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Herwig Gössl

Pre­digt Erz­bi­schof Gössl zu Ostern

„Ostern ist eine Lebens­quel­le, die uns mit Hoff­nung erfüllt“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat die Oster­bot­schaft als hoff­nungs­vol­le Gegen­kraft zu Resi­gna­ti­on, Angst und glo­ba­len Kri­sen beschrie­ben. Der Glau­be an die Auf­er­ste­hung ent­fal­te bis heu­te eine welt­wei­te Dyna­mik, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom.

Dabei gehe es weni­ger um Bewei­se als um Erfah­rung, so der Erz­bi­schof wei­ter. „Es gibt kei­ne Bewei­se für die Auf­er­ste­hung des Herrn, und es gibt auch kei­ne dage­gen.“ Ent­schei­dend sei das Zeug­nis der Glau­ben­den: „Es gibt die Erfah­rung, dass der Glau­be an Jesus Chris­tus neue Wege eröff­net.“ Ostern sei mehr als ein bil­li­ger Opti­mis­mus, „son­dern eine Lebens­quel­le, die in uns spru­delt und uns mit Hoff­nung erfüllt“. Dar­aus erwach­se eine kla­re Hal­tung: „Denn Ostern sagt uns, dass auch Gott die­se Welt und uns Men­schen nie­mals auf­ge­ben wird.“

Nach den trau­ma­ti­schen Ereig­nis­sen am Kar­frei­tag sei­en die Jün­ger zunächst wie gelähmt gewe­sen. Ihre Hoff­nun­gen sei­en zer­bro­chen, „vor allem aber ent­täuscht, weil alle ihre Erwar­tun­gen und Hoff­nun­gen mit ihrem Meis­ter am Kreuz gestor­ben waren“. Doch die­se Star­re sei nicht das Ende gewe­sen. Frau­en, Jün­ger und schließ­lich Maria von Mag­da­la hät­ten die Bot­schaft vom lee­ren Grab wei­ter­ge­tra­gen und die Bot­schaft ver­kün­det: „Der Herr ist von den Toten auferstanden!“

Bin­nen kür­zes­ter Zeit habe sich die­se fro­he Bot­schaft über die gan­ze damals bekann­te Welt ver­brei­tet. Auch auf­tre­ten­de Schwie­rig­kei­ten, nicht ein­mal bru­tals­te Ver­fol­gun­gen hät­ten die­sen Sie­ges­zug des Evan­ge­li­ums stop­pen kön­nen. Bis heu­te wir­ke die­se Kraft fort und brin­ge Men­schen in Bewe­gung, selbst ange­sichts schwie­ri­ger, sogar bedroh­li­cher Situationen.

Men­schen, die aus die­sem Glau­ben leb­ten, könn­ten die Welt ver­än­dern. „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind Men­schen der Bewe­gung, Men­schen vol­ler Zuver­sicht und Hoff­nung.“ Sie sei­en in der Lage, Ängs­te zu über­win­den und Ver­zei­hung zu schen­ken. Gera­de ange­sichts glo­ba­ler Kri­sen kom­me ihnen beson­de­re Bedeu­tung zu: „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind für unse­re kriegs­zer­fres­se­ne, hass­erfüll­te Welt so unend­lich wich­tig.“ Ihre Hoff­nung grün­de nicht in sich selbst: „Sie tra­gen eine Zukunft in ihrem Her­zen, die nicht aus ihnen sel­ber kommt.“

Pre­digt von Erz­bi­schof Gössl zum Karfreitag

„Krie­ge sind eine Schan­de für die Menschheit“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am Kar­frei­tag vor einer „Kul­tur des Todes“ gewarnt und Krie­ge als eine „Schan­de für die Mensch­heit“ bezeich­net. Die­ser Ent­wick­lung stell­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom die christ­li­che Hoff­nung ent­ge­gen, die am Kreuz Jesu sicht­bar werde.

Die Kreu­zi­gung Jesu sei eine grau­sa­me Hin­rich­tung, rou­ti­niert voll­streckt in einem selbst­ver­ständ­lich ablau­fen­den Ritu­al. Die Henk­ers­ar­beit wir­ke wie ein ein­ge­üb­tes Hand­werk, so wie die Todes­stra­fe auch heu­te in vie­len Län­dern immer noch üblich sei oder sogar wie­der ein­ge­führt wer­de. „Wir waren uns lan­ge sicher, dass die Mensch­heit aus den gro­ßen Krie­gen des 20. Jahr­hun­derts gelernt hat und den Frie­den auf jeden Fall bewah­ren wird“, sag­te Gössl. „Heu­te wer­den mun­ter Krie­ge vom Zaun gebro­chen, Men­schen wer­den mas­sen­haft, oft von der eige­nen Regie­rung, ver­folgt und gezielt umge­bracht, um die eige­ne Macht, das eige­ne Über­le­ben zu sichern.“ Auf der Welt sei so vie­les wie­der denk­bar und mög­lich gewor­den, dass man die­se Welt oft nicht mehr verstehe.

