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Bamberger Dom

Christ­li­cher Glau­be als Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Hass und Intoleranz

Erz­bi­schof Gössl ruft Jah­res­mot­to „Du bewegst die Welt“ aus

Zum Abschluss des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jah­res mit dem Leit­wort „Pil­ger der Hoff­nung“ hat Erz­bi­schof Her­wig Gössl das neue Jahr 2026 im Erz­bis­tum Bam­berg unter das Mot­to „Du bewegst die Welt“ gestellt.

Mit dem Jah­res­mot­to für 2026 sol­le zum Aus­druck gebracht wer­den, dass der christ­li­che Glau­be das bes­te Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Into­le­ranz, Hass und Het­ze ist. „Und dabei kommt es wirk­lich auf jeden ein­zel­nen Men­schen an“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sil­ves­ter­abend im Bam­ber­ger Dom.

Mit dem Mot­to soll auf­ge­ru­fen wer­den, die eige­ne Bequem­lich­keit und Hilf­lo­sig­keit ange­sichts der welt­wei­ten Kri­sen zu über­win­den. Zwar kön­ne ein Ein­zel­ner nichts aus­rich­ten gegen den glo­ba­len Kli­ma­wan­del, obwohl er ihn mit ver­ur­sa­che durch sei­ne Lebens­ge­wohn­hei­ten, sei­ne Bequem­lich­keit und die man­geln­de Bereit­schaft zum Ver­zicht. Nie­mand kön­ne einen Krieg been­den, den er nicht ange­fan­gen hat, das gelin­ge offen­sicht­lich nicht ein­mal dem US-Prä­si­den­ten. Die­se Erfah­rung von Hilf­lo­sig­keit und Ohn­macht sie für vie­le Men­schen heu­te belas­tend und niederdrückend.

„Wir haben in die­sem Jahr eini­ges erlebt, das uns die Hoff­nung rau­ben könn­te“, stell­te Gössl fest. Aber das Hei­li­ge Jahr habe auf vie­le Zei­chen und Orte der Hoff­nung auf­merk­sam gemacht und gezeigt, wie sehr der All­tag von der Kraft christ­li­cher Hoff­nung durch­drun­gen und gestal­tet ist. „Es hat auch gezeigt, wie sehr es dabei eben doch auf den Glau­ben eines jeden Ein­zel­nen ankommt“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sei kei­ne „bil­li­ge Ver­trös­tung“, son­dern ech­te Hoff­nung, die sich in Gott fest­ma­che. Es sei des­halb wich­tig, den Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben, „weil er uns in einer zuneh­mend maß­los wer­den­den Welt einen Maß­stab an die Hand gibt.“

Weih­nachts­pre­digt von Erz­bi­schof Gössl

„Weih­nach­ten ist kei­ne welt­frem­de Idylle“

Die Frie­dens­bot­schaft der Hei­li­gen Nacht ist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Her­wig Gössl kei­ne Blind­heit vor der Rea­li­tät und kein über­trie­be­ner Opti­mis­mus, beton­te der Erz­bi­schof in sei­ner Weihnachtspredigt.

„Weih­nach­ten sagt uns alle Jah­re wie­der, dass Gott die­se Mensch­heit nicht auf­ge­ge­ben hat, trotz aller Unver­nunft und Wider­sprüch­lich­keit im Ver­hal­ten, trotz der Nei­gung zur Gewalt, die dem Frie­den so oft im Weg steht“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Hei­lig­abend im Bam­ber­ger Dom.

Der Erz­bi­schof stell­te die Fra­ge, war­um es der Mensch­heit so schwer­fal­le, Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten ohne Gewalt zu regeln. Offen­sicht­lich schlum­me­re im Men­schen eine Nei­gung zur Eska­la­ti­on, die dann erwa­che, wenn man sich bedroht oder unge­recht behan­delt füh­le. Die­se Mecha­nis­men zeig­ten sich nicht nur im Krieg, son­dern auch in den sozia­len Netz­wer­ken, wo Empö­rung, Feind­bil­der und gegen­sei­ti­ge Schuld­zu­wei­sun­gen vie­le Debat­ten prägten.

