Casting für die große Levi Strauss Jubiläums-Show
“Buttenheims Next Jeans Models”
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Levi Strauss Museums in Buttenheim wird am 31. Mai 2025 ein spektakuläres Open-Air-Event in der Marktstraße stattfinden. Highlight des Abends ist die Levi‘s Fashionshow auf einem 100 Meter langen Laufsteg – und dafür werden „Buttenheims Next Jeans Models“ gesucht, wie das Levi Strauss Museum mitteilt.
Mitmachen und den Catwalk erobern! Das Levi Strauss Museum lädt modeaffine Frauen und Männer ab 16 Jahren zum großen Fashionshow-Casting ein. Gesucht werden 25 Frauen und 25 Männer, die Spaß am Modeln haben, die unterschiedlichen Jeans-Outfits präsentieren und das Publikum gerne begeistern. Die ausgewählten Models dürfen sich auf ein professionelles Modeltraining freuen und werden am Jubiläumsabend die coolen Denim-Trends präsentieren. Für den perfekten Auftritt sorgt ein Team aus professionellen Stylisten, Friseuren und Visagisten.
Anforderungen
- Mindestalter: 16 Jahre
- Konfektionsgrößen:
Frauen: 34, 36, 38, 40 /XS, S, M bzw. Jeansgrößen 29, 30, 31, 32
Männer: 48, 50, 52 /M, L bzw. Jeansgrößen 31, 32, 33, 34
- Casting Dress Code: Jeans und weißes T‑Shirt
Der Casting-Termin ist am kommenden Montag, dem 17. März, um 18:30 Uhr im Levi Strauss Museum in Buttenheim.
Ein Abend voller Erlebnisse
Neben der Fashionshow erwartet die Gäste am 31. Mai ein exklusives Drei-Gänge-Menü an der Laufsteg-Tafel für 300 Gäste. Für Laufpublikum gibt es Snacks, zahlreiche Attraktionen und Blick auf den Laufsteg. Die Live-Band “Huebnotix” sorgt für die passende musikalische Untermalung, während kleinere Showeinlagen das Dinner begleiten. Gegen 21:00 Uhr beginnt die große Fashionshow – ein Highlight, das man nicht verpassen sollte!
Das Levi Strauss Museum befindet sich im Geburtshaus des Jeans-Erfinders Levi Strauss und verbindet seit 25 Jahren Tradition mit aktuellen Trends. Es bietet spannende Einblicke in das Leben von Levi Strauss sowie wechselnde Ausstellungen rund um Mode, Geschichte und Kultur.
Als Kontakt für Casting und Jubiläumsabend und für Rückfragen steht Frau Dr. Tanja Roppelt zur Verfügung unter 09545–4409936 oder per Mail an roppelt@buttenheim.de. Das Levi Strauss Museum freut sich auf zahlreiche Bewerbungen und auf viele Gäste bei diesem besonderen Jubiläums-Event in Buttenheim!
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Levi Strauss Museum
Ausstellung: Dude Ranches oder wie Großstadtcowboys Mode machten
Das Levi Strauss Museum in Buttenheim zeigt in der Ausstellung „Dude Ranches oder wie Großstadtcowboys Mode machten“, wie die Jeans durch das touristische Angebot von „Dude Ranches“ einen Bedeutungsschritt weg von der Arbeitskleidung und hin
zum Modeartikel machte. Eröffnung ist am 16. Mai.
„Where the romance of the West lives on“ – mit diesem Spruch wirbt eine Anzeige aus den 1940er Jahren für eine „Dude Ranch“ im US-amerikanischen Westen. Bei diesen Urlaubszielen handelte es sich um tatsächliche Viehranches, die etwa seit Beginn des 20. Jahrhunderts und als Reaktion auf eine längst begonnene Romantisierung des Wilden Westens wohlhabende Städter von der Ostküste beherbergten, um den eigenen wirtschaftlichen Stand zu verbessern und den Gästen ein Freizeiterlebnis der rustikalen Art zu bieten. Das „Dude“ im Namen dieser Bauernhöfe war damals eine umgangssprachliche Bezeichnung für sehr modisch gekleidete Männer.
