Predigt Erzbischof Gössl zu Ostern
„Ostern ist eine Lebensquelle, die uns mit Hoffnung erfüllt“
Erzbischof Herwig Gössl hat die Osterbotschaft als hoffnungsvolle Gegenkraft zu Resignation, Angst und globalen Krisen beschrieben. Der Glaube an die Auferstehung entfalte bis heute eine weltweite Dynamik, sagte Gössl in seiner Predigt am Sonntag im Bamberger Dom.
Dabei gehe es weniger um Beweise als um Erfahrung, so der Erzbischof weiter. „Es gibt keine Beweise für die Auferstehung des Herrn, und es gibt auch keine dagegen.“ Entscheidend sei das Zeugnis der Glaubenden: „Es gibt die Erfahrung, dass der Glaube an Jesus Christus neue Wege eröffnet.“ Ostern sei mehr als ein billiger Optimismus, „sondern eine Lebensquelle, die in uns sprudelt und uns mit Hoffnung erfüllt“. Daraus erwachse eine klare Haltung: „Denn Ostern sagt uns, dass auch Gott diese Welt und uns Menschen niemals aufgeben wird.“
Nach den traumatischen Ereignissen am Karfreitag seien die Jünger zunächst wie gelähmt gewesen. Ihre Hoffnungen seien zerbrochen, „vor allem aber enttäuscht, weil alle ihre Erwartungen und Hoffnungen mit ihrem Meister am Kreuz gestorben waren“. Doch diese Starre sei nicht das Ende gewesen. Frauen, Jünger und schließlich Maria von Magdala hätten die Botschaft vom leeren Grab weitergetragen und die Botschaft verkündet: „Der Herr ist von den Toten auferstanden!“
Binnen kürzester Zeit habe sich diese frohe Botschaft über die ganze damals bekannte Welt verbreitet. Auch auftretende Schwierigkeiten, nicht einmal brutalste Verfolgungen hätten diesen Siegeszug des Evangeliums stoppen können. Bis heute wirke diese Kraft fort und bringe Menschen in Bewegung, selbst angesichts schwieriger, sogar bedrohlicher Situationen.
Menschen, die aus diesem Glauben lebten, könnten die Welt verändern. „Menschen voller Osterglauben sind Menschen der Bewegung, Menschen voller Zuversicht und Hoffnung.“ Sie seien in der Lage, Ängste zu überwinden und Verzeihung zu schenken. Gerade angesichts globaler Krisen komme ihnen besondere Bedeutung zu: „Menschen voller Osterglauben sind für unsere kriegszerfressene, hasserfüllte Welt so unendlich wichtig.“ Ihre Hoffnung gründe nicht in sich selbst: „Sie tragen eine Zukunft in ihrem Herzen, die nicht aus ihnen selber kommt.“
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Predigt von Erzbischof Gössl zum Karfreitag
„Kriege sind eine Schande für die Menschheit“
Erzbischof Herwig Gössl hat am Karfreitag vor einer „Kultur des Todes“ gewarnt und Kriege als eine „Schande für die Menschheit“ bezeichnet. Dieser Entwicklung stellte er in seiner Predigt im Bamberger Dom die christliche Hoffnung entgegen, die am Kreuz Jesu sichtbar werde.
Die Kreuzigung Jesu sei eine grausame Hinrichtung, routiniert vollstreckt in einem selbstverständlich ablaufenden Ritual. Die Henkersarbeit wirke wie ein eingeübtes Handwerk, so wie die Todesstrafe auch heute in vielen Ländern immer noch üblich sei oder sogar wieder eingeführt werde. „Wir waren uns lange sicher, dass die Menschheit aus den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts gelernt hat und den Frieden auf jeden Fall bewahren wird“, sagte Gössl. „Heute werden munter Kriege vom Zaun gebrochen, Menschen werden massenhaft, oft von der eigenen Regierung, verfolgt und gezielt umgebracht, um die eigene Macht, das eigene Überleben zu sichern.“ Auf der Welt sei so vieles wieder denkbar und möglich geworden, dass man diese Welt oft nicht mehr verstehe.
