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Oberfranken

Ein Amt, das Wirt­schaft und Jus­tiz verbindet

Ehren­amt­lich täti­ge Han­dels­rich­ter aus dem IHK-Gre­mi­um Bam­berg ausgezeichnet

Wenn juris­ti­scher Sach­ver­stand auf unter­neh­me­ri­sche Erfah­rung trifft, dann ler­ne man von­ein­an­der, und am Ende pro­fi­tier­ten alle Betei­lig­ten davon: die strei­ten­den Par­tei­en, die Wirt­schaft und der Rechts­staat. So hat IHK-Vize­prä­si­dent Wil­helm Was­i­kow­ski die Tätig­keit eines Han­dels­rich­ters erklärt. Beim erst­mals ver­an­stal­te­ten “Tag der Han­dels­rich­ter“ auf Klos­ter Banz wur­den zahl­rei­che Han­dels­rich­ter aus allen Tei­len Ober­fran­kens für Ihr lang­jäh­ri­ges ehren­amt­li­ches Wir­ken aus­ge­zeich­net, wie die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mitteilt.

Im Rah­men der Ver­an­stal­tung wur­den mit Ralf-Die­ter Thie­ho­fe und Heri­bert Trunk zwei Per­sön­lich­kei­ten aus dem IHK-Gre­mi­um Bam­berg (Stadt und Land­kreis Bam­berg) für ihr lang­jäh­ri­ges ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment als Han­dels­rich­ter aus­ge­zeich­net. Bei­de sind seit 2012 als ehren­amt­li­che Han­dels­rich­ter aktiv. Durch­ge­führt wur­de die Ver­an­stal­tung von der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth gemein­sam mit der IHK zu Coburg.

Die­se ganz beson­de­re Tätig­keit lebe von Bestän­dig­keit und von Men­schen, die Jahr für Jahr ehren­amt­lich Recht spre­chen, ohne dass es dafür Applaus oder Schlag­zei­len gibt, sagt Wil­helm Was­i­kow­ski, selbst seit 21 Jah­ren auch ehren­amt­li­cher Han­dels­rich­ter. Er ist nicht nur IHK-Vize­prä­si­dent und Vor­sit­zen­der des IHK-Gre­mi­ums Lich­ten­fels, son­dern selbst auch als Han­dels­rich­ter tätig. Sei­nen Wor­ten zufol­ge gehö­ren die Kam­mern für Han­dels­sa­chen bei den Land­ge­rich­ten zu den am wenigs­ten bekann­ten, aber wich­tigs­ten Insti­tu­tio­nen unse­rer Wirt­schaft. Dort wür­den Men­schen aus der Wirt­schaft ihre Erfah­run­gen unent­gelt­lich und neben dem eige­nen Beruf aus Über­zeu­gung ein­brin­gen. „Fair­ness, Ver­läss­lich­keit, Respekt vor den Regeln des Wett­be­werbs, das ist kein Bild aus dem Geschichts­buch, son­dern geleb­ter All­tag“, so Wil­helm Wasikowski.


Han­dels­rich­ter, die wis­sen, wie ein Unter­neh­men tickt

Wenn Unter­neh­men um Lie­fe­run­gen, Zah­lun­gen oder Ver­trä­ge strei­ten, dann benö­ti­ge es einen Ort, der nicht nur Para­gra­fen kennt, son­dern auch Bilan­zen lesen kann. Genau das sei die Stär­ke der Kam­mer für Han­dels­sa­chen. Berufs­rich­ter säßen dort gemein­sam mit Han­dels­rich­tern, die wüss­ten, wie ein Betrieb tickt, wie Lie­fer­ket­ten funk­tio­nie­ren und was ein Deckungs­bei­trag ist. “Das ist kei­ne Theo­rie aus dem Semi­nar­raum, das ist Pra­xis am Ver­hand­lungs­tisch“, macht der IHK-Vize­prä­si­dent deut­lich. Für die Unter­neh­men bedeu­te dies kon­kret: „Ver­fah­ren, die oft schnel­ler gehen und Ent­schei­dun­gen, die näher an der Rea­li­tät liegen.“


Han­dels­rich­ter – eine frän­ki­sche Erfindung

Tra­di­ti­on als Fun­da­ment, Rechts­si­cher­heit als Vor­aus­set­zung und Inno­va­ti­on als Zukunft, so beschreibt Dr. Adri­an Roß­ner, pro­mo­vier­ter Lan­des­his­to­ri­ker und CEO des Wis­sen­schafts­zen­trums für Künst­li­che Intel­li­genz im Klos­ter Speins­hart den Drei­klang, der die Arbeit der Han­dels­rich­ter ziem­lich genau umfasst. Er spannt in lau­ni­gen Wor­ten einen wei­ten Bogen über meh­re­re Jahr­hun­der­te ober­frän­ki­sche Indus­trie­ge­schich­te und stellt dabei auch fest, dass das Amt des Han­dels­rich­ters eine frän­ki­sche Erfin­dung sei, die bis zum Anfang des 16. Jahr­hun­derts zurückreiche.

Wie wert­voll kauf­män­ni­sches Wis­sen im Gerichts­saal ist, dar­über berich­tet Dr. Andre­as Engel, Prä­si­dent der IHK zu Coburg. Er ist seit 22 Jah­ren als ehren­amt­li­cher Han­dels­rich­ter tätig. Er spricht von einem Rol­len­wech­sel. Wäh­rend man im eige­nen Unter­neh­men die Ver­ant­wor­tung für Beschäf­tig­te, Kun­den, Inves­ti­tio­nen, Ver­trä­ge und wirt­schaft­li­che Ent­schei­dun­gen zu tra­gen habe, blei­be die unter­neh­me­ri­sche Erfah­rung im Gerichts­saal zwar wich­tig, aber die Rol­le sei eine ande­re, denn ein Han­dels­rich­ter sit­ze dort nicht als Inter­es­sens­ver­tre­ter der Wirt­schaft, son­dern als Rich­ter, unab­hän­gig und dem Gesetz ver­pflich­tet. Genau die­ser Rol­len­wech­sel mache das Amt so beson­ders: „Wir brin­gen unse­ren unter­neh­me­ri­schen Blick mit, aber wir müs­sen bereit sein, ihn aus einer neu­en Per­spek­ti­ve zu betrachten.“ 


Unter­schied­li­che Erfah­rungs­wel­ten kom­men zusammen

Eine Kam­mer für Han­dels­sa­chen funk­tio­nie­re gera­de des­halb so gut, weil dort unter­schied­li­che Erfah­rungs­wel­ten zusam­men­kom­men, brach­te Andre­as Engel das Erfolgs­re­zept der Han­dels­rich­ter-Tätig­keit auf den Punkt. Bei­de Sei­ten ergän­zen sich. Der Jurist wer­de durch den Kauf­mann nicht zum bes­se­ren Juris­ten. Und der Kauf­mann wer­de durch die Robe nicht plötz­lich zum Juris­ten. Aber bei­de bräch­ten etwas ein, was die jeweils ande­re Sei­te so nicht mit­brin­gen kann.

Die Anfor­de­run­gen an Han­dels­rich­ter wür­den der­zeit stei­gen, die Zahl der Streit­ver­fah­ren gehe jedoch zurück. Das berich­tet Andre­as Bau­er, Vize­prä­si­dent des Land­ge­richts Coburg. Als Grün­de nennt er unter ande­rem, dass ver­mehrt außer­ge­richt­li­che Ver­glei­che getä­tigt werden.


