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Bamberg

Sascha Haupt wech­selt zum Sai­son­ende zu Don Bosco Bamberg

Tor­wart­trai­ner ver­lässt Domreiter

Tor­wart­trai­ner Sascha Haupt wird den FC Ein­tracht Bam­berg nach vier Jah­ren zum Sai­son­ende ver­las­sen und sich zur neu­en Sai­son der DJK Don Bosco Bam­berg anschlie­ßen, wie der FC Ein­tracht Bam­berg meldet.

Der aktu­el­le Tor­wart­trai­ner der Mann­schaf­ten U16 bis U19 Fuß­ball­mann­schaft teil­te dies dem FCE mit. „Die Grün­de hier­für waren pri­va­ter Natur und für uns daher nach­voll­zieh­bar und legi­tim, wes­we­gen wir Sascha für sei­nen neu­en Job nur alles Gute und viel Erfolg wün­schen”, so Jugend­ko­or­di­na­tor Abi Bas­ka­ran. Jugend­lei­ter Wolf­gang Schei­be ergänzt: „Natür­lich ist es sehr bedau­er­lich, dass so ein tol­ler Kerl wie Sascha nach jah­re­lan­ger Zusam­men­ar­beit sich nun anders ori­en­tie­ren möch­te, aber das gehört zum Fuß­ball­ge­schäft dazu. Sascha weiß, was ich von ihm hal­te, das hat­te ich ihm bereits vor eini­gen Tagen in einem per­sön­li­chen Tele­fo­nat mit­ge­teilt. Ich schät­ze ihn sehr und möch­te mich auch hier noch­mal für sein Enga­ge­ment und Ehr­geiz bedan­ken. Seit Jah­ren leis­tet Sascha erfolg­rei­che Arbeit im Dom­rei­ter­leis­tungs­zen­trum und bringt unse­re Jungs wei­ter. Jeder sei­ner Schütz­lin­ge konn­te von sei­nem Trai­ning und sei­ner Erfah­rung pro­fi­tie­ren. Per­sön­lich wün­sche ich ihm alles Gute, sowohl sport­lich als auch privat.“

Sascha Haupt zieht als Fazit zur Jugend­ar­beit beim FC Ein­tracht Bam­berg, „dass von allen Sei­ten eine super Arbeit gemacht wird, egal ob auf dem Platz oder von den Ver­ant­wort­li­chen außen rum. Ich kann da zwar nur vom Bereich Tor­wart­trai­ning aus­ge­hen und spre­chen, und da sind wirk­lich gute Bedin­gun­gen vor­han­den, um die Spie­ler und Tor­hü­ter wei­ter nach vor­ne zu brin­gen. Ich hof­fe, dass der Weg wei­ter so gegan­gen wird, um eini­ge Talen­te viel­leicht irgend­wann groß raus­zu­brin­gen. Ich möch­te mich auch beim gesam­ten Ver­ein bedan­ken, dass ich zur Anfangs­zeit mei­ner Tor­wart­schu­le die Chan­ce und das Ver­trau­en bekom­men habe, beim FCE ein­zu­stei­gen, um auch mich per­sön­lich wei­ter zu ent­wi­ckeln. Für mich war es eine super Zeit und eine super Zusam­men­ar­beit mit allen Betei­lig­ten. Mei­ne Ent­schei­dung, zur DJK Don Bosco zu gehen, war auch kei­ne Ent­schei­dung gegen den Ver­ein, son­dern viel­mehr um eine Ver­än­de­rung zu wagen und um neue Erfah­run­gen zu sam­meln. Ich woll­te einen wei­te­ren Schritt für mich und mei­ne Tor­wart­schu­le machen.“

Bam­ber­ger Museen 

Neue Direk­to­rin im Amt

Zu Beginn des Jah­res hat Dr. Kris­tin Kne­bel ihre neue Auf­ga­be als Direk­to­rin der Bam­ber­ger Muse­en ange­tre­ten. Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp begrüß­ten sie bei ihrem Antrittsbesuch.

„Wir sind glück­lich, dass wir mit Dr. Kris­tin Kne­bel eine renom­mier­te und gut ver­netz­te Lei­te­rin für unse­re Muse­en gewon­nen haben. Gemein­sam mit ihr wol­len wir eine inhalt­li­che Neu­aus­rich­tung der Städ­ti­schen Muse­en vor­an­trei­ben“, beto­nen Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp bei ihrem Antritts­be­such und sagen ihr jeg­li­che Unter­stüt­zung bei die­sem umfang­rei­chen Vor­ha­ben zu.

Dr. Kris­tin Kne­bel tritt die Nach­fol­ge von Dr. Regi­na Hane­mann an und war von 2009–2018 Per­sön­li­che Refe­ren­tin des Gene­ral­di­rek­tors der Muse­en der Klas­sik Stif­tung Wei­mar und lei­te­te dort seit 20219 die Abtei­lung „Samm­lun­gen und Wissenschaft“.

Zu Kne­bels Auf­ga­ben­be­reich in Bam­berg gehört neben der inhalt­li­chen Neu­aus­rich­tung der Städ­ti­schen Muse­en auch die Ent­wick­lung einer Muse­ums­stra­te­gie unter Ein­be­zug der aktu­el­len Dis­kus­sio­nen in der Muse­ums­welt. Ers­te span­nen­de Ideen hat die pro­mo­vier­te Kunst­his­to­ri­ke­rin für das His­to­ri­sche Muse­um in der Alten Hof­hal­tung bereits skiz­ziert: Dem­nach sol­len Welt­erbe­kon­zept und regio­nal­ge­schicht­li­che Aus­stel­lungs­be­rei­che mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den, um die Besuchs­zah­len deut­lich zu stei­gern. Die neue Direk­to­rin hält eine digi­ta­le Stra­te­gie und die Ent­wick­lung eines Kon­zepts für Kul­tu­rel­le Bil­dung für zen­tra­le Auf­ga­ben. Dazu kommt die Neu­kon­zep­ti­on der ver­schie­de­nen Aus­stel­lungs­stand­or­te der Muse­en. Bei­spiel­haft für das His­to­ri­sche Muse­um in der Alten Hof­hal­tung auf dem Dom­berg erläu­ter­te sie ers­te Ideen: „Die Schaf­fung von Räu­men für selbst­be­stimm­tes Erkun­den mit Labor­cha­rak­ter und eine stär­ke­re Ein­bin­dung inter­ak­ti­ver, digi­ta­ler Medi­en, ein neu gestal­te­ter offe­ner und frei zugäng­li­cher Ein­gangs­be­reich mit Muse­ums­shop und Café wären aus mei­ner Sicht eben­falls denk­bar“, erklärt Dr. Kris­tin Kne­bel. Für die von den Städ­ti­schen Muse­en genutz­ten Räu­me der Alten Hof­hal­tung möch­te sie schon bald mit der Baye­ri­schen Schlös­ser­ver­wal­tung über ein neu­es Gesamt­nut­zungs­kon­zept ins Gespräch kommen.

