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Metropolregion Nürnberg

Ein­rich­tung einer Zukunftsagentur

Metro­pol­re­gi­on stärkt die regio­na­le Automobilbranche

Die Auto­mo­bil­bran­che in der Metro­pol­re­gi­on, an der über 100.000 Arbeits­plät­ze hän­gen, steht unter Druck: Sie steckt mit­ten im Wan­del – weg vom Ver­bren­ner, hin zur E‑Mobilität. Damit droht der mas­sen­haf­te Abbau gut bezahl­ter Jobs. Um gegen­zu­steu­ern, hat die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg jüngst eine Zukunfts­agen­tur beschlos­sen, die die Zulie­fe­rer unter­stüt­zen soll.

Pas­send zum Beschluss aktua­li­sier­te die Metro­pol­re­gi­on bei ihrer Sit­zung in Amberg ihren wirt­schaft­lich-tech­no­lo­gi­schen Kom­pass: Die Rats­mit­glie­der der Metro­pol­re­gi­on stimm­ten dem neu­en Leit­bild für nach­hal­ti­ges Wachs­tum und Beschäf­ti­gung zu.

Der Abbau von gut bezahl­ten Arbeits­plät­zen in der Auto­mo­bil­bran­che in der Regi­on schrei­tet vor­an. Schon jetzt müs­sen vie­le Beschäf­tig­te um ihren Job ban­gen. Dabei steht Exper­ten zufol­ge die gro­ße Wel­le an Ent­las­sun­gen erst noch bevor. In Fol­ge des Stel­len­ab­baus dürf­te auch die Kauf­kraft sin­ken, was sich wie­der­um auf den Ein­zel­han­del auswirkt.

Der Rat der Metro­pol­re­gi­on sprach sich daher bei sei­ner Som­mer-Sit­zung dafür aus, wei­ter­hin die regio­na­le Auto­mo­ti­ve-Bran­che zu unter­stüt­zen und ihren Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess zu beglei­ten. Kon­kret ver­ab­schie­de­ten die Rats­mit­glie­der das Ziel­bild „Zukunft transform_​EMN 2035“, das die IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken in Abstim­mung mit den Gewerk­schaf­ten feder­füh­rend ent­wi­ckelt hat. Es ent­hält Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für eine zukunfts­fä­hi­ge Zuliefer-Industrie.

Ober­bür­ger­meis­ter und Land­rä­te unter­stri­chen zudem, dass zur Siche­rung einer guten wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung die Ein­rich­tung einer Zukunfts­agen­tur für klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men not­wen­dig sei. Sie soll die Unter­neh­men bei der Ent­wick­lung neu­er Geschäfts­ideen unter­stüt­zen. Vor allem will sie Tech­no­lo­gie-Koope­ra­tio­nen ansto­ßen und Inno­va­tio­nen in Zukunfts­fel­dern wie Medi­zin- und Ener­gie­tech­nik, Robo­tik, Ver­tei­di­gung und Neue Mate­ria­li­en ermög­li­chen. Schon seit 2023 unter­stüt­zen Wirt­schafts­för­de­rer und Kam­mern gemein­sam im Pro­jekt transform_​EMN erfolg­reich die Bran­che. Die Finan­zie­rung der Zukunfts­agen­tur ist bis 2026 gesi­chert, der Rat wird sich für eine Fort­füh­rung beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie einsetzen.


Ant­wor­ten auf digi­ta­len und öko­lo­gi­schen Wan­del sind gefragt

Die hie­si­gen Unter­neh­men kön­nen dabei vom guten Bran­chen-Mix in der Regi­on, der Koope­ra­ti­on mit Wirt­schafts­för­de­run­gen, Kam­mern und Gewerk­schaf­ten sowie der hohen Tech­no­lo­gie-Kom­pe­tenz von Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen pro­fi­tie­ren. Die Zukunfts­agen­tur löst das erfolg­rei­che Pro­jekt transform_​EMN ab und soll 2026 starten.

Eng mit der Zukunfts­agen­tur ver­knüpft ist das neue Leit­bild für nach­hal­ti­ges Wachs­tum und Beschäf­ti­gung (WaBe), das der Rat eben­so beschloss. Bereits seit 2010 gibt der Kom­pass die die Leit­li­ni­en für die wirt­schaft­li­che, tech­no­lo­gi­sche und wis­sen­schaft­li­che Ori­en­tie­rung der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg vor. Das Leit­bild ist wich­tig, wenn es dar­um geht För­der­mit­tel, Inves­ti­tio­nen und For­schungs­ein­rich­tun­gen in die Regi­on zu zie­hen. Ziel ist es, gemein­sam Wirt­schafts­wachs­tum zu gene­rie­ren und hoch­wer­ti­ge Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg zu erhal­ten und schaffen.

Um die­ses zu errei­chen, müs­sen Ant­wor­ten auf die digi­ta­le und öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on gefun­den wer­den. „Die IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken bringt seit 2010 die rele­van­ten Akteu­re zusam­men und treibt die Wei­ter­ent­wick­lung des Leit­bilds kon­ti­nu­ier­lich vor­an. Wir wol­len damit Markt­po­ten­zia­le für die regio­na­le Wirt­schaft erschlie­ßen und zukunfts­fä­hi­ge Beschäf­ti­gung schaf­fen. Die aktu­el­le Über­ar­bei­tung des Leit­bil­des stärkt die Zusam­men­ar­beit der regio­na­len Clus­ter und för­dert gezielt die digi­ta­le und öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­ti­on“, beton­te Mar­kus Lötzsch, stell­ver­tre­ten­der Wirt­schafts­vor­sit­zen­der und Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Nürn­berg für Mittelfranken.


Nächs­tes Kapi­tel in der Erfolgs­ge­schich­te der Metropolregion

Außer­dem wur­de ein Wech­sel ver­kün­det: Mit Blick nach vor­ne wur­de Dr. Tho­mas Koch (48) vor­ge­stellt, der die Nach­fol­ge der Geschäfts­füh­re­rin Dr. Chris­ta Stan­de­cker zum 1. März 2026 antre­ten wird. Er wech­selt bereits am 1. Novem­ber 2025 zur Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg. Koch kommt von der Nürn­berg­Mes­se, bei der er elf Jah­re tätig war und die zu den 15 größ­ten Mes­se­ge­sell­schaf­ten welt­weit zählt.

„Wir freu­en uns, dass wir mit Dr. Tho­mas Koch eine Füh­rungs­per­sön­lich­keit mit gro­ßer Erfah­rung für die ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be gewon­nen haben. Gemein­sam mit allen Betei­lig­ten wird er die Erfolgs­ge­schich­te der Metro­pol­re­gi­on fort­schrei­ben und neue Impul­se für die Zukunft set­zen“, sagt Peter Reiß, Rats­vor­sit­zen­der der Metro­pol­re­gi­on und Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schwabach.

„Wir sind über­zeugt, dass Dr. Tho­mas Koch genau die rich­ti­ge Wahl für die Nach­fol­ge von Dr. Chris­ta Stan­de­cker und für die Gestal­tung der wei­te­ren Ent­wick­lung ist. Er kennt die Regi­on, ver­fügt über fun­dier­te Kennt­nis­se in der Pri­vat­wirt­schaft und hat eine inter­na­tio­na­le Per­spek­ti­ve“, sagt Prof. Klaus Wüb­ben­horst, Wirt­schafts­vor­sit­zen­der der Metropolregion.

Dr. Tho­mas Koch gehört aktu­ell noch dem Exe­cu­ti­ve Board der Nürn­berg­Mes­se an, wo er die The­men Inter­na­tio­nal Busi­ness, Human Resour­ces, Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on und ‑mar­ke­ting sowie Recht & Ver­si­che­run­gen ver­ant­wor­tet. Er stu­dier­te und pro­mo­vier­te an der Wirt­schafts- und Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg und war anschlie­ßend sie­ben Jah­re bei der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer in Nie­der­bay­ern tätig. „Sich für mei­ne Hei­mat künf­tig in dem star­ken Netz­werk der Euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg ein­zu­set­zen, ist eine sehr reiz­vol­le Auf­ga­be. Ich freue mich auf die enge Zusam­men­ar­beit mit Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Kom­mu­nen. Denn die Erfolgs­ge­schich­te der Metro­pol­re­gi­on gemein­sam mit dem gesam­ten Team und allen Gre­mi­en fort­zu­schrei­ben, ist mir ein ech­tes Her­zens­an­lie­gen!“, beton­te Dr. Koch.

