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Oberfranken - Page 2

Aus­bil­dungs­start 2025

Mehr Azu­bis im ober­frän­ki­schen Handwerk

Es ist ein erfreu­li­cher Ein­stieg in das nächs­te Aus­bil­dungs­jahr. Im ober­frän­ki­schen Hand­werk wur­den bis dato (Stand: 29. August 2025) 1.780 neue Aus­bil­dungs­ver­trä­ge abge­schlos­sen, wie die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken mit­teilt. Dies obwohl nahe­zu ein gan­zer Jahr­gang Gym­na­si­as­ten fehlt.

„Die­se Zah­len freu­en uns rie­sig“, sagt HWK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Rein­hard Bau­er. „Vor dem Hin­ter­grund der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung in unse­rer Regi­on, dem Son­der­fak­tor Wech­sel von G8 auf G9, dem immer här­ter wer­den­den Wett­be­werb um die jun­gen Leu­te und der Unent­schlos­sen­heit vie­ler Schul­ab­gän­ger ist das ein gro­ßer Erfolg.“

Bau­er wer­tet die kon­stan­te Ten­denz mit einem leich­ten Plus von 0,74 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr als gutes Zei­chen. Dies sei bereits im drit­ten Jahr in Fol­ge ein Zuwachs bei den Aus­zu­bil­den­den. „Wir haben schon das Gefühl, dass immer mehr jun­ge Men­schen die guten Chan­cen und die aus­ge­zeich­ne­ten Kar­rie­re­per­spek­ti­ven im Hand­werk erken­nen. Und sich gleich­zei­tig das Image der Hand­werks­be­ru­fe wei­ter ver­bes­sert.“ Dies füh­re offen­sicht­lich auch bei den Eltern, die maß­geb­li­chen Anteil an der Berufs­wahl ihrer Kin­der haben, zu einem Umdenken.

Den­noch zeich­net sich kein ein­heit­li­ches Bild quer durch Ober­fran­ken ab. Bau­er: „Eini­ge Regio­nen haben noch Nach­hol­be­darf.“ Zudem sei­en nicht alle ange­bo­te­nen Aus­bil­dungs­plät­ze besetzt. Die inter­ne Aus­bil­dungs­bör­se der HWK für Ober­fran­ken (www.hwk-oberfranken.de/lehrstellenboerse), in die ört­li­che Hand­werks­be­trie­be auf frei­wil­li­ger Basis ihr Lehr­stel­len­an­ge­bot ein­tra­gen, wei­se momen­tan 371 hand­werk­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze in 46 Gewer­ken aus. „Dabei sind aller­dings auch schon vie­le Ange­bo­te gelis­tet, die auf das Aus­bil­dungs­jahr 2026 abzielen.“


Star­ke Argu­men­te für das Handwerk

Die­je­ni­gen, die sich in die­sem Jahr für eine dua­le Aus­bil­dung in einem hand­werk­li­chen Beruf ent­schie­den haben, hät­ten die Vor­tei­le des Hand­werks erkannt: Siche­re und attrak­ti­ve Aus­bil­dungs­plät­ze direkt in der Regi­on, gute Ver­dienst­per­spek­ti­ven sowie die sinn­haf­te und erfül­len­de Arbeit für jeden Ein­zel­nen. „Die­se Vor­tei­le bestä­ti­gen uns im Hand­werk nicht nur unter­schied­li­che Stu­di­en, son­dern vor allem die Berufs­star­ter selbst“, so der Haupt­ge­schäfts­füh­rer. „Die stei­gen­de gesell­schaft­li­che, aber auch indi­vi­du­el­le Wert­schät­zung tut ihr Übri­ges dazu.“ Auch HWK-Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann ist stolz auf die Ent­wick­lung bei den Aus­bil­dungs­zah­len: „Offen­sicht­lich fruch­ten unse­re vie­len Akti­vi­tä­ten zur Berufs­ori­en­tie­rung für jun­ge Leu­te und auch unse­re Image­ar­beit bei den Eltern.“ Auch wei­ter­hin bie­te das Hand­werk den Schü­le­rin­nen und Schü­lern bes­te Per­spek­ti­ven. Graß­mann: „Noch nie waren die Ein­stiegs- und Kar­rie­re­chan­cen im Hand­werk so gut wie jetzt – und das bei zukunfts­ori­en­tier­ten Auf­ga­ben wie Ener­gie- und Mobi­li­täts­wen­de, Nach­hal­tig­keit und Digitalisierung.“


Hand­werk als Aus­bil­dungs­bran­che Num­mer 1

Nach wie vor hoch sei auch die Zahl der Aus­bil­dungs­be­trie­be. 1.994 Hand­werks­be­trie­be aus ganz Ober­fran­ken bil­den in unter­schied­li­chen Gewer­ken aus. Sie enga­gie­ren sich aktiv für den Nach­wuchs und leis­ten somit einen wert­vol­len Bei­trag zur Deckung des Fach­kräf­te­be­darfs. „Das Hand­werk ist Aus­bil­dungs­bran­che Num­mer 1. Bei uns erler­nen über 30 Pro­zent aller Lehr­lin­ge ihr beruf­li­ches Know-how, obwohl der Anteil der Betrie­be an der Gesamt­wirt­schaft bei nur rund zwölf Pro­zent liegt.“

Dabei spie­le, laut Rein­hard Bau­er, im Bewer­bungs­pro­zess weder die Art des Schul­ab­schlus­ses noch die Abschluss­no­te die ent­schei­den­de Rol­le. „Den Hand­wer­kern sind bei der Ein­stel­lung eher Soft­facts wie Moti­va­ti­on, Team­fä­hig­keit, Umgangs­for­men und Zuver­läs­sig­keit wichtig.“


Die Türen blei­ben offen

Für Jugend­li­che, die sich noch nicht ent­schie­den haben, wie es nach der Schu­le wei­ter­ge­hen und wohin ihr beruf­li­cher Weg füh­ren soll, bie­tet das Hand­werk auch nach dem offi­zi­el­len Aus­bil­dungs­start noch Mög­lich­kei­ten zum Ein­stieg an. „Die Türen unse­rer Betrie­be blei­ben für Inter­es­sen­ten wei­ter offen, für das aktu­el­le Aus­bil­dungs­jahr noch min­des­tens bis Ende Okto­ber und auch dar­über hin­aus“, macht Bau­er den jun­gen Leu­ten Mut. Ori­en­tie­rung und Ideen zum Ein­stieg könn­ten sie bei­spiels­wei­se bei den Berufs­mes­sen des Hand­werks fin­den, die am 11. Okto­ber in Bay­reuth und Bam­berg sowie am 18. Okto­ber in Coburg stattfinden.

Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer bre­chen ein – Han­del und Gas­tro­no­mie ohne Nachwuchs

Aus­bil­dungs­markt in Schief­la­ge: Rück­läu­fi­ge IHK-Zahlen

Trotz einer gro­ßen Zahl an unbe­setz­ten Aus­bil­dungs­plät­zen sinkt die Zahl der neu ein­ge­tra­ge­nen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­se bei den Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth in den ers­ten sie­ben Mona­ten des Jah­res gegen­über 2024 spür­bar um 15 Pro­zent auf 1.908, wie die Kam­mer mitteilt.

