17 Initiativen aus dem Erzbistum für ihr Engagement geehrt
Erzbischof Gössl: Ehrenamt kann die Welt bewegen
Sie organisieren Zeltlager, unterstützen ältere Menschen oder gestalten Gottesdienste: 17 ehrenamtlich aktive Gruppen wurden von Erzbischof Herwig Gössl im Rahmen einer Feierstunde im Bistumshaus St. Otto in Bamberg ausgezeichnet, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Die Ehrung wurde von der Stiftung für das Ehrenamt vorbereitet. Deren Geschäftsführerin Juliana Sitzmann betonte, wie wertvoll das Engagement der Ehrenamtlichen sei. Deshalb brauche es Veranstaltungen wie diese, bei denen ihr Einsatz im Mittelpunkt stehe.
Jedes Jahr werden stellvertretend für alle ehrenamtlichen Initiativen einige Gruppen ausgewählt. Diese Auswahl sei aber nicht im Sinne einer Skala oder eines Wettbewerbs zu sehen, wie Sitzmann unterstrich. Vielmehr solle sie zeigen, in welchen verschiedenen Bereichen Ehrenamt präsent ist. Die 17 Gruppen waren deshalb einer der vier Kategorien „Senioren“, „Liturgie und Kirchenraum“, „Begegnung, Gemeinschaft und Soziales“ und „Kinder und Jugend“ zugeordnet, die jeweils von einem Mitglied des Stiftungsrats vorgestellt wurden.
Jede Gruppe bekam von Erzbischof Gössl eine Dankesurkunde überreicht. Der Erzbischof griff in seiner Ansprache das Jahresmotto des Erzbistums auf: „‚Du bewegst die Welt‘, das passt sehr gut zu Ihnen allen.“ Durch ihren Einsatz seien die Ehrenamtlichen für andere da und bewegten deren Welt.
Neben der Urkunde erhielten die Gruppen eine finanzielle Anerkennung. Das Geld ist nicht für die laufende ehrenamtliche Arbeit bestimmt, sondern soll den Mitgliedern ermöglichen, sich selbst etwas Gutes zu tun.
Björn Scharf vom Stiftungsrat verwies auf die Bedeutung des Ehrenamts, das die Stiftung seit 25 Jahren fördert. „Sie sind nicht nur Helferinnen und Helfer, sondern auch Vorbilder“, sagte er zu den Geehrten. Sie alle seien „Teil einer lebendigen Kirche, die auch in Zukunft gut wirken kann“.
Barbara Großmann, Bildungsreferentin des NGL-Verbands im Erzbistum Bamberg, umrahmte mit musikalischen Einlagen zwischen den einzelnen Teilen der Veranstaltung den Abend.
Gruppen aus dem Bereich „Senioren“
Es wurden drei Gruppen ausgezeichnet, die sich dafür einsetzen, dass „ältere Menschen zusammenkommen können und Wertschätzung erfahren“, wie Anja Münzel es formulierte. Der Seniorenkreis der Pfarrei Heilig Dreikönig in Forchheim-Burk führt alle zwei Wochen einen Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen, Bastelangeboten, gemeinsamem Singen, Spielen und Vorträgen durch. Die Seniorenverantwortlichen der Pfarreien Mariä Himmelfahrt in Schönbrunn und St. Vitus in Burgebrach erstellen ein abwechslungsreiches Jahresprogramm mit vielen Ausflügen und unterstützen bei Behördengängen oder Einkäufen. Der Sachausschuss Junggebliebene der Pfarrei Geburt Mariens in Hannberg, der in diesem Jahr sein 30. Jubiläum feiert, bereitet regelmäßig Gottesdienste mit anschließender Begegnung bei Kaffee, Kuchen und Häppchen vor, außerdem besuchen Mitglieder kranke Menschen zu Hause.
Gruppen aus dem Bereich „Liturgie und Kirchenraum“
Im Bereich „Liturgie und Kirchenraum“ wurden fünf Gruppen geehrt, die entweder „besondere Formen liturgischer Feiern vorbereiten oder sich um den äußeren Rahmen für die würdige Feier der Liturgie kümmern“, so die einleitenden Worte von Oskar Klinga. Die Frühschicht in der Pfarrei St. Peter und Paul in Zapfendorf ist ein generationenübergreifendes Angebot, bei dem im Advent und in der Fastenzeit geistlich-spirituelle Impulse mit Gebeten und Gesängen angeboten werden. Der Arbeitskreis Gruft- und Kirchenführer führt Besuchergruppen durch die Kirche und die Kohary-Gruft in der Pfarrei St. Augustin in Coburg. In Bamberg gibt es den diözesanen Arbeitskreis der Ministrantinnen und Ministranten (Mini-AK), der die Mini-Gruppen vor Ort unterstützt, qualifiziert und vernetzt sowie das Gemeinschaftsgefühl stärkt, indem er beispielsweise alle vier Jahre eine Romwallfahrt organisiert. Singfreudige Menschen jeden Alters können in Altenbanz und Banz in der dortigen Singgruppe aktiv sein, die durch Konzerte Spenden für Sternstunden und andere Hilfsprojekte sammelt. Die Kompetenzteams Erstkommunion- und Firmvorbereitung der Pfarrei St. Georg in Höchstadt a. d. Aisch begleiten in Zusammenarbeit mit Gemeindereferentin und Pfarrer Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu den beiden großen Festen.