Auf diesen Ranches konnten die Besucher:innen bei der Arbeit, die dort anfiel, mithelfen, Pferde und Rinder treiben oder bei Ausritten in die Natur das karge, aber authentische Leben der Cowboys – inklusive Zwanglosigkeit für Frauen und Charakterbildung für Kinder – nachempfinden. Dazu gehörte es auch, sich entsprechend zu kleiden – zum Beispiel mit der Arbeitshose „Jeans“.
Da viele der Gäste der „Dude Ranches“ nach Ende des Urlaubs die Jeans mit in die Heimat im Osten nahmen und sie dort weiterhin trugen, wandelte sich die gesellschaftliche Bedeutung der Hose aber bald. Über diesen Wandel und die „Dude Ranches“ haben wir mit Dr. Tanja Roppelt, Leiterin des Levi Strauss Museums, gesprochen.
Frau Roppelt, wie entstanden die „Dude Ranches“?
Tanja Roppelt: Begonnen hatte ein den „Dude Ranches“ ähnliches Geschäft im US-amerikanischen Westen bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit Jagdgesellschaften. Zu den Blütezeiten kam es dann ab dem Ende des Ersten Weltkriegs, die aber auch während der Weltwirtschaftskrise der späten 1920er Jahre weitergingen und etwa bis zum Zweiten Weltkrieg andauerten. Die meisten „Dude Ranches“ gab es in den bergigen nördlich gelegenen Staaten wie Wyoming oder Oregon während der kurzen Sommersaison von etwa drei Monaten. Dort fuhren die Städter hin, um aus der Stadt raus zu kommen und den Sommer im besseren Klima der Rocky Mountains zu verbringen. Ein weiterer Schwerpunkt lag zudem im Südwesten in Arizona. Dort machte man eher im Winter Urlaub, um die milden Temperaturen zu erleben. Außerhalb der Saison wechselten viele der Ranches je nach Rentabilität zurück zu Viehwirtschaft und Ranchgeschäft.
Damit die „Dude Ranches“ funktionierten, brauchte es ein medial-romantisches Bild des Wilden Westens und des Cowboylebens, das man bedienen konnte. Wie weit war dieses Bild in den 1920er Jahren, in denen zum Beispiel das Kino und speziell der Cowboyfilm noch nicht besonders bekannt waren, bereits verbreitet?
Tanja Roppelt: Der historische Cowboy, also der Viehtreiber, hatte in den USA eigentlich nur eine relativ kurze Bestandszeit – etwa von 1860 bis 1880. Aber seine Stilisierung zum amerikanischen Helden war danach nicht mehr aufzuhalten. Das begann vor der Verbreitung des Kinos in den 1920ern zum Beispiel durch Groschenromane. Darin wurde der Wilde Westen als Ort der Werte wie Treue, Ehrlichkeit und harte Arbeit und zudem als charakterbildend beschrieben. Demgemäß setzten die „Dude Ranches“ im Werbebild schon bald darauf, den Gästen ein Versprechen auf Abenteuer im Westen zu machen.
Welches Publikum zogen die „Dude Ranches“ damit an?
