Laufschuhe geschnürt, Freundschaften gestärkt
Städtisches Laufteam startet bei Sokol-Lauf in Prag
Im Rahmen der Städtepartnerschaft war das Lauf-Team der Stadt Bamberg jüngst zu Gast in Prag und nahm dort am traditionsreichen Sokol-Lauf teil, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Acht motivierte Läuferinnen und Läufer gingen für Bamberg an den Start und meisterten die anspruchsvolle Strecke auf dem malerischen Petřín-Hügel mit Bravour.
Bei idealem Laufwetter und in bester Stimmung zeigte sich einmal mehr, wie Sport Menschen verbindet – über Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Der Sokol-Lauf bot nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Gastgebern in Prag.
Die Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und Prag1 fördert seit über 30 Jahren den kulturellen Austausch, stärkt das Miteinander und macht Europa im Kleinen erlebbar – durch Begegnungen, Projekte und gemeinsame Erlebnisse wie den Sokol-Lauf. Das Laufteam der Stadt Bamberg dankt den Freundinnen und Freunden aus der tschechischen Hauptstadt für die Einladung und freut sich auf weitere gemeinsame Schritte – im wahrsten Sinne des Wortes.
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Mobile Konstruktionen verschönern Bamberger Schul- und Kita-Höfe
Holzmodule für Schulen und Kitas
Im Rahmen des Förderprojektes MitMachKlima ging 2024 eine sogenannte Wanderbaumalle auf Tour, deren Module jetzt eine neue Verwendung finden.
Im Rahmen des Förderprojektes MitMachKlima ging im Jahr 2024 unter gemeinsamer Initiative von machbar Bamberg e.V. und Bund Naturschutz Bamberg e.V. eine sogenannte Wanderbaumalle im Stadtgebiet Bamberg auf Tour. Die dafür eigens hergestellten Holzmodule brachten frisches Grün in versiegelte Straßenräume, schufen neue Aufenthaltsorte und stärkten das nachbarschaftliche Miteinander. Nachdem die Wanderbäume bereits im Herbst 2024 dauerhaft an verschiedenen Orten in der Stadt eingepflanzt wurden, erhalten die Module nun eine neue und langfristige Verwendung an Schulen und Kindertagesstätten.
„Die Initiative trägt nicht nur zur Verschönerung der Schul- und Kita-Umfelder bei, sondern stärkt auch das Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz im Alltag“, so Bürgermeister Jonas Glüsenkamp. Verschiedene Schulen und Kitas aus Bamberg bekamen die Gelegenheit, ihre Schul- und Pausenhöfe sowie Außenbereiche mithilfe der bepflanzbaren Module aufzuwerten und zu begrünen. Ob als Hochbeet, Sitzbank oder Kräutergarten – die Möglichkeiten sind vielfältig. Kinder und Jugendliche entscheiden gemeinsam, ob die Holzkonstruktionen künftig als grüner Aufenthaltsort, summende Bienenweide oder dekorative Bepflanzung genutzt werden. Die hölzernen Module wurden direkt an die Einrichtungen geliefert und können nach den eigenen Vorstellungen und Wünschen gestaltet und bepflanzt werden. Die Material- und Pflanzkosten übernahm das Projekt MitMachKlima.
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Adventsprojekt des Vereins „Freund statt fremd“
Geschenkbaumaktion für geflüchtete Kinder in Bamberg
Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr stehen in der diesjährigen Vorweihnachtszeit erneut Geschenkbäume mit Wunschzetteln im Rathaus am Maxplatz, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Interessierte können die Zettel abnehmen und die darauf festgehaltenen Wünsche von geflüchteten Kindern erfüllen. Kurz vor Weihnachten verteilt „Freund statt fremd e.V.“ dann die Präsente an die Kinder im Ankerzentrum und in weiteren Unterkünften.
Der Verein „Freund statt fremd e.V.“ möchte geflüchteten Kindern in Bamberg eine Freude bereiten und Geschenke verteilen. Auch das Bamberger Rathaus am Maximiliansplatz 3 beteiligt sich wieder: Ein von den Marktkaufleuten gesponserter Weihnachtsbaum steht direkt im Foyer beim Haupteingang im Erdgeschoss, der Schmuck wurde vom Fairtrade-Laden „Contigo“ zur Verfügung gestellt. Ein zweiter Baum von „Freund statt fremd“ steht ab sofort im Vorzimmer des Oberbürgermeisters. Weitere Geschenkbäume sind außerdem bei „Freund statt fremd“ in der Begegnungsstätte „Blaue Frieda“, Schützenstraße 2a, sowie in den Kinos Lichtspiel, Untere Königstraße 34, und Odeon, Luitpoldstraße 25, aufgestellt. Erstmals mit dabei ist in diesem Jahr ein weiterer Standort in der LuiOne-Cantina, Luitpoldstraße 53.
Wie die Geschenkabgabe genau funktioniert, steht auf den Wunschzetteln beschrieben. Bis zum 18. Dezember 2025 können Wünsche von geflüchteten Kindern erfüllt werden. Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. „Freund statt fremd“ bedankt sich schon jetzt von Herzen für die großzügige Unterstützung und wünscht eine schöne und besinnliche Adventszeit.
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Gucklöcher am verhüllten Schaufenster des Bürgerlabors lenken Blick auf überraschendes Motiv
„Das Geheimnis der Demokratie“ entdecken
Mit blinkenden Lichterketten geschmückt zieht das Schaufenster des Bürgerlabors der Stadt Bamberg in der Hauptwachstraße gerade viele Blicke von Passantinnen und Passanten auf sich. In großen, beleuchteten Buchstaben ist „Das Geheimnis der Demokratie“ über die gesamte Größe des Schaufensters zu lesen.