Ehren­amt mit her­aus­ra­gen­der Bedeu­tung für Gemeinwesen

IHK-Prä­si­dent Dr. Micha­el Waas­ner stellt die gro­ße Bedeu­tung des Ehren­am­tes her­aus. Ehren­amt­li­che Tätig­kei­ten hät­ten eine her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung für das Gemein­we­sen und sei­en eine star­ke Res­sour­ce für den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt, macht der IHK-Prä­si­dent deut­lich. Des­halb kön­ne ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment nicht hoch genug geschätzt wer­den. „Ehren­amt ist von Natur aus sinn­stif­tend, lehr­reich, befrie­di­gend, es ist nicht nur frucht­bar für die Gemein­schaft, son­dern auch für den Einzelnen.“

Pro­be­alarm am bun­des­wei­ten Warntag

Bun­des­wei­ter Warn­tag: Posi­ti­ve Bilanz für den Regie­rungs­be­zirk Oberfranken

Der bun­des­wei­te Pro­be­alarm am 10. Sep­tem­ber ist in Ober­fran­ken nach einem ers­ten Über­blick ins­ge­samt posi­tiv ver­lau­fen, wie die Regie­rung von Ober­fran­ken mitteilt.

Die betei­lig­ten Behör­den und Orga­ni­sa­tio­nen haben die vor­ge­se­he­nen Warn­mit­tel und Abläu­fe getes­tet. Dabei hat sich gezeigt, dass die War­nung in Ober­fran­ken ins­ge­samt gut funk­tio­niert hat.

Die digi­ta­len War­nun­gen wur­den über das Modu­la­re Warn­sys­tem an Warn-Apps und Cell Broad­cast erfolg­reich ver­sen­det. Die Sire­nen, soweit tech­nisch digi­tal auf­ge­rüs­tet, gaben eine akus­ti­sche War­nung und Ent­war­nung ab. Neben dem Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe (BBK) betei­lig­ten sich in Ober­fran­ken 169 Kom­mu­nen mit Sire­nen­war­nung und Lautsprecherwagen.

Die gewon­ne­nen Erfah­run­gen flie­ßen nun in die bun­des­wei­te Aus­wer­tung des Bun­des­amts für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe (BBK) ein.

Mit jedem Pro­be­alarm wer­den die tech­ni­schen Sys­te­me unter rea­len Bedin­gun­gen getes­tet, um Schwach­stel­len zu erken­nen und die Effi­zi­enz und Effek­ti­vi­tät zukünf­ti­ger Alar­mie­run­gen zu opti­mie­ren. Dar­über hin­aus tra­gen sie dazu bei, die Bevöl­ke­rung über die ver­schie­de­nen For­men der War­nung zu infor­mie­ren und zu sen­si­bi­li­sie­ren. Dies ist eine Grund­vor­aus­set­zung für die Selbst­hil­fe­fä­hig­keit der Men­schen in Deutsch­land im Krisenfall.

War­nung der Bevölkerung

Pro­be­alarm am bun­des­wei­ten Warn­tag am 10. September

Am Don­ners­tag, 10. Sep­tem­ber 2026, fin­det der nächs­te Bun­des­wei­te Warn­tag statt. Ab 11:00 Uhr wird in ganz Deutsch­land eine Pro­be­war­nung über ver­schie­de­ne Warn­ka­nä­le aus­ge­löst. Auch in Ober­fran­ken wer­den zahl­rei­che Kom­mu­nen ihre Sire­nen testen.

Ziel des Warn­tags ist es, die tech­ni­schen Warn­sys­te­me und die Abläu­fe zwi­schen Bund, Län­dern und Kom­mu­nen zu erpro­ben und zugleich die Bevöl­ke­rung mit den ver­schie­de­nen Warn­mög­lich­kei­ten ver­traut zu machen. Im Ernst­fall – etwa bei Natur­ka­ta­stro­phen, Groß­brän­den oder ande­ren Gefah­ren­la­gen – kann eine schnel­le und effek­ti­ve War­nung Leben retten.


Was ist der Bun­des­wei­te Warntag?

Der jähr­li­che Bun­des­wei­te Warn­tag ist eine gemein­sa­me Initia­ti­ve des Bun­des­am­tes für Bevöl­ke­rungs­schutz und Kata­stro­phen­hil­fe (BBK) sowie der Innen­mi­nis­te­ri­en der Län­der. Neben der tech­ni­schen Über­prü­fung des soge­nann­ten Warn­mit­tel-Mix steht vor allem die Sen­si­bi­li­sie­rung der Bevöl­ke­rung im Vordergrund.

Alle an das Modu­la­re Warn­sys­tem (MoWaS) ange­schlos­se­nen Warn­mit­tel wie Warn-Apps (zum Bei­spiel NINA oder KATWARN), Cell Broad­cast, Rund­funk­durch­sa­gen sowie digi­ta­le Wer­be­ta­feln wer­den zen­tral durch das BBK aus­ge­löst. Zusätz­lich tes­ten die Kom­mu­nen, wo tech­nisch mög­lich, eige­ne Warn­mit­tel wie Sire­nen und Laut­spre­cher­wa­gen. Tech­ni­sche Vor­aus­set­zung dafür ist die Umrüs­tung von ana­lo­gen auf digi­ta­le Sirenen.

In Ober­fran­ken betei­li­gen sich 169 Kom­mu­nen mit Sire­nen­war­nung und eine Kom­mu­ne mit einem Laut­spre­cher­wa­gen. Durch die fort­schrei­ten­de digi­ta­le Ertüch­ti­gung ana­lo­ger Feu­er­wehr­si­re­nen, geför­dert durch den Frei­staat Bay­ern, konn­te die Anzahl der teil­neh­men­den Kom­mu­nen von 138 über zwi­schen­zeit­lich 159 auf nun­mehr 169 Kom­mu­nen inner­halb der letz­ten bei­den Warn­ta­ge gestei­gert werden.


Ablauf des Warntages

Ab 11:00 Uhr: Zen­tra­le Aus­lö­sung aller an MoWaS ange­schlos­se­nen Warn­mit­tel durch das BBK in der höchs­ten Warn­stu­fe 1. Par­al­lel hier­zu lösen die Län­der und die teil­neh­men­den kom­mu­na­len Stel­len zeit­gleich die in ihrem Zustän­dig­keits­be­reich befind­li­chen, nicht direkt an MoWaS ange­schlos­se­nen Warn- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel wie zum Bei­spiel Sire­nen manu­ell aus.

Ab 11:45 Uhr: Ent­war­nung der Warn­mel­dung “Bun­des­wei­ter Warn­tag 2026” durch die Natio­na­le Warn­zen­tra­le des BBK ein­schließ­lich der Umset­zung durch die Warn­mul­ti­pli­ka­to­ren und regio­na­len Warn­mit­tel. Es erfolgt auch eine Ent­war­nung über Cell Broadcast.

Die Ent­war­nung signa­li­siert das Ende des Tests und dient der Über­prü­fung, ob die Sys­te­me auch im Ernst­fall zuver­läs­sig funktionieren.

