Einrichtung einer Zukunftsagentur
Metropolregion stärkt die regionale Automobilbranche
Die Automobilbranche in der Metropolregion, an der über 100.000 Arbeitsplätze hängen, steht unter Druck: Sie steckt mitten im Wandel – weg vom Verbrenner, hin zur E‑Mobilität. Damit droht der massenhafte Abbau gut bezahlter Jobs. Um gegenzusteuern, hat die Metropolregion Nürnberg jüngst eine Zukunftsagentur beschlossen, die die Zulieferer unterstützen soll.
Passend zum Beschluss aktualisierte die Metropolregion bei ihrer Sitzung in Amberg ihren wirtschaftlich-technologischen Kompass: Die Ratsmitglieder der Metropolregion stimmten dem neuen Leitbild für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung zu.
Der Abbau von gut bezahlten Arbeitsplätzen in der Automobilbranche in der Region schreitet voran. Schon jetzt müssen viele Beschäftigte um ihren Job bangen. Dabei steht Experten zufolge die große Welle an Entlassungen erst noch bevor. In Folge des Stellenabbaus dürfte auch die Kaufkraft sinken, was sich wiederum auf den Einzelhandel auswirkt.
Der Rat der Metropolregion sprach sich daher bei seiner Sommer-Sitzung dafür aus, weiterhin die regionale Automotive-Branche zu unterstützen und ihren Transformationsprozess zu begleiten. Konkret verabschiedeten die Ratsmitglieder das Zielbild „Zukunft transform_EMN 2035“, das die IHK Nürnberg für Mittelfranken in Abstimmung mit den Gewerkschaften federführend entwickelt hat. Es enthält Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Zuliefer-Industrie.
Oberbürgermeister und Landräte unterstrichen zudem, dass zur Sicherung einer guten wirtschaftlichen Entwicklung die Einrichtung einer Zukunftsagentur für kleine und mittelständische Unternehmen notwendig sei. Sie soll die Unternehmen bei der Entwicklung neuer Geschäftsideen unterstützen. Vor allem will sie Technologie-Kooperationen anstoßen und Innovationen in Zukunftsfeldern wie Medizin- und Energietechnik, Robotik, Verteidigung und Neue Materialien ermöglichen. Schon seit 2023 unterstützen Wirtschaftsförderer und Kammern gemeinsam im Projekt transform_EMN erfolgreich die Branche. Die Finanzierung der Zukunftsagentur ist bis 2026 gesichert, der Rat wird sich für eine Fortführung beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einsetzen.
Antworten auf digitalen und ökologischen Wandel sind gefragt
Die hiesigen Unternehmen können dabei vom guten Branchen-Mix in der Region, der Kooperation mit Wirtschaftsförderungen, Kammern und Gewerkschaften sowie der hohen Technologie-Kompetenz von Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitieren. Die Zukunftsagentur löst das erfolgreiche Projekt transform_EMN ab und soll 2026 starten.
Eng mit der Zukunftsagentur verknüpft ist das neue Leitbild für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung (WaBe), das der Rat ebenso beschloss. Bereits seit 2010 gibt der Kompass die die Leitlinien für die wirtschaftliche, technologische und wissenschaftliche Orientierung der Europäischen Metropolregion Nürnberg vor. Das Leitbild ist wichtig, wenn es darum geht Fördermittel, Investitionen und Forschungseinrichtungen in die Region zu ziehen. Ziel ist es, gemeinsam Wirtschaftswachstum zu generieren und hochwertige Beschäftigungsmöglichkeiten in der Metropolregion Nürnberg zu erhalten und schaffen.
Um dieses zu erreichen, müssen Antworten auf die digitale und ökologische Transformation gefunden werden. „Die IHK Nürnberg für Mittelfranken bringt seit 2010 die relevanten Akteure zusammen und treibt die Weiterentwicklung des Leitbilds kontinuierlich voran. Wir wollen damit Marktpotenziale für die regionale Wirtschaft erschließen und zukunftsfähige Beschäftigung schaffen. Die aktuelle Überarbeitung des Leitbildes stärkt die Zusammenarbeit der regionalen Cluster und fördert gezielt die digitale und ökologische Transformation“, betonte Markus Lötzsch, stellvertretender Wirtschaftsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken.
Nächstes Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Metropolregion
Außerdem wurde ein Wechsel verkündet: Mit Blick nach vorne wurde Dr. Thomas Koch (48) vorgestellt, der die Nachfolge der Geschäftsführerin Dr. Christa Standecker zum 1. März 2026 antreten wird. Er wechselt bereits am 1. November 2025 zur Metropolregion Nürnberg. Koch kommt von der NürnbergMesse, bei der er elf Jahre tätig war und die zu den 15 größten Messegesellschaften weltweit zählt.
„Wir freuen uns, dass wir mit Dr. Thomas Koch eine Führungspersönlichkeit mit großer Erfahrung für die verantwortungsvolle Aufgabe gewonnen haben. Gemeinsam mit allen Beteiligten wird er die Erfolgsgeschichte der Metropolregion fortschreiben und neue Impulse für die Zukunft setzen“, sagt Peter Reiß, Ratsvorsitzender der Metropolregion und Oberbürgermeister der Stadt Schwabach.
„Wir sind überzeugt, dass Dr. Thomas Koch genau die richtige Wahl für die Nachfolge von Dr. Christa Standecker und für die Gestaltung der weiteren Entwicklung ist. Er kennt die Region, verfügt über fundierte Kenntnisse in der Privatwirtschaft und hat eine internationale Perspektive“, sagt Prof. Klaus Wübbenhorst, Wirtschaftsvorsitzender der Metropolregion.
Dr. Thomas Koch gehört aktuell noch dem Executive Board der NürnbergMesse an, wo er die Themen International Business, Human Resources, Unternehmenskommunikation und ‑marketing sowie Recht & Versicherungen verantwortet. Er studierte und promovierte an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und war anschließend sieben Jahre bei der Industrie- und Handelskammer in Niederbayern tätig. „Sich für meine Heimat künftig in dem starken Netzwerk der Europäischen Metropolregion Nürnberg einzusetzen, ist eine sehr reizvolle Aufgabe. Ich freue mich auf die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen. Denn die Erfolgsgeschichte der Metropolregion gemeinsam mit dem gesamten Team und allen Gremien fortzuschreiben, ist mir ein echtes Herzensanliegen!“, betonte Dr. Koch.