„Mit Dr. Kris­tin Kne­bel haben wir eine höchst kom­pe­ten­te neue Lei­te­rin. Sie hat kla­re Visio­nen und ist bereit, zum Woh­le unse­rer Muse­en neue Wege zu gehen. Dar­auf dür­fen sich die Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger sowie Gäs­te unse­rer schö­nen Stadt freu­en“, betont Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Siebenhaar.

Bro­se Bamberg 

Spiel gegen Crails­heim abgesagt

Das Spiel von Bro­se Bam­berg am 17. Spiel­tag der easy­Credit Bas­ket­ball Bun­des­li­ga gegen die HAKRO Mer­lins Crails­heim wur­de abge­sagt. Eli­as Bag­get­te hat unter­des­sen sei­nen noch bis 2024 lau­fen­den Ver­trag gekün­digt und schließt sich einem ProA-Ver­ein an.

Die Par­tie des Tabel­len­elf­ten Bro­se Bam­berg gegen den Sieb­ten, die HAKRO Mer­lins Crails­heim, hät­te am Sonn­tag­abend statt­fin­den sol­len. Bro­se hat einen Antrag auf Spiel­ver­le­gung gestellt, da aktu­ell auf­grund meh­re­rer posi­ti­ver Coro­na­fäl­le nicht genü­gend Stamm­spie­ler zur Ver­fü­gung ste­hen. Die infi­zier­ten Spie­ler haben – auch sicher­lich auf­grund der Imp­fun­gen – ledig­lich mil­de Sym­pto­me. Wann die Par­tie nach­ge­holt wird, wird zu gege­be­ner Zeit bekanntgegeben.


Bag­get­te kün­digt über­ra­schend Vertrag

Unter­des­sen wur­de von Bro­se Bam­berg bekannt­ge­ge­ben, dass Eli­as Bag­get­te sei­nen noch bis 2024 lau­fen­den Ver­trag gekün­digt hat und sich einem ProA-Ver­ein anschließt. Mög­lich mach­te ihm das eine Aus­stiegs­klau­sel, die durch den Wech­sel an der Chef­trai­ner­po­si­ti­on in Kraft trat. Der 19-Jäh­ri­ge war bereits am Mor­gen nicht zum Trai­ning erschie­nen, am Nach­mit­tag dann kam die Kün­di­gung. Eine Ver­ab­schie­dung von der Mann­schaft gab es nicht.

Geschäfts­füh­rer Phil­ipp Galew­ski zeig­te sich „sehr ent­täuscht von Eli­as. Nicht von der Kün­di­gung und dem Wil­len nach Ver­än­de­rung an sich, son­dern von der Art und Wei­se und dem Zeit­punkt. Wir haben viel in sei­ne Aus­bil­dung auf- und abseits des Spiel­fel­des inves­tiert und in Ver­bin­dung mit sei­nem lang­jäh­ri­gen Ver­trag einen Ent­wick­lungs­plan ent­wor­fen, den wir voll­um­fäng­lich ein­ge­hal­ten haben. Dass er dann ohne Vor­ankün­di­gung oder ein Gespräch sowohl die Mann­schaft als auch die Orga­ni­sa­ti­on im Stich lässt, ist für mich nicht nach­voll­zieh­bar. Wir müs­sen als Kon­se­quenz drin­gend mit unse­ren Nach­wuchs­ta­len­ten dahin­ge­hend arbei­ten, dass sie ein rea­lis­ti­sches Bild über ihren Weg zum BBL-Pro­fi auf­ge­zeigt bekom­men, um zukünf­tig sol­che Fehl­ent­wick­lun­gen zu vermeiden.“

Eli­as Bag­get­te kam als 16-Jäh­ri­ger ins Nach­wuchs­pro­gramm Bro­se Bam­bergs, wohn­te im Jugend­in­ter­nat Auf­see­sia­num, mach­te letz­tes Jahr sein Abitur. Bereits in sei­nem ers­ten Jahr absol­vier­te er neben Spie­len für die NBBL-Mann­schaft 28 Par­tien für die Bau­nach Young Pikes in der ProA, in der anschlie­ßen­den Spiel­zeit 2019/​2020 wur­de er in der ProB zum „Youngs­ter des Jah­res“ gewählt und in diver­se Junio­ren­na­tio­nal­mann­schaf­ten beru­fen. In der ver­gan­ge­nen Sai­son erhielt er sei­ne ers­ten Bun­des­li­ga­mi­nu­ten, zudem war er Leis­tungs­trä­ger beim Bam­ber­ger Koope­ra­ti­ons­team BBC Coburg in der ProB. Seit die­ser Spiel­zeit ist Bag­get­te Voll­zeit­pro­fi, hat jedoch auf eige­nen Wunsch eine Dop­pel­li­zenz und damit die Teil­nah­me an Trai­nings­ein­hei­ten und Spie­len in Coburg abge­lehnt. Bro­se Bam­berg wünsch­te Eli­as Bag­get­te für die Zukunft alles Gute.

Stadt­ju­gend­amt Bam­berg sucht Verstärkung 

Kin­der­ta­ges­pfle­ge­per­so­nen gesucht

Fami­lie und Beruf unter einen Hut zu brin­gen – das gelingt auch mit dem Betreu­ungs­mo­dell der Kin­der­ta­ges­pfle­ge. Das Stadt­ju­gend­amt Bam­berg ist auf der Suche nach wei­te­ren Kindertagespflegepersonen.