Dahinter ist alles mit Packpapier verhüllt – lediglich zwei kleine Gucklöcher ermöglichen den Blick ins Innere. Wer sich näher herantraut und durch eine der Öffnungen blickt, trifft auf ein überraschendes Motiv.
Die auffällige Aktion verweist symbolisch darauf, dass jede einzelne Person für das Gelingen demokratischer Prozesse unverzichtbar ist. Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen, mitgestalten und ihre Stimme erheben. Um das zu verdeutlichen, braucht es nicht immer viele Worte.
„Wir möchten mit dieser Aktion auf einfache, aber wirkungsvolle Weise zeigen, dass Demokratie kein abstrakter Begriff ist. Sie beginnt bei jeder und jedem von uns“, erklärt Helene Hohmann von der Demokratieförderung der Stadt Bamberg, die beim Amt für Inklusion angesiedelt ist.
Die Aktion nutzt bewusst das Schaufenster als Medium. Schaufenster sind alltägliche Orte und Orte, die Menschen im Vorbeigehen erreichen. Ein kurzer Blick kann Denkanstöße auslösen, Gespräche anstoßen und vielleicht sogar dazu motivieren, sich stärker in das demokratische Miteinander einzubringen.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, das Schaufenster in der Hauptwachstraße noch bis zum 5. Dezember 2025 zu besuchen und sich selbst ein Bild vom „Geheimnis der Demokratie“ zu machen.
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An den Adventssamstagen kann länger gebummelt werden
Der Bamberger Weihnachtsmarkt ist offiziell eröffnet
Oberbürgermeister Andreas Starke, das Bamberger Christkind Frieda Schegg und Georg F. Fischer von den Marktkaufleuten und Schaustellern haben am Dienstagabend gemeinsam den großen Buzzer gedrückt, um die Beleuchtung am prächtigen Weihnachtsbaum anzuschalten: Damit ist der Bamberger Weihnachtsmarkt am Maxplatz und Grünen Markt offiziell eröffnet worden, wie die Stadt Bamberg mitteilt. Für die festlichen Klänge sorgten die Don-Bosco-Musikanten und der Kinderchor der Rupprechtschule.
Noch bis zum 23. Dezember 2025 laden 50 Marktstände zum vorweihnachtlichen Bummeln und Genießen ein. Das geht in diesem Jahr an den Adventssamstagen bis spät abends: Neben vielen Innenstadtgeschäften, die bis 22 Uhr und in Einzelfällen auch länger offen haben, dürfen auch die Stände des Weihnachtsmarktes an den langen Einkaufsnächten am 29. November 2025 sowie am 6., 13. und 20. Dezember 2025 bis 22 Uhr geöffnet haben. Regulär hat der Weihnachtsmarkt montags bis donnerstags von 9.30 bis 20 Uhr, freitags und samstags jeweils von 9.30 bis 21 Uhr sowie an den Sonntagen von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Außerdem kann am 30. November 2025 in der Innenstadt am verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr geshoppt werden.
Auch der Nikolaus kommt wieder zum Weihnachtsmarkt – nicht wie ursprünglich angekündigt am 5. Dezember, sondern am Samstag, 6. Dezember – und verteilt ab 14 Uhr Schokolade an die kleinen und großen Besucherinnen und Besucher.
Kostenloser ÖPNV an den Adventssamstagen
Bürgerinnen und Bürger aus der der Stadt und dem Landkreis können an den Adventssamstagen kostenlos die Busse und Züge des öffentlichen Nahverkehrs nutzen. Am 29. November 2025 sowie am 6., 13. und 20. Dezember 2025 müssen somit keine Tickets gekauft werden. Die Kosten tragen die Stadt und der Landkreis Bamberg.
Wer mit dem Auto nach Bamberg kommt, kann an den Adventssamstagen den P+R‑Service der Stadtwerke Bamberg am Heinrichsdamm und der Kronacher Straße für 50 Cent den ganzen Tag nutzen. Ein kostenloser Shuttle fährt alle 15 Minuten in die Innenstadt. Abends werden die Anlagen von der Nachtlinie 936 beziehungsweise 935 bedient. Diese können an den Adventssamstagen ebenfalls kostenlos genutzt werden.
Am verkaufsoffenen Sonntag, 30. November 2025, richten die Stadtwerke zwischen 12.30 und 18.30 Uhr einen Shuttle-Dienst für die beiden P+R‑Anlagen ein. Der P+R‑Platz Heinrichsdamm wird im 15-Minuten-Takt bedient, der P+R‑Platz in der Kronacher Straße im 30-Minuten-Takt. Das Parken kostet 50 Cent, die Nutzung der Shuttlebusse ist kostenfrei.
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Ehrung der besten Weiterbildungsabsolventinnen und ‑absolventen
Acht Meisterpreisträgerinnen und ‑träger aus dem Raum Bamberg
Die 49 besten der 425 Weiterbildungsabsolventinnen und ‑absolventen, die ihren Abschluss bei der IHK für Oberfranken gemacht haben, wurden mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet, darunter auch acht aus dem Einzugsgebiet des IHK-Gremiums Bamberg.
Als großes Schwerpunktthema der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth hat deren Vizepräsident Michael Bitzinger die Stärkung der beruflichen Bildung bezeichnet. Bei der Ehrung der Meisterpreisträger in Bayreuth sagt der Vizepräsident: Wir wollen zeigen, was die berufliche Bildung kann: Sie bringt hervorragend qualifizierte Fachkräfte hervor und trägt dazu bei, die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts Oberfranken zu stärken. Alle Meisterpreisträger hätten Herausragendes geleistet, so Bitzinger. Er bezeichnet die Absolventen als Aushängeschilder der beruflichen Bildung. Der Abschluss selbst sei ein echter Meilenstein.
