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Jesus

Pre­digt Erz­bi­schof Gössl zu Ostern

„Ostern ist eine Lebens­quel­le, die uns mit Hoff­nung erfüllt“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat die Oster­bot­schaft als hoff­nungs­vol­le Gegen­kraft zu Resi­gna­ti­on, Angst und glo­ba­len Kri­sen beschrie­ben. Der Glau­be an die Auf­er­ste­hung ent­fal­te bis heu­te eine welt­wei­te Dyna­mik, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom.

Dabei gehe es weni­ger um Bewei­se als um Erfah­rung, so der Erz­bi­schof wei­ter. „Es gibt kei­ne Bewei­se für die Auf­er­ste­hung des Herrn, und es gibt auch kei­ne dage­gen.“ Ent­schei­dend sei das Zeug­nis der Glau­ben­den: „Es gibt die Erfah­rung, dass der Glau­be an Jesus Chris­tus neue Wege eröff­net.“ Ostern sei mehr als ein bil­li­ger Opti­mis­mus, „son­dern eine Lebens­quel­le, die in uns spru­delt und uns mit Hoff­nung erfüllt“. Dar­aus erwach­se eine kla­re Hal­tung: „Denn Ostern sagt uns, dass auch Gott die­se Welt und uns Men­schen nie­mals auf­ge­ben wird.“

Nach den trau­ma­ti­schen Ereig­nis­sen am Kar­frei­tag sei­en die Jün­ger zunächst wie gelähmt gewe­sen. Ihre Hoff­nun­gen sei­en zer­bro­chen, „vor allem aber ent­täuscht, weil alle ihre Erwar­tun­gen und Hoff­nun­gen mit ihrem Meis­ter am Kreuz gestor­ben waren“. Doch die­se Star­re sei nicht das Ende gewe­sen. Frau­en, Jün­ger und schließ­lich Maria von Mag­da­la hät­ten die Bot­schaft vom lee­ren Grab wei­ter­ge­tra­gen und die Bot­schaft ver­kün­det: „Der Herr ist von den Toten auferstanden!“

Bin­nen kür­zes­ter Zeit habe sich die­se fro­he Bot­schaft über die gan­ze damals bekann­te Welt ver­brei­tet. Auch auf­tre­ten­de Schwie­rig­kei­ten, nicht ein­mal bru­tals­te Ver­fol­gun­gen hät­ten die­sen Sie­ges­zug des Evan­ge­li­ums stop­pen kön­nen. Bis heu­te wir­ke die­se Kraft fort und brin­ge Men­schen in Bewe­gung, selbst ange­sichts schwie­ri­ger, sogar bedroh­li­cher Situationen.

Men­schen, die aus die­sem Glau­ben leb­ten, könn­ten die Welt ver­än­dern. „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind Men­schen der Bewe­gung, Men­schen vol­ler Zuver­sicht und Hoff­nung.“ Sie sei­en in der Lage, Ängs­te zu über­win­den und Ver­zei­hung zu schen­ken. Gera­de ange­sichts glo­ba­ler Kri­sen kom­me ihnen beson­de­re Bedeu­tung zu: „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind für unse­re kriegs­zer­fres­se­ne, hass­erfüll­te Welt so unend­lich wich­tig.“ Ihre Hoff­nung grün­de nicht in sich selbst: „Sie tra­gen eine Zukunft in ihrem Her­zen, die nicht aus ihnen sel­ber kommt.“

Pre­digt von Erz­bi­schof Gössl zum Karfreitag

„Krie­ge sind eine Schan­de für die Menschheit“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am Kar­frei­tag vor einer „Kul­tur des Todes“ gewarnt und Krie­ge als eine „Schan­de für die Mensch­heit“ bezeich­net. Die­ser Ent­wick­lung stell­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom die christ­li­che Hoff­nung ent­ge­gen, die am Kreuz Jesu sicht­bar werde.