Stieg die Zahl der Neu­ein­tra­gun­gen von Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen seit 2021 im Ein­zugs­ge­biet der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth von 1.968 im Jahr 2000 auf 2.372 im Jahr 2024 kon­ti­nu­ier­lich an (jeweils bis 31. Juli), folg­te 2024 ein jäher Absturz auf 1.908 Neu­ein­tra­gun­gen. Da spielt natür­lich die Tat­sa­che hin­ein, dass es 2025 kaum Abitur­prü­fun­gen gibt. Das erklärt aber gera­de mal ein knap­pes Vier­tel des Rück­gangs von 464 Neueintragungen.

„Also haben wir uns auf die Suche bege­ben“, so IHK-Pres­se­spre­cher Peter Beli­na. Schließ­lich sei es sehr ernüch­ternd, wenn die IHK-Zah­len einen deut­li­chen Rück­gang bei den neu unter­schrie­be­nen Aus­bil­dungs­zah­len auf­zei­gen, man zwar Ver­mu­tun­gen für die Haupt­ur­sa­chen hat, den Zah­len aber nicht die Infor­ma­ti­on ent­lo­cken kann, war­um das so ist. Zusam­men mit Aus­bil­dungs­be­ra­ter Mat­thi­as Rank und Roman Rie­mer von der IT wur­den die IHK-Daten zur Aus­bil­dung 2024 und 2025 im Detail ana­ly­siert. Da wur­de dann rela­tiv schnell klar, war­um 2025 im Ver­gleich zum Vor­jahr spür­bar weni­ger Aus­bil­dungs­ver­trä­ge unter­schrie­ben wurden.


Kri­se bei Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern bleibt nicht ohne Kon­se­quen­zen bei Ausbildung

„Haupt­grund ist der dra­ma­ti­sche Ein­bruch der Aus­bil­dungs­zah­len bei den Aus­bil­dungs­be­trie­ben im Bereich der Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer. Fünf unse­rer zehn wich­tigs­ten Aus­bil­dungs­be­trie­be gehö­ren zu die­ser Spar­te“, so Beli­na. „Das zeigt, wie sehr die­se Bran­che unter Druck steht.“ Die schlech­te Kon­junk­tur­la­ge trifft – wenn auch etwas abge­schwächt – auch den Ener­gie­sek­tor, den Maschi­nen­bau und die Medi­zin­tech­nik. „Bei die­sen drei Bran­chen gibt es aber einen ele­men­ta­ren Unter­schied zu den Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rern: Hier gibt es auch Unter­neh­men mit mehr Neu­ein­tra­gun­gen als im Vorjahr.“

„Bei zwei wei­te­ren Bran­chen haben wir eine grö­ße­re Zahl von Unter­neh­men gefun­den mit spür­bar rück­läu­fi­gen Neu­ein­tra­gun­gen, im Han­del und im Gas­tro­no­mie­be­reich“, ergänzt IHK-Aus­bil­dungs­be­ra­ter Mat­thi­as Rank. „Die Ursa­che ist hier aber eine ganz ande­re. Hier han­delt es sich um Bran­chen mit einer hohen Zahl an unbe­setz­ten Aus­bil­dungs­plät­zen. Die Unter­neh­men wür­den ger­ne deut­lich mehr aus­bil­den, fin­den aber kei­nen Nach­wuchs.“ Mit­tel­fris­tig dro­he den Betrie­ben eine spür­ba­re Fachkräftelücke.


Schlech­te Idee: Ohne Aus­bil­dung oder Stu­di­um ins Berufs­le­ben starten

Mit Sor­ge beob­ach­tet Rank den Trend, dass immer mehr Jugend­li­che weder stu­die­ren noch eine Aus­bil­dung antre­ten. „Unge­lernt arbei­ten zu gehen, mag im ers­ten Moment ver­lo­ckend sein, schließ­lich ver­dient man mehr Geld als wäh­rend der Aus­bil­dung“, so Rank. „Aber die­se Situa­ti­on dreht sich nach der Aus­bil­dung sehr schnell um, von der Arbeits­platz­si­cher­heit gar nicht zu reden.“ Wäh­rend jemand in Deutsch­land mit abge­schlos­se­ner Berufs­aus­bil­dung laut Sta­tis­ti­schem Bun­des­amt 2022 im Schnitt 3.521 Euro ver­dient und mit Zusatz­qua­li­fi­zie­rung, etwa als Meis­te­rin, Fach­wirt, Fach­kauf­frau oder Ope­ra­ti­ve Pro­fes­sio­nal 4.826 Euro, beträgt das Ein­kom­men bei Per­so­nen ohne beruf­li­chen Aus­bil­dungs­ab­schluss im Schnitt gera­de mal 2.817 Euro. „Die beruf­li­che Aus­bil­dung ist nicht nur der Grund­stein für ein siche­res Ein­kom­men, son­dern auch für eine sta­bi­le Erwerbs­kar­rie­re“, macht Rank deutlich.

„Über ein Drit­tel aller Aus­bil­dungs­plät­ze ist nach wie vor nicht besetzt. Wer sich also spon­tan dazu ent­schließt, eine Aus­bil­dung zu begin­nen, wen­det sich ent­we­der an die Agen­tur für Arbeit oder direkt an ein Aus­bil­dungs­un­ter­neh­men“, so Rank. „Ganz wich­tig: Auch nach dem offi­zi­el­len Aus­bil­dungs­be­ginn am 1. Sep­tem­ber ist noch ein Ein­stieg in die beruf­li­che Aus­bil­dung möglich!“

Anfra­ge der Land­tags-Grü­nen zeigt erschre­cken­des Ausmaß

Schluss mit dem gigan­ti­schen Über­stun­den­berg bei der Poli­zei in Oberfranken

Die Land­tags-Grü­nen for­dern nach einer Anfra­ge ein Ende des Über­stun­den­bergs bei der Poli­zei in Ober­fran­ken. „Der gigan­ti­sche Über­stun­den­berg bei der Poli­zei ist ein Armuts­zeug­nis für die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung – Inne­re Sicher­heit braucht aus­rei­chen­de Finan­zie­rung. Dafür hat die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung zu sor­gen“, sagt die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Land­tags-Grü­nen, Katha­ri­na Schulze.

Ursu­la Sowa, Land­tags­ab­ge­ord­ne­te für Ober­fran­ken, kri­ti­siert: „Bei uns im Poli­zei­prä­si­di­um Ober­fran­ken­lie­gen pro Kopf 83 Über­stun­den an – und das seit Jah­ren. Das sind in Sum­me 200.572 Über­stun­den allein im Jahr 2024. Wer so wei­ter­macht, ris­kiert die Gesund­heit der Beam­tin­nen und Beam­ten und die Sicher­heit im Land.“

Hin­ter­grund ist die Aus­wer­tung der Ant­wort auf eine Grü­ne Anfra­ge zu Mehr­ar­beits­stun­den 2022 bis 2024: Der Gesamt­be­stand bleibt dau­er­haft hoch, in eini­gen Prä­si­di­en stei­gen die Über­stun­den sogar wei­ter. Gleich­zei­tig hat die Staats­re­gie­rung die Aus­zah­lung dras­tisch gekürzt – von 6,5 % der Stun­den im Jahr 2022 auf nur noch 3 % im Jahr 2024. „Damit spa­ren sich CSU und Freie Wäh­ler auf dem Rücken der Poli­zei über 60 Mil­lio­nen Euro an aus­ste­hen­den Über­stun­den­ver­gü­tun­gen – in vie­len Fäl­len liegt die Aus­zah­lung für die Über­stun­de sogar unter dem regu­lä­ren Stun­den­lohn. Das ist ein Skan­dal!“, so Flo­ri­an Siek­mann, Spre­cher für Inneres.

