vbw-Pres­se­mit­tei­lung zum Start der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2026

Mit­fie­bern und anfeu­ern, aber: Fuß­ball-WM hebelt Arbeits­recht nicht aus

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Fußball-WM
Symbolbild, Foto: Pixabay
Anläss­lich der heu­te star­ten­den Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft in den USA, Kana­da und Mexi­ko macht die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. dar­auf auf­merk­sam, dass wäh­rend der kom­men­den fünf­ein­halb Wochen für Arbeit­neh­mer grund­sätz­lich kei­ne ande­ren Regeln im Unter­neh­men gel­ten als üblich.

„Beschäf­tig­te müs­sen ihre Arbeit pünkt­lich antre­ten und dür­fen den Arbeits­platz weder ohne Geneh­mi­gung ver­las­sen noch Spie­le wäh­rend der Arbeits­zeit ver­fol­gen. Es sei denn, der Arbeit­ge­ber trifft Aus­nah­me­re­ge­lun­gen. Die Ent­schei­dung dar­über liegt aber allein in sei­nem Ermes­sen“, sagt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Er weiß, dass vie­le Unter­neh­men ihren Beschäf­tig­ten erlau­ben, die WM auch wäh­rend der Arbeits­zeit zu ver­fol­gen, um mit ihrer Mann­schaft mit­zu­fie­bern und sie anzu­feu­ern. Vor­aus­set­zung sei natür­lich, dass dies kei­ne nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf den Betriebs­ab­lauf habe. „Bei man­chen Tätig­kei­ten ist es ein­fach nicht mach­bar, neben­her ein Spiel anzu­schau­en oder anzu­hö­ren. Aber wo es mög­lich ist, fin­den die Betrie­be in der Regel gute und prag­ma­ti­sche Lösungen.“

Vie­le Spie­le der Fuß­ball-WM fin­den am Abend deut­scher Zeit oder am Wochen­en­de statt. Fern­seh- und Hör­funk­sen­der über­tra­gen Matches aber auch in der Nacht oder am frü­hen Mor­gen. Zudem sind vie­le Public-Vie­w­ing-Ver­an­stal­tun­gen geplant. Nicht weni­ge Beschäf­tig­te in Bay­ern, unter ande­rem in Hotels und Gast­stät­ten oder im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be, arbei­ten im Schicht­dienst. In der baye­ri­schen M+E‑Industrie sind bei­spiels­wie­se in gut der Hälf­te der Betrie­be Beschäf­tig­te über­wie­gend im Schicht­dienst tätig. „Wenn es kei­ne spe­zi­el­le betrieb­li­che Ver­ein­ba­rung gibt, müs­sen Beschäf­tig­te, deren Arbeits­zeit oder Tätig­keit nicht mit der Live-Aus­strah­lung der Spie­le ver­ein­bar ist, Urlaub neh­men. Die­ser muss – wie üblich – mit den Kol­le­gen abge­stimmt sein. Der Vor­ge­setz­te kann den Antrag dann aus wich­ti­gen betrieb­li­chen Grün­den immer noch ableh­nen, zum Bei­spiel wegen zeit­kri­ti­scher Kun­den­pro­jek­te“, betont Brossardt.

Die vbw blickt auch aus wirt­schaft­li­cher Sicht mit beson­de­rem Inter­es­se auf die WM, sind doch die Gast­ge­ber­län­der bedeu­ten­de Han­dels­part­ner für den Frei­staat. „Trotz der aktu­ell ange­spann­ten Situa­ti­on sind unse­re Wirt­schafts­be­zie­hun­gen zu den USA nach wie vor sehr eng. Mit einem Volu­men von mehr als 37 Mil­li­ar­den Euro waren die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka 2025 erneut zweit­stärks­ter Han­dels­part­ner des Frei­staats. Auf der Lis­te unse­rer größ­ten Export­märk­te ste­hen die USA sogar ganz oben – mit einem Wert an aus­ge­führ­ten Waren von rund 26 Mil­li­ar­den Euro im ver­gan­ge­nen Jahr“, erläu­tert Bros­sardt. Laut vbw war Mexi­ko mit einem Han­dels­vo­lu­men von rund vier Mil­li­ar­den Euro 2025 die Num­mer 25 der wich­tigs­ten Han­dels­part­ner Bay­erns, Kana­da lag mit rund 2,6 Mil­li­ar­den Euro auf Rang 29.

Aller­dings waren die baye­ri­schen Han­dels­vo­lu­mi­na 2025 mit allen drei Län­dern rück­läu­fig: Die Expor­te in die USA gin­gen um 9,8 Pro­zent zurück, nach Kana­da um 2,1 Pro­zent und nach Mexi­ko um 4,4 Pro­zent. Auch die Impor­te redu­zier­ten sich um 12,4 Pro­zent (USA), 2,0 (Kana­da) bezie­hungs­wei­se 20,4 Pro­zent (Mexi­ko). „Das gibt uns sehr zu den­ken. In die­sen Zah­len spie­gelt sich einer­seits die zuneh­mend schrump­fen­de Wett­be­werbs­fä­hig­keit wider, die größ­ten­teils aus den Stand­ort­pro­ble­men in Deutsch­land resul­tiert. Ande­rer­seits zeigt die Ent­wick­lung die gro­ße Ver­un­si­che­rung unse­rer Unter­neh­men infol­ge der US-ame­ri­ka­ni­schen Zoll­po­li­tik, die nicht nur den Waren­aus­tausch mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, son­dern auch mit Mexi­ko und Kana­da belas­tet. Wir hof­fen, dass die WM posi­ti­ve Impul­se set­zen kann, damit sich die ‚Che­mie‘ ins­be­son­de­re zwi­schen Euro­pa und den USA wie­der bes­sert. Die WM 2006 hat bekannt­lich einen Stim­mungs­wan­del her­bei­ge­führt. Mei­ne Hoff­nung ist, dass auch die WM 2026 in der Hin­sicht zumin­dest einen klei­nen Bei­trag leis­ten kann.“

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