Dem setz­te Erz­bi­schof Gössl die bibli­sche Frie­dens­bot­schaft ent­ge­gen. Der Pro­phet Jesa­ja spre­che von der Sehn­sucht nach Frie­den, ver­schwei­ge aber auch nicht die Trüm­mer und das Leid in der Stadt Jeru­sa­lem, die dem Frie­den vor­aus­gin­gen. Auch Weih­nach­ten sei kei­ne welt­frem­de Idyl­le. „Das Evan­ge­li­um redet sehr klar von der Fins­ter­nis in die­ser Welt“, sag­te Gössl. Zugleich ver­kün­de es, dass ein Licht in die­ser Fins­ter­nis leuch­te und Ori­en­tie­rung sowie Hoff­nung gebe.

Die Weih­nachts­bot­schaft ver­steht der Erz­bi­schof als Hoff­nungs­zei­chen und Auf­trag zugleich. Sie zei­ge, wie die Welt nach Got­tes Wil­len sein kön­ne, und ermu­ti­ge dazu, Gewalt zu dees­ka­lie­ren und aktiv zum Frie­den bei­zu­tra­gen. Weil Gott die Mensch­heit trotz Krieg, Hass und Kon­flik­ten nicht auf­ge­be, dürf­ten auch Men­schen ein­an­der nicht auf­ge­ben – weder in Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten noch in digi­ta­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen oder im pri­va­ten All­tag. Auch wenn Frie­dens­ar­beit oft wie ein schwa­ches Licht erschei­ne, blei­be sie wirk­sam. Die Geburt Chris­ti sei das Zei­chen für Got­tes Ja zur Welt „Es ermu­tigt uns, auch selbst zu den Mit­men­schen Ja zu sagen“, so Gössl.

Bis­tums­gren­ze wird verschoben

Erz­bis­tum Bam­berg und Bis­tum Eich­stätt tau­schen klei­ne Gebiete

Die Gren­ze zwi­schen dem Erz­bis­tum Bam­berg und dem Bis­tum Eich­stätt ändert sich. Der Vati­kan ent­sprach dem Wunsch von Erz­bi­schof Her­wig Gössl und des dama­li­gen Eich­stät­ter Bischofs Gre­gor Maria Han­ke, die Anfang des Jah­res eine Anpas­sung der Gren­ze an die pas­to­ra­le Pra­xis bean­tragt hat­ten. Betrof­fen sind nur weni­ge Hun­dert Katho­li­ken, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Hin­ter­grund ist, dass vor Jahr­zehn­ten mit dem Bau des Main-Donau-Kanals im Süden der Stadt Nürn­berg (Mart­erlach­sied­lung) die zu Eich­stätt gehö­ren­de Kura­tie St. Gabri­el von ihrer Mut­ter­pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eibach) abge­schnit­ten wur­de. Die­ser Teil der Pfar­rei ist seit­dem nicht mehr ohne gro­ße Umwe­ge zu errei­chen. 1971 wur­den von bei­den Bis­tü­mern das Gebiet von St. Gabri­el im Bereich der Pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eich­stätt) und der Stadt­teil Wer­der­au im Bereich der Pfar­rei St. Lud­wig (Bam­berg) zur Seel­sor­ge­stel­le Mart­erlach­sied­lung-Wer­der­au zusam­men­ge­fasst. Im Lau­fe der Zeit hat sich dann für das Gebiet der Name St. Gabri­el durch­ge­setzt. 2018 ver­ein­bar­ten die Bis­tü­mer, die Pfarr­kir­chen­stif­tung St. Fran­zis­kus in Nürn­berg (Erz­bis­tum Bam­berg) sowie die Kura­tie­kir­chen­stif­tung St. Gabri­el in Nürn­berg (Bis­tum Eich­stätt) mit ihren jewei­li­gen Kir­chen­ge­mein­den auf­zu­he­ben und der Pfarr­kir­chen­ge­mein­de St. Lud­wig (Erz­bis­tum Bam­berg) zuzu­le­gen. Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um stimm­te dem zu.

