30 Jah­re Fiddler´s Green

Irish Speed­folk aus Franken

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Fiddler's Green von links nach rechts: Frank Jooss, Tobias Heindl, Rainer Schulz, Ralf "Albi" Albers, Stefan Klug , Pat Prziwara. Foto: Holger Fichtner
Im Dezem­ber ver­öf­fent­lich­ten Fiddler´s Green mit „3 Cheers for 30 Years” ein elf Titel umfas­sen­des Jubi­lä­ums-Album. Gleich­zei­tig hat die Irish Speed­folk-Band aus Erlan­gen über alle Band­ka­nä­le eine rund drei­ein­halb­stün­di­ge Live­show gestreamt – als Abschluss einer groß­an­ge­leg­ten Crowd­fun­ding-Akti­on. Seit dem Grün­dungs­jahr 1990 ist das Sex­tett Trend­set­ter in Sachen iri­scher Musik. Zusam­men mit Bas­sist Rai­ner Schulz unter­nah­men wir einen Karriererückblick.

Vor kur­zem habt ihr eine Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne gestar­tet, um die Pro­duk­ti­on eures aktu­el­len Albums zu finan­zie­ren und Band und Crew nach Kon­zert­aus­fäl­len finan­zi­ell zu unter­stüt­zen. Wie ging die Kam­pa­gne aus?

Rai­ner Schulz: Es war abso­lu­ter Wahn­sinn. Statt der erhoff­ten 30.000 Euro sind 150.000 Euro zusam­men­ge­kom­men. Dass wir nun so viel finan­zi­el­le Unter­stüt­zung erhal­ten und uns immense posi­ti­ve Rück­mel­dung erreicht hat, ermög­licht es uns, etwas gelas­se­ner in die Zukunft zu bli­cken. Vie­len, vie­len, vie­len Dank dafür! Ein Groß­teil der Sum­me ist für die Pro­duk­ti­on von Show, Album, Crowd­fun­ding-Arti­kel, Ver­sand und Steu­er vor­ge­se­hen. Und auch Crew und unser gelieb­tes Sham­rock Cast­le-Fes­ti­val dür­fen sich auf Unter­stüt­zung freu­en. Die Show aus Nürn­berg ist auch wei­ter­hin auf You­Tube zu sehen. Die Gäs­te in der Show waren: Alea und Luzi von Salta­tio Mor­tis, Mar­co von In Extre­mo, der Haupt­mann und Ben von Feu­er­schwanz, Wolf­ram (ehe­ma­li­ger Fidd­lers-Drum­mer) und Vito C. von J.B.O., Tobi­as Schä­fer (ehe­ma­li­ger Fidd­lers-Gei­ger), Colin Gol­die (Gast-Flö­ter auf diver­sen Fidd­lers-CDs), Jule Hanke (unse­re Night­li­ner-Pilo­tin) und Gui­do vom Con­cert­bü­ro Franken.


Die Zeit hat auch bei Fiddler´s Green nicht vor per­so­nel­len Umbe­set­zun­gen Halt gemacht. Wer gehört denn heu­te noch zu den Grün­dungs­mit­glie­dern der Band?

Rai­ner Schulz: Nur Sän­ger Ralf „Albi“ Albers und ich, die ande­ren vier Musi­ker kamen zwi­schen 1991 und 2006 dazu. Die aktu­el­le Beset­zung mit Pat Przi­wa­ra an der Gitar­re und am Mikro­phon, Tobi­as Heindl , der auch singt und die Gei­ge spielt, Ste­fan Klug am Akkor­de­on und an der iri­schen Trom­mel, der Bodhran, und Frank Joos am Schlag­zeug ist also auch schon seit 14 Jah­ren unver­än­dert zusammen.


Wie viel Folk ist bei euch noch vor­han­den, da die Ein­flüs­se über die Jah­re immer mehr wur­den und sich zu einer Art „Nu Folk“ verbinden?

Rai­ner Schulz: Wir inter­pre­tie­ren Folk ein­fach anders als ande­re und haben daher mit Irish Speed­folk unser eige­nes Gen­re ins Leben geru­fen. Aber tra­di­tio­nel­le iri­sche Musik und Irish Folk wird trotz Ska, Reg­gae, Punk, Rock und Pop immer den größ­ten Ein­fluss haben. Es kommt dar­auf an, eine kon­se­quen­te, krea­ti­ve Ent­wick­lung mit Mut zu Neu­em zu kom­bi­nie­ren. Und durch das Instru­men­ta­ri­um, wir haben ja neben der Rock­frak­ti­on auch stets Gei­ge, Akkor­de­on, Man­do­li­ne und Akus­tik­gi­tar­re im Gepäck, blei­ben wir dem Folk sowie­so treu.