Der Tod sei nicht nur eine existentielle Bedrohung, sondern werde zunehmend bewusst in Kauf genommen. „Noch schlimmer ist freilich, wenn der Tod gezielt herbeigeführt wird, wenn er kühl berechnend zu einer ernsthaften Handlungsoption gemacht wird.“ Bereits Papst Johannes Paul II. habe vor einer Kultur des Todes gewarnt.
Zugleich kritisierte Gössl die Vorstellung, Probleme ließen sich durch Gewalt lösen. „Vor allem scheint der Tod unseren Geist zu beherrschen durch die Vorstellung, mit dem Tod sei alles aus – und davon abgeleitet durch die irrige Meinung, durch den Tod eines anderen ließen sich irgendwelche Probleme aus der Welt schaffen.“
Das Kreuz Christi habe die Macht des Todes gebrochen. „Seit der Sohn Gottes am Kreuz den Tod auf sich nahm, kann niemand mehr durch den Tod zum Schweigen gebracht werden.“ Dies gelte insbesondere für Opfer von Gewalt: „Nicht die unschuldigen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, von Mord und Totschlag, nicht all die Menschen, die verbittert und unversöhnt sterben. In Gott sind alle Menschen aufgehoben.“
Das Kreuz sei deshalb nicht nur ein Symbol des Leidens, sondern der Hoffnung. „Daher schauen wir auf das Kreuz und erkennen in ihm nicht das Ende, sondern den immer wieder neuen Anfang.“ Im Kreuz werde deutlich, dass in Gott kein Mensch jemals vergessen oder verloren sei: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“
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„Suche den Frieden und jage ihm nach“
Kunigundentag im Erzbistum Bamberg stand im Zeichen der Friedensarbeit
Zum Kunigundentag, dem ökumenischen Frauenfest im Erzbistum Bamberg, haben Erzbischof Herwig Gössl und Sabine Hirschmann, Dekanin des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Bamberg, die starke Strahlkraft von Kaiserin Kunigunde betont.
Erzbischof Herwig Gössl betonte am Samstag im Bamberger Dom, dass die heilige Kunigunde ein leuchtendes Beispiel für gelebte Friedensarbeit und Versöhnung sei. In der aktuellen Zeit voller Unruhe und Konflikte erinnere ihr Werdegang daran, dass wahrer Frieden zuerst im eigenen Herzen entstehe. „Frieden braucht Aufmerksamkeit, Mühe und Anstrengung“, sagte der Erzbischof und rief dazu auf, die nötige Kraft für die Friedensarbeit aus der eigenen Beziehung zu Gott zu schöpfen.
Sabine Hirschmann, Ev.-Luth. Dekanin für den Dekanatsbezirk Bamberg, hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Motto des Kunigundentages „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15b) nicht als einmaliger Impuls zu verstehen sei – vielmehr brauche Frieden oft Beharrlichkeit und eine leidenschaftliche Entschlossenheit. Neben der heiligen Kunigunde hätten im Lauf der Jahrhunderte viele Frauen eine solch beharrliche Friedensarbeit geleistet.
Kunigunde, die zu Lebzeiten mit Intrigen und politischen Unruhen konfrontiert war, zeigte durch ihre Friedfertigkeit und ihre Fähigkeit zu vergeben, dass der Weg zu einem stabilen Frieden bei jeder und jedem Einzelnen von uns beginnt, so Gössl in seiner Predigt. Trotz Turbulenzen hielt sie an ihrer tiefen Gottesbeziehung fest und zeigte auf, wie der Glaube als Quelle des Friedens und als Kompass friedlichen Handelns fungiert.
