Ausbildungsstart 2025
Mehr Azubis im oberfränkischen Handwerk
Es ist ein erfreulicher Einstieg in das nächste Ausbildungsjahr. Im oberfränkischen Handwerk wurden bis dato (Stand: 29. August 2025) 1.780 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, wie die Handwerkskammer für Oberfranken mitteilt. Dies obwohl nahezu ein ganzer Jahrgang Gymnasiasten fehlt.
„Diese Zahlen freuen uns riesig“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer. „Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in unserer Region, dem Sonderfaktor Wechsel von G8 auf G9, dem immer härter werdenden Wettbewerb um die jungen Leute und der Unentschlossenheit vieler Schulabgänger ist das ein großer Erfolg.“
Bauer wertet die konstante Tendenz mit einem leichten Plus von 0,74 Prozent im Vergleich zum Vorjahr als gutes Zeichen. Dies sei bereits im dritten Jahr in Folge ein Zuwachs bei den Auszubildenden. „Wir haben schon das Gefühl, dass immer mehr junge Menschen die guten Chancen und die ausgezeichneten Karriereperspektiven im Handwerk erkennen. Und sich gleichzeitig das Image der Handwerksberufe weiter verbessert.“ Dies führe offensichtlich auch bei den Eltern, die maßgeblichen Anteil an der Berufswahl ihrer Kinder haben, zu einem Umdenken.
Dennoch zeichnet sich kein einheitliches Bild quer durch Oberfranken ab. Bauer: „Einige Regionen haben noch Nachholbedarf.“ Zudem seien nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt. Die interne Ausbildungsbörse der HWK für Oberfranken (www.hwk-oberfranken.de/lehrstellenboerse), in die örtliche Handwerksbetriebe auf freiwilliger Basis ihr Lehrstellenangebot eintragen, weise momentan 371 handwerkliche Ausbildungsplätze in 46 Gewerken aus. „Dabei sind allerdings auch schon viele Angebote gelistet, die auf das Ausbildungsjahr 2026 abzielen.“
Starke Argumente für das Handwerk
Diejenigen, die sich in diesem Jahr für eine duale Ausbildung in einem handwerklichen Beruf entschieden haben, hätten die Vorteile des Handwerks erkannt: Sichere und attraktive Ausbildungsplätze direkt in der Region, gute Verdienstperspektiven sowie die sinnhafte und erfüllende Arbeit für jeden Einzelnen. „Diese Vorteile bestätigen uns im Handwerk nicht nur unterschiedliche Studien, sondern vor allem die Berufsstarter selbst“, so der Hauptgeschäftsführer. „Die steigende gesellschaftliche, aber auch individuelle Wertschätzung tut ihr Übriges dazu.“ Auch HWK-Präsident Matthias Graßmann ist stolz auf die Entwicklung bei den Ausbildungszahlen: „Offensichtlich fruchten unsere vielen Aktivitäten zur Berufsorientierung für junge Leute und auch unsere Imagearbeit bei den Eltern.“ Auch weiterhin biete das Handwerk den Schülerinnen und Schülern beste Perspektiven. Graßmann: „Noch nie waren die Einstiegs- und Karrierechancen im Handwerk so gut wie jetzt – und das bei zukunftsorientierten Aufgaben wie Energie- und Mobilitätswende, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.“
Handwerk als Ausbildungsbranche Nummer 1
Nach wie vor hoch sei auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe. 1.994 Handwerksbetriebe aus ganz Oberfranken bilden in unterschiedlichen Gewerken aus. Sie engagieren sich aktiv für den Nachwuchs und leisten somit einen wertvollen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs. „Das Handwerk ist Ausbildungsbranche Nummer 1. Bei uns erlernen über 30 Prozent aller Lehrlinge ihr berufliches Know-how, obwohl der Anteil der Betriebe an der Gesamtwirtschaft bei nur rund zwölf Prozent liegt.“
Dabei spiele, laut Reinhard Bauer, im Bewerbungsprozess weder die Art des Schulabschlusses noch die Abschlussnote die entscheidende Rolle. „Den Handwerkern sind bei der Einstellung eher Softfacts wie Motivation, Teamfähigkeit, Umgangsformen und Zuverlässigkeit wichtig.“
Die Türen bleiben offen
Für Jugendliche, die sich noch nicht entschieden haben, wie es nach der Schule weitergehen und wohin ihr beruflicher Weg führen soll, bietet das Handwerk auch nach dem offiziellen Ausbildungsstart noch Möglichkeiten zum Einstieg an. „Die Türen unserer Betriebe bleiben für Interessenten weiter offen, für das aktuelle Ausbildungsjahr noch mindestens bis Ende Oktober und auch darüber hinaus“, macht Bauer den jungen Leuten Mut. Orientierung und Ideen zum Einstieg könnten sie beispielsweise bei den Berufsmessen des Handwerks finden, die am 11. Oktober in Bayreuth und Bamberg sowie am 18. Oktober in Coburg stattfinden.
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Automobilzulieferer brechen ein – Handel und Gastronomie ohne Nachwuchs
Ausbildungsmarkt in Schieflage: Rückläufige IHK-Zahlen
Trotz einer großen Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen sinkt die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse bei den Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth in den ersten sieben Monaten des Jahres gegenüber 2024 spürbar um 15 Prozent auf 1.908, wie die Kammer mitteilt.