Dr. Christa Standecker gratulierte ihrem Nachfolger und unterstrich als langjährige Geschäftsführerin, wie viele Gestaltungsmöglichkeiten die Arbeit für die Metropolregion in sich birgt. „Dr. Kochs Kompetenz in Kommunikation und Marketing ist sehr wichtig für unsere Kernaufgabe, die Stärkung der Anziehungskraft der Metropolregion für inter(nationale) Fachkräfte. Außerdem kann die Region von der internationalen Erfahrung und den Netzwerken Dr. Kochs profitieren. Das ist wichtig bei der Umsetzung der kürzlich erfolgten Auszeichnung der Metropolregion als „EU Innovation Valley“. Die Bewerbung um den Titel des Welterbe Agrarkultur soll schon im September bei der FAO in Rom eingereicht werden!“, sagte die Geschäftsführerin der Metropolregion, die im März 2026 den Staffelstab weiterreicht.
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„Gestalte heute, wer du morgen sein willst“
Kampagne für Beschäftigte der regionalen Autozulieferbranche
Meldungen über Stellenabbauvorhaben, Standortverlagerungen und Kurzarbeit gab es zuletzt auch aus der Autozulieferbranche der Metropolregion Nürnberg. Neue Geschäftsfelder und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten in der Transformation aber auch Chancen für hiesige Unternehmen und ihre Beschäftigten. Eine Fachkräftekampagne im Projekt transform_EMN ermutigt Mitarbeitende, den Wandel mitzugestalten, berufliche Chancen zu nutzen und zeigt anhand anschaulicher Beispiele, wie Transformation gelingen kann.
„Gestalte heute, wer du morgen sein willst“: Unter diesem Motto arbeitet die Kampagne mit authentischen Video-Stories aus Autozuliefer- und Maschinenbauunternehmen in der Region. Dabei werden die Netzwerkmitglieder von transform_EMN aktiv mit eingebunden: Beschäftigte aus der Region berichten über ihre persönlichen Erfahrungen mit Transformation in den Unternehmen der Autozulieferbranche und wie sie den Wandel für sich nutzen.
„Mit der Fachkräftekampagne will das Netzwerk transform_EMN Beschäftigte und Nachwuchskräfte für den Wandel sensibilisieren, die vorhandenen Kompetenzen in der Region anhand von Beispielen veranschaulichen und auch den kleinen und mittleren Zulieferunternehmen ein Gesicht in der Transformation geben“, sagt Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg.
Die hiesige Zulieferwirtschaft zeichnet sich durch rund 500 kleine, mittlere und große Unternehmen mit rund 100.000 Beschäftigten aus, die hochwertige Teile und Dienstleistungen für die anspruchsvolle Automobilindustrie produzieren und anbieten, aktuell aber vermehrt unter Druck stehen. Sieben Prozent der Beschäftigten in der Region arbeiten direkt in der Autozulieferbranche, jeder dritte bis vierte Arbeitsplatz in der Region ist indirekt von ihr abhängig. „Fehlende Planungssicherheit, Zölle und sinkende Marktanteile stellen erhebliche Herausforderungen für die Branche dar, die hiesigen Betriebe und ihre Mitarbeitenden verfügen aber über signifikantes Know-How, das wir in der Transformation nutzen sollten“, betont Stefan Trebes, Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg.
Beschäftigte aus der Region berichten über ihre Erfahrungen mit Transformation
Nina Bäuml vom Neumarkter Start-up ams reichert GmbH erzählt im Kampagnen-Video von ihrem persönlichen Umgang mit beruflicher Veränderung. Sie erläutert, wie es ist, für das junge Unternehmen zu arbeiten, das in Ursensollen bei Amberg produziert und einen Prozess zur automatisierten Herstellung von Kabelsätzen entwickelt hat: „Transformation bedeutet für mich, immer bereit zu sein, Veränderungen anzugehen“, sagt sie. In der Transformation konnte das Start-up bereits den nächsten Schritt gehen und fusionierte im Oktober 2024 mit dem mittelständischen Anlagenbauer und Ingenieurbüro Werthner GmbH aus Sulzbach-Rosenberg zur ames wiring GmbH. „Unser Know-How ergänzt sich mit dem Zusammenschluss perfekt. Mit dem neuen Team sind wir in der Lage unseren Kunden die komplette Entwicklung und Produktion von Kabelsätzen aus einer Hand anzubieten. Das hat unseren digitalen Produktions-prozess nochmal auf ein neues Level gehoben“, so Nina Bäuml.
„Bestehende Kompetenzen für Neues nutzen – das ist die Grundlage für eine erfolgreiche Transformation. Hier kommt es auf die Unternehmen und vor allem auf ihre Beschäftigten an. Die Kampagne zeigt motivierende Beispiel dafür“, so Sylvia Stieler von der IMU Institut GmbH, die im Projekt transform_EMN die Beschäftigtenperspektive im Fokus hat.
Ein weiteres Video der Kampagne „Gestalte heute, wer du morgen sein willst“ thematisiert, wie Michael Prax beim Maschinenbauunternehmen Baumüller Nürnberg GmbH mit Transformation umzugehen weiß. „Veränderung ist unausweichlich – und ich sehe darin eher eine Chance“, so der Leiter des Industrial Engineering. Er erklärt außerdem, wie er es schafft, Mitarbeitende zu motivieren, veränderte Prozesse mitzutragen. „Mit dieser Erfolgsgeschichte zeigen wir, wie Baumüller durch ständige Innovation seine Wettbewerbsfähigkeit am Standort Nürnberg sichert“, ergänzt Andreas Baumüller, Geschäftsführender Gesellschafter der Baumüller Gruppe.
Bei der Bittner Werkzeugbau GmbH in Dörfles-Esbach bei Coburg erläutert Werkzeugbauleiter Patrick Kahl, was der Wandel für den Familienbetrieb bedeutet: „Transformation ist Teil unserer Firmenhistorie und wird uns auch in Zukunft begleiten. Als Teamleiter halte ich es für wichtig, dabei die Kolleginnen und Kollegen mitzunehmen.“ Wie entscheidend es ist, die Chancen von Veränderung zu nutzen, betont auch Geschäftsführer Dr. Florian Bertges: „Uns flexibel auf Veränderungen einzustellen, ist eine unserer Stärken. Wir werden nur weiter bestehen, wenn wir uns immer wieder neu erfinden“.