Die Prüfungen hatten diesmal 425 Absolventen in 14 verschiedenen Abschlüssen bestanden. Besonders gefragt waren die Weiterbildungen zum Wirtschaftsfachwirt und zum Industriemeister Metall. 49 der 425 Absolventen wurden mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Diesen Preis erhalten jeweils die 20 Prozent Prüfungsbesten einer Fachrichtung, sofern sie mindestens ein gut als Abschlussnote erzielt haben. Alle Absolventen erhalten zudem den Meisterbonus der Bayerischen Staatsregierung, er beträgt derzeit 3000 Euro pro Person.
“Lebenslanges Lernen” viel mehr als nur ein Schlagwort
Nichts ist so beständig wie der Wandel, zitiert IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfram Brehm den griechischen Philosophen Heraklit. Gefühlt erfinde sich die Welt täglich neu: Gestern noch Faxgerät, heute schon KI-gesteuertes Projektmanagement. Gestern noch Meisterbrief auf Pergament, heute digitale Kompetenzzertifikate auf LinkedIn.” Aber genau dafür stünden die Absolventinnen und Absolventen: Dafür, dass lebenslanges Lernen kein leeres Schlagwort ist, sondern gelebte Realität. Den Meisterpreisträgern gibt der IHK-Hauptgeschäftsführer mit auf den Weg: Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie mutig und behalten Sie Ihren Humor, gerade dann, wenn die KI mal wieder denkt, sie könne Ihren Job besser machen.
Sich den Veränderungen zu stellen und Herausforderungen anzunehmen, dazu ruft der oberfränkische Regierungsvizepräsident Thomas Engel die Absolventen auf. Als eine der größten Herausforderungen für die oberfränkische Wirtschaft bezeichnete er die Gewinnung von Fach- und Führungskräften. Als Prüfungsbeste hätten die Meisterpreisträger ihre herausragende Leistungsbereitschaft und ihr besonderes Engagement eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Acht erfolgreiche Meisterpreisträger aus dem Raum Bamberg
Die Meisterpreisträger aus dem Bereich des IHK-Gremiums Bamberg sind: Elena Hack (Pettstadt), Niklas Kalb (Bamberg), Sophie Martins (Hallstadt), Ragna Schaller (Breitengüßbach), Adriane Seitz (Frensdorf), Anne Stöhr (Zapfendorf), Laura Weiß (Bamberg) und Kathrin Zeichner (Bamberg).
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Arbeit in luftiger Höhe
In der Region Bamberg klettern bei den Gerüstbauern die Löhne
Ohne sie kommt keine Farbe ans Haus: Für jeden Fassadenanstrich werden Gerüstbauer gebraucht. Die Gerüstbauer in der Region Bamberg sind auch dabei, wenn das Dach neu gedeckt, die Fassade gedämmt oder der Kirchturm saniert wird. Ab November bekommen Gerüstbauer mehr Lohn, wie die IG Bau mitteilt.
„Alles, was über drei Meter hinausgeht, ist ein Fall für die Gerüstbauer. Sie machen einen harten Job. Gerüstbauer sind bei Wind und Wetter, bei Hitze und Kälte im Einsatz. Und dafür bekommen sie jetzt mehr Geld“, sagt Uwe Behrendt von der Industriegewerkschaft BAU Oberfranken.
Ab November bekommen Gerüstbauer 7,5 Prozent mehr Lohn. „Ein erfahrener Geselle hat dann gut 225 Euro mehr pro Monat in der Tasche, wenn er Vollzeit arbeitet“, sagt Uwe Behrendt. Das habe die IG BAU am Tariftisch für die Gerüstbauer erreicht. Ein weiteres Lohn-Plus gebe es dann im Herbst nächsten Jahres. „Und vorher steigt schon der Mindestlohn in der Branche.” Ab Januar müsse jeder, der auf dem Gerüst in der Region Bamberg arbeite, mindestens 14,35 Euro pro Stunde verdienen. „Das sind 40 Cent mehr als bislang“, so Uwe Behrendt.
Außerdem habe sich die Bau-Gewerkschaft für den Nachwuchs stark gemacht. Auch Azubis haben ab diesem Monat mehr im Portemonnaie, so die IG BAU Oberfranken. Zum Start der Ausbildung bekomme ein Azubi auf dem Gerüst ab sofort 1.125 Euro pro Monat. Im zweiten Ausbildungsjahr dann 1.300 Euro. „Und im dritten Jahr gehen Gerüstbauer-Azubis mit einer Ausbildungsvergütung von 1.550 Euro im Monat nach Hause“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Uwe Behrendt.
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“Mehr und Weniger”
Jahresausstellung des BBK Oberfranken in der Villa Dessauer
Vom 11. Oktober bis 23. November veranstaltet der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberfranken e.V. (BBK Oberfranken) seine Jahresausstellung in der Villa Dessauer. Gerhard Schlötzer, Vorstand des Vereins, stand uns für ein Interview zur Verfügung.
Herr Schlötzer, der BBK Oberfranken lädt zu seiner Jahresausstellung in der Villa Dessauer ein. In diesem Jahr unter dem Titel „Mehr und Weniger“. Was verbirgt sich dahinter?
Gerhard Schlötzer: Eine sehr reichhaltige und vielgestaltige Ausstellung professioneller Kunst aus Oberfranken, von Künstlerinnen und Künstlern, die ihren Wirkungsschwerpunkt hier haben, aber natürlich auch überregional vernetzt sind. Das alle ausgestellten Werke verbindende Thema ist das Spannungsverhältnis von Mehr und Weniger. Von nicht genug und schon zu viel, von Eskalationsdynamik und bewusst gewähltem Minimalismus. Diese Spannung entsteht in allen Bereichen menschlicher Interaktion, muss tariert und ausgehalten werden. Sie liegt fast allen Entscheidungsprozessen zugrunde. Und vor allem im künstlerischen Schaffen ist die Frage von Mehr und Weniger eine ständige Begleiterin: Wieviel tun, bis das Werk gut ist? Wann aufhören?