Son­der­um­fra­ge der Deut­schen IHK (DIHK)

Wett­be­werb mit Chi­na setzt Unter­neh­men unter Druck

Vie­le ober­frän­ki­sche Unter­neh­men spü­ren die wach­sen­de Kon­kur­renz durch chi­ne­si­sche Anbie­ter und das sowohl im Inland und der EU als auch auf Dritt­märk­ten, macht Dr. Micha­el Waas­ner deut­lich, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Das zei­gen die Ergeb­nis­se einer Son­der­um­fra­ge der Deut­schen IHK (DIHK) zum Wett­be­werb mit Chi­na. Die hie­si­gen Unter­neh­men reagie­ren vor allem mit Kos­ten­sen­kun­gen und Pro­dukt­in­no­va­ti­on auf die­se Situa­ti­on. Bei der Fra­ge, ob die EU eine här­te­re Han­dels­po­li­tik gegen­über Chi­na ein­schla­gen soll­te, gehen die Mei­nun­gen deut­lich auseinander.

Chi­na ist für unse­re Unter­neh­men Absatz­markt, Zulie­fe­rer und Wett­be­wer­ber zugleich. Das macht die Lage kom­pli­ziert, für die Han­dels­po­li­tik in Brüs­sel genau­so wie für jedes ein­zel­ne Unter­neh­men hier in Ober­fran­ken, so Dr. Waasner.

Chi­na zählt zu den wich­tigs­ten Han­dels­part­nern der baye­ri­schen Wirt­schaft. Bei den Expor­ten liegt das Land 2025 auf Rang 5 der Aus­fuhr­län­der, bei den Impor­ten führt Chi­na die Rang­lis­te sogar an. Die kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten vor­läu­fi­gen Ergeb­nis­se der Außen­han­dels­sta­tis­tik des Baye­ri­sche Lan­des­amts für Sta­tis­tik zei­gen, dass Bay­ern im ers­ten Halb­jahr 2026 Waren im Wert von 16,8 Mil­li­ar­den aus Chi­na ein­ge­führt hat. Das ent­spricht einem Plus von knapp 4 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum. Gleich­zei­tig gin­gen jedoch die baye­ri­schen Expor­te nach Chi­na um 5 Pro­zent auf ins­ge­samt 6,3 Mil­li­ar­den Euro zurück.

Auch für Ober­fran­ken ist Chi­na ein wich­ti­ger Han­dels­part­ner, wie Dr. Johan­na Hor­zetz­ky betont, Team­lei­te­rin Inter­na­tio­nal bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Über 260 Unter­neh­men mit Han­dels­be­zie­hun­gen zu Chi­na sind bei der IHK regis­triert, dar­un­ter 26 mit Nie­der­las­sun­gen und 16 mit Pro­duk­ti­ons­stät­ten. Zum Ver­gleich: Mit den USA pfle­gen rund 220 Unter­neh­men Geschäfts­be­zie­hun­gen (36 Nie­der­las­sun­gen, 16 Pro­duk­ti­ons­stät­ten), mit Tsche­chi­en sind es gut 200 (24 Nie­der­las­sun­gen, 20 Produktionsstätten).

Die AHK Grea­ter Chi­na ist Teil des Net­zes der deut­schen Aus­lands­han­dels­kam­mern mit 150 Büros in 93 Län­dern und Regio­nen welt­weit. Über 1.800 Unter­neh­men sind Mit­glied der AHK Chi­na mit ihren elf Standorten.


78 Pro­zent der baye­ri­schen Unter­neh­men spü­ren wach­sen­de Konkurrenz

Die enge Ver­bin­dung zu Chi­na hat nicht nur Vor­tei­le, wie eine aktu­el­le Son­der­um­fra­ge der DIHK zeigt. 78 Pro­zent der befrag­ten baye­ri­schen Unter­neh­men geben an, eine wach­sen­de Kon­kur­renz durch chi­ne­si­sche Wett­be­wer­ber zu spü­ren. Bei fast der Hälf­te der Befrag­ten (47 Pro­zent) wird der Druck sogar stark bis sehr stark bewer­tet. Dabei sind chi­ne­si­sche Wett­be­wer­ber bereits welt­weit sehr aktiv. Über 60 Pro­zent berich­ten von spür­ba­rem Druck durch chi­ne­si­sche Anbie­ter im Inland, auf dem EU-Bin­nen­markt und auf Dritt­märk­ten. Aber auch auf dem chi­ne­si­schen Markt selbst (49 Pro­zent) wird der Wett­be­werbs­druck wahrgenommen.

Unse­re Unter­neh­men set­zen ganz unter­schied­li­che Hebel an, um mit dem wach­sen­den Wett­be­werb aus Chi­na umzu­ge­hen, erläu­tert Dr. Hor­zetz­ky. Am wei­tes­ten ver­brei­tet sind Kos­ten­sen­kun­gen. Das gaben zwei Drit­tel der Befrag­ten an. Fast genau­so vie­le, näm­lich 64 Pro­zent, set­zen auf Pro­dukt­in­no­va­ti­on. Wei­te­re Stra­te­gien sind die ver­stärk­te Suche nach neu­en Absatz­märk­ten (41 Pro­zent). Wir füh­ren dazu aktu­ell vie­le Bera­tungs­ge­sprä­che mit unse­ren Mit­glieds­un­ter­neh­men, sagt Hor­zetz­ky. Im Zusam­men­hang mit Afri­ka hören wir dabei regel­mä­ßig: ‘Das lohnt sich doch gar nicht mehr, da sind ja schon über­all die Chinesen.’


Was erwar­ten die Unter­neh­men von der Politik

Die Koope­ra­ti­on mit chi­ne­si­schen Part­nern (30 Pro­zent) sowie der Ver­la­ge­rung von Inves­ti­tio­nen (28 Pro­zent) sind wei­te­re Stra­te­gien. 14 Pro­zent zie­hen sich sogar ganz aus dem Geschäfts­feld zurück. Kos­ten­sen­kun­gen sind ein schnel­ler Hebel, kön­nen aber auf Dau­er auch eine gefähr­li­che Stra­te­gie sein. Eine gute und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ist jedoch, dass eben­so vie­le Unter­neh­men auf Inno­va­tio­nen statt allein auf den Preis set­zen, macht Dr. Waas­ner deutlich.

Unei­nig sind sich die Unter­neh­men bei der Fra­ge, wie ent­schlos­sen die EU gegen­über Chi­na auf­tre­ten soll­te. Kon­kret geht es um stär­ke­re han­dels­po­li­ti­sche Maß­nah­men, um Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zu begeg­nen, auch wenn die­se für die Unter­neh­men selbst nega­ti­ve Kon­se­quen­ten hät­ten, etwa durch Büro­kra­tie­kos­ten, höhe­re Prei­se, Zöl­le, Gegen­maß­nah­men oder Lie­fer­eng­päs­se. 55 Pro­zent der Befrag­ten befür­wor­ten ein här­te­res Vor­ge­hen trotz die­ser Risi­ken, 41 Pro­zent leh­nen es eher ab.

