Ein­rich­tung einer Zukunftsagentur

Metro­pol­re­gi­on stärkt die regio­na­le Automobilbranche

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Metropolregion
Der Wirtschaftsvorsitzende der Metropolregion Nürnberg Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst, der künftige Geschäftsführer der Metropolregion Dr. Thomas Koch, die jetzige Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, Dr. Christa Standecker, und Peter Reiß, Ratsvorsitzender der Metropolregion und Oberbürgermeister der Stadt Schwabach. Fotograf: Michael Sommer
Die Auto­mo­bil­bran­che in der Metro­pol­re­gi­on, an der über 100.000 Arbeits­plät­ze hän­gen, steht unter Druck: Sie steckt mit­ten im Wan­del – weg vom Ver­bren­ner, hin zur E‑Mobilität. Damit droht der mas­sen­haf­te Abbau gut bezahl­ter Jobs. Um gegen­zu­steu­ern, hat die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg jüngst eine Zukunfts­agen­tur beschlos­sen, die die Zulie­fe­rer unter­stüt­zen soll.

Pas­send zum Beschluss aktua­li­sier­te die Metro­pol­re­gi­on bei ihrer Sit­zung in Amberg ihren wirt­schaft­lich-tech­no­lo­gi­schen Kom­pass: Die Rats­mit­glie­der der Metro­pol­re­gi­on stimm­ten dem neu­en Leit­bild für nach­hal­ti­ges Wachs­tum und Beschäf­ti­gung zu.

Der Abbau von gut bezahl­ten Arbeits­plät­zen in der Auto­mo­bil­bran­che in der Regi­on schrei­tet vor­an. Schon jetzt müs­sen vie­le Beschäf­tig­te um ihren Job ban­gen. Dabei steht Exper­ten zufol­ge die gro­ße Wel­le an Ent­las­sun­gen erst noch bevor. In Fol­ge des Stel­len­ab­baus dürf­te auch die Kauf­kraft sin­ken, was sich wie­der­um auf den Ein­zel­han­del auswirkt.

Der Rat der Metro­pol­re­gi­on sprach sich daher bei sei­ner Som­mer-Sit­zung dafür aus, wei­ter­hin die regio­na­le Auto­mo­ti­ve-Bran­che zu unter­stüt­zen und ihren Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess zu beglei­ten. Kon­kret ver­ab­schie­de­ten die Rats­mit­glie­der das Ziel­bild „Zukunft transform_​EMN 2035“, das die IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken in Abstim­mung mit den Gewerk­schaf­ten feder­füh­rend ent­wi­ckelt hat. Es ent­hält Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für eine zukunfts­fä­hi­ge Zuliefer-Industrie.

Ober­bür­ger­meis­ter und Land­rä­te unter­stri­chen zudem, dass zur Siche­rung einer guten wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung die Ein­rich­tung einer Zukunfts­agen­tur für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men not­wen­dig sei. Sie soll die Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung neu­er Geschäfts­ideen unter­stüt­zen. Vor allem will sie Tech­no­lo­gie-Koope­ra­tio­nen ansto­ßen und Inno­va­tio­nen in Zukunfts­fel­dern wie Medi­zin- und Ener­gie­tech­nik, Robo­tik, Ver­tei­di­gung und Neue Mate­ria­li­en ermög­li­chen. Schon seit 2023 unter­stüt­zen Wirt­schafts­för­de­rer und Kam­mern gemein­sam im Pro­jekt transform_​EMN erfolg­reich die Bran­che. Die Finan­zie­rung der Zukunfts­agen­tur ist bis 2026 gesi­chert, der Rat wird sich für eine Fort­füh­rung beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie einsetzen.


Ant­wor­ten auf digi­ta­len und öko­lo­gi­schen Wan­del sind gefragt

Die hie­si­gen Unter­neh­men kön­nen dabei vom guten Bran­chen-Mix in der Regi­on, der Koope­ra­ti­on mit Wirt­schafts­för­de­run­gen, Kam­mern und Gewerk­schaf­ten sowie der hohen Tech­no­lo­gie-Kom­pe­tenz von Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen pro­fi­tie­ren. Die Zukunfts­agen­tur löst das erfolg­rei­che Pro­jekt transform_​EMN ab und soll 2026 starten.

Eng mit der Zukunfts­agen­tur ver­knüpft ist das neue Leit­bild für nach­hal­ti­ges Wachs­tum und Beschäf­ti­gung (WaBe), das der Rat eben­so beschloss. Bereits seit 2010 gibt der Kom­pass die die Leit­li­ni­en für die wirt­schaft­li­che, tech­no­lo­gi­sche und wis­sen­schaft­li­che Ori­en­tie­rung der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg vor. Das Leit­bild ist wich­tig, wenn es dar­um geht För­der­mit­tel, Inves­ti­tio­nen und For­schungs­ein­rich­tun­gen in die Regi­on zu zie­hen. Ziel ist es, gemein­sam Wirt­schafts­wachs­tum zu gene­rie­ren und hoch­wer­ti­ge Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg zu erhal­ten und schaffen.

