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Industrie

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Rekord­hoch bei Roh­stoff­prei­sen im April – Belas­tung für die Indus­trie wächst weiter

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. leg­te im April 2026 gegen­über März um 4,3 Pro­zent auf einen neu­en Höchst­stand von 202,1 Punk­ten zu, wie die vbw mit­teilt. Damit wach­se die Belas­tung für die Indus­trie weiter.

„Die Roh­stoff­prei­se haben ein neu­es All­zeit­hoch erreicht und das bis­he­ri­ge Rekord­ni­veau aus dem März 2022 über­schrit­ten. Die Dyna­mik der ver­gan­ge­nen Mona­te setzt sich fort und ver­schärft die ohne­hin ange­spann­te Lage für die Unter­neh­men im Frei­staat wei­ter“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Der Teil­in­dex für Indus­trie­me­tal­le stieg im April um 4,5 Pro­zent. Beson­ders stark ver­teu­er­te sich Ger­ma­ni­um (+16, 7 Pro­zent), das unter ande­rem für die Her­stel­lung von Halb­lei­tern und Solar­zel­len rele­vant ist. Auch Alu­mi­ni­um wur­de mit einem Anstieg von 6,6 Pro­zent merk­lich teu­rer. Im Ver­gleich zum April 2025 zeigt sich eine extre­me Ent­wick­lung bei ein­zel­nen Roh­stof­fen: „Der Preis für Wolf­ram stieg im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 642,7 Pro­zent – und damit um mehr als das Sie­ben­fa­che inner­halb eines Jah­res. Das knap­pe Ange­bot trifft auf eine stark wach­sen­de Nach­fra­ge aus der Tech­no­lo­gie- und Rüs­tungs­in­dus­trie. Wolf­ram wird unter ande­rem bei der Her­stel­lung von KI-Chips und moder­nen Waf­fen ein­ge­setzt. Alu­mi­ni­um ver­teu­er­te sich im Jah­res­ver­gleich um 50,9 Pro­zent. Das belas­tet die Unter­neh­men im Frei­staat beson­ders stark, da Alu­mi­ni­um in vie­len indus­tri­el­len Anwen­dun­gen unver­zicht­bar ist und die Pro­duk­ti­ons­kos­ten ent­spre­chend deut­lich stei­gen“, so Brossardt.

Ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend ging der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden im April um 3,3 Pro­zent zurück. Deut­lich güns­ti­ger waren vor allem Sama­ri­um (-37,6 Pro­zent) und Pra­seo­dym (-11,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig kam es bei ein­zel­nen Roh­stof­fen wie Gado­li­ni­um (+17,5 Pro­zent) und Ceri­um (+11,5 Pro­zent) zu spür­ba­ren Preis­an­stie­gen. Auch die Prei­se für Edel­me­tal­le gaben im April nach. Der ent­spre­chen­de Teil­in­dex sank gegen­über März um 2,5 Pro­zent. Neben Gold (-2,8 Pro­zent) ver­güns­tig­te sich auch Sil­ber (-2,6 Pro­zent). Im Vor­jah­res­ver­gleich blieb ins­be­son­de­re Sil­ber jedoch auf einem sehr hohen Niveau und ist wei­ter­hin mehr als dop­pelt so teu­er (+135,4 Prozent).

Ange­sichts der anhal­tend hohen Prei­se for­dert die vbw, den Bezug von Roh­stof­fen poli­tisch zu prio­ri­sie­ren. „Wir müs­sen unse­re Abhän­gig­kei­ten redu­zie­ren, Lie­fer­ket­ten brei­ter auf­stel­len und die Kreis­lauf­wirt­schaft kon­se­quent stär­ken. Nur so kön­nen wir die Ver­sor­gungs­si­cher­heit lang­fris­tig gewähr­leis­ten und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Unter­neh­men sichern“, betont Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

IHK-Prä­si­dent Dr. Micha­el Waas­ner mahnt drin­gen­de Refor­men an

Ober­fran­ken: 15.252 Indus­trie­ar­beits­plät­ze seit 2019 verloren

Ober­fran­ken hat 15.252 Indus­trie­ar­beits­plät­ze seit dem Jahr 2019 ver­lo­ren, teilt die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit und bezieht sich bei den Berech­nun­gen auf Daten des Baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik zu den sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftigten.

„Die Deindus­tria­li­sie­rung Ober­fran­kens schrei­tet unge­bremst vor­an“, warnt Dr. Micha­el Waas­ner, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. „Allei­ne von 2024 auf 2025 gin­gen 3.764 Indus­trie­ar­beits­plät­ze ver­lo­ren. Damit sum­mie­ren sich die Beschäf­tig­ten­ver­lus­te in der Indus­trie seit 2019 auf 15.252.“ Dr. Waas­ner mahnt drin­gend eine Ertüch­ti­gung des Stand­or­tes Deutsch­land an.

Der Beschäf­tig­ten­ab­bau um 15.252 oder 11,1 Pro­zent ent­spricht in etwa den Ein­woh­ner­zah­len von Städ­ten wie Kro­nach (16.600), Selb (14.700), Peg­nitz (13.700) oder Hirschaid (12.400). Hin­zu kom­me ein Abbau von 1.406 Beschäf­tig­ten seit 2019 bei den “wirt­schaft­li­chen Dienst­leis­tun­gen” – nicht zuletzt, weil Auf­trä­ge aus der Indus­trie ausblieben.


Zahl der Indus­trie­be­schäf­tig­ten in Ober­fran­ken auf his­to­ri­schem Tief

„Mit 121.545 hat die Zahl der Beschäf­tig­ten im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be einen his­to­ri­schen Tiefst­stand erreicht“, so Dr. Waas­ner. „Unse­re schlimms­ten Befürch­tun­gen sind lei­der eingetreten.“

Für die­se besorg­nis­er­re­gen­de Ent­wick­lung gebe es drei Haupt­grün­de: die schlech­ten Stand­ort­be­din­gun­gen für die Indus­trie, die unsi­che­ren inter­na­tio­na­len Märk­te und die Kri­se der deut­schen Auto­mo­bil­her­stel­ler, die voll auf die über 200 Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer in Ober­fran­ken durchschlage.

Zwar gebe es laut Berech­nun­gen der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth Zuwäch­se in ande­ren Wirt­schafts­zwei­gen, aber die reich­ten nicht aus, um die Ver­lus­te in der Indus­trie zu kom­pen­sie­ren, etwa in der öffent­li­chen Ver­wal­tung (+5.741 seit 2019), im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen (+3.342), im Bereich Ver­kehr und Logis­tik (+2.566), Erzie­hung und Unter­richt (+2.557) oder den frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen (+2.134) Die Gesamt­zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten ist zwi­schen 2019 und 2025 mit einem Plus mit 4.224 oder 1,0 Pro­zent noch leicht gestie­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr gin­gen in der Sum­me 1.858 Arbeits­plät­ze verloren.