Tanja Roppelt: Anfangs waren es fast nur Männer. Relativ schnell wandelte sich das Publikum aber, die Leute brachten ihre Familien mit und sehr schnell machten Frauen einen großen Anteil der Gäste aus. Denn auf den Ranches war man ziemlich frei von gesellschaftlichen Zwängen. Der Umgangston war locker, alle redeten sich mit Vornamen an, und vor allem war die Kleiderordnung leger. Auf den Ranches konnten Frauen Hosen tragen, was sie sich Anfang des 20. Jahrhunderts kaum irgendwo sonst trauen konnten. Der Aufenthalt bot ein Stück Freiheit. Und die Kinder aus den wohlhabende Familien, die nicht selten mit Privatlehrer aufgewachsen waren, durften sich dreckig machen. Auf der anderen Seite erhofften sich die Eltern aber auch, dass die Kinder die Werte des Westens verinnerlichten. Auch hoffte man, was die Söhne anging, oft auf eine gewisse Vermännlichung durch das Leben auf der Ranch.
Konnte ein Aufenthalt auf einer „Dude Ranch“ auch der Bestrafung dienen?
Tanja Roppelt: Das kann ich nicht sagen. Aber bisweilen wurden zum Beispiel junge Männer mit Suchtproblemen auf die Ranches geschickt. Dort sollten sie durch harte Arbeit und Alkoholverbot wieder in die Spur gebracht werden.
Ein vorherrschendes Kleidungsstück der Ranches war die Jeans. Die Ausstellung im Levi Strauss Museum zeigt, wie die Hose sich wegen der Ranches in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung aber wandelte. Wie lief ihre Entwicklung zum Modeartikel ab?
Tanja Roppelt: Vor dem Bekannt- und Beliebtwerden der „Dude Ranches“ war die Jeans reine Arbeitskleidung für die Leute, die im Westen die harte Arbeit machten. Entsprechend deckten sich die Touristen aus dem Osten auf den Ranches mit den Hosen ein. So kamen sie dort erstmals mit diesem Kleidungsstück in Berührung, denn man wollte sich an den Lebensstil auf den Ranches anpassen. Nach ihrem Aufenthalt auf den Ranches nahmen die Leute die Jeans, oder auch das Westernhemd und den Cowboyhut, mit nach hause an die Ostküste. Dort begaben sie sich damit dann auch immer häufiger in die Öffentlichkeit, zum Beispiel auf Grillpartys. So konnte man die Hose zeigen und welchen andersartigen oder freieren Lebensstil man im Westen kennengelernt hatte. Und spätestens als das Modemagazin „Vogue“ die Jeans in den 1930er Jahren aufgegriffen und als „True western chic“ beworben hatte, war der Siegeszug der Hose unter modischen Gesichtspunkten kaum mehr aufzuhalten.
Das Bild der Jeans, das sich damals verbreitete, als Hose auf gewisse Art gleichbedeutend mit der Freiheit des Westens zu sein, entstand also nicht im Westen, sondern an der Ostküste?
Tanja Roppelt: Ja. Sie war zu Beginn als Arbeitskleidung zwar nur an der Westküste erhältlich – Levi Strauss erschuf sie in San Francisco. Durch die Touristen kam sie dann aber erst an die Ostküste und verbreitete sich von dort, zum Modeartikel geworden, landesweit. So wuchs auch ihre Salonfähigkeit und irgendwann war es sogar akzeptabel, wenn Frauen sie öffentlich trugen. Auch wenn das noch bis in die 1940er Jahre dauerte.
War „Levi’s“ damals der alleinige Hersteller oder gab es bereits andere Marken?
Tanja Roppelt: Das Patent auf die durch Nieten verstärkte Hosen war bereits Ende des 19. Jahrhunderts gefallen. „Levi’s“ war zwar trotzdem lange Zeit am verbreitetsten, aber sehr schnell kamen dann auch andere Marken auf den Markt wie Lee oder Wrangler.
Gibt es heute noch so etwas wie die „Dude Ranches“?
Tanja Roppelt: Ja, und der Schwerpunkt auf Arbeiten oder Ausreiten besteht auch weiter. Nur haben die Ranches sich doch ein ganzes Stück weiterentwickelt und aktuellen Ansprüchen angepasst. Heute machen sie LGBTQ-Angebote, Familien- oder Erwachsenenwochen, verfügen über Badezimmer, Swimmingpools, Sporteinrichtungen oder Golfplätze. Auch gibt es Entwicklungen Richtung vegetarischer Speiseoptionen und weg vom traditionellen Steak.