Stieg die Zahl der Neueintragungen von Ausbildungsverhältnissen seit 2021 im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken Bayreuth von 1.968 im Jahr 2000 auf 2.372 im Jahr 2024 kontinuierlich an (jeweils bis 31. Juli), folgte 2024 ein jäher Absturz auf 1.908 Neueintragungen. Da spielt natürlich die Tatsache hinein, dass es 2025 kaum Abiturprüfungen gibt. Das erklärt aber gerade mal ein knappes Viertel des Rückgangs von 464 Neueintragungen.
„Also haben wir uns auf die Suche begeben“, so IHK-Pressesprecher Peter Belina. Schließlich sei es sehr ernüchternd, wenn die IHK-Zahlen einen deutlichen Rückgang bei den neu unterschriebenen Ausbildungszahlen aufzeigen, man zwar Vermutungen für die Hauptursachen hat, den Zahlen aber nicht die Information entlocken kann, warum das so ist. Zusammen mit Ausbildungsberater Matthias Rank und Roman Riemer von der IT wurden die IHK-Daten zur Ausbildung 2024 und 2025 im Detail analysiert. Da wurde dann relativ schnell klar, warum 2025 im Vergleich zum Vorjahr spürbar weniger Ausbildungsverträge unterschrieben wurden.
Krise bei Automobilzulieferern bleibt nicht ohne Konsequenzen bei Ausbildung
„Hauptgrund ist der dramatische Einbruch der Ausbildungszahlen bei den Ausbildungsbetrieben im Bereich der Automobilzulieferer. Fünf unserer zehn wichtigsten Ausbildungsbetriebe gehören zu dieser Sparte“, so Belina. „Das zeigt, wie sehr diese Branche unter Druck steht.“ Die schlechte Konjunkturlage trifft – wenn auch etwas abgeschwächt – auch den Energiesektor, den Maschinenbau und die Medizintechnik. „Bei diesen drei Branchen gibt es aber einen elementaren Unterschied zu den Automobilzulieferern: Hier gibt es auch Unternehmen mit mehr Neueintragungen als im Vorjahr.“
„Bei zwei weiteren Branchen haben wir eine größere Zahl von Unternehmen gefunden mit spürbar rückläufigen Neueintragungen, im Handel und im Gastronomiebereich“, ergänzt IHK-Ausbildungsberater Matthias Rank. „Die Ursache ist hier aber eine ganz andere. Hier handelt es sich um Branchen mit einer hohen Zahl an unbesetzten Ausbildungsplätzen. Die Unternehmen würden gerne deutlich mehr ausbilden, finden aber keinen Nachwuchs.“ Mittelfristig drohe den Betrieben eine spürbare Fachkräftelücke.
Schlechte Idee: Ohne Ausbildung oder Studium ins Berufsleben starten
Mit Sorge beobachtet Rank den Trend, dass immer mehr Jugendliche weder studieren noch eine Ausbildung antreten. „Ungelernt arbeiten zu gehen, mag im ersten Moment verlockend sein, schließlich verdient man mehr Geld als während der Ausbildung“, so Rank. „Aber diese Situation dreht sich nach der Ausbildung sehr schnell um, von der Arbeitsplatzsicherheit gar nicht zu reden.“ Während jemand in Deutschland mit abgeschlossener Berufsausbildung laut Statistischem Bundesamt 2022 im Schnitt 3.521 Euro verdient und mit Zusatzqualifizierung, etwa als Meisterin, Fachwirt, Fachkauffrau oder Operative Professional 4.826 Euro, beträgt das Einkommen bei Personen ohne beruflichen Ausbildungsabschluss im Schnitt gerade mal 2.817 Euro. „Die berufliche Ausbildung ist nicht nur der Grundstein für ein sicheres Einkommen, sondern auch für eine stabile Erwerbskarriere“, macht Rank deutlich.
„Über ein Drittel aller Ausbildungsplätze ist nach wie vor nicht besetzt. Wer sich also spontan dazu entschließt, eine Ausbildung zu beginnen, wendet sich entweder an die Agentur für Arbeit oder direkt an ein Ausbildungsunternehmen“, so Rank. „Ganz wichtig: Auch nach dem offiziellen Ausbildungsbeginn am 1. September ist noch ein Einstieg in die berufliche Ausbildung möglich!“
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Anfrage der Landtags-Grünen zeigt erschreckendes Ausmaß
Schluss mit dem gigantischen Überstundenberg bei der Polizei in Oberfranken
Die Landtags-Grünen fordern nach einer Anfrage ein Ende des Überstundenbergs bei der Polizei in Oberfranken. „Der gigantische Überstundenberg bei der Polizei ist ein Armutszeugnis für die Bayerische Staatsregierung – Innere Sicherheit braucht ausreichende Finanzierung. Dafür hat die Bayerische Staatsregierung zu sorgen“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, Katharina Schulze.
Ursula Sowa, Landtagsabgeordnete für Oberfranken, kritisiert: „Bei uns im Polizeipräsidium Oberfrankenliegen pro Kopf 83 Überstunden an – und das seit Jahren. Das sind in Summe 200.572 Überstunden allein im Jahr 2024. Wer so weitermacht, riskiert die Gesundheit der Beamtinnen und Beamten und die Sicherheit im Land.“
Hintergrund ist die Auswertung der Antwort auf eine Grüne Anfrage zu Mehrarbeitsstunden 2022 bis 2024: Der Gesamtbestand bleibt dauerhaft hoch, in einigen Präsidien steigen die Überstunden sogar weiter. Gleichzeitig hat die Staatsregierung die Auszahlung drastisch gekürzt – von 6,5 % der Stunden im Jahr 2022 auf nur noch 3 % im Jahr 2024. „Damit sparen sich CSU und Freie Wähler auf dem Rücken der Polizei über 60 Millionen Euro an ausstehenden Überstundenvergütungen – in vielen Fällen liegt die Auszahlung für die Überstunde sogar unter dem regulären Stundenlohn. Das ist ein Skandal!“, so Florian Siekmann, Sprecher für Inneres.