Gruppen aus dem Bereich „Begegnung, Gemeinschaft und Soziales“
Wie Anja Münzel betonte, ist Kirche „mehr als nur das Gebäude und die Gottesdienste, sondern auch ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft“. Vier Gruppen, die diesen Aspekt vorbildhaft umsetzen, wurden herausgehoben. Die Vorstandschaft des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) in der Pfarrei Bernhard Lichtenberg in Hof setzt sich für die Veränderung der Rolle der Frauen in Kirche und Gesellschaft ein und kooperiert auch mit dem örtlichen Caritas-Altenheim. Ebenfalls in Hof wird von einem ehrenamtlichen Team der Caritas Store Second Chance betrieben, in dem mit gespendeter Ware eine würdevolle Einkaufsatmosphäre geschaffen wird und wo auch von Altersarmut betroffene Menschen herzlich willkommen sind. Das Team des Joseflädchens für Menschen aus Stadt und Landkreis Bamberg versucht, die Lebensmittelpreise für Menschen mit nicht ausreichendem Einkommen niedrig zu halten. Fünf ehrenamtliche Personen in der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Kronach bereiten einmal pro Monat nach einem Gottesdienst am Freitagvormittag ein Kirchenkaffee im barrierefreien Pfarrzentrum vor.
Gruppen aus dem Bereich „Kinder und Jugend“
Die fünf ausgezeichneten Gruppen aus dem Bereich „Kinder und Jugend“ orientieren sich nach den Worten von Sonja Salzhuber an den Anliegen und Bedürfnissen junger Menschen und setzen damit auch Ziele des neuen kirchlichen Jugendplans um. In Rothenkirchen kommen seit vielen Jahren regelmäßig 40 bis 50 Kinder mit ihren Eltern und Großeltern zur Kinderkirche, wo ihnen das jeweilige Sonntagsevangelium kreativ nähergebracht wird. Die Katholische Jugend in Schnaittach bietet jedes Jahr im Sommer ein Zeltlager, regelmäßige Gruppenstunden und besondere Aktionen wie ein Fußballturnier an. Außerdem sind viele Jugendliche auch in anderen Gremien der Pfarrei aktiv. In Veitsbronn gibt es ebenfalls ein Zeltlager, das von der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) vorbereitet wird, und außerdem eine Herbstfreizeit. Die Leiterrunde der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) in St. Josef in Bamberg unterstützt und begleitet Kinder und Jugendliche und organisierte beispielsweise schon ein Auslandslager in Ungarn zum 50. Jubiläum der DPSG. Die Katholische Landjugendbewegung in Litzendorf bietet Kindern und Jugendlichen durch Angebote wie Zeltlager oder Kindertage Spaß, Abwechslung und Erlebnisse, an die sich alle gerne zurückerinnern.
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Predigt zum Auftakt des Festivals „Pueri Cantores“ in Bamberg
Erzbischof Herwig Gössl: „Chormusik ist Friedensarbeit“
Erzbischof Herwig Gössl hat die Teilnehmenden des Mädchenchorfestivals in Bamberg als Friedensbotschafter gewürdigt. In einem Friedensgebet im Dom zum Auftakt des dreitägigen Festivals „Pueri Cantores“ sagte Gössl am Freitagabend: „Euer Singen und Musizieren ist Friedensarbeit im besten Sinn.“
Wo miteinander gesunden werde, herrsche in der Regel Harmonie, sagte Gössl weiter. Der Chorgesang erzeuge eine friedliche Stimmung. „Ihr verbreitet durch euren Gesang auch eine Friedensbotschaft, denn ihr singt von dem, der der Friede selber ist: von Jesus Christus“, so der Erzbischof.
Mit ihrem musikalischen Dienst stärkten die Chöre Vertrauen in Gott und vermittelten einen Frieden, „den die Welt nicht geben kann, den sie aber zutiefst ersehnt“. Gerade in Zeiten, in denen um Menschen herum vieles zusammenbreche, könne dieses Vertrauen Halt geben.
Gössl dankte den Teilnehmenden dafür, dass sie ihre Zeit und Energie in den Dienst der Kirchenmusik stellten. Für die Festivaltage wünschte er ihnen viele bereichernde Erfahrungen, neue Kontakte und Freundschaften. Zugleich dankte er allen Verantwortlichen, die das Festival über Monate vorbereitet hätten. „Möge der Friede Gottes sich in euch und unter euch ausbreiten, damit diese Welt sich wandeln kann“, sagte der Erzbischof zum Abschluss seiner Predigt.
44 Chöre aus ganz Deutschland mit 1200 Sängerinnen und Sängern sind am Wochenende in Bamberg zu Gast. Unter dem Motto „Unter Gottes Sternenmantel“ bringen sie die Stadt zum Klingen. Am Samstag finden zahlreiche Begegnungskonzerte in Dom, Oberer Pfarre, St. Stephan und St. Martin statt. Auf dem Maxplatz ist ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm zu hören.
Der Deutsche Chorverband Pueri Cantores besteht seit 1951 und wird heute von ca. 480 katholischen Chören (Knabenchöre, Mädchenchöre, Kinderchöre, Jugendchöre und Scholen) mit mehr als 20.000 Sängerinnen und Sängern getragen. Der Chorverband unterstützt die kirchlichen Knaben‑, Mädchen‑, Kinder- und Jugendchöre, ‑kantoreien und ‑scholen in Deutschland in ihrer musikalischen, religiösen, liturgischen, kulturellen und erzieherischen Arbeit und fördert Austausch, Begegnungen und Partnerschaften zwischen den Chören auf diözesaner, nationaler und internationaler Ebene.