Ein ande­rer Fall von bis­tums­grenz­über­schrei­ten­der Seel­sor­ge wur­de in der Pfar­rei St. Lud­wig in Ans­bach (Erz­bis­tum Bam­berg) berei­nigt. Hier wer­den seit jeher meh­re­re Orts­tei­le von zwei Pfar­rei­en des Bis­tums Eich­stätt mit­be­treut. Betrof­fen sind 340 Katho­li­ken in Nürn­berg und 411 in Ans­bach, die sich auch den sie betreu­en­den Pfar­rei­en zuge­hö­rig füh­len. Bezüg­lich der Kir­chen­steu­er han­delt sich dahin­ge­hend um einen „gerech­ten Tausch“. Die Ände­rung tritt zum 1. Janu­ar 2026 in Kraft.


Die Ver­än­de­run­gen

Von Eich­stätt zu Bam­berg: das gesam­te Gebiet der (ursprüng­li­chen) Kura­tie St. Gabri­el in Nürn­berg, Stadt­teil Marterlachsiedlung.

Von Bam­berg zu Eich­stätt: die Ort­schaf­ten Brodswin­den mit Brodswin­de­ner Müh­le, Ham­mer­schmie­de, Höf­stet­ten, Höf­stet­ter Müh­le, Wal­lers­dorf, der west­li­che Teil der Ort­schaft Wolf­arts­win­den sowie Albern­dorf mit Büchen­müh­le, Hirsch­bronn, Neu­kir­chen und Stein­bach, fer­ner der öst­li­che der Bun­des­stra­ße B13 gele­gen Teil der Gemar­kung Bern­hards­win­den mit Louismühle.

Weih­nach­ten im Bam­ber­ger Dom

Christ­met­te mit Erz­bi­schof Gössl im Livestream

An Hei­lig­abend fin­det die tra­di­tio­nel­le Christ­met­te im Bam­ber­ger Dom mit Erz­bi­schof Her­wig Gössl um 22.30 Uhr statt. Das Erz­bis­tum Bam­berg hat den Ablauf vom dies­jäh­ri­gen Weih­nachts­fest bis Drei­kö­nig bekanntgegeben.

An Hei­lig­abend sin­gen und spie­len wäh­rend der Christ­met­te die Mäd­chen­kan­to­rei, der Frau­en­kam­mer­chor der Dom­kan­to­rei und Mit­glie­der der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker die Mis­sa in A „in nati­vi­ta­te Domi­ni“ von Josef Gabri­el Rheinberger.

An der Orgel spielt Dom­or­ga­nist Mar­kus Wil­lin­ger. Die Christ­met­te wird im Live­stream über­tra­gen. Um 16.00 Uhr fin­det ein Kin­der­got­tes­dienst mit Krip­pen­spiel statt, der vom Auf­bau­chor der Mäd­chen­kan­to­rei und den Vor­chö­ren der Dom­mu­sik gestal­tet wird. Um 17.30 Uhr wird eine Fami­li­en­met­te mit Dom­pfar­rer Mar­kus Koh­mann gefeiert.

Das Pon­ti­fi­kal­amt am Hoch­fest der Geburt des Herrn, Don­ners­tag, 25. Dezem­ber, mit Erz­bi­schof Gössl, beginnt um 9.30 Uhr. Die Dom­kan­to­rei, Solis­ten und Musi­ker der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker sin­gen und spie­len unter Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Vin­cent Heit­zer die Mis­sa bre­vis in C „Mis­sa auli­ca“ von F. X. Bri­xi. An der Orgel spielt Dom­or­ga­nist Mar­kus Wil­lin­ger. Der Got­tes­dienst wird im Live­stream über­tra­gen. Eine wei­te­re Eucha­ris­tie­fei­er fin­det um 11.30 Uhr statt. Um 17.00 Uhr fei­ert Erz­bi­schof Gössl eine Pon­ti­fi­kal­ves­per. Es sin­gen der Dom­chor, die Mäd­chen­kan­to­rei und die Dom­kan­to­rei Chor­mu­sik, Psal­men und Wechselgesänge.