„Ein Bei­spiel für den Umgang mit chi­ne­si­schen Impor­ten ist die EU-Han­dels­schutz­maß­nah­me bei Stahl”, so Dr. Waas­ner. „So wie die EU die­se aktu­ell aus­ge­stal­tet hat, ist sie leicht zu umge­hen. Sie hat nur Stahl­pro­duk­te im Blick, aber kei­ne stahl­in­ten­si­ven Fol­ge­pro­duk­te. Die Anrei­ze sind hoch, die Wert­schöp­fung stahl­in­ten­si­ver Pro­duk­te aus der EU zu ver­la­gern – etwa Elek­tro­ble­che, Trans­for­ma­to­ren, Gene­ra­to­ren oder Elek­tro­mo­to­ren. Damit hat die Maß­nah­me nur Ver­lie­rer, weil sie die Stahl­her­stel­ler nicht effek­tiv schützt, die stahl­ver­ar­bei­ten­den Betrie­be gar nicht, und dabei hohen Auf­wand ver­ur­sacht. Die ange­dach­te Aus­wei­tung auf nach­ge­la­ger­te Pro­duk­ti­ons­schrit­te wäre inso­fern fol­ge­rich­tig, da sie den Grund­ge­dan­ken, indus­tri­el­le Wert­schöp­fung in Euro­pa zu schüt­zen, logisch zu Ende führt. Wett­be­werb ist gut, solan­ge die Regeln für alle gel­ten. Die Zah­len zei­gen aber, dass die baye­ri­sche Wirt­schaft beim Umgang mit Chi­na gespal­ten ist: Die einen wol­len Schutz vor unfai­rem Wett­be­werb, die ande­ren fürch­ten die Fol­gen für das eige­ne Unter­neh­men“, macht Dr. Waas­ner deutlich.

Wett­be­werbs­fä­hig blei­ben wir nicht durch Abschot­tung, son­dern durch eige­ne Stär­ke: gute Aus­bil­dung, schnel­le Geneh­mi­gun­gen und Frei­räu­me für Inno­va­ti­on. Dar­an müs­sen Poli­tik und Wirt­schaft jetzt gemein­sam arbei­ten, sagt Dr. Micha­el Waas­ner mit Blick auf die kom­men­den Monate.

Von bis­he­ri­gen Höchst­wer­ten ist die Regi­on den­noch weit entfernt

Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Ober­fran­ken stei­gen deutlich

Im ers­ten Halb­jahr 2026 mel­de­ten in Ober­fran­ken deut­lich mehr Unter­neh­men Insol­venz an als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ord­net ein, was hin­ter dem Anstieg steckt.

„Die jüngst ver­öf­fent­lich­ten Halb­jah­res­zah­len des Baye­ri­schen Lan­des­amts für Sta­tis­tik zei­gen, dass im ers­ten Halb­jahr 2026 in Ober­fran­ken 112 Unter­neh­men Insol­venz bean­trag­ten. Im glei­chen Zeit­raum des Vor­jah­res waren es 99. Das stellt eine Zunah­me von 13 Pro­zent dar. Noch deut­li­cher fällt der Ver­gleich mit 2024 aus, als im ers­ten Halb­jahr nur 74 Unter­neh­men betrof­fen waren. Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass der erheb­li­che Anstieg der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen auch im Wirt­schafts­raum Ober­fran­ken ange­kom­men ist“, fasst Dr. Sabi­ne Eben­sper­ger, Refe­ren­tin Stand­ort­in­for­ma­ti­on bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth, die Situa­ti­on zusammen.


Deut­li­ches Plus auch in den Jah­res­zah­len ersichtlich

Auch der Jah­res­ver­gleich bestä­tigt den Trend nach oben. Zwi­schen 2024 und 2025 stieg die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Ober­fran­ken um 34 Pro­zent. Betrof­fen waren 2025 ins­ge­samt 220 Unter­neh­men, damit erreich­ten die Insol­venz­zah­len wie­der das Niveau von 2015. Am häu­figs­ten traf es das Bau­ge­wer­be mit 17 Pro­zent aller Insol­ven­zen, gefolgt vom Gast­ge­wer­be (14 Pro­zent) und dem Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (13 Prozent).

Ein ande­res Bild ergibt sich bei der Mit­ar­bei­ter­zahl. Wäh­rend 2024 4.483 Beschäf­tig­te von die­sen Insol­ven­zen betrof­fen waren, hat sich die Zahl 2025 mit 2.237 Mit­ar­bei­ten­de halbiert.


Der lan­ge Zeit­ver­lauf rela­ti­viert die Zahlen

„Für eine bes­se­re Ein­ord­nung lohnt sich der Blick auf die Jah­res­zah­len im lan­gen Zeit­ver­lauf ab der Jahr­tau­send­wen­de”, so Dr. Eben­sper­ger. Anfang der 2000er Jah­re gab es in Ober­fran­ken jähr­lich etwa dop­pelt so vie­le Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen wie 2025. Damals steck­te die ober­frän­ki­sche Wirt­schaft in einer erheb­li­chen Struk­tur­kri­se, unter ande­rem mit sehr hohen Arbeitslosenzahlen.

In den fol­gen­den 20 Jah­ren waren die Zah­len mit klei­ne­ren Schwan­kun­gen rück­läu­fig und erreich­ten 2021 ihren Tief­punkt. Die nied­ri­gen Wer­te zwi­schen 2016 und 2019 erklä­ren sich durch die kon­junk­tu­rel­le Hoch­pha­se. Danach spielt ein wei­te­rer Fak­tor eine Rol­le: In den Pan­de­mie­jah­ren 2020 und 2021 war die Pflicht zeit­wei­se aus­ge­setzt, bei pan­de­mie­be­ding­ter Zah­lungs­un­fä­hig­keit oder Über­schul­dung Insol­venz anzu­mel­den. Ein Teil des heu­ti­gen Anstiegs ist also genau die­ser Nachholeffekt.

„Jedes Unter­neh­men, das Insol­venz bean­tra­gen muss, ist eines zu viel, genau­so wie jeder Arbeit­neh­mer, der sich des­halb um sei­ne Arbeit sor­gen muss. Trotz­dem muss man die aktu­el­le Ent­wick­lung immer im grö­ße­ren Zusam­men­hang bewer­ten. Der Anstieg in Ober­fran­ken hat vor allem mit der schwa­chen Kon­junk­tur und einem Nach­hol­ef­fekt aus der Pan­de­mie zu tun”, resü­miert Dr. Ebensperger.

Indus­trie – vor allem Auto­zu­lie­fe­rer – mit weni­ger neu­en Ausbildungsverträgen

IHK: Meh­re­re Bran­chen mit spür­ba­rem Zuwachs bei Azubis

Ein Ein­bruch bei den Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern, dafür ein ordent­li­ches Plus etwa im Logis­tik­sek­tor, bei den Tex­til- oder Papier­her­stel­lern, den Ener­gie­ver­sor­gern und den Finanz­dienst­leis­tern – so die aktu­el­le Ent­wick­lung bei den neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen der Mit­glieds­be­trie­be der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

Zum 31. Juli lag die Zahl der neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­ge bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit 1.940 gegen­über dem Vor­jahr leicht im Plus – 32 Neu­ein­trä­ge mehr als im Vor­jahr, aber 315 weni­ger als 2024. Ein Blick hin­ter die Kulis­sen zeigt, dass die Ent­wick­lung regio­nal und bei den ein­zel­nen Bran­chen sehr unter­schied­lich verläuft.