Dr. Chris­ta Stan­de­cker gra­tu­lier­te ihrem Nach­fol­ger und unter­strich als lang­jäh­ri­ge Geschäfts­füh­re­rin, wie vie­le Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten die Arbeit für die Metro­pol­re­gi­on in sich birgt. „Dr. Kochs Kom­pe­tenz in Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mar­ke­ting ist sehr wich­tig für unse­re Kern­auf­ga­be, die Stär­kung der Anzie­hungs­kraft der Metro­pol­re­gi­on für inter(nationale) Fach­kräf­te. Außer­dem kann die Regi­on von der inter­na­tio­na­len Erfah­rung und den Netz­wer­ken Dr. Kochs pro­fi­tie­ren. Das ist wich­tig bei der Umset­zung der kürz­lich erfolg­ten Aus­zeich­nung der Metro­pol­re­gi­on als „EU Inno­va­ti­on Val­ley“. Die Bewer­bung um den Titel des Welt­erbe Agrar­kul­tur soll schon im Sep­tem­ber bei der FAO in Rom ein­ge­reicht wer­den!“, sag­te die Geschäfts­füh­re­rin der Metro­pol­re­gi­on, die im März 2026 den Staf­fel­stab weiterreicht.

„Gestal­te heu­te, wer du mor­gen sein willst“

Kam­pa­gne für Beschäf­tig­te der regio­na­len Autozulieferbranche

Mel­dun­gen über Stel­len­ab­bau­vor­ha­ben, Stand­ort­ver­la­ge­run­gen und Kurz­ar­beit gab es zuletzt auch aus der Auto­zu­lie­fer­bran­che der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg. Neue Geschäfts­fel­der und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten bie­ten in der Trans­for­ma­ti­on aber auch Chan­cen für hie­si­ge Unter­neh­men und ihre Beschäf­tig­ten. Eine Fach­kräf­te­kam­pa­gne im Pro­jekt transform_​EMN ermu­tigt Mit­ar­bei­ten­de, den Wan­del mit­zu­ge­stal­ten, beruf­li­che Chan­cen zu nut­zen und zeigt anhand anschau­li­cher Bei­spie­le, wie Trans­for­ma­ti­on gelin­gen kann.

„Gestal­te heu­te, wer du mor­gen sein willst“: Unter die­sem Mot­to arbei­tet die Kam­pa­gne mit authen­ti­schen Video-Sto­ries aus Auto­zu­lie­fer- und Maschi­nen­bau­un­ter­neh­men in der Regi­on. Dabei wer­den die Netz­werk­mit­glie­der von transform_​EMN aktiv mit ein­ge­bun­den: Beschäf­tig­te aus der Regi­on berich­ten über ihre per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit Trans­for­ma­ti­on in den Unter­neh­men der Auto­zu­lie­fer­bran­che und wie sie den Wan­del für sich nutzen.

„Mit der Fach­kräf­te­kam­pa­gne will das Netz­werk transform_​EMN Beschäf­tig­te und Nach­wuchs­kräf­te für den Wan­del sen­si­bi­li­sie­ren, die vor­han­de­nen Kom­pe­ten­zen in der Regi­on anhand von Bei­spie­len ver­an­schau­li­chen und auch den klei­nen und mitt­le­ren Zulie­fer­un­ter­neh­men ein Gesicht in der Trans­for­ma­ti­on geben“, sagt Dr. Chris­ta Stan­de­cker, Geschäfts­füh­re­rin der Metro­pol­re­gi­on Nürnberg.

Die hie­si­ge Zulie­fer­wirt­schaft zeich­net sich durch rund 500 klei­ne, mitt­le­re und gro­ße Unter­neh­men mit rund 100.000 Beschäf­tig­ten aus, die hoch­wer­ti­ge Tei­le und Dienst­leis­tun­gen für die anspruchs­vol­le Auto­mo­bil­in­dus­trie pro­du­zie­ren und anbie­ten, aktu­ell aber ver­mehrt unter Druck ste­hen. Sie­ben Pro­zent der Beschäf­tig­ten in der Regi­on arbei­ten direkt in der Auto­zu­lie­fer­bran­che, jeder drit­te bis vier­te Arbeits­platz in der Regi­on ist indi­rekt von ihr abhän­gig. „Feh­len­de Pla­nungs­si­cher­heit, Zöl­le und sin­ken­de Markt­an­tei­le stel­len erheb­li­che Her­aus­for­de­run­gen für die Bran­che dar, die hie­si­gen Betrie­be und ihre Mit­ar­bei­ten­den ver­fü­gen aber über signi­fi­kan­tes Know-How, das wir in der Trans­for­ma­ti­on nut­zen soll­ten“, betont Ste­fan Tre­bes, Lei­ter der Agen­tur für Arbeit Bamberg-Coburg.


Beschäf­tig­te aus der Regi­on berich­ten über ihre Erfah­run­gen mit Transformation

Nina Bäuml vom Neu­mark­ter Start-up ams rei­chert GmbH erzählt im Kam­pa­gnen-Video von ihrem per­sön­li­chen Umgang mit beruf­li­cher Ver­än­de­rung. Sie erläu­tert, wie es ist, für das jun­ge Unter­neh­men zu arbei­ten, das in Ursen­sol­len bei Amberg pro­du­ziert und einen Pro­zess zur auto­ma­ti­sier­ten Her­stel­lung von Kabel­sät­zen ent­wi­ckelt hat: „Trans­for­ma­ti­on bedeu­tet für mich, immer bereit zu sein, Ver­än­de­run­gen anzu­ge­hen“, sagt sie. In der Trans­for­ma­ti­on konn­te das Start-up bereits den nächs­ten Schritt gehen und fusio­nier­te im Okto­ber 2024 mit dem mit­tel­stän­di­schen Anla­gen­bau­er und Inge­nieur­bü­ro Wert­h­ner GmbH aus Sulz­bach-Rosen­berg zur ames wiring GmbH. „Unser Know-How ergänzt sich mit dem Zusam­men­schluss per­fekt. Mit dem neu­en Team sind wir in der Lage unse­ren Kun­den die kom­plet­te Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on von Kabel­sät­zen aus einer Hand anzu­bie­ten. Das hat unse­ren digi­ta­len Pro­duk­ti­ons-pro­zess noch­mal auf ein neu­es Level geho­ben“, so Nina Bäuml.

„Bestehen­de Kom­pe­ten­zen für Neu­es nut­zen – das ist die Grund­la­ge für eine erfolg­rei­che Trans­for­ma­ti­on. Hier kommt es auf die Unter­neh­men und vor allem auf ihre Beschäf­tig­ten an. Die Kam­pa­gne zeigt moti­vie­ren­de Bei­spiel dafür“, so Syl­via Stie­ler von der IMU Insti­tut GmbH, die im Pro­jekt transform_​EMN die Beschäf­tig­ten­per­spek­ti­ve im Fokus hat.

Ein wei­te­res Video der Kam­pa­gne „Gestal­te heu­te, wer du mor­gen sein willst“ the­ma­ti­siert, wie Micha­el Prax beim Maschi­nen­bau­un­ter­neh­men Bau­mül­ler Nürn­berg GmbH mit Trans­for­ma­ti­on umzu­ge­hen weiß. „Ver­än­de­rung ist unaus­weich­lich – und ich sehe dar­in eher eine Chan­ce“, so der Lei­ter des Indus­tri­al Engi­nee­ring. Er erklärt außer­dem, wie er es schafft, Mit­ar­bei­ten­de zu moti­vie­ren, ver­än­der­te Pro­zes­se mit­zu­tra­gen. „Mit die­ser Erfolgs­ge­schich­te zei­gen wir, wie Bau­mül­ler durch stän­di­ge Inno­va­ti­on sei­ne Wett­be­werbs­fä­hig­keit am Stand­ort Nürn­berg sichert“, ergänzt Andre­as Bau­mül­ler, Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Bau­mül­ler Gruppe.

Bei der Bitt­ner Werk­zeug­bau GmbH in Dörf­les-Esbach bei Coburg erläu­tert Werk­zeug­bau­lei­ter Patrick Kahl, was der Wan­del für den Fami­li­en­be­trieb bedeu­tet: „Trans­for­ma­ti­on ist Teil unse­rer Fir­men­his­to­rie und wird uns auch in Zukunft beglei­ten. Als Team­lei­ter hal­te ich es für wich­tig, dabei die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen mit­zu­neh­men.“ Wie ent­schei­dend es ist, die Chan­cen von Ver­än­de­rung zu nut­zen, betont auch Geschäfts­füh­rer Dr. Flo­ri­an Bert­ges: „Uns fle­xi­bel auf Ver­än­de­run­gen ein­zu­stel­len, ist eine unse­rer Stär­ken. Wir wer­den nur wei­ter bestehen, wenn wir uns immer wie­der neu erfinden“.