Der Tod sei nicht nur eine exis­ten­ti­el­le Bedro­hung, son­dern wer­de zuneh­mend bewusst in Kauf genom­men. „Noch schlim­mer ist frei­lich, wenn der Tod gezielt her­bei­ge­führt wird, wenn er kühl berech­nend zu einer ernst­haf­ten Hand­lungs­op­ti­on gemacht wird.“ Bereits Papst Johan­nes Paul II. habe vor einer Kul­tur des Todes gewarnt.

Zugleich kri­ti­sier­te Gössl die Vor­stel­lung, Pro­ble­me lie­ßen sich durch Gewalt lösen. „Vor allem scheint der Tod unse­ren Geist zu beherr­schen durch die Vor­stel­lung, mit dem Tod sei alles aus – und davon abge­lei­tet durch die irri­ge Mei­nung, durch den Tod eines ande­ren lie­ßen sich irgend­wel­che Pro­ble­me aus der Welt schaffen.“

Das Kreuz Chris­ti habe die Macht des Todes gebro­chen. „Seit der Sohn Got­tes am Kreuz den Tod auf sich nahm, kann nie­mand mehr durch den Tod zum Schwei­gen gebracht wer­den.“ Dies gel­te ins­be­son­de­re für Opfer von Gewalt: „Nicht die unschul­di­gen Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft, von Mord und Tot­schlag, nicht all die Men­schen, die ver­bit­tert und unver­söhnt ster­ben. In Gott sind alle Men­schen aufgehoben.“

Das Kreuz sei des­halb nicht nur ein Sym­bol des Lei­dens, son­dern der Hoff­nung. „Daher schau­en wir auf das Kreuz und erken­nen in ihm nicht das Ende, son­dern den immer wie­der neu­en Anfang.“ Im Kreuz wer­de deut­lich, dass in Gott kein Mensch jemals ver­ges­sen oder ver­lo­ren sei: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

„Suche den Frie­den und jage ihm nach“

Kuni­gun­den­tag im Erz­bis­tum Bam­berg stand im Zei­chen der Friedensarbeit

Zum Kuni­gun­den­tag, dem öku­me­ni­schen Frau­en­fest im Erz­bis­tum Bam­berg, haben Erz­bi­schof Her­wig Gössl und Sabi­ne Hirsch­mann, Deka­nin des Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Deka­nats Bam­berg, die star­ke Strahl­kraft von Kai­se­rin Kuni­gun­de betont.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl beton­te am Sams­tag im Bam­ber­ger Dom, dass die hei­li­ge Kuni­gun­de ein leuch­ten­des Bei­spiel für geleb­te Frie­dens­ar­beit und Ver­söh­nung sei. In der aktu­el­len Zeit vol­ler Unru­he und Kon­flik­te erin­ne­re ihr Wer­de­gang dar­an, dass wah­rer Frie­den zuerst im eige­nen Her­zen ent­ste­he. „Frie­den braucht Auf­merk­sam­keit, Mühe und Anstren­gung“, sag­te der Erz­bi­schof und rief dazu auf, die nöti­ge Kraft für die Frie­dens­ar­beit aus der eige­nen Bezie­hung zu Gott zu schöpfen.

Sabi­ne Hirsch­mann, Ev.-Luth. Deka­nin für den Deka­nats­be­zirk Bam­berg, hob in ihrem Gruß­wort her­vor, dass das Mot­to des Kuni­gun­den­ta­ges „Suche den Frie­den und jage ihm nach“ (Ps 34,15b) nicht als ein­ma­li­ger Impuls zu ver­ste­hen sei – viel­mehr brau­che Frie­den oft Beharr­lich­keit und eine lei­den­schaft­li­che Ent­schlos­sen­heit. Neben der hei­li­gen Kuni­gun­de hät­ten im Lauf der Jahr­hun­der­te vie­le Frau­en eine solch beharr­li­che Frie­dens­ar­beit geleistet.

Kuni­gun­de, die zu Leb­zei­ten mit Intri­gen und poli­ti­schen Unru­hen kon­fron­tiert war, zeig­te durch ihre Fried­fer­tig­keit und ihre Fähig­keit zu ver­ge­ben, dass der Weg zu einem sta­bi­len Frie­den bei jeder und jedem Ein­zel­nen von uns beginnt, so Gössl in sei­ner Pre­digt. Trotz Tur­bu­len­zen hielt sie an ihrer tie­fen Got­tes­be­zie­hung fest und zeig­te auf, wie der Glau­be als Quel­le des Frie­dens und als Kom­pass fried­li­chen Han­delns fungiert.

Auch wir erleb­ten heu­te eine har­te, raue und fried­lo­se Welt, sag­te der Erz­bi­schof – „sei es durch die Angriffs­krie­ge, die von ver­schie­de­nen Sei­ten wie selbst­ver­ständ­lich vom Zaun gebro­chen wer­den, sei es durch die oft bru­ta­len Kom­men­ta­re im Netz oder auch die tät­li­chen Angrif­fe, denen sich Poli­ti­ker und ande­re Men­schen in öffent­li­chen Ämtern aus­ge­setzt sehen.“ Ange­sichts des­sen sei­en vie­le ver­sucht, selbst zu ver­här­ten, sich nichts gefal­len zu las­sen und es dem Gegen­über mit glei­cher Mün­ze heimzuzahlen.