Ursula Sowa MdL: „Unsere Polizei leistet unglaublich viel, ob klein ob groß, ob Volksfest oder internationale Versammlung. Hier bei uns vor Ort wäre die Sandkerwa, wie sie jetzt gerade stattfindet, ansonsten nicht vorstellbar.“
„Endlich für Entlastung sorgen und faire Bezahlung garantieren. Alles andere gefährdet auf Dauer unsere Sicherheit.“
Die Landtags-Grünen fordern:
- Sonder-Auszahlungsprogramm für Überstunden mit 20 % Zuschlag auf die Stundensätze (jährlich 25 Mio. Euro 2026–2029)
- Verbindliche Abbauziele für alle Polizeipräsidien
- Keine Altstunde darf verfallen – volle Auszahlung oder Freizeitausgleich bis 2029 garantieren
- Polizei von fachfremden Aufgaben befreien: Vorführdienste an die Justiz, Passersatzbeschaffung an Ausländerbehörden, Grenzpolizei auf Schleierfahndung konzentrieren
„Statt sich in Interviews über angeblich zu wenig Arbeitsmoral in Deutschland zu beschweren, sollten Markus Söder und seine CSU erstmal vor der eigenen Tür kehren“, so Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende. „Es ist ein Hohn, mehr Arbeit zu predigen, während man es nicht schafft, den Überstundenberg bei den eigenen Staatsbediensteten abzubauen.“
Ursula Sowa ergänzt: „Wer diese Leistung erhalten will, muss endlich für Entlastung sorgen und faire Bezahlung garantieren. Alles andere gefährdet auf Dauer unsere Sicherheit.“
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Unternehmen sehen oft Mängel bei Ausbildungsreife
Bewerbermangel bremst Ausbildungsmarkt in Oberfranken aus
Die Rezession hat nach dem Arbeits- auch den Ausbildungsmarkt erreicht, wie die IHK für Oberfranken Bayreuth mitteilt. Vielen Unternehmen fehle für eine Ausbildung einfach die wirtschaftliche Perspektive. Trotzdem bleibt es für die Ausbildungsunternehmen die größte Herausforderung, überhaupt Auszubildende zu finden, wie eine aktuelle Umfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth unter ihren Mitgliedsunternehmen deutlich macht.
Die IHK-Umfrage zeigt: Nur 14 Prozent der Betriebe wollen zum Ausbildungsjahr 2025//26 mehr Ausbildungsplätze schaffen als im Vorjahr, 28 Prozent haben das Angebot verringert. Hauptgrund sind fehlende wirtschaftliche Perspektiven und finanzielle Mittel. „Das verschärft den Fachkräftemangel weiter, denn auf einen Schulabgänger kommen aktuell fast zwei Baby-Boomer, die in den Ruhestand gehen“, macht Dr. Michael Waasner deutlich, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth.
„Nicht besetzte Ausbildungsplätze sind ein Riesenproblem“, bestätigt Wolfram Brehm, Hauptgeschäftsführer der IHK für Oberfranken Bayreuth. 57 Prozent der befragten IHK-Ausbildungsbetriebe haben für das Ausbildungsjahr 2025//26 keine einzige Bewerbung erhalten, bundesweit liegt der Anteil bei 48 Prozent.
Bessere Rahmendbedingungen für Schulen und Betriebe gefordert
Neben dem Mangel an Bewerbungen sehen die Unternehmen auch Defizite bei der Ausbildungsreife. Dr. Waasner: „Besonders wichtig aus Sicht der Unternehmen sind dabei das Arbeits- und Sozialverhalten, gefolgt von der grundlegenden mentalen Leistungsfähigkeit.“ Besonders häufig werden seitens der Ausbilderinnen und Ausbilder Defizite bei Disziplin (63 Prozent) und Belastbarkeit (59 Prozent) genannt. Dagegen sind grundlegende IT- und Medienkenntnisse (nur sechs Prozent mit Mängeln) und Teamfähigkeit (acht Prozent) meist ausreichend vorhanden.
Viele Unternehmen fordern eine bessere Ausstattung der Schulen. 90 Prozent wünschen sich mehr anwendungsorientiertes Lernen, zwei Drittel eine engere Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb sowie mehr Investitionen in Personal und Infrastruktur.
„Unsere Unternehmen wollen ausbilden. Dafür brauchen Sie aber bessere Rahmenbedingungen“, so Dr. Waasner. „Es fehlen nicht nur konjunkturelle Impulse. Unsere Unternehmen müssen sich auch darauf verlassen können, dass die angehenden Azubis in den allgemeinbildenden Schulen das notwendige Rüstzeug mitbekommen. Engagierte Lehrer treffen viel zu oft auf eine inadäquate technische und digitale Ausstattung.“ Sowohl Schulen als auch Unternehmen brauchen darüber hinaus mehr Unterstützung bei der Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund.