Sameh Tay­eb, Elek­tro­ni­ker für Betriebs­tech­nik bei der LASCO Umform­tech­nik GmbH in Coburg, erläu­tert wie­der­um, wie sich sein Beruf durch die Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dert. Die rich­ti­ge Wei­ter­bil­dung sei dabei entscheidend.

„Der tief­grei­fen­de Struk­tur­wan­del bringt Her­aus­for­de­run­gen mit sich, die wir nur meis­tern kön­nen, wenn Arbeit­ge­ber, Beschäf­tig­te, Wis­sen­schaft, Poli­tik, Kam­mern und Gewerk­schaf­ten an einem Strang zie­hen. Gemein­sa­mes Ziel muss es sein, zukunfts­fä­hi­ge Qua­li­fi­ka­ti­on wei­ter zu eta­blie­ren und attrak­ti­ve Arbeits­plät­ze in der Regi­on zu sichern“, so Ste­phan Doll, Fach­li­cher Spre­cher des Forums Wirt­schaft und Infra­struk­tur der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg und Geschäfts­füh­rer des DGB Mittelfranken.

Ein sehr anschau­li­ches Bei­spiel, wie die aktu­el­len Umbrü­che die eige­ne beruf­li­che Wei­ter­ent­wick­lung vor­an­trei­ben kön­nen, lie­fert Lucas Land­mann, von der Schlae­ger Kunst­stoff­tech­nik GmbH in Bay­reuth. Der 20-Jäh­ri­ge hat in Eigen­in­itia­ti­ve eine Wei­ter­bil­dung zum Berufs­spe­zia­lis­ten für indus­tri­el­le Trans­for­ma­ti­on bei der IHK Bay­reuth absol­viert und ist nun als Spe­zia­list für Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se und Digi­ta­li­sie­rung im Unter­neh­men tätig.

Auch die IHK zu Coburg bie­tet mit ihrem Kom­pe­tenz­zen­trum 4.0 Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men für Beschäf­tig­te im Maschi­nen- und Anla­gen­bau sowie im Auto­mo­ti­ve-Bereich an. Dazu gehö­ren Lehr­gän­ge zum Indus­trie­pro­gram­mie­rer, zum AI Inno­va­ti­on Mana­ger oder im Bereich Addi­ti­ve Fer­ti­gung. „In Kri­sen­zei­ten bleibt die Wei­ter­bil­dung in Unter­neh­men häu­fig auf der Stre­cke. Dabei ist sie essen­zi­ell, um vor­han­de­nes Wis­sen im Unter­neh­men zu bewah­ren, beruf­li­che Pro­fi­le in der Trans­for­ma­ti­on zu schär­fen und damit Arbeits­plät­ze zu erhal­ten. Das ist aus mei­ner Sicht die bes­te Metho­de zur Fach­kräf­te­si­che­rung und Erhal­tung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit“, so Alex­an­der Arnold-Abra­ha­my­an, Lei­ter des Kom­pe­tenz­zen­trums 4.0 für Maschi­nen- Anla­gen­bau und Automotive.


Mehr auf der Kampagnen-Website

Auf der Kam­pa­gnen-Web­site www.gestalte-deinen-weg.de fin­den sich Infor­ma­tio­nen rund um die Trans­for­ma­ti­on der Auto­zu­lie­fer- und Maschi­nen­bau­bran­che in der Regi­on und alle Vide­os der Protagonist:innen. Des Wei­te­ren liegt der Fokus der Kam­pa­gne auf kur­zen Social-Media-Clips und ‑Bild­bei­trä­gen, mit denen Beschäf­tig­te aus der Bran­che ange­spro­chen wer­den sol­len. Im Kam­pa­gnen­ver­lauf bis Ende Sep­tem­ber 2025 wer­den nach und nach wei­te­re „Sto­ries“ von Beschäf­tig­ten aus Unter­neh­men in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg hin­zu­kom­men. Unter­neh­men aus der regio­na­len Auto­zu­lie­fer- und Maschi­nen­bau­bran­che, deren Mitarbeiter:innen, über ihre span­nen­de beruf­li­che Trans­for­ma­ti­ons­er­fah­run­gen vor der Kame­ra berich­ten möch­ten, kön­nen noch kos­ten­frei an der Kam­pa­gne teilnehmen.

Auto­zu­lie­fer­bran­che errei­chen will, zielt eine wei­te­re Kam­pa­gne der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg aktu­ell auf die Anspra­che inter­na­tio­na­ler Fach­kräf­te aus sämt­li­chen Berufs­spar­ten. Mehr dazu ist hier zu fin­den.

„Wer, wenn nicht die­ser Tausendsassa“

Arnd Rühl­mann ist Künst­ler der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg im Juni 2025

Ein uner­schöpf­li­ches Reper­toire, Lei­den­schaft für das Thea­ter und ein mes­ser­schar­fer Blick auf die Welt – Arnd Rühl­mann ist eine Aus­nah­me­erschei­nung. Die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg ehrt den Bam­ber­ger Thea­ter­ma­cher mit dem Titel Künst­ler der Metro­pol­re­gi­on im Juni. Eine Aus­zeich­nung, „die kaum ver­dien­ter sein könn­te“, wie die Kul­tur­re­fe­ren­tin der Stadt Bam­berg Ulri­ke Sie­ben­haar in ihrer Lau­da­tio betonte.

„Mit einem schier uner­schöpf­li­chen Reper­toire, einer glü­hen­den Lei­den­schaft für das Thea­ter und einem mes­ser­schar­fen Blick auf die Welt um ihn her­um ist Arnd Rühl­mann eine Aus­nah­me­erschei­nung – nicht nur in Bam­berg, son­dern weit über die Stadt­gren­zen hin­aus. Geehrt wird er als Künst­ler der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg – eine Aus­zeich­nung, die kaum ver­dien­ter sein könn­te: Denn wer, wenn nicht die­ser Tau­send­sas­sa, der das Thea­ter lebt, das Wort liebt und dem Wider­spruch ein Büh­nen­bild gibt?“, so Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar in ihrer Lau­da­tio. Mit die­ser Aus­zeich­nung wür­digt die Metro­pol­re­gi­on her­aus­ra­gen­de Per­sön­lich­kei­ten, die sich in beson­de­rer Wei­se um das kul­tu­rel­le Leben der Regi­on ver­dient gemacht haben.

Arnd Rühl­mann gilt als einer der viel­sei­tigs­ten Thea­ter­schaf­fen­den Fran­kens. Schon 2020 wur­de ihm dafür der Baye­ri­sche Kul­tur­preis ver­lie­hen – eine Aner­ken­nung für ein Werk, das stets zwi­schen Tief­gang und Tusch, Tra­gik und Tra­ves­tie, Thea­ter und Tat­kraft oszil­liert. Er begeis­te­re seit Jah­ren mit sei­ner künst­le­ri­schen Viel­sei­tig­keit, sei­nem fei­nen Gespür für gesell­schaft­li­che The­men und sei­nem uner­müd­li­chen Enga­ge­ment für die regio­na­le Kulturszene.

Ob als wort­ge­wand­ter Bru­der Igna­zi­us bei der Bam­ber­ger Fas­ten­re­de, als schil­lern­de Diva Hanu­ta Gon­za­les im nächt­li­chen Bam­berg, als Kri­mi-Erzäh­ler im eige­nen „nana“-Theater oder als prä­zi­ser Schau­spie­ler am Dehn­ber­ger Hof­thea­ter – Rühl­manns Werk sei so facet­ten­reich wie sein künst­le­ri­scher Anspruch hoch ist. Auch als Kolum­nist der Frän­ki­schen Nacht fin­de er regel­mä­ßig tref­fen­de Wor­te zum aktu­el­len Gesche­hen. 2009 stell­te er außer­dem, zusam­men mit dem E.T.A.-Hoffmann-Theater, den Rekord für die „längs­te Kri­mi-Lesung der Welt“ auf. „Arnd Rühl­mann ist ein ganz beson­de­rer Künst­ler – er bewegt, unter­hält, pro­vo­ziert und inspi­riert. Sei­ne Kunst ver­eint Tief­gang mit Leich­tig­keit, Hal­tung mit Humor“, so Siebenhaar.

Mit der Aus­zeich­nung zum Künst­ler der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg reiht sich Arnd Rühl­mann in eine Rei­he nam­haf­ter Kul­tur­schaf­fen­der ein und erhält damit eine wei­te­re bedeu­ten­de Wür­di­gung sei­nes Schaf­fens. Er erhielt sie fei­er­lich über­reicht von Anke Stei­nert-Neu­wirth, Geschäfts­füh­re­rin des Forums Kul­tur der Metro­pol­re­gi­on und Kul­tur­re­fe­ren­tin der Stadt Erlan­gen beim Emp­fang des Forums Kul­tur im Erlan­ger Kunst­pa­lais im Palais Stut­ter­heim. Im Jahr des 20-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Metro­pol­re­gi­on fei­er­te dort die Kul­tur­bran­che gemein­sam das gro­ße künst­le­ri­sche Poten­zi­al der „Hei­mat für Kreative“.