Sameh Tayeb, Elektroniker für Betriebstechnik bei der LASCO Umformtechnik GmbH in Coburg, erläutert wiederum, wie sich sein Beruf durch die Digitalisierung verändert. Die richtige Weiterbildung sei dabei entscheidend.
„Der tiefgreifende Strukturwandel bringt Herausforderungen mit sich, die wir nur meistern können, wenn Arbeitgeber, Beschäftigte, Wissenschaft, Politik, Kammern und Gewerkschaften an einem Strang ziehen. Gemeinsames Ziel muss es sein, zukunftsfähige Qualifikation weiter zu etablieren und attraktive Arbeitsplätze in der Region zu sichern“, so Stephan Doll, Fachlicher Sprecher des Forums Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion Nürnberg und Geschäftsführer des DGB Mittelfranken.
Ein sehr anschauliches Beispiel, wie die aktuellen Umbrüche die eigene berufliche Weiterentwicklung vorantreiben können, liefert Lucas Landmann, von der Schlaeger Kunststofftechnik GmbH in Bayreuth. Der 20-Jährige hat in Eigeninitiative eine Weiterbildung zum Berufsspezialisten für industrielle Transformation bei der IHK Bayreuth absolviert und ist nun als Spezialist für Produktionsprozesse und Digitalisierung im Unternehmen tätig.
Auch die IHK zu Coburg bietet mit ihrem Kompetenzzentrum 4.0 Weiterbildungsmaßnahmen für Beschäftigte im Maschinen- und Anlagenbau sowie im Automotive-Bereich an. Dazu gehören Lehrgänge zum Industrieprogrammierer, zum AI Innovation Manager oder im Bereich Additive Fertigung. „In Krisenzeiten bleibt die Weiterbildung in Unternehmen häufig auf der Strecke. Dabei ist sie essenziell, um vorhandenes Wissen im Unternehmen zu bewahren, berufliche Profile in der Transformation zu schärfen und damit Arbeitsplätze zu erhalten. Das ist aus meiner Sicht die beste Methode zur Fachkräftesicherung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit“, so Alexander Arnold-Abrahamyan, Leiter des Kompetenzzentrums 4.0 für Maschinen- Anlagenbau und Automotive.
Mehr auf der Kampagnen-Website
Auf der Kampagnen-Website www.gestalte-deinen-weg.de finden sich Informationen rund um die Transformation der Autozuliefer- und Maschinenbaubranche in der Region und alle Videos der Protagonist:innen. Des Weiteren liegt der Fokus der Kampagne auf kurzen Social-Media-Clips und ‑Bildbeiträgen, mit denen Beschäftigte aus der Branche angesprochen werden sollen. Im Kampagnenverlauf bis Ende September 2025 werden nach und nach weitere „Stories“ von Beschäftigten aus Unternehmen in der Metropolregion Nürnberg hinzukommen. Unternehmen aus der regionalen Autozuliefer- und Maschinenbaubranche, deren Mitarbeiter:innen, über ihre spannende berufliche Transformationserfahrungen vor der Kamera berichten möchten, können noch kostenfrei an der Kampagne teilnehmen.
Autozulieferbranche erreichen will, zielt eine weitere Kampagne der Metropolregion Nürnberg aktuell auf die Ansprache internationaler Fachkräfte aus sämtlichen Berufssparten. Mehr dazu ist hier zu finden.
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„Wer, wenn nicht dieser Tausendsassa“
Arnd Rühlmann ist Künstler der Metropolregion Nürnberg im Juni 2025
Ein unerschöpfliches Repertoire, Leidenschaft für das Theater und ein messerscharfer Blick auf die Welt – Arnd Rühlmann ist eine Ausnahmeerscheinung. Die Metropolregion Nürnberg ehrt den Bamberger Theatermacher mit dem Titel Künstler der Metropolregion im Juni. Eine Auszeichnung, „die kaum verdienter sein könnte“, wie die Kulturreferentin der Stadt Bamberg Ulrike Siebenhaar in ihrer Laudatio betonte.
„Mit einem schier unerschöpflichen Repertoire, einer glühenden Leidenschaft für das Theater und einem messerscharfen Blick auf die Welt um ihn herum ist Arnd Rühlmann eine Ausnahmeerscheinung – nicht nur in Bamberg, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus. Geehrt wird er als Künstler der Metropolregion Nürnberg – eine Auszeichnung, die kaum verdienter sein könnte: Denn wer, wenn nicht dieser Tausendsassa, der das Theater lebt, das Wort liebt und dem Widerspruch ein Bühnenbild gibt?“, so Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar in ihrer Laudatio. Mit dieser Auszeichnung würdigt die Metropolregion herausragende Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das kulturelle Leben der Region verdient gemacht haben.
Arnd Rühlmann gilt als einer der vielseitigsten Theaterschaffenden Frankens. Schon 2020 wurde ihm dafür der Bayerische Kulturpreis verliehen – eine Anerkennung für ein Werk, das stets zwischen Tiefgang und Tusch, Tragik und Travestie, Theater und Tatkraft oszilliert. Er begeistere seit Jahren mit seiner künstlerischen Vielseitigkeit, seinem feinen Gespür für gesellschaftliche Themen und seinem unermüdlichen Engagement für die regionale Kulturszene.
Ob als wortgewandter Bruder Ignazius bei der Bamberger Fastenrede, als schillernde Diva Hanuta Gonzales im nächtlichen Bamberg, als Krimi-Erzähler im eigenen „nana“-Theater oder als präziser Schauspieler am Dehnberger Hoftheater – Rühlmanns Werk sei so facettenreich wie sein künstlerischer Anspruch hoch ist. Auch als Kolumnist der Fränkischen Nacht finde er regelmäßig treffende Worte zum aktuellen Geschehen. 2009 stellte er außerdem, zusammen mit dem E.T.A.-Hoffmann-Theater, den Rekord für die „längste Krimi-Lesung der Welt“ auf. „Arnd Rühlmann ist ein ganz besonderer Künstler – er bewegt, unterhält, provoziert und inspiriert. Seine Kunst vereint Tiefgang mit Leichtigkeit, Haltung mit Humor“, so Siebenhaar.
