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Industrie

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Roh­stoff­prei­se geben nach, lie­gen aber fast 80 Pro­zent über dem Vor-Corona-Niveau

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im Juli den zwei­ten Monat in Fol­ge zurück­ge­gan­gen. Gegen­über Juni sank der Index um 4,5 Pro­zent auf 195,5 Punkte.

Auf­grund star­ker Anstie­ge in den Vor­mo­na­ten lie­gen die Prei­se jedoch wei­ter auf hohem Niveau. „Die sin­ken­den Prei­se sei­en noch kein Signal zum Auf­at­men. Im Ver­gleich zum Durch­schnitt des letz­ten Vor­kri­sen­jah­res 2019 lägen die Roh­stoff­prei­se für die baye­ri­sche Wirt­schaft sogar um fast 80 Pro­zent höher, ver­gli­chen mit dem Vor­jah­res­mo­nat Juli immer noch um knapp 30 Pro­zent, meint vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Die Belas­tun­gen für unse­re Unter­neh­men blei­ben mas­siv. Wir brau­chen hier drin­gend Ent­las­tun­gen. Auch eine dau­er­haf­te und ver­läss­li­che Frie­dens­lö­sung des Iran-Kriegs sind drin­gend nötig. Ein zuver­läs­si­ger Bezug von Roh­stof­fen zu bezahl­ba­ren Prei­sen ist grund­le­gend, um die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts zu sichern.“

Die Prei­se für Indus­trie­me­tal­le gin­gen im Juli um durch­schnitt­lich 4,4 Pro­zent gegen­über Juni zurück. Ver­ant­wort­lich dafür waren vor allem deut­li­che Preis­rück­gän­ge bei Alu­mi­ni­um (-8,8 Pro­zent) und Stahl­schrott (-7,0 Pro­zent). Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat Juli 2025 lagen die Kos­ten für die im Index ent­hal­te­nen Indus­trie­me­tal­le hin­ge­gen um knapp 30 Pro­zent höher. Den dra­ma­tischs­ten Zuwachs im Jah­res­ver­gleich ver­zeich­ne­te Wolf­ram (+457,5 Pro­zent). Mehr als dop­pelt so teu­er wur­den außer­dem Tan­tal (+162,6 Pro­zent), Lithi­um (+144,6 Pro­zent) und Indi­um (+126,8 Pro­zent). Die Prei­se für Chrom (-9,7 Pro­zent), Blei (-7,6 Pro­zent) und Titan (-2,7 Pro­zent) gaben gegen­über dem Vor­jahr hin­ge­gen nach. Die Prei­se für Edel­me­tal­le gin­gen im Juli erneut deut­lich um durch­schnitt­lich 7,5 Pro­zent zurück. Neben Sil­ber (-11,8 Pro­zent) wur­den auch Pla­tin (-6,0 Pro­zent) und Gold (-3,7 Pro­zent) güns­ti­ger. Aber im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat lag aber vor allem der Preis für Sil­ber (+56,0 Pro­zent) wei­ter­hin um eini­ges höher.

Der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden stieg im Juli, ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend, um 3,5 Pro­zent gegen­über Juni an. „Gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum lag der Index damit um knapp 50 Pro­zent höher. Sowohl im Ver­gleich zum Vor­mo­nat Juni als auch im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat Juli 2025 stie­gen die Prei­se für das unter ande­rem in der Elek­tronik­in­dus­trie und der Medi­zin­tech­nik ein­ge­setz­te Gado­li­ni­um mit einem Plus von 10,8 bezie­hungs­wei­se 118,7 Pro­zent am stärks­ten“, erläu­tert Brossardt.

Ange­sichts der hohen Roh­stoff­kos­ten und geo­po­li­ti­scher Unsi­cher­hei­ten for­dert die vbw eine drin­gen­de poli­ti­sche Prio­ri­sie­rung der Roh­stoff­ver­sor­gung, um die indus­tri­el­le Basis in Bay­ern zu sichern. „Die Roh­stoff­ef­fi­zi­enz und ‑sub­sti­tu­ti­on muss wei­ter mit markt­ge­rech­ten Anrei­zen vor­an­ge­trie­ben wer­den, wäh­rend gleich­zei­tig neue Märk­te mit gleich­wer­ti­gen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen erschlos­sen wer­den müs­sen. Statt einer schlei­chen­den Deindus­tria­li­sie­rung brau­chen wir jetzt die Wei­chen­stel­lung hin zu einer Reindus­tria­li­sie­rung“, sagt Bros­sardt abschließend.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

Indus­trie – vor allem Auto­zu­lie­fe­rer – mit weni­ger neu­en Ausbildungsverträgen

IHK: Meh­re­re Bran­chen mit spür­ba­rem Zuwachs bei Azubis

Ein Ein­bruch bei den Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern, dafür ein ordent­li­ches Plus etwa im Logis­tik­sek­tor, bei den Tex­til- oder Papier­her­stel­lern, den Ener­gie­ver­sor­gern und den Finanz­dienst­leis­tern – so die aktu­el­le Ent­wick­lung bei den neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen der Mit­glieds­be­trie­be der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Zum 31. Juli lag die Zahl der neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­ge bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit 1.940 gegen­über dem Vor­jahr leicht im Plus – 32 Neu­ein­trä­ge mehr als im Vor­jahr, aber 315 weni­ger als 2024. Ein Blick hin­ter die Kulis­sen zeigt, dass die Ent­wick­lung regio­nal und bei den ein­zel­nen Bran­chen sehr unter­schied­lich verläuft.

Drei Ent­wick­lun­gen machen den Unter­neh­men dabei das Leben schwer: Zum einen der schlep­pen­de Kon­junk­tur­ver­lauf, der sich in Teil­be­rei­chen zu einer Struk­tur­kri­se ent­wi­ckelt hat. Zum zwei­ten die Ent­wick­lung, dass sich Schul­ab­gän­ge­rin­nen und Schul­ab­gän­ger immer spä­ter bewer­ben, was den Unter­neh­men die Pla­nun­gen erheb­lich erschwert. Und zum Drit­ten die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung: Auf jeden Berufs­ein­stei­ger kom­men zwei Per­so­nen, die sich in den Ruhe­stand ver­ab­schie­den. „Des­halb brau­chen die Unter­neh­men – den her­aus­for­dern­den Rah­men­be­din­gun­gen zum Trotz – mehr denn je Fach­kräf­te­nach­wuchs”, sagt Dr. Micha­el Waas­ner Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.


Den Unter­neh­men geht der Nach­wuchs aus

„Gin­ge es nach den Unter­neh­men, wür­den die­se ger­ne noch viel mehr Aus­zu­bil­den­de ein­stel­len”, macht Dr. Waas­ner deut­lich. „Über 3.000 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­plät­ze bei schwa­cher Kon­junk­tur, das zeigt: Unse­ren Betrie­ben fehlt nicht der Wil­le aus­zu­bil­den, ihnen fehlt der Nachwuchs!”