In einem spon­ta­nen State­ment freu­te sich Arnd Rühl­mann zudem beson­ders, dass er die Aus­zeich­nung im „Pri­de Month“ Juni erhält. Der „Pri­de Month“ ist ein jähr­li­ches, welt­wei­tes Fest, das im Juni statt­fin­det und die LGBTQ+ Com­mu­ni­ty und ihre Rech­te fei­ert. Er erin­nert an die Stone­wall-Unru­hen in New York City im Jahr 1969, die einen Wen­de­punkt in der Geschich­te der Schwu­len­rechts­be­we­gung dar­stell­ten. Seit Jah­ren setzt sich Rühl­mann aktiv für die Rech­te der quee­ren Gesell­schaft und vor allem quee­rer Künstler:innen ein.

181 Künst­le­rin­nen und Künst­ler erhiel­ten in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren die Aus­zeich­nung „Künstler:in der Metro­pol­re­gi­on“. Die Band­brei­te reicht von Foto­gra­fie bis Por­zel­lan­kunst, von Rock­mu­sik bis Kom­po­si­ti­on, von Per­for­mance bis Lyrik, von Tanz bis Kaba­rett, von bil­den­der Kunst bis Künst­li­cher Intel­li­genz in der Musik. Die­se Viel­falt ist Aus­druck der krea­ti­ven Kraft, die in der Regi­on ver­an­kert ist. Aus Bam­berg erhiel­ten bereits Nora Gom­rin­ger, Uwe Gaasch, Nev­fel Cum­art, Jonas Ochs, David Saam, Paul Maar, Peter Braun, Rosa Brun­ner, Franz Trö­ger, Chris­tia­ne Toe­we, Rin­gel­hoff und Bol­ler­mann, Albrecht May­er, Mar­tin Bey­er, Mäc Här­der und Tan­ja Kin­kel die Auszeichnung.

Bil­dungs­kon­fe­renz der Metro­pol­re­gi­on Nürnberg

Mit Bil­dung dem Fach­kräf­te­man­gel begegnen

Zukunfts­ge­rich­tet, pra­xis­nah, wir­kungs­ori­en­tiert – so das Fazit der rund 100 Teilnehmer:innen der 4. regio­na­len Bil­dungs­kon­fe­renz der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg mit Blick auf die Gestal­tung von Bil­dungs­an­ge­bo­ten für die Fachkräftesicherung.

Wie kann ange­sichts demo­gra­phi­scher Ent­wick­lun­gen und der Trans­for­ma­ti­on der Wirt­schaft Fach­kräf­te­si­che­rung über Bil­dung erreicht wer­den? Dazu tra­fen sich knapp hun­dert Bil­dungs­ver­ant­wort­li­che aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft, dem Regio­nal­ma­nage­ment und der Wirt­schafts­för­de­rung, zusam­men mit Bildungsmanager:innen aus 26 nord­baye­ri­schen Kom­mu­nen, an der 4. regio­na­len Bil­dungs­kon­fe­renz im Sie­mens-Audi­to­ri­um in Erlan­gen. Die Ver­an­stal­tung wur­de von der Regio­na­len Ent­wick­lungs­agen­tur kom­mu­na­les Bil­dungs­ma­nage­ment (REAB) Bay­ern orga­ni­siert und von der Sie­mens AG in Erlan­gen unterstützt.

Die The­se für den Tag: Kom­mu­nen, die stra­te­gisch in die Gewin­nung und Bin­dung von qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten inves­tie­ren, schaf­fen ein Umfeld, in dem Unter­neh­men wach­sen und Bürger:innen ihre Poten­zia­le voll ent­fal­ten kön­nen. „Bil­dung ist der Schlüs­sel zur Fach­kräf­te­si­che­rung. Dafür brau­chen wir pass­ge­naue Aus- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te – und die gelin­gen nur im Schul­ter­schluss aller rele­van­ten Akteu­re: Unter­neh­men, Kam­mern, Sozi­al­part­ner, Bil­dungs­an­bie­ter und Wirt­schafts­för­de­rung. Kom­mu­na­les Bil­dungs­ma­nage­ment soll­te die­se Netz­wer­ke steu­ern und dafür sor­gen, dass alle an einem Strang zie­hen“, beton­te Land­rat Ben Schwarz aus Roth.

Damit war die Rich­tung klar gesetzt. Inves­ti­tio­nen in Aus- und Wei­ter­bil­dung sind nötig. Dies mach­te auch Alex­an­der Bach, Head of Trai­nings­cen­ter Erlan­gen, in sei­nem Bei­trag deut­lich: „In der vola­ti­len Arbeits­welt von heu­te ist eine soli­de Aus­bil­dung nur die Ein­tritts­kar­te in das Berufs­le­ben. Der Schlüs­sel für nach­hal­ti­gen Erfolg ist lebens­lan­ges Ler­nen.“ Und auch die HR-Abtei­lun­gen müs­sen sich anpas­sen. „Das Kon­zept der ‚ler­nen­den Orga­ni­sa­ti­on‘ mit sei­nem Fokus auf Sys­tem­den­ken und situa­ti­vem Han­deln hilft uns dabei, die raschen tech­no­lo­gi­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Ver­än­de­run­gen erfolg­reich zu meis­tern“, sagt Dr. Timo Holm, Head of Lear­ning Orga­niza­ti­on der Fac­to­ry Auto­ma­ti­on bei Sie­mens Digi­tal Industries.

Im Mit­tel­punkt der wei­te­ren Dis­kus­sio­nen stand die Fra­ge, wie kom­mu­na­le und regio­na­le Bil­dungs­netz­wer­ke agie­ren müs­sen, um pass­ge­naue Bil­dungs­an­ge­bo­te zu schaf­fen, die den aktu­el­len und zukünf­ti­gen Anfor­de­run­gen des Arbeits­mark­tes gerecht wer­den. Eine mode­rie­ren­de kom­mu­na­le Steue­rung bie­tet hier­für eine soli­de Aus­gangs­ba­sis, um moder­ne Bil­dungs­land­schaf­ten zu gestal­ten und den Aus­bau qua­li­täts­vol­ler Bil­dungs­an­ge­bo­te für alle Bürger:innen zu sichern.

Ein­blick in die gan­ze Band­brei­te der kom­mu­na­len Fachkräftesicherung

Tors­ten Bran­des, Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Nürn­berg, beton­te in sei­nem Impuls­vor­trag: „Die aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen und die damit ein­her­ge­hen­de Arbeits­lo­sig­keit ver­stel­len den Blick auf unser eigent­li­ches Pro­blem, die Demo­gra­phie. Hier kom­men auf uns als Arbeit­ge­ber und unse­re Gesell­schaft gewal­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen zu, unter ande­rem ein ekla­tan­ter Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel. Um dem zu begeg­nen sind wir dar­auf ange­wie­sen, die ver­füg­ba­ren Res­sour­cen best­mög­lich zu nut­zen. Ein zen­tra­ler Hebel dabei ist die beruf­li­che Aus- und Weiterbildung.“

Sie­ben Impuls-Inseln boten Ein­bli­cke in pra­xis­ori­en­tier­te Lösun­gen für das Über­gangs­ma­nage­ment Schule/​Beruf, einer KI-gestütz­ten Berufs­ori­en­tie­rung, Her­aus­for­de­run­gen in der Care-Arbeit, der Inte­gra­ti­on aus­län­di­scher Fach­kräf­te, den Poten­zia­len von Nach­hal­tig­keits­stra­te­gien, der MINT-För­de­rung und der beruf­li­chen Weiterbildung.


Ziel­rich­tung: Kom­mu­nen tau­schen sich zur stra­te­gi­schen Fach­kräf­te­si­che­rung aus

In drei wei­te­ren Foren wur­den zen­tra­le Fra­gen zur stra­te­gi­schen, Fach­kräf­te­si­che­rung durch Bil­dung ver­tieft und was ein kom­mu­na­les Bil­dungs­ma­nage­ment dazu bei­tra­gen kann. Wich­ti­ge Erkennt­nis­se: Es brau­che eine Aus­rich­tung der Bil­dungs­an­ge­bo­te auf künf­ti­ge Ent­wick­lun­gen, um die Trans­for­ma­ti­on der Arbeits­welt best­mög­lich zu flan­kie­ren. Zwei­tens erfor­de­re die Fach­kräf­te­si­che­rung bedarfs­ge­rech­te Ange­bo­te, die auf die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­sen unter­schied­li­cher Ziel­grup­pen wie Schüler:innen, Fach­kräf­te im Umbruch sowie Migrant:innen ein­ge­hen. Und – drit­tens – sei es ent­schei­dend, alle loka­len Res­sour­cen zu bün­deln, in dem die Kom­pe­ten­zen aller Bil­dungs­an­bie­ter stra­te­gisch aus­ge­rich­tet und die Wir­kung der Ange­bo­te kon­ti­nu­ier­lich über­prüft werden.

