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Bamberger Dom

„Die Lie­be rech­net nicht“

Erz­bi­schof Gössl weiht Dani­el Hart­mann im Bam­ber­ger Dom zum Priester

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am gest­ri­gen Sams­tag den 26-jäh­ri­gen Dani­el Hart­mann zum Pries­ter geweiht, wie das Erz­bi­schöf­li­che Ordi­na­ri­at Bam­berg mit­teilt. In dem fei­er­li­chen Wei­he­got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom rief Gössl den Neu­pries­ter dazu auf, sei­nen Dienst aus einer Hal­tung der selbst­lo­sen Lie­be her­aus zu leben.

„Die Lie­be rech­net nicht. Sie gibt im Über­maß, reich­lich mit Segen“, zitier­te der Erz­bi­schof in sei­ner Pre­digt den Apos­tel Pau­lus. Dani­el Hart­mann stel­le sich mit der Pries­ter­wei­he ganz in den Dienst Got­tes und der Men­schen. „Sie geben sich und Ihr gan­zes Leben hin­ein in den pries­ter­li­chen Dienst – aus Lie­be zu Gott und zu sei­nem Volk“, sag­te Gössl. „Sie rech­nen nicht nach, wie­viel Lie­be man Gott ent­ge­gen­brin­gen kann und wie­viel Lie­be noch übrig bleibt nach Abzug von Gewalt­ak­ten, Krie­gen und per­sön­li­chen Ent­täu­schun­gen.“ Wer so rech­ne, kön­nen einen sol­chen Schritt der Hin­ga­be nicht gehen.

Zugleich ver­schwieg der Erz­bi­schof die schwie­ri­ge Situa­ti­on der Kir­che nicht: „Wir sind als Kir­che im Ab- und Umbau, und die­se Rea­li­tät zerrt an den Ner­ven von vie­len.“ Den­noch blei­be er über­zeugt, dass Chris­tus sei­ne Kir­che lei­te und sei­ne Lie­be durch das Wir­ken der Gläu­bi­gen Frucht bringe.

Gössl rief den Neu­pries­ter auf, sich nicht von den Her­aus­for­de­run­gen des kirch­li­chen Diens­tes ent­mu­ti­gen zu las­sen. Das Kreuz sei nicht nur Zei­chen von Leid, son­dern vor allem Aus­druck der Lie­be Got­tes und der Hoff­nung auf neu­es Leben. Der pries­ter­li­che Dienst tra­ge dazu bei, die Welt zu mehr Lie­be, Gerech­tig­keit und Frie­den zu bewegen.

Abschlie­ßend sprach der Erz­bi­schof die Hoff­nung aus, dass sich wie­der mehr jun­ge Men­schen zum Dienst in der Kir­che beru­fen füh­len. Er bete dar­um, „dass immer mehr jun­ge Men­schen, berührt von der Freund­schaft zu Chris­tus, sei­nem Ruf in die Diens­te und Ämter der Kir­che folgen“.

Der Neu­pries­ter stammt aus Her­zo­gen­au­rach, trat 2019 ins Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar ein und begann zeit­gleich das Theo­lo­gie­stu­di­um in Würz­burg. Von 2021 bis 2022 absol­vier­te er zwei Frei­se­mes­ter in Rom und setz­te das Stu­di­um anschlie­ßend in Mün­chen fort. Seit 2024 absol­vier­te er sei­nen Pas­to­ral­kurs im Seel­sor­ge­be­reich Ans­bach Stadt und Land, im Sep­tem­ber 2025 wur­de er zum Dia­kon geweiht.

Als Pri­miz­spruch wähl­te der 26-Jäh­ri­ge den Bibel­vers „Fürch­te dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich beim Namen geru­fen, du bist mein“ (Jes 43,1). Nach der Wei­he wird er zunächst eine Ver­tre­tung im Kli­ni­kum Bam­berg als Kran­ken­haus­seel­sor­ger über­neh­men und anschlie­ßend sei­ne ers­te Kaplan­stel­le in Ans­bach antreten.

Unre­gel­mä­ßi­ge Läu­te­zei­ten bis 18. Juni möglich

His­to­ri­sche Glo­cken des Bam­ber­ger Doms wer­den untersucht

Die his­to­ri­schen Glo­cken des Bam­ber­ger Doms wer­den in den kom­men­den Tagen umfas­send unter­sucht. Des­halb steht das Schlag­werk der ins­ge­samt zehn Glo­cken in den bei­den Ost­tür­men seit dem heu­ti­gen Mon­tag (15. Juni) zeit­wei­se still, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mit­teilt. Zudem kann es bis Don­ners­tag (18. Juni) zu unge­wohn­ten und unre­gel­mä­ßi­gen Läu­te­zei­ten kommen.

Glo­cken sind beim Läu­ten erheb­li­chen Belas­tun­gen aus­ge­setzt. Durch die Schwin­gun­gen von Glo­cke und Klöp­pel kön­nen sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te Ver­schleiß­erschei­nun­gen oder Ris­se bil­den. Auch die in den 1970-er Jah­ren ein­ge­bau­ten Stahl­jo­che wer­den dabei über­prüft. His­to­ri­sche Glo­cken gel­ten als beson­ders gefähr­det, wenn bereits vor­ge­schä­dig­te Berei­che belas­tet wer­den oder ungüns­ti­ge Läu­te­be­din­gun­gen vorliegen.

Mit den Unter­su­chun­gen ist das Euro­päi­sche Kom­pe­tenz­zen­trum für Glo­cken (ECC Pro­Bell) beauf­tragt. Die Exper­ten erfas­sen den Zustand und die Eigen­schaf­ten der Glo­cken­sys­te­me und erstel­len einen akus­ti­schen „Fin­ger­ab­druck“ der Instru­men­te. Für die Mes­sun­gen müs­sen die Glo­cken jeweils geläu­tet wer­den, wes­halb es zu den unre­gel­mä­ßi­gen Läu­te­zei­ten kommt. Das lit­ur­gi­sche Läu­ten zur Mor­gen- und Abend­mes­se fin­det wei­ter­hin wie gewohnt statt.

