Von bis­he­ri­gen Höchst­wer­ten ist die Regi­on den­noch weit entfernt

Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Ober­fran­ken stei­gen deutlich

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Oberfranken
Sabine Ebensperger. Foto: Dominik Ochs
Im ers­ten Halb­jahr 2026 mel­de­ten in Ober­fran­ken deut­lich mehr Unter­neh­men Insol­venz an als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ord­net ein, was hin­ter dem Anstieg steckt.

„Die jüngst ver­öf­fent­lich­ten Halb­jah­res­zah­len des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Sta­tis­tik zei­gen, dass im ers­ten Halb­jahr 2026 in Ober­fran­ken 112 Unter­neh­men Insol­venz bean­trag­ten. Im glei­chen Zeit­raum des Vor­jah­res waren es 99. Das stellt eine Zunah­me von 13 Pro­zent dar. Noch deut­li­cher fällt der Ver­gleich mit 2024 aus, als im ers­ten Halb­jahr nur 74 Unter­neh­men betrof­fen waren. Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass der erheb­li­che Anstieg der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen auch im Wirt­schafts­raum Ober­fran­ken ange­kom­men ist“, fasst Dr. Sabi­ne Eben­sper­ger, Refe­ren­tin Stand­ort­in­for­ma­ti­on bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, die Situa­ti­on zusammen.


Deut­li­ches Plus auch in den Jah­res­zah­len ersichtlich

Auch der Jah­res­ver­gleich bestä­tigt den Trend nach oben. Zwi­schen 2024 und 2025 stieg die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Ober­fran­ken um 34 Pro­zent. Betrof­fen waren 2025 ins­ge­samt 220 Unter­neh­men, damit erreich­ten die Insol­venz­zah­len wie­der das Niveau von 2015. Am häu­figs­ten traf es das Bau­ge­wer­be mit 17 Pro­zent aller Insol­ven­zen, gefolgt vom Gast­ge­wer­be (14 Pro­zent) und dem Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (13 Prozent).

Ein ande­res Bild ergibt sich bei der Mit­ar­bei­ter­zahl. Wäh­rend 2024 4.483 Beschäf­tig­te von die­sen Insol­ven­zen betrof­fen waren, hat sich die Zahl 2025 mit 2.237 Mit­ar­bei­ten­de halbiert.


Der lan­ge Zeit­ver­lauf rela­ti­viert die Zahlen

„Für eine bes­se­re Ein­ord­nung lohnt sich der Blick auf die Jah­res­zah­len im lan­gen Zeit­ver­lauf ab der Jahr­tau­send­wen­de”, so Dr. Eben­sper­ger. Anfang der 2000er Jah­re gab es in Ober­fran­ken jähr­lich etwa dop­pelt so vie­le Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen wie 2025. Damals steck­te die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft in einer erheb­li­chen Struk­tur­kri­se, unter ande­rem mit sehr hohen Arbeitslosenzahlen.

In den fol­gen­den 20 Jah­ren waren die Zah­len mit klei­ne­ren Schwan­kun­gen rück­läu­fig und erreich­ten 2021 ihren Tief­punkt. Die nied­ri­gen Wer­te zwi­schen 2016 und 2019 erklä­ren sich durch die kon­junk­tu­rel­le Hoch­pha­se. Danach spielt ein wei­te­rer Fak­tor eine Rol­le: In den Pan­de­mie­jah­ren 2020 und 2021 war die Pflicht zeit­wei­se aus­ge­setzt, bei pan­de­mie­be­ding­ter Zah­lungs­un­fä­hig­keit oder Über­schul­dung Insol­venz anzu­mel­den. Ein Teil des heu­ti­gen Anstiegs ist also genau die­ser Nachholeffekt.

„Jedes Unter­neh­men, das Insol­venz bean­tra­gen muss, ist eines zu viel, genau­so wie jeder Arbeit­neh­mer, der sich des­halb um sei­ne Arbeit sor­gen muss. Trotz­dem muss man die aktu­el­le Ent­wick­lung immer im grö­ße­ren Zusam­men­hang bewer­ten. Der Anstieg in Ober­fran­ken hat vor allem mit der schwa­chen Kon­junk­tur und einem Nach­hol­ef­fekt aus der Pan­de­mie zu tun”, resü­miert Dr. Ebensperger.

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