Ein Bei­spiel für einen erfolgs­ver­spre­chen­den, stra­te­gi­schen Ansatz ist die Zukunfts­in­itia­ti­ve Alt­mühl­fran­ken aus dem Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen. Dort wur­den für vier Bran­chen (Kunst­stoff, Stei­ne, erneu­er­ba­re Ener­gien und Sozi­al­wirt­schaft) stra­te­gi­sche Fach­kräf­te-Kon­zep­te ent­wi­ckelt, die auch den Bil­dungs­be­reich einschließen.

Eine Regi­on wächst zusammen

20 Jah­re Metro­pol­re­gi­on Nürnberg

Poli­tik, Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Kul­tur– die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg ist in 20 Jah­ren zusam­men­ge­wach­sen. Gemein­sam fei­er­ten Betei­lig­te und Enga­gier­te in der IHK Nürn­berg die Erfol­ge und rüs­ten sich für die nächs­ten Herausforderungen.

3,6 Mil­lio­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger leben heu­te in einer der wirt­schafts­stärks­ten Regio­nen in Deutsch­land und Euro­pa; die Inno­va­ti­ons­kraft kata­pul­tiert die Regi­on in die Spit­zen­grup­pe der EU Regio­nal Inno­va­ti­on Val­leys. Seit ihrer Grün­dung vor 20 Jah­ren hat sich die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg zu einem Vor­bild für erfolg­rei­che regio­na­le Zusam­men­ar­beit ent­wi­ckelt. 23 Land­krei­se und 11 kreis­freie Städ­te sind zusam­men­ge­wach­sen und bil­den heu­te ein star­kes Netz­werk, das gezielt regio­na­le Zusam­men­ar­beit för­dert. Die Idee lebt von der Moti­va­ti­on hun­der­ter enga­gier­ter Akteu­re, die sich neben­amt­lich und frei­wil­lig für gemein­sa­me Pro­jek­te einsetzen.

Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann beton­te per Video­bot­schaft die Stär­ken der Regi­on: „Die Metro­pol­re­gi­on ist ein Motor der wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Ent­wick­lung und steht für die Leis­tungs- und Kon­kur­renz­fä­hig­keit Bay­erns. Sie hat früh­zei­tig erkannt sich im inter­na­tio­na­len Kon­text auf­zu­stel­len und gehört zu den inno­va­ti­ons­stärks­ten Regio­nen Euro­pas.“ Er bekräf­tig­te auch sei­ne Unter­stüt­zung bei der Finan­zie­rung der geplan­ten Zukunfts­agen­tur für die Metropolregion.


Inno­va­ti­ons­kraft und hohe Lebens­qua­li­tät machen die Regi­on attrak­tiv für Fachkräfte

Im Rück­blick wur­den die TOP 10-Erfol­ge der Metro­pol­re­gi­on beleuch­tet, die bei nähe­rer Betrach­tung alle mit der wach­sen­den Inno­va­ti­ons­kraft und der hohen Lebens­qua­li­tät der Regi­on zu tun haben. Grund­la­ge ist das Zusam­men­wach­sen der Regi­on, das in zuneh­men­den Pend­ler­ver­flech­tun­gen zum Aus­druck kommt. Neben den Berufs­ver­keh­ren haben auch die Frei­zeit­ver­keh­re zuge­nom­men. Dabei erwei­sen sich die Spe­zia­li­tä­ten­land­kar­te, der digi­ta­le Hei­mat­lot­se der Metro­pol­re­gi­on und die über 300 Frei­zeit­tipps des VGN als Ren­ner. Eng damit ver­bun­den ist ein gro­ßes poli­ti­sches Pro­jekt, die Ver­grö­ße­rung des Ver­kehrs­ver­bun­des Groß­raum Nürn­berg (VGN) auf das Gebiet der Metro­pol­re­gi­on; seit 2024 ist das Gebiet fast deckungs­gleich. Der VGN ist damit in Deutsch­land der zweit­größ­te Ver­bund. Die Bürger:innen kön­nen von Hof bis Wei­ßen­burg und von Kit­zin­gen bis Amberg mit einem Ticket unter­wegs sein. Ein beson­de­rer Trei­ber für das Zusam­men­wach­sen und die Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft ist der Kli­ma­pakt: Stadt und Land kön­nen die Ener­gie­wen­de gemein­sam bes­ser bewäl­ti­gen. In der Ent­wick­lungs­agen­tur für kom­mu­na­les Bil­dungs­ma­nage­ment wer­den kom­mu­na­le und regio­na­le Bil­dungs­land­schaf­ten opti­miert. Hoch­schu­len ver­net­zen sich beim jähr­li­chen Wis­sen­schafts­tag und för­dern den Wis­sens­trans­fer in der Region.


Poli­tik und mit Wirt­schaft packen gemein­sam an

Peter Reiß, Rats­vor­sit­zen­der der Metro­pol­re­gi­on und Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schwa­bach ver­rät das Erfolgs­re­zept die­ser Regi­on: „Zusam­men sind wir stär­ker als allein! Gemein­sam Din­ge vor­an­brin­gen, die allei­ne nur sehr viel schwe­rer zu bewäl­ti­gen sind, das ist die Grund­idee der Metro­pol­re­gi­on. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel die Ener­gie­wen­de mit dem Kli­ma­pakt, Clus­ter wie das Medi­cal Val­ley, oder die Unter­stüt­zung der Auto­mo­ti­ve-Indus­trie mit dem Pro­jekt transform_​EMN. Alle Betei­lig­ten kön­nen stolz sein auf das Erreich­te, wie wir es gemein­sam geschafft haben zu einer Vor­zei­ge­re­gi­on zu wer­den. In den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren hat sich die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg als Inno­va­ti­ons­mo­tor bewie­sen. Unser Erfolg basiert auf Zusam­men­ar­beit in Poli­tik und mit Wirt­schaft sowie dem Wil­len, auch Her­aus­for­de­run­gen anzu­pa­cken und die Chan­cen dar­in zu sehen.“

Sie­mens-CFO Ralph Tho­mas beton­te die Bedeu­tung von Inno­va­tio­nen und Koope­ra­ti­on in der Regi­on für das Unter­neh­men mit knapp 40.000 Mit­ar­bei­tern: „Die Regi­on hat viel erreicht und ist stark gewach­sen, auch im Hin­blick auf Inno­va­tio­nen. Wir bei Sie­mens wis­sen: Inno­va­ti­on braucht Anpas­sungs­fä­hig­keit, Koope­ra­ti­on, Schnel­lig­keit und den Mut, sich immer wie­der neu zu erfin­den. Las­sen Sie uns auch in Zukunft gemein­sam dar­an arbei­ten, die Regi­on noch stär­ker zu machen!“


Gemein­sa­mes Leit­bild als Kom­pass für gemein­sa­me Aktivitäten

Schon 2010 ent­stand – unter Feder­füh­rung der IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken – ein gemein­sa­mes Leit­bild für nach­hal­ti­ges Wachs­tum und Beschäf­ti­gung (WaBe). Dort sind die wirt­schaft­lich-tech­no­lo­gi­schen Clus­ter fest­ge­legt, die ein hohes Wachs­tum bei Beschäf­ti­gung und Wert­schöp­fung ver­spre­chen. Dazu gehö­ren u.a. Ener­gie und Umwelt, Ver­kehr und Logis­tik, Infor­ma­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on, Auto­mo­ti­ve sowie das inter­na­tio­na­le Spit­zen­clus­ter Medi­cal Val­ley Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg mit spe­zia­li­sier­ten Cen­tern in Forch­heim, Bam­berg und Wei­den. Das Leit­bild ist der Kom­pass, wenn es dar­um geht För­der­mit­tel, Inves­ti­tio­nen und For­schungs­ein­rich­tun­gen in die Regi­on zu zie­hen. „Wir wol­len gemein­sam pro­spe­rie­ren­de Wirt­schaft, gute Arbeits­plät­ze und damit die hohe Lebens­qua­li­tät in der Regi­on sichern. Das Leit­bild für nach­hal­ti­ges Wachs­tum und Beschäf­ti­gung beschreibt die Rah­men­be­din­gun­gen für die­se Visi­on und legt die Hand­lungs­fel­der für die gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten fest. Wo wol­len wir anset­zen? Was sind unse­re Stär­ken? Wel­che wirt­schaft­li­chen, tech­no­lo­gi­schen und wis­sen­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen kön­nen uns in der Metro­pol­re­gi­on dabei beson­ders nach vor­ne brin­gen? Mit die­sen Fra­gen beschäf­tigt sich auch die Fort­schrei­bung des Leit­bil­des. Des­halb finan­zie­ren wir als IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken ger­ne die­sen breit auf­ge­stell­ten Pro­zess, um die Regi­on nach vor­ne zu brin­gen“, sagt Mar­kus Lötzsch, stv. Wirt­schafts­vor­sit­zen­der und Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Nürn­berg für Mittelfranken.