„Frie­den lässt sich aller­dings nicht durch Bom­ben gewin­nen, son­dern nur im eige­nen Her­zen“, beton­te Gössl. Die Welt wer­de dem Frie­den kei­nen Schritt näher­kom­men, solan­ge man immer nur ver­su­che, auf die ande­ren ein­zu­wir­ken – sei es gewalt­tä­tig, dro­hend, schmei­chelnd oder auf wel­che Wei­se auch immer. Viel­mehr gel­te es, dem eige­nen Frie­den im Inne­ren nach­zu­ja­gen, ihn zu suchen und ihn aus der Ver­bun­den­heit zu Gott her­aus zu fin­den. Für die­sen Pro­zess der inne­ren Frie­dens­ar­beit sei die hei­li­ge Kuni­gun­de „ein Vor­bild und eine mäch­ti­ge Für­spre­che­rin“, so der Oberhirte.

Das wei­te­re Pro­gramm des Kuni­gun­den­ta­ges stand eben­so im Zei­chen des Frie­dens. Nach einem Vor­trag der Theo­lo­gin und Pro­fes­so­rin Sabi­ne Bie­ber­stein zur Kraft bibli­scher Frie­dens­tex­te reg­ten ver­schie­de­ne Work­shops dazu an, sich noch tie­fer mit dem The­ma Frie­den und Frie­dens­ar­beit auseinanderzusetzen.

Vor­be­rei­tet wur­de der Kuni­gun­den­tag vom „Öku­me­ni­schen Team Kuni­gun­de“, in dem zahl­rei­che Akti­ve der öku­me­ni­schen Frau­en­ar­beit im Erz­bis­tum Bam­berg zusammenarbeiten.

Die hei­li­ge Kuni­gun­de hat gemein­sam mit ihrem Mann, dem hei­li­gen Kai­ser Hein­rich, im Jahr 1007 das Bis­tum Bam­berg gegrün­det. Sie starb am 3. März 1033 und wur­de im Jahr 1200 hei­lig­ge­spro­chen. Der Kuni­gun­den­tag wird in Erin­ne­rung an sie gefeiert.

Öku­me­ni­sches Frauenfest

Kuni­gun­den­tag beginnt am Sams­tag um 9.30 Uhr

Am kom­men­den Sams­tag, dem 7. März, wird in Bam­berg der Kuni­gun­den­tag als öku­me­ni­sches Frau­en­fest gefei­ert. Das Hoch­fest der hei­li­gen Kuni­gun­de beginnt ab 9.30 Uhr.

Das öku­me­ni­sche Frau­en­fest zu Ehren der Bis­tums­pa­tro­nin beginnt um 9.30 Uhr mit einem Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst, den Erz­bi­schof Her­wig Gössl im Bam­ber­ger Dom fei­ern wird.

Anschlie­ßend besteht im Dom­pfarr­heim die Mög­lich­keit, bei einer klei­nen Aga­pe ins Gespräch zu kom­men. Suche den Frie­den und jage ihm nach (Ps 34,15b) – Der Tag steht ganz im Zei­chen des Frie­dens. In einer Welt vol­ler Unru­he und Unge­rech­tig­keit erin­nert der Psalm dar­an: Frie­den geschieht nicht von selbst. Wir müs­sen ihn suchen. Frau­en set­zen dabei oft wich­ti­ge Zei­chen. Sie leben Glau­ben, schaf­fen Gemein­schaft, ver­mit­teln, stär­ken und tragen.

Nach Mit­tag­essen, Kaf­fee und Kuchen ab 12 Uhr im Ste­phans­hof star­tet der Fest­nach­mit­tag um 13.15 Uhr mit einem Fest­vor­trag von Prof. Sabi­ne Bie­ber­stein (Eichstätt/​Bamberg) zum The­ma „Gerech­tig­keit und Frie­de küs­sen ein­an­der (Ps 85,11). Die Kraft bibli­scher Frie­dens­tex­te“. Im Anschluss star­ten ver­schie­de­ne Work­shops, die dazu anre­gen, sich mit dem The­ma des Fest­vor­trags auseinanderzusetzen.

Um 15.40 Uhr endet der Kuni­gun­den­tag mit einer lit­ur­gi­schen Abschlussfeier.

Der Kuni­gun­den­tag wird vor­be­rei­tet vom „Öku­me­ni­schen Team Kuni­gun­de“, in dem zahl­rei­che Akti­ve der öku­me­ni­schen Frau­en­ar­beit im Erz­bis­tum Bam­berg zusammenarbeiten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind hier zu finden.