Mit Aus­bil­dung hohe Arbeitsplatzsicherheit

Der IHK-Prä­si­dent macht aber auch deut­lich: „Eine Aus­bil­dung ist kein Rück­fall­plan für schwä­che­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Sie ist der direk­te Weg in ein siche­res Arbeits­ver­hält­nis mit einem Lebens­ar­beits­ein­kom­men auf dem Niveau von Hoch­schul­ab­sol­ven­tin­nen und ‑absol­ven­ten, vor allem bei anschlie­ßen­der Weiterbildung.”


Indus­trie bil­det weni­ger aus

Bricht man die IHK-Zah­len auf die Bran­chen her­un­ter, gibt es oft star­ke Schwan­kun­gen von Jahr zu Jahr. „Um die­sen Zufäl­len etwas ent­ge­gen­zu­wir­ken, erfolgt in der nach­fol­gen­den Ana­ly­se immer ein Ver­gleich der aktu­el­len Zah­len 2026 mit dem Mit­tel­wert der Aus­bil­dungs­zah­len 2024 und 2025”, erläu­tert IHK-Pres­se­spre­cher Peter Belina.

Ein Blick auf die drei Haupt­grup­pen Dienst­leis­tun­gen, Handel/​Tourismus und Indus­trie zeigt, dass die Ent­wick­lung in den ers­ten bei­den Grup­pen sta­bil geblie­ben ist, wäh­rend die Indus­trie bis zum 31. Juli rund 13 Pro­zent weni­ger Aus­zu­bil­den­de ein­ge­stellt hat als im Schnitt der bei­den Vorjahre.

Hier zeigt sich sehr deut­lich, dass natür­lich ein Zusam­men­hang besteht zwi­schen der wirt­schaft­li­chen Lage einer Bran­che und den neu unter­zeich­ne­ten Aus­bil­dungs­ver­trä­gen. Gera­de die Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer – wich­tigs­ter Arbeit­ge­ber Ober­fran­kens – ver­zeich­nen einen spür­ba­ren Rück­gang bei den Neu­ein­tra­gun­gen. Der Ein­bruch erfolg­te vor allem von 2024 auf 2025. Bei den 20 größ­ten Aus­bil­dungs­be­trie­ben im Auto­mo­ti­ve-Sek­tor stürz­te die Zahl der Aus­zu­bil­den­den regel­recht ab, das Minus betrug 43 Pro­zent – beson­ders groß war der Rück­gang von 2024 auf 2025. „Ganz wich­tig in die­sem Zusam­men­hang: Es sind knapp zwei Hand­voll Unter­neh­men, die einen der­art radi­ka­len Schnitt vor­neh­men muss­ten”, macht Beli­na deut­lich. „Die rest­li­chen Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer ver­zeich­nen eine sta­bi­le, allen­falls leicht nega­ti­ve Entwicklung.”


Bran­chen­spe­zi­fi­sche Unter­schie­de bei der Entwicklung

Wirft man einen Blick auf alle Bran­chen mit min­des­ten 20 Neu­ein­tra­gun­gen im aktu­el­len Jahr, fal­len vier Bran­chen auf mit einem deut­li­chen Rück­gang und wei­te­re acht mit einem beacht­li­chen Zuwachs auf.

Um 51 Pro­zent auf 20 ging die Zahl der neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se bei den Her­stel­lern von che­mi­schen Erzeug­nis­sen zurück. Knapp 40 Pro­zent auf 52 Neu­ein­tra­gun­gen betrug der Rück­gang bei den unter­neh­mens­na­hen Dienst­leis­tun­gen. Jeweils rund ein Vier­tel betrug der Rück­gang bei den Her­stel­lern im Bereich Daten­ver­ar­bei­tung, Optik, Elek­tro (zum Bei­spiel Unter­hal­tungs­elek­tro­nik, Optik oder elek­tro­me­di­zi­ni­sche Gerä­te) sowie dem Maschinenbau.

Bei den unter­neh­mens­na­hen Dienst­leis­tun­gen sind – so die Zah­len der Bun­des­agen­tur für Arbeit – noch etwa ein Vier­tel der ange­bo­te­nen Aus­bil­dungs­plät­ze unbe­setzt, bei den ande­ren Aus­bil­dungs­be­ru­fen jeweils noch rund ein Drittel.

Auf der ande­ren Sei­te gibt es aber auch Bran­chen mit einem spür­ba­ren Zuwachs an Neu­ver­trä­gen, etwa im Logis­tik­sek­tor (Lage­rei +18 Pro­zent auf 86 und Land­ver­kehr +69 Pro­zent auf 21). Dienst­leis­tun­gen für Unter­neh­men und Pri­vat­per­so­nen (zum Bei­spiel Call Cen­ter, Mes­se- und Kon­gress­ver­an­stal­ter oder Inkas­so­bü­ros) legen um ein Vier­tel zu, Tex­til­her­stel­ler, Ener­gie­ver­sor­ger, Finanz­dienst­leis­ter und Papier­her­stel­ler (ein­schließ­lich Kar­tons und Pap­pe) um 10 Pro­zent oder mehr.

Zum 31. Juli waren rund 40 Pro­zent aller Aus­bil­dungs­plät­ze im Logis­tik- und Tex­til­sek­tor unbe­setzt, bei den Papier­her­stel­lern sogar drei von vier ange­bo­te­nen Ausbildungsplätzen.

Die meis­ten Neu­ein­tra­gun­gen ver­zeich­net übri­gens der Ein­zel­han­del mit 371, gefolgt vom Gast­ge­wer­be (181), den Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern (ca. 170) den Finanz­dienst­leis­tun­gen (110) und dem Groß­han­del (108).

„Die meis­ten der Unter­neh­men, die noch Aus­zu­bil­den­de suchen, stel­len auch noch nach dem Beginn des Aus­bil­dungs­jah­res zum 1. Sep­tem­ber ein”, macht Dr. Waas­ner deut­lich. „Wer noch auf der Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz ist – Bewer­bun­gen loh­nen sich auf jeden Fall noch”.

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Neu­er Höchst­stand der Rohstoffpreise

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im Mai erneut ange­stie­gen. Gegen­über April leg­te der Index um 3,5 Pro­zent zu und erreich­te mit 209,1 Punk­ten einen neu­en Höchststand.