Um die­ses zu errei­chen, müs­sen Ant­wor­ten auf die digi­ta­le und öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on gefun­den wer­den. „Die IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken bringt seit 2010 die rele­van­ten Akteu­re zusam­men und treibt die Wei­ter­ent­wick­lung des Leit­bilds kon­ti­nu­ier­lich vor­an. Wir wol­len damit Markt­po­ten­zia­le für die regio­na­le Wirt­schaft erschlie­ßen und zukunfts­fä­hi­ge Beschäf­ti­gung schaf­fen. Die aktu­el­le Über­ar­bei­tung des Leit­bil­des stärkt die Zusam­men­ar­beit der regio­na­len Clus­ter und för­dert gezielt die digi­ta­le und öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on“, beton­te Mar­kus Lötzsch, stell­ver­tre­ten­der Wirt­schafts­vor­sit­zen­der und Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Nürn­berg für Mittelfranken.


Nächs­tes Kapi­tel in der Erfolgs­ge­schich­te der Metropolregion

Außer­dem wur­de ein Wech­sel ver­kün­det: Mit Blick nach vor­ne wur­de Dr. Tho­mas Koch (48) vor­ge­stellt, der die Nach­fol­ge der Geschäfts­füh­re­rin Dr. Chris­ta Stan­de­cker zum 1. März 2026 antre­ten wird. Er wech­selt bereits am 1. Novem­ber 2025 zur Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg. Koch kommt von der Nürn­berg­Mes­se, bei der er elf Jah­re tätig war und die zu den 15 größ­ten Mes­se­ge­sell­schaf­ten welt­weit zählt.

„Wir freu­en uns, dass wir mit Dr. Tho­mas Koch eine Füh­rungs­per­sön­lich­keit mit gro­ßer Erfah­rung für die ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be gewon­nen haben. Gemein­sam mit allen Betei­lig­ten wird er die Erfolgs­ge­schich­te der Metro­pol­re­gi­on fort­schrei­ben und neue Impul­se für die Zukunft set­zen“, sagt Peter Reiß, Rats­vor­sit­zen­der der Metro­pol­re­gi­on und Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schwabach.

„Wir sind über­zeugt, dass Dr. Tho­mas Koch genau die rich­ti­ge Wahl für die Nach­fol­ge von Dr. Chris­ta Stan­de­cker und für die Gestal­tung der wei­te­ren Ent­wick­lung ist. Er kennt die Regi­on, ver­fügt über fun­dier­te Kennt­nis­se in der Pri­vat­wirt­schaft und hat eine inter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ve“, sagt Prof. Klaus Wüb­ben­horst, Wirt­schafts­vor­sit­zen­der der Metropolregion.

Dr. Tho­mas Koch gehört aktu­ell noch dem Exe­cu­ti­ve Board der Nürn­berg­Mes­se an, wo er die The­men Inter­na­tio­nal Busi­ness, Human Resour­ces, Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on und ‑mar­ke­ting sowie Recht & Ver­si­che­run­gen ver­ant­wor­tet. Er stu­dier­te und pro­mo­vier­te an der Wirt­schafts- und Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg und war anschlie­ßend sie­ben Jah­re bei der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer in Nie­der­bay­ern tätig. „Sich für mei­ne Hei­mat künf­tig in dem star­ken Netz­werk der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg ein­zu­set­zen, ist eine sehr reiz­vol­le Auf­ga­be. Ich freue mich auf die enge Zusam­men­ar­beit mit Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Kom­mu­nen. Denn die Erfolgs­ge­schich­te der Metro­pol­re­gi­on gemein­sam mit dem gesam­ten Team und allen Gre­mi­en fort­zu­schrei­ben, ist mir ein ech­tes Her­zens­an­lie­gen!“, beton­te Dr. Koch.

Dr. Chris­ta Stan­de­cker gra­tu­lier­te ihrem Nach­fol­ger und unter­strich als lang­jäh­ri­ge Geschäfts­füh­re­rin, wie vie­le Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten die Arbeit für die Metro­pol­re­gi­on in sich birgt. „Dr. Kochs Kom­pe­tenz in Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mar­ke­ting ist sehr wich­tig für unse­re Kern­auf­ga­be, die Stär­kung der Anzie­hungs­kraft der Metro­pol­re­gi­on für inter(nationale) Fach­kräf­te. Außer­dem kann die Regi­on von der inter­na­tio­na­len Erfah­rung und den Netz­wer­ken Dr. Kochs pro­fi­tie­ren. Das ist wich­tig bei der Umset­zung der kürz­lich erfolg­ten Aus­zeich­nung der Metro­pol­re­gi­on als „EU Inno­va­ti­on Val­ley“. Die Bewer­bung um den Titel des Welt­erbe Agrar­kul­tur soll schon im Sep­tem­ber bei der FAO in Rom ein­ge­reicht wer­den!“, sag­te die Geschäfts­füh­re­rin der Metro­pol­re­gi­on, die im März 2026 den Staf­fel­stab weiterreicht.

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