Erz­bi­schof Gössl wür­digt den Ver­stor­be­nen als ver­läss­li­chen Seel­sor­ger mit tie­fem Glauben

Trau­er um frü­he­ren Dom­pfar­rer und Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Förch

Das Erz­bis­tum Bam­berg trau­ert um den lang­jäh­ri­gen Dom­ka­pi­tu­lar und frü­he­ren Dom­pfar­rer Mon­si­gno­re Dr. Ger­hard Förch. Er starb am Sams­tag (7. Febru­ar) kurz nach sei­nem 82. Geburts­tag, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl wür­dig­te den Ver­stor­be­nen als einen Seel­sor­ger mit gro­ßer Lei­den­schaft: „Mon­si­gno­re Ger­hard Förch hat über Jahr­zehn­te hin­weg das geist­li­che Leben an unter­schied­li­chen Stel­len im Erz­bis­tum Bam­berg und zuletzt in der Dom­pfar­rei mit­ge­prägt. Dr. Förch war theo­lo­gisch hoch­ge­bil­det und stets inter­es­siert an aktu­el­len Ent­wick­lun­gen, nicht zuletzt in Fra­gen der Öku­me­ne. Mit sei­ner Nähe zu den Men­schen, sei­nem Enga­ge­ment für die Jugend­ar­beit und sei­ner tie­fen Ver­wur­ze­lung im Glau­ben war er vie­len ein ver­läss­li­cher Seel­sor­ger und geist­li­cher Beglei­ter. Wir sind ihm zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet und ver­trau­en ihn der barm­her­zi­gen Lie­be Got­tes an.“

Ger­hard Förch wur­de am 27. Janu­ar 1944 in Fürth gebo­ren und 1970 zum Pries­ter geweiht. Er war als Seel­sor­ger in der Jugend­ar­beit aktiv, ab 1977 Diö­ze­san­ju­gend­pfar­rer und ab 1978 Dom­vi­kar und Lei­ter des Erz­bi­schöf­li­chen Jugend­am­tes. Ab 1984 war er Hoch­schul­seel­sor­ger und ab 1986 Pfar­rer in St. Kuni­gund in Bam­berg. Von 1994 bis 1998 wirk­te er in der Pfar­rei St. Lud­wig in Ans­bach, bevor er 1998 zum Dom­pfar­rer in Bam­berg ernannt wur­de. Seit 1996 war er Mit­glied des Dom­ka­pi­tels, 2000 wur­de er Regio­nal­de­kan für die Deka­na­te Bam­berg, Bur­ge­brach, Hall­stadt-Scheß­litz und Hirschaid. Er war zudem Mit­glied in zahl­rei­chen Kom­mis­sio­nen. Papst Fran­zis­kus ver­lieh ihm 2015 kurz vor dem Ein­tritt in den Ruhe­stand den Ehren­ti­tel „Kaplan Sei­ner Heiligkeit“.

Die Ter­mi­ne für das Requi­em und die Bei­set­zung wer­den noch bekannt gegeben.

Neu­jahrs­emp­fang des Erz­bis­tums Bamberg

„Die Kraft der Hoff­nung ist gewaltig“

Unter dem Leit­wort „Du bewegst die Welt“ ist das Erz­bis­tum Bam­berg in das Jahr 2026 gestar­tet. Damit soll die Dyna­mik aus dem von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jahr 2025 mit dem Mot­to „Pil­ger der Hoff­nung“ fort­ge­führt wer­den, sag­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl am Sams­tag beim Neu­jahrs­emp­fang des Erz­bis­tums, zu dem rund 850 Gäs­te aus Kir­che, Poli­tik, Kul­tur und Gesell­schaft in die Bam­ber­ger Kon­zert­hal­le gekom­men waren.

Trotz vie­ler Kri­sen und Belas­tun­gen sei 2025 ein hoff­nungs­star­kes Jahr gewe­sen, sag­te Gössl. Vie­le Men­schen hät­ten Orte der Hoff­nung sicht­bar gemacht – dort, wo sich Men­schen umein­an­der küm­mern und Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der über­neh­men. „Die Kraft der Hoff­nung ist gewal­tig, das war spür­bar“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sol­le mit dem Mot­to „Du bewegst die Welt“ in die Zukunft fort­ge­führt werden.

Das Jah­res­mot­to sol­le aus­sa­gen: „Es kommt auf jede und jeden Ein­zel­nen an“, erläu­ter­te der Erz­bi­schof. Schon klei­ne Ges­ten könn­ten die Welt eines Men­schen ver­än­dern. Zugleich sei das Mot­to ein Appell zur Ver­ant­wor­tung: Wer die Welt bewe­ge, hin­ter­las­se Spu­ren. Aus christ­li­cher Sicht gehör­ten dazu die Ver­ant­wor­tung vor Gott und das gemein­sa­me Wohl aller Men­schen. Das Leit­wort kön­ne zudem als Anspra­che an Gott und so auch als Glau­bens­be­kennt­nis ver­stan­den wer­den, sag­te Gössl. Gott sei der eigent­li­che Bewe­ger, der auch dort Ver­än­de­rung ermög­li­che, wo aus mensch­li­cher Sicht alles erstarrt scheine.