Ins­ge­samt zehn Glo­cken hän­gen in den bei­den Ost­tür­men des Bam­ber­ger Doms. Ihr Uhr­schlag prägt das Leben in der Stadt und ihr Geläut die Lit­ur­gie im Dom. Die bei­den ältes­ten Glo­cken hän­gen im Nord­ost­turm: die Kuni­gun­den­glo­cke aus der Zeit um 1200 und die gro­ße über fünf Ton­nen schwe­re Hein­richs­glo­cke aus dem Jahr 1311.

„Gegen Ängs­te und Angstmacher“

Fron­leich­nam in Bamberg

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat beim Fron­leich­nams­got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom vor einem Leben ohne Got­tes­be­zug gewarnt. Das Hoch­fest sei mehr als die Pfle­ge einer alten Tra­di­ti­on, sag­te Gössl am heu­ti­gen Don­ners­tag in sei­ner Pre­digt. Fron­leich­nam wer­de gefei­ert, „weil wir von dem Glau­ben getra­gen sind, dass Gott in unse­rem Leben und für unser Zusam­men­le­ben wich­tig ist“.

Die Bam­ber­ger Fron­leich­nams­pro­zes­si­on fin­det seit 1390 statt. Dabei wird das Aller­hei­ligs­te, von Tau­sen­den Gläu­bi­gen beglei­tet, durch die Alt­stadt getragen.

Aus­ge­hend von der bibli­schen Wüs­ten­wan­de­rung des Vol­kes Isra­el, erin­ner­te der Erz­bi­schof dar­an, dass Men­schen auf ihrem Lebens­weg nicht allein unter­wegs sei­en. Die 40 Jah­re dau­ern­de Wan­de­rung durch die Wüs­te habe das Volk gelehrt, „dass es ohne Gott ver­lo­ren ist“. Des­halb sol­le es sich an den gan­zen Weg mit sei­nen Ent­beh­run­gen, Gefah­ren und Zwei­feln erin­nern. Mit Blick auf die Gegen­wart kri­ti­sier­te Gössl die Vor­stel­lung, Wohl­stand und Sicher­heit mach­ten den Glau­ben über­flüs­sig. Eine Gesell­schaft, die Gott ver­ges­se, ver­lie­re letzt­lich Ori­en­tie­rung und Sinn.

Zugleich zog der Erz­bi­schof Par­al­le­len zur Geschich­te der Kir­che. Auch sie sei immer wie­der „ein Weg durch die Wüs­te gewe­sen“, beglei­tet von „Hun­ger und Durst, von gif­ti­gen Skor­pio­nen und allen mög­li­chen Sün­den“. Den­noch habe Chris­tus sei­ne Kir­che auf die­sem Weg beglei­tet und garan­tie­re so, dass kirch­li­ches Wir­ken zum Segen wird für die­se Welt, sag­te Gössl. Abschlie­ßend rief der Erz­bi­schof dazu auf, Fron­leich­nam als Anstoß für einen bewuss­te­ren Glau­ben zu ver­ste­hen. Wer mit Gott durchs Leben gehe, kön­ne „den Ängs­ten und den Angst­ma­chern heu­te und in Zukunft widerstehen“.

Nach dem Got­tes­dienst im Dom fand bei son­ni­gem Wet­ter die Pro­zes­si­on vom Dom über Mar­kus­platz, Holz­markt, Max­platz, Grü­ner Markt zurück zum Dom­platz statt. Tra­di­tio­nell reih­ten sich in den Zug zahl­rei­che ver­schie­de­ne Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen ein: die Pfar­rei­en mit ihren Geist­li­chen und den Minis­tran­ten, die Rit­ter­or­den, die Ordens­frau­en, Mit­glie­der der Räte und Gre­mi­en, die Hono­ra­tio­ren aus Stadt und Land­kreis Bam­berg sowie die Bru­der­schaf­ten, Innun­gen und Ver­ei­ne, die das Erbe der Zünf­te pfle­gen, dar­un­ter die tra­di­ti­ons­rei­chen Bam­ber­ger Gärt­ner und vie­le mehr. Bei der Pro­zes­si­on wer­den auch die Mari­en­sta­tu­en der Pfarr­kir­chen Unse­re Lie­be Frau und St. Mar­tin sowie die his­to­ri­schen Pro­zes­si­ons­stan­gen mit­ge­tra­gen. In der Mit­te der Pro­zes­si­on wur­de das Dom­kreuz, ein etwa 600 Kilo­gramm schwe­res reich ver­zier­tes Reli­qui­en­kreuz, von 18 Män­nern getragen.

Die Ein­füh­rung der Pro­zes­si­on in Bam­berg geht auf Bischof Lam­precht von Brunn zurück, der im Jahr 1390 ein Fest zur Ehre des Lei­bes Chris­ti mit Pro­zes­si­on unter Teil­nah­me des Kle­rus des Domes und der Stifts­kir­chen anord­ne­te. Dabei wur­de das Aller­hei­ligs­te mit­ge­tra­gen – jedoch nur durch den Dom in die Alte Hof­hal­tung und zurück. Sta­tio­nen auf dem Weg sind erst ab dem 16. Jahr­hun­dert über­lie­fert. In der Barock­zeit ent­wi­ckel­te sich die gro­ße Fron­leich­nams­pro­zes­si­on, zu der ein hand­schrift­li­ches Zere­mo­nien­buch aus dem Jahr 1730 vor­liegt. Das Dom­ka­pi­tel führ­te 1822 die gro­ße, vom Dom aus­ge­hen­de Pro­zes­si­on mit ihrem lit­ur­gi­schen Ablauf und den teil­neh­men­den Grup­pen ein. Bis heu­te prägt die Fron­leich­nams­pro­zes­si­on die Bischofs­stadt Bam­berg und ist Teil ihres reli­giö­sen und kul­tu­rel­len Erbes.

Leben­di­ges Erbe im Schat­ten des Doms

Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag in Bamberg

Am kom­men­den Sonn­tag, dem 17. Mai, fin­det in die­sem Jahr der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag statt. Muse­en auf der gan­zen Welt nut­zen die­sen Tag, um mit beson­de­ren Füh­run­gen, Rah­men­pro­gram­men und spe­zi­el­len Ange­bo­ten auf ihre Arbeit und ihre Bestän­de auf­merk­sam zu machen. So auch in Bamberg.