Ursu­la Sowa MdL: „Unse­re Poli­zei leis­tet unglaub­lich viel, ob klein ob groß, ob Volks­fest oder inter­na­tio­na­le Ver­samm­lung. Hier bei uns vor Ort wäre die Sand­ker­wa, wie sie jetzt gera­de statt­fin­det, ansons­ten nicht vorstellbar.“


„End­lich für Ent­las­tung sor­gen und fai­re Bezah­lung garan­tie­ren. Alles ande­re gefähr­det auf Dau­er unse­re Sicherheit.“

Die Land­tags-Grü­nen fordern:

  • Son­der-Aus­zah­lungs­pro­gramm für Über­stun­den mit 20 % Zuschlag auf die Stun­den­sät­ze (jähr­lich 25 Mio. Euro 2026–2029)

  • Ver­bind­li­che Abbau­zie­le für alle Polizeipräsidien

  • Kei­ne Alt­stun­de darf ver­fal­len – vol­le Aus­zah­lung oder Frei­zeit­aus­gleich bis 2029 garantieren

  • Poli­zei von fach­frem­den Auf­ga­ben befrei­en: Vor­führ­diens­te an die Jus­tiz, Pass­ersatz­be­schaf­fung an Aus­län­der­be­hör­den, Grenz­po­li­zei auf Schlei­er­fahn­dung konzentrieren

„Statt sich in Inter­views über angeb­lich zu wenig Arbeits­mo­ral in Deutsch­land zu beschwe­ren, soll­ten Mar­kus Söder und sei­ne CSU erst­mal vor der eige­nen Tür keh­ren“, so Katha­ri­na Schul­ze, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de. „Es ist ein Hohn, mehr Arbeit zu pre­di­gen, wäh­rend man es nicht schafft, den Über­stun­den­berg bei den eige­nen Staats­be­diens­te­ten abzubauen.“

Ursu­la Sowa ergänzt: „Wer die­se Leis­tung erhal­ten will, muss end­lich für Ent­las­tung sor­gen und fai­re Bezah­lung garan­tie­ren. Alles ande­re gefähr­det auf Dau­er unse­re Sicherheit.“

Unter­neh­men sehen oft Män­gel bei Ausbildungsreife

Bewer­ber­man­gel bremst Aus­bil­dungs­markt in Ober­fran­ken aus

Die Rezes­si­on hat nach dem Arbeits- auch den Aus­bil­dungs­markt erreicht, wie die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit­teilt. Vie­len Unter­neh­men feh­le für eine Aus­bil­dung ein­fach die wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ve. Trotz­dem bleibt es für die Aus­bil­dungs­un­ter­neh­men die größ­te Her­aus­for­de­rung, über­haupt Aus­zu­bil­den­de zu fin­den, wie eine aktu­el­le Umfra­ge der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth unter ihren Mit­glieds­un­ter­neh­men deut­lich macht.

Die IHK-Umfra­ge zeigt: Nur 14 Pro­zent der Betrie­be wol­len zum Aus­bil­dungs­jahr 2025/​/​26 mehr Aus­bil­dungs­plät­ze schaf­fen als im Vor­jahr, 28 Pro­zent haben das Ange­bot ver­rin­gert. Haupt­grund sind feh­len­de wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven und finan­zi­el­le Mit­tel. „Das ver­schärft den Fach­kräf­te­man­gel wei­ter, denn auf einen Schul­ab­gän­ger kom­men aktu­ell fast zwei Baby-Boo­mer, die in den Ruhe­stand gehen“, macht Dr. Micha­el Waas­ner deut­lich, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

„Nicht besetz­te Aus­bil­dungs­plät­ze sind ein Rie­sen­pro­blem“, bestä­tigt Wolf­ram Brehm, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. 57 Pro­zent der befrag­ten IHK-Aus­bil­dungs­be­trie­be haben für das Aus­bil­dungs­jahr 2025/​/​26 kei­ne ein­zi­ge Bewer­bung erhal­ten, bun­des­weit liegt der Anteil bei 48 Prozent.


Bes­se­re Rah­mend­be­din­gun­gen für Schu­len und Betrie­be gefordert

Neben dem Man­gel an Bewer­bun­gen sehen die Unter­neh­men auch Defi­zi­te bei der Aus­bil­dungs­rei­fe. Dr. Waas­ner: „Beson­ders wich­tig aus Sicht der Unter­neh­men sind dabei das Arbeits- und Sozi­al­ver­hal­ten, gefolgt von der grund­le­gen­den men­ta­len Leis­tungs­fä­hig­keit.“ Beson­ders häu­fig wer­den sei­tens der Aus­bil­de­rin­nen und Aus­bil­der Defi­zi­te bei Dis­zi­plin (63 Pro­zent) und Belast­bar­keit (59 Pro­zent) genannt. Dage­gen sind grund­le­gen­de IT- und Medi­en­kennt­nis­se (nur sechs Pro­zent mit Män­geln) und Team­fä­hig­keit (acht Pro­zent) meist aus­rei­chend vorhanden.

Vie­le Unter­neh­men for­dern eine bes­se­re Aus­stat­tung der Schu­len. 90 Pro­zent wün­schen sich mehr anwen­dungs­ori­en­tier­tes Ler­nen, zwei Drit­tel eine enge­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen Schu­le und Betrieb sowie mehr Inves­ti­tio­nen in Per­so­nal und Infrastruktur.

„Unse­re Unter­neh­men wol­len aus­bil­den. Dafür brau­chen Sie aber bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen“, so Dr. Waas­ner. „Es feh­len nicht nur kon­junk­tu­rel­le Impul­se. Unse­re Unter­neh­men müs­sen sich auch dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass die ange­hen­den Azu­bis in den all­ge­mein­bil­den­den Schu­len das not­wen­di­ge Rüst­zeug mit­be­kom­men. Enga­gier­te Leh­rer tref­fen viel zu oft auf eine inad­äqua­te tech­ni­sche und digi­ta­le Aus­stat­tung.“ Sowohl Schu­len als auch Unter­neh­men brau­chen dar­über hin­aus mehr Unter­stüt­zung bei der Inte­gra­ti­on von jun­gen Men­schen mit Migrationshintergrund.

Besorg­nis­er­re­gend ist die hohe Zahl an Jugend­li­chen, die ohne for­ma­le Qua­li­fi­ka­ti­on ins Berufs­le­ben star­ten wol­len. „Das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass sich vie­le nicht gut in den Ange­bo­ten der Berufs­ori­en­tie­rung zurecht­fin­den“, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Brehm. Noch einen Schritt wei­ter geht IHK-Prä­si­dent Dr. Waas­ner: „Wir brau­chen daher eine ver­pflich­ten­de und pra­xis­ori­en­tier­te Berufs­ori­en­tie­rung als bun­des­wei­te Pflicht­auf­ga­be an allen Schu­len.“ Gym­na­si­en etwa dürf­ten nicht ein­sei­tig über das Stu­di­um, son­dern müss­ten auch über die guten Per­spek­ti­ven einer Aus­bil­dung informieren.


