Wir tre­ten auf und tre­ten ab…

„Die Äh-Werker“ ver­las­sen die Büh­ne endgültig

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Äh-Werker
Szenenbild aus dem letzten Bühnenprogramm „Vernebelt in Ähvalon“. Foto: Barbara Thies
Vie­le Jah­re lang hat­te das VHS-Ensem­ble „Die Äh-Werker“, ver­mut­lich Bam­bergs Kaba­rett mit der längs­ten durch­ge­hen­den Tra­di­ti­on, einen fes­ten Platz in der Klein­kul­tur­land­schaft der Regi­on. Nun hat sich das Ensem­ble aufgelöst.

In die­sem Jahr hät­te die Grup­pe ihr 30-jäh­ri­ges Bestehen fei­ern kön­nen. Aber dazu wird es nicht mehr kom­men: Vor kur­zem hat die letz­te Lei­te­rin, Sabi­ne Hüm­mer, schwe­ren Her­zens die Auf­lö­sung des Ensem­bles bekannt gege­ben. Dar­über infor­mier­te jetzt die VHS Bamberg.

Im Jah­re 1992 hat­te Man­fred Kopetz­ky an der Volks­hoch­schu­le Bam­berg eine Kaba­rett­grup­pe mit dem Namen „Kaba­rett Altes E‑Werk“ ins Leben geru­fen. Nach dem Tod des Grün­ders im Jah­re 1998 waren sich die Mit­glie­der des Ensem­bles einig, das Pro­jekt unter dem Namen „Die Äh-Werker“ in eige­ner Regie und unter wech­seln­den Lei­tun­gen wei­ter zu führen.

Die Grup­pe setz­te sich zu allen Zei­ten aus­schließ­lich aus Ama­teu­ren zusam­men, die sich dem Grün­dungs­ge­dan­ken ver­pflich­tet hat­ten, gesell­schafts­kri­ti­sche The­men in Sze­nen und Lie­dern mit sati­ri­schen Tex­ten und bis­si­gem Humor auf­zu­ar­bei­ten. Gleich­zei­tig bot die Behei­ma­tung in der VHS Bam­berg Inter­es­sier­ten die Mög­lich­keit, ein­zu­stei­gen und selbst aktiv mitzumachen.

Ins­ge­samt fast 100 Äh-Werker 

So bestand das Ensem­ble aus einem „har­ten Kern“ von Akteu­ren, die zum Teil sogar noch die Anfangs­jah­re mit­er­leb­ten, aber auch aus etli­chen spä­ter dazu­ge­kom­me­nen Mit­glie­dern. Ins­ge­samt zählt die Lis­te der kür­zer oder län­ger akti­ven Äh-Werker fast 100 Namen, und alle Alters­grup­pen, vom Schü­ler bis zum Rent­ner, waren dar­in vertreten.

In dem letz­ten Pro­gramm „Ver­ne­belt in Ähva­lon“ stan­den im Jahr 2019 noch elf Akteu­re auf der Büh­ne. Doch mit­ten in der Vor­be­rei­tung zum 19. Pro­jekt mit dem Arbeits­ti­tel „Ein­mal Dra­ma mit alles und scharf“ kam die Pan­de­mie. Damit setz­te ein Mit­glie­der­schwund ein, und die knap­pe Hand­voll der Ver­blie­be­nen muss­te schließ­lich kon­sta­tie­ren, dass ein Pro­gramm, das der Tra­di­ti­on der Äh-Werker ent­sprach, unter die­sen Umstän­den nicht mehr zu rea­li­sie­ren war.

„Wir tre­ten auf und tre­ten ab, wir sind der Auf­tritt und nicht der Abtritt…“ lau­te­te der Refrain des Eröff­nungs­lie­des, das bei der ers­ten Auf­füh­rung am 26. März 1993 von der Büh­ne des Alten E‑Werks geschmet­tert wur­de. Nun ver­las­sen die Äh-Werker ihr „Wohn­zim­mer“ nach fast 30 Jah­ren endgültig.

Die VHS Bam­berg ver­liert damit eine fes­te Insti­tu­ti­on und ein Aus­hän­ge­schild, das ihr unter allen Volks­hoch­schu­len Bay­erns ein benei­de­tes Allein­stel­lungs­merk­mal ver­schaff­te. Und auch das treue Publi­kum wird mit Bedau­ern auf­neh­men, kei­ne der Auf­füh­run­gen mehr sehen zu kön­nen, bei denen immer auf eines Ver­lass war: anspruchs­vol­le Unter­hal­tung, bis­si­ge Tex­te, ent­lar­ven­der Witz und scho­nungs­lo­ser schwar­zer Humor.

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