Muse­en sind Orte des Erin­nerns und Ent­de­ckens. Sie bewah­ren das kul­tu­rel­le Erbe der Mensch­heit und prä­sen­tie­ren es der Öffent­lich­keit in kura­tier­ter Form. Doch Muse­en sind heu­te mehr als nur Räu­me, in denen jahr­tau­sen­de­al­te Arte­fak­te lagern. Die eins­ti­gen stil­len Schatz­kam­mern sind zu Orten der Begeg­nung, der Refle­xi­on und des Ler­nens gewor­den. Sie sind Orte, an denen man durch den Dia­log mit der Geschich­te die eige­ne Iden­ti­tät erken­nen und ent­wi­ckeln kann. Mit ihren Aus­stel­lun­gen, Bil­dungs­an­ge­bo­ten und inno­va­ti­ven Pro­jek­ten wol­len Muse­en nicht nur Wis­sen ver­mit­teln, son­dern auch Neu­gier wecken und gesell­schaft­lich rele­van­te The­men anspre­chen. So wer­den Muse­en zu leben­di­gen Räu­men. Ein beson­ders loh­nen­der Ter­min für den nächs­ten Muse­ums­be­such ist in die­sem Jahr der 17. Mai, denn dann fin­det der Inter­na­tio­na­le Muse­ums­tag statt.


Die Arbeit und Leis­tun­gen der Muse­en würdigen

Seit sei­ner Ein­füh­rung im Jahr 1978 durch den Inter­na­tio­na­len Muse­ums­rat ICOM macht der Muse­ums­tag auf die Bedeu­tung von Muse­en als Orte der kul­tu­rel­len Begeg­nung auf­merk­sam. Ziel ist es, den Zugang zu Kunst, Kul­tur, Geschich­te und Wis­sen­schaft zu erleich­tern, Hemm­schwel­len abzu­bau­en und das Bewusst­sein dafür zu stär­ken, wel­che Leis­tun­gen Muse­en in der Gegen­wart erbrin­gen. Der Ein­tritt ist daher in den meis­ten Muse­en an die­sem Tag frei. Gleich­zei­tig soll der Tag den Dia­log über aktu­el­le gesell­schaft­li­che The­men anre­gen und durch Son­der­ak­tio­nen, Füh­run­gen oder Work­shops neue Besu­cher­grup­pen ins Muse­um locken. Das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Tags, „Muse­ums uniting a divi­ded world” (Muse­en ver­ei­nen eine geteil­te Welt), soll dar­auf auf­merk­sam machen, wie wich­tig ein welt­wei­ter gerech­ter Zugang zu Kul­tur, eine offe­ne und inklu­si­ve Gesell­schaft sowie eine Zusam­men­ar­beit über insti­tu­tio­nel­le und natio­na­le Gren­zen hin­weg sind.

Auch die Bam­ber­ger Muse­en bege­hen die­sen Tag und laden am 17. Mai auf den Dom­berg ein. Neben frei­em Ein­tritt wird auch ein spe­zi­el­les Rah­men­pro­gramm ange­bo­ten. Hier eini­ge loh­nen­de Ziele.


Die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bamberg“

Inmit­ten der Welt­kul­tur­er­be­stadt Bam­berg steht die Alte Hof­hal­tung. Sie ist ein Ort, an dem sich die Geschich­te, die Auto­ri­tä­ten und die Archi­tek­tur ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te ver­dich­ten. Beschäf­tigt man sich ein wenig mit der Geschich­te des Bau­werks, so wird deut­lich, dass es ein ein­drucks­vol­les Denk­mal der Bam­ber­ger -, aber auch der euro­päi­schen Geschich­te ist.

Mit der Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“, die bereits am 27. März 2026 eröff­net wur­de und bis zum 1. Novem­ber zu sehen ist, nimmt sich das his­to­ri­sche Ensem­ble selbst zum The­ma. Als Sitz des Kai­sers und der Bam­ber­ger Bischö­fe war die Hof­hal­tung einst ein mäch­ti­ges Sym­bol kirch­li­cher und welt­li­cher Auto­ri­tä­ten. Die Gebäu­de und Mau­ern tra­gen die­ses Erbe bis heu­te in sich, da jede Epo­che ihre bau­li­chen Spu­ren hin­ter­las­sen hat.

Ein Ein­blick in die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht“. Foto: Muse­en der Stadt Bamberg

Von der Burg­an­la­ge zum Museum

Die Ursprün­ge der Hof­hal­tung lie­gen in einer früh­mit­tel­al­ter­li­chen Burg­an­la­ge, die spä­ter von Kai­ser Hein­rich II. zu einer Kai­ser­pfalz aus­ge­baut wur­de. Mit der Grün­dung des Bam­ber­ger Bis­tums im Jahr 1007 wur­de die Anla­ge Sitz der Bischö­fe und somit ers­te Resi­denz der Fürst­bi­schö­fe. Im Mit­tel­al­ter wur­de die Hof­hal­tung mehr­fach erwei­tert und umge­stal­tet. So ent­stand ein geschlos­se­ner Hof, der die Wohn- und Wirt­schafts­be­rei­che des Bischofs und des Dom­ka­pi­tels umfass­te. Ihr heu­ti­ges Aus­se­hen erhielt sie im 16. Jahr­hun­dert. Mit der Schö­nen Pfor­te und dem Renais­sance-Palas wur­de die Hof­hal­tung für reprä­sen­ta­ti­ve Zwe­cke umge­stal­tet. Nach dem Umzug der Bischö­fe in die Neue Resi­denz dien­te sie als Biblio­thek und Ver­wal­tungs­sitz. Seit 1938 beher­bergt sie das His­to­ri­sche Museum.

Die Aus­stel­lung „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“ gibt den Besu­che­rin­nen und Besu­chern einen Ein­blick in die über tau­send­jäh­ri­ge Geschich­te die­ses Ortes. The­ma­ti­siert wer­den nicht nur das Leben der Mäch­ti­gen mit ihren Feh­den, Kon­flik­ten, Krie­gen und Fei­er­lich­kei­ten, son­dern auch das Leben der ein­fa­chen Leu­te wie Hand­wer­ker, Bau­meis­ter und Bediens­te­te, die eben­falls hier leb­ten und arbeiteten.