Drei Ent­wick­lun­gen machen den Unter­neh­men dabei das Leben schwer: Zum einen der schlep­pen­de Kon­junk­tur­ver­lauf, der sich in Teil­be­rei­chen zu einer Struk­tur­kri­se ent­wi­ckelt hat. Zum zwei­ten die Ent­wick­lung, dass sich Schul­ab­gän­ge­rin­nen und Schul­ab­gän­ger immer spä­ter bewer­ben, was den Unter­neh­men die Pla­nun­gen erheb­lich erschwert. Und zum Drit­ten die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung: Auf jeden Berufs­ein­stei­ger kom­men zwei Per­so­nen, die sich in den Ruhe­stand ver­ab­schie­den. „Des­halb brau­chen die Unter­neh­men – den her­aus­for­dern­den Rah­men­be­din­gun­gen zum Trotz – mehr denn je Fach­kräf­te­nach­wuchs”, sagt Dr. Micha­el Waas­ner Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.


Den Unter­neh­men geht der Nach­wuchs aus

„Gin­ge es nach den Unter­neh­men, wür­den die­se ger­ne noch viel mehr Aus­zu­bil­den­de ein­stel­len”, macht Dr. Waas­ner deut­lich. „Über 3.000 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­plät­ze bei schwa­cher Kon­junk­tur, das zeigt: Unse­ren Betrie­ben fehlt nicht der Wil­le aus­zu­bil­den, ihnen fehlt der Nachwuchs!”


Mit Aus­bil­dung hohe Arbeitsplatzsicherheit

Der IHK-Prä­si­dent macht aber auch deut­lich: „Eine Aus­bil­dung ist kein Rück­fall­plan für schwä­che­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Sie ist der direk­te Weg in ein siche­res Arbeits­ver­hält­nis mit einem Lebens­ar­beits­ein­kom­men auf dem Niveau von Hoch­schul­ab­sol­ven­tin­nen und ‑absol­ven­ten, vor allem bei anschlie­ßen­der Weiterbildung.”


Indus­trie bil­det weni­ger aus

Bricht man die IHK-Zah­len auf die Bran­chen her­un­ter, gibt es oft star­ke Schwan­kun­gen von Jahr zu Jahr. „Um die­sen Zufäl­len etwas ent­ge­gen­zu­wir­ken, erfolgt in der nach­fol­gen­den Ana­ly­se immer ein Ver­gleich der aktu­el­len Zah­len 2026 mit dem Mit­tel­wert der Aus­bil­dungs­zah­len 2024 und 2025”, erläu­tert IHK-Pres­se­spre­cher Peter Belina.

Ein Blick auf die drei Haupt­grup­pen Dienst­leis­tun­gen, Handel/​Tourismus und Indus­trie zeigt, dass die Ent­wick­lung in den ers­ten bei­den Grup­pen sta­bil geblie­ben ist, wäh­rend die Indus­trie bis zum 31. Juli rund 13 Pro­zent weni­ger Aus­zu­bil­den­de ein­ge­stellt hat als im Schnitt der bei­den Vorjahre.

Hier zeigt sich sehr deut­lich, dass natür­lich ein Zusam­men­hang besteht zwi­schen der wirt­schaft­li­chen Lage einer Bran­che und den neu unter­zeich­ne­ten Aus­bil­dungs­ver­trä­gen. Gera­de die Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer – wich­tigs­ter Arbeit­ge­ber Ober­fran­kens – ver­zeich­nen einen spür­ba­ren Rück­gang bei den Neu­ein­tra­gun­gen. Der Ein­bruch erfolg­te vor allem von 2024 auf 2025. Bei den 20 größ­ten Aus­bil­dungs­be­trie­ben im Auto­mo­ti­ve-Sek­tor stürz­te die Zahl der Aus­zu­bil­den­den regel­recht ab, das Minus betrug 43 Pro­zent – beson­ders groß war der Rück­gang von 2024 auf 2025. „Ganz wich­tig in die­sem Zusam­men­hang: Es sind knapp zwei Hand­voll Unter­neh­men, die einen der­art radi­ka­len Schnitt vor­neh­men muss­ten”, macht Beli­na deut­lich. „Die rest­li­chen Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer ver­zeich­nen eine sta­bi­le, allen­falls leicht nega­ti­ve Entwicklung.”


Bran­chen­spe­zi­fi­sche Unter­schie­de bei der Entwicklung

Wirft man einen Blick auf alle Bran­chen mit min­des­ten 20 Neu­ein­tra­gun­gen im aktu­el­len Jahr, fal­len vier Bran­chen auf mit einem deut­li­chen Rück­gang und wei­te­re acht mit einem beacht­li­chen Zuwachs auf.

Um 51 Pro­zent auf 20 ging die Zahl der neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se bei den Her­stel­lern von che­mi­schen Erzeug­nis­sen zurück. Knapp 40 Pro­zent auf 52 Neu­ein­tra­gun­gen betrug der Rück­gang bei den unter­neh­mens­na­hen Dienst­leis­tun­gen. Jeweils rund ein Vier­tel betrug der Rück­gang bei den Her­stel­lern im Bereich Daten­ver­ar­bei­tung, Optik, Elek­tro (zum Bei­spiel Unter­hal­tungs­elek­tro­nik, Optik oder elek­tro­me­di­zi­ni­sche Gerä­te) sowie dem Maschinenbau.

Bei den unter­neh­mens­na­hen Dienst­leis­tun­gen sind – so die Zah­len der Bun­des­agen­tur für Arbeit – noch etwa ein Vier­tel der ange­bo­te­nen Aus­bil­dungs­plät­ze unbe­setzt, bei den ande­ren Aus­bil­dungs­be­ru­fen jeweils noch rund ein Drittel.

Auf der ande­ren Sei­te gibt es aber auch Bran­chen mit einem spür­ba­ren Zuwachs an Neu­ver­trä­gen, etwa im Logis­tik­sek­tor (Lage­rei +18 Pro­zent auf 86 und Land­ver­kehr +69 Pro­zent auf 21). Dienst­leis­tun­gen für Unter­neh­men und Pri­vat­per­so­nen (zum Bei­spiel Call Cen­ter, Mes­se- und Kon­gress­ver­an­stal­ter oder Inkas­so­bü­ros) legen um ein Vier­tel zu, Tex­til­her­stel­ler, Ener­gie­ver­sor­ger, Finanz­dienst­leis­ter und Papier­her­stel­ler (ein­schließ­lich Kar­tons und Pap­pe) um 10 Pro­zent oder mehr.

Zum 31. Juli waren rund 40 Pro­zent aller Aus­bil­dungs­plät­ze im Logis­tik- und Tex­til­sek­tor unbe­setzt, bei den Papier­her­stel­lern sogar drei von vier ange­bo­te­nen Ausbildungsplätzen.

Die meis­ten Neu­ein­tra­gun­gen ver­zeich­net übri­gens der Ein­zel­han­del mit 371, gefolgt vom Gast­ge­wer­be (181), den Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern (ca. 170) den Finanz­dienst­leis­tun­gen (110) und dem Groß­han­del (108).

„Die meis­ten der Unter­neh­men, die noch Aus­zu­bil­den­de suchen, stel­len auch noch nach dem Beginn des Aus­bil­dungs­jah­res zum 1. Sep­tem­ber ein”, macht Dr. Waas­ner deut­lich. „Wer noch auf der Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz ist – Bewer­bun­gen loh­nen sich auf jeden Fall noch”.

