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Ausbildung

Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bamberg

Gedenk­ver­an­stal­tung zum Holocaustgedenktag

Anläss­lich des Holo­caust­ge­denk­ta­ges, seit 2005 ein inter­na­tio­na­ler Gedenk­tag, gab es ges­tern im Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg eine Gedenkveranstaltung.

Vor 78 Jah­ren, am 27. Janu­ar 1945, befrei­ten sowje­ti­sche Trup­pen die Ver­nich­tungs­la­ger in Aus­sch­witz. Zwi­schen 1940 und 1945 wur­den dort durch Natio­nal­so­zia­lis­ten und ihre Ver­bün­de­ten mehr als eine Mil­li­on Men­schen ermor­det. Durch die Bil­der der Befrei­ung lern­te die Welt­öf­fent­lich­keit erst­mals die Dimen­si­on der Nazi-Ver­bre­chen kennen.

Seit 1996 ist der 27. Janu­ar ein bun­des­wei­ter und seit 2005 ein inter­na­tio­na­ler Gedenktag.

Im Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg kamen aus die­sem Anlass Aus­zu­bil­den­de, Stamm­per­so­nal, Frau Rab­bi­ne­rin Dr. Deu­sel der jüdi­schen Gemein­de „Misch­kan-ha-tfi­la“, Herr Rab­bi­ner Dr. Alme­ki­as-Siegl der israe­li­ti­schen Kul­tus­ge­mein­de Bam­berg sowie deren Vor­sit­zen­der Herr Rudolph zu einem gemein­sa­men Geden­ken zusammen.

Im Mit­tel­punkt der Ver­an­stal­tung stand eine Schwei­ge­mi­nu­te, die durch Gebe­te der Rab­bi­ner und einem Geden­ken durch Frau Pfar­re­rin Dr. Groß sowie einer Aus­zu­bil­den­den umrahmt wur­de.
Herr Lei­ten­der Poli­zei­di­rek­tor Tho­mas Leh­mann beton­te, dass sie als Bun­des­po­li­zis­tin­nen und Bun­des­po­li­zis­ten sich ver­pflich­ten, für Demo­kra­tie, Men­schen­rech­te und Gerech­tig­keit ein­zu­ste­hen, damit sol­ches Unrecht nie wie­der geschieht.

Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bamberg

Das Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bam­berg ist fach­lich der Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie in Lübeck nach­ge­ord­net. Es ist das größ­te der sie­ben Aus- und Fort­bil­dungs­zen­tren der Bun­des­po­li­zei. Seit dem 1. Sep­tem­ber 2016 wur­den bereits mehr als 3000 Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten aus­ge­bil­det und an die Ein­satz­di­rek­tio­nen im gesam­ten Bun­des­ge­biet über­ge­ben. Mehr als 900 Stamm­kräf­te ermög­li­chen den Aus­bil­dungs­be­trieb von aktu­ell rund 2.650 jun­gen Män­nern und Frauen.

Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bamberg

Ver­ei­di­gung Stu­die­ren­der des geho­be­nen Polizeivollzugsdienstes

Am gest­ri­gen Frei­tag fand die Ver­ei­di­gung von 125 Stu­die­ren­den des geho­be­nen Poli­zei­voll­zugs­diens­tes im Bun­des­po­li­zei­aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg statt.

Im fami­liä­ren Rah­men schwo­ren die jun­gen Beam­tin­nen und Beam­ten im Bei­sein von zahl­rei­chen Ehren­gäs­ten, „das Grund­ge­setz und alle in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gel­ten­den Geset­ze zu wah­ren und ihre Amts­pflich­ten gewis­sen­haft zu erfül­len“, wie das Bun­des­po­li­zei­aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg mitteilt. 

Umrahmt wur­de die Ver­ei­di­gung durch einen öku­me­ni­schen Got­tes­dienst der Seel­sor­ger der Bun­des­po­li­zei in der Pfarr­kir­che St. Kuni­gund, eine Fest­re­de des Lei­ters der Aus­bil­dungs­ein­rich­tung, Lei­ten­der Poli­zei­di­rek­tor Tho­mas Leh­mann, und ein Gruß­wort der Stadt Bam­berg durch den 3. Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Metz­ner. Die Red­ner leg­ten einen Fokus auf die aktu­el­le Sicher­heits­la­ge und das Wer­te­ver­ständ­nis eines Bun­des­po­li­zei­be­am­ten. Musi­ka­lisch beglei­tet wur­de das Zere­mo­ni­ell durch eine Beset­zung des Bun­des­po­li­zei­or­ches­ters München.

Die jun­gen Anwär­te­rin­nen und Anwär­ter wer­den in den kom­men­den drei Jah­ren neben Bam­berg in Brühl und Lübeck dual stu­die­ren und in diver­sen Prak­ti­ka das „Rüst­zeug“ zu einer Poli­zis­tin bezie­hungs­wei­se einem Poli­zis­ten im geho­be­nen Dienst erlernen.

Im Anschluss an die Ver­ei­di­gung konn­ten die Gäs­te die Bun­des­po­li­zei an infor­ma­ti­ven Stän­den und durch Vor­füh­run­gen noch näher kennenlernen.


Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bamberg

Das Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bam­berg ist fach­lich der Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie in Lübeck nach­ge­ord­net. Es ist das Größ­te der sie­ben Aus- und Fort­bil­dungs­zen­tren der Bun­des­po­li­zei. Seit dem 1. Sep­tem­ber 2016 wur­den bereits mehr als 3000 Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten aus­ge­bil­det und an die Ein­satz­di­rek­tio­nen im gesam­ten Bun­des­ge­biet über­ge­ben. Mehr als 900 Stamm­kräf­te ermög­li­chen den Aus­bil­dungs­be­trieb von aktu­ell rund 2.650 jun­gen Män­nern und Frauen.

Zur Stär­kung des Hand­werks in der Region

Hand­werks­kam­mer kauft Grundstück

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken unter­zeich­ne­te am 18. Janu­ar den Kauf­ver­trag für ein Grund­stück an der Forch­hei­mer Stra­ße. Vom Berufs­bil­dungs- und Tech­no­lo­gie­zen­trum, das dort ent­ste­hen soll, ver­spricht sich die Stadt Bam­berg einen wich­ti­gen Schritt zur Moder­ni­sie­rung der Aus­bil­dungs­stät­ten für den Fach­kräf­te­nach­wuchs und die Zukunft des Hand­werks in der Regi­on und ganz Ober­fran­ken. Wann Bau­be­ginn ist, kann aller­dings noch nicht gesagt werden.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­ten sich die Hand­werks­kam­mer und die Stadt­ver­wal­tung inten­siv dar­um bemüht, einen mög­lichst pas­sen­den Stand­ort für das neue Berufs­bil­dungs- und Tech­no­lo­gie­zen­trum (BTZ) der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken West zu finden.

„Trotz des knap­pen Flä­chen­an­ge­bo­tes im Stadt­ge­biet ist es uns gelun­gen, dass wir ein Grund­stück in tol­ler Lage direkt neben der bro­se Are­na und mit einer opti­ma­len Erreich­bar­keit anbie­ten konn­ten“, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke. „Ich freue mich, dass die Hand­werks­kam­mer durch die­ses Bil­dungs­zen­trum nach­hal­tig das Hand­werk in Ober­fran­ken West und beson­ders in Bam­berg stärkt und Stadt und Regi­on zukunfts­si­cher macht.“

Das Hand­werk habe am Wirt­schafts­stand­ort Bam­berg tra­di­tio­nell eine gro­ße Bedeu­tung: Mit 3.493 Hand­werks­be­trie­ben und 1.219 Lehr­lin­gen im Jahr 2020 ste­he die Regi­on Bam­berg an der Spit­ze Ober­fran­kens und möch­te sich die­sen Spit­zen­platz auch in Zukunft sichern.

Moder­ni­sie­rung der Infrastruktur

Staats­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml über­mit­tel­te ihre Freu­de über den Kauf und nann­te ihn einen ent­schei­den­den Schritt hin zum neu­en Berufs­bil­dungs- und Tech­no­lo­gie­zen­trum der HWK für Ober­fran­ken-West. „Das sind gute Neu­ig­kei­ten für die gan­ze Regi­on. Von bes­tens aus­ge­bil­de­ten Hand­wer­ke­rin­nen und Hand­wer­ker pro­fi­tie­ren wir alle, nicht nur Groß­bau­stel­len und Unter­neh­men, son­dern auch Pri­vat­kun­den mit klei­ne­ren Auf­trä­gen. Außer­dem trägt das Hand­werk wesent­lich zur erfolg­rei­chen Ent­wick­lung des Wirt­schafts­stand­orts bei.“

Auch der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer, Mat­thi­as Graß­mann, freu­te sich über den jetzt voll­zo­ge­nen Erwerb des 32.500 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stücks in bes­ter Lage.

„Die Hand­werks­kam­mer macht damit einen wich­ti­gen Schritt in Rich­tung Moder­ni­sie­rung ihrer Bil­dungs­in­fra­struk­tur.“ Und auch wenn es noch etwas daue­re, bis der Neu­bau an der Forch­hei­mer Stra­ße begin­nen kön­ne, sei das Vor­ha­ben ein wich­ti­ges Signal an die Betrie­be, aber auch an Jugend­li­che und ihre Eltern. „Seriö­ser­wei­se kön­nen wir noch nicht sagen, wann der ers­te Spa­ten­stich sein wird. Das Hand­werk bie­tet jun­gen Men­schen in Ober­fran­ken aber lang­fris­tig bes­te Vor­aus­set­zun­gen für eine Aus­bil­dung und spä­te­re Qua­li­fi­zie­rung – und natür­lich auch für den gan­zen Berufsweg.“

Nach­dem die Hand­werks­kam­mer zuletzt eine Eini­gung mit dem Hand­werk in Coburg über den Erhalt des dor­ti­gen Aus­bil­dungs­stand­or­tes erzielt hat­te und in der Voll­ver­samm­lung die Wei­chen gestellt wur­den, war der Ankauf des Are­als in Bam­berg der nächs­te logi­sche Schritt. 4,5 Mil­lio­nen Euro zahlt die Hand­werks­kam­mer für die bei­den Grundstücke.

Ver­trags­un­ter­zeich­nung und Zukunft des Projekts

Beim Ter­min in der Fluss­meis­ter­stel­le der Kreis­hand­wer­ker­schaft Bam­berg unter­zeich­ne­ten Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, Mat­thi­as Graß­mann, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, und Rein­hard Bau­er, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, offi­zi­ell den Grundstücksvertrag.