Seit einem Jahr ist der Index, abge­se­hen von einem mini­ma­len Rück­gang im August 2025, jeden Monat gegen­über dem jewei­li­gen Vor­mo­nat ange­stie­gen. Im Ver­gleich zu Mai 2025 lag der Index um sat­te 42,5 Pro­zent höher. „Die mas­si­ven Preis­sprün­ge in den ver­gan­ge­nen Mona­ten kom­men vor allem durch den Iran-Krieg. Wir hof­fen, dass trotz des wie­der­auf­flam­men­den Kon­flikts zwi­schen den USA und dem Iran schnell eine dau­er­haf­te sta­bi­le Lösung gefun­den wer­den kann. Wie schnell dies gelingt und wie schnell sich die Märk­te erho­len, ist unklar. Fakt ist: Unse­re Unter­neh­men brau­chen auf der Kos­ten­sei­te drin­gend Ent­las­tun­gen. Hier spie­len die Roh­stoff­prei­se eine gro­ße Rol­le“, sagt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Die Prei­se für Indus­trie­me­tal­le stie­gen im Mai leicht unter­durch­schnitt­lich um 3,2 Pro­zent gegen­über dem Vor­mo­nat an. Deut­lich teu­rer wur­den im Mai vor allem Ger­ma­ni­um (+27,4 Pro­zent), Lithi­um (+13,7 Pro­zent) und Zinn (+10,0 Pro­zent). Auch die Prei­se für die für Bay­ern sehr wich­ti­gen Indus­trie­me­tal­le Kup­fer (+5,1 Pro­zent) und Alu­mi­ni­um (+2,1 Pro­zent) leg­ten wei­ter zu. „Nur weni­ge der im Index ent­hal­te­nen Indus­trie­me­tal­le wur­den im Mai güns­ti­ger. Gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat Mai 2025 ver­teu­er­ten sich Lithi­um und Wolf­ram mit Abstand am stärks­ten. Der Preis für Lithi­um stieg um 210,8 Pro­zent, der Preis für Wolf­ram sogar um 556,6 Pro­zent“, erläu­tert Brossardt.

Der Preis­in­dex der Sel­te­nen Erden ging – ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend – leicht um 0,5 Pro­zent zurück. Güns­ti­ger wur­den vor allem Pra­seo­dym und Dys­pro­si­um, jeweils um 4,3 Pro­zent sowie Neo­dym um 4,1 Pro­zent. Die Prei­se für Gado­li­ni­um (+6,2 Pro­zent) und Ceri­um (+2,5 Pro­zent) stie­gen hin­ge­gen erneut an. Die Prei­se für Edel­me­tal­le gin­gen im Mai gegen­über dem April um 0,2 Pro­zent zurück. Neben Pal­la­di­um (-5,3 Pro­zent) wur­den auch Gold (-2,8 Pro­zent) und Pla­tin (-1,7 Pro­zent) güns­ti­ger. „Im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat ver­zeich­ne­ten hin­ge­gen alle im Index ent­hal­te­nen Edel­me­tal­le deut­lich höhe­re Prei­se. Das zeigt, dass wir uns nach wie vor auf einem deut­lich zu hohen Preis­ni­veau bewe­gen“, mahnt Brossardt.

Die vbw for­dert ange­sichts der hohen Prei­se, den Bezug von Roh­stof­fen poli­tisch drin­gend zu prio­ri­sie­ren: „Eine siche­re Roh­stoff­ver­füg­bar­keit zu bezahl­ba­ren Prei­sen bleibt für die Unter­neh­men eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. Um Abhän­gig­kei­ten von ein­zel­nen Lie­fer­län­dern und der geo­po­li­ti­schen Welt­la­ge zu ver­rin­gern, müs­sen wir drin­gend neue Märk­te mit gleich­wer­ti­gen Wett­be­werbs­be­din­gun­gen erschlie­ßen“, so Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Rekord­hoch bei Roh­stoff­prei­sen im April – Belas­tung für die Indus­trie wächst weiter

Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. leg­te im April 2026 gegen­über März um 4,3 Pro­zent auf einen neu­en Höchst­stand von 202,1 Punk­ten zu, wie die vbw mit­teilt. Damit wach­se die Belas­tung für die Indus­trie weiter.

„Die Roh­stoff­prei­se haben ein neu­es All­zeit­hoch erreicht und das bis­he­ri­ge Rekord­ni­veau aus dem März 2022 über­schrit­ten. Die Dyna­mik der ver­gan­ge­nen Mona­te setzt sich fort und ver­schärft die ohne­hin ange­spann­te Lage für die Unter­neh­men im Frei­staat wei­ter“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Der Teil­in­dex für Indus­trie­me­tal­le stieg im April um 4,5 Pro­zent. Beson­ders stark ver­teu­er­te sich Ger­ma­ni­um (+16, 7 Pro­zent), das unter ande­rem für die Her­stel­lung von Halb­lei­tern und Solar­zel­len rele­vant ist. Auch Alu­mi­ni­um wur­de mit einem Anstieg von 6,6 Pro­zent merk­lich teu­rer. Im Ver­gleich zum April 2025 zeigt sich eine extre­me Ent­wick­lung bei ein­zel­nen Roh­stof­fen: „Der Preis für Wolf­ram stieg im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 642,7 Pro­zent – und damit um mehr als das Sie­ben­fa­che inner­halb eines Jah­res. Das knap­pe Ange­bot trifft auf eine stark wach­sen­de Nach­fra­ge aus der Tech­no­lo­gie- und Rüs­tungs­in­dus­trie. Wolf­ram wird unter ande­rem bei der Her­stel­lung von KI-Chips und moder­nen Waf­fen ein­ge­setzt. Alu­mi­ni­um ver­teu­er­te sich im Jah­res­ver­gleich um 50,9 Pro­zent. Das belas­tet die Unter­neh­men im Frei­staat beson­ders stark, da Alu­mi­ni­um in vie­len indus­tri­el­len Anwen­dun­gen unver­zicht­bar ist und die Pro­duk­ti­ons­kos­ten ent­spre­chend deut­lich stei­gen“, so Brossardt.

Ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend ging der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden im April um 3,3 Pro­zent zurück. Deut­lich güns­ti­ger waren vor allem Sama­ri­um (-37,6 Pro­zent) und Pra­seo­dym (-11,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig kam es bei ein­zel­nen Roh­stof­fen wie Gado­li­ni­um (+17,5 Pro­zent) und Ceri­um (+11,5 Pro­zent) zu spür­ba­ren Preis­an­stie­gen. Auch die Prei­se für Edel­me­tal­le gaben im April nach. Der ent­spre­chen­de Teil­in­dex sank gegen­über März um 2,5 Pro­zent. Neben Gold (-2,8 Pro­zent) ver­güns­tig­te sich auch Sil­ber (-2,6 Pro­zent). Im Vor­jah­res­ver­gleich blieb ins­be­son­de­re Sil­ber jedoch auf einem sehr hohen Niveau und ist wei­ter­hin mehr als dop­pelt so teu­er (+135,4 Prozent).

