vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Roh­stoff­prei­se geben nach, lie­gen aber fast 80 Pro­zent über dem Vor-Corona-Niveau

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Rohstoffe
Symbolbild, Foto: Pixabay
Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im Juli den zwei­ten Monat in Fol­ge zurück­ge­gan­gen. Gegen­über Juni sank der Index um 4,5 Pro­zent auf 195,5 Punkte.

Auf­grund star­ker Anstie­ge in den Vor­mo­na­ten lie­gen die Prei­se jedoch wei­ter auf hohem Niveau. „Die sin­ken­den Prei­se sei­en noch kein Signal zum Auf­at­men. Im Ver­gleich zum Durch­schnitt des letz­ten Vor­kri­sen­jah­res 2019 lägen die Roh­stoff­prei­se für die baye­ri­sche Wirt­schaft sogar um fast 80 Pro­zent höher, ver­gli­chen mit dem Vor­jah­res­mo­nat Juli immer noch um knapp 30 Pro­zent, meint vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Die Belas­tun­gen für unse­re Unter­neh­men blei­ben mas­siv. Wir brau­chen hier drin­gend Ent­las­tun­gen. Auch eine dau­er­haf­te und ver­läss­li­che Frie­dens­lö­sung des Iran-Kriegs sind drin­gend nötig. Ein zuver­läs­si­ger Bezug von Roh­stof­fen zu bezahl­ba­ren Prei­sen ist grund­le­gend, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts zu sichern.“

Die Prei­se für Indus­trie­me­tal­le gin­gen im Juli um durch­schnitt­lich 4,4 Pro­zent gegen­über Juni zurück. Ver­ant­wort­lich dafür waren vor allem deut­li­che Preis­rück­gän­ge bei Alu­mi­ni­um (-8,8 Pro­zent) und Stahl­schrott (-7,0 Pro­zent). Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat Juli 2025 lagen die Kos­ten für die im Index ent­hal­te­nen Indus­trie­me­tal­le hin­ge­gen um knapp 30 Pro­zent höher. Den dra­ma­tischs­ten Zuwachs im Jah­res­ver­gleich ver­zeich­ne­te Wolf­ram (+457,5 Pro­zent). Mehr als dop­pelt so teu­er wur­den außer­dem Tan­tal (+162,6 Pro­zent), Lithi­um (+144,6 Pro­zent) und Indi­um (+126,8 Pro­zent). Die Prei­se für Chrom (-9,7 Pro­zent), Blei (-7,6 Pro­zent) und Titan (-2,7 Pro­zent) gaben gegen­über dem Vor­jahr hin­ge­gen nach. Die Prei­se für Edel­me­tal­le gin­gen im Juli erneut deut­lich um durch­schnitt­lich 7,5 Pro­zent zurück. Neben Sil­ber (-11,8 Pro­zent) wur­den auch Pla­tin (-6,0 Pro­zent) und Gold (-3,7 Pro­zent) güns­ti­ger. Aber im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat lag aber vor allem der Preis für Sil­ber (+56,0 Pro­zent) wei­ter­hin um eini­ges höher.

Der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden stieg im Juli, ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend, um 3,5 Pro­zent gegen­über Juni an. „Gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum lag der Index damit um knapp 50 Pro­zent höher. Sowohl im Ver­gleich zum Vor­mo­nat Juni als auch im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat Juli 2025 stie­gen die Prei­se für das unter ande­rem in der Elek­tronik­in­dus­trie und der Medi­zin­tech­nik ein­ge­setz­te Gado­li­ni­um mit einem Plus von 10,8 bezie­hungs­wei­se 118,7 Pro­zent am stärks­ten“, erläu­tert Brossardt.

Ange­sichts der hohen Roh­stoff­kos­ten und geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­hei­ten for­dert die vbw eine drin­gen­de poli­ti­sche Prio­ri­sie­rung der Roh­stoff­ver­sor­gung, um die indus­tri­el­le Basis in Bay­ern zu sichern. „Die Roh­stoff­ef­fi­zi­enz und ‑sub­sti­tu­ti­on muss wei­ter mit markt­ge­rech­ten Anrei­zen vor­an­ge­trie­ben wer­den, wäh­rend gleich­zei­tig neue Märk­te mit gleich­wer­ti­gen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen erschlos­sen wer­den müs­sen. Statt einer schlei­chen­den Deindus­tria­li­sie­rung brau­chen wir jetzt die Wei­chen­stel­lung hin zu einer Reindus­tria­li­sie­rung“, sagt Bros­sardt abschließend.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

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