Zukunfts­agen­tur als Ant­wort auf den Wandel

Aktu­ell ist die Auto­mo­ti­ve-Bran­che mit rund 100.000 Arbeits­plät­zen in der Regi­on in der Trans­for­ma­ti­on. Um den Wan­del wei­ter­hin zu beglei­ten und die 500 klei­ne­ren und mitt­le­ren Zulie­fe­rer­be­trie­be zu unter­stüt­zen, will die Metro­pol­re­gi­on die Zukunfts­agen­tur als Wei­ter­ent­wick­lung des Pro­jekts transform_​EMN ins Leben rufen. Die­se Agen­tur soll Unter­neh­men gezielt bei Diver­si­fi­zie­rung und Tech­no­lo­gie­trans­fer beglei­ten und Impul­se geben und dadurch Inno­va­ti­ons­pro­zes­se beschleunigen.

Mit rund 200 Gäs­ten fei­er­te die Metro­pol­re­gi­on in der IHK Nürn­berg für Mit­tel­fran­ken ihr 20-jäh­ri­ges Jubi­lä­um. In Chan­cen­ge­sprä­chen – mode­riert von Kat­rin Mül­ler-Hohen­stein – ging es um die tech­no­lo­gi­schen Kom­pe­ten­zen, die Attrak­ti­vi­tät und die Inno­va­ti­ons­kraft der Regi­on. „Wir wol­len die bevor­zug­te Hei­mat für talen­tier­te und enga­gier­te Men­schen aus aller Welt sein. Gemein­sam schaf­fen wir die Hei­mat für Krea­ti­ve. Mit die­ser Mis­si­on sind wir 2005 gestar­tet. Schon allein die Aner­ken­nung als Metro­pol­re­gi­on war ein kraft­vol­les State­ment zu den Stär­ken und Ent­wick­lungs­po­ten­zia­len unse­rer nord­baye­ri­schen Regi­on. Es ent­wi­ckelt sich eine neue Auf­bruchs­stim­mung. Die Wirt­schafts­leis­tung der rund 2 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten in der Metro­pol­re­gi­on ist in den letz­ten zwan­zig Jah­ren ste­tig gewach­sen, auf aktu­ell 167 Mil­li­ar­den Euro. Eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung bleibt die Fach­kräf­te­si­che­rung. Dazu müs­sen wir wei­ter­hin auf die Stär­ken unse­rer Regi­on auf­merk­sam machen und den Zuzug durch Will­kom­mens­kul­tur erleich­tern“, sagt Prof. Klaus L. Wüb­ben­horst, Wirt­schafts­vor­sit­zen­der der Metropolregion.

Für Ihr gro­ßes Enga­ge­ment wur­den der ehe­ma­li­ge Für­ther Land­rat Mat­thi­as Dießl und Mes­se-CEO Peter Ott­mann mit Metro­pol­re­gi­ons-Awards aus­ge­zeich­net. Dießl war bis Ende 2023 Poli­ti­scher Spre­cher des Forums Hei­mat & Frei­zeit der Metro­pol­re­gi­on, Ott­mann war bis Früh­jahr 2024 Fach­li­cher Spre­cher des Forums Marketing.

Fas­ten auf die ande­re Art

CO2-Chall­enge im Land­kreis Bam­berg star­tet am Aschermittwoch

Vom 5. bis 18. März lädt der Land­kreis Bam­berg zur jähr­li­chen CO2-Chall­enge ein – eine Mit­mach­ak­ti­on der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, die mit dem Baye­ri­schen Kli­ma­schutz­preis 2024 aus­ge­zeich­net wurde.

Ab Ascher­mitt­woch betei­ligt sich auch der Land­kreis Bam­berg an der CO2-Chall­enge in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg. Ziel der Chall­enge ist es, den CO2-Aus­stoß durch ein­fa­che, aber wir­kungs­vol­le Ver­än­de­run­gen im All­tag zu redu­zie­ren. Ab Ascher­mitt­woch wird auf der Web­site der CO2-Chall­enge sowie über die Social-Media-Kanä­le des Land­kreis und der EMN täg­lich eine neue Auf­ga­be ver­öf­fent­licht, die humor­voll und leicht in den All­tag inte­griert wer­den kann.

Teil­neh­men­de kön­nen ihre CO2-Ein­spa­run­gen in einer Web-App berech­nen und Nach­hal­tig­keits­punk­te sam­meln. Fami­li­en, Freun­des­grup­pen oder auch Ein­zel­per­so­nen kön­nen sich dadurch mes­sen und ihre Erfol­ge ver­glei­chen. Die CO2-Chall­enge rich­tet sich an alle, die aktiv etwas für den Kli­ma­schutz tun wol­len – ob beim Ein­kau­fen, Hei­zen oder im Freizeitverhalten.

Für die Teil­nah­me an der Chall­enge gibt es attrak­ti­ve Prei­se zu gewin­nen. Wer am Gewinn­spiel teil­neh­men möch­te, soll­te die Social-Media-Kanä­le der Metro­pol­re­gi­on aktiv nut­zen und die Chall­enge verbreiten.

Auch die­ses Jahr gibt es wie­der die CO2-Schul­chall­enge: Hier kön­nen Schul­klas­sen und Jugend­grup­pen teil­neh­men und Kli­ma­schutz spie­le­risch in den Unter­richt ein­bin­den. Zwei Mate­ri­al­sets (Lap­book für Grund­schu­len und Power­Point-Port­fo­lio für wei­ter­füh­ren­de Schu­len) bie­ten den Schu­len ein­fa­che und krea­ti­ve Mög­lich­kei­ten, das The­ma zu bear­bei­ten. Mit­ma­chen kön­nen die Schu­len grund­sätz­lich ganz­jäh­rig, je nach­dem wie es sich am bes­ten in den Unter­richts­all­tag inte­grie­ren lässt – um jedoch am Gewinn­spiel teil­zu­neh­men, soll­ten die erar­bei­te­ten Ergeb­nis­se bis zum 11. April 2025 elek­tro­nisch oder per Post ein­ge­reicht werden.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Anmel­de­mög­lich­kei­ten zur CO2-Chall­enge sowie zur Schul­chall­enge sind hier zu finden.

Pro­jekt stärkt hei­mi­sche Erzeuger

Mehr regio­na­les Essen in Kitas und kom­mu­na­len Kan­ti­nen in der Metropolregion

Mit der Über­ga­be eines För­der­be­scheids durch die baye­ri­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Michae­la Kani­ber star­tet das inno­va­ti­ve Pro­jekt „Ent­wick­lungs­agen­tur für regio­na­le und bio-regio­na­le Beschaf­fung in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg“. Ziel ist es, den Anteil von regio­na­len Pro­duk­ten in den Kan­ti­nen der Kom­mu­nen und Unter­neh­men zu stei­gern sowie Ange­bot und Nach­fra­ge ent­spre­chen­der Pro­duk­te zu stärken.

Die Metro­pol­re­gi­on möch­te mit dem Pro­jekt ein Zei­chen für nach­hal­ti­ge und regio­na­le Lebens­mit­tel set­zen.
Die regio­na­le und bio-regio­na­le Beschaf­fung bie­tet Vor­tei­le für Kom­mu­nen, Unter­neh­men und Ver­brau­cher in der Regi­on: Sie unter­stützt regio­na­le Land­wir­te und Pro­du­zen­ten, redu­ziert Trans­port­we­ge und damit CO2-Emis­sio­nen. Zudem sorgt sie für mehr Trans­pa­renz in der Lebens­mit­tel­ver­sor­gung und ver­bes­sert die Qua­li­tät in den Kan­ti­nen durch fri­sche, sai­so­na­le Pro­duk­te. Dar­über hin­aus stärkt sie die regio­na­le Wirt­schaft durch die För­de­rung und Ver­net­zung loka­ler Anbie­ter und schafft Arbeits­plät­ze in der nach­hal­ti­gen Land­wirt­schaft und Verarbeitung.