Wie es mit den Pla­nun­gen für das Bil­dungs­zen­trum wei­ter­ge­he, skiz­zier­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer. „Der Gut­ach­ter hat sei­ne Stel­lung­nah­me zu unse­ren Vor­ha­ben in Ober­fran­ken West bereits an das Bun­des­in­sti­tut für Berufs­bil­dung übermittelt.“

Dort prüf­ten die För­der­ge­ber nun die Details. „Erst nach Abschluss die­ser Prü­fung wis­sen wir, wel­che Kapa­zi­tä­ten wir tat­säch­lich bau­en kön­nen.“ Die­ser Zeit­punkt sei dann gleich­zei­tig der Start­schuss für den Beginn der kon­kre­te­ren Pla­nun­gen für den Neu­bau in Bam­berg und die Moder­ni­sie­rung des BTZ in Coburg.

„Das Gut­ach­ten umfasst ja bei­de Stand­or­te“, erklär­te Bau­er. Der Kauf des Grund­stücks sei den­noch ein Mei­len­stein. „In Ober­fran­ken West – sprich Bam­berg und Coburg – geht es vor­an. Aber die eigent­li­che Arbeit beginnt jetzt erst.“

Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bamberg

3.000 Aus­zu­bil­den­de dank Adventseinstellung

Ges­tern konn­te im Bun­des­po­li­zei­aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg erst­ma­lig eine drit­te Ein­stel­lung inner­halb eines Jah­res für den mitt­le­ren Poli­zei­voll­zugs­dienst durch­ge­führt wer­den. Damit ist das Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg erst­mals für etwa 3.000 Aus­zu­bil­den­de verantwortlich.

Ins­ge­samt reis­ten 173 ange­hen­de Anwär­te­rin­nen und Anwär­ter nach Bam­berg, um ihre Aus­bil­dung in der Bun­des­po­li­zei zu begin­nen. Für die Ein­stel­lung zum Jah­res­en­de haben sich vor allem jun­ge Frau­en und Män­ner bewor­ben, die bereits eine abge­schlos­se­ne Berufs­aus­bil­dung und Lebens­er­fah­rung in der frei­en Wirt­schaft gesam­melt haben. In den kom­men­den 2,5 Jah­ren wer­den sie nun auf die beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen, die den Berufs­all­tag der Bun­des­po­li­zei prä­gen, vor­be­rei­tet. Die Zahl der Aus­zu­bil­den­den im Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg wird einen vor­aus­sicht­li­chen Höhe­punkt mit der Ein­stel­lung im März 2022 erreichen.


Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bamberg

Das Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bam­berg ist die bun­des­weit größ­te und moderns­te Ein­rich­tung die­ser Art der Bun­des­po­li­zei. Die fach­lich der Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie in Lübeck nach­ge­ord­ne­te Lehr­ein­rich­tung ist das sechs­te Aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum der Bun­des­po­li­zei. Seit dem 1. Sep­tem­ber 2016 wer­den dort über 2.800 Poli­zei­meis­ter­an­wär­te­rin­nen und ‑anwär­ter aus­ge­bil­det. Mehr als 900 Stamm­kräf­te ermög­li­chen den Ausbildungsbetrieb.

Der Druck nimmt zu

Fach­kräf­te­man­gel wird für immer mehr Unter­neh­men zum ech­ten Problem

Der wach­sen­de Fach­kräf­te­man­gel ist in Ober­fran­ken längst ange­kom­men. Ein Blick auf die Detail­ergeb­nis­se der jüngs­ten Kon­junk­tur­be­fra­gung der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth zeigt, dass das Pro­blem immer drän­gen­der wird, in man­chen Bran­chen sogar mit dra­ma­ti­schen Folgen.

„Nur jedes fünf­te Unter­neh­men, das der­zeit offe­ne Stel­len anbie­tet, kann die­se auch tat­säch­lich beset­zen”, erläu­tert IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohenner.

Der Fach­kräf­te­man­gel hat vie­le Grün­de. So sorgt die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung dafür, dass in Ober­fran­ken immer weni­ger Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer zur Ver­fü­gung ste­hen. Außer­dem hat bei jun­gen Men­schen der Wunsch nach einer aka­de­mi­schen Aus­bil­dung häu­fig Vor­rang vor einem beruf­li­chen Bil­dungs­weg. Auch Poten­zia­le aus Nach­bar­re­gio­nen, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten als Fach­kräf­te­quel­le genutzt wer­den konn­ten, etwa die neu­en Bun­des­län­der oder die Tsche­chi­sche Repu­blik, sind weit­ge­hend aus­ge­schöpft, da gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te längst auch dort Arbeit finden.


Fach­kräf­te­man­gel als Risi­ko für die wirt­schaft­li­che Entwicklung

In der aktu­el­len IHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge stu­fen 61 Pro­zent aller befrag­ten Unter­neh­men den Fach­kräf­te­man­gel als unter­neh­me­ri­sches Risi­ko für die wei­te­re wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ein. Das sind 13 Pro­zent­punk­te mehr als noch im Janu­ar 2021, also vor Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie. 49 Pro­zent der Befrag­ten berich­ten aktu­ell, dass sie der­zeit offe­ne Stel­len län­ger­fris­tig nicht beset­zen kön­nen, 12 Pro­zent sehen kei­ne Pro­ble­me, 39 Pro­zent haben der­zeit kei­nen Per­so­nal­be­darf, suchen also auch nicht.