IHK-Mit­glieds­un­ter­neh­men bie­ten aktu­ell 170 Ausbildungsberufe

Unter­neh­men kön­nen vie­le Aus­bil­dungs­plät­ze nicht besetzen

Kurz vor Beginn des neu­en Aus­bil­dungs­jah­res am 1. Sep­tem­ber mel­det die IHK für Ober­fran­ken einen Zuwachs bei den neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen. 1.940 Neu­ein­tra­gun­gen waren es zum 31. Juli, immer­hin 32 mehr als im Vorjahr.

„Zur gan­zen Wahr­heit gehört aber auch, dass das Jahr sehr zäh begann”, macht Micha­el von Her­tell deut­lich, Lei­ter der beruf­li­chen Bil­dung bei der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Im Janu­ar lag die Zahl der Neu­ein­tra­gun­gen 36 Pro­zent unter dem Vor­jah­res­er­geb­nis, im März lag das Minus immer noch bei 16 Pro­zent. Erst zum 31. Juli war der Trend erst­mals posi­tiv. Von Her­tell: „Aus ver­schie­dens­ten Grün­den waren vie­le Aus­bil­dungs­ver­trä­ge spä­ter unter Dach und Fach als sonst.” Zwei Drit­tel aller Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se in Ober­fran­ken ent­fal­len auf die bei­den IHKs der Region.


Ober­fran­ken: Auf jeden Unver­sorg­ten kom­men 2,1 unbe­setz­te Ausbildungsstellen

Außer­dem gab es im ver­gan­ge­nen Jahr kaum Abitur­prü­fun­gen wegen der Umstel­lung vom G8 auf das G9. „Vor die­sem Hin­ter­grund fal­len die Zah­len ent­täu­schend aus”, so von Her­tell. 2024 lag die Zahl der Neu­ein­tra­gun­gen am 31. Juli um 315 höher als heu­er. „Das zeigt deut­lich, wie sehr unse­re Unter­neh­men unter Druck stehen.”

Neben der kon­junk­tu­rel­len Lage wirkt sich auch die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung immer mehr aus. „Auf zwei Beschäf­tig­te, die in den Ruhe­stand gehen, kommt nur eine Berufs­an­fän­ge­rin oder ein Berufs­an­fän­ger nach”, so von Hertell.

Inter­es­sant ist ein Blick auf die Schul­ab­schlüs­se der Nach­wuchs­kräf­te. Hat­ten 2016 noch 20 Pro­zent aller Azu­bis im ers­ten Lehr­jahr Fach­hoch­schul- oder Hoch­schul­rei­fe, sind es 2026 nur noch 17 Pro­zent. Noch deut­li­cher der Rück­gang bei der Mitt­le­ren Rei­fe, der Anteil ging von 53 Pro­zent auf 44 Pro­zent zurück. Die Lücke fül­len die Mit­tel­schul­ab­sol­ven­ten, deren Anteil vor zehn Jah­ren bei 27 Pro­zent lag und inzwi­schen auf 39 Pro­zent gestie­gen ist.


Unter­neh­men suchen wei­ter hän­de­rin­gend nach Auszubildenden

Wie groß die Lücke zwi­schen Ange­bot und Nach­fra­ge ist, zeigt die Sta­tis­tik der Agen­tur für Arbeit. Sie erfasst die meis­ten Bewer­ber und frei­en Stel­len. Aktu­ell ste­hen in Ober­fran­ken 1.505 unver­mit­tel­ten Schul­ab­gän­ge­rin­nen und Schul­ab­gän­gern 3.127 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­stel­len gegenüber.

Auf jeden unver­mit­tel­ten Bewer­ber kom­men somit 2,1 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­plät­ze. Aus Sicht der Schul­ab­gän­ger ist die Situa­ti­on in Ober­fran­ken spür­bar bes­ser als in Bay­ern oder in Deutsch­land, wo auf einen unver­sorg­ten Bewer­ber nur 1,6 bezie­hungs­wei­se 1,1 unbe­setz­te Aus­bil­dungs­plät­ze kommen.

Das bedeu­tet aber umge­kehrt, dass sehr vie­le Unter­neh­men ihre Aus­bil­dungs­plät­ze nicht beset­zen kön­nen. Am stärks­ten trifft es das Bau­ge­wer­be, dort ist – Stand 31. Juli – fast jeder zwei­te ange­bo­te­ne Aus­bil­dungs­platz unbe­setzt. Auch Han­del, Logis­tik und das Gast­ge­wer­be suchen drin­gend Nach­wuchs. Dort liegt der Anteil der unbe­setz­ten Aus­bil­dungs­plät­ze bei min­des­tens 40 Prozent.


Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit 170 Ausbildungsberufen

„Wer noch kei­nen Aus­bil­dungs­ver­trag hat, darf den Kopf auf kei­nen Fall in den Sand ste­cken”, macht von Her­tell mit einem Blick auf die Vor­jah­res­zah­len deut­lich. Zum 31. Juli 2025 waren erst 54 Pro­zent der 3.516 Aus­bil­dungs­ver­trä­ge unter­schrie­ben, die zum Jah­res­en­de bei der IHK regis­triert waren. Von Her­tell: „Die Bewer­bungs­pha­se ist lan­ge nicht abgeschlossen.”

Wer noch sucht, soll­te über die belieb­tes­ten Beru­fe hin­aus­bli­cken, rät von Her­tell. Bei den Mäd­chen sind das bei den IHK-Beru­fen die Kauf­frau für Büro­ma­nage­ment, die Ver­käu­fe­rin und die Indus­trie­kauf­frau, bei den Jungs der Kfz-Mecha­tro­ni­ker, der Elek­tro­ni­ker und der Fach­in­for­ma­ti­ker Sys­tem­tech­nik. „Ins­ge­samt bie­ten unse­re Mit­glieds­un­ter­neh­men aktu­ell 170 ver­schie­de­ne Aus­bil­dungs­be­ru­fe an”, so von Her­tell. „Da ist bestimmt für jeden was dabei!”

Es gibt Bran­chen, die sich aktu­ell schwer­tun, genü­gend Azu­bis zu gewin­nen. „Immer unter der Vor­aus­set­zung, dass es sich um einen Beruf han­delt, der die Aus­bil­dungs­platz­su­chen­den inter­es­siert, lohnt es sich, einen Blick auf die Berei­che Fein­werk- und Werk­zeug­tech­nik, Han­del sowie Kunst­stoff­her­stel­lung und ‑ver­ar­bei­tung zu wer­fen”, so von Her­tell. „Dort kom­men aktu­ell auf jeden unver­sorg­ten Bewer­ber mehr als zehn unbe­setz­te Aus­bil­dungs­plät­ze.” Über fünf unbe­setz­te Aus­bil­dungs­plät­ze je unver­sorg­ten Bewer­ber ver­zeich­nen außer­dem die Berei­che Metall­be­ar­bei­tung, Hoch­bau, Lebens­mit­tel­her­stel­ler, Tief­bau, Bau- und Trans­port­ge­rä­te­füh­rung sowie die Fahr­zeug­füh­rung Straßenverkehr.