Ange­sichts der anhal­tend hohen Prei­se for­dert die vbw, den Bezug von Roh­stof­fen poli­tisch zu prio­ri­sie­ren. „Wir müs­sen unse­re Abhän­gig­kei­ten redu­zie­ren, Lie­fer­ket­ten brei­ter auf­stel­len und die Kreis­lauf­wirt­schaft kon­se­quent stär­ken. Nur so kön­nen wir die Ver­sor­gungs­si­cher­heit lang­fris­tig gewähr­leis­ten und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Unter­neh­men sichern“, betont Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

IHK-Prä­si­dent Dr. Micha­el Waas­ner mahnt drin­gen­de Refor­men an

Ober­fran­ken: 15.252 Indus­trie­ar­beits­plät­ze seit 2019 verloren

Ober­fran­ken hat 15.252 Indus­trie­ar­beits­plät­ze seit dem Jahr 2019 ver­lo­ren, teilt die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit und bezieht sich bei den Berech­nun­gen auf Daten des Baye­ri­schen Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik zu den sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäftigten.

„Die Deindus­tria­li­sie­rung Ober­fran­kens schrei­tet unge­bremst vor­an“, warnt Dr. Micha­el Waas­ner, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. „Allei­ne von 2024 auf 2025 gin­gen 3.764 Indus­trie­ar­beits­plät­ze ver­lo­ren. Damit sum­mie­ren sich die Beschäf­tig­ten­ver­lus­te in der Indus­trie seit 2019 auf 15.252.“ Dr. Waas­ner mahnt drin­gend eine Ertüch­ti­gung des Stand­or­tes Deutsch­land an.

Der Beschäf­tig­ten­ab­bau um 15.252 oder 11,1 Pro­zent ent­spricht in etwa den Ein­woh­ner­zah­len von Städ­ten wie Kro­nach (16.600), Selb (14.700), Peg­nitz (13.700) oder Hirschaid (12.400). Hin­zu kom­me ein Abbau von 1.406 Beschäf­tig­ten seit 2019 bei den “wirt­schaft­li­chen Dienst­leis­tun­gen” – nicht zuletzt, weil Auf­trä­ge aus der Indus­trie ausblieben.


Zahl der Indus­trie­be­schäf­tig­ten in Ober­fran­ken auf his­to­ri­schem Tief

„Mit 121.545 hat die Zahl der Beschäf­tig­ten im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be einen his­to­ri­schen Tiefst­stand erreicht“, so Dr. Waas­ner. „Unse­re schlimms­ten Befürch­tun­gen sind lei­der eingetreten.“

Für die­se besorg­nis­er­re­gen­de Ent­wick­lung gebe es drei Haupt­grün­de: die schlech­ten Stand­ort­be­din­gun­gen für die Indus­trie, die unsi­che­ren inter­na­tio­na­len Märk­te und die Kri­se der deut­schen Auto­mo­bil­her­stel­ler, die voll auf die über 200 Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer in Ober­fran­ken durchschlage.

Zwar gebe es laut Berech­nun­gen der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth Zuwäch­se in ande­ren Wirt­schafts­zwei­gen, aber die reich­ten nicht aus, um die Ver­lus­te in der Indus­trie zu kom­pen­sie­ren, etwa in der öffent­li­chen Ver­wal­tung (+5.741 seit 2019), im Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen (+3.342), im Bereich Ver­kehr und Logis­tik (+2.566), Erzie­hung und Unter­richt (+2.557) oder den frei­be­ruf­li­chen, wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Dienst­leis­tun­gen (+2.134) Die Gesamt­zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten ist zwi­schen 2019 und 2025 mit einem Plus mit 4.224 oder 1,0 Pro­zent noch leicht gestie­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr gin­gen in der Sum­me 1.858 Arbeits­plät­ze verloren.

Ber­lin habe ers­te Wei­chen gestellt, aber das rei­che bei wei­tem nicht aus. Dr. Waas­ner for­dert ent­schlos­se­nes Han­deln: „Arbeits­kos­ten, Steu­er- und Abga­ben­last sowie Büro­kra­tie müs­sen run­ter, Pla­nungs­si­cher­heit und Infra­struk­tur­aus­ga­ben rauf!“ Er erin­nert an die Agen­da 2010: Damals wur­de Deutsch­land vom „kran­ken Mann“ zur wirt­schaft­li­chen Loko­mo­ti­ve Euro­pas. Ober­fran­ken pro­fi­tier­te davon erheb­lich – die Arbeits­lo­sig­keit sank, die Beschäf­ti­gung stieg.

Aber nicht nur in Brüs­sel, Ber­lin und Mün­chen müss­ten die Wei­chen für die Zukunft gestellt wer­den, son­dern auch auf kom­mu­na­ler Ebe­ne. „Noch mehr als bis­her müs­sen auch in der Kom­mu­nal­po­li­tik bei jeder Ent­schei­dung Aus­wir­kun­gen auf den Stand­ort und die Wirt­schaft mit­ge­dacht wer­den”, so Dr. Waas­ner mit einem Appell an alle neu oder wie­der gewähl­ten Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und ‑poli­ti­ker.

Deutsch­land brau­che Ant­wor­ten auf eine sich radi­kal ver­än­der­te Welt­ord­nung, den immer här­ter wer­den­den inter­na­tio­na­len Wett­be­werb und den demo­gra­fi­schen Wan­del. „Jetzt braucht es wie­der einen Kraft­akt, die Lage ist so ernst wie sel­ten zuvor“, macht Dr. Waas­ner deut­lich. „Wir brau­chen ein Jahr der Refor­men, eine Agen­da 2030, eine Agen­da für mehr Wachs­tum. Unse­re Unter­neh­men brau­chen wie­der eine ver­läss­li­che Zukunfts­per­spek­ti­ve. Und zwar jetzt!“

Umsatz­rück­gang liegt nicht nur an der Corona-Pandemie 

Bam­ber­ger Indus­trie unter Druck

Die Indus­trie im Raum Bam­berg hat nicht nur unter der Coro­na-Pan­de­mie gelit­ten, son­dern hat auch mit struk­tu­rel­len Pro­ble­men zu kämp­fen. Dies zeigt ein von der IHK für Ober­fran­ken vor­ge­nom­me­ner Ver­gleich der Umsatz­ent­wick­lung 2021 gegen­über 2019.

„Vom Ein­bruch 2020 hat sich die Indus­trie im IHK-Gre­mi­um Bam­berg wie­der erholt, erreicht aber noch nicht die Ergeb­nis­se von 2019”, fasst Son­ja Weig­and, Prä­si­den­tin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se einer aktu­el­len IHK-Ana­ly­se zusammen.