Auch wir erlebten heute eine harte, raue und friedlose Welt, sagte der Erzbischof – „sei es durch die Angriffskriege, die von verschiedenen Seiten wie selbstverständlich vom Zaun gebrochen werden, sei es durch die oft brutalen Kommentare im Netz oder auch die tätlichen Angriffe, denen sich Politiker und andere Menschen in öffentlichen Ämtern ausgesetzt sehen.“ Angesichts dessen seien viele versucht, selbst zu verhärten, sich nichts gefallen zu lassen und es dem Gegenüber mit gleicher Münze heimzuzahlen.
„Frieden lässt sich allerdings nicht durch Bomben gewinnen, sondern nur im eigenen Herzen“, betonte Gössl. Die Welt werde dem Frieden keinen Schritt näherkommen, solange man immer nur versuche, auf die anderen einzuwirken – sei es gewalttätig, drohend, schmeichelnd oder auf welche Weise auch immer. Vielmehr gelte es, dem eigenen Frieden im Inneren nachzujagen, ihn zu suchen und ihn aus der Verbundenheit zu Gott heraus zu finden. Für diesen Prozess der inneren Friedensarbeit sei die heilige Kunigunde „ein Vorbild und eine mächtige Fürsprecherin“, so der Oberhirte.
Das weitere Programm des Kunigundentages stand ebenso im Zeichen des Friedens. Nach einem Vortrag der Theologin und Professorin Sabine Bieberstein zur Kraft biblischer Friedenstexte regten verschiedene Workshops dazu an, sich noch tiefer mit dem Thema Frieden und Friedensarbeit auseinanderzusetzen.
Vorbereitet wurde der Kunigundentag vom „Ökumenischen Team Kunigunde“, in dem zahlreiche Aktive der ökumenischen Frauenarbeit im Erzbistum Bamberg zusammenarbeiten.
Die heilige Kunigunde hat gemeinsam mit ihrem Mann, dem heiligen Kaiser Heinrich, im Jahr 1007 das Bistum Bamberg gegründet. Sie starb am 3. März 1033 und wurde im Jahr 1200 heiliggesprochen. Der Kunigundentag wird in Erinnerung an sie gefeiert.
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Ökumenisches Frauenfest
Kunigundentag beginnt am Samstag um 9.30 Uhr
Am kommenden Samstag, dem 7. März, wird in Bamberg der Kunigundentag als ökumenisches Frauenfest gefeiert. Das Hochfest der heiligen Kunigunde beginnt ab 9.30 Uhr.
Das ökumenische Frauenfest zu Ehren der Bistumspatronin beginnt um 9.30 Uhr mit einem Pontifikalgottesdienst, den Erzbischof Herwig Gössl im Bamberger Dom feiern wird.
Anschließend besteht im Dompfarrheim die Möglichkeit, bei einer kleinen Agape ins Gespräch zu kommen. Suche den Frieden und jage ihm nach (Ps 34,15b) – Der Tag steht ganz im Zeichen des Friedens. In einer Welt voller Unruhe und Ungerechtigkeit erinnert der Psalm daran: Frieden geschieht nicht von selbst. Wir müssen ihn suchen. Frauen setzen dabei oft wichtige Zeichen. Sie leben Glauben, schaffen Gemeinschaft, vermitteln, stärken und tragen.
Nach Mittagessen, Kaffee und Kuchen ab 12 Uhr im Stephanshof startet der Festnachmittag um 13.15 Uhr mit einem Festvortrag von Prof. Sabine Bieberstein (Eichstätt/Bamberg) zum Thema „Gerechtigkeit und Friede küssen einander (Ps 85,11). Die Kraft biblischer Friedenstexte“. Im Anschluss starten verschiedene Workshops, die dazu anregen, sich mit dem Thema des Festvortrags auseinanderzusetzen.
Um 15.40 Uhr endet der Kunigundentag mit einer liturgischen Abschlussfeier.
Der Kunigundentag wird vorbereitet vom „Ökumenischen Team Kunigunde“, in dem zahlreiche Aktive der ökumenischen Frauenarbeit im Erzbistum Bamberg zusammenarbeiten.