80 Pro­zent der Unter­neh­men mit frei­en Stel­len kön­nen die­se nicht besetzen

„Betrach­tet man nur die Unter­neh­men, die der­zeit tat­säch­lich Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter auf dem Arbeits­markt suchen, dann kön­nen unter dem Strich der­zeit 80 Pro­zent der Unter­neh­men mit offe­nen Stel­len die­se län­ger­fris­tig nicht beset­zen. Der Fach­kräf­te­man­gel wird immer mehr zum Hemm­schuh für die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung”, so IHK-Kon­junk­tur­re­fe­rent Mal­te Tie­de­mann. Beson­ders betrof­fen sind das Bau­ge­wer­be, die Logis­tik- und die Tou­ris­mus­wirt­schaft. „Die Frus­tra­ti­on der Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer nimmt zu. Vie­le füh­len sich der Situa­ti­on macht­los aus­ge­lie­fert, weil sie Auf­trä­ge wegen Per­so­nal­man­gels ableh­nen müs­sen”, so Hohenner.


Droht ein Sze­na­rio wie in Großbritannien?

Die Coro­na-Pan­de­mie hat das Pro­blem ver­schärft. Vie­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den von Coro­na beson­ders betrof­fe­nen Bran­chen haben wäh­rend der Pan­de­mie neue Arbeits­plät­ze in ande­ren Bran­chen gefun­den. Der Auf­schwung nach der Kri­se ver­stärkt den Druck auf den Arbeits­markt. Die Fol­ge sind lan­ge War­te­zei­ten auf dem Bau, mehr Ruhe­ta­ge oder Besu­cher­be­gren­zun­gen in der Gas­tro­no­mie oder der Kapa­zi­täts­an­pas­sun­gen in Spe­di­tio­nen. Selbst Betriebs­auf­ga­ben gibt es inzwi­schen auf­grund des Fach­kräf­te­man­gels. Hohen­ner: „Zustän­de wie in Groß­bri­tan­ni­en, wo wegen feh­len­der Lkw-Fah­rer die Ver­sor­gung zum Teil zusam­men­ge­bro­chen ist, kön­nen auf Dau­er auch bei uns nicht mehr völ­lig aus­ge­schlos­sen werden.”


Unter­neh­men set­zen auf Ausbildung

Auf die Schnel­le wird sich das Struk­tur­pro­blem feh­len­der Fach­kräf­te nicht lösen las­sen. Die Mit­glieds­un­ter­neh­men der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth set­zen vor allem auf die ver­stärk­te Aus­bil­dung des eige­nen Nach­wuch­ses (55 Pro­zent) und eine Stei­ge­rung der Arbeit­ge­ber­at­trak­ti­vi­tät (49 Pro­zent). Für 35 Pro­zent könn­te die Ein­stel­lung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land (35 Pro­zent) Teil der Lösung sein. „Hier brau­chen unse­re Unter­neh­men aber bes­se­re Hil­fe­stel­lung, um aus­län­di­sche Fach­kräf­te ziel­ge­nau anspre­chen und gewin­nen zu kön­nen. Auch ist es drin­gend erfor­der­lich, den büro­kra­ti­schen Auf­wand bei der Gewin­nung von Fach­kräf­ten aus dem Aus­land zu redu­zie­ren”, so Hohenner.

Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bamberg

Zwei­te Ver­ei­di­gung der Bun­des­po­li­zei im Jahr 2021

Bereits die zwei­te Ver­ei­di­gungs­ze­re­mo­nie in die­sem Jahr fei­er­te die Bun­des­po­li­zei ges­tern im Aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum in Bam­berg. Nach­dem im Juli Dienst­an­fän­ger des Jahr­gan­ges 2020 ver­ei­digt wur­den, stan­den nun­mehr 645 jun­ge Frau­en und Män­ner im Mit­tel­punkt, wel­che ihre Aus­bil­dung für den mitt­le­ren Poli­zei­voll­zugs­dienst im März und Sep­tem­ber 2021 begon­nen hatten.

Um dem Infek­ti­ons­ge­sche­hen zu begeg­nen, ver­zich­te­te die Bun­des­po­li­zei erneut auf eine öffent­li­che Ver­ei­di­gung auf dem Dom­platz in Bam­berg. Statt­des­sen wur­de mit dem „Chan­ge of Com­mand“ ein Ort in der Lie­gen­schaft der Bun­des­po­li­zei gewählt, wel­cher bereits unter den vor­ma­li­gen Nut­zern der Kaser­ne für der­ar­tig bedeut­sa­me Zere­mo­nien genutzt wurde.

Umrahmt wur­de die Ver­ei­di­gung durch einen öku­me­ni­schen Got­tes­dienst der Seel­sor­ger der Bun­des­po­li­zei, einer Anspra­che des Lei­ters der Aus­bil­dungs­ein­rich­tung, Lei­ten­der Poli­zei­di­rek­tor Tho­mas Leh­mann und einer Fest­re­de des Prä­si­den­ten der Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie, Alfons Aigner. Dabei erin­ner­ten die Red­ner die Aus­zu­bil­den­den an die Ver­ant­wor­tung wel­che sie in Aus­übung ihres Diens­tes tra­gen, die Pflich­ten die sie als Poli­zei­voll­zugs­be­am­te zu erfül­len haben aber auch an die Her­aus­for­de­run­gen, wel­che mit dem Poli­zei­be­ruf einhergehen.