Ber­lin habe ers­te Wei­chen gestellt, aber das rei­che bei wei­tem nicht aus. Dr. Waas­ner for­dert ent­schlos­se­nes Han­deln: „Arbeits­kos­ten, Steu­er- und Abga­ben­last sowie Büro­kra­tie müs­sen run­ter, Pla­nungs­si­cher­heit und Infra­struk­tur­aus­ga­ben rauf!“ Er erin­nert an die Agen­da 2010: Damals wur­de Deutsch­land vom „kran­ken Mann“ zur wirt­schaft­li­chen Loko­mo­ti­ve Euro­pas. Ober­fran­ken pro­fi­tier­te davon erheb­lich – die Arbeits­lo­sig­keit sank, die Beschäf­ti­gung stieg.

Aber nicht nur in Brüs­sel, Ber­lin und Mün­chen müss­ten die Wei­chen für die Zukunft gestellt wer­den, son­dern auch auf kom­mu­na­ler Ebe­ne. „Noch mehr als bis­her müs­sen auch in der Kom­mu­nal­po­li­tik bei jeder Ent­schei­dung Aus­wir­kun­gen auf den Stand­ort und die Wirt­schaft mit­ge­dacht wer­den”, so Dr. Waas­ner mit einem Appell an alle neu oder wie­der gewähl­ten Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und ‑poli­ti­ker.

Deutsch­land brau­che Ant­wor­ten auf eine sich radi­kal ver­än­der­te Welt­ord­nung, den immer här­ter wer­den­den inter­na­tio­na­len Wett­be­werb und den demo­gra­fi­schen Wan­del. „Jetzt braucht es wie­der einen Kraft­akt, die Lage ist so ernst wie sel­ten zuvor“, macht Dr. Waas­ner deut­lich. „Wir brau­chen ein Jahr der Refor­men, eine Agen­da 2030, eine Agen­da für mehr Wachs­tum. Unse­re Unter­neh­men brau­chen wie­der eine ver­läss­li­che Zukunfts­per­spek­ti­ve. Und zwar jetzt!“

Umsatz­rück­gang liegt nicht nur an der Corona-Pandemie 

Bam­ber­ger Indus­trie unter Druck

Die Indus­trie im Raum Bam­berg hat nicht nur unter der Coro­na-Pan­de­mie gelit­ten, son­dern hat auch mit struk­tu­rel­len Pro­ble­men zu kämp­fen. Dies zeigt ein von der IHK für Ober­fran­ken vor­ge­nom­me­ner Ver­gleich der Umsatz­ent­wick­lung 2021 gegen­über 2019.

„Vom Ein­bruch 2020 hat sich die Indus­trie im IHK-Gre­mi­um Bam­berg wie­der erholt, erreicht aber noch nicht die Ergeb­nis­se von 2019”, fasst Son­ja Weig­and, Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se einer aktu­el­len IHK-Ana­ly­se zusammen.

Dass die Umsatz­ent­wick­lung in den Indus­trie­be­trie­ben ab 50 Beschäf­tig­ten in den ers­ten zehn Mona­ten 2021 gegen­über 2020 deut­lich zuge­nom­men hat, ist auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie nicht über­ra­schend, war die Umsatz­ent­wick­lung doch gera­de im zwei­ten und drit­ten Quar­tal 2020 stark ein­ge­bro­chen. Dass vie­le Indus­trie­be­trie­be aber nicht nur durch die Coro­na-Pan­de­mie unter Druck gera­ten sind, son­dern der Wirt­schafts­raum Bam­berg auch mit struk­tu­rel­len Pro­ble­men zu kämp­fen hat, zeigt ein Ver­gleich der Umsatz­ent­wick­lung 2021 gegen­über 2019. Auch in die­sem Zeit­raum ging der Umsatz um 8,2 Pro­zent zurück.

Bei den Unter­neh­men in der Stadt lag der Umsatz­rück­gang bei 5,3 Pro­zent, im Land­kreis sogar bei 10,9 Pro­zent. Auf­fäl­lig: Im Land­kreis Bam­berg ist der Umsatz bereits seit 2018 rück­läu­fig, in der Stadt – nach einer leich­ten Erho­lung 2019 – bereits seit 2016. Ins­ge­samt erwirt­schaf­te­ten die Unter­neh­men 2021 bis ein­schließ­lich Okto­ber einen Umsatz in Höhe von 3,53 Mil­li­ar­den Euro, davon 1,79 Mil­li­ar­den Euro in der Stadt und 1,75 Mil­li­ar­den im Landkreis.


Struk­tur­wan­del der Kfz-Zulie­fer­indus­trie setzt Regi­on ver­stärkt unter Druck

„Die Auto­mo­bil­in­dus­trie befin­det sich mit­ten in einem Struk­tur­wan­del, was auch die Zulie­fe­rer im Raum Bam­berg deut­lich zu spü­ren bekom­men”, so Weig­and. „Hin­zu kom­men die Lie­fer­eng­päs­se, die in den ver­gan­ge­nen Mona­ten noch­mals deut­lich zuge­nom­men haben.”


Weni­ger Exporte

Rück­gän­ge ver­zeich­nen die Indus­trie­un­ter­neh­men im Wirt­schafts­raum Bam­berg dabei vor allem bei den Expor­ten, die gegen­über 2019 um 13,6 Pro­zent zurück­ge­gan­gen sind.
Die­se Ent­wick­lung blieb nicht ohne Aus­wir­kun­gen auf die Beschäf­tig­ten­zah­len, die zuletzt bei 22.439 lagen. Um 5,5 Pro­zent ist die Beschäf­tig­ten­zahl in den ers­ten zehn Mona­ten des Jah­res 2021 gegen­über dem Vor­jahr gesun­ken. Gegen­über 2019 – also dem Vor-Coro­na­jahr – liegt der Beschäf­tig­ten­rück­gang sogar bei 8,4 Prozent.

Der Druck nimmt zu

Fach­kräf­te­man­gel wird für immer mehr Unter­neh­men zum ech­ten Problem

Der wach­sen­de Fach­kräf­te­man­gel ist in Ober­fran­ken längst ange­kom­men. Ein Blick auf die Detail­ergeb­nis­se der jüngs­ten Kon­junk­tur­be­fra­gung der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth zeigt, dass das Pro­blem immer drän­gen­der wird, in man­chen Bran­chen sogar mit dra­ma­ti­schen Folgen.

„Nur jedes fünf­te Unter­neh­men, das der­zeit offe­ne Stel­len anbie­tet, kann die­se auch tat­säch­lich beset­zen”, erläu­tert IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.

Der Fach­kräf­te­man­gel hat vie­le Grün­de. So sorgt die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung dafür, dass in Ober­fran­ken immer weni­ger Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer zur Ver­fü­gung ste­hen. Außer­dem hat bei jun­gen Men­schen der Wunsch nach einer aka­de­mi­schen Aus­bil­dung häu­fig Vor­rang vor einem beruf­li­chen Bil­dungs­weg. Auch Poten­zia­le aus Nach­bar­re­gio­nen, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten als Fach­kräf­te­quel­le genutzt wer­den konn­ten, etwa die neu­en Bun­des­län­der oder die Tsche­chi­sche Repu­blik, sind weit­ge­hend aus­ge­schöpft, da gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te längst auch dort Arbeit finden.