Ab 16. Mai und bis 16. Februar 2025 zeigen Sie im Levi Strauss Museum die Ausstellung „Dude Ranches oder wie Großstadtcowboys Mode machten“. Was wird zu sehen sein?
Tanja Roppelt: Die Ausstellung zeigt umfassendes historisches Bildmaterial zum Leben auf den Ranches. Wir haben aber auch ein paar historische textile Stücke, wie Cowboyhemden und natürlich Jeanshosen. Außerdem hält die Autorin und frühere Firmenhistorikerin von „Levi’s“, Lynn Downey, die das Phänomen „Dude Ranch“ in verschiedenen Publikationen untersuchte, am 14. Mai am Lehrstuhl für Amerikanistik der FAU Erlangen-Nürnberg einen öffentlichen Vortrag zu den Ranches.
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Levi Strauss Museum
Buttenheim meets Pop Art
Bedingt durch die Pandemie geht die Buttenheimer Kunstreihe „ART in B – Kunst in Buttenheim“ im Levi Strauss Museum etwas leiser als gewohnt in die nächste Runde. Im Mittelpunkt stehen auch in diesem Jahr wieder international bekannte Künstler.
ART in B ist auch ein Forum für Ideen, zur Weiterentwicklung und Stärkung von Geist und Seele der Gemeinde, zur Stiftung von Identität und zur Ergänzung des gesellschaftlichen Lebens – weit über die Grenzen Buttenheims hinaus.
„Buttenheim meets Pop Art“ ist der Titel der diesjährigen Schau. Sie präsentiert einen bunten Mix an Werken verschiedener renommierter Künstler. Vertreten sind David Tollmann, Udo Lindenberg, Ulrike Langen, James Rizzi, Martin Sonnleitner, Herman Reichold und Patrik Preller.
Frisch und farbenfroh wird so zum Beispiel mit den Monstern von Patrik Preller, den detailreichen Bildern von James Rizzi, dem individuellen Stil von Udo Lindenberg, Martin Sonnleitners Portraits von berühmten Rock Stars, den intensiven und großformatigen Werken von David Tollmann, Ulrike Langens Siebdrucken auf Aluminiumplatten oder den humorvoll-hintersinnigen Werken von Herman Reichold einer derzeit für Kunst und Kultur schweren Zeit die Stirn geboten.
Die Werke sind bis zum 4. Juli 2021 im Levi Straus Museum ausgestellt. Abhängig von den Inzidenzwerten ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten im Levi Strauss Museum zu besichtigen, der Eintritt ist frei. Das Levi Strauss Museum bittet um Voranmeldung per Mail unter levi-strauss-museum@buttenheim.de oder telefonisch unter 09545–442602.
Weitere Informationen:
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Enthüllung Levi Strauss Bronzefigur
Levi Strauss Museum Buttenheim
Das oberfränkische Buttenheim ist um eine Attraktion reicher: Mitte Oktober enthüllte der Förderverein Levi Strauss Geburtshaus e.V. anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Levi Strauss Museums eine lebensgroße Bronzefigur von Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans. Mit Dr. Tanja Roppelt, der Leiterin des Museums, haben wir über den berühmtesten Sohn des Städtchens, kleine Geheimnisse der Figur und warum diese keine Jeans trägt gesprochen.
Die Bronzefigur von Levi Strauss wurde im Jahr des 20-jährigen Bestehens des Levi Strauss Museums enthüllt. Wieso hat das Levi Strauss Museum nicht schon früher eine Figur seines Namensgebers und Ausstellungsobjekts bekommen?