Dass die Umsatz­ent­wick­lung in den Indus­trie­be­trie­ben ab 50 Beschäf­tig­ten in den ers­ten zehn Mona­ten 2021 gegen­über 2020 deut­lich zuge­nom­men hat, ist auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie nicht über­ra­schend, war die Umsatz­ent­wick­lung doch gera­de im zwei­ten und drit­ten Quar­tal 2020 stark ein­ge­bro­chen. Dass vie­le Indus­trie­be­trie­be aber nicht nur durch die Coro­na-Pan­de­mie unter Druck gera­ten sind, son­dern der Wirt­schafts­raum Bam­berg auch mit struk­tu­rel­len Pro­ble­men zu kämp­fen hat, zeigt ein Ver­gleich der Umsatz­ent­wick­lung 2021 gegen­über 2019. Auch in die­sem Zeit­raum ging der Umsatz um 8,2 Pro­zent zurück.

Bei den Unter­neh­men in der Stadt lag der Umsatz­rück­gang bei 5,3 Pro­zent, im Land­kreis sogar bei 10,9 Pro­zent. Auf­fäl­lig: Im Land­kreis Bam­berg ist der Umsatz bereits seit 2018 rück­läu­fig, in der Stadt – nach einer leich­ten Erho­lung 2019 – bereits seit 2016. Ins­ge­samt erwirt­schaf­te­ten die Unter­neh­men 2021 bis ein­schließ­lich Okto­ber einen Umsatz in Höhe von 3,53 Mil­li­ar­den Euro, davon 1,79 Mil­li­ar­den Euro in der Stadt und 1,75 Mil­li­ar­den im Landkreis.


Struk­tur­wan­del der Kfz-Zulie­fer­indus­trie setzt Regi­on ver­stärkt unter Druck

„Die Auto­mo­bil­in­dus­trie befin­det sich mit­ten in einem Struk­tur­wan­del, was auch die Zulie­fe­rer im Raum Bam­berg deut­lich zu spü­ren bekom­men”, so Weig­and. „Hin­zu kom­men die Lie­fer­eng­päs­se, die in den ver­gan­ge­nen Mona­ten noch­mals deut­lich zuge­nom­men haben.”


Weni­ger Exporte

Rück­gän­ge ver­zeich­nen die Indus­trie­un­ter­neh­men im Wirt­schafts­raum Bam­berg dabei vor allem bei den Expor­ten, die gegen­über 2019 um 13,6 Pro­zent zurück­ge­gan­gen sind.
Die­se Ent­wick­lung blieb nicht ohne Aus­wir­kun­gen auf die Beschäf­tig­ten­zah­len, die zuletzt bei 22.439 lagen. Um 5,5 Pro­zent ist die Beschäf­tig­ten­zahl in den ers­ten zehn Mona­ten des Jah­res 2021 gegen­über dem Vor­jahr gesun­ken. Gegen­über 2019 – also dem Vor-Coro­na­jahr – liegt der Beschäf­tig­ten­rück­gang sogar bei 8,4 Prozent.

Der Druck nimmt zu

Fach­kräf­te­man­gel wird für immer mehr Unter­neh­men zum ech­ten Problem

Der wach­sen­de Fach­kräf­te­man­gel ist in Ober­fran­ken längst ange­kom­men. Ein Blick auf die Detail­ergeb­nis­se der jüngs­ten Kon­junk­tur­be­fra­gung der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth zeigt, dass das Pro­blem immer drän­gen­der wird, in man­chen Bran­chen sogar mit dra­ma­ti­schen Folgen.

„Nur jedes fünf­te Unter­neh­men, das der­zeit offe­ne Stel­len anbie­tet, kann die­se auch tat­säch­lich beset­zen”, erläu­tert IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.

Der Fach­kräf­te­man­gel hat vie­le Grün­de. So sorgt die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung dafür, dass in Ober­fran­ken immer weni­ger Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer zur Ver­fü­gung ste­hen. Außer­dem hat bei jun­gen Men­schen der Wunsch nach einer aka­de­mi­schen Aus­bil­dung häu­fig Vor­rang vor einem beruf­li­chen Bil­dungs­weg. Auch Poten­zia­le aus Nach­bar­re­gio­nen, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten als Fach­kräf­te­quel­le genutzt wer­den konn­ten, etwa die neu­en Bun­des­län­der oder die Tsche­chi­sche Repu­blik, sind weit­ge­hend aus­ge­schöpft, da gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te längst auch dort Arbeit finden.


Fach­kräf­te­man­gel als Risi­ko für die wirt­schaft­li­che Entwicklung

In der aktu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge stu­fen 61 Pro­zent aller befrag­ten Unter­neh­men den Fach­kräf­te­man­gel als unter­neh­me­ri­sches Risi­ko für die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ein. Das sind 13 Pro­zent­punk­te mehr als noch im Janu­ar 2021, also vor Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie. 49 Pro­zent der Befrag­ten berich­ten aktu­ell, dass sie der­zeit offe­ne Stel­len län­ger­fris­tig nicht beset­zen kön­nen, 12 Pro­zent sehen kei­ne Pro­ble­me, 39 Pro­zent haben der­zeit kei­nen Per­so­nal­be­darf, suchen also auch nicht.


80 Pro­zent der Unter­neh­men mit frei­en Stel­len kön­nen die­se nicht besetzen

„Betrach­tet man nur die Unter­neh­men, die der­zeit tat­säch­lich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter auf dem Arbeits­markt suchen, dann kön­nen unter dem Strich der­zeit 80 Pro­zent der Unter­neh­men mit offe­nen Stel­len die­se län­ger­fris­tig nicht beset­zen. Der Fach­kräf­te­man­gel wird immer mehr zum Hemm­schuh für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung”, so IHK-Kon­junk­tur­re­fe­rent Mal­te Tie­de­mann. Beson­ders betrof­fen sind das Bau­ge­wer­be, die Logis­tik- und die Tou­ris­mus­wirt­schaft. „Die Frus­tra­ti­on der Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer nimmt zu. Vie­le füh­len sich der Situa­ti­on macht­los aus­ge­lie­fert, weil sie Auf­trä­ge wegen Per­so­nal­man­gels ableh­nen müs­sen”, so Hohenner.


Droht ein Sze­na­rio wie in Großbritannien?