Staats­mi­nis­te­rin Michae­la Kani­ber über­gab den För­der­be­scheid in Höhe von rund 546.000 Euro auf der Mes­se Bio­Fach in Nürn­berg. „Die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg ist für uns ein wich­ti­ger Part­ner, um kom­mu­na­le Beschlüs­se für mehr regio­na­le Lebens­mit­tel in der Gemein­schafts­ver­pfle­gung vor­an­zu­brin­gen“, sag­te Minis­te­rin Kani­ber bei der Übergabe.

„Wir haben in der Metro­pol­re­gi­on eine unglaub­lich viel­fäl­ti­ge Ernäh­rungs­wirt­schaft. Die­se wol­len wir für die Zukunft erhal­ten und die Men­schen mit gesun­den, regio­na­len und bio-regio­na­len Lebens­mit­teln ver­sor­gen“, ergänzt Johann Kalb, Land­rat des Land­krei­ses Bam­berg und stell­ver­tre­ten­der Rats­vor­sit­zen­der der Metro­pol­re­gi­on als poli­ti­scher Spre­cher für das Vorhaben.


Geplan­te Maßnahmen

Das Pro­jekt setzt auf vier zen­tra­le Maßnahmen:

  • Durch den Auf­bau eines Moni­to­rings- und Con­trol­ling­s­ys­tems soll die regio­na­le und bio-regio­na­le Beschaf­fung in Kom­mu­nen, kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen und Unter­neh­men mess­bar werden.

  • Mit einem gemein­sa­men Pakt bekun­den die Kom­mu­nen aus der Metro­pol­re­gi­on ihren Wil­len, in die­sem Bereich aktiv zu werden.

  • In Markt­dia­lo­gen mit Anbie­tern und der Nach­fra­ger-Sei­te geht es dar­um her­aus­zu­fin­den, wel­che regio­na­len Pro­duk­te in wel­cher Men­ge und Qua­li­tät benö­tigt wer­den und wel­che ein­zel­nen Anbie­ter oder Zusam­men­schlüs­se von Erzeu­gern die­se lie­fern können.

  • Infor­ma­tio­nen wer­den gebün­delt und ziel­grup­pen­spe­zi­fisch auf­be­rei­tet. Dabei wer­den Erfah­rungs­wer­te aus der Ent­wick­lungs­agen­tur Fai­re Metro­pol­re­gi­on genutzt, die Bera­tung und Ver­net­zung für Fair­trade-Pro­duk­te umge­setzt hat.

Vor­han­de­ne Struk­tu­ren in der Metro­pol­re­gi­on nutzen

Das Pro­jekt baut auf Erfol­gen bestehen­der Initia­ti­ven auf. Die Ent­wick­lungs­agen­tur Fai­re Metro­pol­re­gi­on hat bereits nach­hal­ti­ge Beschaf­fungs­mo­del­le eta­bliert, wäh­rend „Ori­gi­nal Regio­nal“ seit Jah­ren erfolg­reich regio­na­le Pro­duk­te bewirbt und ver­treibt. Die­se posi­ti­ven Erfah­run­gen und Struk­tu­ren flie­ßen in das neue Pro­jekt ein, um den Wan­del hin zu einer nach­hal­ti­ge­ren Lebens­mit­tel­ver­sor­gung wei­ter vor­an­zu­trei­ben. Dass die Metro­pol­re­gi­on einen beson­de­ren Schatz an regio­na­len Pro­duk­ten und regio­na­ler Wert­schät­zung zu bie­ten hat, zeigt sich auch an der geplan­ten Bewer­bung als Welt-Agrar­kul­tur­er­be bei der Welternährungsorganisation.

Beim The­ma regio­na­le Ernäh­rung sind vie­le Akteu­re und Insti­tu­tio­nen enga­giert: Ein­rich­tun­gen des Minis­te­ri­ums für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft, Fors­ten und Tou­ris­mus (StM­ELF) – dar­un­ter Hei­matagen­tu­ren, das Kom­pe­tenz­zen­trum für Ernäh­rung (KErn), acht Öko-Modell­re­gio­nen und die Ämter für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten. Die Ent­wick­lungs­agen­tur für regio­na­le und bio-regio­na­le Beschaf­fung will die­se Kom­pe­ten­zen für die Kom­mu­nen zugäng­lich machen.

„Mit der ‚Hei­mat für Regio­nal­pro­duk­te‘ hat der Rat einen Akti­ons­plan ver­ab­schie­det, der zehn stra­te­gi­sche Pro­jek­te für eine zukunfts­fä­hi­ge Land- und Ernäh­rungs­wirt­schaft in der Metro­pol­re­gi­on ent­hält. Die Ent­wick­lungs­agen­tur für regio­na­le und bio-regio­na­le Beschaf­fung ist hier­bei von beson­de­rer Rele­vanz“, sagt Peter Reiß, Rats­vor­sit­zen­der der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg und Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Schwabach.

Das Baye­ri­sches Staats­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft, Fors­ten und Tou­ris­mus för­dert die Ent­wick­lungs­agen­tur in den Jah­ren 2025 und 2026 mit ins­ge­samt rund 546.000 Euro.

Funk- und Ortungs­tech­no­lo­gie zum Staunen

Test- und Anwen­dungs­zen­trum L.I.N.K. des Fraun­ho­fer IIS

Das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Inte­grier­te Schal­tun­gen IIS bie­tet an sei­nem Stand­ort im Nürn­ber­ger Nord­ost­park mit dem Test- und Anwen­dungs­zen­trum L.I.N.K. eine ein­zig­ar­ti­ge Platt­form für die Ent­wick­lung und Erpro­bung zukunfts­wei­sen­der Tech­no­lo­gien. So stärkt das Fraun­ho­fer IIS die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg als Zen­trum für tech­no­lo­gi­sche Innovation.

Rund 140 Wissenschaftler:innen und 80 Stu­die­ren­de ent­wi­ckeln und tes­ten im L.I.N.K. tech­no­lo­gi­sche Inno­va­ti­on aus Loka­li­sie­rung und Ver­net­zung, unter ande­rem für den Ein­satz in Indus­trie 4.0 und dem Inter­net of Things (IoT).

„Das ist eine rie­si­ge Hal­le. Hier pas­sen gan­ze LKWs rein“, erzählt Dr. Axel Plin­ge, Grup­pen­lei­ter am Fraun­ho­fer IIS, begeis­tert. Die 1.400 m² gro­ße Test- und Anwen­dungs­flä­che für Loka­li­sie­rung, Iden­ti­fi­ka­ti­on, Navi­ga­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on (L.I.N.K.) im Nürn­ber­ger Nord­ost­park bie­tet opti­ma­le Bedin­gun­gen für die Ent­wick­lung und das Tes­ten von Funk- und Ortungs­tech­no­lo­gien. „Die gesam­te Hal­le ist aus­ge­stat­tet mit moderns­ter Tech­nik, die zahl­rei­che Test­sze­na­ri­en ermög­licht“, so Plin­ge wei­ter. Seit 2013 wer­den hier inno­va­ti­ve Lösun­gen in Berei­chen wie Indus­trie 4.0, IoT und Rein­force­ment Lear­ning ent­wi­ckelt und erprobt – ein wich­ti­ger Bei­trag zur Tech­no­lo­gie­füh­rer­schaft der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, die sich als Inno­va­ti­ons­hot­spot für For­schung und Ent­wick­lung eta­bliert hat.


Ein Zen­trum für Inno­va­ti­on und Zusammenarbeit

In der L.I.N.K.-Halle sind die Mög­lich­kei­ten zur Durch­füh­rung von wis­sen­schaft­lich fun­dier­ten und in der Pra­xis rele­van­ten Tech­no­lo­gie­tests direkt in ent­spre­chen­den Anwen­dun­gen nahe­zu unbe­grenzt. Ob die Kali­brie­rung von Abstand­mes­sun­gen für die Coro­na-Warn-App oder das Tes­ten von vir­tu­el­len Simu­la­tio­nen für den ICE-Ver­kehr – die Hal­le bie­tet die nöti­ge Fle­xi­bi­li­tät, um rea­le Sze­na­ri­en nach­zu­stel­len. „Das ist das Fas­zi­nie­ren­de: Hier kann man nicht nur for­schen, son­dern auch direkt erle­ben, wie sich Tech­no­lo­gien in der Pra­xis ver­hal­ten“, betont Plin­ge. Die­se Viel­falt an Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten und die enge Zusam­men­ar­beit von Wissenschaftler:innen und Stu­die­ren­den tra­gen maß­geb­lich zur Inno­va­ti­ons­kraft des Fraun­ho­fer IIS bei.