Tanja Roppelt: Es wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach über eine Figur beziehungsweise Statue gesprochen. Allerdings hatten andere Projekte, wie zum Beispiel die Realisierung des Erweiterungsbaus für das Levi Strauss Museum, zunächst Vorrang. Nun, anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Levi Strauss Museums, haben sich die Pläne, eine lebensgroße Figur von Levi Strauss zu schaffen, schließlich konkretisiert. Der enorme finanzielle Aufwand, der hinter der Entstehung der Statue steckt, schließlich mussten 60.000 Euro aufgebracht werden, wurde allein vom Förderverein Levi Strauss Geburtshaus e.V. getragen. Unter Führung der Vorstände Christoph Gatz und Erich Werner wurde die Summe über viele Jahre mit unermüdlichem Engagement gesammelt.
Gestaltet wurde die Figur von Künstler Rainer Kurka. Warum haben Sie sich für ihn entschieden?
Tanja Roppelt: Es standen zunächst mehrere bildende Künstler in der Auswahl. Rainer Kurka hat die menschliche Figur in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit gestellt und erschuf bereits Figuren mit erstaunlicher Ausstrahlung – man denke zum Beispiel an die lebensgroße Bronzeplastik auf der Bamberger Erbainsel, die sich großer Beliebtheit erfreut. Sein Schaffen wurde zudem in Ausstellungen im In- und Ausland sowie durch Anerkennungen und Preise gewürdigt. Letztendlich überzeugte sein Gesamtwerk uns am meisten, so dass er den Zuschlag bekam.
Nach welchen Gesichtspunkten hat er die Figur gestaltet? Haben Sie ihm Vorgaben zur Gestaltung gemacht?
Tanja Roppelt: Die Vorstellung des Fördervereins und seiner Vorsitzenden war es, dass die Figur so lebensnah wie möglich aussehen sollte. Der Künstler selbst setzte sich im Vorfeld intensiv mit der Lebensgeschichte des Levi Strauss und dem vorhandenen, sehr begrenzten, Bildmaterial auseinander. Sein Ziel war es, eine Figur zu schaffen, die aussieht, als wäre Levi Strauss persönlich dafür Modell gestanden. Wir finden, dass ihm dies vorzüglich gelungen ist.
Warum sollte die Figur aus Bronze sein, warum grüßt sie mit dem Hut?
Tanja Roppelt: Bronze mit seiner weichen und warmen Farbe ist das dauerhafteste, bewährteste Material für Kunstwerke im Freien. Levi grüßt mit dem Hut, um Gäste in seinem Geburtshaus willkommen zu heißen. Wir hatten ein Foto gefunden, auf dem Levi mit einem Strohhut winkt. Dieses diente als Vorlage. Da der Zylinder bekannter war, entschieden wir uns, Levi damit winken zu lassen.
In der anderen Hand hält die Figur, ein bisschen versteckt hinter dem Rücken, eine jener Nieten, die maßgeblich am Erfolg der Jeans beteiligt waren. Bietet die Figur weitere Details, für die man ein bisschen genauer hinsehen muss?
Tanja Roppelt: Zunächst einmal lädt die Figur in ihrer Lebensechtheit an sich zur genaueren Betrachtung ein. Künstler Rainer Kurka legt Wert darauf, dass sich jeder Betrachter seine eigenen Gedanken zum Werk macht. Er möchte, dass die Figur einerseits eine starke Präsenz zeigt, andererseits aber Raum für persönliche Interpretationen lässt. Es ist sehr lohnend, den Gesichtsausdruck zu studieren, in dem sich das Leben eines Menschen abzeichnet, der sich aus schwierigen Zeiten emporgearbeitet hat, nun gelassen auf das Leben blickt und sich ein freundliches, herzliches Wesen bewahrte. Der in die Hüfte gestützte Arm soll die Besucher animieren, sich einzuhaken und Fotos zu machen und somit eine persönliche Verbindung zu Levi Strauss einzugehen. Die Niete erinnert an das eine, kleine Detail, das die Jeans maßgeblich ausmacht.