Beglei­tet wur­de die Ver­an­stal­tung tra­di­tio­nell durch das Bun­des­po­li­zei­or­ches­ter Mün­chen, wel­ches im Übri­gen für die Öffent­lich­keit am 30. Novem­ber erneut für ein Bene­fiz­kon­zert in der Kir­che St. Mar­tin in Bam­berg gas­tiert. Da die Bun­des­po­li­zei in die­sem Jahr erst­ma­lig auch im Dezem­ber jun­gen Frau­en und Män­nern einen Aus­bil­dungs­be­ginn ermög­licht, wird es bereits im Febru­ar 2022 erneut eine Ver­ei­di­gung der Bun­des­po­li­zei geben. Ob die­se öffent­lich zele­briert wird, ent­schei­det sich im Janu­ar nächs­ten Jahres.


Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bamberg

Das Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum (BPOLAFZ) Bam­berg ist die bun­des­weit größ­te und moderns­te Ein­rich­tung die­ser Art der Bun­des­po­li­zei. Die fach­lich der Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie in Lübeck nach­ge­ord­ne­te Lehr­ein­rich­tung ist das sechs­te Aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum der Bun­des­po­li­zei. Seit dem 1. Sep­tem­ber 2016 wer­den dort über 2.800 Poli­zei­meis­ter­an­wär­te­rin­nen und ‑anwär­ter aus­ge­bil­det. Mehr als 850 Stamm­kräf­te ermög­li­chen den Ausbildungsbetrieb.

Berufs­be­ra­ter Micha­el Wolf

Tipps vom guten Wolf zum Ausbildungsstart

Schul­ab­schluss in der Tasche, Aus­bil­dungs­ver­trag unter­schrie­ben, wie geht es jetzt wei­ter? Berufs­be­ra­ter Micha­el Wolf von der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg gibt nütz­li­che Tipps, damit der Start in die Aus­bil­dung gelingt.

Was soll­te Ihrer Mei­nung nach beim Start in eine neue Aus­bil­dung beach­tet werden?

Micha­el Wolf: Zuerst möch­te ich an die­ser Stel­le allen neu­en Azu­bis die Angst vor dem neu­en Lebens­ab­schnitt „Aus­bil­dung“ neh­men. Ich den­ke es geht uns allen so, dass wenn wir uns in neue Gewäs­ser bege­ben, wir mit einer gewis­sen Ner­vo­si­tät an die Sache her­an­ge­hen. Grund­sätz­lich ist Aus­bil­dung aber etwas Tol­les und gehört zum Erwach­sen­wer­den dazu. Und – im Nach­hin­ein bli­cken vie­le ehe­ma­li­ge Aus­zu­bil­den­de mit Freu­de auf die Aus­bil­dungs­zeit zurück.
Den­noch sind eini­ge Punk­te wich­tig, damit der Ein­stieg klappt. Bei­spiels­wei­se soll­te man immer aus­rei­chend Zeit für die Fahrt zum Aus­bil­dungs­be­trieb und zur Berufs­schu­le ein­pla­nen. Zudem ist es rat­sam sich bereits am Vor­abend die ent­spre­chen­de Arbeits­klei­dung zurecht zu legen, um sich die­se Zeit am Mor­gen zu spa­ren. Die Namen sei­ner Ansprech­part­ner soll­te man sich außer­dem merken.


Was erwar­ten die Arbeit­ge­ber von ihren neu­en Auszubildenden?

Micha­el Wolf: Kein Arbeit­ge­ber erwar­tet von Beginn an Exper­ten­wis­sen von sei­nen Azu­bis – man erlernt ja schließ­lich einen Beruf, um sich das nöti­ge Fach­wis­sen anzu­eig­nen. Es wer­den aber den­noch eine Rei­he von Soft-Skills erwar­tet. So gehör­ten Pünkt­lich­keit, ein respekt­vol­ler Umgang, Zuver­läs­sig­keit und Auf­merk­sam­keit zu den Grund­la­gen, wel­che Jugend­li­che mit­brin­gen müssen.


Wie ver­hal­te ich mich rich­tig, wenn es Ärger mit dem Chef gibt oder ich mich unwohl im Betrieb fühle?

Micha­el Wolf: Zuerst – kei­ne Panik bekom­men und nie­mals vor­schnell kün­di­gen. Hier muss unter­schie­den wer­den, wodurch die unbe­hag­li­che Situa­ti­on aus­ge­löst wird.
Soll­ten bei­spiel­wei­se die Berufs­schul­no­ten Kopf­zer­bre­chen berei­ten, so kön­nen wir von Sei­ten der Berufs­be­ra­tung die Assis­tier­te Aus­bil­dung anbie­ten. Hier erhal­ten die Lehr­lin­ge Nach­hil­fe in ihren Pro­blem­fä­chern, es wer­den Lern­stra­te­gien ver­mit­telt und sie bekom­men Ver­hal­tens­tipps für Prü­fungs­si­tua­tio­nen.
Soll­te es Schwie­rig­kei­ten mit dem Chef oder dem Kol­le­gen geben, so lohnt es sich den Kon­takt zu suchen. Häu­fig hilft ein klä­ren­des Gespräch mit allen Betei­lig­ten, um die Wogen zu glät­ten.
Kommt man allei­ne nicht wei­ter, dann dür­fen sich die Jugend­li­chen ger­ne bei uns mel­den. Die Berufs­be­ra­tung steht nicht nur bei der Berufs­wahl mit Rat und Tat zur Sei­te, son­dern berät auch wäh­rend der Ausbildung.