Neben dem gro­ßen Gan­zen wer­den auch Ein­zel­schick­sa­le, die mit der Hof­hal­tung ver­knüpft sind, beleuch­tet. Zu nen­nen ist hier bei­spiels­wei­se die Ermor­dung König Phil­ipps von Schwa­ben im Jahr 1208, die sich im Pal­las der Hof­hal­tung zutrug. Auch Georg Haas fand dort sei­nen Tod. Im Zuge der Hexen­pro­zes­se wur­de der dama­li­ge Kanz­ler des Hoch­stifts in der Alten Hof­hal­tung hin­ge­rich­tet. Auch die jün­ge­re Geschich­te wird beleuch­tet, bei­spiels­wei­se die Nut­zung der Hof­hal­tung als Tou­ris­ten­ziel, archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bungs­stät­te und kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tungs­ort, etwa für die jähr­lich statt­fin­den­den Calderón-Festspiele.

Im Bild: Der Kapell­meis­ter Kreis­ler im Wahn­sinn, Blei­stift­zeich­nung von E.T.A. Hoff­mann, 1822, Aus­schnitt, Foto: Gerald Raab, Staats­bi­blio­thek Bamberg

Die bau­li­che Ent­wick­lung nachvollziehen

Das Team des His­to­ri­schen Muse­ums Bam­berg hat zahl­rei­che Objek­te aus den Samm­lun­gen der Muse­en der Stadt Bam­berg zusam­men­ge­tra­gen und eine inter­es­san­te Aus­stel­lung rund um ihr Muse­ums­ge­bäu­de kura­tiert. Zu sehen gibt es his­to­ri­sche Dar­stel­lun­gen, inter­es­san­te Doku­men­te aus den unter­schied­li­chen Epo­chen, sowie 3D-Model­le und Medi­en­sta­tio­nen, die die Ent­wick­lung der Alten Hof­hal­tung nach­voll­zieh­bar machen. Ergänzt wird die Aus­stel­lung durch inter­ak­ti­ve Erleb­nis­sta­tio­nen und ein viel­sei­ti­ges Rah­men­pro­gramm zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag am 17. Mai.

Zeit­gleich mit der Aus­stel­lungs­er­öff­nung von „Mau­ern der Macht: Die Alte Hof­hal­tung in Bam­berg“ am 27. März wur­den auch die stän­di­gen Aus­stel­lun­gen des His­to­ri­schen Muse­ums aus dem Win­ter­schlaf erweckt und dem Publi­kum zugäng­lich gemacht. „Jüdi­sches in Bam­berg“, der „Bil­der­spa­zier­gang“ durch die Gemäl­de­ga­le­rie im His­to­ri­schen Muse­um und „Eine neue Zeit bricht an“ über das Bam­ber­ger Bür­ger­tum sind die Klas­si­ker der Bam­ber­ger Muse­ums­land­schaft und immer wie­der einen Besuch wert.

Anläss­lich des E.T.A.-Hoffmann-Jubiläumsjahres lädt der „E.T.A.-Hoffmann-Tanzsaal“ im His­to­ri­schen Muse­um zur Ent­de­ckung sei­ner phan­tas­ti­schen Welt ein. Seit dem 29. April prä­sen­tie­ren die Preis­trä­ger des Bergan­za-Prei­ses des Bam­ber­ger Kunst­ver­eins ihre zum The­ma pas­sen­den Wer­ke. Die Aus­stel­lung wird durch eine hoff­man­nes­ke Ver­an­stal­tungs­rei­he mit Lesun­gen, Vor­trä­gen und Work­shops ergänzt, die die Viel­schich­tig­keit des Künst­lers zeigen. 

Alle Aus­stel­lun­gen im His­to­ri­schen Muse­um Bam­berg sind bis zum 1. Novem­ber 2026 zu sehen.


Staats­bi­blio­thek Bam­berg: „Ver­ges­se­ne Kunst in Bam­berg: Ale­xej Borutscheff“

Gleich neben­an in der Staats­bi­blio­thek Bam­berg wid­met sich die Aus­stel­lung „Ver­ges­se­ne Kunst in Bam­berg: Ale­xej Bor­uts­cheff” einem moder­ne­ren Künst­ler. Er war, wie E.T.A. Hoff­mann, kein gebür­ti­ger Bam­ber­ger, hat aber, wie Hoff­mann, die Bam­ber­ger Kunst­sze­ne ent­schei­dend geprägt.

Ale­xej Archipowitsch Bor­uts­cheff wur­de 1911 in Russ­land gebo­ren. In den 1930er Jah­ren stu­dier­te er Archi­tek­tur und Kunst in Mos­kau. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs geriet er als Offi­zier der Roten Armee in deut­sche Kriegs­ge­fan­gen­schaft und kam 1945 nach Bam­berg, wo er bis zu sei­nem Tod im Jahr 1994 lebte.

Der Kunst von Ale­xej Bor­uts­cheff wid­met sich die Staats­bi­blio­thek. Foto: Staats­bi­blio­thek Bamberg

„Fra­gi­les Erbe – blei­ben­des Licht“: Muse­ums­tag im Diözesanmuseum

Im Diö­ze­san­mu­se­um neben­an wid­met man sich mit der am 16. Mai eröff­nen­den Aus­stel­lung „Fra­gi­les Erbe – blei­ben­des Licht“ dem Bam­ber­ger Andre­as­fens­ter. Im Zuge der Restau­rie­rung der Andre­as­ka­pel­le im Bam­ber­ger Dom wur­de das Glas­fens­ter unter­sucht und kon­ser­viert, um sei­ne his­to­ri­sche Bema­lung zu sichern. Das Fens­ter ist das ein­zi­ge erhal­te­ne, mit­tel­al­ter­li­che Bunt­glas­fens­ter im Dom­be­stand und stammt aus dem frü­hen 15. Jahr­hun­dert. Am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag haben Besu­cher die Mög­lich­keit, live bei der Restau­rie­rung die­ses Kul­tur­schat­zes dabei zu sein und den Exper­ten bei der Arbeit zuzu­se­hen. Zudem sind eine inter­ak­ti­ve Sta­ti­on für Kin­der und Vor­trä­ge über mit­tel­al­ter­li­che Glas­pro­duk­ti­on geplant. Das Muse­ums­ca­fé wird eben­falls geöff­net sein.