Mit dem wievielten Entwurf der Figur waren Sie zufrieden?
Tanja Roppelt: Der Künstler hatte während der Entstehung der Statue dauernd Kontakt zu uns – entsprechend waren wir bereits vom ersten Entwurf sehr begeistert. Besprochen wurden nur noch Details, wie zum Beispiel die Niete, welche Kleidung Levi Strauss tragen soll, wie die Beleuchtung der Statue erfolgen sollte.
Die Figur ist lebensgroß. Wie groß war Levi Strauss?
Tanja Roppelt: Es ist nicht genau überliefert, wie groß Levi Strauss gewesen ist. Die Erstellung der Statue erforderte vom Künstler regelrechte Detektivarbeit. Rainer Kurka hat die Größe der Statue schließlich anhand eines Fotos rekonstruiert, auf dem Levi Strauss neben einem Stuhl stehend abgebildet ist.
An der Figur fällt auf, dass sie nicht auf einem Sockel, sondern direkt auf dem Boden vor dem Levi Strauss Mueseum steht. Was hat es mit dieser gestalterischen Maßnahme auf sich?
Tanja Roppelt: Rainer Kurka verschaffte sich anhand der vorhandenen Quellen auch Einblicke in den Charakter des Jeanserfinders, der trotz seiner Erfolge ein bescheidener und bodenständiger Mensch geblieben zu sein schien. Deshalb steht er in Buttenheim bewusst nicht auf einem Sockel, sondern auf dem Boden, auf Augenhöhe mit den Gästen. Für Rainer Kurka machen Levis Eigenschaften, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, hilfsbereit gegenüber jenen zu sein, die weniger Glück hatten und den Mitmenschen mit Offenheit, Freundlichkeit und Bescheidenheit zu begegnen, zum Vorbild für die heutige Zeit.
Außerdem scheint die Figur keine Jeans zu tragen. Wie weit ist bekannt, ob oder wie oft Levi Strauss seine eigene Erfindung trug?
Tanja Roppelt: Jeanshosen waren reine Arbeitskleidung für alle Pioniere des Wilden Westens, vor allem für Cowboys und Minenarbeiter. Dies waren Berufsstände, die hauptsächlich schmutzige und körperlich anstrengende Arbeit verrichteten und entsprechend robuste Kleidung benötigten. Im 19. Jahrhundert traf Kleidung eine starke Aussage zur gesellschaftlichen und beruflichen Position ihres Trägers. Es ist daher höchst unwahrscheinlich, dass Levi Strauss, als erfolgreicher Geschäftsmann, jemals Jeans getragen hat.
Gibt es schon Rückmeldungen aus Buttenheim oder von überregionalen Gästen? Wie sehen diese aus?
Tanja Roppelt: Selbstverständlich standen wir bereits in der Entstehungsphase der Statue in Kontakt mit den Nachkommen von Levi Strauss, die die Statue ausgesprochen begrüßen. Die vielen begeisterten Gäste, die ein Urlaubsfoto zusammen mit Levi Strauss aufnehmen, sprechen für sich. Da die Figur vom Förderverein des Museums gestiftet wurde, waren viele Buttenheimer bereits in der Entstehungsphase in das Projekt involviert und haben dieses unterstützt. Zudem bietet die Statue den Einheimischen eine weitere Möglichkeit zur Identifikation mit dem Levi Strauss Museum. Auch der rege Zuspruch an der Enthüllungsfeier, die vielen persönlichen positiven Reaktionen sowie die Kommentare in den sozialen Medien geben positive Rückmeldung. Die Statue ist auf jeden Fall – darüber sind wir uns alle einig – eine Bereicherung für den Auftritt des Museums sowohl in den Medien als auch in touristischer Hinsicht.
Weitere Informationen unter:
www.levi-strauss-museum.de