Beson­ders ver­wies der Erz­bi­schof auf den Sale­sia­ner­pa­ter Rudolf Lun­ken­bein, des­sen Todes­tag sich am 15. Juli zum 50. Mal jährt. Lun­ken­bein war 1976 in Bra­si­li­en von wei­ßen Groß­grund­be­sit­zern erschos­sen wor­den. Der aus Döring­stadt bei Ebens­feld stam­men­de Pries­ter setz­te sich für die Rech­te der Bororo-Indi­ge­nen ein. Lun­ken­bein, der nur 37 Jah­re alt wur­de, habe in weni­gen Jah­ren Außer­ge­wöhn­li­ches bewirkt, sag­te Gössl. Er habe den Bororos neue Per­spek­ti­ven gege­ben, für ihre Land­rech­te gekämpft, den Dia­log mit Poli­tik und Behör­den gesucht und kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen in Infra­struk­tur und Land­wirt­schaft ange­sto­ßen. 2018 wur­de in Bra­si­li­en der diö­ze­sa­ne Selig­spre­chungs­pro­zess eröff­net, im Novem­ber 2025 äußer­te sich das zustän­di­ge vati­ka­ni­sche Dik­as­te­ri­um posi­tiv, sodass auf eine bal­di­ge Selig­spre­chung gehofft wird. Auch Ange­hö­ri­ge Lun­ken­beins waren zum Neu­jahrs­emp­fang gekommen.

Um Pater Lun­ken­bein ging es auch in einem von Joffrey Streit mode­rier­ten Podi­ums­ge­spräch mit Pfar­rer Dirk Bin­ge­ner, Prä­si­dent des Hilfs­werks mis­sio Aachen und des Kin­der­mis­si­ons­werks „Die Stern­sin­ger“, Mar­ti­na Eden­ho­fer vom Sale­sia­num Mün­chen und Dom­ka­pi­tu­lar und Kir­chen­his­to­ri­ker Nor­bert Jung. Lun­ken­bein habe sich schon für Kli­ma­schutz und die Bewah­rung der Schöp­fung enga­giert, als die­se Begrif­fe noch gar nicht gebräuch­lich waren, sag­te Jung. Wie lan­ge das Selig­spre­chungs­ver­fah­ren noch dau­ern wer­de, sei nicht abzu­schät­zen. Der Papst kön­ne theo­re­tisch inner­halb eines Tages ent­schei­den, man­che Ver­fah­ren hät­ten aber auch Jahr­hun­der­te gedau­ert. Da Papst Leo XIV. selbst Mis­sio­nar in Latein­ame­ri­ka war, hof­fe er auf ein schnel­les Ver­fah­ren, so Jung.

Eden­ho­fer kün­dig­te zum dies­jäh­ri­gen Katho­li­ken­tag einen Doku­men­tar­film über Pater Lun­ken­bein an. Und Bin­ge­ner appel­lier­te an die Poli­ti­ker, sich welt­weit gegen Kin­der­ar­beit zu enga­gie­ren. Ihn erfül­le es mit Hoff­nung, dass über­all auf der Welt die Kir­che prä­sent sei, auch wo staat­li­che Struk­tu­ren versagen.

Zuvor hat­te der schei­den­de Bam­ber­ger Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke in einem Gruß­wort das Wir­ken der katho­li­schen Kir­che mit ihre zahl­rei­chen Initia­ti­ven, Ideen und Insti­tu­tio­nen gewür­digt: „Der sozia­le Zusam­men­halt in den Städ­ten und Gemein­den lebt von die­sem vor­bild­li­chen Enga­ge­ment.“ Die Kir­chen über­näh­men her­aus­re­gen­de Auf­ga­ben im Kran­ken­haus­we­sen, in der Schu­le und Erzie­hung und in vie­len sozia­len Berei­chen. „Neben der Seel­sor­ge haben bei­de Kir­chen in unse­rem Land Ver­ant­wor­tung über­nom­men“, beton­te Star­ke. Es sei auch künf­tig not­wen­dig, dass die Kir­chen „Moto­ren für bestimm­te Auf­ga­ben“ blei­ben und ver­bind­li­che Moral­vor­stel­lun­gen in die Gesell­schaft ein­brin­gen und dort ver­an­kern. „Das kön­nen nur die Kir­chen, das kann sonst nie­mand mehr, auch nicht die Parteien.“

Musi­ka­lisch gestal­tet wur­de der Emp­fang von dem Duo „Frau Schmitt und ihr Pia­nist“, Hei­ke Schmitt und Johan­nes Klehr.

Erz­bi­schof Gössl setzt pas­to­ra­le Ori­en­tie­run­gen für eine Kir­che mit Zukunft in Kraft

Erz­bis­tum Bam­berg setzt auf Dia­log und Synodalität

Mit neu­en pas­to­ra­len Ori­en­tie­run­gen stellt das Erz­bis­tum Bam­berg die Wei­chen für eine leben­di­ge und zukunfts­fä­hi­ge Kir­che. Dabei sol­len die Prin­zi­pi­en der Syn­oda­li­tät und des Dia­logs hand­lungs­lei­tend sein, sag­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl, der die „Ent­wick­lungs­li­ni­en“ mit Wir­kung zum Sonn­tag, dem Fest der Tau­fe des Herrn, in Kraft setzte.

Die sich ver­än­dern­den Lebens­rea­li­tä­ten in der Gesell­schaft und die unter­schied­li­chen Erwar­tun­gen und Bedürf­nis­se der Men­schen mach­ten es erfor­der­lich, die kirch­li­chen Struk­tu­ren und Ange­bo­te neu aus­zu­rich­ten. „In die­ser Situa­ti­on ist Jesus Chris­tus unser Maß­stab“, beton­te Gössl.