Fach­kräf­te­man­gel als Risi­ko für die wirt­schaft­li­che Entwicklung

In der aktu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge stu­fen 61 Pro­zent aller befrag­ten Unter­neh­men den Fach­kräf­te­man­gel als unter­neh­me­ri­sches Risi­ko für die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ein. Das sind 13 Pro­zent­punk­te mehr als noch im Janu­ar 2021, also vor Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie. 49 Pro­zent der Befrag­ten berich­ten aktu­ell, dass sie der­zeit offe­ne Stel­len län­ger­fris­tig nicht beset­zen kön­nen, 12 Pro­zent sehen kei­ne Pro­ble­me, 39 Pro­zent haben der­zeit kei­nen Per­so­nal­be­darf, suchen also auch nicht.


80 Pro­zent der Unter­neh­men mit frei­en Stel­len kön­nen die­se nicht besetzen

„Betrach­tet man nur die Unter­neh­men, die der­zeit tat­säch­lich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter auf dem Arbeits­markt suchen, dann kön­nen unter dem Strich der­zeit 80 Pro­zent der Unter­neh­men mit offe­nen Stel­len die­se län­ger­fris­tig nicht beset­zen. Der Fach­kräf­te­man­gel wird immer mehr zum Hemm­schuh für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung”, so IHK-Kon­junk­tur­re­fe­rent Mal­te Tie­de­mann. Beson­ders betrof­fen sind das Bau­ge­wer­be, die Logis­tik- und die Tou­ris­mus­wirt­schaft. „Die Frus­tra­ti­on der Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer nimmt zu. Vie­le füh­len sich der Situa­ti­on macht­los aus­ge­lie­fert, weil sie Auf­trä­ge wegen Per­so­nal­man­gels ableh­nen müs­sen”, so Hohenner.


Droht ein Sze­na­rio wie in Großbritannien?

Die Coro­na-Pan­de­mie hat das Pro­blem ver­schärft. Vie­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den von Coro­na beson­ders betrof­fe­nen Bran­chen haben wäh­rend der Pan­de­mie neue Arbeits­plät­ze in ande­ren Bran­chen gefun­den. Der Auf­schwung nach der Kri­se ver­stärkt den Druck auf den Arbeits­markt. Die Fol­ge sind lan­ge War­te­zei­ten auf dem Bau, mehr Ruhe­ta­ge oder Besu­cher­be­gren­zun­gen in der Gas­tro­no­mie oder der Kapa­zi­täts­an­pas­sun­gen in Spe­di­tio­nen. Selbst Betriebs­auf­ga­ben gibt es inzwi­schen auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels. Hohen­ner: „Zustän­de wie in Groß­bri­tan­ni­en, wo wegen feh­len­der Lkw-Fah­rer die Ver­sor­gung zum Teil zusam­men­ge­bro­chen ist, kön­nen auf Dau­er auch bei uns nicht mehr völ­lig aus­ge­schlos­sen werden.”


Unter­neh­men set­zen auf Ausbildung

Auf die Schnel­le wird sich das Struk­tur­pro­blem feh­len­der Fach­kräf­te nicht lösen las­sen. Die Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth set­zen vor allem auf die ver­stärk­te Aus­bil­dung des eige­nen Nach­wuch­ses (55 Pro­zent) und eine Stei­ge­rung der Arbeit­ge­ber­at­trak­ti­vi­tät (49 Pro­zent). Für 35 Pro­zent könn­te die Ein­stel­lung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land (35 Pro­zent) Teil der Lösung sein. „Hier brau­chen unse­re Unter­neh­men aber bes­se­re Hil­fe­stel­lung, um aus­län­di­sche Fach­kräf­te ziel­ge­nau anspre­chen und gewin­nen zu kön­nen. Auch ist es drin­gend erfor­der­lich, den büro­kra­ti­schen Auf­wand bei der Gewin­nung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land zu redu­zie­ren”, so Hohenner.

31 von 196 Kom­mu­nen erhö­hen Realsteuerhebesätze

Kom­mu­nen in der Klem­me brin­gen Unter­neh­men in die Klemme

2021 war aus finan­zi­el­ler Sicht für die meis­ten Kom­mu­nen coro­nabe­dingt alles ande­re als ein Zucker­schle­cken. Wich­tigs­te Stell­schrau­ben für die Kom­mu­nen auf der Ein­nah­men­sei­te sind die Real­steu­er­he­be­sät­ze. Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth hat die Kom­mu­nen befragt, wie sich 2021 die Hebe­sät­ze ent­wi­ckelt haben.

31 Gemein­den der 196 im Ein­zugs­ge­biet der IHK haben ent­spre­chen­de Erhö­hun­gen vor­ge­nom­men. „Die Erhö­hung der Real­steu­ern in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie ist aus Sicht der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer für Ober­fran­ken Bay­reuth beson­ders bedenk­lich”, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohen­ner. „Die Coro­na-Kri­se belas­tet unse­re Mit­glieds­un­ter­neh­men in beson­de­rem Maße, die der­zeit teil­wei­se erheb­li­che Gewinn­ein­bu­ßen ver­zeich­nen müs­sen. Durch hohe Real­steu­er­he­be­sät­ze fließt im Ergeb­nis zusätz­li­ches Geld bei den Unter­neh­men ab. Steu­er­erhö­hun­gen für Unter­neh­men, gehen daher immer zu Las­ten von Sub­stanz und Liqui­di­tät und schla­gen sich nega­tiv auf die Inves­ti­tio­nen durch. Für die Unter­neh­men wer­den so die Vor­aus­set­zun­gen erschwert, Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze zu schaf­fen und zu erhalten.”


IHK-Umfra­ge zeigt eine Viel­zahl von Erhö­hun­gen auf

Zu den Real­steu­ern zäh­len neben der Gewer­be­steu­er auch die Grund­steu­ern A und B, erläu­tert Andre­as Wand­ner, Refe­rats­lei­ter Steu­ern, Finan­zen, Han­dels­re­gis­ter bei der IHK. „Bei 31 der 196 Gemein­den im Kam­mer­be­zirk gab es 2021 Erhö­hun­gen. Dage­gen hat kei­ne Gemein­de Sen­kun­gen vor­ge­nom­men.” Im Vor­jahr gab es 14 Erhö­hun­gen und zwei Sen­kun­gen. Die Ände­run­gen fal­len regio­nal unter­schied­lich aus. Wand­ner: „2021 gab es aber kein ein­zi­ges IHK-Gre­mi­um, in des­sen Ein­zugs­ge­biet alle Real­steu­ern kon­stant geblie­ben sind.”

Im Ein­zel­nen wur­de, so die Ergeb­nis­se der IHK-Umfra­ge, in 16 Kom­mu­nen die Gewer­be­steu­er erhöht. Die Grund­steu­er A wur­de in 21 und die Grund­steu­er B in 25 Fäl­len ange­ho­ben. Sen­kun­gen wur­den von kei­ner ein­zi­gen Gemein­de vor­ge­nom­men. „Der poli­ti­sche Fokus bei den Real­steu­ern liegt wei­ter­hin auf der Grund­steu­er­re­form. Bay­ern will hier­bei von der Öff­nungs­klau­sel Gebrauch machen und hat ein eige­nes Grund­steu­er­ge­setz im Ent­wurf vor­ge­legt”, so Wandner.