Besorgniserregend ist die hohe Zahl an Jugendlichen, die ohne formale Qualifikation ins Berufsleben starten wollen. „Das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass sich viele nicht gut in den Angeboten der Berufsorientierung zurechtfinden“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Brehm. Noch einen Schritt weiter geht IHK-Präsident Dr. Waasner: „Wir brauchen daher eine verpflichtende und praxisorientierte Berufsorientierung als bundesweite Pflichtaufgabe an allen Schulen.“ Gymnasien etwa dürften nicht einseitig über das Studium, sondern müssten auch über die guten Perspektiven einer Ausbildung informieren.
IHK-AusbildungsScouts bringen Praxis in die Schulen
„Eine berufliche Ausbildung bietet dank ihrer Durchlässigkeit und den vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten mit Abschlüssen, die dem Bachelor oder Master gleichgestellt sind, eine echte Zukunftsperspektive“, so Dr. Waasner. Umso wichtiger sei es, dass Schulabgänger dieses Angebot auch kennen.
Mit den AusbildungsScouts gibt es auch seitens der IHK ein erfolgreiches Angebot zur Berufsorientierung. „Hier berichten echte Azubis aus der Region über ihre Erfahrungen. Das ist Berufsorientierung auf Augenhöhe“, so Brehm.
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Mitteilung der Regierung von Oberfranken
Trotz Borkenkäfer: Oberfrankens Wälder werden vielfältiger
Trotz Borkenkäfer, Hitze und Trockenheit halten sich in vielen Regionen Oberfrankens die negativen Entwicklungen in Grenzen. Über den gesamten Regierungsbezirk gesehen, werden die Wälder vielfältiger, naturnäher und weisen mehr Laubbäume auf. Das zeigten die regionalisierten Auswertungen der Bundeswaldinventur (BWI), die die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gemeinsam mit Regierungspräsident Florian Luderschmid in einem Waldstück bei Hummeltal vorgestellt hat.
Der Anteil der Laubbäume im Kronendach sei in den letzten zehn Jahren von 31 Prozent auf 33 Prozent angestiegen. Was sich zunächst nach nicht viel anhört, sei in absoluten Zahlen enorm: 5.400 Hektar Laubholz kamen in Oberfranken hinzu. Der Anstieg des Laubholzes ging insbesondere zulasten der Fichtenfläche. Zugenommen haben hingegen Buchen und Eichen. Damit entwickeln sich die oberfränkischen Wälder weiter in Richtung mehr Naturnähe und Klimatoleranz. „Diese Zahlen belegen die erfolgreichen Bemühungen der oberfränkischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, ihre oft nadelholzbetonten Wälder in stabilere Mischwälder umzubauen”, unterstrich Regierungspräsident Florian Luderschmid. “Das ist wichtig, denn unsere Wälder sind unverzichtbar für den Trinkwasserschutz, die Erholung und die Biodiversität. Zudem liefern sie den nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff Holz.”
Holzvorräte leicht gestiegen
Oberfranken habe weiterhin die zweithöchsten Nadelholzanteile aller bayerischen Regierungsbezirke. In der zurückliegenden Inventurperiode wuchsen in Oberfranken jährlich rund 3 Millionen Festmeter Holz nach. Dies ist der Grund dafür, dass im gesamten Regierungsbezirk – trotz der dramatischen Wald- und Holzverluste im Frankenwald – die Holzvorräte leicht gestiegen sind. Aber in Zeiten des Klimawandels löst diese Nachricht bei Experten gemischte Gefühle aus: „Der rasante Klimawandel zwingt uns, den laufenden Waldumbau noch zu verstärken. Wir müssen in Oberfranken dringend unsere Baumartenvielfalt weiter erhöhen. Die dramatische Borkenkäferentwicklung im Frankenwald sollte für Oberfranken und darüber hinaus für ganz Bayern eine deutliche Warnung sein”, warnt LWF-Vizepräsidentin Dr. Ruth Dirsch.
Insbesondere in den Landkreisen Kronach, Hof und Kulmbach habe der Klimawandel deutliche Spuren in der Landschaft hinterlassen. Beginnend mit dem Trockenjahr 2018 sind bis heute mehr als 10.000 Hektar Fichtenwald abgestorben. Dort mussten die Waldbesitzenden erhebliche ökonomische Einbußen hinnehmen, da die hohen Vorräte eingeschlagen wurden als die Holzpreise sehr niedrig waren.
Nachwachsender Baumbestand
Sehr erfreulich sei hingegen, dass die nächste Waldgeneration oftmals schon in den Startlöchern steht: Auf gut einem Drittel der Waldfläche wachsen unter dem Schutz des Altbestandes bereits junge Bäume. Diese Verjüngung besteht zu 56 Prozent aus Laubbäumen. Allerdings sind auch die Fichtenanteile in der Verjüngung mit 38 Prozent sehr hoch. Um die Mischung vieler Baumarten zu erhalten, ist daher eine gezielte Pflege durch die Waldbesitzer notwendig. Genauso wichtig ist die Unterstützung durch die Jägerschaft. “Auch die Jagd spielt eine entscheidende Rolle”, so Dirsch. „Waldangepasste Wildbestände sind die entscheidende Voraussetzung, damit sich die Verjüngung auch gut entwickeln kann.”