Und was ist, wenn der Aus­bil­dungs­ab­bruch droht?

Micha­el Wolf: Soll­te die Situa­ti­on so kri­tisch sein, dass der Aus­bil­dungs­platz in Gefahr ist, dann emp­feh­le ich Kon­takt zu den Aus­bil­dungs­be­ra­tern der Kam­mern und zur Berufs­be­ra­tung auf­zu­neh­men. Die Kam­mern prü­fen, unter wel­chen Umstän­den die Aus­bil­dung noch fort­ge­führt wer­den kann. Soll­te dies beim aktu­el­len Arbeit­ge­ber nicht mehr mög­lich sein, so hilft die Berufs­be­ra­tung ger­ne einen neu­en Betrieb zu fin­den. Hat man fest­ge­stellt, dass der fal­sche Beruf gewählt wur­de, so unter­stüt­zen wir auch bei der Neuorientierung.


Jetzt gibt es noch eini­ge Schü­ler, die in die­sem Jahr kei­nen Aus­bil­dungs­platz gefun­den haben. Was raten Sie diesen?

Micha­el Wolf: Ich appel­lie­re an alle, uns in die­sem Fall zu kon­tak­tie­ren. Aktu­ell gibt es noch vie­le freie Lehr­stel­len auf dem Aus­bil­dungs­markt, sodass noch ein Aus­bil­dungs­start im Okto­ber oder im Novem­ber denk­bar ist. Und falls der pas­sen­de Beruf nicht dabei war, dann arbei­ten wir gemein­sam an einer Überbrückungslösung.


Wie ist die Berufs­be­ra­tung zu erreichen?

Micha­el Wolf: Wir sind tele­fo­nisch, per E‑Mail oder in Not­fäl­len auch per­sön­lich zu errei­chen. Zu-dem haben wir kürz­lich die Video­te­le­fo­nie ein­ge­führt, sodass ein face-to-face-Kon­takt mög­lich ist, ohne dass die Jugend­li­chen extra ins Amt fah­ren müssen.


Berufs­be­ra­tung der Agen­tur für Arbeit Bamberg-Coburg 

Ter­min 0800 4 5555 00 – Anruf kostenlos

Bamberg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Bam­berg und Forchheim

Coburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Coburg, Kro­nach und Lichtenfels

Wich­ti­ge Tipps rund um die Berufs­wahl gibt es auf https://planet-beruf.de

Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bamberg

Nach Ver­ab­schie­dung star­tet neu­er Jahrgang

In fei­er­li­cher Atmo­sphä­re und unter musi­ka­li­scher Beglei­tung des Bun­des­po­li­zei­or­ches­ters Mün­chen wur­den am 27. August am Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg ins­ge­samt 385 Aus­zu­bil­den­de zu Poli­zei­meis­te­rin­nen und Poli­zei­meis­tern ernannt.

Seit 2016 wur­den damit 2282 Poli­zei­schü­ler aus­ge­bil­det und von Bam­berg in ihre Ein­satz­di­rek­tio­nen ent­sandt. Aus Infek­ti­ons­schutz­grün­den fand die Ver­ab­schie­dung auf dem Gelän­de des Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trums Bam­berg ohne Ehren­gäs­te und Ange­hö­ri­ge der Ernann­ten statt. Der Lei­ter des Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trums Bam­berg, Tho­mas Leh­mann, beton­te in sei­ner Rede, dass das Mot­to der Bun­des­po­li­zei „Wir sind Sicher­heit!“ zugleich ein Ver­spre­chen als auch Anspruch sei. Dies haben die jun­gen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bereits 2020 erfah­ren dür­fen, als sie zu Beginn der Coro­na-Kri­se als ers­te Ein­satz­kräf­te seit Beginn der Pan­de­mie des Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trums Bam­berg an den Gren­zen zu Öster­reich und der Schweiz bei ver­stärk­te Grenz­kon­trol­len unterstützten.

Erst­mals eine drit­te Ein­stel­lung im Dezember

Die frei­ge­wor­de­nen Zim­mer wur­den bereits am 1. Sep­tem­ber wie­der belegt. So reis­ten zum Aus­bil­dungs­be­ginn ins­ge­samt 543 Dienst­an­fän­ge­rin­nen und ‑anfän­ger nach Bam­berg an. 172 davon wer­den in den nächs­ten 3 Jah­ren im geho­be­nen Dienst das Stu­di­um zur Poli­zei­kom­mis­sa­rin /​zum Poli­zei­kom­mis­sar absolvieren.