Uns als BBK fällt es auch schwer, aufzuhören, denn nachdem die Ausstellung am 23. November in der Villa Dessauer schließt, wandert sie weiter in die Ausstellungshalle des Neuen Rathauses Bayreuth und eröffnet dort in einer etwas kleineren Version am 3. Dezember um 18 Uhr.
Wie viele Künstlerinnen und Künstler aus welchen Genres beteiligen sich in diesem Jahr und was zeigen sie im Besonderen?
Gerhard Schlötzer: Dieses Jahr sind es 34 Ausstellerinnen und Aussteller, die sich mit Werken oder Werkserien aus den Genres Zeichnung, Film, Malerei, Skulptur, Installation, Papierkunst, Objektkunst, Glaskunst, Keramik, Textilkunst, Fotografie und Materialkunst an der Ausstellung beteiligen. Manche von ihnen engagieren sich mit Führungen und Workshops im umfangreichen Begleitprogramm.
In vielen Fällen ist das eingesetzte Material Ausgangspunkt der künstlerischen Beschäftigung, indem es durch seine Eigenschaften mehr oder weniger veränderndes Eingreifen zulässt oder schon einen gewissen Formenvorrat anbietet, aus dem sich dann ein Gestaltungsprozess entwickelt. So ist das zum Beispiel bei Johannes Schreiber, der von gläsernen Bierflaschen ausgeht, sie zerteilt, erhitzt, verbiegt und die Einzelteile neu anordnet. Bei Maria Söllner sind es verschieden Arten von Pappen, die zerschnitten und in Schaukästen präsentiert Strukturbilder entstehen lassen. Hubert Sowa zeigt einen kleinen Ausschnitt von circa 600 kleinformatigen Zeichnungen aus seinem 1.600 Zeichnungen umfassenden „Kronach Korpus“, die emblemhaft dargestellt Alltagstätigkeiten zeigen.
Anlässlich des 100. Geburtstages unseres langjährigen, vor zwei Jahren verstorbenen Mitglieds Gertrud Turban ist ein Raum der Villa Dessauer ihren Landschaftsmalereien gewidmet.
Was ist zudem bei der „Langen Nacht“ zu erwarten?
Gerhard Schlötzer: Am Samstag, dem 15. November, ist die Ausstellung bei freiem Eintritt auch von 18 bis 24 Uhr für das Publikum geöffnet. Katharina Heubner wird gleich um 18:30 Uhr eine interaktive Führung durch die Räume anbieten, die die Wahrnehmungskanäle vom Visuellen auf das Hören und Riechen erweitert. Von 20 bis 22 Uhr gibt es ein Konzert des Trios „One, Two, Three – Test“ mit Sounds aus Gitarren, Bass, E‑Piano und Glasschleifmaschine. Es lohnt sich, im Laufe des Abends einfach mal reinzuschauen und Freunde mitzubringen. Außerdem gibt es wieder die obligatorischen Getränke.
Seit wann gibt es den BBK Oberfranken und wie ist der Verein entstanden?
Gerhard Schlötzer: Der BBK für Ober- und Unterfranken wurde am 5. Mai 1947 im Café Müller in der Austraße gegründet. Seit dieser Zeit ist er zusammen mit dem Kunstverein einer der wesentlicher Träger der Bildenden Kunst in Bamberg. Später hat sich der BBK Unterfranken in Würzburg angesiedelt und wir waren nur noch für Oberfranken zuständig. Dann haben die Regionalverbände sich ihre Landesverbände und den BBK-Bundesverband als ihre Dachorganisationen geschaffen, die unsere wichtigen kulturpolitischen Anliegen auf den jeweiligen Ebenen vertreten.
Welche Künstlerinnen und Künstler können dem BBK Oberfranken beitreten und wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?
Gerhard Schlötzer: Alle professionellen Künstlerinnen und Künstler. Also solche, die eine abgeschlossene Ausbildung an einer deutschen Kunsthochschule oder Akademie oder an einer vergleichbaren ausländischen Institution haben. Und alle ohne diese Ausbildung, die professionellen Kriterien genügen. Diese Kriterien sind auf unserer Webseite genannt und richten sich nach denen unseres Bundesverbandes. Wir haben eine von den Mitgliedern gewählte Jury, die Werkproben von Bewerbern begutachtet und über die Aufnahme entscheidet. Insgesamt kann man sich bis zu drei Mal bewerben. Bei Künstlerinnen und Künstlern mit einschlägiger Ausbildung oder bei Übertritten aus anderen BBKs entfällt die Jurierung.
Wie viele Mitglieder aus welchen verschiedenen Kunstsparten zählen Sie aktuell und was macht eine Mitgliedschaft im Verein für die Künstlerinnen und Künstler zudem aus?
Gerhard Schlötzer: Aktuell haben wir 176 Mitglieder aus allen Kunstsparten. Das geht von Performance bis zur Zeichnung. Die Bildende Kunst hat ja ihren Wirkungsbereich seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer weiter vergrößert, weit in die darstellenden Künste hinein. Ob etwas Kunst ist oder nicht erweist sich weniger durch das gewählte Genre oder die Technik, sondern durch die Haltung, die hinter der Produktion steht.
Außer den sporadischen Ausstellungsmöglichkeiten und der damit verbundenen öffentlichen Aufmerksamkeit für unsere Mitglieder ist unser Hauptexistenzzweck, ein möglichst wirksamer Lobby-Verband für die Interessen der gesamten Künstlerschaft zu sein. Da wurde schon einiges bewirkt, vor allem durch unseren Bundesverband. Die Künstlersozialkasse und die Verwertungsgesellschaft Bild – Kunst gehen hauptsächlich auf seine Initiative und sein Wirken zurück. Es gibt aber auch noch viele Baustellen.
