo eine Städtepartnerschaft geschlossen hat, verwies Sauer auf das finnische Tampere, das mit Kiew eine solche Partnerschaft unterhält.
Wehrpflicht
Anlässlich des am gleichen Tag stattgefundenen Besuchs von Boris Pistorius verwies Sauer darauf, dass der Bundesverteidigungsminister skandinavische Länder, darunter auch Finnland, besucht hat, um deren Wehrdienst-Modelle zu studieren. In Finnland herrscht komplette Wehrpflicht. Nach Auskunft des Botschafters leisten 70 Prozent der Männer Wehrdienst, der Rest absolviert soziale Dienste.
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Für den finalen Bauabschnitt wird ein Gerüst an der Nordseite des Gebäudes errichtet
Sanierung des Konventbaus am Michaelsberg auf der Zielgeraden
Bei der laufenden Generalsanierung des Konventgebäudes in der ehemaligen Klosteranlage St. Michael beginnt nun der dritte und zugleich letzte Bauabschnitt, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
„Mit dem Eintritt in diese abschließende Phase kommen wir der nachhaltigen Sicherung dieses bedeutenden historischen Bauwerks auf dem Michaelsberg einen entscheidenden Schritt näher“, betont Stiftungsreferent Bertram Felix. Ziel der Maßnahmen ist es, die Bausubstanz des Konventgebäudes langfristig zu erhalten und für kommende Generationen zu sichern.
Als erster sichtbarer Schritt der neuen Bauphase wird ab Kalenderwoche 5 ein Gerüst an der Nordseite des Konventgebäudes errichtet. Dieses dient der Durchführung der vorgesehenen Arbeiten am Dach und Tragwerk sowie der Überarbeitung der Nord- und Ostfassade. Diese Maßnahmenpakete sind Teil der vom Bund (dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), dem Freistaat Bayern (Entschädigungsfonds), der Oberfrankenstiftung, der Bayerischen Landesstiftung, der Stadt Bamberg und der Städtebauförderung geförderten 12 Millionen Euro für die Dach‑, Tragwerks- und Fassadeninstandsetzung, welche einen wesentlichen Beitrag zur Bewahrung des denkmalgeschützten Ensembles auf dem Michaelsberg leisten.
Trotz der Bauarbeiten bleiben der Fuß- und Fahrweg bis hin zum Ostplateau weiterhin uneingeschränkt begehbar und befahrbar. Auch für Besucherinnen und Besucher ergeben sich keine Einschränkungen: Die Gaststätten auf dem Michaelsberg sowie das Brauereimuseum sind von der Maßnahme nicht betroffen und bleiben regulär geöffnet. „Uns war es wichtig, die notwendigen Sanierungsarbeiten so zu planen, dass sowohl die Erreichbarkeit des Michaelsbergs als auch der laufende Betrieb für Gäste und Einheimische gewährleistet bleiben“, erklärt Felix.
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Roter Teppich beim „Fränkischen Filmpreis“
36. Bamberger Kurzfilmtage
Heute starten die 36. Bamberger Kurzfilmtage. Bis zum 1. Februar ist wieder eine Vielzahl ausgewählter Kurzfilme zu sehen. Festivalleiterin Katharina Breinbauer stand uns im Vorfeld für ein Interview zur Verfügung.
Mit über 150 Beiträge aus den Genres Dokumentation, Animation, Spielfilm, Experimentalfilm und Kinderkurzfilm bietet das umfangreiche Kurzfilmprogramm abwechslungsreiche Unterhaltung für alle Altersgruppen. Die Filme wurden aus rund 800 Einsendungen monatelang von einem 25-köpfigen Team in wöchentlichen Sitzungen ausgewählt. „Wir haben schon im Frühjahr mit den ersten Sichtungen begonnen und konnten so bereits ab Oktober in die finale Auswahlphase gehen“, sagt Julia Flachmann, die seit drei Jahren die Wettbewerbssichtung des Festivals koordiniert. An der Auswahl der Kinderkurzfilme für den Programmteil „Kurzes für Kurze“ haben sich zudem erneut Schülerinnen und Schüler der Hugo-von-Trimberg Schule beteiligt und acht spannende Filme ausgewählt.