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Erzbischof Gössl würdigt den Verstorbenen als verlässlichen Seelsorger mit tiefem Glauben
Trauer um früheren Dompfarrer und Domkapitular Gerhard Förch
Das Erzbistum Bamberg trauert um den langjährigen Domkapitular und früheren Dompfarrer Monsignore Dr. Gerhard Förch. Er starb am Samstag (7. Februar) kurz nach seinem 82. Geburtstag, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Erzbischof Herwig Gössl würdigte den Verstorbenen als einen Seelsorger mit großer Leidenschaft: „Monsignore Gerhard Förch hat über Jahrzehnte hinweg das geistliche Leben an unterschiedlichen Stellen im Erzbistum Bamberg und zuletzt in der Dompfarrei mitgeprägt. Dr. Förch war theologisch hochgebildet und stets interessiert an aktuellen Entwicklungen, nicht zuletzt in Fragen der Ökumene. Mit seiner Nähe zu den Menschen, seinem Engagement für die Jugendarbeit und seiner tiefen Verwurzelung im Glauben war er vielen ein verlässlicher Seelsorger und geistlicher Begleiter. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und vertrauen ihn der barmherzigen Liebe Gottes an.“
Gerhard Förch wurde am 27. Januar 1944 in Fürth geboren und 1970 zum Priester geweiht. Er war als Seelsorger in der Jugendarbeit aktiv, ab 1977 Diözesanjugendpfarrer und ab 1978 Domvikar und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes. Ab 1984 war er Hochschulseelsorger und ab 1986 Pfarrer in St. Kunigund in Bamberg. Von 1994 bis 1998 wirkte er in der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach, bevor er 1998 zum Dompfarrer in Bamberg ernannt wurde. Seit 1996 war er Mitglied des Domkapitels, 2000 wurde er Regionaldekan für die Dekanate Bamberg, Burgebrach, Hallstadt-Scheßlitz und Hirschaid. Er war zudem Mitglied in zahlreichen Kommissionen. Papst Franziskus verlieh ihm 2015 kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand den Ehrentitel „Kaplan Seiner Heiligkeit“.
Die Termine für das Requiem und die Beisetzung werden noch bekannt gegeben.
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Neujahrsempfang des Erzbistums Bamberg
„Die Kraft der Hoffnung ist gewaltig“
Unter dem Leitwort „Du bewegst die Welt“ ist das Erzbistum Bamberg in das Jahr 2026 gestartet. Damit soll die Dynamik aus dem von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr 2025 mit dem Motto „Pilger der Hoffnung“ fortgeführt werden, sagte Erzbischof Herwig Gössl am Samstag beim Neujahrsempfang des Erzbistums, zu dem rund 850 Gäste aus Kirche, Politik, Kultur und Gesellschaft in die Bamberger Konzerthalle gekommen waren.
Trotz vieler Krisen und Belastungen sei 2025 ein hoffnungsstarkes Jahr gewesen, sagte Gössl. Viele Menschen hätten Orte der Hoffnung sichtbar gemacht – dort, wo sich Menschen umeinander kümmern und Verantwortung füreinander übernehmen. „Die Kraft der Hoffnung ist gewaltig, das war spürbar“, so Gössl. Diese Hoffnung solle mit dem Motto „Du bewegst die Welt“ in die Zukunft fortgeführt werden.
Das Jahresmotto solle aussagen: „Es kommt auf jede und jeden Einzelnen an“, erläuterte der Erzbischof. Schon kleine Gesten könnten die Welt eines Menschen verändern. Zugleich sei das Motto ein Appell zur Verantwortung: Wer die Welt bewege, hinterlasse Spuren. Aus christlicher Sicht gehörten dazu die Verantwortung vor Gott und das gemeinsame Wohl aller Menschen. Das Leitwort könne zudem als Ansprache an Gott und so auch als Glaubensbekenntnis verstanden werden, sagte Gössl. Gott sei der eigentliche Beweger, der auch dort Veränderung ermögliche, wo aus menschlicher Sicht alles erstarrt scheine.