Auch in Sachen Biodiversität haben die oberfränkischen Wälder in den letzten zehn Jahren erheblich zugelegt: Die Vorräte an Totholz sind deutlich angestiegen, auch wenn sie mit rund 25 Festmetern pro Hektar noch immer unter dem bayerischen Durchschnitt liegen. Anders als der Name vermuten lässt, ist Totholz alles andere als tot. Es besitzt vielfältige Strukturen, die die Lebensbedürfnisse zahlreicher Arten erfüllen.
Die Bundeswaldinventur liefert im zehnjährigen Turnus fundierte Daten zur Entwicklung und zum Zustand der Wälder in ganz Deutschland. Für die aktuelle Erhebung haben Försterinnen und Förster in Bayern an rund 8.000 Aufnahmepunkten rund 100.000 Bäume vermessen und Informationen zur Waldentwicklung erhoben.
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Offizieller Abschied nach 33 spannenden Berufsjahren
Handwerkskammer für Oberfranken verabschiedet langjährigen Geschäftsführer Dr. Bernd Sauer
Mit 66 Jahren und nach fast 33 Dienstjahren ging der langjährige Geschäftsführer der HWK für Oberfranken, Dr. Bernd Sauer, in einer zu ihm passenden Art in den Ruhestand. Anstatt die große Bühne zu suchen, verabschiedete sich Sauer wie gewünscht mit einer sehr persönlichen Feierstunde im Brauereigasthof Rothenbach in Aufseß von langjährigen Wegbegleitern, wie die Handwerkskammer für Oberfranken mitteilt.
Die Würdigung der Kammer brachten dabei HWK-Präsident Matthias Graßmann und Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer zum Ausdruck. „Wir verabschieden dich mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Graßmann. „Lachend, weil wir dir die Ruhe nach einem anstrengenden Berufsleben gönnen; weinend, weil wir wissen, was wir an dir hatten.“
Hauptgeschäftsführer Bauer dankte seinem Weggefährten in der Geschäftsleitung für die engagierte Zusammenarbeit und lobte dessen Lebensleistung. „Du hast die Großprojekte in Angriff genommen, die niemand sonst übernehmen konnte.“ So habe der Neu-Ruheständler zum Beispiel 1995 mit der ersten E‑Mail und dem ersten Internetauftritt die Grundlagen für die Digitalisierung der Kammer gelegt. Oder aber das Qualitätsmanagementsystem samt Zertifizierung aufgebaut und das Thema Arbeitssicherheit implementiert. „Mit aller Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft, die Dich immer ausgemacht hat. Deine große Leidenschaft aber, die gehörte immer den Vereinen Genussregion Oberfranken und dem Bierland Oberfranken.“ Beide hat Sauer mitbegründet.
Wegen seiner unermüdlichen Imagearbeit für das Handwerk, die Genussregion Oberfranken und das Bierland Oberfranken ließen es sich viele Weggefährten nicht nehmen, bei der Feierstunde persönliche Worte des Dankes zu formulieren. So würdigte Regierungspräsident Florian Luderschmid sein Engagement, ebenso wie der Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner, HWK-Vizepräsident Christian Herpich und Georg Rittmayer als Präsident des Verbands Private Brauereien Bayern e.V.
Dr. Bernd Sauer begann seine Karriere bei der Handwerkskammer nach seinem Studium und der Promotion im Jahr 1992. Zunächst als Assistent der damaligen Geschäftsleitung, später war er parallel dazu Berater für Innovation, ehe er 2009 Hauptabteilungsleiter für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde. Seit 2014 war er einer von zwei Geschäftsführern an der HWK.
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Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen in Oberfranken haben ihre Abschlussprüfungen absolviert
Regierung von Oberfranken ehrt die besten Absolventinnen und Absolventen
Auf Initiative der Regierung von Oberfranken wurden 59 Absolventinnen und Absolventen der Mittelschule für ihre herausragenden Leistungen im Qualifizierenden Abschluss und für den besten Mittleren Schulabschluss ausgezeichnet.
Die Jahrgangsbesten in den neun Schulamtsbezirken erhielten im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Handwerkskammer für Oberfranken, der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth und der IHK zu Coburg, der lokalen Politik sowie weiterer Gäste aus den Händen der Schulaufsicht vor Ort ihre Urkunden.
Schulamtsbezirk Bayreuth
Regierungspräsident von Oberfranken Florian Luderschmid gratulierte im Landratsamt Bayreuth den Besten des Schulamtsbezirks Bayreuth. In seinem Grußwort ging er auf schulische und berufliche Erfolgsfaktoren ein: „Herzlichen Glückwunsch zu Ihren herausragenden Leistungen! Die Ehrung haben Sie sich mehr als verdient. Sie würdigt nicht nur die schulischen Erfolge, sondern auch die Anstrengungsbereitschaft und die Fähigkeit, sich jeden Tag aufs Neue zum Lernen zu motivieren. Diese Tugenden werden auch im Übergang von der Schule in die Berufsausbildung hilfreich sein, gilt es doch, neue Strukturen, Abläufe und Erwartungen zu bewältigen. Auch zukünftig werden Familie, Freunde, Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für Ihren weiteren Weg wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute!”
Schulamtsbezirk Coburg
Regierungsvizepräsident Thomas Engel überbrachte im Schulamtsbezirk Coburg bei der Feierstunde an der Grund- und Mittelschule Ebersdorf die Glückwünsche an die Jahrgangsbesten: „Sie dürfen stolz auf sich sein und ich bin mir sicher, Ihre Familien und auch die Lehrkräfte, die Sie bis hierhin begleitet haben, sind es auch. Für den weiteren Weg ist auch das enge Zusammenwirken von Schulen, Unternehmen und Kammern, zum Beispiel über Bildungspartnerschaften, mitentscheidend, um jungen Menschen bestmögliche Chancen bieten zu können.”