Die Kreu­zi­gung Jesu sei eine grau­sa­me Hin­rich­tung, rou­ti­niert voll­streckt in einem selbst­ver­ständ­lich ablau­fen­den Ritu­al. Die Henk­ers­ar­beit wir­ke wie ein ein­ge­üb­tes Hand­werk, so wie die Todes­stra­fe auch heu­te in vie­len Län­dern immer noch üblich sei oder sogar wie­der ein­ge­führt wer­de. „Wir waren uns lan­ge sicher, dass die Mensch­heit aus den gro­ßen Krie­gen des 20. Jahr­hun­derts gelernt hat und den Frie­den auf jeden Fall bewah­ren wird“, sag­te Gössl. „Heu­te wer­den mun­ter Krie­ge vom Zaun gebro­chen, Men­schen wer­den mas­sen­haft, oft von der eige­nen Regie­rung, ver­folgt und gezielt umge­bracht, um die eige­ne Macht, das eige­ne Über­le­ben zu sichern.“ Auf der Welt sei so vie­les wie­der denk­bar und mög­lich gewor­den, dass man die­se Welt oft nicht mehr verstehe.

Der Tod sei nicht nur eine exis­ten­ti­el­le Bedro­hung, son­dern wer­de zuneh­mend bewusst in Kauf genom­men. „Noch schlim­mer ist frei­lich, wenn der Tod gezielt her­bei­ge­führt wird, wenn er kühl berech­nend zu einer ernst­haf­ten Hand­lungs­op­ti­on gemacht wird.“ Bereits Papst Johan­nes Paul II. habe vor einer Kul­tur des Todes gewarnt.

Zugleich kri­ti­sier­te Gössl die Vor­stel­lung, Pro­ble­me lie­ßen sich durch Gewalt lösen. „Vor allem scheint der Tod unse­ren Geist zu beherr­schen durch die Vor­stel­lung, mit dem Tod sei alles aus – und davon abge­lei­tet durch die irri­ge Mei­nung, durch den Tod eines ande­ren lie­ßen sich irgend­wel­che Pro­ble­me aus der Welt schaffen.“

Das Kreuz Chris­ti habe die Macht des Todes gebro­chen. „Seit der Sohn Got­tes am Kreuz den Tod auf sich nahm, kann nie­mand mehr durch den Tod zum Schwei­gen gebracht wer­den.“ Dies gel­te ins­be­son­de­re für Opfer von Gewalt: „Nicht die unschul­di­gen Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft, von Mord und Tot­schlag, nicht all die Men­schen, die ver­bit­tert und unver­söhnt ster­ben. In Gott sind alle Men­schen aufgehoben.“

Das Kreuz sei des­halb nicht nur ein Sym­bol des Lei­dens, son­dern der Hoff­nung. „Daher schau­en wir auf das Kreuz und erken­nen in ihm nicht das Ende, son­dern den immer wie­der neu­en Anfang.“ Im Kreuz wer­de deut­lich, dass in Gott kein Mensch jemals ver­ges­sen oder ver­lo­ren sei: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

„Jesus will eine Kir­che der Gleichberechtigten“

Haupt­amt­li­che zu sehr im Vordergrund

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick warnt davor, die Kir­che auf die Rol­le der Päps­te, Bischö­fe, Pries­ter und Haupt­amt­li­chen zu redu­zie­ren, teilt das Erz­bis­tum Bam­berg mit. Haupt­amt­li­che hät­ten sich zu sehr in den Vor­der­grund gespielt, Jesus wol­le jedoch eine Kir­che der Gleichberechtigten.

„Wir haben uns zu sehr in den Vor­der­grund gespielt, das war aber gegen die Inten­ti­on Jesu“, sag­te Schick in sei­ner heu­ti­gen Pre­digt zum Don-Bosco-Fest in Forch­heim. Es müs­se in der Kir­che Ämter und Ver­ant­wort­lich­kei­ten geben. „Aber die Kir­che ist Gemein­schaft aller Getauf­ten. Jesus will eine Kir­che der Gleich­be­rech­tig­ten, vor allem im Ein­satz für sei­ne Sache.“

Der hei­li­ge Don Bosco habe neben den Pries­tern und Ordens­leu­ten immer alle Getauf­ten im Blick gehabt: „Sie soll­ten sich als Chris­ten für die Kin­der und Jugend­li­chen, beson­ders die benach­tei­lig­ten und schutz­be­dürf­ti­gen, inter­es­sie­ren und enga­gie­ren.“ Die Kir­che, die Don Bosco im Blick hat­te, sei die wah­re Kir­che und sie dür­fe nicht unter­ge­hen, „weil sie für unse­re Gesell­schaft, Mensch­heit und Schöp­fung so viel Heil­sa­mes und Gutes wirkt“.