IHK-Aus­bil­dungs­Scouts brin­gen Pra­xis in die Schulen

„Eine beruf­li­che Aus­bil­dung bie­tet dank ihrer Durch­läs­sig­keit und den viel­fäl­ti­gen Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten mit Abschlüs­sen, die dem Bache­lor oder Mas­ter gleich­ge­stellt sind, eine ech­te Zukunfts­per­spek­ti­ve“, so Dr. Waas­ner. Umso wich­ti­ger sei es, dass Schul­ab­gän­ger die­ses Ange­bot auch kennen.

Mit den Aus­bil­dungs­Scouts gibt es auch sei­tens der IHK ein erfolg­rei­ches Ange­bot zur Berufs­ori­en­tie­rung. „Hier berich­ten ech­te Azu­bis aus der Regi­on über ihre Erfah­run­gen. Das ist Berufs­ori­en­tie­rung auf Augen­hö­he“, so Brehm.

Mit­tei­lung der Regie­rung von Oberfranken

Trotz Bor­ken­kä­fer: Ober­fran­kens Wäl­der wer­den vielfältiger

Trotz Bor­ken­kä­fer, Hit­ze und Tro­cken­heit hal­ten sich in vie­len Regio­nen Ober­fran­kens die nega­ti­ven Ent­wick­lun­gen in Gren­zen. Über den gesam­ten Regie­rungs­be­zirk gese­hen, wer­den die Wäl­der viel­fäl­ti­ger, natur­nä­her und wei­sen mehr Laub­bäu­me auf. Das zeig­ten die regio­na­li­sier­ten Aus­wer­tun­gen der Bun­des­wald­in­ven­tur (BWI), die die Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft (LWF) gemein­sam mit Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid in einem Wald­stück bei Hum­mel­tal vor­ge­stellt hat.

Der Anteil der Laub­bäu­me im Kro­nen­dach sei in den letz­ten zehn Jah­ren von 31 Pro­zent auf 33 Pro­zent ange­stie­gen. Was sich zunächst nach nicht viel anhört, sei in abso­lu­ten Zah­len enorm: 5.400 Hekt­ar Laub­holz kamen in Ober­fran­ken hin­zu. Der Anstieg des Laub­hol­zes ging ins­be­son­de­re zulas­ten der Fich­ten­flä­che. Zuge­nom­men haben hin­ge­gen Buchen und Eichen. Damit ent­wi­ckeln sich die ober­frän­ki­schen Wäl­der wei­ter in Rich­tung mehr Natur­nä­he und Kli­ma­to­le­ranz. „Die­se Zah­len bele­gen die erfolg­rei­chen Bemü­hun­gen der ober­frän­ki­schen Wald­be­sit­ze­rin­nen und Wald­be­sit­zer, ihre oft nadel­holz­be­ton­ten Wäl­der in sta­bi­le­re Misch­wäl­der umzu­bau­en”, unter­strich Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid. “Das ist wich­tig, denn unse­re Wäl­der sind unver­zicht­bar für den Trink­was­ser­schutz, die Erho­lung und die Bio­di­ver­si­tät. Zudem lie­fern sie den nach­wach­sen­den und kli­ma­freund­li­chen Roh­stoff Holz.”


Holz­vor­rä­te leicht gestiegen

Ober­fran­ken habe wei­ter­hin die zweit­höchs­ten Nadel­holz­an­tei­le aller baye­ri­schen Regie­rungs­be­zir­ke. In der zurück­lie­gen­den Inven­tur­pe­ri­ode wuch­sen in Ober­fran­ken jähr­lich rund 3 Mil­lio­nen Fest­me­ter Holz nach. Dies ist der Grund dafür, dass im gesam­ten Regie­rungs­be­zirk – trotz der dra­ma­ti­schen Wald- und Holz­ver­lus­te im Fran­ken­wald – die Holz­vor­rä­te leicht gestie­gen sind. Aber in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels löst die­se Nach­richt bei Exper­ten gemisch­te Gefüh­le aus: „Der rasan­te Kli­ma­wan­del zwingt uns, den lau­fen­den Wald­um­bau noch zu ver­stär­ken. Wir müs­sen in Ober­fran­ken drin­gend unse­re Baum­ar­ten­viel­falt wei­ter erhö­hen. Die dra­ma­ti­sche Bor­ken­kä­fer­ent­wick­lung im Fran­ken­wald soll­te für Ober­fran­ken und dar­über hin­aus für ganz Bay­ern eine deut­li­che War­nung sein”, warnt LWF-Vize­prä­si­den­tin Dr. Ruth Dirsch.

Ins­be­son­de­re in den Land­krei­sen Kro­nach, Hof und Kulm­bach habe der Kli­ma­wan­del deut­li­che Spu­ren in der Land­schaft hin­ter­las­sen. Begin­nend mit dem Tro­cken­jahr 2018 sind bis heu­te mehr als 10.000 Hekt­ar Fich­ten­wald abge­stor­ben. Dort muss­ten die Wald­be­sit­zen­den erheb­li­che öko­no­mi­sche Ein­bu­ßen hin­neh­men, da die hohen Vor­rä­te ein­ge­schla­gen wur­den als die Holz­prei­se sehr nied­rig waren.


Nach­wach­sen­der Baumbestand

Sehr erfreu­lich sei hin­ge­gen, dass die nächs­te Wald­ge­ne­ra­ti­on oft­mals schon in den Start­lö­chern steht: Auf gut einem Drit­tel der Wald­flä­che wach­sen unter dem Schutz des Alt­be­stan­des bereits jun­ge Bäu­me. Die­se Ver­jün­gung besteht zu 56 Pro­zent aus Laub­bäu­men. Aller­dings sind auch die Fich­ten­an­tei­le in der Ver­jün­gung mit 38 Pro­zent sehr hoch. Um die Mischung vie­ler Baum­ar­ten zu erhal­ten, ist daher eine geziel­te Pfle­ge durch die Wald­be­sit­zer not­wen­dig. Genau­so wich­tig ist die Unter­stüt­zung durch die Jäger­schaft. “Auch die Jagd spielt eine ent­schei­den­de Rol­le”, so Dirsch. „Wald­an­ge­pass­te Wild­be­stän­de sind die ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung, damit sich die Ver­jün­gung auch gut ent­wi­ckeln kann.”

Auch in Sachen Bio­di­ver­si­tät haben die ober­frän­ki­schen Wäl­der in den letz­ten zehn Jah­ren erheb­lich zuge­legt: Die Vor­rä­te an Tot­holz sind deut­lich ange­stie­gen, auch wenn sie mit rund 25 Fest­me­tern pro Hekt­ar noch immer unter dem baye­ri­schen Durch­schnitt lie­gen. Anders als der Name ver­mu­ten lässt, ist Tot­holz alles ande­re als tot. Es besitzt viel­fäl­ti­ge Struk­tu­ren, die die Lebens­be­dürf­nis­se zahl­rei­cher Arten erfüllen.

