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Special Olympics Bayern

Spe­cial Olym­pics Lan­des­spie­le in Erlangen

Bam­ber­ger Athlet:innen holen Medaillen

Der sport­li­che Mit­tel­punkt Bay­erns war Mit­te Juli Erlan­gen. Dort fan­den vom 14. bis 18. Juli die Spe­cial Olym­pics Lan­des­spie­le statt. Die­ses Sport­tur­nier für Men­schen mit geis­ti­ger und mehr­fa­cher Beein­träch­ti­gung ist mit rund 1500 Athlet:innen die größ­te inklu­si­ve Sport­ver­an­stal­tung des Frei­staats. Außer­dem zähl­te sie als Qua­li­fi­ka­ti­on für die Natio­na­len Spie­le 2026 im Saar­land. Mit am Start in Erlan­gen war auch eine Bam­ber­ger Delegation.

In mehr als 20 Dis­zi­pli­nen tru­gen fünf Tage lang etwa 1.500 Sportler:innen Wett­be­wer­be aus. Dabei maßen sie sich unter ande­rem in Bas­ket­ball, Boc­cia, Fuß­ball, Segeln, Judo, Golf, Schwim­men oder Ten­nis. Auch eini­ge Athlet:innen aus Bam­berg, am Start für die Koope­ra­ti­on des För­der­ver­eins gool­kids mit dem FV 1912 Bam­berg, hat­ten sich für die die baye­ri­schen Wett­be­wer­be qualifiziert.

Seit 2015 setzt sich der För­der­ver­ein in Bam­berg und Umge­bung für Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on sozi­al benach­tei­lig­ter Kin­der und Jugend­li­cher sowie von Men­schen mit Behin­de­rung ein. Neben High­light-Ver­an­stal­tun­gen im Jubi­lä­ums­jahr, wie einer Inklu­si­ons­mes­se, des MIT­ein­an­der­Cups und einer gro­ßen Sport­ga­la im Okto­ber, konn­te der FV 1912 Bam­berg zusam­men mit gool­kids nun auch einen ech­ten sport­li­chen Höhe­punkt fei­ern. Denn im Jahr des zehn­jäh­ri­gen Bestehens lie­fer­ten Julia Weber, Robert Aschen­bren­ner und Dus­tin Barth sowie die Inklu­si­ons-Fuß­ball­mann­schaft des Clubs beein­dru­cken­de Lei­tun­gen ab.


Per­sön­li­che Best­zei­ten und Medaillen

Stark ersatz­ge­schwächt, aber mit gro­ßem Ehr­geiz ging die Fuß­ball­mann­schaft des FV 1912 am 15. Juli für ihr ers­tes Klas­si­fi­zie­rungs-Spiel an den Start. Am den bei­den fol­gen­den Tagen fan­den die Grup­pen­spie­le statt. Hier lie­ßen sich die Bam­ber­ger Spie­ler nichts neh­men und qua­li­fi­zier­ten sich letzt­end­lich für das Spiel um Platz drei. Im klei­nen Fina­le traf die Mann­schaft auf den HPZ Reha­sport Irchen­rieth. Das sou­ve­rä­ne Ergeb­nis – 4:0. „Damit hat das Team wie in den Jah­ren zuvor auch 2025 wie­der die Bron­ze­me­dail­le gewon­nen“, freu­te sich Dele­ga­ti­ons­lei­ter Robert Bartsch.

Athlet:innen
Die Bam­ber­ger Medail­len­ge­win­ner aus der Leicht­ath­le­tik-Abtei­lung mit Julia Weber, Coach Udo Pörsch­ke, Robert Aschen­bren­ner und Dus­tin Barth. Foto: goolkids.de

Weber, Aschen­bren­ner und Barth haben sich der Leicht­ath­le­tik ver­schrie­ben – die bei­den Her­ren tra­ten in Erlan­gen in ver­schie­de­nen Lang­läu­fen an, Weber in der Dis­zi­plin „Mini-Speer­wurf“. Nach Wochen und Mona­ten des Trai­nings mit Coach Udo Pörsch­ke konn­ten die Spie­le für die drei aus Bam­berg letz­te Woche end­lich beginnen.

Zuerst griff Dus­tin Barth ins Tur­nier ein. Am Mitt­woch, dem 16. Juli, erreich­te er über 400 Meter mit einer Zeit von 1:12 Minu­ten den vier­ten Platz. Am 17. Juli gelang es ihm in einem umkämpf­ten Lauf, die gran­dio­se Plat­zie­rung über 5.000 Meter mit einer Zeit von 22:45 Minu­ten zu wiederholen.

Robert Aschen­bren­ners Distan­zen sind hin­ge­gen die 800 und die 1.500 Meter. Bei­de Male beleg­te er einen Platz auf dem Podi­um. Über die kür­ze­re Distanz wur­de er Drit­ter – beson­ders dürf­te ihm aber sein Ren­nen über 1.500 Meter in Erin­ne­rung blei­ben. Denn mit 7:15 Minu­ten hat­te er nicht nur Sil­ber, son­dern auch sei­ne per­sön­li­che Best­zeit über die­se Stre­cke erreicht.

Kol­le­ge Dus­tin Barth kom­men­tier­te die Leis­tung von Aschen­bren­ner augen­zwin­kernd so: „Erst lief es nicht so für Robert. Aber dann hat er alle, einen nach dem ande­ren, bis auf Platz zwei über­holt.“ Der ange­spro­che­ne Aschen­bren­ner tausch­te zu die­sem Zeit­punkt nach dem Lauf längst emo­tio­na­le Umar­mun­gen mit sei­nem Trai­ner aus.

Julia Weber lie­fer­te bei ihren aller­ers­ten Lan­des­spie­len sogar noch erfolg­rei­cher ab. Denn der ers­te Platz und eine Gold­me­dail­le waren ihr am Mini-Speer mit einem Wurf von 11,74 Meter sicher. Ihre Freu­de dar­über wur­de noch grö­ßer, weil sie die­ser Platz direkt für die Natio­na­len Spie­le 2026 im Saar­land qualifizierte.


Wert­vol­les sport­li­ches Miteinander

„Hät­te ich gewusst, dass es so hoch­emo­tio­nal wird, hät­te ich mir heu­te Mor­gen zwei­mal über­legt, ob ich kom­me”, so fass­te Lis­ca Dogan, päd­ago­gi­sche Fach­kraft bei gool­kids, die Spie­le und vor allem die Leis­tun­gen und Freu­de der Athlet:innen des För­der­krei­ses in Erlan­gen zusammen.

Dies sind aller­dings Ein­drü­cke, die gool­kids bei sei­ner inklu­si­ven Arbeit immer wie­der sam­melt. Immer wie­der beein­druckt Inklu­si­ons­sport nicht nur durch mit­rei­ßen­den Wett­kampf, son­dern vor allem auch wegen sei­ner durch und durch posi­ti­ven Aus­strah­lung. „Wer mit dem The­ma Inklu­si­on noch nicht in Berüh­rung gekom­men ist“, sagt Dogan, „soll­te eine Ver­an­stal­tung wie die Lan­des­spie­le unbe­dingt mal mit­er­le­ben, um zu sehen, wie wert­voll ein viel­fäl­ti­ges Mit­ein­an­der in unse­rer Gesell­schaft ist.“