Dras­ti­sche Dro­hung Jesu gel­te heu­te wie immer

Sie hal­te den Glau­ben und das Ver­trau­en auf den guten Gott auf­recht. Das sei gera­de in schwie­ri­gen Zei­ten des Lebens und der Geschich­te wich­tig. „Wir erle­ben es auch jetzt in der Pan­de­mie: Wir brau­chen Ver­trau­en und Hoff­nung, damit wir die Kri­se über­win­den kön­nen. Die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums, die Got­tes­diens­te sowie das seel­sorg­li­che und kari­ta­ti­ve Wir­ken der Kir­che sind unerlässlich.“

Der Miss­brauchs­skan­dal sei ein Tsu­na­mi, beson­ders für die Kir­che. Die Sor­ge um Kin­der und Jugend­li­che, ihre Ent­wick­lung und Bil­dung sei der Kir­che von Jesus selbst auf­ge­tra­gen. In ihr müss­ten sie einen siche­ren Ort fin­den, um sich frei zu ent­fal­ten, sag­te Schick und beton­te: „Wer Kin­der miss­braucht, dem gehört ein Mühl­stein um den Hals und im Meer ver­senkt. Die­se dras­ti­sche Dro­hung Jesu gilt heu­te wie immer.“

Oster­pre­digt von Erz­bi­schof Schick 

„Las­sen wir uns auf­er­we­cken im Lock­down der Corona-Pandemie“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat die Bedeu­tung von Ostern als Fest der Auf­er­we­ckung und Auf­er­ste­hung betont. „Ostern ist ein dyna­mi­sches Fest, das uns hin­ein­zie­hen will in das Leben Got­tes, damit wir aktiv an ihm teil­neh­men“, sag­te Schick in sei­ner Oster­pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Las­sen wir uns auf­er­we­cken und ste­hen wir auf, gera­de jetzt im Lock­down der Corona-Pandemie.“

„Gott will uns auf­we­cken zur Acht­sam­keit, zum Respekt zur Rück­sicht­nah­me und Hilfsbereitschaft“

Der Gott der Auf­er­we­ckung und Auf­er­ste­hung rufe immer wie­der zur Auf­er­ste­hung aus der Selbst­zer­stö­rung durch die Umwelt­zer­stö­rung, aus Lüge und Ver­schleie­rung zur Wahr­heit und Ehr­lich­keit, aus Ego­is­mus zur Nächs­ten­lie­be, aus staat­li­cher und loka­ler Vor­teils­su­che zur Soli­da­ri­tät und zum Gemein­wohl für alle, so Erz­bi­schof Schick. „Der Gott der Auf­er­we­ckung will uns auf­we­cken zur Acht­sam­keit, zum Respekt, zum Wohl­wol­len, zur Rück­sicht­nah­me und Hilfsbereitschaft.“

Es sei Blas­phe­mie und Zynis­mus, zu behaup­ten, Gott habe die Mensch­heit mit der Pan­de­mie bestraft. „Es wider­spricht dem Wesen Got­tes, eine sol­che Kata­stro­phe für die gan­ze Welt zu ver­ur­sa­chen“, sag­te Schick. Umwelt­ver­än­de­run­gen hät­ten die Muta­ti­on des Virus ver­ur­sacht, ego­is­ti­sches Ver­hal­ten und rück­sichts­lo­se Nicht­be­ach­tung der AHA-Regeln hät­ten die Aus­brei­tung beschleu­nigt. „Die Auf­for­de­run­gen, auf Fes­te und Rei­sen zu ver­zich­ten und Rück­sicht auf­ein­an­der zu neh­men, wur­den und wer­den in den Wind geschla­gen. Das hat das Virus ver­brei­tet. Wir wis­sen nicht alles, aber dass wir Men­schen für die Ent­ste­hung und Ver­brei­tung der Pan­de­mie Ver­ant­wor­tung tra­gen, ist evi­dent. Gott will, dass wir aus der Kri­se her­aus­kom­men und sie mit sei­ner Hil­fe über­win­den“, beton­te der Erzbischof.