2021: Deut­li­che Erhö­hung bei den Realsteuern

Im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren lässt sich 2021 eine deut­li­che­re Erhö­hung bei den Real­steu­ern aus­ma­chen. Zudem pla­nen der­zeit bereits neun Gemein­den im Ein­zugs­ge­biet der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth Erhö­hun­gen für 2022. Ein aus Sicht der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft wün­schens­wer­ter rück­läu­fi­ger Trend kann daher der­zeit nicht aus­ge­macht wer­den. Hohen­ner: „Die Kom­mu­nen ste­cken in der Zwick­müh­le. Einer­seits benö­ti­gen sie Ein­nah­men, nen­nens­wer­te Mehr­ein­nah­men las­sen sich dabei eigent­lich nur über die Real­steu­er­he­be­sät­ze errei­chen. Ande­rer­seits müs­sen bei einer Erhö­hung der Hebe­sät­ze die Unter­neh­men vor Ort blu­ten, die coro­nabe­dingt in den meis­ten Fäl­len sowie­so bereits stark unter Druck stehen.”


Gro­ße regio­na­le Unterschiede

Im Schnitt am höchs­ten ist der Gewer­be­steu­er-Hebe­satz, so Wand­ner, der Pro­jekt­lei­ter der Umfra­ge, in den Kom­mu­nen im IHK-Gre­mi­um Forch­heim mit 374,5 Punk­ten, gefolgt von den Kom­mu­nen in den IHK-Gre­mi­en Bay­reuth mit 361,5 Punk­ten und Lich­ten­fels mit 360,9 Punk­ten. Die nied­rigs­ten Hebe­sät­ze haben im Schnitt die Kom­mu­nen im IHK-Gre­mi­um Kro­nach mit 325,1 Punk­ten und Kulm­bach mit 331,4 Punk­ten. Im Schnitt ver­zeich­ne­te der IHK-Kam­mer­be­zirk gegen­über 2020 ein Plus von 2,3 Pro­zent­punk­ten auf 351,9. 2010 lag der Schnitt noch bei 331,2 Punkten.

Mit 400 Pro­zent­punk­ten den höchs­ten Gewer­be­steu­er­he­be­satz wei­sen Bisch­berg und Gerach (bei­de Land­kreis Bam­berg), Emt­manns­berg (Land­kreis Bay­reuth), Hal­lern­dorf, Igens­dorf und Pox­dorf (Land­kreis Forch­heim) und die Stadt Hof auf. Mit 250 Pro­zent­punk­ten ver­zeich­net Rei­chen­bach den nied­rigs­ten Gewerbesteuerhebesatz.


Erhö­hung der Hebe­sät­ze geht bei Unter­neh­mern ins Geld

Der Gewer­be­er­trag wird mit bin­den­der Wir­kung durch die Finanz­ver­wal­tung für die jewei­li­ge Kom­mu­ne ermit­telt. Als Berech­nungs­grund­la­ge gilt der steu­er­recht­li­che Gewinn. Die­ser Betrag wird mit der bun­des­weit ein­heit­li­chen Gewer­be­steu­er­mess­zahl von 3,5 Pro­zent mul­ti­pli­ziert. Die­ser Gewer­be­steu­er­mess­be­trag wird schließ­lich mit dem Gewer­be­steu­er­he­be­satz mul­ti­pli­ziert. Beträgt ein Hebe­satz bei­spiels­wei­se 400 Pro­zent­punk­te, so wird der die­ser mit dem Fak­tor 3,5 mul­ti­pli­ziert. Bei einem Hebe­satz von 400 bedeu­tet das 400 x 3,5. Das Unter­neh­men muss also 14 Pro­zent des jähr­li­chen Ertrags an sei­ne Gemein­de abtre­ten. Ein­zel­un­ter­neh­men und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten haben einen Frei­be­trag in Höhe von 24.500 Euro, Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, also etwa einer GmbH, steht kein Frei­be­trag zu.


Grund­steu­er B. Teil­wei­se spür­ba­re Erhöhung

20 Gemein­den haben 2021 sowohl Grund­steu­er A als auch Grund­steu­er B erhöht, zwei Gemein­den die Grund­steu­er A und fünf die Grund­steu­er B. Beson­ders hoch fie­len die Erhö­hun­gen bei der Grund­steu­er B dabei in der Stadt Bam­berg aus mit einer Erhö­hung um 110 auf 535 sowie in Igens­dorf (Land­kreis Forch­heim) mit einer Erhö­hung um 70 auf 410 Punk­te. Bam­berg ver­zeich­net nach die­ser Erhö­hung den höchs­ten Hebe­satz bei der Grund­steu­er B. Im benach­bar­ten Hall­stadt liegt der Hebe­satz mit 250 Punk­ten am niedrigsten.

Wäh­rend die Grund­steu­er A für agra­risch genutz­ten Boden anfällt, fällt die Grund­steu­er B bei bau­lich genutz­tem Boden an.


Kom­mu­nen: Nur weni­ge Stell­schrau­ben für Mehreinnahmen

Die Kom­mu­nen sind haus­halts­recht­lich deut­lich stär­ker beschränkt als Bund und Län­der. Die Mög­lich­keit einer unbe­grenz­ten Kre­dit­fi­nan­zie­rung in Not­fäl­len ist ihnen nicht gewährt. Haupt­ein­nah­me­quel­len der Kom­mu­nen sind einer­seits Zuwei­sun­gen von Bund und Land, ande­rer­seits kom­mu­na­le Steu­er­ein­nah­men. Bei den Steu­ern spie­len die Gewer­be­steu­er und die Ein­kom­mens­steu­er die wich­tigs­te Rol­le, dahin­ter fol­gen die Grund­steu­ern und die Umsatz­steu­er. Den Kom­mu­nen ste­hen als Stell­schrau­ben bei den genann­ten Steu­ern in ers­ter Linie die Gewer­be­steu­er und die Grund­steu­er zur Ver­fü­gung. Bei der Ein­kom­mens­steu­er und der Umsatz­steu­er han­delt es sich um einen fest­ge­leg­ten Anteil an den ent­spre­chen­den Steuererträgen.

Vor allem die Aus­lands­nach­fra­ge beflügelt

Ober­frän­ki­sche Indus­trie wie­der auf Kurs

„Die ober­frän­ki­sche Indus­trie hat den Coro­na-Schock offen­sicht­lich über­wun­den”, so Gabrie­le Hohen­ner, Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Der Umsatz im zwei­ten Quar­tal 2021 lag nicht nur 29,1 Pro­zent über dem Wert von 2020, son­dern auch 1,9 Pro­zent über dem zwei­ten Quar­tal 2019.

Nach dem Umsatz­ein­bruch von über 20 Pro­zent im Juni 2020 hat sich die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft wie­der schnell erholt. Die Sta­bi­li­sie­rung wur­de dabei ins­be­son­de­re von der Aus­lands­nach­fra­ge getra­gen. „Wie hoch der Umsatz­zu­wachs ohne die aktu­el­len Eng­päs­se bei der Roh­stoff­be­schaf­fung und den Kapa­zi­täts­aus­fäl­len bei Con­tai­nern wären, lässt sich nicht quan­ti­fi­zie­ren”, so Hohen­ner. Mit 6,0 Mil­li­ar­den Euro liegt der Umsatz im 2. Quar­tal 2021 rund 1,3 Mil­li­ar­den Euro über dem Wert vom zwei­ten Quar­tal 2020 und immer­hin 112 Mil­lio­nen Euro über dem Ergeb­nis von 2019.