Die Bun­des­wald­in­ven­tur lie­fert im zehn­jäh­ri­gen Tur­nus fun­dier­te Daten zur Ent­wick­lung und zum Zustand der Wäl­der in ganz Deutsch­land. Für die aktu­el­le Erhe­bung haben Förs­te­rin­nen und Förs­ter in Bay­ern an rund 8.000 Auf­nah­me­punk­ten rund 100.000 Bäu­me ver­mes­sen und Infor­ma­tio­nen zur Wald­ent­wick­lung erhoben.

Offi­zi­el­ler Abschied nach 33 span­nen­den Berufsjahren

Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken ver­ab­schie­det lang­jäh­ri­gen Geschäfts­füh­rer Dr. Bernd Sauer

Mit 66 Jah­ren und nach fast 33 Dienst­jah­ren ging der lang­jäh­ri­ge Geschäfts­füh­rer der HWK für Ober­fran­ken, Dr. Bernd Sau­er, in einer zu ihm pas­sen­den Art in den Ruhe­stand. Anstatt die gro­ße Büh­ne zu suchen, ver­ab­schie­de­te sich Sau­er wie gewünscht mit einer sehr per­sön­li­chen Fei­er­stun­de im Braue­rei­gast­hof Rothen­bach in Auf­seß von lang­jäh­ri­gen Weg­be­glei­tern, wie die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken mitteilt.

Die Wür­di­gung der Kam­mer brach­ten dabei HWK-Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann und Haupt­ge­schäfts­füh­rer Rein­hard Bau­er zum Aus­druck. „Wir ver­ab­schie­den dich mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge“, sag­te Graß­mann. „Lachend, weil wir dir die Ruhe nach einem anstren­gen­den Berufs­le­ben gön­nen; wei­nend, weil wir wis­sen, was wir an dir hatten.“

Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bau­er dank­te sei­nem Weg­ge­fähr­ten in der Geschäfts­lei­tung für die enga­gier­te Zusam­men­ar­beit und lob­te des­sen Lebens­leis­tung. „Du hast die Groß­pro­jek­te in Angriff genom­men, die nie­mand sonst über­neh­men konn­te.“ So habe der Neu-Ruhe­ständ­ler zum Bei­spiel 1995 mit der ers­ten E‑Mail und dem ers­ten Inter­net­auf­tritt die Grund­la­gen für die Digi­ta­li­sie­rung der Kam­mer gelegt. Oder aber das Qua­li­täts­ma­nage­ment­sys­tem samt Zer­ti­fi­zie­rung auf­ge­baut und das The­ma Arbeits­si­cher­heit imple­men­tiert. „Mit aller Zuver­läs­sig­keit und Ein­satz­be­reit­schaft, die Dich immer aus­ge­macht hat. Dei­ne gro­ße Lei­den­schaft aber, die gehör­te immer den Ver­ei­nen Genuss­re­gi­on Ober­fran­ken und dem Bier­land Ober­fran­ken.“ Bei­de hat Sau­er mitbegründet.

Wegen sei­ner uner­müd­li­chen Image­ar­beit für das Hand­werk, die Genuss­re­gi­on Ober­fran­ken und das Bier­land Ober­fran­ken lie­ßen es sich vie­le Weg­ge­fähr­ten nicht neh­men, bei der Fei­er­stun­de per­sön­li­che Wor­te des Dan­kes zu for­mu­lie­ren. So wür­dig­te Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid sein Enga­ge­ment, eben­so wie der Kulm­ba­cher Land­rat Klaus Peter Söll­ner, HWK-Vize­prä­si­dent Chris­ti­an Her­pich und Georg Ritt­may­er als Prä­si­dent des Ver­bands Pri­va­te Braue­rei­en Bay­ern e.V.

Dr. Bernd Sau­er begann sei­ne Kar­rie­re bei der Hand­werks­kam­mer nach sei­nem Stu­di­um und der Pro­mo­ti­on im Jahr 1992. Zunächst als Assis­tent der dama­li­gen Geschäfts­lei­tung, spä­ter war er par­al­lel dazu Bera­ter für Inno­va­ti­on, ehe er 2009 Haupt­ab­tei­lungs­lei­ter für den Bereich Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit wur­de. Seit 2014 war er einer von zwei Geschäfts­füh­rern an der HWK.

Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Mit­tel­schu­len in Ober­fran­ken haben ihre Abschluss­prü­fun­gen absolviert

Regie­rung von Ober­fran­ken ehrt die bes­ten Absol­ven­tin­nen und Absolventen

Auf Initia­ti­ve der Regie­rung von Ober­fran­ken wur­den 59 Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten der Mit­tel­schu­le für ihre her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen im Qua­li­fi­zie­ren­den Abschluss und für den bes­ten Mitt­le­ren Schul­ab­schluss ausgezeichnet.

Die Jahr­gangs­bes­ten in den neun Schul­amts­be­zir­ken erhiel­ten im Bei­sein von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) für Ober­fran­ken Bay­reuth und der IHK zu Coburg, der loka­len Poli­tik sowie wei­te­rer Gäs­te aus den Hän­den der Schul­auf­sicht vor Ort ihre Urkunden.


Schul­amts­be­zirk Bayreuth

Regie­rungs­prä­si­dent von Ober­fran­ken Flo­ri­an Luder­schmid gra­tu­lier­te im Land­rats­amt Bay­reuth den Bes­ten des Schul­amts­be­zirks Bay­reuth. In sei­nem Gruß­wort ging er auf schu­li­sche und beruf­li­che Erfolgs­fak­to­ren ein: „Herz­li­chen Glück­wunsch zu Ihren her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen! Die Ehrung haben Sie sich mehr als ver­dient. Sie wür­digt nicht nur die schu­li­schen Erfol­ge, son­dern auch die Anstren­gungs­be­reit­schaft und die Fähig­keit, sich jeden Tag aufs Neue zum Ler­nen zu moti­vie­ren. Die­se Tugen­den wer­den auch im Über­gang von der Schu­le in die Berufs­aus­bil­dung hilf­reich sein, gilt es doch, neue Struk­tu­ren, Abläu­fe und Erwar­tun­gen zu bewäl­ti­gen. Auch zukünf­tig wer­den Fami­lie, Freun­de, Lehr­kräf­te sowie Aus­bil­de­rin­nen und Aus­bil­der mit Rat und Tat zur Sei­te ste­hen. Für Ihren wei­te­ren Weg wün­sche ich Ihnen alles erdenk­lich Gute!”


Schul­amts­be­zirk Coburg

Regie­rungs­vi­ze­prä­si­dent Tho­mas Engel über­brach­te im Schul­amts­be­zirk Coburg bei der Fei­er­stun­de an der Grund- und Mit­tel­schu­le Ebers­dorf die Glück­wün­sche an die Jahr­gangs­bes­ten: „Sie dür­fen stolz auf sich sein und ich bin mir sicher, Ihre Fami­li­en und auch die Lehr­kräf­te, die Sie bis hier­hin beglei­tet haben, sind es auch. Für den wei­te­ren Weg ist auch das enge Zusam­men­wir­ken von Schu­len, Unter­neh­men und Kam­mern, zum Bei­spiel über Bil­dungs­part­ner­schaf­ten, mit­ent­schei­dend, um jun­gen Men­schen best­mög­li­che Chan­cen bie­ten zu können.”