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Predigt bei Bamberger Marienprozession
Erzbischof Gössl: „Durch Maria kam der Himmel auf die Erde“
In seiner Predigt zur traditionsreichen Bamberger Muttergottesprozession hat Erzbischof Herwig Gössl die Vorbildfunktion Mariens betont. Wer wie Maria von Gott angerührt sei, der entwickle Haltung, der bekomme einen besonderen Blick auf die Welt und der sei letztlich befähigt, „den Himmel auf dieser Erde sichtbar werden lassen“, so Gössl.
Maria sei in ihrem Innersten empfänglich gewesen für das Anrühren Gottes und durch sie sei Gottes Wort Fleisch geworden, sagte der Erzbischof. Sie habe seinen Sohn „in ihrem Schoß getragen und ihn aufgezogen“. Doch auf Jesu eigenwilligem Weg habe Maria „auch innere Kämpfe ausgefochten und ihn bis unter das Kreuz begleitet“. Das sei oft schwer gewesen und verdeutliche: „Wer von Gott angerührt wurde, der schwebt deswegen nicht gleich im siebten Himmel.“ Vielmehr habe derjenige durch sein Gottvertrauen das Rüstzeug, auf Probleme oder Konflikte mit Liebe und Versöhnungsbereitschaft zu reagieren statt mit Hass und Verhärtung. Wer so handle, der könne laut Gössl den Himmel sichtbar werden lassen.
Auch hier und heute rühre Gott die Menschen immer wieder an, „etwa durch ein gewaltiges Naturschauspiel, durch tiefgehende Begegnungen, durch Erschütterungen des Lebens oder durch ein Wort aus der Heiligen Schrift, das einem mitten ins Herz fällt“. Wer das spürt, der könne es an andere weitergeben, durch ein gutes Wort, durch einen anerkennenden Blick, durch das Vermitteln der Gewissheit, geschätzt und geliebt zu werden. Das alles seien „Berührungen der Seele, die für einen Moment das erahnen lassen, was wir Himmel nennen“, so der Erzbischof.
Demnach sei eine feste Verankerung im Glauben laut Gössl der beste Schutz „gegen Extremismus jeder Art, gegen Feindseligkeit und gegen die spalterischen Kräfte in unserer Gesellschaft“. Wer wie Maria trotz allem Übel Raum schaffe für Liebe und Versöhnung, der schaffe den Worten des Erzbischofs nach auch „Raum für den Himmel, der auf diese Welt kommen will – durch uns“.
Die Muttergottesprozession findet jedes Jahr am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt statt und gehört zu den prägenden kirchlichen Traditionen in Bamberg. Nach einem Gottesdienst in der Oberen Pfarre wird die dort verortete Statue der Freudenreichen Muttergottes in einer Prozession nach St. Martin getragen und der Statue der Schmerzhaften Muttergottes (Pieta) gegenübergestellt. Die Prozession ist in ihrer heutigen Form ab dem Jahr 1702 dokumentiert.
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Heinrichsfest stand im Zeichen des 50. Todestages von Pater Rudolf Lunkenbein aus Döringstadt
Erzbischof Gössl: Wahre Bewegung braucht innere Ruhe
Erzbischof Herwig Gössl hat zum Heinrichsfest dazu aufgerufen, der zunehmenden Unruhe und Hektik der heutigen Zeit mit innerer Ruhe und Verwurzelung im Glauben zu begegnen. Das Bistumsfest erinnerte in diesem Jahr in besonderer Weise an den 50. Todestag des aus dem Erzbistum Bamberg stammenden Missionars Rudolf Lunkenbein, der am 15. Juli 1976 zusammen mit seinem Freund Simao Bororo in Brasilien ermordet wurde.
Der Erzbischof sprach in seiner Predigt beim Festgottesdienst am Sonntag auf dem Domplatz von einer „Hochgeschwindigkeitsmobilität“, die längst alle Lebensbereiche umfasse und die Menschen immer in Bewegung sein lasse: „Viele halten äußere Ruhe schon gar nicht mehr aus. Sie vergehen geradezu vor Langeweile.“
Vor diesem Hintergrund griff Gössl das Jahresmotto des Erzbistums „Du bewegst die Welt“ auf. Es könne missverstanden werden, als wäre es ein Slogan für eine Fluggesellschaft oder ein Logistikunternehmen. Doch in Wirklichkeit sei das genaue Gegenteil gemeint „Es geht um eine Bewegung, die aus einer großen Tiefe kommt, die jemand anstoßen kann, weil er fest verwurzelt ist, weil er Stand, Stabilität hat“, so der Erzbischof.