Pas­to­ra­les Han­deln ent­wick­le sich aus­ge­hend von und gemein­sam mit den Men­schen, ihren jewei­li­gen Lebens­wel­ten und sozia­len Bezü­gen, ihren Bedürf­nis­sen, Freu­den, Hoff­nun­gen, Sor­gen, Zwei­feln, Ängs­ten und Nöten. Die Kir­che wol­le Gemein­schaft unter den Men­schen för­dern, „nicht in einer exklu­si­ven Form, son­dern im Blick auf alle Men­schen in ihrer Ein­zig­ar­tig­keit und in ihrer Lebens­wirk­lich­keit“. Wei­ter heißt es: „Daher tre­ten wir für eine Welt ein, in der Unter­schied­lich­keit als Berei­che­rung erfah­ren wird.“

Die Ent­wick­lung mache die Gren­zen der bis­he­ri­gen kirch­li­chen Struk­tu­ren mit ihren per­so­nel­len und finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten deut­lich. Dies habe zur Fol­ge, dass nicht flä­chen­de­ckend alle Ange­bo­te auf­recht­erhal­ten wer­den kön­nen, so Gössl. Ein „wert­schät­zen­des Abschied­neh­men“ sei erfor­der­lich. Nötig sei die Bereit­schaft, Lieb­ge­wor­de­nes los­zu­las­sen und Din­ge auf­zu­ge­ben, die ein­mal wich­tig waren und immer noch sinn­voll sind, aber nicht mehr gehal­ten wer­den kön­nen. Zugleich müss­ten neben bestehen­den Kirch­or­ten neue Orte der Hoff­nung und des geleb­ten Glau­bens geför­dert wer­den. Auch expe­ri­men­tell-inno­va­ti­ve Ansät­ze und Initia­ti­ven sol­len sys­te­ma­tisch beglei­tet und unter­stützt wer­den. Die Fei­er der sonn­täg­li­chen Eucha­ris­tie blei­be an aus­ge­wähl­ten Orten Höhe­punkt und Mit­te des Glau­bens, damit Men­schen die Nähe Got­tes erfah­ren kön­nen. Dane­ben sei auch die Fei­er wei­te­rer viel­fäl­ti­ger lit­ur­gi­scher und spi­ri­tu­el­ler For­men zu fördern.

Pas­to­ra­les Han­deln fin­de mit­ten in der Gesell­schaft statt und sei durch Eigen­in­itia­ti­ve und Enga­ge­ment, die sich dort zei­gen, inspi­riert. Gemein­schaft­lich geleb­ter Glau­be gesche­he in den Fami­li­en und über­all dort, wo Men­schen ihr Christ­sein und ihre Über­zeu­gung im All­tag und auch in der digi­ta­len Welt leben. „Gemein­schaft­lich geleb­ter Glau­be ist dyna­misch und nicht an bestehen­de Orte und Gebäu­de gebun­den“, heißt es in den Orientierungen.

Daher bestehe nicht der Anspruch, kirch­li­ches Leben im Sin­ne einer Ver­sor­gung durch Haupt- und Ehren­amt­li­che flä­chen­de­ckend auf­recht zu erhal­ten. Die Ver­wal­tung wer­de effi­zi­ent und zen­tral in Seel­sor­ge­be­rei­chen orga­ni­siert. Ein wei­te­res Anlie­gen ist die enge Zusam­men­ar­beit mit ande­ren gesell­schaft­li­chen und kirch­li­chen Akteu­ren im Sozi­al­raum. Die Kir­che möch­te sich als zuver­läs­si­ge Part­ne­rin in der Gesell­schaft ver­ste­hen, die ihre Ver­ant­wor­tung aktiv mit ande­ren über­nimmt. Dies schließt öku­me­ni­sche Part­ner­schaf­ten sowie die Zusam­men­ar­beit mit zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­ti­ven, Ver­ei­nen, Ver­bän­den und Ein­rich­tun­gen ein.

Der zen­tra­le Ori­en­tie­rungs­punkt für kirch­li­ches Han­deln sei Jesus Chris­tus, beton­te der Erz­bi­schof. Auf sein Wort, sein Leben, sei­nen Tod und sei­ne Auf­er­ste­hung müss­ten sich alle For­men kirch­li­chen Lebens bezie­hen. Die Kir­che von Bam­berg bewe­ge sich im Rah­men der gesamt­kirch­lich gül­ti­gen Regeln und Nor­men und nut­ze die sich bie­ten­den Mög­lich­kei­ten und Räu­me. „Dabei sind wir getra­gen von der fes­ten Über­zeu­gung, dass es im Letz­ten nicht auf unse­ren Bei­trag ankommt, son­dern auf Got­tes Wir­ken, damit unser Tun als Kir­che frucht­bar wird“, so Gössl.

Die pas­to­ra­len Ori­en­tie­run­gen schrei­ben den Pas­to­ral­plan „Den Auf­bruch wagen – heu­te!“ aus dem Jahr 2005 fort, der wei­ter­hin in Kraft bleibt. Zugleich bil­den sie den Auf­takt des pas­to­ra­len Bis­tums­pro­zes­ses „Ent­schei­den und Han­deln: Für eine Kir­che mit Zukunft“. Auf Basis der Ori­en­tie­run­gen sol­len die Seel­sor­ge­be­rei­che eige­ne pas­to­ra­le Stra­te­gien und inno­va­ti­ve Ideen ent­wi­ckeln, wie sie künf­tig vor Ort Kir­che sein wol­len. Anhand von Rück­mel­dun­gen aus der Pra­xis sol­len die erz­bi­schöf­li­chen pas­to­ra­len Ori­en­tie­run­gen dyna­misch fort­ge­schrie­ben werden.