Das Themenspektrum, das in diesem Jahr in den Filmen bearbeitet wurde, ist wie gewohnt vor allem künstlerisch vielfältig und doch ein klein wenig anders. „In den Filmeinreichungen für unseren Wettbewerb beobachten wir, dass zunehmend auch ernstere Themen humorvoll angegangen werden.“, findet Festivalleiterin Katharina Breinbauer.
Die Events verteilen sich auf die Kinos Lichtspiel und Odeon sowie die Stadtbücherei in der Oberen Königsstraße, die Volkshochschule Bamberg Stadt in der Tränkgasse und die Kulturfabrik (KUFA).
Neu ist ein Fußballfilmprogramm für alle kinobegeisterten Sportfreunde. Der FC Wacker 1927 Bamberg e. V. übernimmt die Patenschaft dafür und stellt vor Ort seine Jugendarbeit vor.
Passend zum 250-jährigen Geburtsjahr von E.T.A. Hoffmann kooperieren die Kurzfilmtage erstmalig mit dem E.T.A. Hoffmann-Haus in Person von Kurator Martin Habermeyer.
Neu ist ein Fußballfilmprogramm für alle kinobegeisterten Sportfreunde. Der FC Wacker 1927 Bamberg e. V. übernimmt die Patenschaft dafür und stellt vor Ort seine Jugendarbeit vor.
Passend zum 250-jährigen Geburtsjahr von E.T.A. Hoffmann kooperieren die Kurzfilmtage erstmalig mit dem E.T.A. Hoffmann-Haus in Person von Kurator Martin Habermeyer.
An zwei speziellen „E.T.A. Programmen“ wurde dafür gebastelt. In einem davon übernimmt Hoffmanns berühmter Kater Murr die Hauptrolle und richtet seine Lebensansichten auf neue und kuriose Blickwinkel aus der Symbiose von Katz und Mensch aus.
Länderschwerpunkt Türkei und Sonderprogramm Handwerk
Im Spezialprogramm liegt der Länderfokus in diesem Jahr auf der Türkei. Inspiration dafür sei die Wahl des Gastlandes im Stipendiaten-Programm des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia gewesen, sagt Breinbauer. „Die Kooperation mit dem Künstlerhaus gibt uns jedes Jahr wertvolle Ansätze, um beispielsweise eine hochkarätige Kunstausstellung in unseren Festivalklub zu integrieren.“ Die Location für den berüchtigten Kurzfilmklub steht allerdings noch nicht fest. Jedes Jahr nehme die Raumsuche nach geeignetem Leerstand aufs Neue viel Zeit und Energie in Anspruch.
Beim Sonderprogramm der Kurzfilmtage erwarten die Zuschauerinnen und Zuschauer bereits zum zweiten Mal Filme rund um das Handwerk. Im Mittelpunkt stehen diesmal eine Korbflechterin und Filmemacherin aus Bamberg. Jennifer Rubach organisiert für das Zentrum Europäischer Flechtkultur in Lichtenfels einen internationalen Kurzfilm-Wettbewerb. „Der Siegerfilm wird bei uns im Programm gezeigt – gemeinsam mit anderen internationalen Kurzfilmen, die sich mit verschiedenen handwerklichen Gewerken beschäftigen“, sagt die Festivalleiterin. Zu den Vorführungen werden auch die Filmschaffenden vor Ort sein.
Großer Auftritt für den Buchhalter in Erklär-Videos auf TikTok
Auch der Buchhalter des Festivals, Christian Kaiser, Spitzname KC, nimmt wieder eine Rolle vor der Kamera ein. „Vor beinahe fünf Jahren haben wir mit ihm Erklär-Clips gedreht, um Festival-Neulingen die Abläufe der Veranstaltung zu zeigen. Auch die eingeschweißten Kurzfilmtagefans fanden diese Clips richtig gut, deswegen gibt es jetzt eine Neuauflage” erzählt Breinbauer. In kurzen Sequenzen wird anschaulich und locker gezeigt, was einen Kurzfilm ausmacht, woher der Begriff „Rolle“ stammt, wie man an Tickets kommt und worauf es beim Wettbewerb und seinen vielen Preisen ankommt.