Auf die Menschen übertragen heiße das „Es braucht die innere Ruhe, die Verwurzelung in Gott, damit unser Leben ertragreich werden kann, damit es erfüllt wird und Menschen in Bewegung bringen kann.“ Die Bistumspatrone Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde stünden für diese Überzeugung „Sie haben eine Bewegung angestoßen, die auch nach 1000 Jahren noch spürbar ist und Früchte trägt. Und sie taten das nicht aus eigener Machtvollkommenheit, sondern aus der Tiefe ihres Glaubens heraus.“
Ebenso erinnerte Gössl an den aus Döringstadt stammenden Salesianerpater Rudolf Lunkenbein und dessen Freund Simao vom Stamm der Bororo. Beide wurden im brasilianischen Meruri erschossen, weil sie sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung eingesetzt hatten. Gössl würdigte ihren Mut und ihre Glaubensüberzeugung. Obwohl sie um die Gefahr gewusst hätten, seien sie nicht in Angst erstarrt, sondern hätten „einen Teil dieser Welt zum Guten hinbewegt“. Zum Jahrestag des Martyriums hielt sich eine Delegation aus Brasilien im Erzbistum auf. Eine Bamberger Delegation reist in den nächsten Tagen nach Brasilien. Der Prozess der Seligsprechung der beiden Märtyrer läuft in Rom.
„Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde, Pater Rudolf Lunkenbein und Simao Bororo – sie haben Menschen bewegt und tun das bis heute zu völlig unterschiedlichen Epochen, unter total verschiedenen Umständen – aber immer aus der tiefen inneren Verbindung mit Jesus Christus, dem Herrn“, sagte der Erzbischof und fügte hinzu „Auch wir können die Welt bewegen, aber nicht indem wir rast- und ruhelos herumhetzen, um möglichst viel zu erleben, sondern nur, wenn wir bereit sind, in die Tiefe zu wachsen, wenn wir unsere Wurzeln ausstrecken hin zu Christus, der Leben schenkt, das nicht einmal der Tod auslöschen kann.“
Zum Auftakt der Festtage wurde am Donnerstagabend die „Übertragung der Häupter“ gefeiert. Dazu wurden die normalerweise in der Häupterkapelle des Doms ausgestellten Reliquienschädel des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde im Altarraum zur Verehrung gebracht. Am Freitagabend gab die bekannte Ordensfrau Schwester Teresa Zukic bei einer Praisenight Impulse zum Thema Hoffnung. Am Samstag fand in St. Urban eine Eucharistiefeier mit Krankensalbung statt. Am Nachmittag wurde auf dem Domplatz der traditionelle Motorradgottesdienst mit den „Bethlehem Allstars“ gefeiert, anschließend herrschte in der Alten Hofhaltung frohe Biergartenatmosphäre mit Musik der „JazzPantz“. Außerdem wurde mit einer Talkrunde das Leben und Wirken von Pater Lunkenbein gewürdigt. Die Band „Sinnergie“ sorgte für ein besonderes Konzerterlebnis.
Nach dem Festgottesdienst am Sonntag bestand die Möglichkeit, bei strahlendem Sonnenschein Stände der Verbände, Vereine und Einrichtungen des Erzbistums zu besuchen und bei deren vielfältigen Aktionen mitzumachen. Ein Wasserspielplatz lud zum Abkühlen auf dem Domplatz ein.
Anschließend wurden die Hauptpreise eines Schulwettbewerbs verliehen In über 120 Einsendungen hatten Schülerinnen und Schüler das Leben von Pater Lunkenbein in unterschiedlichsten Formaten von Zeichnungen bis Podcasts behandelt. Die Hauptpreise für die verschiedenen Altersgruppen gingen an die 10. Klasse der Berufsfachschule Mariahilf in Bamberg, die Klasse 5aG des Maria-Ward-Gymnasiums Bamberg sowie an die Lunkenbein-Grundschule in Ebensfeld. Die ausgezeichneten Beiträge verbanden das Leben Lunkenbeins auf kreative Weise mit konkretem sozialem Engagement. Zudem wurden zwei Sonderpreise der Jury für innovative Unterrichtskonzepte verliehen.
Auf der Domplatzbühne wurde ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz, Kampfsport und Showakrobatik geboten. Bevor das Heinrichsfest mit der Pontifikalvesper endete, stand ein Auftritt des Chors „Happy Together“ auf dem Domplatz auf dem Programm.
Das Heinrichsfest erinnert jedes Jahr am zweiten Juli-Wochenende an den Bistumsgründer, Kaiser Heinrich II., der am 13. Juli 1024 starb.
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Vom 9. bis 12. Juli
Heinrichsfest 2026 auf dem Bamberger Domberg
Das diesjährige Heinrichsfest lädt vom 9. bis 12. Juli rund um den Domberg zu Gottesdiensten, Veranstaltungen und Impulsen ein, um gemeinsam zu feiern, sich auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Höhepunkt ist der festliche Gottesdienst auf dem Domplatz am Sonntag, dem 12. Juli, um 10 Uhr mit Erzbischof Herwig Gössl.
Beginn ist am heutigen Donnerstag, dem 9. Juli, um 19 Uhr mit einem Gottesdienst zur feierlichen Übertragung der Häupter. Zum Auftakt der Festtage feiern wir am Donnerstag, 9. Juli, um 19 Uhr die „Übertragung der Häupter“. Dazu werden die normalerweise in der Häupterkapelle ausgestellten Reliquienschädel des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde in den Altarraum zur Verehrung gebracht.
Das Heinrichsfestwochenende beginnt am Freitagabend mit der Praisenight um 21 Uhr auf dem Domplatz. Das Gemeinschaftsprojekt verschiedener christlicher Gemeinden und Kirchen lädt zu einem Abend mit Gebeten, Musik und Impulsen zum Thema Hoffnung von Sr. Teresa Zukic ein.