Mit der Auszeichnung zum Künstler der Metropolregion Nürnberg reiht sich Arnd Rühlmann in eine Reihe namhafter Kulturschaffender ein und erhält damit eine weitere bedeutende Würdigung seines Schaffens. Er erhielt sie feierlich überreicht von Anke Steinert-Neuwirth, Geschäftsführerin des Forums Kultur der Metropolregion und Kulturreferentin der Stadt Erlangen beim Empfang des Forums Kultur im Erlanger Kunstpalais im Palais Stutterheim. Im Jahr des 20-jährigen Jubiläums der Metropolregion feierte dort die Kulturbranche gemeinsam das große künstlerische Potenzial der „Heimat für Kreative“.
In einem spontanen Statement freute sich Arnd Rühlmann zudem besonders, dass er die Auszeichnung im „Pride Month“ Juni erhält. Der „Pride Month“ ist ein jährliches, weltweites Fest, das im Juni stattfindet und die LGBTQ+ Community und ihre Rechte feiert. Er erinnert an die Stonewall-Unruhen in New York City im Jahr 1969, die einen Wendepunkt in der Geschichte der Schwulenrechtsbewegung darstellten. Seit Jahren setzt sich Rühlmann aktiv für die Rechte der queeren Gesellschaft und vor allem queerer Künstler:innen ein.
181 Künstlerinnen und Künstler erhielten in den vergangenen 15 Jahren die Auszeichnung „Künstler:in der Metropolregion“. Die Bandbreite reicht von Fotografie bis Porzellankunst, von Rockmusik bis Komposition, von Performance bis Lyrik, von Tanz bis Kabarett, von bildender Kunst bis Künstlicher Intelligenz in der Musik. Diese Vielfalt ist Ausdruck der kreativen Kraft, die in der Region verankert ist. Aus Bamberg erhielten bereits Nora Gomringer, Uwe Gaasch, Nevfel Cumart, Jonas Ochs, David Saam, Paul Maar, Peter Braun, Rosa Brunner, Franz Tröger, Christiane Toewe, Ringelhoff und Bollermann, Albrecht Mayer, Martin Beyer, Mäc Härder und Tanja Kinkel die Auszeichnung.
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Bildungskonferenz der Metropolregion Nürnberg
Mit Bildung dem Fachkräftemangel begegnen
Zukunftsgerichtet, praxisnah, wirkungsorientiert – so das Fazit der rund 100 Teilnehmer:innen der 4. regionalen Bildungskonferenz der Metropolregion Nürnberg mit Blick auf die Gestaltung von Bildungsangeboten für die Fachkräftesicherung.
Wie kann angesichts demographischer Entwicklungen und der Transformation der Wirtschaft Fachkräftesicherung über Bildung erreicht werden? Dazu trafen sich knapp hundert Bildungsverantwortliche aus Wirtschaft, Wissenschaft, dem Regionalmanagement und der Wirtschaftsförderung, zusammen mit Bildungsmanager:innen aus 26 nordbayerischen Kommunen, an der 4. regionalen Bildungskonferenz im Siemens-Auditorium in Erlangen. Die Veranstaltung wurde von der Regionalen Entwicklungsagentur kommunales Bildungsmanagement (REAB) Bayern organisiert und von der Siemens AG in Erlangen unterstützt.
Die These für den Tag: Kommunen, die strategisch in die Gewinnung und Bindung von qualifizierten Arbeitskräften investieren, schaffen ein Umfeld, in dem Unternehmen wachsen und Bürger:innen ihre Potenziale voll entfalten können. „Bildung ist der Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Dafür brauchen wir passgenaue Aus- und Weiterbildungsangebote – und die gelingen nur im Schulterschluss aller relevanten Akteure: Unternehmen, Kammern, Sozialpartner, Bildungsanbieter und Wirtschaftsförderung. Kommunales Bildungsmanagement sollte diese Netzwerke steuern und dafür sorgen, dass alle an einem Strang ziehen“, betonte Landrat Ben Schwarz aus Roth.
Damit war die Richtung klar gesetzt. Investitionen in Aus- und Weiterbildung sind nötig. Dies machte auch Alexander Bach, Head of Trainingscenter Erlangen, in seinem Beitrag deutlich: „In der volatilen Arbeitswelt von heute ist eine solide Ausbildung nur die Eintrittskarte in das Berufsleben. Der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg ist lebenslanges Lernen.“ Und auch die HR-Abteilungen müssen sich anpassen. „Das Konzept der ‚lernenden Organisation‘ mit seinem Fokus auf Systemdenken und situativem Handeln hilft uns dabei, die raschen technologischen und organisatorischen Veränderungen erfolgreich zu meistern“, sagt Dr. Timo Holm, Head of Learning Organization der Factory Automation bei Siemens Digital Industries.
Im Mittelpunkt der weiteren Diskussionen stand die Frage, wie kommunale und regionale Bildungsnetzwerke agieren müssen, um passgenaue Bildungsangebote zu schaffen, die den aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht werden. Eine moderierende kommunale Steuerung bietet hierfür eine solide Ausgangsbasis, um moderne Bildungslandschaften zu gestalten und den Ausbau qualitätsvoller Bildungsangebote für alle Bürger:innen zu sichern.
Einblick in die ganze Bandbreite der kommunalen Fachkräftesicherung
Torsten Brandes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nürnberg, betonte in seinem Impulsvortrag: „Die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen und die damit einhergehende Arbeitslosigkeit verstellen den Blick auf unser eigentliches Problem, die Demographie. Hier kommen auf uns als Arbeitgeber und unsere Gesellschaft gewaltige Herausforderungen zu, unter anderem ein eklatanter Arbeits- und Fachkräftemangel. Um dem zu begegnen sind wir darauf angewiesen, die verfügbaren Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Ein zentraler Hebel dabei ist die berufliche Aus- und Weiterbildung.“
Sieben Impuls-Inseln boten Einblicke in praxisorientierte Lösungen für das Übergangsmanagement Schule/Beruf, einer KI-gestützten Berufsorientierung, Herausforderungen in der Care-Arbeit, der Integration ausländischer Fachkräfte, den Potenzialen von Nachhaltigkeitsstrategien, der MINT-Förderung und der beruflichen Weiterbildung.