Die Coro­na-Pan­de­mie hat das Pro­blem ver­schärft. Vie­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den von Coro­na beson­ders betrof­fe­nen Bran­chen haben wäh­rend der Pan­de­mie neue Arbeits­plät­ze in ande­ren Bran­chen gefun­den. Der Auf­schwung nach der Kri­se ver­stärkt den Druck auf den Arbeits­markt. Die Fol­ge sind lan­ge War­te­zei­ten auf dem Bau, mehr Ruhe­ta­ge oder Besu­cher­be­gren­zun­gen in der Gas­tro­no­mie oder der Kapa­zi­täts­an­pas­sun­gen in Spe­di­tio­nen. Selbst Betriebs­auf­ga­ben gibt es inzwi­schen auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels. Hohen­ner: „Zustän­de wie in Groß­bri­tan­ni­en, wo wegen feh­len­der Lkw-Fah­rer die Ver­sor­gung zum Teil zusam­men­ge­bro­chen ist, kön­nen auf Dau­er auch bei uns nicht mehr völ­lig aus­ge­schlos­sen werden.”


Unter­neh­men set­zen auf Ausbildung

Auf die Schnel­le wird sich das Struk­tur­pro­blem feh­len­der Fach­kräf­te nicht lösen las­sen. Die Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth set­zen vor allem auf die ver­stärk­te Aus­bil­dung des eige­nen Nach­wuch­ses (55 Pro­zent) und eine Stei­ge­rung der Arbeit­ge­ber­at­trak­ti­vi­tät (49 Pro­zent). Für 35 Pro­zent könn­te die Ein­stel­lung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land (35 Pro­zent) Teil der Lösung sein. „Hier brau­chen unse­re Unter­neh­men aber bes­se­re Hil­fe­stel­lung, um aus­län­di­sche Fach­kräf­te ziel­ge­nau anspre­chen und gewin­nen zu kön­nen. Auch ist es drin­gend erfor­der­lich, den büro­kra­ti­schen Auf­wand bei der Gewin­nung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land zu redu­zie­ren”, so Hohenner.

31 von 196 Kom­mu­nen erhö­hen Realsteuerhebesätze

Kom­mu­nen in der Klem­me brin­gen Unter­neh­men in die Klemme

2021 war aus finan­zi­el­ler Sicht für die meis­ten Kom­mu­nen coro­nabe­dingt alles ande­re als ein Zucker­schle­cken. Wich­tigs­te Stell­schrau­ben für die Kom­mu­nen auf der Ein­nah­men­sei­te sind die Real­steu­er­he­be­sät­ze. Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth hat die Kom­mu­nen befragt, wie sich 2021 die Hebe­sät­ze ent­wi­ckelt haben.

31 Gemein­den der 196 im Ein­zugs­ge­biet der IHK haben ent­spre­chen­de Erhö­hun­gen vor­ge­nom­men. „Die Erhö­hung der Real­steu­ern in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie ist aus Sicht der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer für Ober­fran­ken Bay­reuth beson­ders bedenk­lich”, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohen­ner. „Die Coro­na-Kri­se belas­tet unse­re Mit­glieds­un­ter­neh­men in beson­de­rem Maße, die der­zeit teil­wei­se erheb­li­che Gewinn­ein­bu­ßen ver­zeich­nen müs­sen. Durch hohe Real­steu­er­he­be­sät­ze fließt im Ergeb­nis zusätz­li­ches Geld bei den Unter­neh­men ab. Steu­er­erhö­hun­gen für Unter­neh­men, gehen daher immer zu Las­ten von Sub­stanz und Liqui­di­tät und schla­gen sich nega­tiv auf die Inves­ti­tio­nen durch. Für die Unter­neh­men wer­den so die Vor­aus­set­zun­gen erschwert, Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze zu schaf­fen und zu erhalten.”


IHK-Umfra­ge zeigt eine Viel­zahl von Erhö­hun­gen auf

Zu den Real­steu­ern zäh­len neben der Gewer­be­steu­er auch die Grund­steu­ern A und B, erläu­tert Andre­as Wand­ner, Refe­rats­lei­ter Steu­ern, Finan­zen, Han­dels­re­gis­ter bei der IHK. „Bei 31 der 196 Gemein­den im Kam­mer­be­zirk gab es 2021 Erhö­hun­gen. Dage­gen hat kei­ne Gemein­de Sen­kun­gen vor­ge­nom­men.” Im Vor­jahr gab es 14 Erhö­hun­gen und zwei Sen­kun­gen. Die Ände­run­gen fal­len regio­nal unter­schied­lich aus. Wand­ner: „2021 gab es aber kein ein­zi­ges IHK-Gre­mi­um, in des­sen Ein­zugs­ge­biet alle Real­steu­ern kon­stant geblie­ben sind.”

Im Ein­zel­nen wur­de, so die Ergeb­nis­se der IHK-Umfra­ge, in 16 Kom­mu­nen die Gewer­be­steu­er erhöht. Die Grund­steu­er A wur­de in 21 und die Grund­steu­er B in 25 Fäl­len ange­ho­ben. Sen­kun­gen wur­den von kei­ner ein­zi­gen Gemein­de vor­ge­nom­men. „Der poli­ti­sche Fokus bei den Real­steu­ern liegt wei­ter­hin auf der Grund­steu­er­re­form. Bay­ern will hier­bei von der Öff­nungs­klau­sel Gebrauch machen und hat ein eige­nes Grund­steu­er­ge­setz im Ent­wurf vor­ge­legt”, so Wandner.


2021: Deut­li­che Erhö­hung bei den Realsteuern

Im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren lässt sich 2021 eine deut­li­che­re Erhö­hung bei den Real­steu­ern aus­ma­chen. Zudem pla­nen der­zeit bereits neun Gemein­den im Ein­zugs­ge­biet der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth Erhö­hun­gen für 2022. Ein aus Sicht der ober­frän­ki­schen Wirt­schaft wün­schens­wer­ter rück­läu­fi­ger Trend kann daher der­zeit nicht aus­ge­macht wer­den. Hohen­ner: „Die Kom­mu­nen ste­cken in der Zwick­müh­le. Einer­seits benö­ti­gen sie Ein­nah­men, nen­nens­wer­te Mehr­ein­nah­men las­sen sich dabei eigent­lich nur über die Real­steu­er­he­be­sät­ze errei­chen. Ande­rer­seits müs­sen bei einer Erhö­hung der Hebe­sät­ze die Unter­neh­men vor Ort blu­ten, die coro­nabe­dingt in den meis­ten Fäl­len sowie­so bereits stark unter Druck stehen.”


Gro­ße regio­na­le Unterschiede

Im Schnitt am höchs­ten ist der Gewer­be­steu­er-Hebe­satz, so Wand­ner, der Pro­jekt­lei­ter der Umfra­ge, in den Kom­mu­nen im IHK-Gre­mi­um Forch­heim mit 374,5 Punk­ten, gefolgt von den Kom­mu­nen in den IHK-Gre­mi­en Bay­reuth mit 361,5 Punk­ten und Lich­ten­fels mit 360,9 Punk­ten. Die nied­rigs­ten Hebe­sät­ze haben im Schnitt die Kom­mu­nen im IHK-Gre­mi­um Kro­nach mit 325,1 Punk­ten und Kulm­bach mit 331,4 Punk­ten. Im Schnitt ver­zeich­ne­te der IHK-Kam­mer­be­zirk gegen­über 2020 ein Plus von 2,3 Pro­zent­punk­ten auf 351,9. 2010 lag der Schnitt noch bei 331,2 Punkten.