Am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag, Frei­tag, 26. Dezem­ber, fin­det um 9.30 Uhr eine Eucha­ris­tie­fei­er statt, der Dom­de­kan Hubert Schiepek vor­steht. Der Män­ner­chor des Dom­cho­res und die Sopra­nis­tin Vic­to­ria Kun­ze sin­gen die „Mis­sa clas­si­ca“ von G. Sorg. Um 11.30 Uhr fin­det eine wei­te­re Mess­fei­er statt, um 17.00 Uhr eine Festandacht.

Am Sonn­tag, 28. Dezem­ber, sind Eucha­ris­tie­fei­ern um 9.30 Uhr und um 11.30 Uhr. Um 17 Uhr wird das Weih­nachts­ora­to­ri­um von Johann Sebas­ti­an Bach, Kan­ta­ten I, IV, VI, vom Dom­chor, Solis­ten und dem Barock­or­ches­ter La Ban­da unter Lei­tung von Vin­cent Heit­zer aufgeführt.

Am Sil­ves­ter­tag, Mitt­woch, 31. Dezem­ber, beginnt die fei­er­li­che Ves­per zum Jah­res­schluss mit Erz­bi­schof Gössl um 17.00 Uhr. Musi­ka­lisch mit­ge­stal­tet wird sie vom Kathe­dral­ju­gend­chor mit Psal­men, Wech­sel­ge­sän­gen und weih­nacht­li­cher Chormusik.

An Neu­jahr (Hoch­fest der Got­tes­mut­ter Maria), Don­ners­tag, 1. Janu­ar, fin­det um 9.30 Uhr ein Got­tes­dienst mit Dom­de­kan Hubert Schiepek mit deut­schen Kir­chen­lie­dern und Kan­to­ren­ge­sän­gen statt. Um 11.30 Uhr ist eine wei­te­re Eucharistiefeier.

Am Hoch­fest der Erschei­nung des Herrn, (Drei­kö­nig) Diens­tag, 6. Janu­ar, wird die Eucha­ris­tie­fei­er um 9.30 Uhr, der Dom­de­kan Hubert Schiepek vor­steht, vom Dom­Vo­kal musi­ka­lisch gestal­tet. Um 11.30 Uhr fin­det ein wei­te­rer Got­tes­dienst mit Aus­sendung der Stern­sin­ger statt. Um 17.00 Uhr wird ein weih­nacht­li­cher Ves­per­got­tes­dienst „A Cerem­o­ny of Nine Les­sons and Carols“ in angli­ka­ni­scher Form gefei­ert. Es singt die Domkantorei.

Das Par­ken auf dem Dom­platz ist zu den Got­tes­dienst­zei­ten und zum Weih­nachts­ora­to­ri­um erlaubt.

Die Live­streams am 24. und 25. Dezem­ber wer­den auf www.youtube.com/erzbistumbamberg übertragen.

Wegen der Kran­ar­bei­ten ist der Dom am Mitt­woch noch ein­mal geschlossen

Bam­ber­ger Dom­tür­me bald wie­der ohne Gerüst

Nach knapp zehn Jah­ren Sanie­rungs­ar­bei­ten wer­den die Ober­ge­schos­se der bei­den Ost­tür­me am Bam­ber­ger Dom in den nächs­ten Tagen kom­plett vom Gerüst befreit, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mit­teilt. Damit sind erst­ma­lig seit lan­ger Zeit die vier Dom­tür­me fast gerüst­frei zu sehen. Die bei­den West­tür­me waren in den 1980-er und 90-er Jah­ren saniert worden.

Die Arbeits­brü­cke zwi­schen den Tür­men wur­de am Mon­tag in einer spek­ta­ku­lä­ren Akti­on mit einem Bau­kran her­un­ter­ge­las­sen. Sie war am 7. Novem­ber 2016 mon­tiert wor­den. Die Sanie­rung der Ost­tür­me läuft seit 2011. Für den bau­li­chen Erhalt und die denk­mal­pfle­ge­ri­sche Restau­rie­rung des Bam­ber­ger Doms ist die Staat­li­che Dom­bau­hüt­te ver­ant­wort­lich. In Jahr­hun­der­te alter Tra­di­ti­on arbei­ten hoch spe­zia­li­sier­te Stein­met­ze, Zim­me­rer und Mau­rer an die­sem her­aus­ra­gen­den mit­tel­al­ter­li­chen Bau­werk. Bei der Über­ar­bei­tung der Ost­tür­me geht es um die Siche­rung des ori­gi­na­len Bestands, etwa um die Aus­bes­se­rung von ver­wit­ter­tem Stein­ma­te­ri­al und Fugen­bild und die Rei­ni­gung von Oberflächen.

