Eine bittere Niederlage haben die BMA365 Bamberg Baskets am 3. Spieltag in der Basketball Champions League hinnehmen müssen. Gegen die vor diesem Spieltag ebenfalls noch sieglosen Norditaliener von Itelyum Varese unterlag das Team von Head Coach Jesús Ramírez am Dienstagabend mit 61:95 (26:46) und rutschte so in der Tabelle der Gruppe D auf den vierten Platz ab.
3.637 Zuschauer in der BROSE ARENA sahen eine Partie, in der die Norditaliener ab der zweiten Minute in Führung lagen und am Ende souverän und hochverdient den Sieg aus Freak City mitnahmen. Bereits in der ersten Halbzeit legten die Italiener den Grundstein zum Sieg. Mit einer physischen, aggressiven und überaus beweglichen Verteidigung setzte man das Bamberger Angriffsspiel konstant unter Druck. Die BMA365 Bamberg Baskets wirkten beeindruckt von der Größe, Wendigkeit und nahezu einschnürenden Athletik der Gäste, so dass man sich einen Fehler nach dem nächsten leistete. 13 Bamberger Ballverluste in der ersten Halbzeit nutzte Itelyum Varese zu 19 Punkten und generierte seine Pausenführung dank 11 Steals so nahezu ausschließlich aus den Bamberger Fehlern. Zudem dominierten die Norditaliener die Bretter. Während Hason Ward & Co. zu Pause gerade einmal 9 Rebounds eingesammelt hatten, waren es auf Seiten von Varese allein 11 am offensiven Brett.
Bester Werfer der Italiener war Hunter Hale, der seine insgesamt 22 Punkte bereits nach dem dritten Viertel gesammelt hatte. Im Team der BMA365 Bamberg Baskets kam nur Jordan Jones mit 25 Zählern auf eine zweistellige Punktausbeute.
Der Spielverlauf
Nachdem Hason Ward in Peristeri und Brendan Terry gegen Murcia aufgrund der Homegrown-Regelung in der Basketball Champions League ausgesetzt hatten, entschied sich Head Coach Jesús Ramírez diesmal dazu, Jordan Wright pausieren zu lassen. In der Startformation gab es hingegen keine Veränderung und so begannen die BMA365 Bamberg Baskets die Partie gegen Varese erneut mit Jordan Jones, Richard Balint, Yuval Hochstadter, Trevon Scott und Hason Ward. Zwar konnten die Bamberger durch Jordan Jones die ersten Punkte des Spiels erzielen, doch die Gäste aus Italien hatten klar den besseren Start in dieses Spiel. Den ersten von am Ende insgesamt sechs erfolgreichen Dreiern von Hunter Hale zum 2:5 (2.) konnte Richard Balint per Fast Break zwar auf 4:5 verkürzen, doch Varese präsentierte sich von Beginn an hellwach und einfach gedankenschneller. Erstes Beispiel hierfür war der Korberfolg von David Duke nach zweimaligem Offensiv-Rebound zum 4:7 (2.). Hunter Hale ließ seinen nächsten Dreier folgen und nach einem Dunk sowie einem Hakenwurf von Ismael Kamagate ging Itelyum Varese bereits zweistellig in Führung (4:14/4.). Die folgende Auszeit von Head Coach Jesús Ramírez zeigte jedoch wenig Wirkung, denn das Bamberger Spiel blieb auch weiterhin zu fehlerhaft. 6:20 Minuten waren gerade einmal gespielt, da hatten sich die Bamberger bereits 5 Ballverluste erlaubt. Nahezu jeden dieser Turnover bestraften die Gäste sofort und nach Dunks von Nate Renfro und David Duke stand es 4:12 Minuten vor Ende des ersten Viertels 8:21. Dass die Italiener bis zum Viertelende nur noch einen einzigen weiteren Zähler verbuchen konnten, fiel beinahe nicht auf, denn offensiv bekamen die Bamberger gegen die starke Verteidigung von Itelyum Varese nahezu nichts gebacken. Beim Stand von 10:22 ging es in die erste Viertelpause.