Schulamtsbezirke Forchheim und Kulmbach
Stefan Kuen, Bereichsleiter Schulen der Regierung von Oberfranken, gratulierte in der Gereonkapelle in Forchheim den erfolgreichen Schülerinnen und Schülern. In Kulmbach würdigte Alexander Wunsch, Leiter des Sachgebietes 40.1 an der Regierung von Oberfranken die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen. Beide appellierten an die jungen Menschen, nicht nur für die eigene berufliche Zukunft, sondern auch für die Allgemeinheit Verantwortung zu übernehmen und durch soziales Engagement und Ehrenamt das gesellschaftliche Leben mitzugestalten.
In den übrigen Schulamtsbezirken wurde die Ehrung durch die jeweiligen Schulamtsdirektorinnen und ‑direktoren vorgenommen.
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Mit Kompetenz, Fingerspitzengefühl und Innovationsgeist
Handwerkskammer für Oberfranken vergibt Zukunftspreis 2025 in sechs Kategorien
Das Handwerk in Oberfranken gestaltet den Wandel nicht nur, es treibt ihn voran. Beispielhaft dafür stehen sechs Handwerksbetriebe aus der Region. Die Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken zeichnete diese sechs Vorreiter aus Oberfranken bei einer Feierstunde in der Alten Orangerie von Schloss Rosenau bei Rödental mit dem Zukunftspreis 2025 aus.
Damit würdigt sie die herausragenden Leistungen der Handwerkerinnen und Handwerkern, die ihren handwerklichen Alltag perfekt beherrschen und parallel neu Abläufe oder Innovationen kreieren. „Hier paart sich fachliche Kompetenz mit handwerklichem Fingerspitzengefühl und einem Schub Innovationsgeist zu kreativen Leistungen, die auch die Kunden begeistern“, betont HWK-Präsident Matthias Graßmann bei der Preisübergabe. „Die Auszeichnung mit unserem Zukunftspreis hilft dabei, die Leistungen dieser Betriebe besser in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.“
Gesucht wurden bei der Ausschreibung zum Zukunftspreis bewusst nicht Standardprodukte oder ‑lösungen, sondern das Außergewöhnliche, das auch Emotionen wecken kann. Von daher setzt der heutige HWK-Zukunftspreis die über 20-jährige Geschichte fort, die mit dem damaligen Designpreis des oberfränkischen Handwerks begonnen hat. Zu den Anfangszeiten ging es in erster Linie um Gestaltung, Architektur und Marketing. Heute decken die insgesamt sechs Wettbewerbskategorien alles das ab, was man mit digitaler Transformation, innovativer Unternehmensführung und kreativem Erfindergeist verbindet. Die 29 Bewerber haben den Beweis dafür angetreten, dass im Handwerk Tradition und Innovation keine Gegensätze darstellen. Darüber zeigt sich der HWK-Präsident sehr stolz: „Alle Preisträger haben eindrucksvoll untermauert, dass es in der DNA des Handwerks tief verankert ist, anzupacken, einfach zu machen und dabei individuelle Lösungen für unterschiedliche Problemstellungen zu finden.“
Für die Bewertung der Bewerbungen hat sich die Kammer auf die Meinung einer hochkarätigen, rein extern besetzten Jury verlassen (Jurymitglieder siehe unten). Diese hatte es bei ihrer Aufgabe nicht leicht, die Qualität der Bewerbungen war beeindruckend. Die persönlich verfassten Laudationes für jeden Preisträger prägten daher auch Begriffe wie „Grenzgänger“, „Brückenbauer“ und „Innovationstreiber“. HWK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer, der die Preisverleihung moderierte, zieht ein treffendes Fazit für den Zukunftspreis 2025: „Für mich bleibt ein starker Eindruck: Handwerk gestaltet unsere Zukunft! Das macht uns allen Mut für die Herausforderungen, die vor uns liegen.“ Untermauert wurde die Wertigkeit der Auszeichnung durch ein Preisgeld von 1.500 Euro für jeden Preisträger, das dank der Unterstützung durch die oberfränkischen Volks- und Raiffeisenbanken ermöglicht wurde.