Schul­amts­be­zir­ke Forch­heim und Kulmbach

Ste­fan Kuen, Bereichs­lei­ter Schu­len der Regie­rung von Ober­fran­ken, gra­tu­lier­te in der Gere­on­ka­pel­le in Forch­heim den erfolg­rei­chen Schü­le­rin­nen und Schü­lern. In Kulm­bach wür­dig­te Alex­an­der Wunsch, Lei­ter des Sach­ge­bie­tes 40.1 an der Regie­rung von Ober­fran­ken die Leis­tun­gen der Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten. Bei­de appel­lier­ten an die jun­gen Men­schen, nicht nur für die eige­ne beruf­li­che Zukunft, son­dern auch für die All­ge­mein­heit Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und durch sozia­les Enga­ge­ment und Ehren­amt das gesell­schaft­li­che Leben mitzugestalten.

In den übri­gen Schul­amts­be­zir­ken wur­de die Ehrung durch die jewei­li­gen Schul­amts­di­rek­to­rin­nen und ‑direk­to­ren vorgenommen.

Mit Kom­pe­tenz, Fin­ger­spit­zen­ge­fühl und Innovationsgeist

Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken ver­gibt Zukunfts­preis 2025 in sechs Kategorien

Das Hand­werk in Ober­fran­ken gestal­tet den Wan­del nicht nur, es treibt ihn vor­an. Bei­spiel­haft dafür ste­hen sechs Hand­werks­be­trie­be aus der Regi­on. Die Hand­werks­kam­mer (HWK) für Ober­fran­ken zeich­ne­te die­se sechs Vor­rei­ter aus Ober­fran­ken bei einer Fei­er­stun­de in der Alten Oran­ge­rie von Schloss Rose­nau bei Röden­tal mit dem Zukunfts­preis 2025 aus.

Damit wür­digt sie die her­aus­ra­gen­den Leis­tun­gen der Hand­wer­ke­rin­nen und Hand­wer­kern, die ihren hand­werk­li­chen All­tag per­fekt beherr­schen und par­al­lel neu Abläu­fe oder Inno­va­tio­nen kre­ieren. „Hier paart sich fach­li­che Kom­pe­tenz mit hand­werk­li­chem Fin­ger­spit­zen­ge­fühl und einem Schub Inno­va­ti­ons­geist zu krea­ti­ven Leis­tun­gen, die auch die Kun­den begeis­tern“, betont HWK-Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann bei der Preis­über­ga­be. „Die Aus­zeich­nung mit unse­rem Zukunfts­preis hilft dabei, die Leis­tun­gen die­ser Betrie­be bes­ser in der Öffent­lich­keit sicht­bar zu machen.“

Gesucht wur­den bei der Aus­schrei­bung zum Zukunfts­preis bewusst nicht Stan­dard­pro­duk­te oder ‑lösun­gen, son­dern das Außer­ge­wöhn­li­che, das auch Emo­tio­nen wecken kann. Von daher setzt der heu­ti­ge HWK-Zukunfts­preis die über 20-jäh­ri­ge Geschich­te fort, die mit dem dama­li­gen Design­preis des ober­frän­ki­schen Hand­werks begon­nen hat. Zu den Anfangs­zei­ten ging es in ers­ter Linie um Gestal­tung, Archi­tek­tur und Mar­ke­ting. Heu­te decken die ins­ge­samt sechs Wett­be­werbs­ka­te­go­rien alles das ab, was man mit digi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on, inno­va­ti­ver Unter­neh­mens­füh­rung und krea­ti­vem Erfin­der­geist ver­bin­det. Die 29 Bewer­ber haben den Beweis dafür ange­tre­ten, dass im Hand­werk Tra­di­ti­on und Inno­va­ti­on kei­ne Gegen­sät­ze dar­stel­len. Dar­über zeigt sich der HWK-Prä­si­dent sehr stolz: „Alle Preis­trä­ger haben ein­drucks­voll unter­mau­ert, dass es in der DNA des Hand­werks tief ver­an­kert ist, anzu­pa­cken, ein­fach zu machen und dabei indi­vi­du­el­le Lösun­gen für unter­schied­li­che Pro­blem­stel­lun­gen zu finden.“

Für die Bewer­tung der Bewer­bun­gen hat sich die Kam­mer auf die Mei­nung einer hoch­ka­rä­ti­gen, rein extern besetz­ten Jury ver­las­sen (Jury­mit­glie­der sie­he unten). Die­se hat­te es bei ihrer Auf­ga­be nicht leicht, die Qua­li­tät der Bewer­bun­gen war beein­dru­ckend. Die per­sön­lich ver­fass­ten Lau­da­tio­nes für jeden Preis­trä­ger präg­ten daher auch Begrif­fe wie „Grenz­gän­ger“, „Brü­cken­bau­er“ und „Inno­va­ti­ons­trei­ber“. HWK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Rein­hard Bau­er, der die Preis­ver­lei­hung mode­rier­te, zieht ein tref­fen­des Fazit für den Zukunfts­preis 2025: „Für mich bleibt ein star­ker Ein­druck: Hand­werk gestal­tet unse­re Zukunft! Das macht uns allen Mut für die Her­aus­for­de­run­gen, die vor uns lie­gen.“ Unter­mau­ert wur­de die Wer­tig­keit der Aus­zeich­nung durch ein Preis­geld von 1.500 Euro für jeden Preis­trä­ger, das dank der Unter­stüt­zung durch die ober­frän­ki­schen Volks- und Raiff­ei­sen­ban­ken ermög­licht wurde.

Auch Joa­chim Haus­ner, Vor­stands­vor­sit­zen­der der VR-Bank Bam­berg-Forch­heim eG und ober­frän­ki­scher Bezirks­vor­sit­zen­der des Genos­sen­schafts­ver­ban­des Bay­ern e.V., stell­te stell­ver­tre­tend für die ober­frän­ki­schen Volks- und Raiff­ei­sen­ban­ken die Vor­bild­funk­ti­on der aus­ge­zeich­ne­ten Hand­werk­be­trie­be her­aus: „Sie gehen alle mit gutem Bei­spiel vor­an und zei­gen auf ein­drucks­vol­le Wei­se, wozu der Mit­tel­stand und ins­be­son­de­re das Hand­werk als Rück­grat unse­rer Wirt­schaft zu leis­ten im Stan­de ist. Mit Ihren zukunfts­wei­sen­den Pro­jek­ten“, wen­det er sich direkt an die Preis­trä­ger, „pas­sen Sie sich immer wie­der den neu­en Her­aus­for­de­run­gen an.“


Die Jury hat fol­gen­de sechs Preis­trä­ger des Zukunfts­prei­ses ausgewählt:
  • Kate­go­rie „Aus­bil­dung & Fach­kräf­te­si­che­rung“: Haus­tech­nik Gün­ther GmbH, Speichersdorf
  • Kate­go­rie „Ener­gie­ef­fi­zi­en­tes und nach­hal­ti­ges Hand­werk“: Braue­rei-Gast­hof Kund­mül­ler, Viereth-Trunstadt
  • Kate­go­rie „Erfin­dun­gen im Hand­werk“: Kfz-Meis­ter­be­trieb Wolf­gang Fösel, Breitengüßbach
  • Kate­go­rie „Hand­werk digi­tal“: Bay­reu­ther eLa­de­infra­struk­tur, Bayreuth
  • Kate­go­rie „Mar­ke­ting & Recrui­ting at its best“: Denk Kera­mi­sche Werk­stät­ten, Coburg
  • Kate­go­rie „Krea­ti­ves, wun­der­schö­nes Hand­werk“: Danie­la Witz­gall, Bamberg