Christ­li­cher Glau­be als Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Hass und Intoleranz

Erz­bi­schof Gössl ruft Jah­res­mot­to „Du bewegst die Welt“ aus

Zum Abschluss des von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jah­res mit dem Leit­wort „Pil­ger der Hoff­nung“ hat Erz­bi­schof Her­wig Gössl das neue Jahr 2026 im Erz­bis­tum Bam­berg unter das Mot­to „Du bewegst die Welt“ gestellt.

Mit dem Jah­res­mot­to für 2026 sol­le zum Aus­druck gebracht wer­den, dass der christ­li­che Glau­be das bes­te Heil­mit­tel gegen Ego­is­mus, Into­le­ranz, Hass und Het­ze ist. „Und dabei kommt es wirk­lich auf jeden ein­zel­nen Men­schen an“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sil­ves­ter­abend im Bam­ber­ger Dom.

Mit dem Mot­to soll auf­ge­ru­fen wer­den, die eige­ne Bequem­lich­keit und Hilf­lo­sig­keit ange­sichts der welt­wei­ten Kri­sen zu über­win­den. Zwar kön­ne ein Ein­zel­ner nichts aus­rich­ten gegen den glo­ba­len Kli­ma­wan­del, obwohl er ihn mit ver­ur­sa­che durch sei­ne Lebens­ge­wohn­hei­ten, sei­ne Bequem­lich­keit und die man­geln­de Bereit­schaft zum Ver­zicht. Nie­mand kön­ne einen Krieg been­den, den er nicht ange­fan­gen hat, das gelin­ge offen­sicht­lich nicht ein­mal dem US-Prä­si­den­ten. Die­se Erfah­rung von Hilf­lo­sig­keit und Ohn­macht sie für vie­le Men­schen heu­te belas­tend und niederdrückend.

„Wir haben in die­sem Jahr eini­ges erlebt, das uns die Hoff­nung rau­ben könn­te“, stell­te Gössl fest. Aber das Hei­li­ge Jahr habe auf vie­le Zei­chen und Orte der Hoff­nung auf­merk­sam gemacht und gezeigt, wie sehr der All­tag von der Kraft christ­li­cher Hoff­nung durch­drun­gen und gestal­tet ist. „Es hat auch gezeigt, wie sehr es dabei eben doch auf den Glau­ben eines jeden Ein­zel­nen ankommt“, so Gössl. Die­se Hoff­nung sei kei­ne „bil­li­ge Ver­trös­tung“, son­dern ech­te Hoff­nung, die sich in Gott fest­ma­che. Es sei des­halb wich­tig, den Glau­ben wei­ter­zu­ge­ben, „weil er uns in einer zuneh­mend maß­los wer­den­den Welt einen Maß­stab an die Hand gibt.“

Weih­nachts­pre­digt von Erz­bi­schof Gössl

„Weih­nach­ten ist kei­ne welt­frem­de Idylle“

Die Frie­dens­bot­schaft der Hei­li­gen Nacht ist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Her­wig Gössl kei­ne Blind­heit vor der Rea­li­tät und kein über­trie­be­ner Opti­mis­mus, beton­te der Erz­bi­schof in sei­ner Weihnachtspredigt.

„Weih­nach­ten sagt uns alle Jah­re wie­der, dass Gott die­se Mensch­heit nicht auf­ge­ge­ben hat, trotz aller Unver­nunft und Wider­sprüch­lich­keit im Ver­hal­ten, trotz der Nei­gung zur Gewalt, die dem Frie­den so oft im Weg steht“, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Hei­lig­abend im Bam­ber­ger Dom.

Der Erz­bi­schof stell­te die Fra­ge, war­um es der Mensch­heit so schwer­fal­le, Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten ohne Gewalt zu regeln. Offen­sicht­lich schlum­me­re im Men­schen eine Nei­gung zur Eska­la­ti­on, die dann erwa­che, wenn man sich bedroht oder unge­recht behan­delt füh­le. Die­se Mecha­nis­men zeig­ten sich nicht nur im Krieg, son­dern auch in den sozia­len Netz­wer­ken, wo Empö­rung, Feind­bil­der und gegen­sei­ti­ge Schuld­zu­wei­sun­gen vie­le Debat­ten prägten.

Dem setz­te Erz­bi­schof Gössl die bibli­sche Frie­dens­bot­schaft ent­ge­gen. Der Pro­phet Jesa­ja spre­che von der Sehn­sucht nach Frie­den, ver­schwei­ge aber auch nicht die Trüm­mer und das Leid in der Stadt Jeru­sa­lem, die dem Frie­den vor­aus­gin­gen. Auch Weih­nach­ten sei kei­ne welt­frem­de Idyl­le. „Das Evan­ge­li­um redet sehr klar von der Fins­ter­nis in die­ser Welt“, sag­te Gössl. Zugleich ver­kün­de es, dass ein Licht in die­ser Fins­ter­nis leuch­te und Ori­en­tie­rung sowie Hoff­nung gebe.