Mit 400 Pro­zent­punk­ten den höchs­ten Gewer­be­steu­er­he­be­satz wei­sen Bisch­berg und Gerach (bei­de Land­kreis Bam­berg), Emt­manns­berg (Land­kreis Bay­reuth), Hal­lern­dorf, Igens­dorf und Pox­dorf (Land­kreis Forch­heim) und die Stadt Hof auf. Mit 250 Pro­zent­punk­ten ver­zeich­net Rei­chen­bach den nied­rigs­ten Gewerbesteuerhebesatz.


Erhö­hung der Hebe­sät­ze geht bei Unter­neh­mern ins Geld

Der Gewer­be­er­trag wird mit bin­den­der Wir­kung durch die Finanz­ver­wal­tung für die jewei­li­ge Kom­mu­ne ermit­telt. Als Berech­nungs­grund­la­ge gilt der steu­er­recht­li­che Gewinn. Die­ser Betrag wird mit der bun­des­weit ein­heit­li­chen Gewer­be­steu­er­mess­zahl von 3,5 Pro­zent mul­ti­pli­ziert. Die­ser Gewer­be­steu­er­mess­be­trag wird schließ­lich mit dem Gewer­be­steu­er­he­be­satz mul­ti­pli­ziert. Beträgt ein Hebe­satz bei­spiels­wei­se 400 Pro­zent­punk­te, so wird der die­ser mit dem Fak­tor 3,5 mul­ti­pli­ziert. Bei einem Hebe­satz von 400 bedeu­tet das 400 x 3,5. Das Unter­neh­men muss also 14 Pro­zent des jähr­li­chen Ertrags an sei­ne Gemein­de abtre­ten. Ein­zel­un­ter­neh­men und Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten haben einen Frei­be­trag in Höhe von 24.500 Euro, Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, also etwa einer GmbH, steht kein Frei­be­trag zu.


Grund­steu­er B. Teil­wei­se spür­ba­re Erhöhung

20 Gemein­den haben 2021 sowohl Grund­steu­er A als auch Grund­steu­er B erhöht, zwei Gemein­den die Grund­steu­er A und fünf die Grund­steu­er B. Beson­ders hoch fie­len die Erhö­hun­gen bei der Grund­steu­er B dabei in der Stadt Bam­berg aus mit einer Erhö­hung um 110 auf 535 sowie in Igens­dorf (Land­kreis Forch­heim) mit einer Erhö­hung um 70 auf 410 Punk­te. Bam­berg ver­zeich­net nach die­ser Erhö­hung den höchs­ten Hebe­satz bei der Grund­steu­er B. Im benach­bar­ten Hall­stadt liegt der Hebe­satz mit 250 Punk­ten am niedrigsten.

Wäh­rend die Grund­steu­er A für agra­risch genutz­ten Boden anfällt, fällt die Grund­steu­er B bei bau­lich genutz­tem Boden an.


Kom­mu­nen: Nur weni­ge Stell­schrau­ben für Mehreinnahmen

Die Kom­mu­nen sind haus­halts­recht­lich deut­lich stär­ker beschränkt als Bund und Län­der. Die Mög­lich­keit einer unbe­grenz­ten Kre­dit­fi­nan­zie­rung in Not­fäl­len ist ihnen nicht gewährt. Haupt­ein­nah­me­quel­len der Kom­mu­nen sind einer­seits Zuwei­sun­gen von Bund und Land, ande­rer­seits kom­mu­na­le Steu­er­ein­nah­men. Bei den Steu­ern spie­len die Gewer­be­steu­er und die Ein­kom­mens­steu­er die wich­tigs­te Rol­le, dahin­ter fol­gen die Grund­steu­ern und die Umsatz­steu­er. Den Kom­mu­nen ste­hen als Stell­schrau­ben bei den genann­ten Steu­ern in ers­ter Linie die Gewer­be­steu­er und die Grund­steu­er zur Ver­fü­gung. Bei der Ein­kom­mens­steu­er und der Umsatz­steu­er han­delt es sich um einen fest­ge­leg­ten Anteil an den ent­spre­chen­den Steuererträgen.

Vor allem die Aus­lands­nach­fra­ge beflügelt

Ober­frän­ki­sche Indus­trie wie­der auf Kurs

„Die ober­frän­ki­sche Indus­trie hat den Coro­na-Schock offen­sicht­lich über­wun­den”, so Gabrie­le Hohen­ner, Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Der Umsatz im zwei­ten Quar­tal 2021 lag nicht nur 29,1 Pro­zent über dem Wert von 2020, son­dern auch 1,9 Pro­zent über dem zwei­ten Quar­tal 2019.

Nach dem Umsatz­ein­bruch von über 20 Pro­zent im Juni 2020 hat sich die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft wie­der schnell erholt. Die Sta­bi­li­sie­rung wur­de dabei ins­be­son­de­re von der Aus­lands­nach­fra­ge getra­gen. „Wie hoch der Umsatz­zu­wachs ohne die aktu­el­len Eng­päs­se bei der Roh­stoff­be­schaf­fung und den Kapa­zi­täts­aus­fäl­len bei Con­tai­nern wären, lässt sich nicht quan­ti­fi­zie­ren”, so Hohen­ner. Mit 6,0 Mil­li­ar­den Euro liegt der Umsatz im 2. Quar­tal 2021 rund 1,3 Mil­li­ar­den Euro über dem Wert vom zwei­ten Quar­tal 2020 und immer­hin 112 Mil­lio­nen Euro über dem Ergeb­nis von 2019.


Umsatz­zu­wachs auch gegen­über Vor-Coro­na-Jahr 2019

Gegen­über dem zwei­ten Quar­tal 2019 leg­ten vor allem die Kfz-Zulie­fe­rer mit einem Plus von 58 Pro­zent zu. Die­se stan­den bereits 2019 enorm unter Druck, hier ist zunächst eine Sta­bi­li­sie­rung bei der Nach­fra­ge erfolgt. Teil­wei­se ist die­ser Zuwachs auf einen sta­tis­ti­schen Effekt zurück­zu­füh­ren. Aber auch die Her­stel­ler von Glas und Kera­mik, Tex­ti­li­en und che­mi­schen Erzeug­nis­sen leg­ten in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren zwei­stel­lig zu. Spür­ba­re Ein­brü­che hat­ten vor allem die Dru­cke­rei­en und die Her­stel­ler von Möbeln zu verzeichnen.