Mit­glie­der der Jury:
  • Manu­el Wolz, Geschäfts­füh­rer Per­so­net e.V., Bayreuth
  • Andre­as Ficken­scher, Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter Ficken­schers Back­haus GmbH
  • Sabi­ne Goll­ner, 1. Vor­sit­zen­de der Künst­ler­ko­lo­nie Fichtelgebirge
  • Prof. Dr.-Ing. Frank Döp­per, Fakul­tät für Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten /​Lehr­stuhl für Umwelt­ge­rech­te Pro­duk­ti­ons­tech­nik, Uni­ver­si­tät Bayreuth
  • Diet­mar Reiss, Prä­si­dent Mar­ke­ting-Club Oberfranken
  • Prof. Dr.-Ing. Tobi­as Ples­sing, Fakul­tät für Inge­nieur­wis­sen­schaf­ten, Lei­ter des Insti­tuts für Was­ser­stoff und Ener­gie­tech­nik (iwe), Hoch­schu­le Hof

Abschluss des Lehr­gangs „Geprüf­te/-r Natur- und Land­schafts­pfle­ger/-in“

Zeug­nis­se fei­er­lich überreicht

Für ins­ge­samt 40 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer zwei­er Lehr­gän­ge zum Geprüf­ten Natur- und Land­schafts­pfle­ger /​zur Geprüf­ten Natur- und Land­schafts­pfle­ge­rin sind 17 Lehr­gangs­wo­chen erfolg­reich zu Ende gegan­gen. Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid hat die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten in der Regie­rung von Ober­fran­ken in Bay­reuth nun fei­er­lich ent­las­sen und ihnen die Abschluss­zeug­nis­se ausgehändigt.

„Sie haben nicht nur fun­dier­te Kennt­nis­se in Theo­rie und Pra­xis erwor­ben, son­dern auch Ver­ant­wor­tung über­nom­men: für unse­re Umwelt, für kom­men­de Gene­ra­tio­nen und für die Wei­ter­ga­be Ihres Wis­sens – sei es im direk­ten Ein­satz vor Ort oder in der Umwelt­bil­dung und Öffent­lich­keits­ar­beit“, wür­dig­te Regie­rungs­prä­si­dent Luder­schmid das Enga­ge­ment der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer. „Ich bin über­zeugt, dass Sie die­sen Auf­trag ernst nehmen.“

Auch Lehr­gangs­lei­te­rin Iris Prey von der Regie­rung von Ober­fran­ken beton­te den hohen Wert der Fort­bil­dung: Neben dem fach­li­chen Wis­sen sei ein star­kes Netz­werk ent­stan­den, das für die beruf­li­che Zukunft der Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten von gro­ßer Bedeu­tung sei. Die Teil­neh­men­den kamen in die­sem Jahr nicht nur aus ganz Bay­ern, son­dern auch aus Baden-Würt­tem­berg, Ber­lin, Hes­sen, Nie­der­sach­sen, Rhein­land-Pfalz und Thüringen.


Breit gefä­cher­tes Fach­wis­sen – pra­xis­nah vermittelt

In ins­ge­samt 17 Lehr­gangs­wo­chen befass­ten sich die Teil­neh­men­den mit den Grund­la­gen des Natur­schut­zes, der Land­schafts­pfle­ge, der Umwelt­bil­dung und Öffent­lich­keits­ar­beit. Ergänzt wur­de das Lehr­pro­gramm durch recht­li­che und wirt­schaft­li­che Inhal­te wie Gewer­be- und Steu­er­recht, Arbeits- und Sozi­al­recht sowie durch Infor­ma­tio­nen zu rele­van­ten Förderprogrammen.

Ziel der Fort­bil­dung ist es, qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te aus­zu­bil­den, die in Kom­mu­nen, Natur­par­ken, im land­wirt­schaft­li­chen Bereich oder in der Pri­vat­wirt­schaft aktiv zur Erhal­tung der bio­lo­gi­schen Viel­falt und zum Schutz der natür­li­chen Lebens­grund­la­gen bei­tra­gen. Die Natur- und Land­schafts­pfle­ge ist Schnitt­stel­le und Bestand­teil der Landwirtschaft.


Akti­ver Bei­trag zum Natur- und Umweltschutz

Natur- und Land­schafts­pfle­ger ken­nen die öko­lo­gi­schen Zusam­men­hän­ge, wis­sen um die Schutz­be­dürf­tig­keit hei­mi­scher Arten und Lebens­räu­me – vom Mager­ra­sen über Streu­obst­wie­sen bis hin zu gefähr­de­ten Vogel­ar­ten. Durch geziel­te Pfle­ge von Hecken, Sträu­chern und Gebü­schen för­dern sie Bio­di­ver­si­tät und gestal­ten Lebens­räu­me aktiv mit.

Die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten tra­gen mit ihrer Arbeit dazu bei, den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels und dem Ver­lust bio­lo­gi­scher Viel­falt ent­ge­gen­zu­wir­ken. Der von der Regie­rung von Ober­fran­ken orga­ni­sier­te Lehr­gang ver­mit­telt ihnen dafür sowohl fun­dier­tes Fach­wis­sen als auch den prak­ti­schen Umgang mit Werk­zeu­gen und Techniken.

Tan­dem-Rei­he “Wis­sen­schaft & Pra­xis” beschäf­tigt sich mit Nach­hal­tig­keit in der Betriebsführung

Bringt es Vor­tei­le, sich mit Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men zu beschäf­ti­gen? Vor wel­chen Her­aus­for­de­run­gen ste­hen Betrie­be dabei? Die Tan­dem-Rei­he „Wis­sen­schaft & Pra­xis“ von Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg, IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken gab bei der Dis­kus­si­on unter dem Titel „Daten, Druck und Durch­blick – Unter­neh­me­ri­sche Nach­hal­tig­keit zwi­schen Anspruch und All­tag“ allen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern einen Ein­blick in ver­schie­de­ne Her­an­ge­hens­wei­sen, Erfah­run­gen und grund­sätz­li­che Fragen.

Gemein­sam ver­tra­ten die Dis­ku­tie­ren­den die Hal­tung, dass Nach­hal­tig­keit im Betrieb vie­le posi­ti­ve Effek­te für die zukunfts­ori­en­tier­te Aus­rich­tung von Unter­neh­men und Betrie­ben bie­ten kann. Wich­tig sei nur, die ers­ten Schrit­te zu wagen. Auf dem Podi­um waren Prof. Dr. Frank Schie­mann, Inha­ber des Lehr­stuhls für BWL, ins­be­son­de­re Con­trol­ling an der Uni­ver­si­tät Bam­berg, Schrei­ner­meis­ter Johan­nes Lan­ge, Geschäfts­füh­rer der HANNESLANGE GmbH & Co. KG aus Eber­mann­stadt, Nico­le Wag­ner, Cor­po­ra­te Social Respon­si­bi­li­ty Mana­ge­rin bei der GREIFF Mode GmbH & Co. KG aus Bam­berg sowie Dr. Ser­gio Dra­wert, Tech­ni­scher Lei­ter bei RZB Rudolf Zim­mer­mann Bam­berg GmbH, vertreten.