Umsatz­zu­wachs auch gegen­über Vor-Coro­na-Jahr 2019

Gegen­über dem zwei­ten Quar­tal 2019 leg­ten vor allem die Kfz-Zulie­fe­rer mit einem Plus von 58 Pro­zent zu. Die­se stan­den bereits 2019 enorm unter Druck, hier ist zunächst eine Sta­bi­li­sie­rung bei der Nach­fra­ge erfolgt. Teil­wei­se ist die­ser Zuwachs auf einen sta­tis­ti­schen Effekt zurück­zu­füh­ren. Aber auch die Her­stel­ler von Glas und Kera­mik, Tex­ti­li­en und che­mi­schen Erzeug­nis­sen leg­ten in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren zwei­stel­lig zu. Spür­ba­re Ein­brü­che hat­ten vor allem die Dru­cke­rei­en und die Her­stel­ler von Möbeln zu verzeichnen.

„Damit hat Ober­fran­ken die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie noch längst nicht über­wun­den, da etwa Ein­zel­han­del, Gas­tro­no­mie und Beher­ber­gungs­ge­wer­be, aber auch Mes­se­bau­er und ‑ver­an­stal­ter oder Schau­stel­ler die Aus­wir­kun­gen von Coro­na oft noch sehr deut­lich spü­ren”, so Hohenner.

Aber zumin­dest scheint sich die Ent­wick­lung in der Indus­trie sta­bi­li­siert zu haben. Dass die Ampeln dort wei­ter auf Grün ste­hen, zei­gen auch die Ergeb­nis­se der letz­ten IHK-Kon­junk­tur­be­fra­gung, wo sich die Indus­trie­un­ter­neh­men für das Jahr 2021 opti­mis­tisch äußern.

Lie­fer­eng­päs­se und Preis­stei­ge­run­gen bei Rohprodukten

Vol­le Auf­trags­bü­cher und doch Kurzarbeit?

Seit 2019 sind die Prei­se bei etli­chen Roh­stof­fen laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt regel­recht explo­diert, Kurz­ar­beit ist daher trotz vol­ler Auf­trags­bü­cher lei­der die bit­te­re Wahr­heit laut der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

In vie­len Bran­chen besteht eine hohe Nach­fra­ge, etwa im Bau­sek­tor oder auch in vie­len Indus­trie­bran­chen, ob bei Kfz-Zulie­fe­rern, in der Kunst­stoff- oder der Stahl­ver­ar­bei­tung. Gleich­zei­tig sind Roh­stof­fe und Halb­wa­ren nur mit erheb­li­chen Lie­fer­fris­ten oder gar nicht erhält­lich. Hohen­ner: „Aktu­ell stei­gen die Erzeu­ger­prei­se so stark an wie zuletzt bei der zwei­ten Ölkri­se 1982. Eine beängs­ti­gen­de Entwicklung.”

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­licht monat­lich für über 1.500 Roh­stof­fe Preis­in­di­zes. Seit 2019 sind die Prei­se bei etli­chen Pro­duk­ten regel­recht explo­diert, etwa bei Holz, Stahl oder Kup­fer, aber auch bei elek­tro­ni­schen Bau­tei­len wie Chips oder Halb­lei­tern, bei Dämm­stof­fen, selbst bei Kron­kor­ken. Die Prei­se sind in vie­len Fäl­len um 50 Pro­zent und mehr angestiegen.


Holz: Viel­schich­ti­ge Grün­de für Knappheit

Das Bei­spiel Holz zeigt, wel­che Aus­wir­kun­gen die Pro­dukt­knapp­heit hat. „Sehr stark betrof­fen sind hier nicht nur die Bau­in­dus­trie und ‑hand­werk, son­dern inzwi­schen prak­tisch alle Bran­chen, weil auch Holz­pa­let­ten und Holz­pack­mit­tel knapp wer­den”, so Peter Beli­na von der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Die Grün­de für die aktu­el­le Situa­ti­on sind viel­fäl­tig. Beim Holz etwa kom­men gleich eini­ge Aspek­te zusam­men. Dass die Nach­fra­ge enorm ange­stie­gen ist, liegt nicht zuletzt dar­an, dass vor allem Chi­na und die USA Kon­junk­tur­pro­gram­me auf­ge­legt haben, wodurch die Nach­fra­ge enorm ange­stie­gen ist. Ande­rer­seits steht weni­ger wei­ter­ver­ar­beit­ba­res Holz zur Ver­fü­gung. Durch die extre­me Tro­cken­heit der ver­gan­ge­nen Jah­re sei der Bor­ken­kä­fer­be­fall in Mit­tel­eu­ro­pa sehr hoch, dadurch steht weni­ger Holz zur Wei­ter­ver­ar­bei­tung zur Ver­fü­gung. In den USA und Kana­da und Russ­land wüten Wald­brän­de. Russ­land schließ­lich hat einen Export­stopp von Holz nach Chi­na verhängt.


Stahl: Nach­fra­ge in Chi­na sehr stark gestiegen

Chi­na war bis vor zwei Jah­ren größ­ter Expor­teur von Stahl, das Land hat bei der Pro­duk­ti­on einen Welt­markt­an­teil von 50 Pro­zent. Seit eini­gen Mona­ten impor­tiert das Land Stahl. Hohen­ner: „Die Aus­wir­kun­gen bekom­men wir auch in Euro­pa zu spüren.”


Was­ser und Feu­er brem­sen Chipproduktion

Beli­na: „Ganz ande­re Grün­de gibt es für die Eng­päs­se bei Chips und Halb­lei­tern.” Für die Pro­duk­ti­on wer­de viel Was­ser benö­tigt, auf­grund einer extre­men Dür­re in Tai­wan, einem der Haupt­ex­port­län­der, muss­te dort die Pro­duk­ti­on mona­te­lang redu­ziert wer­den. Der Brand in einem gro­ßen Chip­werk in Japan habe zu wei­te­ren Eng­päs­sen geführt. Euro­pa und vor allem die Kfz-Her­stel­ler wol­len unab­hän­gi­ger von den asia­ti­schen Vor­lie­fe­ran­ten wer­den, eine sol­che Wen­de lässt sich aber nicht kurz­fris­tig realisieren.


Wei­ter­hin knap­pe Trans­port­ka­pa­zi­tä­ten aus Fernost

Hin­zu kom­men außer­or­dent­li­che Eng­päs­se und Preis­stei­ge­run­gen beim Con­tai­ner­ver­kehr etwa zwi­schen Chi­na und Euro­pa. Der SCFI-Index (Shang­hai Con­tai­ne­ri­zed Freigt Index) zeigt, dass die Prei­se Ende Juli rund vier­mal so hoch waren wie 2019, Ten­denz wei­ter stei­gend. Welt­weit ist der Bau von über 300 Con­tai­ner­schif­fen in Auf­trag gege­ben, aber auch deren Rea­li­sie­rung benö­tigt Jahre.

„Die Lie­fer­ket­ten wer­den die Kon­junk­tur noch über Mona­te beschäf­ti­gen. Kurz­fris­ti­ge Lösun­gen sind nicht in Sicht”, macht Hohen­ner deut­lich. „Gene­rell wächst die Erkennt­nis, dass Euro­pa unab­hän­gi­ger wer­den muss etwa von Lie­fe­ran­ten aus Fern­ost. Auch das Recy­cling von Pro­duk­ten wird wich­ti­ger werden.”