Das Andre­as­fens­ter im Diö­ze­san­mu­se­um. Foto: Inge­borg Lim­mer, DiözesanMuseum

Bum­il­ler Coll­ec­tion /​Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst

Auch die Bum­il­ler Coll­ec­tion /​Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst betei­ligt sich mit einem Pro­gramm am Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag. Die Bum­il­ler Coll­ec­tion zählt zu den bedeu­tends­ten Samm­lun­gen früh­is­la­mi­scher Kunst. 

Ein Ein­blick in die Bum­il­ler Coll­ec­tion. Foto: Dr. Mer­ce­dés Och

Sie stammt aus den Erwer­bun­gen des Samm­lers Man­fred Bum­il­ler und ist heu­te im Uni­ver­si­täts­mu­se­um für Isla­mi­sche Kunst in der Austra­ße in der Bam­ber­ger Insel­stadt behei­ma­tet. Am Muse­ums­tag fin­det um 10:30 Uhr eine Füh­rung durch die Samm­lung statt. Zu sehen gibt es Kera­mi­ken, Glas, Schrift­stü­cke und Elfen­bein­ob­jek­te aus den Kul­tu­ren ent­lang der Sei­den­stra­ße. Um 14 Uhr wird Rolf-Bern­hard Essig in den Muse­ums­räum­lich­kei­ten einen gewohnt kurz­wei­li­gen Vor­trag mit dem Titel „Die flie­gen­de Zie­ge und ein Ess­löf­fel Öl” halten.


Viel gebo­ten am Dom

Zum Inter­na­tio­na­len Muse­ums­tag wird in Bam­berg viel gebo­ten. Die Teams der Bam­ber­ger Muse­en haben sich Mühe gege­ben, um den Besu­che­rin­nen und Besu­chern mit­tel­al­ter­li­che Macht­zen­tren, ver­ges­se­ne Kunst­schät­ze, Hoff­manns fan­tas­ti­sche Wel­ten und früh­is­la­mi­sche Kunst zu zei­gen. Wer am 17. Mai den Weg auf den Dom­berg und in die Bam­ber­ger Innen­stadt fin­det, unter­nimmt eine Rei­se durch die Epo­chen und erlebt, wie Muse­en Men­schen, Geschich­ten und Per­spek­ti­ven mit­ein­an­der ver­bin­den. So wird das Mot­to „Muse­ums uniting a divi­ded world” ganz kon­kret erfahr­bar – und das mit­ten im Schat­ten des Doms.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm­ab­lauf sind auf der Home­page zu finden.

Pre­digt Erz­bi­schof Gössl zu Ostern

„Ostern ist eine Lebens­quel­le, die uns mit Hoff­nung erfüllt“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat die Oster­bot­schaft als hoff­nungs­vol­le Gegen­kraft zu Resi­gna­ti­on, Angst und glo­ba­len Kri­sen beschrie­ben. Der Glau­be an die Auf­er­ste­hung ent­fal­te bis heu­te eine welt­wei­te Dyna­mik, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom.

Dabei gehe es weni­ger um Bewei­se als um Erfah­rung, so der Erz­bi­schof wei­ter. „Es gibt kei­ne Bewei­se für die Auf­er­ste­hung des Herrn, und es gibt auch kei­ne dage­gen.“ Ent­schei­dend sei das Zeug­nis der Glau­ben­den: „Es gibt die Erfah­rung, dass der Glau­be an Jesus Chris­tus neue Wege eröff­net.“ Ostern sei mehr als ein bil­li­ger Opti­mis­mus, „son­dern eine Lebens­quel­le, die in uns spru­delt und uns mit Hoff­nung erfüllt“. Dar­aus erwach­se eine kla­re Hal­tung: „Denn Ostern sagt uns, dass auch Gott die­se Welt und uns Men­schen nie­mals auf­ge­ben wird.“

Nach den trau­ma­ti­schen Ereig­nis­sen am Kar­frei­tag sei­en die Jün­ger zunächst wie gelähmt gewe­sen. Ihre Hoff­nun­gen sei­en zer­bro­chen, „vor allem aber ent­täuscht, weil alle ihre Erwar­tun­gen und Hoff­nun­gen mit ihrem Meis­ter am Kreuz gestor­ben waren“. Doch die­se Star­re sei nicht das Ende gewe­sen. Frau­en, Jün­ger und schließ­lich Maria von Mag­da­la hät­ten die Bot­schaft vom lee­ren Grab wei­ter­ge­tra­gen und die Bot­schaft ver­kün­det: „Der Herr ist von den Toten auferstanden!“

Bin­nen kür­zes­ter Zeit habe sich die­se fro­he Bot­schaft über die gan­ze damals bekann­te Welt ver­brei­tet. Auch auf­tre­ten­de Schwie­rig­kei­ten, nicht ein­mal bru­tals­te Ver­fol­gun­gen hät­ten die­sen Sie­ges­zug des Evan­ge­li­ums stop­pen kön­nen. Bis heu­te wir­ke die­se Kraft fort und brin­ge Men­schen in Bewe­gung, selbst ange­sichts schwie­ri­ger, sogar bedroh­li­cher Situationen.

Men­schen, die aus die­sem Glau­ben leb­ten, könn­ten die Welt ver­än­dern. „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind Men­schen der Bewe­gung, Men­schen vol­ler Zuver­sicht und Hoff­nung.“ Sie sei­en in der Lage, Ängs­te zu über­win­den und Ver­zei­hung zu schen­ken. Gera­de ange­sichts glo­ba­ler Kri­sen kom­me ihnen beson­de­re Bedeu­tung zu: „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind für unse­re kriegs­zer­fres­se­ne, hass­erfüll­te Welt so unend­lich wich­tig.“ Ihre Hoff­nung grün­de nicht in sich selbst: „Sie tra­gen eine Zukunft in ihrem Her­zen, die nicht aus ihnen sel­ber kommt.“

Pre­digt von Erz­bi­schof Gössl zum Karfreitag

„Krie­ge sind eine Schan­de für die Menschheit“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am Kar­frei­tag vor einer „Kul­tur des Todes“ gewarnt und Krie­ge als eine „Schan­de für die Mensch­heit“ bezeich­net. Die­ser Ent­wick­lung stell­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom die christ­li­che Hoff­nung ent­ge­gen, die am Kreuz Jesu sicht­bar werde.