Zu Folk­punk oder Folk­rock gehört tra­di­tio­nell auch immer eine aus­ge­las­se­ne Par­ty. Wie sieht es denn mit Wein, Weib und Gesang im gesetz­ten Alter aus?

Rai­ner Schulz: Da wir fast alle Fami­lie haben, haben sich die Exzes­se redu­ziert. Es muss nicht immer bis zum Maxi­mum gehen und trotz­dem kön­nen Band und Fans aus­ge­las­sen fei­ern. Aber wenn wir im Night­li­ner unter­wegs sind und Tobi­as sei­ne illu­mi­nier­te Jäger­meis­te­reis­ge­kühl­t­ma­schi­ne aus­packt, weiß man meist, was kommt.


Zu eurer Bio­gra­fie zäh­len annä­hernd 2.000 gespiel­te Shows im In- und Aus­land, unter ande­rem in Japan, und die Ver­öf­fent­li­chung von 23 Alben in unter­schied­li­chen For­ma­ten. Wo reiht sich da die Jubi­lä­ums-Ver­öf­fent­li­chung „3 Cheers For 30 Years“ ein?

Rai­ner Schulz: Wir schen­ken den Fans und uns eine Klas­si­ker-CD. Dafür haben wir zwi­schen „Whis­key in the jar“ über „The wild rover“ bis hin zu „Green­s­lee­ves“ eine Samm­lung der tra­di­ti­ons­reichs­ten Songs des Irish Folk im Fiddler´s Sound auf­ge­nom­men. Tra­di­ti­on und Moder­ne ver­schmel­zen dabei perfekt.


Für die Sin­gle und das Video zu „The drun­ken sailor“ habt ihr zahl­rei­che Sze­ne-Grö­ßen als Gäs­te ein­ge­la­den, dar­un­ter Eric Fish von Sub­way To Sal­ly), Mal­te Hoyer von Ver­sen­gold, Chris Len­non von Mr. Irish Bas­tard und Micha Rhein von In Extre­mo. Wie kam es dazu?

Rai­ner Schulz: Sie sind uns alle schon seit Jah­ren freund­schaft­lich ver­bun­den und daher bot sich die­se Sze­ne-Zusam­men­ar­beit zum Jubi­lä­um ein­fach an. Und so wie es scheint, ent­wi­ckelt sich der Titel zu einem ech­ten Hit.


Seit Juli 2016 ver­an­stal­tet ihr jähr­lich das zwei­tä­gi­ge Sham­rock Cast­le, ein Cel­tic & New Folk Fes­ti­val, bei dem ihr auch auf­tre­tet und befreun­de­te Bands ein­la­det. Das Fes­ti­val 2020 wur­de auf 2021 ver­scho­ben. Ist es euch gelun­gen, auch das geplan­te Pro­gramm weit­ge­hend mit in das nächs­te Jahr zu nehmen?

Rai­ner Schulz: Wir konn­ten glück­li­cher­wei­se alle Bands auch für 2021 ver­pflich­ten. Somit kön­nen wir uns jetzt schon wie­der auf ein sehr hoch­ka­rä­ti­ges und abwechs­lungs­rei­ches Fes­ti­val freu­en. Da wer­den unter ande­rem The Moo­rings aus Frank­reich, Uncle Bard & The Dir­ty Bas­tards aus Ita­li­en und die Paul McKen­na Band aus Schott­land mitwirken.


Schaut man euren Tour­plan für 2021 an, könn­te es eines der umfang­reichs­ten Live-Jah­re der Band­ge­schich­te wer­den, sofern es die Covid-19-Pan­de­mie zulässt.

Rai­ner Schulz: In der Tat, momen­tan sieht es so aus. Wir haben das Jahr in drei Blö­cke geteilt. Zunächst der Acoustic Pub Crawl im März und April, den wir 2020 aus den bekann­ten Grün­den absa­gen muss­ten. Dann die Fes­ti­vals, unter ande­rem in Frank­reich, Hol­land, der Schweiz und Polen zwi­schen Mai und Okto­ber, und last but not least die „3 Cheers For 30 Years Anni­ver­s­a­ry Tour“ zwi­schen Okto­ber und Dezem­ber. Und was unse­re Moti­va­ti­on betrifft, kann ich nur sagen: Wir bren­nen dar­auf, end­lich wie­der auf eine rich­ti­ge Tour­nee gehen zu dür­fen. Mit einem Spe­zi­al­pro­gramm für Kör­per, Geist und Kehle.

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