Neue Köpfe, mehr Mitgestaltung
Grünes Bamberg wählt Stadtvorstand
Claudia Carl und Luis Reithmeier führen das achtköpfige Team – mehr als 450 Mitglieder geben der Partei Rückenwind für die nächsten Jahre. Grünes Bamberg hat auf seiner Jahreshauptversammlung am 27. September 2026 einen neuen Stadtvorstand gewählt.
Neue Sprecherin von Grünes Bamberg ist Claudia Carl, die gemeinsam mit dem wiedergewählten Sprecher Luis Reithmeier die Spitze des achtköpfigen Teams bildet. Ein zentrales Anliegen: Die stark gewachsene Mitgliedschaft soll noch stärker in die politische Arbeit eingebunden werden und mit ihren Ideen und Erfahrungen zur Entwicklung Bambergs beitragen.
Die Voraussetzungen dafür sind gut: Im September hat Grünes Bamberg die Marke von 450 Mitgliedern überschritten und ist damit wohl größte Partei Bambergs. Bei der Vorstandswahl vor zwei Jahren zählte der Stadtverband noch 328 Mitglieder, ein Zuwachs von mehr als einem Drittel. Für das neue Vorstandsteam ist diese Entwicklung Rückenwind und Auftrag zugleich. Aus Mitgliedschaft soll Mitgestaltung werden Claudia Carl ist Diplom-Pädagogin und arbeitet als selbständige Workshopmoderatorin, Supervisorin und systemische Beraterin. Ihre berufliche Erfahrung möchte sie nutzen, um die Zusammenarbeit und die innerparteilichen Abläufe weiterzuentwickeln. Ihr Ziel ist, gerade den vielen neuen Mitgliedern einen guten Einstieg in die aktive Mitarbeit zu ermöglichen und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten zusammenzubringen. „Wer bei uns eintritt, bringt etwas mit: Erfahrungen aus dem Beruf, einen besonderen Blick auf das eigene Viertel oder eine Idee, was in Bamberg besser werden könnte“, sagt Carl. „Wir wollen dafür sorgen, dass diese Ideen nicht ungehört bleiben. Dafür braucht es verständliche Abläufe, einen offenen Austausch und Möglichkeiten, sich auch mit begrenzter Zeit sinnvoll einzubringen. Aus unserem Mitgliederzuwachs soll eine Kraft werden, die in Bamberg etwas bewegt.“
Luis Reithmeier ist Psychologe, arbeitet im Gesundheitssektor und bringt mit 6 Jahren Vorstandserfahrung eine Konstante aus den letzten Jahren ein. Seine Fähigkeiten im Zuhören und Verstehen will er auch weiterhin einsetzen, ob gegenüber den Mitgliedern oder auch in der Stadtgesellschaft. Neben Carl und Reithmeier gehören Johanna Ammon als Schriftführerin und Niko Scholz als Schatzmeister dem geschäftsführenden Vorstand an. Den erweiterten Vorstand bilden Bettina Jacob, Mareike Spychala, Matthias Schori und Markus Raupach. Spychala übernimmt zugleich die Aufgabe der gleichstellungspolitischen Sprecherin.
Konkrete Antworten auf Bambergs Zukunftsfragen
Die Grünen haben damit eine ideale Ausgangslage, um Bambergs Zukunft aktiv zu gestalten: Mit der größten Fraktion im Stadtrat, 2. Bürgermeister und Abgeordneten im Bezirkstag, Landtag und Bundestag will der neue Vorstand dafür sorgen, dass wichtige Zukunftsfragen der Stadt angegangen werden. Konkret geht es dabei auch um die Klimaanpassung der Stadt, bezahlbares Wohnen und den gesellschaftlichen-demokratischen Zusammenhalt. „Ob lebendige Innenstadt, sichere Wege oder Schutz vor sommerlicher Hitze: Unsere grüne Politik muss sich daran messen lassen, ob sie den Alltag der Menschen verbessert“, betont Luis Reithmeier. „Dafür haben wir nicht nur gute Konzepte, sondern auch die Verbindung zu denjenigen, die hier leben und arbeiten. Diese Stimmen wollen wir aufnehmen und gemeinsam mit unseren Amtsträger*innen in konkrete Politik übersetzen.“
„Niemand muss schon alle Antworten kennen, um sich politisch einzubringen“, sagt Carl. „Manchmal beginnt Veränderung mit einer guten Frage. Wir möchten Menschen ermutigen, diese Fragen zu stellen und mit uns gemeinsam an den Antworten zu arbeiten.“
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Wegen eines Facebook-Posts
Grünen-Vorstand Reithmeier prüft Klage gegen AfD-Politiker
Der Bamberger Grünen-Vorstand Luis Reithmeier prüft, sich rechtlich gegen Aussagen des AfD-Landtagskandidaten Florian Köhler zu wehren. Dieser hatte Reithmeier in einem Facebook-Post angegriffen.
Am 23. September setzte das Bündnis „Buntes Bamberg“ zusammen mit anderen lokalen Aktionsbündnissen ein Zeichen gegen Rechts. Am Gabelmann, gegenüber einem Informationsstand der AfD, errichteten Bamberger AktivistInnen eine symbolische Brandmauer aus Pappkartons und klärten über die Politik der rechten Partei auf. Angespielt sollte damit auch auf die Brandmauer sein, die die Unionsparteien vorgeben, zwischen sich und der AfD zu verteidigen.
Dieses Engagement der „Brandmauer“-Bündnisse veranlasste AfD-Landtagskandidat Florian Köhler dazu, am 23. September Teile einer internen Kommunikation von „Buntes Bamberg“ auf seiner Facebook-Seite zu veröffentlichen. Darunter griff Köhler den Grünen-Vorstand und Mitorganisator der Brandmauer Luis Reithmeier persönlich an. So bezeichnete er die Bündnis-OrganisatorInnen unter anderem als „Loser“ und „Versager“ und rief Reithmeier dazu auf, sich auf seine Männlichkeit zu besinnen. Unterschrieben wurde der Post mit dem Hashtag „#AUSMISTENfürDEUTSCHLAND“.
Reithmeier und die VorstandssprecherInnen von Grünes Bamberg, Timm Schulze und Angelika Gaufer, bewerteten Florian Köhlers Post als entwürdigend und diffamierend. Nicht nur würde Weiblichkeit als negativer Gegenpol zu einem vermeintlichen wahren Mann-Sein gesetzt und somit abgewertet. Dass Florian Köhler politisch Andersdenkende ausmisten möchte, ist für Reithmeier zudem entmenschlichende Rhetorik. „Pferdeställe oder Gerümpel auf dem Dachboden mistet man aus, aber niemals Menschen. Dieses Sprechen über Andersdenkende erinnert mich an die dunkelsten Zeiten deutscher Geschichte. Ein solches Verhalten ist eines Demokraten nicht würdig.“
Um zu überprüfen, ob zudem ein Verstoß gegen bestehende Gesetze vorliegt, hat Reithmeier nun Strafanzeige gegen den AfD-Kandidaten gestellt. „Wir dürfen nicht zulassen, dass der politische Diskurs dermaßen entgleist. Ein respektvoller Umgang, gerne mit hitzigen Diskussionen, aber ohne Beleidigungen und Entmenschlichungen ist die Grundlage unseres demokratischen Miteinanders. Und das wollen wir schützen“, so der Grünen-Vorstand.