Die Arbei­ten und damit die Ein­rüs­tung wird in den unte­ren Geschos­sen des Nord­ost­turms fort­ge­setzt. Der Arbeits­auf­zug der Dom­bau­hüt­te am Nord­ost­turm bleibt auch wei­ter­hin bestehen. Der Dom wird am Mitt­woch noch ein­mal ganz­tä­gig wegen der Kran­ar­bei­ten geschlos­sen. Auch das Diö­ze­san­mu­se­um ist wie üblich am Mitt­woch geschlossen.

Mit­ar­bei­ter der Dom­bau­hüt­te mon­tier­ten Papst­wap­pen ober­halb des Adamsportals

Wap­pen von Papst Leo XIV. am Bam­ber­ger Dom angebracht

Das neue Papst­wap­pen ist jetzt auch am Bam­ber­ger Dom zu sehen. Drei Mit­ar­bei­ter der Dom­bau­hüt­te befes­tig­ten das hand­ge­mal­te Wap­pen ober­halb des Adams­por­tals, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Das Wap­pen hängt damit an der glei­chen Stel­le, an der bis vor Kur­zem das Wap­pen von Papst Fran­zis­kus zu sehen war.
Dass das Papst­wap­pen am Bam­ber­ger Dom gezeigt wird, ist eine Beson­der­heit. Denn der Dom trägt den Ehren­ti­tel einer Basi­li­ca minor. Welt­weit gibt es etwa 2000 Kir­chen mit her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung oder Wall­fahrts­kir­chen mit die­ser Bezeich­nung. An allen wird das päpst­li­che Wap­pen ange­bracht. Knapp fünf Mona­te nach der Wahl Papst Leos XIV. zum Ober­haupt der Katho­li­kin­nen und Katho­li­ken geschah das nun auch in Bamberg.

Vier sol­cher Basi­li­cae mino­res befin­den sich im Erz­bis­tum Bam­berg. Neben dem Dom sind das die Wall­fahrts­ba­si­li­ken Vier­zehn­hei­li­gen in Bad Staf­fel­stein, Hei­ligs­te Drei­fal­tig­keit in Göß­wein­stein und Mariä Heim­su­chung in Marienweiher.

Papst Leo XIV. änder­te den Schild sei­nes Wap­pens im Ver­gleich zu sei­ner Bischofs‑, Erz­bi­schofs- und Kar­di­nals­zeit nicht. Auch der Wahl­spruch („in illo unum uno“ – „in die­sem Einen sind wir eins“) wur­de über­nom­men. Der Wap­pen­schild ist schräg geteilt und zeigt im einen Feld auf blau­em Grund eine sil­ber­ne Lilie, die ein Sym­bol für die Got­tes­mut­ter Maria ist. Im ande­ren Feld wird durch ein durch­bohr­tes, bren­nen­des Herz auf einem Buch auf den hei­li­gen Augus­ti­nus und damit auf den Augus­ti­ner­or­den hin­ge­wie­sen, dem der neue Papst angehört.

Umge­ben ist der Schild wie bei sei­nen bei­den Vor­gän­gern, den Päps­ten Bene­dikt XVI. und Fran­zis­kus, von der Mitra und den gekreuz­ten Schlüs­seln mit roter Kor­del. Auch sei­nen Wahl­spruch füg­te er dem Wap­pen wie schon Fran­zis­kus hinzu.

