Aus­bil­dungs­start 2025

Mehr Azu­bis im ober­frän­ki­schen Handwerk

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Handwerk
Immer mehr junge Menschen in Oberfranken entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Foto: Pixabay
Es ist ein erfreu­li­cher Ein­stieg in das nächs­te Aus­bil­dungs­jahr. Im ober­frän­ki­schen Hand­werk wur­den bis dato (Stand: 29. August 2025) 1.780 neue Aus­bil­dungs­ver­trä­ge abge­schlos­sen, wie die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken mit­teilt. Dies obwohl nahe­zu ein gan­zer Jahr­gang Gym­na­si­as­ten fehlt.

„Die­se Zah­len freu­en uns rie­sig“, sagt HWK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Rein­hard Bau­er. „Vor dem Hin­ter­grund der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung in unse­rer Regi­on, dem Son­der­fak­tor Wech­sel von G8 auf G9, dem immer här­ter wer­den­den Wett­be­werb um die jun­gen Leu­te und der Unent­schlos­sen­heit vie­ler Schul­ab­gän­ger ist das ein gro­ßer Erfolg.“

Bau­er wer­tet die kon­stan­te Ten­denz mit einem leich­ten Plus von 0,74 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr als gutes Zei­chen. Dies sei bereits im drit­ten Jahr in Fol­ge ein Zuwachs bei den Aus­zu­bil­den­den. „Wir haben schon das Gefühl, dass immer mehr jun­ge Men­schen die guten Chan­cen und die aus­ge­zeich­ne­ten Kar­rie­re­per­spek­ti­ven im Hand­werk erken­nen. Und sich gleich­zei­tig das Image der Hand­werks­be­ru­fe wei­ter ver­bes­sert.“ Dies füh­re offen­sicht­lich auch bei den Eltern, die maß­geb­li­chen Anteil an der Berufs­wahl ihrer Kin­der haben, zu einem Umdenken.

Den­noch zeich­net sich kein ein­heit­li­ches Bild quer durch Ober­fran­ken ab. Bau­er: „Eini­ge Regio­nen haben noch Nach­hol­be­darf.“ Zudem sei­en nicht alle ange­bo­te­nen Aus­bil­dungs­plät­ze besetzt. Die inter­ne Aus­bil­dungs­bör­se der HWK für Ober­fran­ken (www.hwk-oberfranken.de/lehrstellenboerse), in die ört­li­che Hand­werks­be­trie­be auf frei­wil­li­ger Basis ihr Lehr­stel­len­an­ge­bot ein­tra­gen, wei­se momen­tan 371 hand­werk­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze in 46 Gewer­ken aus. „Dabei sind aller­dings auch schon vie­le Ange­bo­te gelis­tet, die auf das Aus­bil­dungs­jahr 2026 abzielen.“


Star­ke Argu­men­te für das Handwerk

Die­je­ni­gen, die sich in die­sem Jahr für eine dua­le Aus­bil­dung in einem hand­werk­li­chen Beruf ent­schie­den haben, hät­ten die Vor­tei­le des Hand­werks erkannt: Siche­re und attrak­ti­ve Aus­bil­dungs­plät­ze direkt in der Regi­on, gute Ver­dienst­per­spek­ti­ven sowie die sinn­haf­te und erfül­len­de Arbeit für jeden Ein­zel­nen. „Die­se Vor­tei­le bestä­ti­gen uns im Hand­werk nicht nur unter­schied­li­che Stu­di­en, son­dern vor allem die Berufs­star­ter selbst“, so der Haupt­ge­schäfts­füh­rer. „Die stei­gen­de gesell­schaft­li­che, aber auch indi­vi­du­el­le Wert­schät­zung tut ihr Übri­ges dazu.“ Auch HWK-Prä­si­dent Mat­thi­as Graß­mann ist stolz auf die Ent­wick­lung bei den Aus­bil­dungs­zah­len: „Offen­sicht­lich fruch­ten unse­re vie­len Akti­vi­tä­ten zur Berufs­ori­en­tie­rung für jun­ge Leu­te und auch unse­re Image­ar­beit bei den Eltern.“ Auch wei­ter­hin bie­te das Hand­werk den Schü­le­rin­nen und Schü­lern bes­te Per­spek­ti­ven. Graß­mann: „Noch nie waren die Ein­stiegs- und Kar­rie­re­chan­cen im Hand­werk so gut wie jetzt – und das bei zukunfts­ori­en­tier­ten Auf­ga­ben wie Ener­gie- und Mobi­li­täts­wen­de, Nach­hal­tig­keit und Digitalisierung.“


Hand­werk als Aus­bil­dungs­bran­che Num­mer 1

Nach wie vor hoch sei auch die Zahl der Aus­bil­dungs­be­trie­be. 1.994 Hand­werks­be­trie­be aus ganz Ober­fran­ken bil­den in unter­schied­li­chen Gewer­ken aus. Sie enga­gie­ren sich aktiv für den Nach­wuchs und leis­ten somit einen wert­vol­len Bei­trag zur Deckung des Fach­kräf­te­be­darfs. „Das Hand­werk ist Aus­bil­dungs­bran­che Num­mer 1. Bei uns erler­nen über 30 Pro­zent aller Lehr­lin­ge ihr beruf­li­ches Know-how, obwohl der Anteil der Betrie­be an der Gesamt­wirt­schaft bei nur rund zwölf Pro­zent liegt.“

Dabei spie­le, laut Rein­hard Bau­er, im Bewer­bungs­pro­zess weder die Art des Schul­ab­schlus­ses noch die Abschluss­no­te die ent­schei­den­de Rol­le. „Den Hand­wer­kern sind bei der Ein­stel­lung eher Soft­facts wie Moti­va­ti­on, Team­fä­hig­keit, Umgangs­for­men und Zuver­läs­sig­keit wichtig.“


Die Türen blei­ben offen

Für Jugend­li­che, die sich noch nicht ent­schie­den haben, wie es nach der Schu­le wei­ter­ge­hen und wohin ihr beruf­li­cher Weg füh­ren soll, bie­tet das Hand­werk auch nach dem offi­zi­el­len Aus­bil­dungs­start noch Mög­lich­kei­ten zum Ein­stieg an. „Die Türen unse­rer Betrie­be blei­ben für Inter­es­sen­ten wei­ter offen, für das aktu­el­le Aus­bil­dungs­jahr noch min­des­tens bis Ende Okto­ber und auch dar­über hin­aus“, macht Bau­er den jun­gen Leu­ten Mut. Ori­en­tie­rung und Ideen zum Ein­stieg könn­ten sie bei­spiels­wei­se bei den Berufs­mes­sen des Hand­werks fin­den, die am 11. Okto­ber in Bay­reuth und Bam­berg sowie am 18. Okto­ber in Coburg stattfinden.

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