Zielrichtung: Kommunen tauschen sich zur strategischen Fachkräftesicherung aus
In drei weiteren Foren wurden zentrale Fragen zur strategischen, Fachkräftesicherung durch Bildung vertieft und was ein kommunales Bildungsmanagement dazu beitragen kann. Wichtige Erkenntnisse: Es brauche eine Ausrichtung der Bildungsangebote auf künftige Entwicklungen, um die Transformation der Arbeitswelt bestmöglich zu flankieren. Zweitens erfordere die Fachkräftesicherung bedarfsgerechte Angebote, die auf die spezifischen Bedürfnissen unterschiedlicher Zielgruppen wie Schüler:innen, Fachkräfte im Umbruch sowie Migrant:innen eingehen. Und – drittens – sei es entscheidend, alle lokalen Ressourcen zu bündeln, in dem die Kompetenzen aller Bildungsanbieter strategisch ausgerichtet und die Wirkung der Angebote kontinuierlich überprüft werden.
Ein Beispiel für einen erfolgsversprechenden, strategischen Ansatz ist die Zukunftsinitiative Altmühlfranken aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Dort wurden für vier Branchen (Kunststoff, Steine, erneuerbare Energien und Sozialwirtschaft) strategische Fachkräfte-Konzepte entwickelt, die auch den Bildungsbereich einschließen.
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Eine Region wächst zusammen
20 Jahre Metropolregion Nürnberg
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur– die Metropolregion Nürnberg ist in 20 Jahren zusammengewachsen. Gemeinsam feierten Beteiligte und Engagierte in der IHK Nürnberg die Erfolge und rüsten sich für die nächsten Herausforderungen.
3,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger leben heute in einer der wirtschaftsstärksten Regionen in Deutschland und Europa; die Innovationskraft katapultiert die Region in die Spitzengruppe der EU Regional Innovation Valleys. Seit ihrer Gründung vor 20 Jahren hat sich die Metropolregion Nürnberg zu einem Vorbild für erfolgreiche regionale Zusammenarbeit entwickelt. 23 Landkreise und 11 kreisfreie Städte sind zusammengewachsen und bilden heute ein starkes Netzwerk, das gezielt regionale Zusammenarbeit fördert. Die Idee lebt von der Motivation hunderter engagierter Akteure, die sich nebenamtlich und freiwillig für gemeinsame Projekte einsetzen.
Innenminister Joachim Herrmann betonte per Videobotschaft die Stärken der Region: „Die Metropolregion ist ein Motor der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung und steht für die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Bayerns. Sie hat frühzeitig erkannt sich im internationalen Kontext aufzustellen und gehört zu den innovationsstärksten Regionen Europas.“ Er bekräftigte auch seine Unterstützung bei der Finanzierung der geplanten Zukunftsagentur für die Metropolregion.
Innovationskraft und hohe Lebensqualität machen die Region attraktiv für Fachkräfte
Im Rückblick wurden die TOP 10-Erfolge der Metropolregion beleuchtet, die bei näherer Betrachtung alle mit der wachsenden Innovationskraft und der hohen Lebensqualität der Region zu tun haben. Grundlage ist das Zusammenwachsen der Region, das in zunehmenden Pendlerverflechtungen zum Ausdruck kommt. Neben den Berufsverkehren haben auch die Freizeitverkehre zugenommen. Dabei erweisen sich die Spezialitätenlandkarte, der digitale Heimatlotse der Metropolregion und die über 300 Freizeittipps des VGN als Renner. Eng damit verbunden ist ein großes politisches Projekt, die Vergrößerung des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) auf das Gebiet der Metropolregion; seit 2024 ist das Gebiet fast deckungsgleich. Der VGN ist damit in Deutschland der zweitgrößte Verbund. Die Bürger:innen können von Hof bis Weißenburg und von Kitzingen bis Amberg mit einem Ticket unterwegs sein. Ein besonderer Treiber für das Zusammenwachsen und die Kooperationsbereitschaft ist der Klimapakt: Stadt und Land können die Energiewende gemeinsam besser bewältigen. In der Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement werden kommunale und regionale Bildungslandschaften optimiert. Hochschulen vernetzen sich beim jährlichen Wissenschaftstag und fördern den Wissenstransfer in der Region.
Politik und mit Wirtschaft packen gemeinsam an
Peter Reiß, Ratsvorsitzender der Metropolregion und Oberbürgermeister der Stadt Schwabach verrät das Erfolgsrezept dieser Region: „Zusammen sind wir stärker als allein! Gemeinsam Dinge voranbringen, die alleine nur sehr viel schwerer zu bewältigen sind, das ist die Grundidee der Metropolregion. Dazu gehören zum Beispiel die Energiewende mit dem Klimapakt, Cluster wie das Medical Valley, oder die Unterstützung der Automotive-Industrie mit dem Projekt transform_EMN. Alle Beteiligten können stolz sein auf das Erreichte, wie wir es gemeinsam geschafft haben zu einer Vorzeigeregion zu werden. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Metropolregion Nürnberg als Innovationsmotor bewiesen. Unser Erfolg basiert auf Zusammenarbeit in Politik und mit Wirtschaft sowie dem Willen, auch Herausforderungen anzupacken und die Chancen darin zu sehen.“
Siemens-CFO Ralph Thomas betonte die Bedeutung von Innovationen und Kooperation in der Region für das Unternehmen mit knapp 40.000 Mitarbeitern: „Die Region hat viel erreicht und ist stark gewachsen, auch im Hinblick auf Innovationen. Wir bei Siemens wissen: Innovation braucht Anpassungsfähigkeit, Kooperation, Schnelligkeit und den Mut, sich immer wieder neu zu erfinden. Lassen Sie uns auch in Zukunft gemeinsam daran arbeiten, die Region noch stärker zu machen!“
Gemeinsames Leitbild als Kompass für gemeinsame Aktivitäten
Schon 2010 entstand – unter Federführung der IHK Nürnberg für Mittelfranken – ein gemeinsames Leitbild für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung (WaBe). Dort sind die wirtschaftlich-technologischen Cluster festgelegt, die ein hohes Wachstum bei Beschäftigung und Wertschöpfung versprechen. Dazu gehören u.a. Energie und Umwelt, Verkehr und Logistik, Information und Kommunikation, Automotive sowie das internationale Spitzencluster Medical Valley Metropolregion Nürnberg mit spezialisierten Centern in Forchheim, Bamberg und Weiden. Das Leitbild ist der Kompass, wenn es darum geht Fördermittel, Investitionen und Forschungseinrichtungen in die Region zu ziehen. „Wir wollen gemeinsam prosperierende Wirtschaft, gute Arbeitsplätze und damit die hohe Lebensqualität in der Region sichern. Das Leitbild für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung beschreibt die Rahmenbedingungen für diese Vision und legt die Handlungsfelder für die gemeinsamen Aktivitäten fest. Wo wollen wir ansetzen? Was sind unsere Stärken? Welche wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Entwicklungen können uns in der Metropolregion dabei besonders nach vorne bringen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch die Fortschreibung des Leitbildes. Deshalb finanzieren wir als IHK Nürnberg für Mittelfranken gerne diesen breit aufgestellten Prozess, um die Region nach vorne zu bringen“, sagt Markus Lötzsch, stv. Wirtschaftsvorsitzender und Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken.