Pre­digt zum Pfingst­fest im Bam­ber­ger Dom

„Mehr Got­tes­furcht statt reli­giö­ser Gleichgültigkeit“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am Pfingst­fest zur Wie­der­ent­de­ckung der Got­tes­furcht auf­ge­ru­fen. Dies sei nicht im Sin­ne von Angst zu ver­ste­hen, son­dern als Hal­tung tiefs­ter Ehr­furcht und Demut vor der Lie­be und Grö­ße Got­tes, so Gössl in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Aus­ge­hend vom Mär­chen „Von einem, der aus­zog, das Fürch­ten zu ler­nen“ beton­te Gössl, dass ech­te Got­tes­furcht nicht ein Zei­chen von Schwä­che sei, son­dern eine geist­li­che Stär­ke, die in der Erfah­rung von Lie­be wur­zelt. „Je tie­fer und unver­dien­ter die Lie­be ist, die ich erfah­re, umso mehr Ehr­furcht emp­fin­de ich“, so der Erzbischof.

Gössl äußer­te sich besorgt über eine zuneh­men­de reli­giö­se Gleich­gül­tig­keit in der Gesell­schaft. Dadurch sei­en die Men­schen nicht frei­er, son­dern oft ori­en­tie­rungs­lo­ser gewor­den. „Wer die Ehr­furcht vor Gott ver­liert, der fürch­tet sich bald vor allem und jedem – gerät in eine Gewalt­spi­ra­le und läuft Gefahr, fal­schen Füh­re­rin­nen und Füh­rern auf den Leim zu gehen“, warn­te er.

Die Got­tes­furcht, eine der sie­ben Gaben des Hei­li­gen Geis­tes, wer­de heu­te oft ver­ges­sen oder miss­ver­stan­den. Doch gera­de sie sei ent­schei­dend, um die Lie­be Got­tes tie­fer zu begrei­fen und dar­aus Kraft für ein respekt­vol­les, ver­ant­wort­li­ches Leben zu fin­den – gegen­über Mit­men­schen, Leben und Schöpfung.

Erz­bi­schof Gössl rief die Gläu­bi­gen dazu auf, sich neu auf den Sen­dungs­auf­trag Jesu zu besin­nen: „Wir sind gesandt, den Men­schen die Ehr­furcht vor Gott zu ver­mit­teln – indem wir ihnen deut­lich machen, wie sehr Gott sie liebt. Wenn die Men­schen heu­te etwas drin­gend brau­chen, dann die Bot­schaft: Ich bin unend­lich geliebt.“

Pon­ti­fi­kal­amt mit Erz­bi­schof Gössl im Dom

Fron­leich­nams­fest in Bamberg

Das Fron­leich­nams­fest in Bam­berg wird am Don­ners­tag, dem 19. Juni 2025, mit einem Pon­ti­fi­kal­amt und einer gro­ßen Pro­zes­si­on durch die Alt­stadt gefei­ert. Der Got­tes­dienst mit Erz­bi­schof Her­wig Gössl fin­det um 8 Uhr im Dom statt, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Im Anschluss beginnt die Pro­zes­si­on, die mit dem Eucha­ris­ti­schen Segen auf dem Dom­platz endet. Zu dem seit 1390 statt­fin­den­den Ereig­nis wer­den meh­re­re Tau­send Gläu­bi­ge erwar­tet. Es sin­gen der Dom­chor, die Mäd­chen­kan­to­rei und die Dom­kan­to­rei sowie in die­sem Jahr als Gast­chor zusätz­lich der Kna­ben­chor der Dom­kir­che von Upp­sa­la (Schwe­den).

Tra­di­tio­nell rei­hen sich in den Zug zahl­rei­che ver­schie­de­ne Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen ein: die Pfar­rei­en mit ihren Geist­li­chen und den Minis­tran­ten, die Rit­ter­or­den, die Ordens­frau­en, Mit­glie­der der Räte und Gre­mi­en, die Hono­ra­tio­ren aus Stadt und Land­kreis Bam­berg sowie die Bru­der­schaf­ten, Innun­gen und Ver­ei­ne, die das Erbe der Zünf­te pfle­gen, dar­un­ter die tra­di­ti­ons­rei­chen Bam­ber­ger Gärt­ner und vie­le mehr. Bei der Pro­zes­si­on wer­den auch die Mari­en­sta­tu­en der Pfarr­kir­chen Unse­re Lie­be Frau und St. Mar­tin sowie die his­to­ri­schen Pro­zes­si­ons­stan­gen mit­ge­tra­gen. In der Mit­te der Pro­zes­si­on wird das Dom­kreuz, ein etwa 600 Kilo­gramm schwe­res reich ver­zier­tes Reli­qui­en­kreuz, von 18 Män­nern getra­gen. Soll­te die Pro­zes­si­on wegen schlech­ten Wet­ters abge­sagt wer­den, wird dar­über ab 7.00 Uhr auf der Home­page des Erz­bis­tums Bam­berg oder des­sen Face­book-Face­book-Sei­te informiert.