Der Stand­ort im Nürn­ber­ger Nord­ost­park bie­tet nicht nur eine beein­dru­cken­de Test­um­ge­bung, son­dern auch moder­ne Arbeits­räu­me und Co-Working-Berei­che. Rund 140 Wissenschaftler:innen und 80 Stu­die­ren­de arbei­ten inter­dis­zi­pli­när an zukunfts­wei­sen­den Pro­jek­ten. Die Kom­bi­na­ti­on aus inno­va­ti­ven Arbeits­plät­zen und einer ein­zig­ar­ti­gen For­schungs­in­fra­struk­tur för­dert den Aus­tausch von Ideen und Wis­sen. „Die Arbeit in solch einem krea­ti­ven Umfeld ist inspi­rie­rend“, erklärt Plin­ge. „Hier begeg­net man täg­lich bril­lan­ten Köp­fen und hat immer neue Impul­se für die For­schung.“ Die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg bie­tet dabei nicht nur die per­fek­te Infra­struk­tur für sol­che High-Tech-Pro­jek­te, son­dern auch ein Netz­werk aus Unter­neh­men und Insti­tu­tio­nen, das die­sen Wis­sens­aus­tausch und die Zusam­men­ar­beit fördert.

Inno­va­ti­ons­hub für Poly­me­re Werkstoffentwicklung

Bay­reu­ther For­scher ent­wi­ckeln Kunst­stoff der Zukunft

Sie ent­wi­ckeln neu­ar­ti­ge Kunst­stof­fe, wel­che zum Bei­spiel in Was­ser­stoff­tanks für die Luft- und Raum­fahrt zum Ein­satz kom­men: Eine Grup­pe von Wissenschaftler:innen aus der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg erforscht moder­ne Mate­ria­li­en im INNO­Hub für Poly­me­re Werk­stoff­ent­wick­lung in Bay­reuth. Hier bün­deln der Lehr­stuhl für Poly­me­re Werk­stof­fe der Uni­ver­si­tät Bay­reuth und die Neue Mate­ria­li­en Bay­reuth GmbH (NMB) ihr Expertenwissen.

Die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg ist bekannt für inno­va­ti­ve Tech­no­lo­gien und eine enge Ver­zah­nung von Wis­sen­schaft und Wirt­schaft. Ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel hier­für ist der INNO­Hub für Poly­me­re Werk­stoff­ent­wick­lung in Bay­reuth. An dem inno­va­ti­ven Ort arbei­ten der Lehr­stuhl für Poly­me­re Werk­stof­fe und das For­schungs­in­sti­tut NMB eng zusam­men und bil­den eine wich­ti­ge Schnitt­stel­le zwi­schen For­schung und Indus­trie. So gelan­gen neue Werk­stof­fe schnell in die indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der nord­baye­ri­schen Regi­on wird wei­ter gestärkt.


Pro­duk­te für die Luft- und Raumfahrt

Im Mit­tel­punkt der Bay­reu­ther For­scher ste­hen Poly­me­re Werk­stof­fe – Mate­ria­li­en, die aus lan­gen Ket­ten von Mole­kü­len, soge­nann­ten Poly­me­ren, bestehen. Hier­zu zäh­len zum Bei­spiel Ther­mo­plas­te, Durome­re und Ver­bund­werk­stof­fe, die auf­grund ihrer Fle­xi­bi­li­tät, Leich­tig­keit und Viel­sei­tig­keit in Bran­chen wie Auto­mo­bil­bau, Elek­tro­nik und Luft­fahrt zum Ein­satz kom­men. Zu den aktu­el­len Pro­jek­ten zäh­len unter ande­rem die Ent­wick­lung von Hoch­leis­tungs­kunst­stof­fen, nach­hal­ti­gen Poly­mer­sys­te­men bis hin zu Was­ser­stoff­tanks für die Luft- und Raumfahrt.

Der Lei­ter des Lehr­stuhls und Geschäfts­füh­rer der NMB, Prof. Hol­ger Ruck­dä­schel, betont: „Nur durch die enge Ver­zah­nung von Indus­trie und Wis­sen­schaft kön­nen wir nach­hal­ti­ge Inno­va­tio­nen schaf­fen, die den Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft gerecht wer­den.“ Mit sei­ner lang­jäh­ri­gen Erfah­rung in der Indus­trie bringt er sei­ne Pra­xis­kennt­nis­se in die For­schung ein.

Dank moderns­ter Infra­struk­tur, inter­dis­zi­pli­nä­rer Teams und einer star­ken Anbin­dung an die Indus­trie bie­tet der Inno­va­ti­ons­hub in Bay­reuth einen ein­zig­ar­ti­gen Raum für die Ent­wick­lung zukunfts­fä­hi­ger Werk­stoff­lö­sun­gen und trägt ent­schei­dend zur wirt­schaft­li­chen und tech­no­lo­gi­schen Wei­ter­ent­wick­lung der Regi­on bei.


Work. Grow. Inno­va­te. – in den INNO­Hubs der Metro­pol­re­gi­on Nürnberg

Der INNO­Hub für Poly­me­re Werk­stof­fe ist einer von vie­len inno­va­ti­ven Arbeits­or­ten in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg. In Labo­ren, Denk­fa­bri­ken, Werk­stät­ten und vie­len wei­te­ren Orten über die gesam­te Metro­pol­re­gi­on hin­weg, kom­men Wissenschaftler:innen, For­schen­de, Stu­die­ren­de und Aus­zu­bil­den­de zusam­men und arbei­ten an den Tech­no­lo­gien von mor­gen. Die Con­tent-Serie #INNO­Hubs bie­tet hier einen Blick hin­ter die Kulis­sen.

Füh­rungs­wech­sel

Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg: Peter Reiß löst Johann Kalb als Rats­vor­sit­zen­der ab

Schwa­bachs Ober­bür­ger­meis­ter Peter Reiß wur­de zum neu­en Rats­vor­sit­zen­den der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg gewählt. Damit löst er den bis­he­ri­gen Vor­sit­zen­den, Bam­bergs Land­rat Johann Kalb, ab.

Am 1. Dezem­ber hielt die Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg im ober­pfäl­zi­schen Sen­gen­thal ihre 43. Rats­sit­zung ab. Unter ande­rem wähl­te der Zusam­men­schluss aus Bür­ger­meis­te­rIn­nen und Land­rä­tIn­nen einen neu­en Rats­vor­sit­zen­den. Ein­stim­mig fiel dabei, so das Bam­ber­ger Land­rats­amt in einer Mit­tei­lung, die Wahl auf Peter Reiß. Der Ober­bür­ger­meis­ter Schwa­bachs (süd­lich von Nürn­berg gele­gen) folgt nun tur­nus­ge­mäß auf Johann Kalb, Land­rat des Land­krei­ses Bam­berg. Kalb hat­te das Amt des Rats­vor­sit­zen­den seit 2020 inne. Der Rats­vor­sit­zen­de ver­ant­wor­tet die poli­ti­sche Steue­rung der Metro­pol­re­gi­on und ver­tritt die Regi­on in sei­ner drei­jäh­ri­gen Amts­zeit nach außen.

„Ich bedan­ke mich herz­lich für das Ver­trau­en, von Schwa­bach aus die Ent­wick­lung der Metro­pol­re­gi­on reprä­sen­tie­ren zu dür­fen“, sag­te der neu ernann­te Rats­vor­sit­zen­de Peter Reiß nach sei­ner Wahl. „Wäh­rend mei­ner Amts­zeit möch­te ich die bis­lang her­vor­ra­gen­de Arbeit zur Prä­gung der Iden­ti­tät der Metro­pol­re­gi­on fort­füh­ren – als Regi­on der wirt­schaft­li­chen Attrak­ti­vi­tät, in einem lebens­wer­ten Umfeld, in dem Nach­hal­tig­keit und Regio­na­li­tät groß­ge­schrie­ben werden.“

Johann Kalb bedank­te sich sei­ner­seits für die Zusam­men­ar­beit. Er bleibt wei­ter­hin als Stell­ver­tre­ter im Rats­vor­sitz aktiv. Flo­ri­an Janik, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Erlan­gen, und Tho­mas Thu­mann, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Neu­markt in der Ober­pfalz, schei­den aus dem Rats­vor­sitz aus.

Auch im Steue­rungs­kreis der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, also auf Arbeits­ebe­ne der Fach­fo­ren, wur­den neue Lei­tungs­po­si­tio­nen besetzt. Land­rat Ben Schwarz (Land­kreis Roth) wur­de als poli­ti­scher Spre­cher des Forums Hei­mat und Frei­zeit beru­fen. Andrea Heil­mai­er, Wirt­schafts- und Wis­sen­schafts­re­fe­ren­tin der Stadt Nürn­berg, wird Geschäfts­füh­re­rin des Forums Wirt­schaft und Infra­struk­tur. Und Jür­gen Gietl, Mana­ging Part­ner bei einer Bera­tungs­fir­ma, neu­er Fach­li­cher Spre­cher des Forums Marketing.

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