Zukunftsagentur als Antwort auf den Wandel
Aktuell ist die Automotive-Branche mit rund 100.000 Arbeitsplätzen in der Region in der Transformation. Um den Wandel weiterhin zu begleiten und die 500 kleineren und mittleren Zuliefererbetriebe zu unterstützen, will die Metropolregion die Zukunftsagentur als Weiterentwicklung des Projekts transform_EMN ins Leben rufen. Diese Agentur soll Unternehmen gezielt bei Diversifizierung und Technologietransfer begleiten und Impulse geben und dadurch Innovationsprozesse beschleunigen.
Mit rund 200 Gästen feierte die Metropolregion in der IHK Nürnberg für Mittelfranken ihr 20-jähriges Jubiläum. In Chancengesprächen – moderiert von Katrin Müller-Hohenstein – ging es um die technologischen Kompetenzen, die Attraktivität und die Innovationskraft der Region. „Wir wollen die bevorzugte Heimat für talentierte und engagierte Menschen aus aller Welt sein. Gemeinsam schaffen wir die Heimat für Kreative. Mit dieser Mission sind wir 2005 gestartet. Schon allein die Anerkennung als Metropolregion war ein kraftvolles Statement zu den Stärken und Entwicklungspotenzialen unserer nordbayerischen Region. Es entwickelt sich eine neue Aufbruchsstimmung. Die Wirtschaftsleistung der rund 2 Millionen Beschäftigten in der Metropolregion ist in den letzten zwanzig Jahren stetig gewachsen, auf aktuell 167 Milliarden Euro. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Fachkräftesicherung. Dazu müssen wir weiterhin auf die Stärken unserer Region aufmerksam machen und den Zuzug durch Willkommenskultur erleichtern“, sagt Prof. Klaus L. Wübbenhorst, Wirtschaftsvorsitzender der Metropolregion.
Für Ihr großes Engagement wurden der ehemalige Fürther Landrat Matthias Dießl und Messe-CEO Peter Ottmann mit Metropolregions-Awards ausgezeichnet. Dießl war bis Ende 2023 Politischer Sprecher des Forums Heimat & Freizeit der Metropolregion, Ottmann war bis Frühjahr 2024 Fachlicher Sprecher des Forums Marketing.
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Fasten auf die andere Art
CO2-Challenge im Landkreis Bamberg startet am Aschermittwoch
Vom 5. bis 18. März lädt der Landkreis Bamberg zur jährlichen CO2-Challenge ein – eine Mitmachaktion der Metropolregion Nürnberg, die mit dem Bayerischen Klimaschutzpreis 2024 ausgezeichnet wurde.
Ab Aschermittwoch beteiligt sich auch der Landkreis Bamberg an der CO2-Challenge in der Metropolregion Nürnberg. Ziel der Challenge ist es, den CO2-Ausstoß durch einfache, aber wirkungsvolle Veränderungen im Alltag zu reduzieren. Ab Aschermittwoch wird auf der Website der CO2-Challenge sowie über die Social-Media-Kanäle des Landkreis und der EMN täglich eine neue Aufgabe veröffentlicht, die humorvoll und leicht in den Alltag integriert werden kann.
Teilnehmende können ihre CO2-Einsparungen in einer Web-App berechnen und Nachhaltigkeitspunkte sammeln. Familien, Freundesgruppen oder auch Einzelpersonen können sich dadurch messen und ihre Erfolge vergleichen. Die CO2-Challenge richtet sich an alle, die aktiv etwas für den Klimaschutz tun wollen – ob beim Einkaufen, Heizen oder im Freizeitverhalten.
Für die Teilnahme an der Challenge gibt es attraktive Preise zu gewinnen. Wer am Gewinnspiel teilnehmen möchte, sollte die Social-Media-Kanäle der Metropolregion aktiv nutzen und die Challenge verbreiten.
Auch dieses Jahr gibt es wieder die CO2-Schulchallenge: Hier können Schulklassen und Jugendgruppen teilnehmen und Klimaschutz spielerisch in den Unterricht einbinden. Zwei Materialsets (Lapbook für Grundschulen und PowerPoint-Portfolio für weiterführende Schulen) bieten den Schulen einfache und kreative Möglichkeiten, das Thema zu bearbeiten. Mitmachen können die Schulen grundsätzlich ganzjährig, je nachdem wie es sich am besten in den Unterrichtsalltag integrieren lässt – um jedoch am Gewinnspiel teilzunehmen, sollten die erarbeiteten Ergebnisse bis zum 11. April 2025 elektronisch oder per Post eingereicht werden.
Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zur CO2-Challenge sowie zur Schulchallenge sind hier zu finden.
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Projekt stärkt heimische Erzeuger
Mehr regionales Essen in Kitas und kommunalen Kantinen in der Metropolregion
Mit der Übergabe eines Förderbescheids durch die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber startet das innovative Projekt „Entwicklungsagentur für regionale und bio-regionale Beschaffung in der Metropolregion Nürnberg“. Ziel ist es, den Anteil von regionalen Produkten in den Kantinen der Kommunen und Unternehmen zu steigern sowie Angebot und Nachfrage entsprechender Produkte zu stärken.
Die Metropolregion möchte mit dem Projekt ein Zeichen für nachhaltige und regionale Lebensmittel setzen.