Die Kin­der­ta­ges­pfle­ge ist eine gute Alter­na­ti­ve zur Betreu­ung in der Kin­der­ta­ges­stät­te und bie­tet mit einer über­schau­ba­ren Anzahl von Kin­dern eine indi­vi­du­el­le, fle­xi­ble und fami­li­en­ähn­li­che Betreu­ung. Bevor die Kin­der­ta­ges­pfle­ge­per­so­nen Kin­der betreu­en dür­fen, wer­den sie durch das „Tages­pfle­ge-Manage­ment“ des Stadt­ju­gend­am­tes bera­ten und auf ihre Auf­ga­ben vor­be­rei­tet und qua­li­fi­ziert. Dabei wer­den auch die Räum­lich­kei­ten über­prüft, in denen die zukünf­ti­ge Kin­der­ta­ges­pfle­ge statt­fin­den soll. Es muss kind­ge­recht, sowie genü­gend Platz zum Spie­len und Schla­fen vor­han­den sein. Auf die Hygie­ne wird eben­falls geach­tet. Erst mit ent­spre­chen­der per­sön­li­cher und räum­li­cher Eig­nung wird die offi­zi­el­le Pfle­ge­er­laub­nis ausgestellt.

„Ein gutes Gespür für Kin­der und Erfah­rung im Umgang mit ihnen ist das A und O in der Tages­pfle­ge“, betont Jes­si­ca Metz­ner vom Stadt­ju­gend­amt Bam­berg. Dabei sei der indi­vi­du­el­le Blick für jedes Kind gefragt. Die Betreu­ung wird natür­lich bezahlt: Im Schnitt erhal­ten Tages­pfle­ge­per­so­nen für eine 35–40-stündige wöchent­li­che Betreu­ung eines Kin­des cir­ca 850 Euro im Monat.

Die Kin­der­ta­ges­pfle­ge ist eine inten­si­ve Betreu­ungs­form, denn eine Tages­pfle­ge­per­son darf maxi­mal 5 Kin­der betreu­en. „Das fin­det bei Eltern gro­ßen Anklang, da im klei­nen Rah­men indi­vi­du­el­ler auf ihre Kin­der ein­ge­gan­gen wer­den kann“, berich­tet Bar­ba­ra Glas-Andersch vom Stadt­ju­gend­amt Bam­berg. „Wer sich für die­se ver­ant­wor­tungs­vol­le, berei­chern­de Tätig­keit inter­es­siert, kann sich ger­ne bei uns mel­den“, so Glas-Andersch wei­ter. Aktu­ell sind in der Stadt Bam­berg 25 Tages­pfle­ge­per­so­nen tätig und betreu­en knapp 90 Kinder.

Inter­es­sier­te aus dem Stadt­ge­biet Bam­berg dür­fen sich mit den zustän­di­gen Ansprech­part­ne­rin­nen der Kin­der­ta­ges­pfle­ge, Jes­si­ca Metz­ner vom Stadt­ju­gend­amt, unter 0951 – 87–1482 (E‑Mail: jessica.metzner@stadt.bamberg.de), und Bar­ba­ra Glas-Andersch vom Stadt­ju­gend­amt unter 0951 – 87–1564 (E‑Mail: barbara.glas-andersch@stadt.bamberg.de) in Ver­bin­dung setzen.

IG BAU for­dert „höhe­ren Kon­troll-Druck“ in der Regi­on Bamberg

Zoll kon­trol­lier­te 240 Baufirmen

Unsau­be­re Prak­ti­ken im Visier: Das Haupt­zoll­amt Schwein­furt, das auch für die Regi­on Bam­berg zustän­dig ist, hat im ers­ten Halb­jahr des ver­gan­ge­nen Jah­res 644 Arbeit­ge­ber in der Regi­on kon­trol­liert, dar­un­ter 240 Bau­fir­men. Dar­auf weist die IG Bau hin und for­dert, der Staat müs­se für einen „höhe­ren Kon­troll-Druck“ durch den Zoll sorgen.

Im Fokus der Fahn­der waren ille­ga­le Beschäf­ti­gung, Sozi­al­be­trug und Ver­stö­ße gegen gel­ten­de Min­dest­löh­ne. Allein Bau­fir­men beka­men 240 Mal Besuch von der Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit (FKS) beim Zoll, wie die Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt mit­teilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine Ant­wort des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Bea­te Mül­ler-Gemme­ke (Grü­ne).

Dem­nach hat­ten es die Schwein­fur­ter Zöll­ner häu­fig mit Trick­se­rei­en beim Lohn zu tun: In der ers­ten Jah­res­hälf­te lei­te­ten die Beam­ten in der gesam­ten Regi­on 310 Ver­fah­ren wegen Ord­nungs­wid­rig­kei­ten ein – etwa weil Min­dest­löh­ne unter­schrit­ten, gar nicht oder zu spät gezahlt wur­den. Hier­bei wur­den Buß­gel­der in Höhe von rund 477.000 Euro ver­hängt – davon 83.200 Euro gegen Bauunternehmen.

„Die Zah­len zei­gen, dass es vie­le Fir­men mit der Bezah­lung ihrer Beschäf­tig­ten nicht so genau neh­men. Sowohl bei den spe­zi­el­len Bran­chen­min­dest­löh­nen wie auf dem Bau als auch beim gesetz­li­chen Min­dest­lohn“, kri­ti­siert Uwe Beh­rendt, Bezirks­vor­sit­zen­der der IG BAU Ober­fran­ken. Der Gewerk­schaf­ter begrüßt die Plä­ne der Ampel-Koali­ti­on in Ber­lin, das gesetz­li­che Lohn-Mini­mum auf 12 Euro pro Stun­de anzu­he­ben. Allein in der Regi­on Bam­berg dürf­ten damit die Ein­kom­men Tau­sen­der Men­schen spür­bar steigen.

Aller­dings müs­se der Staat sicher­stel­len, dass sich die Fir­men auch an die Vor­schrif­ten hiel­ten – und für einen „höhe­ren Kon­troll-Druck“ sor­gen. Das gelin­ge jedoch nur, wenn die FKS beim Haupt­zoll­amt Schwein­furt per­so­nell erheb­lich auf­ge­stockt werde.