Die Mehr­heit wird die nächs­ten 2,5 Jah­re in Bam­berg im mitt­le­ren Dienst zu Poli­zei­meis­te­rin­nen und ‑meis­tern aus­ge­bil­det. Die jun­gen Frau­en und Män­ner sind nicht nur aus allen Tei­len Deutsch­lands nach Bam­berg ange­reist, son­dern 15 von ihnen auch aus dem euro­päi­schem Aus­land. Unter ande­rem aus Ita­li­en, Grie­chen­land und Kroatien.

Seit Grün­dung des Aus­bil­dungs­zen­trums im Jah­re 2016 fin­det die­ses Jahr zum ers­ten Mal eine drit­te Ein­stel­lung im Dezem­ber statt. Damit wer­den vor­aus­sicht­lich erst­mals über 3.000 Aus­zu­bil­den­de und Stu­die­ren­de dem Bun­des­po­li­zei­aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg angehören.


Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bamberg

Das Bun­des­po­li­zei­aus- und ‑fort­bil­dungs­zen­trum Bam­berg ist die bun­des­weit größ­te und moderns­te Ein­rich­tung die­ser Art der Bun­des­po­li­zei. Die fach­lich der Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie in Lübeck nach­ge­ord­ne­te Lehr­ein­rich­tung ist das sechs­te Aus- und –fort­bil­dungs­zen­trum der Bun­des­po­li­zei. Seit dem 1. Sep­tem­ber 2016 wer­den dort über 2.500 Poli­zei­meis­ter­an­wär­te­rin­nen und ‑anwär­ter aus­ge­bil­det. Mehr als 800 Stamm­kräf­te ermög­li­chen den Ausbildungsbetrieb.

Ober­frän­ki­sches Handwerk

Gerin­ger Zuwachs bei den Auszubildendenzahlen

Zum 1. Sep­tem­ber 2021 star­ten 1.703 Aus­zu­bil­den­de ihren Berufs­weg im ober­frän­ki­schen Hand­werk, teilt die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken mit. Das bedeu­tet einen gerin­gen Zuwachs im Ver­gleich zu 2020.

„Wir sind froh, dass wir zum Aus­bil­dungs­start unse­re Aus­bil­dungs­zah­len im Ver­gleich zu 2020 wie­der mini­mal stei­gern konn­ten“, sagt dazu der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Rein­hard Bau­er. „Aller­dings muss man auch klar sagen Die Coro­na-Del­le ist noch lan­ge nicht über­wun­den, ein Nor­mal­zu­stand ist noch nicht wie­der erreicht.“ So rela­ti­vie­re sich der Zuwachs von einem hal­ben Pro­zent im Ver­gleich der Jah­re 2019 und 2021. „Hier lie­gen wir noch über zehn Pro­zent hin­ter den Aus­bil­dungs­zah­len von der Vor-Coro­na-Zeit zurück.“


„In klei­ne­ren Betrie­ben muss die Che­mie ein­fach stimmen“


Der Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann, sieht eine Viel­zahl von Ursa­chen in der noch immer redu­zier­ten Nach­fra­ge nach Aus­bil­dungs­plät­zen. „Sicher hat das Hand­werk mehr als die ande­ren Wirt­schafts­be­rei­che dar­un­ter gelit­ten, dass nun­mehr zwei Früh­jah­re und Som­mer lang kaum Schul­be­su­che oder Aus­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen in Prä­senz waren und auch die Prak­ti­ka weg­ge­fal­len sind.“ Schließ­lich lebe das Hand­werk zum einen vom Aus­pro­bie­ren und Anfas­sen. Zum ande­ren sei in der klein­tei­li­gen Struk­tur der Betrie­be der per­sön­li­che Kon­takt ent­schei­den­der. „Im Hand­werk ist es essen­zi­ell, ob Meis­ter und Aus­zu­bil­den­de oder Aus­zu­bil­den­der mit­ein­an­der kön­nen, sich ver­ste­hen“, erklärt der Prä­si­dent. „In klei­ne­ren Betrie­ben muss die Che­mie ein­fach stim­men und dies wird eben­falls in den Prak­ti­ka getes­tet.“ Außer­dem sei­en die Schul­ab­gän­ge­rin­nen und Schul­ab­gän­ger wegen der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung wei­ter­hin vor­sich­tig und wür­den lie­ber abwar­ten bezie­hungs­wei­se sich anders ori­en­tie­ren. „Die Schlag­zei­len zu Kurz­ar­beit und Ent­las­sun­gen“, so Graß­mann, „wer­den zwar gar nicht vom Hand­werk pro­du­ziert, aber auch auf uns übertragen.“

Ins­ge­samt befürch­tet das Hand­werk, dass Coro­na die Ten­denz zur schu­li­schen oder aka­de­mi­schen Aus­bil­dung noch wei­ter ver­stärkt hat und die­se nur müh­sam umzu­keh­ren sei. „Wir inves­tie­ren viel in die Anspra­che jun­ger Men­schen und deren Eltern. Die Erkennt­nis aber, dass die beruf­li­chen Per­spek­ti­ven und Kar­rie­re­we­ge in der beruf­li­chen Bil­dung inzwi­schen min­des­tens genau­so gut sind wie in der aka­de­mi­schen Welt, sickert nur lang­sam durch“, sagt Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bau­er. Dabei spiel­ten bei der Berufs­wahl nach wie vor die Eltern eine ent­schei­den­de Rol­le. „Die Jugend­li­chen haben häu­fig Inter­es­se, das Hand­werk kommt ihren Wer­ten sehr nahe.“ Lei­der aber wüss­ten vie­le Müt­ter und Väter noch immer nicht, dass etwa ein Hand­werks­meis­ter so viel ver­dient wie der Absol­vent eines Bache­lor­stu­di­ums. Dass bei­de Kar­rie­re­we­ge zwar anders, aber von den Kar­rie­re- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten her gleich­wer­tig seien.