Die regionale und bio-regionale Beschaffung bietet Vorteile für Kommunen, Unternehmen und Verbraucher in der Region: Sie unterstützt regionale Landwirte und Produzenten, reduziert Transportwege und damit CO2-Emissionen. Zudem sorgt sie für mehr Transparenz in der Lebensmittelversorgung und verbessert die Qualität in den Kantinen durch frische, saisonale Produkte. Darüber hinaus stärkt sie die regionale Wirtschaft durch die Förderung und Vernetzung lokaler Anbieter und schafft Arbeitsplätze in der nachhaltigen Landwirtschaft und Verarbeitung.
Staatsministerin Michaela Kaniber übergab den Förderbescheid in Höhe von rund 546.000 Euro auf der Messe BioFach in Nürnberg. „Die Metropolregion Nürnberg ist für uns ein wichtiger Partner, um kommunale Beschlüsse für mehr regionale Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung voranzubringen“, sagte Ministerin Kaniber bei der Übergabe.
„Wir haben in der Metropolregion eine unglaublich vielfältige Ernährungswirtschaft. Diese wollen wir für die Zukunft erhalten und die Menschen mit gesunden, regionalen und bio-regionalen Lebensmitteln versorgen“, ergänzt Johann Kalb, Landrat des Landkreises Bamberg und stellvertretender Ratsvorsitzender der Metropolregion als politischer Sprecher für das Vorhaben.
Geplante Maßnahmen
Das Projekt setzt auf vier zentrale Maßnahmen:
- Durch den Aufbau eines Monitorings- und Controllingsystems soll die regionale und bio-regionale Beschaffung in Kommunen, kommunalen Einrichtungen und Unternehmen messbar werden.
- Mit einem gemeinsamen Pakt bekunden die Kommunen aus der Metropolregion ihren Willen, in diesem Bereich aktiv zu werden.
- In Marktdialogen mit Anbietern und der Nachfrager-Seite geht es darum herauszufinden, welche regionalen Produkte in welcher Menge und Qualität benötigt werden und welche einzelnen Anbieter oder Zusammenschlüsse von Erzeugern diese liefern können.
- Informationen werden gebündelt und zielgruppenspezifisch aufbereitet. Dabei werden Erfahrungswerte aus der Entwicklungsagentur Faire Metropolregion genutzt, die Beratung und Vernetzung für Fairtrade-Produkte umgesetzt hat.
Vorhandene Strukturen in der Metropolregion nutzen
Das Projekt baut auf Erfolgen bestehender Initiativen auf. Die Entwicklungsagentur Faire Metropolregion hat bereits nachhaltige Beschaffungsmodelle etabliert, während „Original Regional“ seit Jahren erfolgreich regionale Produkte bewirbt und vertreibt. Diese positiven Erfahrungen und Strukturen fließen in das neue Projekt ein, um den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Lebensmittelversorgung weiter voranzutreiben. Dass die Metropolregion einen besonderen Schatz an regionalen Produkten und regionaler Wertschätzung zu bieten hat, zeigt sich auch an der geplanten Bewerbung als Welt-Agrarkulturerbe bei der Welternährungsorganisation.
Beim Thema regionale Ernährung sind viele Akteure und Institutionen engagiert: Einrichtungen des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) – darunter Heimatagenturen, das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn), acht Öko-Modellregionen und die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die Entwicklungsagentur für regionale und bio-regionale Beschaffung will diese Kompetenzen für die Kommunen zugänglich machen.
„Mit der ‚Heimat für Regionalprodukte‘ hat der Rat einen Aktionsplan verabschiedet, der zehn strategische Projekte für eine zukunftsfähige Land- und Ernährungswirtschaft in der Metropolregion enthält. Die Entwicklungsagentur für regionale und bio-regionale Beschaffung ist hierbei von besonderer Relevanz“, sagt Peter Reiß, Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg und Oberbürgermeister der Stadt Schwabach.
Das Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus fördert die Entwicklungsagentur in den Jahren 2025 und 2026 mit insgesamt rund 546.000 Euro.
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Funk- und Ortungstechnologie zum Staunen
Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K. des Fraunhofer IIS
Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS bietet an seinem Standort im Nürnberger Nordostpark mit dem Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K. eine einzigartige Plattform für die Entwicklung und Erprobung zukunftsweisender Technologien. So stärkt das Fraunhofer IIS die Metropolregion Nürnberg als Zentrum für technologische Innovation.
Rund 140 Wissenschaftler:innen und 80 Studierende entwickeln und testen im L.I.N.K. technologische Innovation aus Lokalisierung und Vernetzung, unter anderem für den Einsatz in Industrie 4.0 und dem Internet of Things (IoT).
„Das ist eine riesige Halle. Hier passen ganze LKWs rein“, erzählt Dr. Axel Plinge, Gruppenleiter am Fraunhofer IIS, begeistert. Die 1.400 m² große Test- und Anwendungsfläche für Lokalisierung, Identifikation, Navigation und Kommunikation (L.I.N.K.) im Nürnberger Nordostpark bietet optimale Bedingungen für die Entwicklung und das Testen von Funk- und Ortungstechnologien. „Die gesamte Halle ist ausgestattet mit modernster Technik, die zahlreiche Testszenarien ermöglicht“, so Plinge weiter. Seit 2013 werden hier innovative Lösungen in Bereichen wie Industrie 4.0, IoT und Reinforcement Learning entwickelt und erprobt – ein wichtiger Beitrag zur Technologieführerschaft der Metropolregion Nürnberg, die sich als Innovationshotspot für Forschung und Entwicklung etabliert hat.
Ein Zentrum für Innovation und Zusammenarbeit
In der L.I.N.K.-Halle sind die Möglichkeiten zur Durchführung von wissenschaftlich fundierten und in der Praxis relevanten Technologietests direkt in entsprechenden Anwendungen nahezu unbegrenzt. Ob die Kalibrierung von Abstandmessungen für die Corona-Warn-App oder das Testen von virtuellen Simulationen für den ICE-Verkehr – die Halle bietet die nötige Flexibilität, um reale Szenarien nachzustellen. „Das ist das Faszinierende: Hier kann man nicht nur forschen, sondern auch direkt erleben, wie sich Technologien in der Praxis verhalten“, betont Plinge. Diese Vielfalt an Entwicklungsmöglichkeiten und die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftler:innen und Studierenden tragen maßgeblich zur Innovationskraft des Fraunhofer IIS bei.