„Klet­tert der gesetz­li­che Min­dest­lohn auf 12 Euro und bleibt es gleich­zei­tig bei der bis­he­ri­gen Kon­troll­quo­te, ist die Gefahr für Arbeit­ge­ber, bei Min­dest­lohn­ver­stö­ßen ertappt zu wer­den, ver­schwin­dend gering. Da muss man dann schon von rei­nen ‚Pla­ce­bo-Kon­trol­len‘ spre­chen“, so Beh­rendt. Nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts wür­den in Deutsch­land 7,2 Mil­lio­nen Beschäf­tig­te von einer Min­dest­lohn-Erhö­hung auf 12 Euro pro­fi­tie­ren. „Das sind 7,2 Mil­lio­nen Lohn­tü­ten, auf die der Staat zusätz­lich einen Blick wer­fen muss“, betont Behrendt.

Die IG BAU kri­ti­siert zudem ein „staat­li­ches Zustän­dig­keits-Wirr­warr“ bei den Kon­trol­len. Das füh­re häu­fig dazu, dass Miss­stän­de unge­ahn­det blie­ben. So sei­en etwa die Arbeits­schutz­be­hör­den, die über die Ein­hal­tung der Sicher­heits­vor­schrif­ten und Stan­dards bei Unter­künf­ten aus­län­di­scher Beschäf­tig­ter wachen, per­so­nell unter­be­setzt. Außer­dem hät­ten sie im Zuge der Pan­de­mie wei­te­re Auf­ga­ben – wie die Kon­trol­le der Home­of­fice-Ver­ord­nung – bekom­men. Die FKS des Zolls hin­ge­gen küm­me­re sich um die Prü­fung von Lohn- oder Steu­er­ab­rech­nun­gen. Bei Ver­stö­ßen ver­hän­ge die FKS zwar Sank­tio­nen gegen die Fir­men. Bau­ar­bei­ter müss­ten sich dann aber um den Lohn, um den sie geprellt wur­den, selbst kümmern.

„Per­spek­ti­visch brau­chen wir eine staat­li­che Arbeits­in­spek­ti­on, die als über­ge­ord­ne­te Behör­de die Ein­hal­tung der Arbeit­neh­mer­rech­te und Sozi­al­vor­schrif­ten sicher­stellt“, for­dert Beh­rendt. Eine sol­che „Arbeits­kon­trol­le aus einer Hand“ habe sich etwa in Frank­reich und Spa­ni­en bewährt. Ent­schei­dend sei hier­bei, die Tarif­part­ner zu betei­li­gen: „Wenn Gewerk­schaf­ten oder Betriebs­rä­te Hin­wei­se an die Arbeits­in­spek­ti­on her­an­tra­gen, muss dies eben­falls zu Ermitt­lun­gen füh­ren“, so Beh­rendt. Außer­dem müs­se die Behör­de etwa bei Min­dest­lohn­ver­stö­ßen Nach­zah­lun­gen an Beschäf­tig­te ver­an­las­sen dürfen.

Die IG BAU setzt sich zugleich dafür ein, auf­fäl­lig gewor­de­ne Fir­men von der öffent­li­chen Auf­trags­ver­ga­be aus­zu­schlie­ßen. „Wir brau­chen ein ‚Sün­den­re­gis­ter‘ für Schwarz­ar­beit – eine öffent­li­che Kar­tei, in der die Betrie­be auf­ge­lis­tet wer­den, deren Geschäfts­mo­dell auf ille­ga­ler Beschäf­ti­gung und Lohn-Prel­le­rei beruht“, unter­streicht Behrendt.

Requi­em für Mon­si­gno­re Anton Otte 

Leben im Zei­chen der Aussöhnung

Mit einem Requi­em im Bam­ber­ger Dom ist der jahr­zehn­te­lan­ge Ein­satz des ver­stor­be­nen Pries­ters Anton Otte für die deutsch-tsche­chi­sche Aus­söh­nung gewür­digt wor­den. Die Trau­er­mes­se mit vie­len Ehren­gäs­ten am Frei­tag zele­brier­te Kar­di­nal Domi­nik Duka aus Prag, die Pre­digt hielt der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick.

„Anton Otte hat sich sein gan­zes Leben für die deutsch-tsche­chi­sche Ver­söh­nung ein­ge­setzt, und dabei ist ihm Her­vor­ra­gen­des gelun­gen“, sag­te Erz­bi­schof Schick und beton­te: „Ohne Ver­söh­nung kei­ne Zukunft.“ Ver­söh­nung sei nie­mals ein Ist-Zustand, son­dern immer ein Pro­zess und Dau­er­auf­trag. Für Ver­söh­nung brau­che es demü­ti­ge, beschei­de­ne und selbst­lo­se Men­schen. Otte habe an die Mög­lich­keit der Ver­söh­nung geglaubt. Vom Him­mel rufe er heu­te zu: „Lasst euch mit Gott ver­söh­nen und ver­söhnt euch mit­ein­an­der!“ Auch in der Gefäng­nis­seel­sor­ge habe Otte den Dienst der Ver­söh­nung aus­ge­übt. „Der Glau­be an Gott, der die Mensch­heit so sehr liebt, dass er ihre Ver­söh­nung und ihren Frie­den will, ist Bedin­gung und Ansporn zur Ver­ge­bung, auch von mensch­lich Unver­geb­ba­rem“, so Erz­bi­schof Schick.

Kar­di­nal Duka, der mit dem Bischof von Pil­sen, Tomás Holub, in das „Frän­ki­sche Prag“ gekom­men war, sag­te zu Beginn des Got­tes­diens­tes: „Mon­si­gno­re Anton Otte hat­te ein groß­zü­gi­ges Herz, das nach Ver­söh­nung such­te und nach der Mög­lich­keit, ande­ren zu hel­fen.“ Er sei nicht auf­ge­fal­len durch kör­per­li­che Grö­ße oder kräf­ti­ge Sta­tur, son­dern durch die Grö­ße sei­nes Geis­tes und sei­nen Mut. „Ich bin über­zeugt, dass er einen Teil der Geschich­te der Ver­söh­nung und Zusam­men­ar­beit zwi­schen Deutsch­land und der Tsche­chi­schen Repu­blik geschrie­ben hat“, so der Kar­di­nal von Prag.