Auch im zweiten Abschnitt blieben die Gäste klar am Drücker und bauten ihre Führung weiter aus. Keine 14 Minuten waren gespielt, da hatten sich die BMA365 Bamberg Baskets bereits 11 Ballverluste erlaubt. Zwar hatten auch die Italiener zu diesem Zeitpunkt schon 7‑mal den Ball verloren, doch während bei Varese der Ball meist ins Aus ging, landeten die Bamberger Turnover direkt in den Händen der Gäste (9 Steals), die sie so immer wieder zu Schnellangriffen und einfachen Punkten nutzen konnten (12:31/14. – Auszeit Bamberg). Iris Ikangi schraubte den Vorsprung seines Teams per Dreier beim 18:41 (17.) erstmals auf über 20 Punkte. Im Gegenzug traf dann auch Jordan Jones endlich einmal aus der Distanz. Fast 17 Minuten hatten die Bamberger gebraucht, um mit dem achten Versuch ihren ersten Dreier im gegnerischen Korb unterzubringen (21:41). Mit diesem Abstand (26:46) ging es dann auch in die Halbzeitpause.
„Wir gehen die Spiele auf die falsche Art an”
Ein 11:0‑Lauf von Itelyum Varese mit zwei weiteren Dreiern von Hunter Hale sorgte beim 26:57 (23.) bereits für die Vorentscheidung, zumal die Italiener auch im dritten Abschnitt in keinster Weise lockerließen. Positiv zu erwähnen im Bamberger Spiel war die Leistung von Youngster Jakob Lang, der unerschrocken und mit viel Einsatzbereitschaft seine Minuten auf dem Parkett zu insgesamt drei Zählern und drei Rebounds nutzte. Beim Stand von 43:75 endete das dritte Viertel.
Im Schlussabschnitt verteilte Vareses Coach Giannis Kastritis die Minuten dann ein wenig auf seine Akteure und brachte alle seine zwölf aufgestellten Spieler zum Einsatz. Sein Team verstand es aber auch weiterhin, den Vorsprung konstant zu halten und so am Ende einen ungefährdeten Sieg über die Zeit zu spielen. Auch auf Bamberger Seite kamen alle eingetragenen Spieler zum Einsatz, so auch Musa Abra, der in seiner ersten Champions League Partie nach einem Foul beim Dreier zwei seiner Freiwürfe verwandeln konnte und so seine ersten BCL-Punkte erzielte.
„Glückwunsch an das Team aus Varese und Entschuldigung an alle, die heute in der Halle waren, um uns spielen zu sehen. Unser Spielplan ist herausfordernd. Wir haben viele Spiele und da kann man auch einmal ein schlechtes Spiel haben und auch verlieren. Heute aber reden wir nicht über Basketball. Wir sollten überspringen, rennen und auch darüber sprechen, wie man mit Kontakt umgeht. In all diesen Sachen waren wir heute auch nicht annähernd bereit“, so Bambergs Head Coach Jesus Ramirez. „Wir gehen die Spiele auf die falsche Art an. In viele Partien in dieser Saison haben wir bereits wirklich tollen Phasen gezeigt, aber es gab auch Spiele, in denen wir einfach verschwunden sind. Die Beschreibung unseres heutigen Spiels ist einfach nur sehr sehr sehr schlecht. Man kann Spiele gewinnen und verlieren, entscheidend ist immer das wie und in dieser Hinsicht bin ich heute ganz einfach richtig verärgert und verwirrt. Auf diese Art und Weise darf man nicht verlieren.“
Fünf Tage haben die Bamberger jetzt nach dem Champions League Spiel Zeit, um sich auf ihre nächste Partie vorzubereiten. Am kommenden Sonntag geht es für Richard Balint & Co. in den 7. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga. Zu Gast in der BROSE ARENA hat man dann die Thüringer von Science City Jena. Beim Spiel gegen Jena ist Familienspieltag in Freak City, mit Hüpfburg, Popcorn, Mal-Ecke und verschiedenen Mitmachaktionen, bei denen es auch etwas zu gewinnen gibt.