Es folgt am Samstag, dem 11. Juli, um 10 Uhr in St. Urban eine Eucharistiefeier samt Krankensalbung für Seniorinnen und Senioren, Kranke und Menschen mit Behinderung. Um 14 Uhr startet das Programm in der Alten Hofhaltung – in Biergartenatmosphäre und mit Musik der Gruppe „JazzPantz“. Es schließt sich um 16 Uhr auf dem Domplatz der traditionelle Motorradgottesdienst mit den „Betlehem Allstars“ an.
Ein besonderes Highlight bildet der Samstagabend in der Alten Hofhaltung. Er greift unter dem Jahresmotto „Du bewegst die Welt“ auch das Leben und Wirken des Missionars Pater Rudolf Lunkenbein auf. Lunkenbein wurde 1976 in Brasilien von weißen Großgrundbesitzern erschossen. Der aus Döringstadt bei Ebensfeld stammende Priester setzte sich für die Rechte der Bororo-Indigenen ein. Neben einem Informationsstand wird es einen Talk mit der brasilianischen Delegation zum Gedenken an Lunkenbeins 50. Todestag geben. Die Band „Sinnergie“ sorgt im Anschluss für ein besonders Konzerterlebnis. Mit leckerem Essen aus der Foodmeile ist auch kulinarisch für alles gesorgt. Im Angebot sind neben Getränken und Brezeln der Kolpingsfamilie, Pizza, Gegrilltes und die Veggiepfanne der Ordensfrauen.
Nach dem Festgottesdienst am Sonntag mit Erzbischof Herwig Gössl um 10 Uhr besteht die Möglichkeit, Stände der Verbände, Vereine und Einrichtungen des Erzbistums Bamberg zu besuchen und bei deren vielfältigen Aktionen mitzumachen. Auf dem Domplatz lädt ein Wasserspielplatz zum Abkühlen ein. Auf der Domplatzbühne wird ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz, Talk, Kampfsport und Showakrobatik geboten. Außerdem gibt es vielfältige Führungs- und Veranstaltungsangebote in Dom und Diözesanmuseum.
So besteht um 13.30 Uhr beispielsweise die Möglichkeit für Kinder, sich von Erzbischof Gössl die Schätze im Dom zeigen zu lassen. Bevor das Heinrichsfest um 17 Uhr mit der Pontifikalvesper im Dom endet, wird der der Chor „Happy Together“ aus Bamberg ab 15.30 Uhr auf dem Domplatz singen.
Das vollständige Programm mit vielen weiteren Kulinarik‑, Gesprächs- und Mitmachangeboten ist auf www.heinrichsfest.de zu finden. Bei schlechtem Wetter werden alle Gottesdienste im Dom gefeiert, die anderen Angebote finden wie geplant statt.
Das Heinrichsfest findet jedes Jahr am zweiten Juli-Wochenende statt und erinnert an den Bistumsgründer, den heiligen Kaiser Heinrich II., der am 13. Juli 1024 gestorben ist.
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Beerdigungen durch Ehrenamtliche
Ehrenamtliche als Begräbnisleitungen qualifiziert
Das Erzbistum Bamberg hat in einem Pilotprojekt erstmals Ehrenamtliche zu Begräbnisleitungen ausgebildet, um Pastoralteams bei der Durchführung von Trauerfeiern zu unterstützen und zu entlasten, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Acht Teilnehmende absolvierten in den letzten Monaten ein Schulungsprogramm mit Präsenztagen, Online‑Modulen und Hospitationen. Bei einer Beauftragungsfeier in St. Bonifaz Nürnberg bekamen sie am Donnerstag von Erzbischof Herwig Gössl ihre Urkunden überreicht und können ab sofort Trauerfeiern leiten. Begleitet wurde die Ausbildung von erfahrenen Seelsorgern, die den Ehrenamtlichen auch künftig als Supervisoren zur Seite stehen. Die Inhalte des Kurses reichten von liturgischen und organisatorischen Grundlagen über die Gestaltung von Ansprachen bis hin zur Trauerbegleitung.
Vor dem Hintergrund sinkender Zahlen hauptamtlicher Seelsorger und gleichzeitig steigender Bestattungszahlen verfolge das Erzbistum einen praxisorientierten Ansatz, um die pastoralen Kapazitäten in den Gemeinden zu sichern, erklärt Andreas Lurz, Leiter des Ausbildungskurses und Nürnberger Stadtdekan. „Da Begräbnisleitungen keine Sakramente spenden, darf dieser Dienst von ehrenamtlichen Kräften übernommen werden“, so Lurz. Die Menschen in den Gemeinden könnten und wollten Verantwortung übernehmen. Die durchlaufene Qualifizierung solle sicherstellen, dass dies fachlich fundiert und einfühlsam geschieht, sagt der Ausbildungsleiter.
Neben Einheiten zu liturgischen Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen setzte der Kurs bewusst auf praktische Lernformen: Die Teilnehmenden arbeiteten an fiktiven Trauerfällen, verfassten Ansprachen, wählten Liedgut aus und probten den Ablauf von Feiern — sowohl in der Aussegnungshalle als auch am Grab. Ergänzt wurden die Übungen durch seelsorgerliche Anleitung, Gespräche zur Trauerpsychologie und Reflexion persönlicher Motivationen.