In ers­ten Bran­chen erfolgt bereits eine Neu­aus­rich­tung bei den Lie­fer­ket­ten. Der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth berät hier­zu bereits etli­che Unter­neh­men in Koope­ra­ti­on mit den deut­schen Auslandshandelskammern.

Fami­li­en­ge­führ­te Unter­neh­men, Inno­va­tio­nen und Fle­xi­bi­li­tät als Erfolgsrezept

Ober­frän­ki­sche Indus­trie hat seit 2010 spür­bar zugelegt

Die Coro­na-Pan­de­mie hat gezeigt, dass die Indus­trie in Deutsch­land und auch in Ober­fran­ken wei­ter­hin eine Schlüs­sel­rol­le spielt. Die Indus­trie muss sich dabei aber mehr denn je zahl­rei­chen Her­aus­for­de­run­gen und Trans­for­ma­tio­nen stel­len. Vor die­sem Hin­ter­grund stellt sich die Fra­ge: Wo steht die ober­frän­ki­sche Industrie?

Eine Koali­ti­on von 17 star­ken Part­nern hat sich deutsch­land­weit im “Bünd­nis Zukunft der Indus­trie” zusam­men­ge­schlos­sen. Neben der IHK-Orga­ni­sa­ti­on gehö­ren auch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie, wei­te­re Ver­bän­de wie der BDI und der BDA sowie die Gewerk­schaf­ten die­sem Bünd­nis an.


Wel­che Rol­le spielt die Indus­trie in Oberfranken?

Wel­che Rol­le die Indus­trie in Ober­fran­ken spielt, machen zwei Zah­len deut­lich. Wäh­rend gera­de ein­mal 1,3 Pro­zent aller Ein­woh­ner Deutsch­lands in Ober­fran­ken leben, arbei­ten hier 2,5 Pro­zent aller Indus­trie­be­schäf­tig­ten. Auch ein Ver­gleich mit dem Saar­land lohnt sich. Die Ein­woh­ner­zahl Ober­fran­kens liegt zwar nur knapp 8 Pro­zent über dem des Bun­des­lan­des, aller­dings arbei­ten hier gut 60 Pro­zent mehr Men­schen in der Indus­trie, als im Saarland.

Wenn man also über die “Zukunft der Indus­trie” spricht, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf Ober­fran­ken. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren stieg die Beschäf­tig­ten­zahl in den Unter­neh­men mit 50 und mehr Mit­ar­bei­tern trotz Coro­na um 7,3 Pro­zent, der Umsatz sogar um 22,9 Prozent.

Beson­ders die Her­stel­ler von Daten­ver­ar­bei­tungs­ge­rä­ten und opti­schen Erzeug­nis­sen leg­ten zu (+68 Pro­zent) aber auch die Her­stel­ler von Kfz-Tei­len. (+64 Pro­zent). Hier ist zu beach­ten, dass in die­ser Spar­te nur Kfz-Her­stel­ler im enge­ren Sin­ne ent­hal­ten sind und es hier auf­grund sta­tis­ti­scher Umstel­lung auch zu einer Über­hö­hung der Zuwachs­ra­te kommt.


Was ist das Erfolgs­re­zept der ober­frän­ki­schen Wirtschaft?

Nach dem Erfolgs­re­zept der ober­frän­ki­schen Indus­trie befragt, muss Dr. Hein­rich Strunz, Vize­prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und Geschäfts­füh­rer der LAMILUX Hein­rich Strunz GmbH, nicht lan­ge über­le­gen: „Unse­re mit­tel­stän­di­schen fami­li­en­ge­führ­ten Unter­neh­men zeich­nen sich durch ihre unglaub­li­che Fle­xi­bi­li­tät und Anpas­sungs­fä­hig­keit aus.” Dies sei, ist sich Dr. Micha­el Waas­ner, IHK-Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer der Gebr. Waas­ner Elek­tro­tech­ni­schen Fabrik GmbH, sicher, nicht nur auf die schnel­len Ent­schei­dungs­we­ge zurück­zu­füh­ren. „Die weit über­durch­schnitt­li­che Patent­dich­te zeigt, dass die Unter­neh­men dafür auch etwas tun. Sie ver­su­chen, der Kon­kur­renz auch tech­no­lo­gisch immer um min­des­tens zwei oder drei Schrit­te vor­aus zu sein.”


Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen als Tüp­fel­chen auf dem i

An die­ser Stel­le kommt auch den ober­frän­ki­schen Uni­ver­si­tä­ren, Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen eine enor­me Rol­le zu, betont IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohen­ner. „Die­se Ein­rich­tun­gen und unse­re Indus­trie befruch­ten sich gegen­sei­tig. Her­aus­ra­gend die Pra­xis­ori­en­tie­rung von For­schung und Leh­re; zwei­fel­los längst ein bedeu­ten­der Standortfaktor.”

IHK-Prä­si­den­tin und Geschäfts­füh­re­rin der Den­sch­eil­mann + Wel­lein GmbH, Son­ja Weig­and, fasst zusam­men: „Berück­sich­tigt man dann noch Enga­ge­ment und Ein­satz­be­reit­schaft der Mit­ar­bei­ter, die bes­tens aus­ge­bau­te Infra­struk­tur und die zen­tra­le Lage der Regi­on, ist mir um die Zukunft der ober­frän­ki­schen Indus­trie nicht bange.”

2020 har­tes Jahr für ober­frän­ki­sche Exporteure

Coro­na, Trump, Brexit, Pkw-Nach­fra­ge– 2020 mit vie­len Herausforderungen

Im April und Mai ver­gan­ge­nen Jah­res waren von heu­te auf mor­gen alle Export­märk­te weg­ge­bro­chen, die ober­frän­ki­sche Indus­trie ver­kauf­te rund ein Drit­tel weni­ger als sonst ins Aus­land. Uner­war­tet schnell hat sich der Außen­han­del aber wie­der sta­bi­li­siert, im Dezem­ber 2020 wur­de sogar wie­der mehr expor­tiert, als im Vor­jah­res­mo­nat, so die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth in einer aktu­el­len Analyse.

Die Coro­na-Pan­de­mie hat beim ober­frän­ki­schen Export 2020 eine deut­li­che Spur hin­ter­las­sen. Zwar hat­te Ober­fran­ken bereits vor der Coro­na-Kri­se einen leich­ten Rück­gang beim Aus­lands­um­satz zu ver­zeich­nen, aller­dings folg­te im 2. Quar­tal mit ‑24,4 Pro­zent der stärks­te Ein­bruch seit der Finanz­kri­se 2009.


Ober­frän­ki­sche Export­wirt­schaft hat sich schnell wie­der erholt

Die ober­frän­ki­sche Export­wirt­schaft hat­te sich ver­gleichs­wei­se schnell von der aus­ge­präg­ten Nach­fra­ge­flau­te und dem Zusam­men­bruch der Lie­fer­ket­ten im April 2020 erholt. „Nach einem Minus von 28 Pro­zent im April und von 31 Pro­zent im Mai sta­bi­li­sier­te sich die Situa­ti­on im Juni bereits wie­der. Aber erst im Novem­ber und Dezem­ber haben die Expor­te wie­der das Vor­jah­res­ni­veau erreicht”, so Sara Fran­ke, Lei­te­rin Bereich International.