Anton Otte wur­de am 15. August 1939 im schle­si­schen Wei­denau gebo­ren und ver­ließ 1960 mit sei­ner Fami­lie als Spät­aus­sied­ler sei­ne Hei­mat, nach­dem sein Vater dort hin­ge­rich­tet wor­den war. 1967 wur­de er zum Pries­ter des Erz­bis­tums Bam­berg geweiht. Nach der Kaplans­zeit in Eber­mann­stadt war er vie­le Jah­re in der Gefan­ge­nen­seel­sor­ge unter ande­ren in den Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten Bay­reuth und Nürn­berg sowie als Reli­gi­ons­leh­rer tätig. Bereits 1977 wur­de er Geist­li­cher Bei­rat der Acker­mann-Gemein­de Bam­berg, die sich der Aus­söh­nung zwi­schen Deut­schen, Tsche­chen und Slo­wa­ken wid­met. Ab 1991 bau­te er im Auf­trag der Acker­mann-Gemein­de in Prag eine deutsch­spra­chi­ge katho­li­sche Gemein­de auf. Er wur­de unter ande­rem aus­ge­zeich­net mit dem Bun­des­ver­dienst­kreuz und dem Baye­ri­schen Ver­dienst­or­den und zum Ehren­dom­herrn des König­li­chen Kol­le­gi­ats­ka­pi­tels Sankt Peter und Paul in Prag ernannt, von 2011 bis 2014 war er Propst des zweit­wich­tigs­ten Kano­ni­ker­ka­pi­tels in Böhmen.

Im Anschluss an das Requi­em fand die Bei­set­zung auf dem Bam­ber­ger Fried­hof statt. Otte war am 28. Dezem­ber im Alter von 82 Jah­ren in Scheß­litz gestorben.

Sport als Schlüs­sel zur Inklusion

Bam­berg will Host Town werden

Die Spe­cial Olym­pics World Games fin­den vom 17. bis 24. Juni 2023 erst­mals in Deutsch­land statt. 170 inter­na­tio­na­le Dele­ga­tio­nen mit Sport­le­rin­nen und Sport­lern mit geis­ti­ger und mehr­fa­cher Behin­de­rung wer­den nach Ber­lin kom­men und dort in 26 Sport­ar­ten und Uni­fied Sports- Wett­be­wer­ben gegen­ein­an­der antre­ten. Das „Host Town Pro­gram“ will die Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten im Land will­kom­men hei­ßen. Auch die Stadt Bam­berg hat sich für die Auf­nah­me eines Natio­nen­teams im Vor­feld der Spie­le beworben.

„Wir brin­gen Sportink­lu­si­on in Bam­berg wei­ter vor­an. 2023 könn­te das nächs­te Level brin­gen“, sagt Mat­thi­as Pfeufer, Refe­rent für Bil­dung, Schu­len und Sport der Stadt Bam­berg. Bereits im Juli die­ses Jah­res hat der Stadt­rat die Ver­wal­tung damit beauf­tragt, die Bewer­bung als Host Town für die Spe­cial Olym­pics World Games in Ber­lin auf den Weg zu brin­gen. Im Okto­ber war es dann soweit. Ein Moti­va­ti­ons­schrei­ben gestützt von einer Video­bot­schaft soll für Bam­berg als Gast­ge­ber­stadt wer­ben. Unter dem Mot­to „Bam­berg l(i)ebt Inklu­si­on“, denn „Jede:r kann etwas – keine:r kann alles. Aber zusam­men schaf­fen wir mehr“ macht die Stadt auf ihre Eig­nung als Host Town aufmerksam.

Die lang­jäh­ri­ge Zusam­men­ar­beit mit den Ver­ei­nen und Initia­ti­ven für Behin­der­te im Stadt­ge­biet ist dabei ein gro­ßes Plus. Ob die Lebens­hil­fe Bam­berg e. V., die Offe­ne Behin­der­ten­ar­beit (OBA), die Arbeits­ge­mein­schaft chro­nisch-kran­ker und behin­der­ter Men­schen e. V. (ARGE), inte­gra Mensch, gool­kids oder auch die Kul­tur­fa­brik (KUFA). Sie alle haben es sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren und Jahr­zehn­ten zur Auf­ga­be gemacht, ein wert­schät­zen­des und res­sour­cen­ori­en­tier­tes Mit­ein­an­der in der Stadt und der Regi­on zu ermög­li­chen, heißt es in der Bewerbung.

Pro­mi­nen­te Bot­schaf­ter beim För­der­ver­ein goolkids

Auch der För­der­kreis gool­kids, ein Netz­werk zwi­schen Kin­dern, Ver­ei­nen, Schu­len, Ver­bän­den und Spon­so­ren macht seit sei­ner Grün­dung 2015 von sich reden. Sport­li­che Inklu­si­on bedeu­tet hier die Inte­gra­ti­on von sozi­al benach­tei­lig­ten Kin­dern, ganz egal wel­cher Her­kunft. Dass sie eben­so einen Zugang zum Sport und in Sport­ver­ei­ne erlan­gen und mit der rich­ti­gen Sport­aus­rüs­tung antre­ten kön­nen, dafür setzt sich gool­kids seit die­sem Jahr auch mit pro­mi­nen­ten Bot­schaf­tern ein.

So machen sich die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Mela­nie Huml, der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Andre­as Schwarz, die mehr­fa­che Welt­meis­te­rin im Kegeln Danie­la Kicker, der Tri­ath­let Chris Dels und die Brü­der Jonas und David Ochs von der Rap-Com­bo Bam­bäg­ga für den För­der­kreis für Kin­der stark. Mit ihrem Enga­ge­ment wol­len sie zei­gen, wie leicht Inklu­si­on gelin­gen kann, wenn man die Men­schen zusam­men­bringt und ande­re Kul­tu­ren ken­nen­lernt und respek­tiert. Denn jede und jeder hat das glei­che Recht, dabei zu sein.

Nach­hal­tig­keit der Inklusion

„Unse­re Idee von Inklu­si­on ist, sie in die Stadt­ge­sell­schaft hin­ein­zu­tra­gen“, sagt Mat­thi­as Pfeufer, „etwa durch inklu­si­ve Musik­grup­pen und Sport­teams. Dabei steht weni­ger die Leis­tung im Vor­der­grund, son­dern mehr der Spaß und das Mit­ein­an­der.“ Aus Zufäl­lig­kei­ten der Begeg­nung sol­len Regel­mä­ßig­kei­ten wer­den, denn Inklu­si­on muss auf Nach­hal­tig­keit ange­legt wer­den. „Aus Begeg­nun­gen kön­nen span­nen­de Pro­jek­te ent­ste­hen, an denen gemein­sam gear­bei­tet wird.“

Wäh­rend Inklu­si­on im Bil­dungs­be­reich bei­spiels­wei­se an der Grund­schu­le Bam­berg-Gau­stadt, am Dient­zen­ho­fer-Gym­na­si­um und an der Adolph-Kol­ping-Berufs­schu­le bereits statt­fin­det, bie­te die sport­li­che Inklu­si­on im Frei­zeit­be­reich ein wei­te­res brei­tes Feld, das sich eröff­net, damit spä­ter auch die Inte­gra­ti­on im Beruf und somit auf dem Arbeits­markt gelin­gen kann.