Die Nürnbergerin Sylvia Suppmann kam durch ihre eigene Lebensgeschichte auf die Idee, Begräbnisleiterin zu werden: „Mein erster Todesfall war meine Mutter – da war ich 20“, erzählt sie im Gespräch. Später starb ihr Mann und hinterließ drei gemeinsame Kinder. Bewältigt hat Suppmann diese schwere Zeit durch ihren Glauben. Diese Erfahrungen möchte sie nun in die Arbeit mit anderen Trauernden einbringen, zu der sie sich mittlerweile immer stärker berufen fühlt: „Ich möchte erspüren, was die Angehörigen gerade brauchen – und ihnen Hoffnung mitgeben.“
Für Ausbildungsleiter Lurz steht fest, dass die Absolventinnen und Absolventen des Pilotkurses hochmotiviert sind, ihren Dienst „aus einer tiefen inneren Überzeugung heraus“ antreten und eine Bereicherung für die Seelsorge vor Ort darstellen. Das Erzbistum plant eine Evaluation des Projekts hinsichtlich der Übertragbarkeit auf andere Regionen, des Schulungsbedarfs und der Betreuungsstrukturen für Ehrenamtliche. Bei positiven Erfahrungen wird es aller Voraussicht nach schon bald weitere Ausbildungskurse für ehrenamtliche Begräbnisleitungen geben.
Bei der Beauftragungsfeier bezeichnete Erzbischof Herwig Gössl den Dienst am Grab als einen besonders sensiblen Moment kirchlichen Handelns. Wer sich dafür ausbilden lasse, schenke den Trauernden Zeit, Nähe und Hoffnung – und leiste damit „einen unschätzbaren Beitrag für unsere Seelsorge“, so Gössl. Der Erzbischof dankte den ehrenamtlichen Begräbnisleitungen für ihr Engagement, welches zeige, wie sehr Verantwortung und wichtige Aufgaben der Seelsorge in den Gemeinden von den Gläubigen mitgetragen werden. Ohne die Mithilfe von Ehrenamtlichen sei pastorale Arbeit „nicht mehr denkbar und auch nicht wünschenswert“, sagte der Erzbischof.
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„Die Liebe rechnet nicht“
Erzbischof Gössl weiht Daniel Hartmann im Bamberger Dom zum Priester
Erzbischof Herwig Gössl hat am gestrigen Samstag den 26-jährigen Daniel Hartmann zum Priester geweiht, wie das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg mitteilt. In dem feierlichen Weihegottesdienst im Bamberger Dom rief Gössl den Neupriester dazu auf, seinen Dienst aus einer Haltung der selbstlosen Liebe heraus zu leben.
„Die Liebe rechnet nicht. Sie gibt im Übermaß, reichlich mit Segen“, zitierte der Erzbischof in seiner Predigt den Apostel Paulus. Daniel Hartmann stelle sich mit der Priesterweihe ganz in den Dienst Gottes und der Menschen. „Sie geben sich und Ihr ganzes Leben hinein in den priesterlichen Dienst – aus Liebe zu Gott und zu seinem Volk“, sagte Gössl. „Sie rechnen nicht nach, wieviel Liebe man Gott entgegenbringen kann und wieviel Liebe noch übrig bleibt nach Abzug von Gewaltakten, Kriegen und persönlichen Enttäuschungen.“ Wer so rechne, können einen solchen Schritt der Hingabe nicht gehen.
Zugleich verschwieg der Erzbischof die schwierige Situation der Kirche nicht: „Wir sind als Kirche im Ab- und Umbau, und diese Realität zerrt an den Nerven von vielen.“ Dennoch bleibe er überzeugt, dass Christus seine Kirche leite und seine Liebe durch das Wirken der Gläubigen Frucht bringe.
Gössl rief den Neupriester auf, sich nicht von den Herausforderungen des kirchlichen Dienstes entmutigen zu lassen. Das Kreuz sei nicht nur Zeichen von Leid, sondern vor allem Ausdruck der Liebe Gottes und der Hoffnung auf neues Leben. Der priesterliche Dienst trage dazu bei, die Welt zu mehr Liebe, Gerechtigkeit und Frieden zu bewegen.
Abschließend sprach der Erzbischof die Hoffnung aus, dass sich wieder mehr junge Menschen zum Dienst in der Kirche berufen fühlen. Er bete darum, „dass immer mehr junge Menschen, berührt von der Freundschaft zu Christus, seinem Ruf in die Dienste und Ämter der Kirche folgen“.
Der Neupriester stammt aus Herzogenaurach, trat 2019 ins Bamberger Priesterseminar ein und begann zeitgleich das Theologiestudium in Würzburg. Von 2021 bis 2022 absolvierte er zwei Freisemester in Rom und setzte das Studium anschließend in München fort. Seit 2024 absolvierte er seinen Pastoralkurs im Seelsorgebereich Ansbach Stadt und Land, im September 2025 wurde er zum Diakon geweiht.
Als Primizspruch wählte der 26-Jährige den Bibelvers „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich beim Namen gerufen, du bist mein“ (Jes 43,1). Nach der Weihe wird er zunächst eine Vertretung im Klinikum Bamberg als Krankenhausseelsorger übernehmen und anschließend seine erste Kaplanstelle in Ansbach antreten.
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„Gegen Ängste und Angstmacher“
Fronleichnam in Bamberg
Erzbischof Herwig Gössl hat beim Fronleichnamsgottesdienst im Bamberger Dom vor einem Leben ohne Gottesbezug gewarnt. Das Hochfest sei mehr als die Pflege einer alten Tradition, sagte Gössl am heutigen Donnerstag in seiner Predigt. Fronleichnam werde gefeiert, „weil wir von dem Glauben getragen sind, dass Gott in unserem Leben und für unser Zusammenleben wichtig ist“.