Auch Joachim Hausner, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Bamberg-Forchheim eG und oberfränkischer Bezirksvorsitzender des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V., stellte stellvertretend für die oberfränkischen Volks- und Raiffeisenbanken die Vorbildfunktion der ausgezeichneten Handwerkbetriebe heraus: „Sie gehen alle mit gutem Beispiel voran und zeigen auf eindrucksvolle Weise, wozu der Mittelstand und insbesondere das Handwerk als Rückgrat unserer Wirtschaft zu leisten im Stande ist. Mit Ihren zukunftsweisenden Projekten“, wendet er sich direkt an die Preisträger, „passen Sie sich immer wieder den neuen Herausforderungen an.“
Die Jury hat folgende sechs Preisträger des Zukunftspreises ausgewählt:
- Kategorie „Ausbildung & Fachkräftesicherung“: Haustechnik Günther GmbH, Speichersdorf
- Kategorie „Energieeffizientes und nachhaltiges Handwerk“: Brauerei-Gasthof Kundmüller, Viereth-Trunstadt
- Kategorie „Erfindungen im Handwerk“: Kfz-Meisterbetrieb Wolfgang Fösel, Breitengüßbach
- Kategorie „Handwerk digital“: Bayreuther eLadeinfrastruktur, Bayreuth
- Kategorie „Marketing & Recruiting at its best“: Denk Keramische Werkstätten, Coburg
- Kategorie „Kreatives, wunderschönes Handwerk“: Daniela Witzgall, Bamberg
Mitglieder der Jury:
- Manuel Wolz, Geschäftsführer Personet e.V., Bayreuth
- Andreas Fickenscher, Geschäftsführender Gesellschafter Fickenschers Backhaus GmbH
- Sabine Gollner, 1. Vorsitzende der Künstlerkolonie Fichtelgebirge
- Prof. Dr.-Ing. Frank Döpper, Fakultät für Ingenieurwissenschaften /Lehrstuhl für Umweltgerechte Produktionstechnik, Universität Bayreuth
- Dietmar Reiss, Präsident Marketing-Club Oberfranken
- Prof. Dr.-Ing. Tobias Plessing, Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Leiter des Instituts für Wasserstoff und Energietechnik (iwe), Hochschule Hof
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Abschluss des Lehrgangs „Geprüfte/-r Natur- und Landschaftspfleger/-in“
Zeugnisse feierlich überreicht
Für insgesamt 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zweier Lehrgänge zum Geprüften Natur- und Landschaftspfleger /zur Geprüften Natur- und Landschaftspflegerin sind 17 Lehrgangswochen erfolgreich zu Ende gegangen. Regierungspräsident Florian Luderschmid hat die Absolventinnen und Absolventen in der Regierung von Oberfranken in Bayreuth nun feierlich entlassen und ihnen die Abschlusszeugnisse ausgehändigt.
„Sie haben nicht nur fundierte Kenntnisse in Theorie und Praxis erworben, sondern auch Verantwortung übernommen: für unsere Umwelt, für kommende Generationen und für die Weitergabe Ihres Wissens – sei es im direkten Einsatz vor Ort oder in der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit“, würdigte Regierungspräsident Luderschmid das Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Ich bin überzeugt, dass Sie diesen Auftrag ernst nehmen.“
Auch Lehrgangsleiterin Iris Prey von der Regierung von Oberfranken betonte den hohen Wert der Fortbildung: Neben dem fachlichen Wissen sei ein starkes Netzwerk entstanden, das für die berufliche Zukunft der Absolventinnen und Absolventen von großer Bedeutung sei. Die Teilnehmenden kamen in diesem Jahr nicht nur aus ganz Bayern, sondern auch aus Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen.
Breit gefächertes Fachwissen – praxisnah vermittelt
In insgesamt 17 Lehrgangswochen befassten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen des Naturschutzes, der Landschaftspflege, der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Ergänzt wurde das Lehrprogramm durch rechtliche und wirtschaftliche Inhalte wie Gewerbe- und Steuerrecht, Arbeits- und Sozialrecht sowie durch Informationen zu relevanten Förderprogrammen.
Ziel der Fortbildung ist es, qualifizierte Fachkräfte auszubilden, die in Kommunen, Naturparken, im landwirtschaftlichen Bereich oder in der Privatwirtschaft aktiv zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen beitragen. Die Natur- und Landschaftspflege ist Schnittstelle und Bestandteil der Landwirtschaft.
Aktiver Beitrag zum Natur- und Umweltschutz
Natur- und Landschaftspfleger kennen die ökologischen Zusammenhänge, wissen um die Schutzbedürftigkeit heimischer Arten und Lebensräume – vom Magerrasen über Streuobstwiesen bis hin zu gefährdeten Vogelarten. Durch gezielte Pflege von Hecken, Sträuchern und Gebüschen fördern sie Biodiversität und gestalten Lebensräume aktiv mit.
Die Absolventinnen und Absolventen tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, den Folgen des Klimawandels und dem Verlust biologischer Vielfalt entgegenzuwirken. Der von der Regierung von Oberfranken organisierte Lehrgang vermittelt ihnen dafür sowohl fundiertes Fachwissen als auch den praktischen Umgang mit Werkzeugen und Techniken.
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Tandem-Reihe “Wissenschaft & Praxis” beschäftigt sich mit Nachhaltigkeit in der Betriebsführung
Bringt es Vorteile, sich mit Nachhaltigkeit im Unternehmen zu beschäftigen? Vor welchen Herausforderungen stehen Betriebe dabei? Die Tandem-Reihe „Wissenschaft & Praxis“ von Otto-Friedrich-Universität Bamberg, IHK für Oberfranken Bayreuth und Handwerkskammer für Oberfranken gab bei der Diskussion unter dem Titel „Daten, Druck und Durchblick – Unternehmerische Nachhaltigkeit zwischen Anspruch und Alltag“ allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in verschiedene Herangehensweisen, Erfahrungen und grundsätzliche Fragen.
Gemeinsam vertraten die Diskutierenden die Haltung, dass Nachhaltigkeit im Betrieb viele positive Effekte für die zukunftsorientierte Ausrichtung von Unternehmen und Betrieben bieten kann. Wichtig sei nur, die ersten Schritte zu wagen. Auf dem Podium waren Prof. Dr. Frank Schiemann, Inhaber des Lehrstuhls für BWL, insbesondere Controlling an der Universität Bamberg, Schreinermeister Johannes Lange, Geschäftsführer der HANNESLANGE GmbH & Co. KG aus Ebermannstadt, Nicole Wagner, Corporate Social Responsibility Managerin bei der GREIFF Mode GmbH & Co. KG aus Bamberg sowie Dr. Sergio Drawert, Technischer Leiter bei RZB Rudolf Zimmermann Bamberg GmbH, vertreten.