Die Kreu­zi­gung Jesu sei eine grau­sa­me Hin­rich­tung, rou­ti­niert voll­streckt in einem selbst­ver­ständ­lich ablau­fen­den Ritu­al. Die Henk­ers­ar­beit wir­ke wie ein ein­ge­üb­tes Hand­werk, so wie die Todes­stra­fe auch heu­te in vie­len Län­dern immer noch üblich sei oder sogar wie­der ein­ge­führt wer­de. „Wir waren uns lan­ge sicher, dass die Mensch­heit aus den gro­ßen Krie­gen des 20. Jahr­hun­derts gelernt hat und den Frie­den auf jeden Fall bewah­ren wird“, sag­te Gössl. „Heu­te wer­den mun­ter Krie­ge vom Zaun gebro­chen, Men­schen wer­den mas­sen­haft, oft von der eige­nen Regie­rung, ver­folgt und gezielt umge­bracht, um die eige­ne Macht, das eige­ne Über­le­ben zu sichern.“ Auf der Welt sei so vie­les wie­der denk­bar und mög­lich gewor­den, dass man die­se Welt oft nicht mehr verstehe.

Der Tod sei nicht nur eine exis­ten­ti­el­le Bedro­hung, son­dern wer­de zuneh­mend bewusst in Kauf genom­men. „Noch schlim­mer ist frei­lich, wenn der Tod gezielt her­bei­ge­führt wird, wenn er kühl berech­nend zu einer ernst­haf­ten Hand­lungs­op­ti­on gemacht wird.“ Bereits Papst Johan­nes Paul II. habe vor einer Kul­tur des Todes gewarnt.

Zugleich kri­ti­sier­te Gössl die Vor­stel­lung, Pro­ble­me lie­ßen sich durch Gewalt lösen. „Vor allem scheint der Tod unse­ren Geist zu beherr­schen durch die Vor­stel­lung, mit dem Tod sei alles aus – und davon abge­lei­tet durch die irri­ge Mei­nung, durch den Tod eines ande­ren lie­ßen sich irgend­wel­che Pro­ble­me aus der Welt schaffen.“

Das Kreuz Chris­ti habe die Macht des Todes gebro­chen. „Seit der Sohn Got­tes am Kreuz den Tod auf sich nahm, kann nie­mand mehr durch den Tod zum Schwei­gen gebracht wer­den.“ Dies gel­te ins­be­son­de­re für Opfer von Gewalt: „Nicht die unschul­di­gen Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft, von Mord und Tot­schlag, nicht all die Men­schen, die ver­bit­tert und unver­söhnt ster­ben. In Gott sind alle Men­schen aufgehoben.“

Das Kreuz sei des­halb nicht nur ein Sym­bol des Lei­dens, son­dern der Hoff­nung. „Daher schau­en wir auf das Kreuz und erken­nen in ihm nicht das Ende, son­dern den immer wie­der neu­en Anfang.“ Im Kreuz wer­de deut­lich, dass in Gott kein Mensch jemals ver­ges­sen oder ver­lo­ren sei: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

Christ­li­cher Glau­be als Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Hass und Intoleranz

Erz­bi­schof Gössl ruft Jah­res­mot­to „Du bewegst die Welt“ aus

Zum Abschluss des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jah­res mit dem Leit­wort „Pil­ger der Hoff­nung“ hat Erz­bi­schof Her­wig Gössl das neue Jahr 2026 im Erz­bis­tum Bam­berg unter das Mot­to „Du bewegst die Welt“ gestellt.

Mit dem Jah­res­mot­to für 2026 sol­le zum Aus­druck gebracht wer­den, dass der christ­li­che Glau­be das bes­te Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Into­le­ranz, Hass und Het­ze ist. „Und dabei kommt es wirk­lich auf jeden ein­zel­nen Men­schen an“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sil­ves­ter­abend im Bam­ber­ger Dom.

Mit dem Mot­to soll auf­ge­ru­fen wer­den, die eige­ne Bequem­lich­keit und Hilf­lo­sig­keit ange­sichts der welt­wei­ten Kri­sen zu über­win­den. Zwar kön­ne ein Ein­zel­ner nichts aus­rich­ten gegen den glo­ba­len Kli­ma­wan­del, obwohl er ihn mit ver­ur­sa­che durch sei­ne Lebens­ge­wohn­hei­ten, sei­ne Bequem­lich­keit und die man­geln­de Bereit­schaft zum Ver­zicht. Nie­mand kön­ne einen Krieg been­den, den er nicht ange­fan­gen hat, das gelin­ge offen­sicht­lich nicht ein­mal dem US-Prä­si­den­ten. Die­se Erfah­rung von Hilf­lo­sig­keit und Ohn­macht sie für vie­le Men­schen heu­te belas­tend und niederdrückend.

„Wir haben in die­sem Jahr eini­ges erlebt, das uns die Hoff­nung rau­ben könn­te“, stell­te Gössl fest. Aber das Hei­li­ge Jahr habe auf vie­le Zei­chen und Orte der Hoff­nung auf­merk­sam gemacht und gezeigt, wie sehr der All­tag von der Kraft christ­li­cher Hoff­nung durch­drun­gen und gestal­tet ist. „Es hat auch gezeigt, wie sehr es dabei eben doch auf den Glau­ben eines jeden Ein­zel­nen ankommt“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sei kei­ne „bil­li­ge Ver­trös­tung“, son­dern ech­te Hoff­nung, die sich in Gott fest­ma­che. Es sei des­halb wich­tig, den Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben, „weil er uns in einer zuneh­mend maß­los wer­den­den Welt einen Maß­stab an die Hand gibt.“

Weih­nachts­pre­digt von Erz­bi­schof Gössl

„Weih­nach­ten ist kei­ne welt­frem­de Idylle“

Die Frie­dens­bot­schaft der Hei­li­gen Nacht ist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Her­wig Gössl kei­ne Blind­heit vor der Rea­li­tät und kein über­trie­be­ner Opti­mis­mus, beton­te der Erz­bi­schof in sei­ner Weihnachtspredigt.