Die Bamberger Fronleichnamsprozession findet seit 1390 statt. Dabei wird das Allerheiligste, von Tausenden Gläubigen begleitet, durch die Altstadt getragen.
Ausgehend von der biblischen Wüstenwanderung des Volkes Israel, erinnerte der Erzbischof daran, dass Menschen auf ihrem Lebensweg nicht allein unterwegs seien. Die 40 Jahre dauernde Wanderung durch die Wüste habe das Volk gelehrt, „dass es ohne Gott verloren ist“. Deshalb solle es sich an den ganzen Weg mit seinen Entbehrungen, Gefahren und Zweifeln erinnern. Mit Blick auf die Gegenwart kritisierte Gössl die Vorstellung, Wohlstand und Sicherheit machten den Glauben überflüssig. Eine Gesellschaft, die Gott vergesse, verliere letztlich Orientierung und Sinn.
Zugleich zog der Erzbischof Parallelen zur Geschichte der Kirche. Auch sie sei immer wieder „ein Weg durch die Wüste gewesen“, begleitet von „Hunger und Durst, von giftigen Skorpionen und allen möglichen Sünden“. Dennoch habe Christus seine Kirche auf diesem Weg begleitet und garantiere so, dass kirchliches Wirken zum Segen wird für diese Welt, sagte Gössl. Abschließend rief der Erzbischof dazu auf, Fronleichnam als Anstoß für einen bewussteren Glauben zu verstehen. Wer mit Gott durchs Leben gehe, könne „den Ängsten und den Angstmachern heute und in Zukunft widerstehen“.
Nach dem Gottesdienst im Dom fand bei sonnigem Wetter die Prozession vom Dom über Markusplatz, Holzmarkt, Maxplatz, Grüner Markt zurück zum Domplatz statt. Traditionell reihten sich in den Zug zahlreiche verschiedene Gruppen und Organisationen ein: die Pfarreien mit ihren Geistlichen und den Ministranten, die Ritterorden, die Ordensfrauen, Mitglieder der Räte und Gremien, die Honoratioren aus Stadt und Landkreis Bamberg sowie die Bruderschaften, Innungen und Vereine, die das Erbe der Zünfte pflegen, darunter die traditionsreichen Bamberger Gärtner und viele mehr. Bei der Prozession werden auch die Marienstatuen der Pfarrkirchen Unsere Liebe Frau und St. Martin sowie die historischen Prozessionsstangen mitgetragen. In der Mitte der Prozession wurde das Domkreuz, ein etwa 600 Kilogramm schweres reich verziertes Reliquienkreuz, von 18 Männern getragen.
Die Einführung der Prozession in Bamberg geht auf Bischof Lamprecht von Brunn zurück, der im Jahr 1390 ein Fest zur Ehre des Leibes Christi mit Prozession unter Teilnahme des Klerus des Domes und der Stiftskirchen anordnete. Dabei wurde das Allerheiligste mitgetragen – jedoch nur durch den Dom in die Alte Hofhaltung und zurück. Stationen auf dem Weg sind erst ab dem 16. Jahrhundert überliefert. In der Barockzeit entwickelte sich die große Fronleichnamsprozession, zu der ein handschriftliches Zeremonienbuch aus dem Jahr 1730 vorliegt. Das Domkapitel führte 1822 die große, vom Dom ausgehende Prozession mit ihrem liturgischen Ablauf und den teilnehmenden Gruppen ein. Bis heute prägt die Fronleichnamsprozession die Bischofsstadt Bamberg und ist Teil ihres religiösen und kulturellen Erbes.
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Erzbischof Gössl zur Wiedereröffnung von St. Michael
„Es ist eine Pracht!“
Mit einem festlichen Pontifikalamt ist am Samstag nach 13-jähriger Bauzeit die Bamberger Michaelskirche wiedereröffnet worden. Erzbischof Gössl bezeichnet die sanierte Kirche St. Michael als Zeichen für notwendige Umkehr und Reformen in Kirche und Gesellschaft.
Erzbischof Herwig Gössl begann seine Predigt mit den Worten „Es ist eine Pracht!“, und er dankte allen, die dafür gesorgt haben, dass diese Pracht erhalten geblieben ist. Er deutete das sanierte Gotteshaus als Symbol für Gottes bleibende Zuwendung zu den Menschen und für die damit immerzu notwendigen und möglichen Erneuerungsprozesse in Kirche, Gesellschaft und im persönlichen Leben jedes Menschen.
Das Leitwort der Kirchenväter „Ecclesia semper reformanda – Die Kirche muss sich immer erneuern“ betreffe nicht nur die Strukturen, sondern auch das ganze Leben. Es gehe darum, anzuerkennen, „dass wir unsere dunklen, schmutzigen Stellen haben“, die der Reinigung und Erneuerung bedürfen, persönlich, als Kirche und als Gesellschaft. Auch wenn die Menschen heute vielfach achtsamer und rücksichtsvoller miteinander umgingen als früher, sei es umso erschreckender, dass es immer wieder zu Rückfällen in die dunkelsten Machenschaften komme, die das Leben so unerträglich machen und die Freude am Leben nehmen, so Gössl.