Besonders verwies der Erzbischof auf den Salesianerpater Rudolf Lunkenbein, dessen Todestag sich am 15. Juli zum 50. Mal jährt. Lunkenbein war 1976 in Brasilien von weißen Großgrundbesitzern erschossen worden. Der aus Döringstadt bei Ebensfeld stammende Priester setzte sich für die Rechte der Bororo-Indigenen ein. Lunkenbein, der nur 37 Jahre alt wurde, habe in wenigen Jahren Außergewöhnliches bewirkt, sagte Gössl. Er habe den Bororos neue Perspektiven gegeben, für ihre Landrechte gekämpft, den Dialog mit Politik und Behörden gesucht und konkrete Verbesserungen in Infrastruktur und Landwirtschaft angestoßen. 2018 wurde in Brasilien der diözesane Seligsprechungsprozess eröffnet, im November 2025 äußerte sich das zuständige vatikanische Dikasterium positiv, sodass auf eine baldige Seligsprechung gehofft wird. Auch Angehörige Lunkenbeins waren zum Neujahrsempfang gekommen.
Um Pater Lunkenbein ging es auch in einem von Joffrey Streit moderierten Podiumsgespräch mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Hilfswerks missio Aachen und des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Martina Edenhofer vom Salesianum München und Domkapitular und Kirchenhistoriker Norbert Jung. Lunkenbein habe sich schon für Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung engagiert, als diese Begriffe noch gar nicht gebräuchlich waren, sagte Jung. Wie lange das Seligsprechungsverfahren noch dauern werde, sei nicht abzuschätzen. Der Papst könne theoretisch innerhalb eines Tages entscheiden, manche Verfahren hätten aber auch Jahrhunderte gedauert. Da Papst Leo XIV. selbst Missionar in Lateinamerika war, hoffe er auf ein schnelles Verfahren, so Jung.
Edenhofer kündigte zum diesjährigen Katholikentag einen Dokumentarfilm über Pater Lunkenbein an. Und Bingener appellierte an die Politiker, sich weltweit gegen Kinderarbeit zu engagieren. Ihn erfülle es mit Hoffnung, dass überall auf der Welt die Kirche präsent sei, auch wo staatliche Strukturen versagen.
Zuvor hatte der scheidende Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke in einem Grußwort das Wirken der katholischen Kirche mit ihre zahlreichen Initiativen, Ideen und Institutionen gewürdigt: „Der soziale Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden lebt von diesem vorbildlichen Engagement.“ Die Kirchen übernähmen herausregende Aufgaben im Krankenhauswesen, in der Schule und Erziehung und in vielen sozialen Bereichen. „Neben der Seelsorge haben beide Kirchen in unserem Land Verantwortung übernommen“, betonte Starke. Es sei auch künftig notwendig, dass die Kirchen „Motoren für bestimmte Aufgaben“ bleiben und verbindliche Moralvorstellungen in die Gesellschaft einbringen und dort verankern. „Das können nur die Kirchen, das kann sonst niemand mehr, auch nicht die Parteien.“
Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von dem Duo „Frau Schmitt und ihr Pianist“, Heike Schmitt und Johannes Klehr.
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Erzbischof Gössl setzt pastorale Orientierungen für eine Kirche mit Zukunft in Kraft
Erzbistum Bamberg setzt auf Dialog und Synodalität
Mit neuen pastoralen Orientierungen stellt das Erzbistum Bamberg die Weichen für eine lebendige und zukunftsfähige Kirche. Dabei sollen die Prinzipien der Synodalität und des Dialogs handlungsleitend sein, sagte Erzbischof Herwig Gössl, der die „Entwicklungslinien“ mit Wirkung zum Sonntag, dem Fest der Taufe des Herrn, in Kraft setzte.
Die sich verändernden Lebensrealitäten in der Gesellschaft und die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse der Menschen machten es erforderlich, die kirchlichen Strukturen und Angebote neu auszurichten. „In dieser Situation ist Jesus Christus unser Maßstab“, betonte Gössl.