Die­sen Ver­lauf ver­zeich­ne­ten prak­tisch alle Bran­chen; mal stär­ker, mal schwä­cher aus­ge­prägt. Ganz anders die Ent­wick­lung im Bereich Glas und Kera­mik: Die­se Bran­che ver­zeich­ne­te im ers­ten und drit­ten Quar­tal ein Export­plus von rund 40 Pro­zent und im zwei­ten Quar­tal ein Plus von 15 Pro­zent. Dafür brach der Umsatz im 4. Quar­tal um 27 Pro­zent ein.


Kfz-Zulie­fe­rer beson­ders betroffen

Über das gan­ze Jahr hin­weg betrach­tet ging der ober­frän­ki­sche Aus­lands­um­satz um 10,5 Pro­zent auf 11,4 Mil­li­ar­den Euro zurück. Allen vor­an tru­gen die Kfz-Zulie­fe­rer und die Beklei­dungs­her­stel­ler mit einem deut­li­chen Export­rück­gang von über 20 Pro­zent zu die­ser Ent­wick­lung bei. Knapp dahin­ter fol­gen die Möbel­her­stel­ler, die Her­stel­ler che­mi­scher Erzeug­nis­se und der Maschi­nen­bau mit Export­rück­gän­gen von über 15 Pro­zent über das gan­ze Jahr hin­weg betrach­tet. „Das Jahr 2020 war etwa für die Auto­mo­bil- und die Beklei­dungs­in­dus­trie welt­weit ein schwe­res Jahr, da macht auch die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft lei­der kei­ne Aus­nah­me”, so Franke.

Aller­dings ver­zeich­ne­ten nicht alle Bran­chen einen Export­rück­gang. Die Her­stel­ler von Glas und Kera­mik konn­ten im abge­lau­fe­nen Jahr 14,8 Pro­zent mehr expor­tie­ren als 2019. Auch die Her­stel­ler von Tex­ti­li­en (+2,6 Pro­zent) und die Pro­du­zen­ten sons­ti­ger Waren (+3,9 Pro­zent) konn­ten ihre Expor­te steigern.


2021 mit schwa­chem Start

Fran­ke: „Anfang 2021 fing der Export­mo­tor wie­der zu stot­tern an, erst im März 2021 ver­zeich­net die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft mit einem Plus von 14 Pro­zent wie­der einen spür­ba­ren Anstieg, getra­gen in ers­ter Linie von den Kfz-Zulieferern.”


Baye­ri­sche Expor­te 2020 auf brei­ter Front rückläufig

Der Export­rück­gang im Jahr 2020 war nicht auf Ober­fran­ken beschränkt, wie die IHK für Ober­fran­ken in einer Ana­ly­se fest­stellt. In man­chen Län­dern konn­te die baye­ri­sche Wirt­schaft trotz der schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen ihre Posi­ti­on aus­bau­en. Ins­ge­samt ging das Export­vo­lu­men aller­dings um 11,3 Pro­zent zurück.

Die Export­ent­wick­lung Bay­erns hat­te 2020 etwas von einer Ach­ter­bahn­fahrt. Wur­de das ers­te Quar­tal belas­tet von der Export­schwä­che der Kfz-Indus­trie, stürz­ten die Export­zah­len im zwei­ten Quar­tal gene­rell in den Kel­ler, um sich dann wie­der ver­gleichs­wei­se schnell zu sta­bi­li­sie­ren. Im Dezem­ber 2020 ver­zeich­ne­te die baye­ri­sche Indus­trie erst­mals seit Dezem­ber 2019 wie­der einen Export­zu­wachs. Ins­ge­samt gin­gen die baye­ri­schen Expor­te gegen­über 2019 um 21,4 Mil­li­ar­den Euro auf 168,2 Mil­li­ar­den Euro zurück.


Mehr Expor­te in die Tür­kei, nach Litau­en oder Uganda

Zur Erho­lung tru­gen die Han­dels­part­ner in den ver­schie­de­nen Län­dern in unter­schied­li­chem Maß­stab bei. Wäh­rend die Expor­te nach Chi­na, Ungarn oder Polen bereits ab dem drit­ten Quar­tal wie­der über dem Vor­jah­res­ni­veau lagen, dau­er­te die Erho­lung der Han­dels­be­zie­hun­gen mit ande­ren Län­dern län­ger, etwa bei Nor­we­gen, den VAE oder Irland. “Die Expor­te in die USA, nach Groß­bri­tan­ni­en, Ita­li­en oder Japan haben sich zwar in der zwei­ten Jah­res­hälf­te eben­falls sta­bi­li­siert, ver­zeich­ne­ten aber über das gesam­te Jahr hin­weg einen Nega­tiv­trend”, so Sara Fran­ke, Lei­te­rin Inter­na­tio­nal bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Ganz anders die Ent­wick­lung der Expor­te in die Tür­kei, nach Litau­en oder Ugan­da: hier stie­gen die Expor­te selbst im zwei­ten Quar­tal, dem Höhe­punkt der Export­kri­se. Ins­ge­samt sind die baye­ri­schen Expor­te auf das Niveau von 2013 zurückgefallen.

„2020 hat sich gezeigt, dass sich eine Resi­li­enz bei den Lie­fer­ket­ten in bei­de Rich­tun­gen bezahlt machen kann, denn nicht alle Län­der waren zur glei­chen Zeit gleich stark von den Coro­na-Aus­wir­kun­gen betrof­fen. Ger­ne unter­stüt­zen wir die Unter­neh­men, die sich inter­na­tio­nal brei­ter auf­stel­len möch­ten”, so Franke.


USA bleibt als Abneh­mer­land führend

Trotz des gro­ßen Ein­bruchs der Expor­te in die USA bleibt das Land wei­ter­hin größ­ter Abneh­mer baye­ri­scher Expor­te mit 17,2 Mil­li­ar­den Euro vor Chi­na (15,7) und Öster­reich (13,2). Groß­bri­tan­ni­en ist 2020 als Abneh­mer­land um einen Platz auf Rang 6 zurück­ge­fal­len, Japan von 14 auf 17, die Tür­kei klet­ter­te von Rang 20 auf 18 und Tai­wan von 28 auf 23. Tsche­chi­en bleibt unter den Abneh­mer­län­dern auf Rang 9.


Teils erheb­li­che Ver­schie­bun­gen seit 2010

Seit 2010 gab es eini­ge Ver­schie­bun­gen bei der Bedeu­tung der Abneh­mer­län­der, über­ra­schen­der­wei­se fällt das Ver­ei­nig­te König­reich nicht dar­un­ter. Zwar san­ken die Expor­te nach Groß­bri­tan­ni­en seit 2015 um 5,1 Mil­li­ar­den auf 10,2 Mil­li­ar­den Euro, die­sem Bedeu­tungs­ver­lust waren aber hohe Zuwäch­se um 5,9 Mil­li­ar­den Euro seit 2010 vorangegangen.