„Mein Eindruck ist, dass viele Menschen heute gerne einen oberflächlichen, äußeren Glanz zur Schau stellen, aber sich sehr davor hüten, tiefer zu blicken“, sagte der Erzbischof. Viele bedrohliche Risse zögen sich durch die Familien, durch die Gesellschaft, nur mühsam übertüncht, um den Schein aufrecht zu erhalten. „Wie oft fehlt der richtige Halt, sodass unsere Lebenskonstruktionen brüchig werden und akute Einsturzgefahr besteht.“
„Die Kirche muss sich immer erneuern, indem sie zum Urbild zurückfindet und an ihm Maß nimmt: an Jesus Christus“, fügte der Erzbischof hinzu. „Durch ihn finden wir Halt in Gott und können die dunklen Schatten des Lebens bekämpfen. So können wir leuchten und strahlen von innen her durch den, der uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“
Ein weiterer Aspekt der Predigt lag auf der Verantwortung für die Schöpfung. Der sogenannte Himmelsgarten der Michaelskirche mit seinen rund 600 Pflanzenmotiven sei „eine wichtige Erinnerung daran, dass die Schöpfung Gottes kostbares Geschenk an uns ist, das es zu schützen und zu bewahren gilt“. Gössl betonte, dem Menschen sei „nicht Ausbeutung und Verbrauch“ aufgetragen, sondern „hüten und hegen“. Die Schönheit der Natur verweise auf den Schöpfer und sei zugleich Auftrag zum verantwortlichen Handeln.
Die eigentliche Pracht der Kirche freilich seien die Menschen, die sich in ihr versammeln und die trotz ihrer Schwächen und Sünden von Gott geliebt sind. Daran erinnere der heilige Bischof Otto, der diese frohe Botschaft den Menschen in Pommern verkündete und der so bis heute zu einem Brückenbauer zwischen Ost und West, zwischen Polen und Deutschland wurde.
Die barocke Michaelskirche zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten Frankens und prägt neben dem Dom das Stadtbild Bambergs. In der Kirche befindet sich das Grab des heiligen Bischofs Otto, der die Benediktinerabtei 1117 bis 1121 nach einem Erdbeben erneuern ließ. Die Kirche und das frühere Kloster auf dem Michaelsberg wurden 1803 säkularisiert und sind seitdem Eigentum der Bürgerspitalstiftung der Stadt Bamberg. Die Kirche war seit Herbst 2012 wegen gravierender Bauschäden geschlossen und umfassend saniert worden. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt auch sechs neue Glocken gießen lassen. Mit der Wiedereröffnung steht die Michaelskirche nun wieder – zunächst mit eingeschränkten Öffnungszeiten – Besucherinnen und Besuchern offen. Am 9. und 10. Mai ist ein Bürgerfest geplant.
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Predigt Erzbischof Gössl zu Ostern
„Ostern ist eine Lebensquelle, die uns mit Hoffnung erfüllt“
Erzbischof Herwig Gössl hat die Osterbotschaft als hoffnungsvolle Gegenkraft zu Resignation, Angst und globalen Krisen beschrieben. Der Glaube an die Auferstehung entfalte bis heute eine weltweite Dynamik, sagte Gössl in seiner Predigt am Sonntag im Bamberger Dom.
Dabei gehe es weniger um Beweise als um Erfahrung, so der Erzbischof weiter. „Es gibt keine Beweise für die Auferstehung des Herrn, und es gibt auch keine dagegen.“ Entscheidend sei das Zeugnis der Glaubenden: „Es gibt die Erfahrung, dass der Glaube an Jesus Christus neue Wege eröffnet.“ Ostern sei mehr als ein billiger Optimismus, „sondern eine Lebensquelle, die in uns sprudelt und uns mit Hoffnung erfüllt“. Daraus erwachse eine klare Haltung: „Denn Ostern sagt uns, dass auch Gott diese Welt und uns Menschen niemals aufgeben wird.“
Nach den traumatischen Ereignissen am Karfreitag seien die Jünger zunächst wie gelähmt gewesen. Ihre Hoffnungen seien zerbrochen, „vor allem aber enttäuscht, weil alle ihre Erwartungen und Hoffnungen mit ihrem Meister am Kreuz gestorben waren“. Doch diese Starre sei nicht das Ende gewesen. Frauen, Jünger und schließlich Maria von Magdala hätten die Botschaft vom leeren Grab weitergetragen und die Botschaft verkündet: „Der Herr ist von den Toten auferstanden!“
Binnen kürzester Zeit habe sich diese frohe Botschaft über die ganze damals bekannte Welt verbreitet. Auch auftretende Schwierigkeiten, nicht einmal brutalste Verfolgungen hätten diesen Siegeszug des Evangeliums stoppen können. Bis heute wirke diese Kraft fort und bringe Menschen in Bewegung, selbst angesichts schwieriger, sogar bedrohlicher Situationen.
Menschen, die aus diesem Glauben lebten, könnten die Welt verändern. „Menschen voller Osterglauben sind Menschen der Bewegung, Menschen voller Zuversicht und Hoffnung.“ Sie seien in der Lage, Ängste zu überwinden und Verzeihung zu schenken. Gerade angesichts globaler Krisen komme ihnen besondere Bedeutung zu: „Menschen voller Osterglauben sind für unsere kriegszerfressene, hasserfüllte Welt so unendlich wichtig.“ Ihre Hoffnung gründe nicht in sich selbst: „Sie tragen eine Zukunft in ihrem Herzen, die nicht aus ihnen selber kommt.“