„Wir brau­chen außer­halb des for­ma­len Schul­sys­tems auch ande­re For­men der Begeg­nung für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on. Unser Ziel ist es, in allen Ent­wick­lungs­pro­zes­sen der Kom­mu­ne Inklu­si­on als Leit­ka­te­go­rie zu ver­an­kern. Der Weg geht über die Sicher­stel­lung der sozia­len Teil­ha­be für alle Men­schen in der Stadt­ge­sell­schaft“, so Pfeufer, „dabei soll­ten wir nicht ver­ges­sen, dass es auch Men­schen gibt, die beson­de­re Unter­stüt­zung brau­chen, um teil­ha­ben zu können.“

Vie­le posi­ti­ve Bei­spie­le für Inklu­si­on im Sport, in der Kul­tur und auch im Arbeits- und Erwerbs­le­ben gebe es bereits. Bam­berg prä­sen­tie­re sich daher als idea­le Gast­ge­ber­stadt für die Auf­nah­me einer Län­der­de­le­ga­ti­on des gro­ßen Sport­fes­tes Spe­cial Olym­pics World Games.

Hoff­nung auf mit­tel­gro­ßes Nationenteam

Die Chan­cen auf einen Erfolg ste­hen gut, so die Ein­schät­zung des Vor­be­rei­tungs­teams. Die Ver­kehrs­lo­gis­tik mit einer Anbin­dung auf der Ver­kehrs­ach­se Mün­chen-Nürn­berg-Ber­lin mit direk­ten ICE-Ver­bin­dun­gen sowie die Ver­füg­bar­keit geeig­ne­ter Unter­künf­te bie­ten die Mög­lich­keit zur Auf­nah­me eines mit­tel­gro­ßen Natio­nen­teams von bis zu 50 Per­so­nen. „Wie groß die Dele­ga­ti­on wird, wis­sen wir wohl erst Anfang 2023. Ent­schei­dend dafür sind auch die natio­na­len Qua­li­fi­ka­ti­ons­wett­be­wer­be im Som­mer 2022“, meint Pfeufer.

12 Part­ner, Orga­ni­sa­tio­nen und Vereine

Ob die Bewer­bung erfolg­reich war, wird frü­hes­tens Mit­te Janu­ar bekannt gege­ben. Ideen für das mög­li­che Pro­gramm in Bam­berg für ein Natio­nen­team, das fünf Tage vor Beginn der Spie­le in der jewei­li­gen Gast­ge­ber­stadt ankom­men soll, gibt es den­noch schon.

„Neben dem Akkli­ma­ti­sie­ren und Absol­vie­ren ver­schie­de­ner Trai­nings­ein­hei­ten ist bei­spiels­wei­se ein offe­ner kul­tu­rel­ler Abend in der Kul­tur­fa­brik (KUFA) geplant sowie ein grö­ße­res Will­kom­mens­fest“, erzählt Pfeufer.

Das loka­le Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee wer­de Anfang 2022 erst­mals zusam­men­kom­men. Vie­le Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­ei­ne und Insti­tu­tio­nen, die der inklu­si­ven Begeg­nung offen gegen­über ste­hen, haben bereits Inter­es­se an der Orga­ni­sa­ti­on des Rah­men­pro­gramms für die Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten signa­li­siert. „Wir haben bereits 12 Part­ner, Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­ei­ne, die aktiv mit­ge­stal­ten wol­len“, sagt der Sportreferent.

Die Ideen und Infor­ma­tio­nen dazu sol­len weit in 2022 und 2023 hin­ein­ge­tra­gen wer­den. So wer­de Inklu­si­on bei­spiels­wei­se auch Haupt­the­ma beim Neu­jahrs­emp­fang des Bam­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ters Andre­as Star­ke im nächs­ten Jahr sein. „Es ist vor­ge­se­hen, dass dort auch Men­schen mit Beein­träch­ti­gung zu Wort kom­men, um das Pro­gramm gemein­sam zu gestalten.“

Wäh­rend Bam­berg plant, sich im Vor­feld der Spe­cial Olym­pics World Games als Gast­ge­ber­stadt ganz sport­lich-inklu­siv, bunt und viel­fäl­tig zu zei­gen, wird nach den Wett­kämp­fen aller­dings kein Natio­nen­team in sei­ne Gast­ge­ber­stadt zu einer noch­ma­li­gen Sie­ges­fei­er zurückkehren.

„Wir wer­den in einer klei­nen Grup­pe nach Ber­lin fah­ren und unse­re Dele­ga­ti­on sowie hof­fent­lich auch Sport­le­rin­nen und Sport­ler aus Bam­berg und der Regi­on anfeu­ern“, sagt Pfeufer. Ein Gegen­be­such wer­de viel­leicht in der Zukunft vorstellbar.

In der aktu­el­len Pha­se der Auf­bruch­stim­mung sind die Wei­chen für die Host Town gestellt. Doch was, wenn Bam­berg nicht Gast­ge­ber­stadt wird? „Selbst wenn es mit der Host Town nicht klap­pen soll­te, machen wir in jedem Fall wei­ter und blei­ben an den Ent­wick­lungs­pro­zes­sen dran, um die Inklu­si­on in unse­rer Stadt noch brei­ter zu ver­an­kern. Das ist unser selbst gesetz­ter Anspruch“, sagt Mat­thi­as Pfeufer.

Bam­berg steht auf

Nein zu Verschwörungsmythen

Bam­berg zeigt zuneh­mend Flag­ge gegen die soge­nann­ten „Spa­zier­gän­ge“, bei denen „Quer­den­ker“ und Impf­geg­ner wir­res Gedan­ken­gut zu ver­brei­ten ver­su­chen. Deut­lich gegen sol­che Auf­mär­sche und Ver­schwö­rungs­my­then posi­tio­niert haben sich am gest­ri­gen Drei­kö­nigs­tag hun­der­te Bür­ger am Bahn­hofs­vor­platz und in der Innenstadt.