Ganz neu ist die Präsentation des Festivals auf dem eigenen TikTok Account „bambergerkurzfilmtage“. Dort sollen schon bald Einblicke hinter die Kulissen zu sehen sein. „Unsere diesjährigen Praktikantinnen hatten eine Vielzahl von Ideen, die sie in Kurzvideos umsetzen wollten. Also haben wir sie machen lassen!“ sagen Breinbauer und Flachmann. Das Festival lebe davon, dass alle im Team eigene Ideen verwirklichen können. Jährlich sollen so neue Wege ausgetestet werden, um ein breites Publikum zu bedienen.
Trophäen und Preisgelder in sieben Kategorien
Auch wenn das genaue Programm noch geheim ist – einen ganz besonderen Abend wird in der Festival-Woche wieder der Samstag einnehmen, wenn die Prämierung der besten Wettbewerbsbeiträge im Odeon-Kino stattfindet. Drei verschiedene Jurys (Fachjury, Jugendjury und Regionaljury) küren dann nach einer langen Festivalwoche die herausragendsten Filmbeiträge. Zwei Preise werden allein durch die Zuschauer bestimmt: Für die Auslotung des Publikumspreises werden nach jedem Film Bewertungszettel eingesammelt und über den Gewinner des Kinderfilmpreises dürfen alle anwesenden Kinder im Saal abstimmen.
Den Gewinnerfilmen winken als Trophäen goldene Zentauren aus Schokolade, entworfen von dem Bamberger Bildhauer Adelbert Heil und in Schokolade gegossen von der Confiserie Storath. Verbunden damit ist ein Preisgeld, das die Produktion neuer Kurzfilme ermöglichen soll.
Wettbewerb um den Fränkischen Filmpreis
Die Förderung der heimischen Filmschaffenden hat sich das Kurzfilmfestival seit Jahren auf die Fahne geschrieben: So wird es wieder einen eigenen Wettbewerb für fränkische Kurzfilmproduktionen geben. Dazu wurde der Radius für die Einreichungen von Oberfranken auf die ganze Fränkische Region erweitert. Für die Anschubfinanzierung dieses Projekts, setzte sich im letzten Jahr die Oberfrankenstiftung ein. Sie wird heuer von der Sparkasse Bamberg abgelöst, die das Sponsoring für das Regionalfilmprogramm übernommen hat. „Ohne das großzügige Sponsoring könnten wir dieses Format nicht verwirklichen. Andernorts wurden regionale Wettbewerbe eingespart, weil das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Wir sind außerordentlich dankbar, dass wir diesen Schritt nicht gehen müssen, sondern unseren Radius sogar erweitern konnten,“ so Breinbauer. Auch hier sind so mehr Filme entstanden und die Bandbreite an Themen hat sich erweitert. „Es ist immer wieder überraschend, mit welcher Themenvielfalt der Regionalfilm aufwarten kann. In diesem Jahr haben wir einen Stummfilm aus Erlangen dabei. Dort hat sich eine Gruppe Stummfilmbegeisterter gefunden, die dem Genre neues Leben einhauchen.
Ehrenamt trägt das Festival
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und die Gäste zu betreuen, die zum Filmfestival anreisen, kümmern sich viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in Kleingruppen. Das garantiert im Rahmen der Filmvorführungen wie auch im Kurzfilm Klub eine entspannte Atmosphäre für anregende Gespräche.
Selbst Bürohund Theo hat dieses Jahr seinen Platz im Festival-Marketing gefunden: Als Protagonist im Trailer hat der adoptierte griechische Straßenhund durchaus Potenzial zum Filmstar. „In der heißen Phase der Vorbereitung hilft er uns allen im Büroteam ein bisschen beim Runterkommen, indem er von Zeit zu Zeit Streicheleinheiten einfordert,“ erzählt Katharina Breinbauer schmunzelnd.