„Damit hat Ober­fran­ken die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie noch längst nicht über­wun­den, da etwa Ein­zel­han­del, Gas­tro­no­mie und Beher­ber­gungs­ge­wer­be, aber auch Mes­se­bau­er und ‑ver­an­stal­ter oder Schau­stel­ler die Aus­wir­kun­gen von Coro­na oft noch sehr deut­lich spü­ren”, so Hohenner.

Aber zumin­dest scheint sich die Ent­wick­lung in der Indus­trie sta­bi­li­siert zu haben. Dass die Ampeln dort wei­ter auf Grün ste­hen, zei­gen auch die Ergeb­nis­se der letz­ten IHK-Kon­junk­tur­be­fra­gung, wo sich die Indus­trie­un­ter­neh­men für das Jahr 2021 opti­mis­tisch äußern.

Lie­fer­eng­päs­se und Preis­stei­ge­run­gen bei Rohprodukten

Vol­le Auf­trags­bü­cher und doch Kurzarbeit?

Seit 2019 sind die Prei­se bei etli­chen Roh­stof­fen laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt regel­recht explo­diert, Kurz­ar­beit ist daher trotz vol­ler Auf­trags­bü­cher lei­der die bit­te­re Wahr­heit laut der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

In vie­len Bran­chen besteht eine hohe Nach­fra­ge, etwa im Bau­sek­tor oder auch in vie­len Indus­trie­bran­chen, ob bei Kfz-Zulie­fe­rern, in der Kunst­stoff- oder der Stahl­ver­ar­bei­tung. Gleich­zei­tig sind Roh­stof­fe und Halb­wa­ren nur mit erheb­li­chen Lie­fer­fris­ten oder gar nicht erhält­lich. Hohen­ner: „Aktu­ell stei­gen die Erzeu­ger­prei­se so stark an wie zuletzt bei der zwei­ten Ölkri­se 1982. Eine beängs­ti­gen­de Entwicklung.”

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­licht monat­lich für über 1.500 Roh­stof­fe Preis­in­di­zes. Seit 2019 sind die Prei­se bei etli­chen Pro­duk­ten regel­recht explo­diert, etwa bei Holz, Stahl oder Kup­fer, aber auch bei elek­tro­ni­schen Bau­tei­len wie Chips oder Halb­lei­tern, bei Dämm­stof­fen, selbst bei Kron­kor­ken. Die Prei­se sind in vie­len Fäl­len um 50 Pro­zent und mehr angestiegen.


Holz: Viel­schich­ti­ge Grün­de für Knappheit

Das Bei­spiel Holz zeigt, wel­che Aus­wir­kun­gen die Pro­dukt­knapp­heit hat. „Sehr stark betrof­fen sind hier nicht nur die Bau­in­dus­trie und ‑hand­werk, son­dern inzwi­schen prak­tisch alle Bran­chen, weil auch Holz­pa­let­ten und Holz­pack­mit­tel knapp wer­den”, so Peter Beli­na von der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Die Grün­de für die aktu­el­le Situa­ti­on sind viel­fäl­tig. Beim Holz etwa kom­men gleich eini­ge Aspek­te zusam­men. Dass die Nach­fra­ge enorm ange­stie­gen ist, liegt nicht zuletzt dar­an, dass vor allem Chi­na und die USA Kon­junk­tur­pro­gram­me auf­ge­legt haben, wodurch die Nach­fra­ge enorm ange­stie­gen ist. Ande­rer­seits steht weni­ger wei­ter­ver­ar­beit­ba­res Holz zur Ver­fü­gung. Durch die extre­me Tro­cken­heit der ver­gan­ge­nen Jah­re sei der Bor­ken­kä­fer­be­fall in Mit­tel­eu­ro­pa sehr hoch, dadurch steht weni­ger Holz zur Wei­ter­ver­ar­bei­tung zur Ver­fü­gung. In den USA und Kana­da und Russ­land wüten Wald­brän­de. Russ­land schließ­lich hat einen Export­stopp von Holz nach Chi­na verhängt.


Stahl: Nach­fra­ge in Chi­na sehr stark gestiegen

Chi­na war bis vor zwei Jah­ren größ­ter Expor­teur von Stahl, das Land hat bei der Pro­duk­ti­on einen Welt­markt­an­teil von 50 Pro­zent. Seit eini­gen Mona­ten impor­tiert das Land Stahl. Hohen­ner: „Die Aus­wir­kun­gen bekom­men wir auch in Euro­pa zu spüren.”


Was­ser und Feu­er brem­sen Chipproduktion

Beli­na: „Ganz ande­re Grün­de gibt es für die Eng­päs­se bei Chips und Halb­lei­tern.” Für die Pro­duk­ti­on wer­de viel Was­ser benö­tigt, auf­grund einer extre­men Dür­re in Tai­wan, einem der Haupt­ex­port­län­der, muss­te dort die Pro­duk­ti­on mona­te­lang redu­ziert wer­den. Der Brand in einem gro­ßen Chip­werk in Japan habe zu wei­te­ren Eng­päs­sen geführt. Euro­pa und vor allem die Kfz-Her­stel­ler wol­len unab­hän­gi­ger von den asia­ti­schen Vor­lie­fe­ran­ten wer­den, eine sol­che Wen­de lässt sich aber nicht kurz­fris­tig realisieren.


Wei­ter­hin knap­pe Trans­port­ka­pa­zi­tä­ten aus Fernost

Hin­zu kom­men außer­or­dent­li­che Eng­päs­se und Preis­stei­ge­run­gen beim Con­tai­ner­ver­kehr etwa zwi­schen Chi­na und Euro­pa. Der SCFI-Index (Shang­hai Con­tai­ne­ri­zed Freigt Index) zeigt, dass die Prei­se Ende Juli rund vier­mal so hoch waren wie 2019, Ten­denz wei­ter stei­gend. Welt­weit ist der Bau von über 300 Con­tai­ner­schif­fen in Auf­trag gege­ben, aber auch deren Rea­li­sie­rung benö­tigt Jahre.

„Die Lie­fer­ket­ten wer­den die Kon­junk­tur noch über Mona­te beschäf­ti­gen. Kurz­fris­ti­ge Lösun­gen sind nicht in Sicht”, macht Hohen­ner deut­lich. „Gene­rell wächst die Erkennt­nis, dass Euro­pa unab­hän­gi­ger wer­den muss etwa von Lie­fe­ran­ten aus Fern­ost. Auch das Recy­cling von Pro­duk­ten wird wich­ti­ger werden.”

In ers­ten Bran­chen erfolgt bereits eine Neu­aus­rich­tung bei den Lie­fer­ket­ten. Der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth berät hier­zu bereits etli­che Unter­neh­men in Koope­ra­ti­on mit den deut­schen Auslandshandelskammern.

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