Welche sind die weiterführenden Aufgaben des Vereins?
Gerhard Schlötzer: Hier kann ich an meine vorherige Antwort anschließen. Eine der vielen Baustellen, die es zu bearbeiten gilt, ist die bei einem Großteil der Künstlerinnen und Künstler äußerst prekär honorierte Berufsausübung, die im Kontrast steht zu den vollmundigen Versprechen in vielen Länderverfassungen. In Bayern ist das der Artikel 140: „Kunst und Wissenschaft sind von Staat und Gemeinde zu fördern. Sie haben insbesonders Mittel zur Unterstützung schöpferischer Künstler, Gelehrter und Schriftsteller bereitzustellen, die den Nachweis ernster künstlerischer oder kultureller Tätigkeit erbringen.“ In vielen Fällen ist es nicht möglich, aus kommunaler Kulturförderung auch nur annähernd dem Mindestlohn entsprechende Honorare für Kulturschaffende zu bezahlen, wenn sie für öffentlich präsentierte Kulturprojekte tätig sind. Die Kommunen reden sich mit der vermeintlichen Freiwilligkeit dieser Leistungen heraus. In der Bildenden Kunst ist der Fall nochmals komplizierter, weil mit der immer seltener realisierten Hoffnung auf Werkverkäufe die Erwartung an Künstler verknüpft wird, die komplette Kette von der Erstellung der Werke bis zur deren Präsentation und Vermarktung kostenfrei zu übernehmen. Diesem ausbeuterischen Ansinnen tritt der BBK entgegen, indem der Bundesverband zum Beispiel eine Publikation mit Honorarempfehlungen für Ausstellungshonorare herausgegeben hat, die über dessen Webseite zu beziehen ist und bei Verhandlungen verwendet werden sollte. Freilich ist die Marktmacht des Künstlers gering und für viele familiär kofinanzierte Künstlerinnen und Künstler scheint immer noch die öffentliche Aufmerksamkeit primäre Motivation und Lohn genug zu sein.
Wie lange sind Sie selbst Vorsitzender und worin sehen Sie Ihren Schwerpunkt?
Gerhard Schlötzer: Vorsitzender bin ich seit Mitte 2014, zuvor war ich stellvertretender Vorsitzender, Schriftführer und Jurymitglied. Mein Schwerpunkt sind die berufspolitischen Ziele unseres Verbandes und deren Umsetzung vor Ort. Auch für die Realisierung eines Ausstellungsraumes für zeitgenössische Bildende Kunst und verwandte Kultursparten im gesamten Gebäude des Bamberger Kesselhauses setzte ich mich zusammen mit anderen seit 2011 ein.
Wo möchte der Verein sich in Zukunft hin entwickeln? Haben Sie aktuell Pläne?
Gerhard Schlötzer: Wir sind in diesem Jahr auf einen ganz guten Weg hin zur Professionalisierung unserer Verwaltungsprozesse gekommen. Das ist schon mal ermutigend. Ich würde gerne mehr Synergien mit anderen kulturtragenden Institutionen, Vereinen und Initiativen auf den Weg bringen. Hier ist als guter Ansatz der Runde Tisch Kultur in Bamber zu nennen… Pläne gibt es viele, aber ehrenamtlich verfügbare Zeit ist rar.
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Dr. Umwuchts Tanzpalast präsentiert eigenes Festival
„Wuchtiversum“ in den Haas-Sälen
Am 7. November kehrt Dr. Umwuchts Tanzpalast zurück in die Haas-Säle. Dort, wo 2018 die Release-Party zur Veröffentlichung des ersten Albums stattfand, wurde im vergangenen Jahr erstmals das eigene Festival „Wuchtiversum“ veranstaltet, dieses Jahr folgt die zweite Auflage. Wir haben mit der Band, die in diesem Jahr ihr fünfzehnjähriges Bestehen feiern konnte, auf ihre Historie zurück- und auf das Wuchtiversum vorausgeblickt.
Dr. Umwuchts Tanzpalast – das sind sechs Männer mit unterschiedlichen Hintergründen, die in verschiedenen Etappen hier in Bamberg über die Jahre zusammengefunden haben und in der aktuellen Konstellation seit fünf Jahren gemeinsam musizieren.
Von der ursprünglichen Formation sind noch drei der ursprünglich fünf Mitglieder an Bord, die im Januar 2010 im Morph Club zum ersten Mal auf einer Bühne standen: Raimund Schlenk am Saxophon, Sänger, Pianist und Gitarrist Thomas Kießlich sowie Andreas Klenk an der Gitarre. „Wir hatten von Anfang an ein gutes Gefühl“, blickt Andreas Klenk zurück. „Es ging nicht darum, damit Erfolg zu haben. Wir wollten Spaß haben und uns gut fühlen.“
„Wir sind auf unterschiedlichen Wegen zu den Instrumenten gekommen und wir kommen auch immer noch auf unterschiedlichen Wegen zu Instrumenten“, weiß Bassist Nikolaus Durst, der 2015 zur Band stieß. „Wir erweitern laufend unser Spektrum an Instrumenten. Inzwischen gibt es Synthesizer in der Band und neben Gitarre und Bass auch noch weitere Saiteninstrumente, wie beispielsweise ein Charango aus Peru.“
Inspirieren ließ sich das ursprüngliche Ensemble, erinnert sich Andreas Klenk, von von Liedermacher-Blues und Indie-Rock beeinflussten Songs. Zunächst wurde gecovert, um sich auszuprobieren und zu finden, und nach und nach habe sich das Ganze recht spannend entwickelt. „Musikalisch, aber auch instrumental. Ich habe mal ein Cembalo geschenkt bekommen. Und das ist auch zum Beispiel in unser zweites Album 2022 mit eingeflossen“, so Andreas Klenk. An diesem zweiten Album wirkten auch Gastmusiker mit, unter anderem Alena Mathis mit der Geige, mit der die Band auch zuvor während der Corona-Pandemie kooperiert und 2020 das Lied „Anker“ remote eingespielt hatte. In diesem Jahr stieß auch Christian Balling zur Band, der als wahrer Multiinstrumentalist die Band an Percussion, Synthesizer, Schlagzeug oder Piano bereichert.