Der Pro­zes­si­ons­weg

Ers­te Sta­ti­on: Altar im Dom – Resi­denz­stra­ße – Eli­sa­be­then­stra­ße – Unte­re Sand­stra­ße – Mar­kus­brü­cke. Zwei­te Sta­ti­on: Mar­kus­stra­ße – Mar­kus­platz – Kapu­zi­ner­stra­ße – Holz­markt – Heu­markt – Fleisch­stra­ße. Drit­te Sta­ti­on: Rat­haus Max­platz – Grü­ner Markt – Karo­li­nen­stra­ße. Vier­te Sta­ti­on und Abschluss: Domplatz.

Ein Begleit­heft mit Lie­dern und Gebe­ten wird von den Ord­nern ver­teilt. Unter www.fronleichnam.erzbistum-bamberg.de wird eine digi­ta­le Ver­si­on zur Nut­zung auf Mobil­ge­rä­ten angeboten.


His­to­ri­scher Hintergrund

Die Ein­füh­rung der Pro­zes­si­on in Bam­berg geht auf Bischof Lam­precht von Brunn zurück, der im Jahr 1390 ein Fest zur Ehre des Lei­bes Chris­ti mit Pro­zes­si­on unter Teil­nah­me des Kle­rus des Domes und der Stifts­kir­chen anord­ne­te. Dabei wur­de das Aller­hei­ligs­te mit­ge­tra­gen – jedoch nur durch den Dom in die Alte Hof­hal­tung (den Bischofs­itz) und zurück. Sta­tio­nen auf dem Weg sind erst ab dem 16. Jahr­hun­dert über­lie­fert, dane­ben fan­den Umgän­ge an den Pfarr­kir­chen Unse­re Lie­be Frau und St. Mar­tin statt, wo auch Bür­ger und Stadt­rat zur Teil­nah­me ver­pflich­tet wur­den. Aus die­sen drei Pro­zes­sio­nen ent­wi­ckel­te sich letzt­lich in der Barock­zeit die gro­ße Fron­leich­nams­pro­zes­si­on, zu der ein hand­schrift­li­ches Zere­mo­nien­buch aus dem Jahr 1730 vor­liegt. Das Dom­ka­pi­tel führ­te 1822 die gro­ße, vom Dom aus­ge­hen­de Pro­zes­si­on mit ihrem lit­ur­gi­schen Ablauf und den teil­neh­men­den Grup­pen ein. Bis heu­te prägt die Fron­leich­nams­pro­zes­si­on die Bischofs­stadt Bam­berg und ist Teil ihres reli­giö­sen und kul­tu­rel­len Erbes.

Erz­bi­schof Gössl: „Leo XIV. bringt den Frie­den des Auf­er­stan­de­nen in die Welt“

Got­tes­dienst für den neu­en Papst im Bam­ber­ger Dom

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Her­wig Gössl wer­tet die Wahl von Papst Leo XIV. als Aus­druck der welt­wei­ten Gemein­schaft gläu­bi­ger Chris­ten, die unter der Füh­rung des Hei­li­gen Geis­tes steht, wie er heu­te beim Got­tes­dienst für den neu­en Papst betonte.

„Wir dür­fen dar­auf ver­trau­en, dass der Herr uns den­je­ni­gen gesandt hat, den es heu­te braucht, um die viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben in Kir­che und Welt anzu­ge­hen“, sag­te Gössl am Diens­tag­abend in einem fei­er­li­chen Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst für den neu­en Papst im Bam­ber­ger Dom.