Pastorales Handeln entwickle sich ausgehend von und gemeinsam mit den Menschen, ihren jeweiligen Lebenswelten und sozialen Bezügen, ihren Bedürfnissen, Freuden, Hoffnungen, Sorgen, Zweifeln, Ängsten und Nöten. Die Kirche wolle Gemeinschaft unter den Menschen fördern, „nicht in einer exklusiven Form, sondern im Blick auf alle Menschen in ihrer Einzigartigkeit und in ihrer Lebenswirklichkeit“. Weiter heißt es: „Daher treten wir für eine Welt ein, in der Unterschiedlichkeit als Bereicherung erfahren wird.“
Die Entwicklung mache die Grenzen der bisherigen kirchlichen Strukturen mit ihren personellen und finanziellen Möglichkeiten deutlich. Dies habe zur Folge, dass nicht flächendeckend alle Angebote aufrechterhalten werden können, so Gössl. Ein „wertschätzendes Abschiednehmen“ sei erforderlich. Nötig sei die Bereitschaft, Liebgewordenes loszulassen und Dinge aufzugeben, die einmal wichtig waren und immer noch sinnvoll sind, aber nicht mehr gehalten werden können. Zugleich müssten neben bestehenden Kirchorten neue Orte der Hoffnung und des gelebten Glaubens gefördert werden. Auch experimentell-innovative Ansätze und Initiativen sollen systematisch begleitet und unterstützt werden. Die Feier der sonntäglichen Eucharistie bleibe an ausgewählten Orten Höhepunkt und Mitte des Glaubens, damit Menschen die Nähe Gottes erfahren können. Daneben sei auch die Feier weiterer vielfältiger liturgischer und spiritueller Formen zu fördern.
Pastorales Handeln finde mitten in der Gesellschaft statt und sei durch Eigeninitiative und Engagement, die sich dort zeigen, inspiriert. Gemeinschaftlich gelebter Glaube geschehe in den Familien und überall dort, wo Menschen ihr Christsein und ihre Überzeugung im Alltag und auch in der digitalen Welt leben. „Gemeinschaftlich gelebter Glaube ist dynamisch und nicht an bestehende Orte und Gebäude gebunden“, heißt es in den Orientierungen.
Daher bestehe nicht der Anspruch, kirchliches Leben im Sinne einer Versorgung durch Haupt- und Ehrenamtliche flächendeckend aufrecht zu erhalten. Die Verwaltung werde effizient und zentral in Seelsorgebereichen organisiert. Ein weiteres Anliegen ist die enge Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen und kirchlichen Akteuren im Sozialraum. Die Kirche möchte sich als zuverlässige Partnerin in der Gesellschaft verstehen, die ihre Verantwortung aktiv mit anderen übernimmt. Dies schließt ökumenische Partnerschaften sowie die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, Vereinen, Verbänden und Einrichtungen ein.
Der zentrale Orientierungspunkt für kirchliches Handeln sei Jesus Christus, betonte der Erzbischof. Auf sein Wort, sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung müssten sich alle Formen kirchlichen Lebens beziehen. Die Kirche von Bamberg bewege sich im Rahmen der gesamtkirchlich gültigen Regeln und Normen und nutze die sich bietenden Möglichkeiten und Räume. „Dabei sind wir getragen von der festen Überzeugung, dass es im Letzten nicht auf unseren Beitrag ankommt, sondern auf Gottes Wirken, damit unser Tun als Kirche fruchtbar wird“, so Gössl.
Die pastoralen Orientierungen schreiben den Pastoralplan „Den Aufbruch wagen – heute!“ aus dem Jahr 2005 fort, der weiterhin in Kraft bleibt. Zugleich bilden sie den Auftakt des pastoralen Bistumsprozesses „Entscheiden und Handeln: Für eine Kirche mit Zukunft“. Auf Basis der Orientierungen sollen die Seelsorgebereiche eigene pastorale Strategien und innovative Ideen entwickeln, wie sie künftig vor Ort Kirche sein wollen. Anhand von Rückmeldungen aus der Praxis sollen die erzbischöflichen pastoralen Orientierungen dynamisch fortgeschrieben werden.