„Weih­nach­ten sagt uns alle Jah­re wie­der, dass Gott die­se Mensch­heit nicht auf­ge­ge­ben hat, trotz aller Unver­nunft und Wider­sprüch­lich­keit im Ver­hal­ten, trotz der Nei­gung zur Gewalt, die dem Frie­den so oft im Weg steht“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Hei­lig­abend im Bam­ber­ger Dom.

Der Erz­bi­schof stell­te die Fra­ge, war­um es der Mensch­heit so schwer­fal­le, Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten ohne Gewalt zu regeln. Offen­sicht­lich schlum­me­re im Men­schen eine Nei­gung zur Eska­la­ti­on, die dann erwa­che, wenn man sich bedroht oder unge­recht behan­delt füh­le. Die­se Mecha­nis­men zeig­ten sich nicht nur im Krieg, son­dern auch in den sozia­len Netz­wer­ken, wo Empö­rung, Feind­bil­der und gegen­sei­ti­ge Schuld­zu­wei­sun­gen vie­le Debat­ten prägten.

Dem setz­te Erz­bi­schof Gössl die bibli­sche Frie­dens­bot­schaft ent­ge­gen. Der Pro­phet Jesa­ja spre­che von der Sehn­sucht nach Frie­den, ver­schwei­ge aber auch nicht die Trüm­mer und das Leid in der Stadt Jeru­sa­lem, die dem Frie­den vor­aus­gin­gen. Auch Weih­nach­ten sei kei­ne welt­frem­de Idyl­le. „Das Evan­ge­li­um redet sehr klar von der Fins­ter­nis in die­ser Welt“, sag­te Gössl. Zugleich ver­kün­de es, dass ein Licht in die­ser Fins­ter­nis leuch­te und Ori­en­tie­rung sowie Hoff­nung gebe.

Die Weih­nachts­bot­schaft ver­steht der Erz­bi­schof als Hoff­nungs­zei­chen und Auf­trag zugleich. Sie zei­ge, wie die Welt nach Got­tes Wil­len sein kön­ne, und ermu­ti­ge dazu, Gewalt zu dees­ka­lie­ren und aktiv zum Frie­den bei­zu­tra­gen. Weil Gott die Mensch­heit trotz Krieg, Hass und Kon­flik­ten nicht auf­ge­be, dürf­ten auch Men­schen ein­an­der nicht auf­ge­ben – weder in Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten noch in digi­ta­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen oder im pri­va­ten All­tag. Auch wenn Frie­dens­ar­beit oft wie ein schwa­ches Licht erschei­ne, blei­be sie wirk­sam. Die Geburt Chris­ti sei das Zei­chen für Got­tes Ja zur Welt „Es ermu­tigt uns, auch selbst zu den Mit­men­schen Ja zu sagen“, so Gössl.

Bis­tums­gren­ze wird verschoben

Erz­bis­tum Bam­berg und Bis­tum Eich­stätt tau­schen klei­ne Gebiete

Die Gren­ze zwi­schen dem Erz­bis­tum Bam­berg und dem Bis­tum Eich­stätt ändert sich. Der Vati­kan ent­sprach dem Wunsch von Erz­bi­schof Her­wig Gössl und des dama­li­gen Eich­stät­ter Bischofs Gre­gor Maria Han­ke, die Anfang des Jah­res eine Anpas­sung der Gren­ze an die pas­to­ra­le Pra­xis bean­tragt hat­ten. Betrof­fen sind nur weni­ge Hun­dert Katho­li­ken, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Hin­ter­grund ist, dass vor Jahr­zehn­ten mit dem Bau des Main-Donau-Kanals im Süden der Stadt Nürn­berg (Mart­erlach­sied­lung) die zu Eich­stätt gehö­ren­de Kura­tie St. Gabri­el von ihrer Mut­ter­pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eibach) abge­schnit­ten wur­de. Die­ser Teil der Pfar­rei ist seit­dem nicht mehr ohne gro­ße Umwe­ge zu errei­chen. 1971 wur­den von bei­den Bis­tü­mern das Gebiet von St. Gabri­el im Bereich der Pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eich­stätt) und der Stadt­teil Wer­der­au im Bereich der Pfar­rei St. Lud­wig (Bam­berg) zur Seel­sor­ge­stel­le Mart­erlach­sied­lung-Wer­der­au zusam­men­ge­fasst. Im Lau­fe der Zeit hat sich dann für das Gebiet der Name St. Gabri­el durch­ge­setzt. 2018 ver­ein­bar­ten die Bis­tü­mer, die Pfarr­kir­chen­stif­tung St. Fran­zis­kus in Nürn­berg (Erz­bis­tum Bam­berg) sowie die Kura­tie­kir­chen­stif­tung St. Gabri­el in Nürn­berg (Bis­tum Eich­stätt) mit ihren jewei­li­gen Kir­chen­ge­mein­den auf­zu­he­ben und der Pfarr­kir­chen­ge­mein­de St. Lud­wig (Erz­bis­tum Bam­berg) zuzu­le­gen. Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um stimm­te dem zu.

Ein ande­rer Fall von bis­tums­grenz­über­schrei­ten­der Seel­sor­ge wur­de in der Pfar­rei St. Lud­wig in Ans­bach (Erz­bis­tum Bam­berg) berei­nigt. Hier wer­den seit jeher meh­re­re Orts­tei­le von zwei Pfar­rei­en des Bis­tums Eich­stätt mit­be­treut. Betrof­fen sind 340 Katho­li­ken in Nürn­berg und 411 in Ans­bach, die sich auch den sie betreu­en­den Pfar­rei­en zuge­hö­rig füh­len. Bezüg­lich der Kir­chen­steu­er han­delt sich dahin­ge­hend um einen „gerech­ten Tausch“. Die Ände­rung tritt zum 1. Janu­ar 2026 in Kraft.


