Pre­digt von Erz­bi­schof Gössl zum Karfreitag

„Krie­ge sind eine Schan­de für die Menschheit“

1 Min. zu lesen
Kriege
Herwig Gössl, Foto: Pressestelle Erzbistum Bamberg / Dominik Schreiner
Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am Kar­frei­tag vor einer „Kul­tur des Todes“ gewarnt und Krie­ge als eine „Schan­de für die Mensch­heit“ bezeich­net. Die­ser Ent­wick­lung stell­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom die christ­li­che Hoff­nung ent­ge­gen, die am Kreuz Jesu sicht­bar werde.

Die Kreu­zi­gung Jesu sei eine grau­sa­me Hin­rich­tung, rou­ti­niert voll­streckt in einem selbst­ver­ständ­lich ablau­fen­den Ritu­al. Die Henk­ers­ar­beit wir­ke wie ein ein­ge­üb­tes Hand­werk, so wie die Todes­stra­fe auch heu­te in vie­len Län­dern immer noch üblich sei oder sogar wie­der ein­ge­führt wer­de. „Wir waren uns lan­ge sicher, dass die Mensch­heit aus den gro­ßen Krie­gen des 20. Jahr­hun­derts gelernt hat und den Frie­den auf jeden Fall bewah­ren wird“, sag­te Gössl. „Heu­te wer­den mun­ter Krie­ge vom Zaun gebro­chen, Men­schen wer­den mas­sen­haft, oft von der eige­nen Regie­rung, ver­folgt und gezielt umge­bracht, um die eige­ne Macht, das eige­ne Über­le­ben zu sichern.“ Auf der Welt sei so vie­les wie­der denk­bar und mög­lich gewor­den, dass man die­se Welt oft nicht mehr verstehe.

Der Tod sei nicht nur eine exis­ten­ti­el­le Bedro­hung, son­dern wer­de zuneh­mend bewusst in Kauf genom­men. „Noch schlim­mer ist frei­lich, wenn der Tod gezielt her­bei­ge­führt wird, wenn er kühl berech­nend zu einer ernst­haf­ten Hand­lungs­op­ti­on gemacht wird.“ Bereits Papst Johan­nes Paul II. habe vor einer Kul­tur des Todes gewarnt.

Zugleich kri­ti­sier­te Gössl die Vor­stel­lung, Pro­ble­me lie­ßen sich durch Gewalt lösen. „Vor allem scheint der Tod unse­ren Geist zu beherr­schen durch die Vor­stel­lung, mit dem Tod sei alles aus – und davon abge­lei­tet durch die irri­ge Mei­nung, durch den Tod eines ande­ren lie­ßen sich irgend­wel­che Pro­ble­me aus der Welt schaffen.“

Das Kreuz Chris­ti habe die Macht des Todes gebro­chen. „Seit der Sohn Got­tes am Kreuz den Tod auf sich nahm, kann nie­mand mehr durch den Tod zum Schwei­gen gebracht wer­den.“ Dies gel­te ins­be­son­de­re für Opfer von Gewalt: „Nicht die unschul­di­gen Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft, von Mord und Tot­schlag, nicht all die Men­schen, die ver­bit­tert und unver­söhnt ster­ben. In Gott sind alle Men­schen aufgehoben.“

Das Kreuz sei des­halb nicht nur ein Sym­bol des Lei­dens, son­dern der Hoff­nung. „Daher schau­en wir auf das Kreuz und erken­nen in ihm nicht das Ende, son­dern den immer wie­der neu­en Anfang.“ Im Kreuz wer­de deut­lich, dass in Gott kein Mensch jemals ver­ges­sen oder ver­lo­ren sei: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

Weiterer Artikel

Bas­ket­ball Bundesliga

Come­back nach 629-Fehl­start kos­tet BMA365 Bam­berg Bas­kets Kraft und Sieg in Vechta

Nächster Artikel

Pre­digt Erz­bi­schof Gössl zu Ostern

„Ostern ist eine Lebens­quel­le, die uns mit Hoff­nung erfüllt“