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Christlicher Glaube als Heilmittel gegen Egoismus, Hass und Intoleranz
Erzbischof Gössl ruft Jahresmotto „Du bewegst die Welt“ aus
Zum Abschluss des von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahres mit dem Leitwort „Pilger der Hoffnung“ hat Erzbischof Herwig Gössl das neue Jahr 2026 im Erzbistum Bamberg unter das Motto „Du bewegst die Welt“ gestellt.
Mit dem Jahresmotto für 2026 solle zum Ausdruck gebracht werden, dass der christliche Glaube das beste Heilmittel gegen Egoismus, Intoleranz, Hass und Hetze ist. „Und dabei kommt es wirklich auf jeden einzelnen Menschen an“, sagte Gössl in seiner Predigt am Silvesterabend im Bamberger Dom.
Mit dem Motto soll aufgerufen werden, die eigene Bequemlichkeit und Hilflosigkeit angesichts der weltweiten Krisen zu überwinden. Zwar könne ein Einzelner nichts ausrichten gegen den globalen Klimawandel, obwohl er ihn mit verursache durch seine Lebensgewohnheiten, seine Bequemlichkeit und die mangelnde Bereitschaft zum Verzicht. Niemand könne einen Krieg beenden, den er nicht angefangen hat, das gelinge offensichtlich nicht einmal dem US-Präsidenten. Diese Erfahrung von Hilflosigkeit und Ohnmacht sie für viele Menschen heute belastend und niederdrückend.
„Wir haben in diesem Jahr einiges erlebt, das uns die Hoffnung rauben könnte“, stellte Gössl fest. Aber das Heilige Jahr habe auf viele Zeichen und Orte der Hoffnung aufmerksam gemacht und gezeigt, wie sehr der Alltag von der Kraft christlicher Hoffnung durchdrungen und gestaltet ist. „Es hat auch gezeigt, wie sehr es dabei eben doch auf den Glauben eines jeden Einzelnen ankommt“, so Gössl. Diese Hoffnung sei keine „billige Vertröstung“, sondern echte Hoffnung, die sich in Gott festmache. Es sei deshalb wichtig, den Glauben weiterzugeben, „weil er uns in einer zunehmend maßlos werdenden Welt einen Maßstab an die Hand gibt.“
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Weihnachtspredigt von Erzbischof Gössl
„Weihnachten ist keine weltfremde Idylle“
Die Friedensbotschaft der Heiligen Nacht ist nach Worten von Erzbischof Herwig Gössl keine Blindheit vor der Realität und kein übertriebener Optimismus, betonte der Erzbischof in seiner Weihnachtspredigt.
„Weihnachten sagt uns alle Jahre wieder, dass Gott diese Menschheit nicht aufgegeben hat, trotz aller Unvernunft und Widersprüchlichkeit im Verhalten, trotz der Neigung zur Gewalt, die dem Frieden so oft im Weg steht“, sagte Gössl in seiner Predigt am Heiligabend im Bamberger Dom.
Der Erzbischof stellte die Frage, warum es der Menschheit so schwerfalle, Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt zu regeln. Offensichtlich schlummere im Menschen eine Neigung zur Eskalation, die dann erwache, wenn man sich bedroht oder ungerecht behandelt fühle. Diese Mechanismen zeigten sich nicht nur im Krieg, sondern auch in den sozialen Netzwerken, wo Empörung, Feindbilder und gegenseitige Schuldzuweisungen viele Debatten prägten.
Dem setzte Erzbischof Gössl die biblische Friedensbotschaft entgegen. Der Prophet Jesaja spreche von der Sehnsucht nach Frieden, verschweige aber auch nicht die Trümmer und das Leid in der Stadt Jerusalem, die dem Frieden vorausgingen. Auch Weihnachten sei keine weltfremde Idylle. „Das Evangelium redet sehr klar von der Finsternis in dieser Welt“, sagte Gössl. Zugleich verkünde es, dass ein Licht in dieser Finsternis leuchte und Orientierung sowie Hoffnung gebe.