Im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt als Abneh­mer­land zurück­ge­fal­len sind vor allem Spa­ni­en (von Rang 8 auf 12), Bra­si­li­en (von 20 auf 28) Sin­ga­pur (von 22 auf 31) und Iran (von 40 auf 71). Ein­ge­bro­chen sind die Expor­te vor allem nach Syri­en, Afgha­ni­stan und Vene­zue­la, nicht wirk­lich über­ra­schend ange­sichts der Lage vor Ort.

Immer mehr an Bedeu­tung gewon­nen haben dage­gen Chi­na (von Rang 3 auf Rang 2 der wich­tigs­ten Abneh­mer­län­der), Polen (von 12 auf 7), Rumä­ni­en (von 25 auf 19), Malay­sia (von 32 auf 24) und Mexi­ko (von 33 auf 22). Sogar 65 Plät­ze gut machen auf Rang 84 konn­te Kambodscha.

Zuver­sicht in den Unter­neh­men steigt

Die Ober­frän­ki­sche Wirt­schaft hofft auf wirt­schaft­lich bes­se­re Zeiten

Him­mel­hoch jauch­zend, zu Tode betrübt – zwi­schen die­sen Extre­men schwankt die Stim­mung in der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft nach über 14 Mona­ten der Coro­na-Pan­de­mie. Wäh­rend ein­zel­ne Wirt­schafts­be­rei­che zum Teil hohe Zuwäch­se ver­bu­chen, steht das Geschäft in ande­ren Bran­chen nach wie vor weit­ge­hend still. Unter dem Strich steigt aber die Zuver­sicht, dass bes­se­re Zei­ten kom­men und die Unter­neh­men bald wie­der nor­mal arbei­ten kön­nen. Der Kon­junk­tur­kli­ma­in­dex der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth steigt um zehn Zäh­ler auf nun 102 Punkte.

Sowohl die Geschäfts­la­ge, wie auch die Erwar­tun­gen für 2021, wer­den in der aktu­el­len Kon­junk­tur­um­fra­ge der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth bes­ser als zuletzt bewer­tet und keh­ren in den posi­ti­ven Bereich zurück. Auch die Ein­schät­zun­gen zur Inves­ti­ti­ons­pla­nung und zur Beschäf­tig­ten­ent­wick­lung der Unter­neh­men hel­len sich wei­ter auf.

„Die Coro­na-Pan­de­mie hat in vie­len Unter­neh­men tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen. Vie­le Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer lei­den noch immer unter den staat­li­chen Beschrän­kun­gen”, so IHK-Prä­si­den­tin Son­ja Weig­and. 32 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be berich­ten aktu­ell von einer guten Geschäfts­la­ge, 31 Pro­zent beur­tei­len sie nega­tiv. Die Rück­mel­dun­gen sind dabei extrem unter­schied­lich. Posi­tiv wird die Lage vor allem im Bau­ge­wer­be, aber auch in Tei­len der Indus­trie und bei den Dienst­leis­tun­gen ein­ge­schätzt. Über­ra­schend ver­mel­det sogar der Ein­zel­han­del im Sal­do eine leicht posi­ti­ve Lage­ein­schät­zung. Schlecht dage­gen ist die aktu­el­le Situa­ti­on im Tou­ris­mus, dem nach einem lan­gen Lock­down nach wie vor ech­te Per­spek­ti­ven für eine nor­ma­le Geschäfts­tä­tig­keit fehlen.


Dank Impf­schutz Sil­ber­streif am Horizont

Grund für die Stim­mungs­auf­hel­lung im Früh­jahr 2021 sind vor allem die Erwar­tun­gen an die wei­te­re Ent­wick­lung 2021. Nach ihrer Pro­gno­se für das Jahr 2021 gefragt, schwen­ken mit Aus­nah­me der Tou­ris­mus­wirt­schaft alle Bran­chen in den posi­ti­ven Bereich. Ins­ge­samt gehen 25 Pro­zent der befrag­ten Fir­men aus dem Kam­mer­be­zirk von einer Ver­bes­se­rung der eige­nen Geschäfts­la­ge aus. Eine Ver­schlech­te­rung befürch­ten nur noch 22 Pro­zent der Betrie­be. Im Sal­do beson­ders opti­mis­tisch äußern sich die Unter­neh­men aus Indus­trie, Bau­ge­wer­be und Groß­han­del. Über­wie­gend pes­si­mis­tisch blei­ben die Reak­tio­nen aus dem Tou­ris­mus­sek­tor. „Der Tou­ris­mus liegt am Boden. Auch bei vie­len Ein­zel­händ­lern und Dienst­leis­tern herrscht Nie­der­ge­schla­gen­heit, weil Geschäf­te wegen des Lock­downs kaum mög­lich sind. Die staat­li­chen Unter­stüt­zungs­maß­nah­men kom­men inzwi­schen weit­ge­hend an. Sie erset­zen einen Teil der Fix­kos­ten, hel­fen damit aber nur bei der Ver­wal­tung des Man­gels. Es fehlt eine ech­te Per­spek­ti­ve”, mahnt IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.


Risi­ko Rohstoffpreise

Rücken­wind kommt vom Bau­ge­wer­be und der export­ori­en­tier­ten Indus­trie. Sie pro­fi­tiert von der stei­gen­den Nach­fra­ge aus Ame­ri­ka und Chi­na. Als zuneh­men­des Risi­ko für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung wer­den von der Indus­trie aktu­ell die Ener­gie- und Roh­stoff­prei­se ein­ge­schätzt. Viel­fach wird von erheb­li­chen Pro­ble­men inner­halb der Lie­fer­ket­ten berich­tet. Posi­tiv ent­wi­ckelt sich die Inves­ti­ti­ons­nei­gung. Ins­ge­samt gehen 22 Pro­zent der Unter­neh­men von einem stei­gen­den Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men aus, nur 16 Pro­zent von einem sin­ken­den. Der Trend zum Beschäf­tig­ten­ab­bau schwächt sich ab. Zwar rech­net eine Mehr­heit der befrag­ten Unter­neh­men mit einer sin­ken­den Beschäf­tig­ten­zahl (Sal­do ‑3 Pro­zent), doch die Rück­mel­dun­gen fal­len deut­lich opti­mis­ti­scher aus als zum Jah­res­wech­sel (Sal­do ‑11 Pro­zent). Mit mehr Beschäf­tig­ten für 2021 pla­nen das Bau­ge­wer­be, der Ein­zel­han­del und die Dienstleister.

Die Kon­junk­tur­be­fra­gung der IHK ermit­telt Fak­ten, die nur Unter­neh­mer ken­nen und fragt nach der unter­neh­me­ri­schen Ein­schät­zung und Erwar­tung. „Vie­le Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer sind zuver­sicht­lich und seh­nen den Tag her­bei, an dem sie wie­der voll­um­fäng­lich ihre Geschäfts­tä­tig­keit auf­neh­men, Pro­jek­te umset­zen und Inves­ti­tio­nen täti­gen kön­nen. Das Imp­fen, das Tes­ten und vor allem der Som­mer kön­nen dazu bei­tra­gen, dass die Inzi­denz­zah­len in Deutsch­land und welt­weit sin­ken und all dies und noch viel mehr mög­lich ist”, so IHK-Prä­si­den­tin Son­ja Weigand.

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