Die Weih­nachts­bot­schaft ver­steht der Erz­bi­schof als Hoff­nungs­zei­chen und Auf­trag zugleich. Sie zei­ge, wie die Welt nach Got­tes Wil­len sein kön­ne, und ermu­ti­ge dazu, Gewalt zu dees­ka­lie­ren und aktiv zum Frie­den bei­zu­tra­gen. Weil Gott die Mensch­heit trotz Krieg, Hass und Kon­flik­ten nicht auf­ge­be, dürf­ten auch Men­schen ein­an­der nicht auf­ge­ben – weder in Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten noch in digi­ta­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen oder im pri­va­ten All­tag. Auch wenn Frie­dens­ar­beit oft wie ein schwa­ches Licht erschei­ne, blei­be sie wirk­sam. Die Geburt Chris­ti sei das Zei­chen für Got­tes Ja zur Welt „Es ermu­tigt uns, auch selbst zu den Mit­men­schen Ja zu sagen“, so Gössl.

Bis­tums­gren­ze wird verschoben

Erz­bis­tum Bam­berg und Bis­tum Eich­stätt tau­schen klei­ne Gebiete

Die Gren­ze zwi­schen dem Erz­bis­tum Bam­berg und dem Bis­tum Eich­stätt ändert sich. Der Vati­kan ent­sprach dem Wunsch von Erz­bi­schof Her­wig Gössl und des dama­li­gen Eich­stät­ter Bischofs Gre­gor Maria Han­ke, die Anfang des Jah­res eine Anpas­sung der Gren­ze an die pas­to­ra­le Pra­xis bean­tragt hat­ten. Betrof­fen sind nur weni­ge Hun­dert Katho­li­ken, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Hin­ter­grund ist, dass vor Jahr­zehn­ten mit dem Bau des Main-Donau-Kanals im Süden der Stadt Nürn­berg (Mart­erlach­sied­lung) die zu Eich­stätt gehö­ren­de Kura­tie St. Gabri­el von ihrer Mut­ter­pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eibach) abge­schnit­ten wur­de. Die­ser Teil der Pfar­rei ist seit­dem nicht mehr ohne gro­ße Umwe­ge zu errei­chen. 1971 wur­den von bei­den Bis­tü­mern das Gebiet von St. Gabri­el im Bereich der Pfar­rei St. Wal­bur­ga (Eich­stätt) und der Stadt­teil Wer­der­au im Bereich der Pfar­rei St. Lud­wig (Bam­berg) zur Seel­sor­ge­stel­le Mart­erlach­sied­lung-Wer­der­au zusam­men­ge­fasst. Im Lau­fe der Zeit hat sich dann für das Gebiet der Name St. Gabri­el durch­ge­setzt. 2018 ver­ein­bar­ten die Bis­tü­mer, die Pfarr­kir­chen­stif­tung St. Fran­zis­kus in Nürn­berg (Erz­bis­tum Bam­berg) sowie die Kura­tie­kir­chen­stif­tung St. Gabri­el in Nürn­berg (Bis­tum Eich­stätt) mit ihren jewei­li­gen Kir­chen­ge­mein­den auf­zu­he­ben und der Pfarr­kir­chen­ge­mein­de St. Lud­wig (Erz­bis­tum Bam­berg) zuzu­le­gen. Das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um stimm­te dem zu.

Ein ande­rer Fall von bis­tums­grenz­über­schrei­ten­der Seel­sor­ge wur­de in der Pfar­rei St. Lud­wig in Ans­bach (Erz­bis­tum Bam­berg) berei­nigt. Hier wer­den seit jeher meh­re­re Orts­tei­le von zwei Pfar­rei­en des Bis­tums Eich­stätt mit­be­treut. Betrof­fen sind 340 Katho­li­ken in Nürn­berg und 411 in Ans­bach, die sich auch den sie betreu­en­den Pfar­rei­en zuge­hö­rig füh­len. Bezüg­lich der Kir­chen­steu­er han­delt sich dahin­ge­hend um einen „gerech­ten Tausch“. Die Ände­rung tritt zum 1. Janu­ar 2026 in Kraft.


Die Ver­än­de­run­gen

Von Eich­stätt zu Bam­berg: das gesam­te Gebiet der (ursprüng­li­chen) Kura­tie St. Gabri­el in Nürn­berg, Stadt­teil Marterlachsiedlung.

Von Bam­berg zu Eich­stätt: die Ort­schaf­ten Brodswin­den mit Brodswin­de­ner Müh­le, Ham­mer­schmie­de, Höf­stet­ten, Höf­stet­ter Müh­le, Wal­lers­dorf, der west­li­che Teil der Ort­schaft Wolf­arts­win­den sowie Albern­dorf mit Büchen­müh­le, Hirsch­bronn, Neu­kir­chen und Stein­bach, fer­ner der öst­li­che der Bun­des­stra­ße B13 gele­gen Teil der Gemar­kung Bern­hards­win­den mit Louismühle.

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