Die Weihnachtsbotschaft versteht der Erzbischof als Hoffnungszeichen und Auftrag zugleich. Sie zeige, wie die Welt nach Gottes Willen sein könne, und ermutige dazu, Gewalt zu deeskalieren und aktiv zum Frieden beizutragen. Weil Gott die Menschheit trotz Krieg, Hass und Konflikten nicht aufgebe, dürften auch Menschen einander nicht aufgeben – weder in Kriegs- und Krisengebieten noch in digitalen Auseinandersetzungen oder im privaten Alltag. Auch wenn Friedensarbeit oft wie ein schwaches Licht erscheine, bleibe sie wirksam. Die Geburt Christi sei das Zeichen für Gottes Ja zur Welt „Es ermutigt uns, auch selbst zu den Mitmenschen Ja zu sagen“, so Gössl.
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Bistumsgrenze wird verschoben
Erzbistum Bamberg und Bistum Eichstätt tauschen kleine Gebiete
Die Grenze zwischen dem Erzbistum Bamberg und dem Bistum Eichstätt ändert sich. Der Vatikan entsprach dem Wunsch von Erzbischof Herwig Gössl und des damaligen Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke, die Anfang des Jahres eine Anpassung der Grenze an die pastorale Praxis beantragt hatten. Betroffen sind nur wenige Hundert Katholiken, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Hintergrund ist, dass vor Jahrzehnten mit dem Bau des Main-Donau-Kanals im Süden der Stadt Nürnberg (Marterlachsiedlung) die zu Eichstätt gehörende Kuratie St. Gabriel von ihrer Mutterpfarrei St. Walburga (Eibach) abgeschnitten wurde. Dieser Teil der Pfarrei ist seitdem nicht mehr ohne große Umwege zu erreichen. 1971 wurden von beiden Bistümern das Gebiet von St. Gabriel im Bereich der Pfarrei St. Walburga (Eichstätt) und der Stadtteil Werderau im Bereich der Pfarrei St. Ludwig (Bamberg) zur Seelsorgestelle Marterlachsiedlung-Werderau zusammengefasst. Im Laufe der Zeit hat sich dann für das Gebiet der Name St. Gabriel durchgesetzt. 2018 vereinbarten die Bistümer, die Pfarrkirchenstiftung St. Franziskus in Nürnberg (Erzbistum Bamberg) sowie die Kuratiekirchenstiftung St. Gabriel in Nürnberg (Bistum Eichstätt) mit ihren jeweiligen Kirchengemeinden aufzuheben und der Pfarrkirchengemeinde St. Ludwig (Erzbistum Bamberg) zuzulegen. Das Kultusministerium stimmte dem zu.
Ein anderer Fall von bistumsgrenzüberschreitender Seelsorge wurde in der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach (Erzbistum Bamberg) bereinigt. Hier werden seit jeher mehrere Ortsteile von zwei Pfarreien des Bistums Eichstätt mitbetreut. Betroffen sind 340 Katholiken in Nürnberg und 411 in Ansbach, die sich auch den sie betreuenden Pfarreien zugehörig fühlen. Bezüglich der Kirchensteuer handelt sich dahingehend um einen „gerechten Tausch“. Die Änderung tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft.
Die Veränderungen
Von Eichstätt zu Bamberg: das gesamte Gebiet der (ursprünglichen) Kuratie St. Gabriel in Nürnberg, Stadtteil Marterlachsiedlung.
Von Bamberg zu Eichstätt: die Ortschaften Brodswinden mit Brodswindener Mühle, Hammerschmiede, Höfstetten, Höfstetter Mühle, Wallersdorf, der westliche Teil der Ortschaft Wolfartswinden sowie Alberndorf mit Büchenmühle, Hirschbronn, Neukirchen und Steinbach, ferner der östliche der Bundesstraße B13 gelegen Teil der Gemarkung Bernhardswinden mit Louismühle.