Etwa 700 Men­schen haben ges­tern in Bam­berg auf den bei­den Ver­an­stal­tun­gen gegen die Het­ze, die Des­in­for­ma­ti­on und das men­schen­ver­ach­ten­de Gedan­ken­gut demons­triert, das von ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­schen Grup­pen wie “Sta­yA­wa­ke” regel­mä­ßig ver­brei­tet wird.

Die Demons­tra­ti­on mit Start am Bahn­hofs­vor­platz wur­de vom Anti­fa­schis­ti­schen Akti­ons­bünd­nis gegen Ver­schwö­rungs­my­then orga­ni­siert, eine Stun­de spä­ter begann eine Kund­ge­bung des Bam­ber­ger Bünd­nis gegen Rechts­ex­tre­mis­mus und Ras­sis­mus am Maxplatz.

„Wir freu­en uns sehr, dass mehr als dop­pelt so vie­le Men­schen als wir erwar­tet haben, auf die Stra­ße gegan­gen sind!”, sagt eine Spre­che­rin des Anti­fa­schis­ti­schen Akti­ons­bünd­nis­ses. „Wir woll­ten uns mit den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern unse­rer Demons­tra­ti­on der Kund­ge­bung am Max­platz anschlie­ßen. Aller­dings waren wir dann so vie­le, dass die Ver­an­stal­tung aus Rück­sicht auf die Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men been­det wer­den musste.”

Von der Grup­pe KIBA (Kul­tur, Infor­ma­ti­on, Bil­dung, Anti­fa­schis­mus) Bam­berg wur­de ergänzt: „Nicht nur die Teil­neh­me­rin­nen- und Teil­neh­mer-Zahl ist ein Erfolg – wir begrü­ßen es auch, dass Sta­yA­wa­ke nicht in der Innen­stadt lau­fen konn­te. Wir hof­fen, dass die Quer­den­ker-Tou­ris­tin­nen und ‑Tou­ris­ten, die zum größ­ten Teil von außer­halb nach Bam­berg gekom­men sind um ihre Ver­schwö­rungs­my­then zu ver­brei­ten, beim lan­gen Weg auf abge­le­ge­nen Rou­ten bald den Spaß an die­sem Spuk verlieren.”

Die Orga­ni­sa­to­ren laden alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger ein, auch in Zukunft laut gegen Neo­na­zis, Reichs­bür­ger und Anti­se­mi­ten zu wer­den. Für die kom­men­den Mona­te sind wei­te­re Gegen­ver­an­stal­tun­gen geplant.

Bro­se Bam­berg holt sieb­ten Saisonsieg 

87:75-Sieg in Hamburg

Bro­se Bam­berg behielt in einem Nach­hol­spiel des 12. Spiel­tags bei den Ham­burg Towers mit 87:75 die Ober­hand und hol­te sich damit den zwei­ten Aus­wärts­er­folg in Serie und den sieb­ten Sai­son­sieg ins­ge­samt. Das für Sams­tag geplan­te Spiel gegen Würz­burg muss unter­des­sen ver­legt werden.

Bis auf die ers­ten fünf Minu­ten (4:14) war es eine durch­weg enga­gier­te, cou­ra­gier­te und kämp­fe­ri­sche Team­leis­tung, die sich am Ende in 40 Rebounds (Ham­burg 37) und 18 Assists (Ham­burg 14), aber vor allem in einem Effek­ti­vi­täts­wert von 105 (Ham­burg 71) able­sen lässt. Bes­ter Bam­ber­ger Wer­fer war Omar Pre­witt mit 19 Punkten.

„Ham­burg ist eine der schwers­ten Hal­len, in denen man spie­len kann. Es war nicht selbst­ver­ständ­lich, dass wir hier gewin­nen. Aber wir haben mit Aus­nah­me der ers­ten fünf Minu­ten exakt so gespielt, wie wir es uns vor­ge­nom­men haben. Es war ein tol­ler Sieg für uns“, lau­tet das Resü­mee von Bro­se Bam­berg-Trai­ner Oren Amiel. 

Der Beginn war aus Bam­ber­ger Sicht schlep­pend. Hin­ten beka­men die Gäs­te den Ham­bur­ger Drei­er zunächst nicht ver­tei­digt, vor­ne woll­te nichts fal­len. Fol­ge­rich­tig lag Bro­se Mit­te des Vier­tels mit zehn Punk­ten zurück: 4:14. Eine Aus­zeit von Oren Amiel brach­te dann die Wen­de. Defen­siv war Bam­berg nun voll da, ließ kei­nen ein­fa­chen Wurf der Haus­her­ren mehr zu. Offen­siv lie­fen plötz­lich die Sys­te­me. Ange­trie­ben von einem star­ken Patrick Heck­mann, der sechs Zäh­ler in Serie erziel­te, über­nahm Bro­se nun wei­terst­ge­hend das Gesche­hen und sorg­te durch Geben, Pre­witt und Seng­fel­der nicht nur für einen 12:0‑Lauf, son­dern auch für die Füh­rung nach zehn Minu­ten: 16:14.

McCal­lum been­de­te die rund sechs Minu­ten andau­ern­de Ham­bur­ger Offen­siv­flau­te. Und als kurz dar­auf Homes­ley sechs Punk­te in Fol­ge erziel­te, war die Par­tie wie­der auf Sei­ten der Gast­ge­ber (21:23, 13.). Doch Bro­se ließ sich durch den klei­nen Run der Towers nicht aus dem Kon­zept brin­gen. Pre­witt sorg­te mit einem Drei­punkt­spiel Mit­te des Vier­tels für das 32:27. Und Bam­berg blieb – ange­feu­ert von rund 30 Fans, die den Weg in den hohen Nor­den an die­sem Mitt­woch­abend gefun­den haben – nun dran, stand defen­siv wei­ter sta­bil, offen­siv fie­len die Wür­fe. Geben, Heck­mann, Pre­witt, Robin­son und Kyzlink waren noch bis zur Pau­se erfolg­reich. Bro­se ging somit mit einer zwei­stel­li­gen Füh­rung in die Kabi­ne: 44:34. 