Ener­gie­wen­de-Baro­me­ter der IHK: Betrie­be ver­la­gern ins Ausland

Deindus­tria­li­sie­rung Ober­fran­kens setzt sich fort

Jedes vier­te Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ver­la­gert Kapa­zi­tä­ten ins Aus­land oder plant die­sen Schritt. In der Indus­trie ist es sogar jedes drit­te Unter­neh­men. Nach Ein­schät­zung der IHK ist dies nicht zuletzt eine Fol­ge der aktu­el­len Energiepolitik.

„Solan­ge die Ener­gie­prei­se inter­na­tio­nal zu den höchs­ten gehö­ren und unse­re Unter­neh­men durch über­bor­den­de Büro­kra­tie, lang­sa­me Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren sowie feh­len­de Plan­bar­keit und Ver­läss­lich­keit in der Ener­gie­po­li­tik aus­ge­bremst wer­den, wird es auch kei­ne Trend­wen­de geben”, macht Dr. Micha­el Waas­ner deut­lich, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.


Wett­be­werbs­fä­hig­keit unter Druck

35 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men sehen ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit durch die Ener­gie­wen­de nega­tiv beein­flusst, 26 Pro­zent bewer­ten die Aus­wir­kun­gen positiv.

„Die hohen Aus­ga­ben für Strom und Gas brem­sen vie­le Unter­neh­men bei ihren Inves­ti­tio­nen aus“, erklärt Johan­nes Neu­pert, Ener­gie­re­fe­rent der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. 28 Pro­zent der Unter­neh­men schie­ben Inves­ti­tio­nen in ihren Kern­pro­zes­se auf, 23 Pro­zent Inves­ti­tio­nen in Kli­ma­schutz­maß­nah­men, 11 Pro­zent Inves­ti­tio­nen in For­schung und Inno­va­ti­on. 43 Pro­zent der Befrag­ten sehen auf­grund der hohen Ener­gie­prei­se sogar die Wett­be­werbs­fä­hig­keit ihres Unter­neh­mens am Stand­ort Deutsch­land gefähr­det. „Was heu­te nicht inves­tiert wird, fehlt mor­gen an Sub­stanz“, so Neupert.


Spa­ren gehört längst zum Alltag

Trotz aller Belas­tun­gen zeigt die Umfra­ge auch, wie sehr der spar­sa­me Umgang mit Res­sour­cen längst zur DNA der Unter­neh­men gehört. Bei 96 Pro­zent der Unter­neh­men ist die Bedeu­tung von Ener­gie­ein­spa­run­gen im ver­gan­ge­nen Jahr gestie­gen oder min­des­tens gleich­ge­blie­ben. Effi­zi­enz ist für unse­re Betrie­be längst All­tag, nicht erst seit der aktu­el­len Debat­te, ord­net Neu­pert ein. Gleich­zei­tig spü­ren 42 Pro­zent der Unter­neh­men stär­ke­re Schwan­kun­gen bei den Ener­gie­prei­sen als noch vor einem Jahr, was Pla­nung und Kal­ku­la­ti­on erschwert.


IHK for­dert Tem­po und Verlässlichkeit

Als größ­te Hin­der­nis­se bei ihren Trans­for­ma­ti­ons­be­mü­hun­gen für mehr Kli­ma­schutz sehen die Unter­neh­men büro­kra­ti­sche Hemm­nis­se (70 Pro­zent), lang­sa­me Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren (58 Pro­zent) und feh­len­de Plan­bar­keit und Ver­läss­lich­keit in der Ener­gie­po­li­tik (51 Pro­zent), hin­zu kom­men eine schwie­ri­ge Finan­zie­rung und hohe Ener­gie­prei­se. Jedes zehn­te Unter­neh­men wird bei sei­nen Trans­for­ma­ti­ons­be­mü­hun­gen zudem durch den Fach­kräf­te­man­gel ausgebremst.

„Wenn über zwei Drit­tel unse­rer Unter­neh­men die Büro­kra­tie und über die Hälf­te lang­sa­me Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren als größ­te Hemm­nis­se nen­nen, liegt die Ver­ant­wor­tung klar beim Staat. Genau dort muss die Poli­tik jetzt anset­zen und deut­lich schnel­ler wer­den”, macht Dr. Waas­ner deutlich.


Soll die Ener­gie­wen­de gelin­gen, muss vor allem der Staat nachlegen

Wenn Ener­gie­wen­de und Kli­ma­schutz sicher, bezahl­bar und umwelt­ver­träg­lich gestal­tet wer­den sol­len, for­dern 91 Pro­zent der Befrag­ten eine höhe­re Prio­ri­sie­rung und Ver­läss­lich­keit beim Aus­bau der Ener­gie­infra­struk­tur und 69 Pro­zent ein stär­ke­res finan­zi­el­les Enga­ge­ment des Staa­tes beim Auf­bau zukunfts­ori­en­tier­ter Infra­struk­tur. Mit Blick auf die Ener­gie­ef­fi­zi­enz set­zen 78 Pro­zent der Unter­neh­men auf Frei­wil­lig­keit und Tech­no­lo­gie­of­fen­heit als auf neue Vor­ga­ben. Unse­re Unter­neh­men wol­len kei­ne neu­en Regu­lie­run­gen. Sie wol­len ver­läss­li­che Leit­plan­ken, mehr Tech­no­lo­gie­of­fen­heit und schnel­le­re Geneh­mi­gun­gen, macht Dr. Waas­ner deutlich.


Jedes drit­te Indus­trie­un­ter­neh­men ver­la­gert Pro­duk­ti­on ins Ausland

Jedes drit­te befrag­te Indus­trie­un­ter­neh­men hat inzwi­schen nicht zuletzt auf­grund der Ener­gie­po­li­tik Kapa­zi­tä­ten ins Aus­land ver­la­gert, plant die­sen Schritt oder setzt ihn gera­de um. Zwi­schen 2019 und 2025 sind in Ober­fran­ken bereits gut 15.000 Arbeits­plät­ze in der Indus­trie ver­lo­ren gegangen.

Der IHK-Prä­si­dent warnt ein­dring­lich vor den Fol­gen: „Wenn Unter­neh­men ver­mehrt Kapa­zi­tä­ten ins Aus­land ver­la­gern, setzt sich die Deindus­tria­li­sie­rung fort. Das dür­fen wir nicht zulas­sen. Jeder wei­te­re Arbeits­platz, der in der Indus­trie ver­lo­ren geht, schwächt unse­re Regi­on auf Jah­re. EU, Bund, Land und Kom­mu­nen müs­sen des­halb jetzt han­deln, mit weni­ger Büro­kra­tie, schnel­le­ren Geneh­mi­gun­gen und ver­läss­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für Inves­ti­tio­nen. Sonst ver­lie­ren wir irgend­wann so viel Sub­stanz, dass die­ser Trend unum­kehr­bar wird”, warnt Dr. Waasner.


Hin­ter­grund

Für das Ener­gie­wen­de-Baro­me­ter 2026 hat die IHK-Orga­ni­sa­ti­on im Juni deutsch­land­weit rund 3.100 Unter­neh­men befragt, dar­un­ter auch 72 aus dem Ein­zugs­be­reich der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. Das Baro­me­ter bil­det die Stim­mung der Betrie­be zur Ener­gie­wen­de und ihren wirt­schaft­li­chen Fol­gen ab. Die Befra­gung wird seit 2012 ein­mal im Jahr durchgeführt.