Aus der Quarantäne zum 2. Album
„Die Ideen zu den Songs kommen von Thomas, der ein super feines Gespür hat für Melodien und vor allem die Texte schreibt“, so Nikolaus Durst. „Da kommt ganz viel von Thomas und von Andi, weil die mit Gesang und Akustikgitarre schon die Grundstruktur von einem Song haben.“ Wenn Text und eine Anfangsmelodie stehen, mit, wie Andreas schätzt, vielleicht 30 Prozent entwickelter Idee, geht die Band zusammen ans weitere Verfeinern. „Dann sind wir zu sechst und entwickeln das gemeinsam. Wir sind kein Orchester mit Dirigent oder Komponist, der zentral Ansagen macht. Das kommt am Ende vom gemeinsamen Gefühl und es klappt am Ende – immer noch.“
„Und dann gehen wir bei 80 Prozent meistens schon auf die Bühne und die letzten 20 Prozent werden erst mit der Live-Probung sozusagen dann noch umgesetzt“, ergänzt Nikolaus Durst. „Deswegen spielen wir jetzt viele von den Songs einfach schon, bevor wir sie dann erstmal aufnehmen, weil wir dann eben auch besser erfahren können, wie sie funktionieren.“
Nikolaus selbst ist der Arrangeur in der Band. „Niki ist ein super Musiker, hat ein Musik-Theorie-Verständnis und kann super arrangieren“, fügt Andreas Klenk an. „Er kann auch für andere Melodien mitentwickeln.“
Nikolaus Durst hat Spaß daran, eine Dramaturgie einzubauen, abzustimmen, wie sich das Lied entwickeln kann, wer wann wieviel spielt und wer pausiert. „Das ist auch immer eine große Aufgabe, das entsprechend dann auch so zu vermitteln, dass alle zufrieden sind mit dem, was sie tun. Aber das hat sich so ganz gut eingespielt.“
2020 hätte die Band ihr bis dahin größtes Konzertjahr haben können, allerdings fielen alle Konzerte dem Ausbruch der Corona-Pandemie zum Opfer. Damals hatten sie glücklicherweise etwa ein Dutzend unveröffentlichter Songs auf Halde und entschieden sich, ihr zweites Album zu produzieren. Dieses wurde 2021 aufgenommen und 2022 veröffentlicht. Zum Produzieren ging die Band in ein Haus in der Nähe von Hollfeld, wo die Sechs für einige Tage unter sich waren und gemeinsam mit dem Bamberger Produzenten Daniel Schobert aufnehmen konnten. Was entstand war einerseits das Album, andererseits, so wird es von Teilen der Band gesehen, auch ein noch stärkerer Zusammenhalt. Ohne dieses Projekt, mutmaßen die Mitglieder, hätte sich das gesamte Bandprojekt möglicherweise zerlaufen aufgrund der eingeschränkten Kontakt-Möglichkeiten während der Pandemie.
7. November: Das „Wuchtiversum“ kehrt zurück
Zwischenzeitlich entstand im vergangenen Jahr die EP „Wir nehmen die Situation sehr ernst“ mit drei Liedern, weitere vier Lieder sind derzeit in der Schublade, aus der sie für Konzerte geholt werden. Auch im Herbst werden diese gespielt, genauer am 7. November, wenn das „Wuchtiversum“ wieder in die Haas-Säle kommt, bei dem die Band auch als Veranstalter agiert. Andreas Klenk ist hauptberuflich Konzertveranstalter, was der Band bei eigenen Veranstaltungen die Möglichkeit bietet, Expertise in Sachen Management und Organisation von Konzerten oder Festivals einzubringen. Als weitere Acts neben Dr. Umwuchts Tanzpalast sind Principess dabei aus, nach eigener Definition, der nördlichsten Stadt Italiens, nämlich München, und Tante Samuel aus Dresden.
Die Idee zum Wuchtiversum entstand 2023 nach einer Probe. Nikolaus Durst wollte wieder in den Haas-Sälen spielen, so wie beim Release-Konzert 2018. Eine Release-Party zu Album zwei „Im Zentrum der Wirklichkeit“ war coronabedingt ins Wasser gefallen. Er wollte eine Art Legitimation, wieder in den Haas-Sälen zu sein, und hat 2023 nach einer Probe vorgeschlagen, eine Art Festival auf die Beine zu stellen, dem Ganzen einen zu Titel, um es von einem gewöhnlichen Konzert abzuheben. Von Schlagzeuger David Grimm kam der Vorschlag „Wuchtiversum“ als Titel für das Festival. „Die Wortbedeutung erschließt sich natürlich von selbst – der Bandname verkuppelt mit dem Wort Universum. Wir haben auch einen Song, der „Universum (ohne Hose)“ heißt, witzigerweise, der schon seit sehr, sehr langer Zeit in unserem festen Programm ist und der auch immer live einfach eine sehr sichere Nummer ist“, erläutert Nikolaus Durst.
Die Band spielt grundsätzlich relativ selten in Bamberg, um sich nicht abzunutzen, selten gibt es mehr als zwei Auftritte pro Jahr in der Domstadt. Zuletzt trat sie im Sommer auf dem Unifest auf. Nun ist der Gedanke der, sich auf eine Outdoor-Veranstaltung und das eigene Festival als Indoor-Veranstaltung zu beschränken.