Für die Ausgestaltung des Festivals setzt die Leiterin auf das große Engagement des Teams. „An den sieben Tagen sind etwa 40 Ehrenamtliche beschäftigt, um für die erwarteten 5.000 Zuschauer sowie die rund 70 anreisenden Filmschaffenden eine unvergleichliche Festivalwoche zu bieten. Das ist nur möglich, weil sich für unsere Kurzfilmtage etliche Teammitglieder extra Urlaub nehmen. Und weil wir von einem breiten Bündnis an Kooperationspartnern und Sponsoren unterstützt werden.“
Für alle, die es nicht zum Festival schaffen, lieber einzelne Kurzfilme sehen oder erst später reinschauen möchten, bietet das Online-Festival vom 2. Februar bis 8. Februar 2026 eine geeignete Plattform. „Das Wettbewerbsprogramm geht hier natürlich wieder komplett online“, verspricht Breinbauer. So können sich auch alle Daheimgebliebenen ihre Portion Festivalstimmung ins Wohnzimmer holen und trübe Februargedanken vertreiben.
Lichtspiel zeigt Kurzfilm „Sprich darüber“ von einem Projekt-Seminar des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums
Gewalt an Frauen geht auch nach den Orange Days weiter
Gewalt gegen Frauen sowie Fragen der Gleichstellung wurden bei einem Aktionstag thematisiert, der im Rahmen der Orange Days am E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium mit den elften Klassen stattfand und von der Gleichstellungsstelle der Stadt Bamberg unterstützt wurde.
Rednerinnen aus Wirtschaft, Gewerkschaft, Gleichstellungsarbeit, Polizei und dem Frauenhaus stellten ihre jeweiligen Perspektiven in sechs Kurzvorträgen dar und diskutierten diese im Anschluss bei einer Podiumsdiskussion. Die Debatte stand unter der Überschrift: „Sie lächelt so nett – das reicht doch. Wie steuern Vorurteile Chancen oder wie gelingt Gleichberechtigung?“
Ein besonderer Beitrag kam von Schülerinnen und Schülern eines Projekt-Seminars einer elften Klasse des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums. Sie produzierten ein Video, das Erfahrungen mit Diskriminierung und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen darstellt. Unter dem Titel des Films „Sprich darüber“ macht das Lichtspiel Bamberg in seinem Programmheft darauf aufmerksam, dass Frauen und Mädchen im Alltag oft mehr, als es offensichtlich ist, von verbaler, psychischer und physischer Gewalt betroffen sind. Das Kino zeigt den Film zwischen dem 22. und dem 26. Januar 2026 jeweils als Vorfilm der 20.35-Uhr-Vorstellung und setzt damit bewusst ein Zeichen.
„Die Botschaft ist klar: Gewalt an Frauen endet nicht mit den Orange Days – Aufmerksamkeit und Engagement müssen darüber hinaus bestehen bleiben“, lobt Gabriele Kepic, die Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Bamberg, diese Initiative.
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Smart-City-Projekt unterstützt Bewegungsfreiheit
Menschen mit Demenz digital im Blick
Bei einer Podiumsdiskussion im Zuge der Veranstaltungsreihe „Smart Talks“ des Programms Smart City Bamberg gaben Jutta Weigand von der Sozialstiftung Bamberg sowie Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas von der FAU Erlangen-Nürnberg wertvolle Einblicke in die Pflege von an Demenz erkrankten Menschen.
Offiziell sind in Stadt und Landkreis Bamberg etwa 4.000 Menschen von Demenz betroffen, rund 9.000 von einer Vorstufe der Erkrankung. Ein gemeinsames Projekt von Smart City Bamberg und der Sozialstiftung Bamberg soll nun helfen, Demenzerkrankte mit Hilfe eines digitalen Armbands besser im Blick zu haben.
Betroffen sind laut Prof. Fr. Peter Kolominsky-Rabas demnach nicht nur die Erkrankten selbst, sondern auch die Angehörigen und Pflegekräfte. Denn der Umgang mit den Patientinnen und Patienten erfordert viel Einfühlungsvermögen und Verständnis dafür, dass sich die betroffene Person ihrer Wahrnehmung nach in vergangenen Lebensphasen befindet und sich entsprechend verhält. Das koste insbesondere die Angehörigen viel Kraft, vor allem, wenn sie sich selbst um die Betreuung der Erkrankten kümmern würden, so der Fachmann.