Mit sei­nen ers­ten Wor­ten habe Papst Leo XIV. ein kla­res Zei­chen gesetzt. Er stel­le sei­ne Amts­zeit unter das Leit­mo­tiv des Frie­dens und habe bereits diplo­ma­ti­sche Initia­ti­ven ange­sto­ßen, um Wege zu fried­li­chen Lösun­gen zu ebnen. „Wah­rer Frie­de wächst aus der Nähe zu Chris­tus – und die­sen Frie­den braucht die Welt heu­te drin­gen­der denn je“, beton­te Gössl.

Die Kir­che sei kein wei­te­rer Staat unter vie­len auf dem diplo­ma­ti­schen Par­kett, son­dern schöp­fe ihre Frie­dens­bot­schaft aus dem Evan­ge­li­um. „Der Frie­de Chris­ti unter­schei­det sich grund­le­gend von dem Frie­den, den die­se Welt her­vor­bringt – einem Frie­den, der oft brü­chig und gefähr­det bleibt“, sag­te der Erzbischof.

Zen­tral blei­be für die Kir­che nicht ein poli­ti­sches Pro­gramm, son­dern die Ver­kün­di­gung der Auf­er­ste­hung Jesu und des neu­en Lebens, das dar­aus erwächst. „Mit die­sem Frie­den im Her­zen kön­nen wir alle als Boten des Frie­dens wir­ken“, so Gössl.

Höchs­tes Fest der Chris­ten­heit nicht auf Hasen und Scho­ko­ei­er reduzieren

„Ostern ist kein Sparfest“

Ostern ist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Her­wig Gössl kein „Spar­fest“, son­dern ein Fest der Hoff­nung in einer Zeit von Ängs­ten und Unsi­cher­hei­ten. Das sag­te Gössl am Oster­sonn­tag in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Erz­bi­schof Gössl bezog sich dabei auf den Wer­be­spruch einer Super­markt­ket­te „Ostern wird zum Spar­fest“. Die­ser Slo­gan wer­fe die Fra­ge auf, ob nicht vie­le Men­schen längst eine Spar­va­ri­an­te des wich­tigs­ten Fes­tes der Chris­ten­heit fei­ern. „Ist das Ostern der Sitz­ha­sen und Scho­ko­ei­er nicht zu einer Far­ce ver­kom­men?“, frag­te er. Wer Ostern nur als Spar-Vari­an­te feie­re, erspa­re sich den Blick auf Jesus Chris­tus und sei­ne Auf­er­ste­hung. „Die öster­li­che Bot­schaft macht einen wei­ten Hori­zont der Hoff­nung auf, der her­aus­reißt aus der Lethar­gie einer gro­ßen Unsi­cher­heit, wie es wei­ter­geht mit die­ser Welt und die­ser Mensch­heit und mit die­ser Kirche.“

Die öster­li­che Hoff­nung trei­be an zu Taten, die ande­ren Men­schen Hoff­nung schen­ken: denen die aus Ver­zweif­lung auf der Flucht sind, die krank sind und nicht mehr den Hoch­leis­tungs­an­sprü­chen der Gesell­schaft mit­hal­ten kön­nen und die von Abhän­gig­kei­ten gefan­gen sind. „Mit einem Spar­fest Ostern, das sich den Kern sei­nes Inhalts erspart, kom­men wir dage­gen nicht an“, so Gössl. Im Oster­fest kom­me die Lie­be Got­tes zum Vor­schein, indem Jesus Chris­tus sein Leben am Kreuz hin­gibt. „Ostern ist nicht bil­li­ger zu haben“, beton­te Gössl und füg­te hin­zu: „Ostern ist kein Spar­fest, son­dern ein Fest über­flie­ßen­der Hin­ga­be und Lie­be, ein Fest über­schwäng­li­cher Freu­de, weil das Leben gesiegt hat.“ Die Bot­schaft von Ostern ver­mit­te­le einen Reich­tum, der geteilt wer­den will.

Er habe zudem nichts gegen Scho­ko­ei­er, sag­te der Erz­bi­schof: „Solan­ge der Inhalt von Ostern nicht dar­auf redu­ziert wird.“

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