Als weitere Acts für das Wuchtiversum war der Gedanke, Bands einzuladen, die einerseits nicht aus Bamberg sind und mit denen die Jungs entweder schon auf der Bühne standen oder mit denen sie gerne mal auf der Bühne stehen wollen. „Also Bands, die wir einfach wirklich gut finden. Von denen wir nicht nur mal gehört haben, sondern wirklich, die mindestens einer oder zwei von uns schon mal gesehen haben muss. Es soll ein Bezug dahin sein, um auch ein bisschen diesen Family-Charakter, den das Wuchtiversum auch haben soll, ein bisschen zu unterstreichen. Bamberg hat ein tolles Publikum. Und wir möchten gerne einfach Bands, die wir geil finden, wo wir sagen, ihr müsst mal in Bamberg spielen. Die wollen wir herholen und dann die Bühne mit denen teilen“, umschreibt Nikolaus Durst.
„Das ist eine sehr, sehr schöne Sache, weil wir auch gemeinsam kuratorische Arbeit machen und nicht nur Künstler des Abends sind, sondern als ausrichtende Veranstalter auch über Gestaltung und Programm entscheiden können“, ergänzt Andreas Klenk. Die erste Auflage im vergangenen Jahr sei bereits ein guter Erfolg gewesen, dementsprechend optimistisch geht die Band das diesjährige Festival an.
Aufgefallen ist beim letzten Mal, wie Thomas Kießlich erzählt, dass das Publikum in seinem Altersspektrum breiter geworden ist. Er erinnert sich auch noch gut daran, dass er während der Aftershow-Party im vergangenen Jahr auf der Tanzfläche stand und alle, die noch da waren, „in so einer glückselig, bierselig, tanzseligen Stimmung waren, und ganz viele sind hergekommen und haben sich richtig bedankt. Nicht nur für das Konzert von uns, sondern dafür, dass mal wieder was los ist in der Stadt, weil die Tanzgelegenheiten ja eher begrenzt sind.“
Während letztes Jahr das Festival im Oktober stattfand, wollte die Band diesmal, wie Thomas Kießlich erwähnt, hinter die Grippewelle kommen. Im vergangenen Jahr sei die gesamte Band in der Woche vorher krank geworden, Nikolaus Durst hat sogar das Konzert noch krank gespielt. Dennoch hat er das Catering für Alle übernommen. „Er hat eine ganz tolle Kürbiskartoffelsuppe gekocht“, erinnert sich Andreas Klenk. Es ist also anzunehmen, dass auch diesmal kulinarisch bestens für die auftretenden Künstlerinnen und Künstler gesorgt sein wird. Als weitere Begründung für den November-Termin fügen die Jungs an, dass natürlich der neue Termin auch eine Frage der Verfügbarkeit der Location war.
Als DJ bei der Aftershow-Party fungiert wie beim Album-Release 2018 von Dr. Umwuchts Tanzpalasts erstem Album sowie beim ersten Wuchtiversum im vergangenen Jahr Tante Samuel, der zwischenzeitlich auch die Band mehrmals eingeladen hat, auf Festivals zu spielen, auf denen auch er auftrat. „Tante Samuel ist ein freundschaftlich gesehen sehr alter Freund, mit dem wir schon sehr viel zusammengearbeitet haben“, so Nikolaus Durst. „Und dann haben wir noch die Band Principess dabei aus der nördlichsten Stadt Italiens, nämlich München. Die feministische Rettung des Italo-Pops. So die Selbstbezeichnung. Das sind drei super Musikerinnen. Sie spielen Orgel, Bass und Schlagzeug, sie alle singen gut und machen eine verdammt gute Show und haben super Texte und super Songs.“
Diese Band wurde bereits von Andreas Klenk in Nürnberg veranstaltet und Nikolaus Durst und er haben sie im Januar auch zum ersten Mal gesehen und sie entsprechend für Bamberg angefragt. Für Principess wird es Bamberg-Premiere sein. „Sie werden den Abend musikalisch eröffnen“, so Andreas Klenk.
Von Dr. Umwuchts Tanzpalast selbst wird das gewohnte Programm um neue Programmpunkte ergänzt zu hören sein, auch werden neue Songs Premiere feiern. Angesprochen werden sollen mit dem Festival schließlich alle Menschen, „die uns einfach gerne sehen wollen und davon, das darf man schon sagen, gibt es nicht wenige in der Stadt“, weiß Andreas Klenk. Nikolaus Durst freut sich sehr auf den Auftritt von Principess und betont, er sehe das Festival auch „als ein Geschenk an uns selbst, weil wir einfach mit tollen weiteren Bands spielen dürfen.“ Wenn es in diesem Jahr wieder so erfolgreich abläuft wie 2024, sind die Jungs sich einig, möge es gerne in einem jährlichen Zyklus fortgesetzt werden.
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Rund 300 Gäste feierten im Ziegelbau
Emotionale Sportgala des Förderkreis goolkids
Zum siebten Mal fand am vergangenen Samstag (25. Oktober) die goolkids-Sportgala statt. Die Klammer des Abends bildete Initiator Robert Bartsch. Zu Beginn blickte ein Einspielfilm, mit Bartsch als Erzähler, auf die Anfänge des Förderkreises zurück. Und am Ende der Gala überraschte das Team von goolkids seinen Gründer mit dem Video „Danke, Robert!“. Unter großer Rührung, sowohl im Publikum als auch auf der Bühne, verdeutlichte der Film noch einmal das Ausmaß von Bartsch‘ Engagement der vergangenen zehn Jahre. Die Gäste reagierten mit stehenden Ovationen. Doch der Abend hatte noch viele weitere tolle und emotionale Momente zu bieten.