Als Basis der Dis­kus­si­on dien­te eine Umfra­ge unter den Besu­che­rin­nen und Besu­chern der TAN­DEM-Rei­he 61 Pro­zent der Teil­neh­men­den an der Ver­an­stal­tung wären mit einer ver­pflich­ten­den Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung für Betrieb und Unter­neh­men ein­ver­stan­den. Immer­hin mes­sen und steu­ern 39 Pro­zent Nach­hal­tig­keit bereits intern. Sie ver­bin­den den Begriff „Nach­hal­tig­keit“ in ers­ter Linie mit Ver­ant­wor­tung, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Zukunft. Die Pra­xis­part­ner in der Dis­kus­si­ons­run­de sind da in ihren Betrie­ben schon ein Stück wei­ter, haben nach­hal­ti­ge Ele­men­te längst in ihre Unter­neh­mens­stra­te­gie integriert.

Für Schrei­ner­meis­ter Johan­nes Lan­ge steckt die Nach­hal­tig­keit auto­ma­tisch in der DNA des Hand­werks. Trotz­dem sieht er sich als „Über­zeu­gungs­tä­ter“ und hat in sei­nem Betrieb schon vie­le nach­hal­ti­ge Pro­jek­te rea­li­siert bei der Ener­gie­ver­sor­gung und Ener­gie­ein­spa­rung, der Abfall­ent­sor­gung, der Nut­zung regio­na­ler Wert­schöp­fungs­ket­ten und bei der Reduk­ti­on von „grau­er Ener­gie“ beim Bau. Sein Cre­do „Nach­hal­tig­keit ist eine Her­aus­for­de­rung, die sich ren­tiert. Wenn man am The­ma dran­bleibt, kommt am Ende auch etwas Gutes her­aus.“ Zudem sieht er einen wei­te­ren Nut­zen für sei­ne Schrei­ne­rei „Unse­re Kun­den erle­ben unse­re nach­hal­ti­ge Arbeit direkt in der Werk­statt, sehen sie auf unse­rer Home­page und in den Social-Media-Kanä­len. Auch dadurch ent­wi­ckelt sich Ver­trau­en zum Betrieb.“ Eine Pflicht zur Bericht­erstat­tung sieht er den­noch kri­tisch „Für klei­ne Betrie­be ist der Auf­wand per­so­nell nicht machbar.“

Laut Nico­le Wag­ner habe sich die GREIFF Mode GmbH & Co. KG für ihre Nach­hal­tig­keits­rei­se ent­schie­den, um die vor­han­de­nen Unter­neh­mens­wer­te wei­ter zu stär­ken. „Wir arbei­ten seit 2014 sys­te­ma­tisch an unse­rer nach­hal­ti­gen Aus­rich­tung, aller­dings ohne exakt aus­ge­ar­bei­te­ten Leit­fa­den. Nach­dem wir inter­na­tio­na­le Zulie­fe­rer haben, spielt die sozia­le Ver­ant­wor­tung zu den welt­wei­ten Part­nern eine Schlüs­sel­rol­le.“ So habe man die eige­nen Stan­dards auf ein gutes Niveau gebracht. Beson­ders bei der Trans­pa­renz der Lie­fer­ket­ten müs­se man sich stän­dig wei­ter­ent­wi­ckeln. Das Tex­til­un­ter­neh­men erstellt ein­mal im Jahr einen Social Report. „Zur Nach­hal­tig­keit gehört aber auf jeden Fall auch das Ver­trau­en von Kun­den“, unter­streicht Wag­ner. Klar sei zudem: Mit oder ohne Leit­fa­den müs­se man Nach­hal­tig­keit immer neu den­ken und an die eige­nen Her­aus­for­de­run­gen anpassen.

Beim Leuch­ten­her­stel­ler RZB Rudolf Zim­mer­mann, Bam­berg GmbH ist Nach­hal­tig­keit längst zur Chef­sa­che gewor­den. Der Tech­ni­sche Lei­ter Dr. Ser­gio Dra­wert schil­dert den Ein­stieg: „Für uns war es anfangs eine Über­ra­schung, was wir in Sachen Nach­hal­tig­keit schon alles tun.“ Einer Pflicht-Bericht­erstat­tung steht er zwar posi­tiv gegen­über, weist aber dar­auf hin, dass man auch das Per­so­nal dafür haben muss. Für sein Unter­neh­men sei die Erstel­lung aber ohne­hin alter­na­tiv­los, „denn gera­de Groß­kun­den for­dern die­sen Nach­weis aktiv ein und sor­tie­ren Zulie­fe­rer auch hin und wie­der aus, wenn sie nicht nach­hal­tig genug auf­ge­stellt sind.“ Sein Tipp für die ers­ten Schrit­te: „Ein­fach mal anfan­gen! Bes­ser mit wenig Inhal­ten star­ten als gar nicht.“

Die Tan­dem-Rei­he „Wis­sen­schaft & Pra­xis“ för­dert den beid­sei­ti­gen Trans­fer aus der Wis­sen­schaft in die Betriebs­pra­xis und umge­kehrt. Des­halb beur­teil­te Prof. Dr. Frank Schie­mann die genann­ten Pra­xis­bei­spie­le anschlie­ßend aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht, ging auf die Vor­tei­le einer nach­hal­ti­gen Unter­neh­mens­aus­rich­tung ein und räum­te auch eini­ge Mythen zu dem The­ma aus. „Für eine nach­hal­ti­ge Aus­rich­tung spre­chen der leich­te­re Zugang zu Finan­zie­run­gen, eine ver­bes­ser­te Repu­ta­ti­on und der lang­fris­ti­ge Nut­zen bei der stra­te­gi­schen Aus­rich­tung“, so der BWL-Pro­fes­sor. Zudem hel­fe der Nach­hal­tig­keits­ge­dan­ke beim früh­zei­ti­gen Erken­nen von Risi­ken. Laut Schie­mann heißt Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung nicht gleich mehr Büro­kra­tie, wenn man das Kos­ten-Nut­zen-Ver­hält­nis im Auge behält. Und zuletzt: „Nach­hal­tig­keit im Unter­neh­men gefähr­det nicht den Wirt­schafts­stand­ort, son­dern ist ein Teil der akti­ven Zukunfts­si­che­rung für Betriebe.“


Tan­dem-Rei­he “Wis­sen­schaft & Praxis”

Die Tan­dem­rei­he ist eine Gemein­schafts­in­itia­ti­ve der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg, der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken. Sie bringt ein­mal pro Jahr Wis­sen­schaft und Wirt­schaft zusam­men. Ziel ist es, den Aus­tausch unter­ein­an­der zu för­dern und den beid­sei­ti­gen Trans­fer von Wis­sen anzuregen.

Wei­te­re, stän­dig aktua­li­sier­te Infor­ma­tio­nen zu der Ver­an­stal­tungs­rei­he sind hier zu fin­den. 

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