IHK Ober­fran­ken

Kom­mu­nal­fo­rum: Innen­städ­te der Zukunft

1 Min. zu lesen
Kommunalforum
Von Links: Albert Füracker, Dr. Katharina Hackenberg, Eva Döhla, Carolin Schuberth, Gabriele Hohenner (Hauptgeschäftsführerin IHK Oberfranken), Dr. Michael Waasner, Foto: IHK für Oberfranken
„Zen­tren visio­när ent­wi­ckeln“ war das Kern­the­ma im 5. Ober­frän­ki­schen Kom­mu­nal­fo­rum. Ziel der IHK-Kom­mu­nal­fo­ren ist eine enge­re Koope­ra­ti­on zwi­schen Wirt­schaft und Kommunen.

Ver­wais­te Innen­städ­te mit maro­den Gebäu­den sol­len nicht das zukünf­ti­ge Bild baye­ri­scher Innen­städ­te bestim­men – dar­über war man sich am 3. Juni in Bay­reuth auf dem 5. Ober­frän­ki­schen IHK-Kom­mu­nal­fo­rum einig. Die Teil­neh­men­den mach­ten Vor­schlä­ge und äußer­ten Ideen, wie Innen­städ­te aus­se­hen könnten.

Nach­den­ken über die Stadt von übermorgen

Dr. Katha­ri­na Hacken­berg vom Bun­des­in­sti­tut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (BBSR) sprach sich für eine „Stadt­ent­wick­lung der Vie­len“ aus. Es sei wich­tig, „inter- und trans­di­zi­pli­nä­re Exper­ten­run­den vor Ort“ genau­so ein­zu­bin­den wie Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und Unter­neh­men. Ziel müs­se es sein, die Mul­ti­funk­tio­na­li­tät der Innen­städ­te und der Orts­zen­tren zu sichern und aus­zu­bau­en. „Wir müs­sen die Zukunft von Städ­ten neu ent­wi­ckeln“, sag­te Frau Hacken­berg. „Die Zukunft wan­delt sich schnel­ler als wir den­ken.” Des­halb sei ein Nach­den­ken über die Stadt von über­mor­gen erfor­der­lich. Dabei gebe es nicht das eine Erfolgs­re­zept. Jede Stadt müs­se die Grund­satz­fra­ge wie sie leben wol­le für sich selbst beant­wor­ten und ent­spre­chen­de Maß­nah­men ent­wi­ckeln. Dafür nennt das BBSR ver­schie­de­ne Metho­den auf www.stadtvonübermorgen.de.

Hofs Ober­bür­ger­meis­te­rin Eva Döh­la setzt auf eine sinn­vol­le Ver­knüp­fung ver­schie­de­ner Nut­zungs­mög­lich­kei­ten und Cowor­king-Spaces. Zudem sieht sie Hand­werk und Dienst­leis­tun­gen als wich­ti­ge Bestand­tei­le städ­ti­scher Zen­tren. Expe­ri­men­tie­ren sei wich­tig, auch wenn nicht jede Idee erfolg­reich sei. „Das, was jeder bie­tet, wird nie­man­den mehr anlo­cken, unse­re Innen­städ­te müs­sen über­ra­schen”, sag­te Döhla.

Online­ver­kauf und Laden­ge­schäf­te kein Gegensatz

Um neben ihrem Online-Ange­bot auch Nähe zur Kund­schaft zu haben, ließ sich Caro­lin Schu­berth mit einem Laden­ge­schäft in der Kulm­ba­cher Innen­stadt nie­der. Zum The­ma, ob ein Online-Han­del auch ein Laden­ge­schäft benö­tigt, sag­te Schu­bert auf dem Kom­mu­nal­fo­rum: „Ich könn­te auf den Laden ver­zich­ten. Ich sehe aber nicht mehr das ent­we­der oder zwi­schen Online- und Laden­ver­kauf. Ich sehe nur noch das Zusam­men­spiel von bei­den, also das hybri­de Modell.“ Ihr Ziel mit dem neu­en Geschäft sei es, vor Ort prä­sent zu sein und ihre Mar­ke anfass­bar zu machen.

Bay­erns Finanz­mi­nis­ter Albert Füra­cker mach­te deut­lich, dass sich die Kom­mu­nen auf den Frei­staat ver­las­sen könn­ten, auch wenn die Her­aus­for­de­run­gen täg­lich mehr wür­den. „Wir neh­men viel Geld in die Hand für Städ­te­bau­för­de­rung, Dorf­er­neue­rung und die Son­der­pro­gram­me Innenstadt.”

Im Kom­mu­nal­fo­rum wur­de klar, dass Misch­nut­zung in Innen­städ­ten und Orts­ker­nen immer wich­ti­ger wer­de, sag­te Dr. Micha­el Waas­ner, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth.
Eine Mischung aus Han­del und Erleb­nis­wert sei eben­falls wich­tig, wobei der Ein­zel­han­del allein nicht mehr aus­rei­che für eine Bele­bung der Innen­städ­te. „Der Ein­zel­han­del ist aber die tra­gen­de Säu­le der Innen­städ­te und muss es auch blei­ben, wes­halb er best­mög­lich unter­stützt wer­den muss.”

Weiterer Artikel

„Schock und Angst kön­nen läh­men, aber wir haben sie zu unse­rer Kraft­quel­le umgewandelt“

Ukrai­ni­scher Ver­ein Bamberg:UA e.V.

Nächster Artikel

Ab 20. Juni

Feri­en­pass 2022