Nach der Halb­zeit hat­ten bei­de Offen­siv­rei­hen zunächst ihre Pro­ble­me, auch und vor allem geschul­det bei­den Ver­tei­di­gun­gen. Ein Hin­richs-Drei­er ver­kürz­te den Bam­ber­ger Vor­sprung wie­der auf sie­ben Punk­te, doch ein And1 von Kyzlink stell­te bis Mit­te des Vier­tels wie­der auf zwei­stel­lig: 53:43. Die Par­tie wog nun hin und her, Ham­burg ver­such­te alles, um den Rück­stand aus ihrer Sicht zu ver­kür­zen, Bro­se hielt als Team dage­gen. Pre­witt war es, der nach gut 29 Minu­ten zum 65:50 traf und die bis dato höchs­te Füh­rung erziel­te. Die letz­ten Aktio­nen gehör­ten aller­dings den Haus­her­ren, die Bro­ses Vor­sprung wie­der auf zehn Punk­te schmel­zen lie­ßen: 65:55.

In den letz­ten zehn Minu­ten war es zunächst ein­mal mehr Omar Pre­witt, der per Drei­er zum schnel­len 68:55 ein­netz­te. Die Fra­ge: bekommt Ham­burg noch­mals die drit­te Luft? Die Ant­wort: selbst wenn, Bro­se hät­te und hat sie im Keim erstickt. Die Gäs­te blie­ben näm­lich auch im Schluss­ab­schnitt wei­ter kon­zen­triert, lie­ßen in der Defen­si­ve wei­ter­hin kaum etwas anbren­nen und spiel­ten vor­ne ihre Sys­te­me bis zum Ende durch. Spä­tes­tens nach dem vier­ten Pre­witt-Drei­er zwei Minu­ten vor Ende zum 85:68 war klar, dass sich Bro­se die­ses Spiel nicht mehr wür­de neh­men las­sen. Am Ende sieg­te Bro­se Bam­berg mit 87:75 und sicher­te sich somit den sieb­ten Sieg in die­ser Saison.


Spiel gegen Würz­burg muss ver­legt werden

Für das für den kom­men­den Sams­tag geplan­te Spiel zwi­schen Bro­se Bam­berg und s.Oliver Würz­burg haben die Unter­fran­ken einen Spiel­ver­le­gungs­an­trag gestellt, den die BBL GmbH ent­spre­chend der Spiel­ord­nung geneh­migt hat.

Alle Stamm­spie­ler von s.Oliver Würz­burg sind im Rah­men der vor­ge­schrie­be­nen und regel­mä­ßi­gen PCR-Tes­tun­gen gemäß des Pro­to­kolls der Liga posi­tiv auf den SARS-CoV-2-Erre­ger getes­tet wor­den. Das Gesund­heits­amt hat dar­auf­hin für alle eine 14-tägi­ge Qua­ran­tä­ne angeordnet.

Da den Würz­bur­gern somit weni­ger als acht Stamm­spie­ler zur Ver­fü­gung ste­hen, hat der Club einen Antrag auf Spiel­ver­le­gung nach §11 Absatz 5 der Spiel­ord­nung gestellt. Die­sem Antrag wur­de durch die BBL GmbH ent­spro­chen. Über die Neu­an­set­zung wird zu gege­be­ner Zeit informiert.

Abtei­kir­che St. Michael 

6,7 Mil­lio­nen für Sanie­rung der Fassaden

Noch im Dezem­ber gab es gute Neu­ig­kei­ten aus Bay­reuth: Die Regie­rung von Ober­fran­ken hat­te für die Sanie­rung der Fas­sa­den der Abtei­kir­che St. Micha­el Städ­te­bau­för­der­mit­tel in Höhe von 6,7 Mil­lio­nen Euro in Aus­sicht gestellt. Die­se wur­den nun in einer ers­ten Rate und in einem Betrag in Höhe von 2.317.500 Euro bewil­ligt, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Die dadurch mög­lich gewor­de­ne Fas­sa­den­sa­nie­rung trägt maß­geb­lich zum Fort­be­stand des weit­hin sicht­ba­ren, stadt­bild­prä­gen­den Ensem­bles der ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­ner­ab­tei mit der Kir­che St. Micha­el bei. Es stellt eines der wich­tigs­ten iden­ti­täts­stif­ten­den Denk­mä­ler im Bam­ber­ger UNESCO-Welt­erbe dar und befin­det sich im Eigen­tum der Bür­ger­spi­tal­stif­tung Bam­berg. Die gesam­te Klos­ter­an­la­ge ist Teil des Sanie­rungs­ge­bie­tes „St. Getreu-Straße“.

Nach erfolg­reich abge­schlos­se­ner sta­ti­scher Instand­set­zung der Kir­che konn­te bereits im ver­gan­gen Jahr mit den Natur­stein­ar­bei­ten an den Turm­fas­sa­den der ehe­ma­li­gen Abtei­kir­che St. Micha­el begon­nen wer­den. Die Fer­tig­stel­lung aller her­aus­for­dern­den Hand­werks­ar­bei­ten an den Fas­sa­den ist bis Ende 2023 vor­ge­se­hen. Dazu gehö­ren Arbei­ten am Natur­stein­mau­er­werk, dem Fas­sa­den­schmuck, Fens­tern sowie an Putz und Fassung.

Auf­grund des gro­ßen Sanie­rungs­staus, vor allem im letz­ten Jahr­hun­dert, wer­den seit 2009 Sanie­rungs­maß­nah­men in einer Viel­zahl von Bau­ab­schnit­ten in der ehe­ma­li­gen Bene­dik­ti­ner­ab­tei St. Micha­el durch­ge­führt. Die Gesamt­kos­ten für die­se bereits abge­schlos­se­nen und noch bis 2030 vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men an der Klos­ter­an­la­ge belau­fen sich auf cir­ca 80.000.000 Euro. Ermög­licht wer­den die­se Instand­set­zun­gen durch eine groß­zü­gi­ge finan­zi­el­le Betei­li­gung des Bun­des, gefolgt vom Ent­schä­di­gungs­fonds Bay­ern sowie der Oberfrankenstiftung.

Neben der Stadt Bam­berg för­dert auch die Stif­tung Welt­kul­tur­er­be Bam­berg die­se Gesamt­in­stand­set­zung. Mit der Sanie­rung der Raum­scha­le sowie der gesam­ten Aus­stat­tung beginnt in den kom­men­den Wochen auch die lang ersehn­te Restau­rie­rung des Kircheninnenraums.

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