Die Ver­än­de­run­gen

Von Eich­stätt zu Bam­berg: das gesam­te Gebiet der (ursprüng­li­chen) Kura­tie St. Gabri­el in Nürn­berg, Stadt­teil Marterlachsiedlung.

Von Bam­berg zu Eich­stätt: die Ort­schaf­ten Brodswin­den mit Brodswin­de­ner Müh­le, Ham­mer­schmie­de, Höf­stet­ten, Höf­stet­ter Müh­le, Wal­lers­dorf, der west­li­che Teil der Ort­schaft Wolf­arts­win­den sowie Albern­dorf mit Büchen­müh­le, Hirsch­bronn, Neu­kir­chen und Stein­bach, fer­ner der öst­li­che der Bun­des­stra­ße B13 gele­gen Teil der Gemar­kung Bern­hards­win­den mit Louismühle.

Weih­nach­ten im Bam­ber­ger Dom

Christ­met­te mit Erz­bi­schof Gössl im Livestream

An Hei­lig­abend fin­det die tra­di­tio­nel­le Christ­met­te im Bam­ber­ger Dom mit Erz­bi­schof Her­wig Gössl um 22.30 Uhr statt. Das Erz­bis­tum Bam­berg hat den Ablauf vom dies­jäh­ri­gen Weih­nachts­fest bis Drei­kö­nig bekanntgegeben.

An Hei­lig­abend sin­gen und spie­len wäh­rend der Christ­met­te die Mäd­chen­kan­to­rei, der Frau­en­kam­mer­chor der Dom­kan­to­rei und Mit­glie­der der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker die Mis­sa in A „in nati­vi­ta­te Domi­ni“ von Josef Gabri­el Rheinberger.

An der Orgel spielt Dom­or­ga­nist Mar­kus Wil­lin­ger. Die Christ­met­te wird im Live­stream über­tra­gen. Um 16.00 Uhr fin­det ein Kin­der­got­tes­dienst mit Krip­pen­spiel statt, der vom Auf­bau­chor der Mäd­chen­kan­to­rei und den Vor­chö­ren der Dom­mu­sik gestal­tet wird. Um 17.30 Uhr wird eine Fami­li­en­met­te mit Dom­pfar­rer Mar­kus Koh­mann gefeiert.

Das Pon­ti­fi­kal­amt am Hoch­fest der Geburt des Herrn, Don­ners­tag, 25. Dezem­ber, mit Erz­bi­schof Gössl, beginnt um 9.30 Uhr. Die Dom­kan­to­rei, Solis­ten und Musi­ker der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker sin­gen und spie­len unter Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Vin­cent Heit­zer die Mis­sa bre­vis in C „Mis­sa auli­ca“ von F. X. Bri­xi. An der Orgel spielt Dom­or­ga­nist Mar­kus Wil­lin­ger. Der Got­tes­dienst wird im Live­stream über­tra­gen. Eine wei­te­re Eucha­ris­tie­fei­er fin­det um 11.30 Uhr statt. Um 17.00 Uhr fei­ert Erz­bi­schof Gössl eine Pon­ti­fi­kal­ves­per. Es sin­gen der Dom­chor, die Mäd­chen­kan­to­rei und die Dom­kan­to­rei Chor­mu­sik, Psal­men und Wechselgesänge.

Am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag, Frei­tag, 26. Dezem­ber, fin­det um 9.30 Uhr eine Eucha­ris­tie­fei­er statt, der Dom­de­kan Hubert Schiepek vor­steht. Der Män­ner­chor des Dom­cho­res und die Sopra­nis­tin Vic­to­ria Kun­ze sin­gen die „Mis­sa clas­si­ca“ von G. Sorg. Um 11.30 Uhr fin­det eine wei­te­re Mess­fei­er statt, um 17.00 Uhr eine Festandacht.

Am Sonn­tag, 28. Dezem­ber, sind Eucha­ris­tie­fei­ern um 9.30 Uhr und um 11.30 Uhr. Um 17 Uhr wird das Weih­nachts­ora­to­ri­um von Johann Sebas­ti­an Bach, Kan­ta­ten I, IV, VI, vom Dom­chor, Solis­ten und dem Barock­or­ches­ter La Ban­da unter Lei­tung von Vin­cent Heit­zer aufgeführt.

Am Sil­ves­ter­tag, Mitt­woch, 31. Dezem­ber, beginnt die fei­er­li­che Ves­per zum Jah­res­schluss mit Erz­bi­schof Gössl um 17.00 Uhr. Musi­ka­lisch mit­ge­stal­tet wird sie vom Kathe­dral­ju­gend­chor mit Psal­men, Wech­sel­ge­sän­gen und weih­nacht­li­cher Chormusik.

An Neu­jahr (Hoch­fest der Got­tes­mut­ter Maria), Don­ners­tag, 1. Janu­ar, fin­det um 9.30 Uhr ein Got­tes­dienst mit Dom­de­kan Hubert Schiepek mit deut­schen Kir­chen­lie­dern und Kan­to­ren­ge­sän­gen statt. Um 11.30 Uhr ist eine wei­te­re Eucharistiefeier.

Am Hoch­fest der Erschei­nung des Herrn, (Drei­kö­nig) Diens­tag, 6. Janu­ar, wird die Eucha­ris­tie­fei­er um 9.30 Uhr, der Dom­de­kan Hubert Schiepek vor­steht, vom Dom­Vo­kal musi­ka­lisch gestal­tet. Um 11.30 Uhr fin­det ein wei­te­rer Got­tes­dienst mit Aus­sendung der Stern­sin­ger statt. Um 17.00 Uhr wird ein weih­nacht­li­cher Ves­per­got­tes­dienst „A Cerem­o­ny of Nine Les­sons and Carols“ in angli­ka­ni­scher Form gefei­ert. Es singt die Domkantorei.

Das Par­ken auf dem Dom­platz ist zu den Got­tes­dienst­zei­ten und zum Weih­nachts­ora­to­ri­um erlaubt.

Die Live­streams am 24. und 25. Dezem­ber wer­den auf www.youtube.com/erzbistumbamberg übertragen.

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