Weni­ge Stun­den nach Ein­tref­fen gehen die Gerä­te in den über­re­gio­na­len Waldbrandeinsatz

Bam­bergs neue Kreis­reg­ner bewäh­ren sich sofort im Katastrophengebiet

Kaum gelie­fert, schon im Ein­satz: Erst am Mon­tag wur­den die neu­en Kreis­reg­ner vom Her­stel­ler an die Stän­di­ge Wache der Feu­er­wehr Bam­berg gebracht, am Mitt­woch­vor­mit­tag erfolg­te die Ein­gangs­kon­trol­le – und nur weni­ge Stun­den spä­ter erreich­te die Stadt­ver­wal­tung die Anfor­de­rung der Regie­rung von Ober­fran­ken: Die Spe­zi­al­ge­rä­te wer­den drin­gend zur Bekämp­fung des groß­flä­chi­gen Wald­bran­des im Müritz-Natio­nal­park in Meck­len­burg-Vor­pom­mern benötigt.

Bereits am Don­ners­tag brach­te die Feu­er­wehr Bam­berg 22 der ins­ge­samt 40 neu beschaff­ten Kreis­reg­ner zur Feu­er­wehr Bay­reuth. Dort wur­den sie mit wei­te­ren Gerä­ten aus den Land­krei­sen Bay­reuth, Kro­nach und Lich­ten­fels zusam­men­ge­führt. Ins­ge­samt ent­sen­det Ober­fran­ken 72 mobi­le Bereg­nungs­ge­rä­te zur Unter­stüt­zung der Lösch­ar­bei­ten in Ost­deutsch­land. Gemein­sam mit einem baye­ri­schen Fähig­keits­mo­dul aus 36 Ein­satz­kräf­ten und 15 Fahr­zeu­gen wur­den sie in das rund 500 Kilo­me­ter ent­fern­te Scha­dens­ge­biet trans­por­tiert. Die Kreis­reg­ner die­nen dazu, gefähr­de­te Berei­che zu bereg­nen und den Brand­herd abzu­gren­zen – eine ent­schei­den­de Maß­nah­me in muni­ti­ons­be­las­te­ten Gebie­ten, die von Ein­satz­kräf­ten nicht betre­ten wer­den können.

Die Beschaf­fung der Kreis­reg­ner erfolg­te durch das Amt für Brand- und Kata­stro­phen­schutz in enger Zusam­men­ar­beit mit der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Bam­berg und dem städ­ti­schen Forst­amt. Sie ist Teil eines Kon­zepts zur Wald­brand­be­kämp­fung in den städ­ti­schen Wäl­dern. Auch der Land­kreis hat 40 Gerä­te angeschafft.

„Dass die Kreis­reg­ner unmit­tel­bar nach ihrer Lie­fe­rung bereits bei einem über­re­gio­na­len Groß­ein­satz benö­tigt wer­den, zeigt ein­drucks­voll, wie vor­aus­schau­end und bedarfs­ori­en­tiert die­se Beschaf­fung war“, sagt Chris­ti­an Seitz, Lei­ter des Amts für Brand- und Kata­stro­phen­schutz. Zugleich freue es ihn, dass Bam­berg mit sei­ner Aus­stat­tung einen wich­ti­gen Bei­trag zur bun­des­wei­ten Hil­fe­leis­tung leis­ten kön­ne. „Das Sys­tem des Kata­stro­phen­schut­zes basiert auf der gegen­sei­ti­gen Hil­fe und Unter­stüt­zung durch weni­ger betrof­fe­nen Regio­nen und Städte.“

Der Wald­brand im Müritz-Natio­nal­park brei­tet sich seit meh­re­ren Tagen aus und hat inzwi­schen eine Flä­che von rund 270 Hekt­ar erfasst. Die Lösch­ar­bei­ten wer­den durch die Muni­ti­ons­be­las­tung des Gelän­des erheb­lich erschwert. Der Ein­satz der baye­ri­schen Kräf­te ist zunächst bis Sonn­tag, 19. Juli, vorgesehen.

Koor­di­nie­rung durch die Regie­rung von Oberfranken

Ober­frän­ki­sche Feu­er­weh­ren unter­stüt­zen Wald­brand­ein­satz in Mecklenburg-Vorpommern

Die ober­frän­ki­schen Feu­er­weh­ren unter­stüt­zen die Bekämp­fung des groß­flä­chi­gen Wald­bran­des im Müritz-Natio­nal­park in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, wie die Regie­rung von Ober­fran­ken mit­teilt. Nach einem bun­des­wei­ten Hil­fe­er­su­chen wur­den auf Anfor­de­rung des Lan­des Meck­len­burg-Vor­pom­mern Spe­zi­al­aus­rüs­tung und Ein­satz­kräf­te aus Bay­ern in das Scha­dens­ge­biet entsandt.

Die Regie­rung von Ober­fran­ken koor­di­nier­te kurz­fris­tig die Abfra­ge ver­füg­ba­rer Aus­rüs­tung im Regie­rungs­be­zirk. Dabei konn­ten ins­ge­samt 72 Kreis­reg­ner – mobi­le Bereg­nungs­ge­rä­te zur Wald­brand­be­kämp­fung – bereit­ge­stellt wer­den. Sie stam­men aus der Stadt Bam­berg sowie den Land­krei­sen Bay­reuth, Kro­nach und Lich­ten­fels. Die Gerä­te wur­den an der Feu­er­wehr­wa­che Bay­reuth zusam­men­ge­führt und für den Wei­ter­trans­port in das Ein­satz­ge­biet verladen.


Baye­ri­sche Ein­satz­kräf­te unter­stüt­zen vor Ort

Am Mor­gen des 16. Juli 2026 mach­te sich das baye­ri­sche Fähig­keits­mo­dul, bestehend aus 36 Ein­satz­kräf­ten der Regie­rungs­be­zir­ke Ober- und Mit­tel­fran­ken, mit 15 Fahr­zeu­gen auf den Weg in das rund 500 Kilo­me­ter ent­fern­te Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Dort wer­den sie die ört­li­chen Ein­satz­kräf­te bei der Bekämp­fung des Wald­bran­des unter­stüt­zen. Neben den Bereg­nungs­ge­rä­ten füh­ren sie auch umfang­rei­ches Schlauch­ma­te­ri­al mit. Die Ein­satz­lei­tung liegt bei Mittelfranken.


Unter­stüt­zung unter schwie­ri­gen Bedingungen

Der Wald­brand im Müritz-Natio­nal­park brei­tet sich seit meh­re­ren Tagen aus und umfasst inzwi­schen eine Flä­che von rund 270 Hekt­ar. Die Lösch­ar­bei­ten wer­den durch die Muni­ti­ons­be­las­tung des Gelän­des erheb­lich erschwert.

Der Ein­satz der baye­ri­schen Kräf­te ist zunächst bis Sonn­tag, den 19. Juli 2026, vor­ge­se­hen. Die Regie­rung von Ober­fran­ken bedankt sich bei allen betei­lig­ten Feu­er­weh­ren und Ein­satz­kräf­ten für ihre schnel­le Ein­satz­be­reit­schaft und ihr Enga­ge­ment bei der über­re­gio­na­len Hilfeleistung.

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