Der Standort im Nürnberger Nordostpark bietet nicht nur eine beeindruckende Testumgebung, sondern auch moderne Arbeitsräume und Co-Working-Bereiche. Rund 140 Wissenschaftler:innen und 80 Studierende arbeiten interdisziplinär an zukunftsweisenden Projekten. Die Kombination aus innovativen Arbeitsplätzen und einer einzigartigen Forschungsinfrastruktur fördert den Austausch von Ideen und Wissen. „Die Arbeit in solch einem kreativen Umfeld ist inspirierend“, erklärt Plinge. „Hier begegnet man täglich brillanten Köpfen und hat immer neue Impulse für die Forschung.“ Die Metropolregion Nürnberg bietet dabei nicht nur die perfekte Infrastruktur für solche High-Tech-Projekte, sondern auch ein Netzwerk aus Unternehmen und Institutionen, das diesen Wissensaustausch und die Zusammenarbeit fördert.
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Innovationshub für Polymere Werkstoffentwicklung
Bayreuther Forscher entwickeln Kunststoff der Zukunft
Sie entwickeln neuartige Kunststoffe, welche zum Beispiel in Wasserstofftanks für die Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen: Eine Gruppe von Wissenschaftler:innen aus der Metropolregion Nürnberg erforscht moderne Materialien im INNOHub für Polymere Werkstoffentwicklung in Bayreuth. Hier bündeln der Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe der Universität Bayreuth und die Neue Materialien Bayreuth GmbH (NMB) ihr Expertenwissen.
Die Metropolregion Nürnberg ist bekannt für innovative Technologien und eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der INNOHub für Polymere Werkstoffentwicklung in Bayreuth. An dem innovativen Ort arbeiten der Lehrstuhl für Polymere Werkstoffe und das Forschungsinstitut NMB eng zusammen und bilden eine wichtige Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie. So gelangen neue Werkstoffe schnell in die industrielle Produktion und die Wettbewerbsfähigkeit der nordbayerischen Region wird weiter gestärkt.
Produkte für die Luft- und Raumfahrt
Im Mittelpunkt der Bayreuther Forscher stehen Polymere Werkstoffe – Materialien, die aus langen Ketten von Molekülen, sogenannten Polymeren, bestehen. Hierzu zählen zum Beispiel Thermoplaste, Duromere und Verbundwerkstoffe, die aufgrund ihrer Flexibilität, Leichtigkeit und Vielseitigkeit in Branchen wie Automobilbau, Elektronik und Luftfahrt zum Einsatz kommen. Zu den aktuellen Projekten zählen unter anderem die Entwicklung von Hochleistungskunststoffen, nachhaltigen Polymersystemen bis hin zu Wasserstofftanks für die Luft- und Raumfahrt.
Der Leiter des Lehrstuhls und Geschäftsführer der NMB, Prof. Holger Ruckdäschel, betont: „Nur durch die enge Verzahnung von Industrie und Wissenschaft können wir nachhaltige Innovationen schaffen, die den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden.“ Mit seiner langjährigen Erfahrung in der Industrie bringt er seine Praxiskenntnisse in die Forschung ein.
Dank modernster Infrastruktur, interdisziplinärer Teams und einer starken Anbindung an die Industrie bietet der Innovationshub in Bayreuth einen einzigartigen Raum für die Entwicklung zukunftsfähiger Werkstofflösungen und trägt entscheidend zur wirtschaftlichen und technologischen Weiterentwicklung der Region bei.
Work. Grow. Innovate. – in den INNOHubs der Metropolregion Nürnberg
Der INNOHub für Polymere Werkstoffe ist einer von vielen innovativen Arbeitsorten in der Metropolregion Nürnberg. In Laboren, Denkfabriken, Werkstätten und vielen weiteren Orten über die gesamte Metropolregion hinweg, kommen Wissenschaftler:innen, Forschende, Studierende und Auszubildende zusammen und arbeiten an den Technologien von morgen. Die Content-Serie #INNOHubs bietet hier einen Blick hinter die Kulissen.
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Führungswechsel
Metropolregion Nürnberg: Peter Reiß löst Johann Kalb als Ratsvorsitzender ab
Schwabachs Oberbürgermeister Peter Reiß wurde zum neuen Ratsvorsitzenden der Metropolregion Nürnberg gewählt. Damit löst er den bisherigen Vorsitzenden, Bambergs Landrat Johann Kalb, ab.
Am 1. Dezember hielt die Metropolregion Nürnberg im oberpfälzischen Sengenthal ihre 43. Ratssitzung ab. Unter anderem wählte der Zusammenschluss aus BürgermeisterInnen und LandrätInnen einen neuen Ratsvorsitzenden. Einstimmig fiel dabei, so das Bamberger Landratsamt in einer Mitteilung, die Wahl auf Peter Reiß. Der Oberbürgermeister Schwabachs (südlich von Nürnberg gelegen) folgt nun turnusgemäß auf Johann Kalb, Landrat des Landkreises Bamberg. Kalb hatte das Amt des Ratsvorsitzenden seit 2020 inne. Der Ratsvorsitzende verantwortet die politische Steuerung der Metropolregion und vertritt die Region in seiner dreijährigen Amtszeit nach außen.
„Ich bedanke mich herzlich für das Vertrauen, von Schwabach aus die Entwicklung der Metropolregion repräsentieren zu dürfen“, sagte der neu ernannte Ratsvorsitzende Peter Reiß nach seiner Wahl. „Während meiner Amtszeit möchte ich die bislang hervorragende Arbeit zur Prägung der Identität der Metropolregion fortführen – als Region der wirtschaftlichen Attraktivität, in einem lebenswerten Umfeld, in dem Nachhaltigkeit und Regionalität großgeschrieben werden.“
Johann Kalb bedankte sich seinerseits für die Zusammenarbeit. Er bleibt weiterhin als Stellvertreter im Ratsvorsitz aktiv. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, und Thomas Thumann, Oberbürgermeister der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz, scheiden aus dem Ratsvorsitz aus.
Auch im Steuerungskreis der Metropolregion Nürnberg, also auf Arbeitsebene der Fachforen, wurden neue Leitungspositionen besetzt. Landrat Ben Schwarz (Landkreis Roth) wurde als politischer Sprecher des Forums Heimat und Freizeit berufen. Andrea Heilmaier, Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, wird Geschäftsführerin des Forums Wirtschaft und Infrastruktur. Und Jürgen Gietl, Managing Partner bei einer Beratungsfirma, neuer Fachlicher Sprecher des Forums Marketing.