Als Basis der Diskussion diente eine Umfrage unter den Besucherinnen und Besuchern der TANDEM-Reihe 61 Prozent der Teilnehmenden an der Veranstaltung wären mit einer verpflichtenden Nachhaltigkeitsberichterstattung für Betrieb und Unternehmen einverstanden. Immerhin messen und steuern 39 Prozent Nachhaltigkeit bereits intern. Sie verbinden den Begriff „Nachhaltigkeit“ in erster Linie mit Verantwortung, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft. Die Praxispartner in der Diskussionsrunde sind da in ihren Betrieben schon ein Stück weiter, haben nachhaltige Elemente längst in ihre Unternehmensstrategie integriert.
Für Schreinermeister Johannes Lange steckt die Nachhaltigkeit automatisch in der DNA des Handwerks. Trotzdem sieht er sich als „Überzeugungstäter“ und hat in seinem Betrieb schon viele nachhaltige Projekte realisiert bei der Energieversorgung und Energieeinsparung, der Abfallentsorgung, der Nutzung regionaler Wertschöpfungsketten und bei der Reduktion von „grauer Energie“ beim Bau. Sein Credo „Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung, die sich rentiert. Wenn man am Thema dranbleibt, kommt am Ende auch etwas Gutes heraus.“ Zudem sieht er einen weiteren Nutzen für seine Schreinerei „Unsere Kunden erleben unsere nachhaltige Arbeit direkt in der Werkstatt, sehen sie auf unserer Homepage und in den Social-Media-Kanälen. Auch dadurch entwickelt sich Vertrauen zum Betrieb.“ Eine Pflicht zur Berichterstattung sieht er dennoch kritisch „Für kleine Betriebe ist der Aufwand personell nicht machbar.“
Laut Nicole Wagner habe sich die GREIFF Mode GmbH & Co. KG für ihre Nachhaltigkeitsreise entschieden, um die vorhandenen Unternehmenswerte weiter zu stärken. „Wir arbeiten seit 2014 systematisch an unserer nachhaltigen Ausrichtung, allerdings ohne exakt ausgearbeiteten Leitfaden. Nachdem wir internationale Zulieferer haben, spielt die soziale Verantwortung zu den weltweiten Partnern eine Schlüsselrolle.“ So habe man die eigenen Standards auf ein gutes Niveau gebracht. Besonders bei der Transparenz der Lieferketten müsse man sich ständig weiterentwickeln. Das Textilunternehmen erstellt einmal im Jahr einen Social Report. „Zur Nachhaltigkeit gehört aber auf jeden Fall auch das Vertrauen von Kunden“, unterstreicht Wagner. Klar sei zudem: Mit oder ohne Leitfaden müsse man Nachhaltigkeit immer neu denken und an die eigenen Herausforderungen anpassen.
Beim Leuchtenhersteller RZB Rudolf Zimmermann, Bamberg GmbH ist Nachhaltigkeit längst zur Chefsache geworden. Der Technische Leiter Dr. Sergio Drawert schildert den Einstieg: „Für uns war es anfangs eine Überraschung, was wir in Sachen Nachhaltigkeit schon alles tun.“ Einer Pflicht-Berichterstattung steht er zwar positiv gegenüber, weist aber darauf hin, dass man auch das Personal dafür haben muss. Für sein Unternehmen sei die Erstellung aber ohnehin alternativlos, „denn gerade Großkunden fordern diesen Nachweis aktiv ein und sortieren Zulieferer auch hin und wieder aus, wenn sie nicht nachhaltig genug aufgestellt sind.“ Sein Tipp für die ersten Schritte: „Einfach mal anfangen! Besser mit wenig Inhalten starten als gar nicht.“
Die Tandem-Reihe „Wissenschaft & Praxis“ fördert den beidseitigen Transfer aus der Wissenschaft in die Betriebspraxis und umgekehrt. Deshalb beurteilte Prof. Dr. Frank Schiemann die genannten Praxisbeispiele anschließend aus wissenschaftlicher Sicht, ging auf die Vorteile einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung ein und räumte auch einige Mythen zu dem Thema aus. „Für eine nachhaltige Ausrichtung sprechen der leichtere Zugang zu Finanzierungen, eine verbesserte Reputation und der langfristige Nutzen bei der strategischen Ausrichtung“, so der BWL-Professor. Zudem helfe der Nachhaltigkeitsgedanke beim frühzeitigen Erkennen von Risiken. Laut Schiemann heißt Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht gleich mehr Bürokratie, wenn man das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Auge behält. Und zuletzt: „Nachhaltigkeit im Unternehmen gefährdet nicht den Wirtschaftsstandort, sondern ist ein Teil der aktiven Zukunftssicherung für Betriebe.“
Tandem-Reihe “Wissenschaft & Praxis”
Die Tandemreihe ist eine Gemeinschaftsinitiative der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der IHK für Oberfranken Bayreuth und der Handwerkskammer für Oberfranken. Sie bringt einmal pro Jahr Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Ziel ist es, den Austausch untereinander zu fördern und den beidseitigen Transfer von Wissen anzuregen.