Menschen, die an Demenz erkranken, neigen zu allen Tages- und Nachtzeiten zu einem starken Bewegungsdran. Gleichzeitig ist dieser oft ohne Ziel oder das ursprüngliche Ziel ist schnell vergessen. Resultat ist, dass Menschen mit Demenz die Orientierung verlieren, was im öffentlichen Raum mitunter lebensgefährlich werden kann. Die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung kann hier helfen, stößt aber auch an ihre Grenzen. Denn das eigentliche Bestreben sei, den Betroffenen so lange wie möglich die Teilhabe am Leben in Bamberg zu ermöglichen, aber gleichzeitig ihre Sicherheit zu gewährleisten, so Jutta Weigand von der Sozialstiftung Bamberg. Den aufgezeichneten Smarttalk können sich Interessierte auch auf dem YouTube-Kanal von Smart City Bamberg ansehen.
Digitale und ehrenamtliche Unterstützung im Doppelpack
Ein gemeinsames Projekt von Smart City Bamberg und der Sozialstiftung Bamberg verspricht genau das: Ein Armband, ähnlich einer Armbanduhr, übermittelt die benötigten Ortungsdaten der an Demenz erkrankten Person. Vorab werden virtuelle Sicherheitszonen definiert, ganz individuell nach dem Schweregrad und den Gewohnheiten. Verlässt die Person ihr definiertes Geborgenheitsniveau, wird eine Benachrichtigung samt der Ortungsdaten an die Anwendung gesendet. „Das System bietet einen klaren Mehrwert für unsere Bewohnerinnen und Bewohner“, erklärt die Projektleitung Jutta Weigand. „Sie können sich in einem definierten Bereich frei bewegen und werden dabei optimal geschützt.“ Das „revolutionäre“ an dem Konzept sei aber die Einbindung von Ehrenamtlichen in die Suche. Denn die Pflegekräfte alleine könnten diese Suche der Betroffenen nicht stemmen, auch die Kapazität der Polizei sei begrenzt.
Positive Bilanz nach Testlauf
Nach einem dreimonatigen Testlauf in der Einrichtung am Michelsberg wurde eine positive Bilanz gezogen. Eine Person konnte dank eines ausgelösten Alarms sogar innerhalb kürzester Zeit an einer Bushaltestelle gefunden werden. Es wurden auch viele Gespräche mit Erkrankten, Angehörigen und Pflegekräften geführt. Betroffene und ihre Angehörigen zeigten sich durchweg begeistert und fordern schon jetzt eine solche Lösung. Einige der Pflegekräfte empfanden den Einsatz der Technik zunächst als zusätzliche Belastung. Eine umfassende Schulung aller Beteiligten konnte diese Bedenken mildern.
Bereits im Sommer 2025 hatten zudem Interviews mit Menschen stattgefunden, die sich die Mitarbeit als Ehrenamtliche vorstellen könnten. Die Teilnehmenden sahen den Mehrwert und den Nutzen des Projekts, betonten aber die Bedeutung einer verpflichtenden Schulung für den Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen. Auch die direkte Unterstützung durch die Pflegeeinrichtungen sowie eine umfassende rechtliche Absicherung der Ehrenamtlichen seien essentiell. Kritik kam seitens des Seniorenbeirats der Stadt Bamberg hinsichtlich des Datenschutzes.
Freiheitsrecht vs. Datenschutz
„Die Frage nach dem Datenschutz ist natürlich gerechtfertigt und wird von uns sehr ernstgenommen“, so Jutta Weigand. Das Projekt wird im Austausch mit einem Betreuungsrichter und unter Berücksichtigung des Betreuungsgesetzes entwickelt. Die Teilnahme daran ist in jedem Fall freiwillig. Letztlich geht es laut Jutta Weigand um eine Abwägung zwischen Freiheitsrecht und Datenschutz: „Um zu verhindern, dass die Standortdaten einer fiktiven Frau Meier an Ehrenamtliche weitergegeben werden, verwehren wir der Dame, dass sie sich frei bewegen kann – was ist wichtiger?“