Dem Einspieler folgte die Begrüßung durch Moderator Matthias „Stego“ Steger und anschließend ein Grußwort von Oberbürgermeister Andreas Starke.
Danach betraten die goolkids-Vorstände Anna Niedermaier und Wolfgang Heyder gemeinsam mit Wilfried Kämper vom Namensgeber Magnat die Bühne, zeigten sich selbst begeistert von der Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren und gaben einen kurzen Abriss über die unterschiedlichen Projekte unter dem gookids-Dach.
Zum Projekt Inklusions-Fußball, das in Zusammenarbeit von goolkids mit dem FV 1912 Bamberg läuft, kam der stellvertretende 12-er-Kapitän Andreas Güßregen zu einem kurzen Interview mit Moderator Steger auf die Bühne, zum Fitness-Projekt RehaFit Trainer Franz Bezold gemeinsam mit drei seiner AthletInnen. Initiator Robert Bartsch informierte über das Sammelcenter, das quasi direkt mit goolkids vor zehn Jahren startete und dazu dient, bedürftige Kinder mit Sportklamotten zu versorgen. In diesem Zusammenhang überreichte er Lilo Fischer, „ohne die das Sammelcenter nicht möglich wäre“, einen Blumenstrauß und dankte ihr von ganzem Herzen. Von ihr erhielt er umgehend die Zusage, solange es ihr gesundheitlich möglich ist, für goolkids da zu sein.
Stehende Ovationen für Gründer Robert Bartsch
Dr. Schönberger stellte im Namen des Bamberg Gutschein-Teams die Aktion „3 x Glück“ vor, bei der ein Teil des Erlöses gekaufter Gutscheine an vier Projekte geht. Begünstigte sind neben dem Förderkreis goolkids die Stiftung Zirkus Giovanni, der Förderverein der Lebenshilfe Bamberg „Hand in Hand“ und das Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt.
goolkids-Sozialpädagogin Lisca Dogan gab ein Feedback über Projekte wie „Rollstuhlsport macht Schule“ und die Inklusionsmesse und blickte auf den Benefiz-Lauftreff am 6. Dezember, bevor die AthletInnen, die bei den Special Olympics Medaillen gewannen, und ihr Trainer Udo Pörschke mit „Stego“ sprachen und Hans Martin Lechner vom Lions Club Residenz über den Bamberger Adventskalender informierte. Um auch weiterhin das Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ sichern zu können, überreichte Mathias Polz, Marketingleiter der Sparkasse Bamberg, einen Scheck.
Die Band Heaven sorgte für die musikalische Unterhaltung der Gala und versteigerte außerdem ein Wohnzimmerkonzert, für welches Matthias Stegers Kumpel den Zuschlag erhielt.
Emotional wurde es, als Johannes Grasser zum Botschafter ernannt wurde. Der junge Mann, lebt seit seiner Geburt mit Tetraspastik und stellt sich dennoch zeit seines Lebens neuen körperlichen Herausforderungen, sei es ein Sprung mit dem Rollstuhl vom Sprungbrett im Schwimmbad, oder das Klettern auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro. Mittlerweile ist er als Speaker aktiv und hat vor einem Jahr das Buch „Mich bremst niemand aus“ veröffentlicht. Bei der Ernennung und den jeweiligen Wortbeiträgen von Moderator, goolkids-Vorstandschaft und Johannes Graser selbst hatten alle auf der Bühne Anwesenden mit ihren Emotionen zu kämpfen und im Saal war es still wie den restlichen Abend nicht mehr.
Im Anschluss ging es an die Verleihung von goolkids-Förderpreisen und die Ehrungen von Spielerin und Spieler des Jahres, Mannschaft des Jahres bei den Damen und Mannschaft des Jahres bei den Herren sowie des Funktionärs des Jahres.
Die vier goolkids-Förderpreise gingen an den MTV Bamberg, das Projekt „Wir Helden“, Heiner´s Traumelf und den FV 1912 Bamberg. Mit diesen Auszeichnungen würdigt goolkids Inklusions-Projekte und hofft, dadurch weitere derartige Projekte anzuregen.
Anschließend wurden je drei nominierte FußballerInnen beziehungsweise Mannschaften in Einspielern vorgestellt, bevor die Siegenden verkündet wurden. Bei den Damen räumte die SpVgg Ebing ab, stellte mit Caroline Eberth die Spielerin des Jahres sowie mit der 2. Mannschaft die Mannschaft des Jahres. Spieler des Jahres wurde Nico Imhof vom VfL Mürsbach, Mannschaft des Jahres bei den Herren der SC Kemmern, und als Funktionär des Jahres wurde Sascha Dorsch vom FC Eintracht Bamberg ausgezeichnet.
Zum Ende trat nochmals die goolkids-Vorstandschaft sowie Robert Bartsch auf die Bühne, um ihren Dank auszusprechen an Alle im Backoffice, an Moderator Matthias Steger und an alle Sponsoren, die diesen Abend ermöglichten. In diesem Zuge überraschte das goolkids-Team Initiator Robert Bartsch mit einem Einspielfilm über ihn mit Szenen aus den vergangenen zehn Jahren mit dem Titel „Danke, Robert“.
„Der Abend war eine emotionale Zeitreise mit wunderbaren Menschen und Höhepunkten!“, zeigte sich Bartsch bewegt. „Wir haben als Team weit mehr erreicht als im ersten Schritt gedacht war. Dass unser Streben nach mehr Inklusion im Sport so gut ankommt, hätte ich vorher nie erwartet”, ergänzte er im Rückblick auf seine Vision von vor rund 10 Jahren. „Doch gerade für eine inklusive Sportwelt gibt es noch viel zu tun. Aber durch unseren positiven Anfang werden wir die nächsten Meilensteine höchst motiviert anpacken.“