Ostern sei erst dann zur Voll­endung gekom­men, „wenn Gott auch uns mit Jesus Chris­tus auf­er­weckt hat und wir mit ihm auf­er­stan­den sind zum Leben der Lie­be, der Freu­de und des Frie­dens“, so Schick. „Las­sen wir uns auf­er­we­cken und ste­hen wir auf“, schloss der Erzbischof.


Der Fest­got­tes­dienst am mor­gi­gen Oster­sonn­tag um 9.30 Uhr wird im Live­stream über­tra­gen auf https://www.youtube.com/erzbistumbamberg

Kar­frei­tags­pre­digt von Erz­bi­schof Schick

„Die Kreu­zi­gung Jesu war kein Justizirrtum“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat in sei­ner Pre­digt am Kar­frei­tag dem Pfle­ge­per­so­nal und den Ärz­tin­nen und Ärz­ten für ihren auf­op­fe­rungs­vol­len Ein­satz für Coro­na-Pati­en­ten und alle Kran­ken gedankt. „Sie neh­men kei­ne Rück­sicht auf sich selbst, son­dern opfern sich für ihre Mit­men­schen“, so der Erzbischof.

Auch vie­le Ange­hö­ri­ge sei­en für ihre Erkrank­ten zu Hau­se, in den Kran­ken­häu­sern und Alten­hei­men Tag und Nacht da. Sie folg­ten dem Bei­spiel Jesu, der bereit war, für die Lie­be zu Gott und den Men­schen ans Limit zu gehen und zu leiden.


Kar­frei­tag soll dank­bar machen

Jesus habe den Kreu­zes­tod nicht gewollt, aber er habe ihm auch nicht aus­wei­chen wol­len. „Die Kreu­zi­gung war kein Unfall, kein unvor­her­seh­ba­res Schick­sal, auch kein Jus­tiz­irr­tum. Jesus Chris­tus war sich bewusst, dass der Tod am Kreuz auf ihn zukam“, sag­te Schick und zitier­te den Phi­lo­so­phen Sören Kier­ke­gaard mit den Wor­ten: „Die Wahr­heit siegt nur durch Lei­den.“ Die Wahr­heit Jesu sei die Lie­be zu Gott, zu jedem Men­schen und zur gan­zen Schöp­fung. Die­se Wahr­heit bezeu­ge glei­che Wür­de für alle, die Grund­rech­te für jeden Men­schen, Soli­da­ri­tät mit allen und Nächs­ten­lie­be zu allen.

„Für die Wahr­heit der Men­schen­wür­de und Men­schen­rech­te, der Frei­heit und der Gleich­heit aller Men­schen lei­den auch heu­te Chris­ten und Nicht­chris­ten in auto­ri­tä­ren Staa­ten, die von Ideo­lo­gie, Kor­rup­ti­on und Recht­lo­sig­keit bestimmt sind und wo Eli­ten nur für sich sor­gen“, sag­te Schick und nann­te Weiß­russ­land, Myan­mar und Chi­na im Hin­blick auf die Uiguren.

Der Kar­frei­tag sol­le dank­bar machen für Jesus, der für die Wahr­heit Got­tes gelit­ten hat und am Kreuz starb. „Er lädt uns ein, auch unse­re Kreu­ze für die Lie­be zum Nächs­ten, für Gleich­heit und Ein­heit der Men­schen auf uns zu neh­men, damit wir zum Sieg der Wahr­heit bei­tra­gen mit unse­rem Leben und Han­deln und wenn es sein muss auch mit unse­rem Leiden.“