Türen zu einer Aus­bil­dung blei­ben offen

Der offi­zi­el­le Start für das Aus­bil­dungs­jahr fällt auf den 1. Sep­tem­ber. Doch für Jugend­li­che, die noch eine Aus­bil­dung begin­nen möch­ten, blei­ben im Hand­werk die Türen offen. „Unse­re Betrie­be ermög­li­chen auch einen spä­te­ren Start“, betont HWK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bau­er. So sind aktu­ell zum Bei­spiel in der Lehr­stel­len­bör­se der Hand­werks­kam­mer 488 freie Aus­bil­dungs­stel­len ein­ge­tra­gen. „Daher ist unse­re Bot­schaft an alle, die in die Berufs­welt star­ten wol­len Im Hand­werk fin­det Ihr aus­ge­zeich­ne­te Per­spek­ti­ven. Für den Start in das Berufs­le­ben und auch für die wei­te­re Karriere.“

„Viel Poten­ti­al auf dem Bau“

Aktu­ell noch 700 Aus­bil­dungs­plät­ze in der Regi­on Bam­berg zu vergeben

Das neue Aus­bil­dungs­jahr star­tet – doch vie­le Fir­men suchen wei­ter­hin Nach­wuchs: In der Stadt und dem Land­kreis Bam­berg sind von ins­ge­samt rund 1680 gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len aktu­ell noch 700 Plät­ze zu ver­ge­ben. Das teilt die Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt mit und beruft sich dabei auf Zah­len der Arbeitsagentur.

Die IG BAU Ober­fran­ken warnt vor einer Ver­schär­fung des Fach­kräf­te­man­gels, soll­te ein Groß­teil der Stel­len unbe­setzt blei­ben – und ruft Berufs­star­ter dazu auf, sich ins­be­son­de­re in der Bau­bran­che umzu­se­hen. Laut Arbeits­agen­tur sind bei Hoch- und Tief­bau­un­ter­neh­men in Bay­ern der­zeit noch rund 1.520 Plät­ze frei. Das ent­spricht etwa der Hälf­te aller gemel­de­ten Aus­bil­dungs­stel­len in der Branche.


Vie­le Fach­leu­te ver­las­sen nach der Aus­bil­dung ihren Baubetrieb


„Die Coro­na-Pan­de­mie ist ins­ge­samt am hei­mi­schen Aus­bil­dungs­markt nicht spur­los vor­bei­ge­gan­gen. Teils bie­ten Fir­men weni­ger Plät­ze an oder fah­ren die Leh­re ganz zurück. Auch der Berufs­schul­un­ter­richt kann nicht über­all wie gewohnt statt­fin­den. In vie­len Berei­chen bewer­ben sich aber auch deut­lich weni­ger Schul­ab­gän­ger“, sagt Gerald Nick­las, Bezirks­vor­sit­zen­der der IG BAU Ober­fran­ken. Doch jeder Azu­bi, der jetzt feh­le, sei in drei Jah­ren eine drin­gend gebrauch­te Fach­kraft weni­ger. Beson­ders das Bau­ge­wer­be müs­se ange­sichts der anhal­tend hohen Auf­trags­la­ge – vom Woh­nungs- bis zum Gleis- und Stra­ßen­bau – noch mehr Berufs­an­fän­ger für sich gewinnen.

Dabei stün­den Bau-Azu­bis im Bran­chen­ver­gleich in punc­to Bezah­lung an der Spit­ze, wie eine Unter­su­chung des Bun­des­in­sti­tuts für Berufs­bil­dung (BIBB) zeigt. Außer­dem kön­nen sich Beschäf­tig­te im Anschluss an den Gesel­len­brief fort­bil­den und es bis zum Polier oder Bau­lei­ter brin­gen. Vie­le Fach­leu­te ver­lie­ßen jedoch nach der Aus­bil­dung ihren Bau­be­trieb, so die Gewerk­schaft – vor allem wegen har­ter Arbeits­be­din­gun­gen und den oft lan­gen, aber unbe­zahl­ten Fahr­zei­ten zu den Bau­stel­len.
„Es kommt dar­auf an, den Bau auch nach der Aus­bil­dung attrak­ti­ver zu machen. Gera­de die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf ist hier wich­tig“, betont Cars­ten Burck­hardt vom IG BAU-Bundesvorstand.

Des­halb for­dert die Gewerk­schaft in der lau­fen­den Tarif­run­de für die Bran­che eine Ent­schä­di­gung der Wege­zei­ten, 5,3 Pro­zent mehr Ein­kom­men und den Angleich der Ost- an die West­löh­ne. Die Arbeit­ge­ber hät­ten in den Tarif­ver­hand­lun­gen bis Ende Sep­tem­ber die Chan­ce, die Bran­che für die Zukunft auf­zu­stel­len. „Ohne höhe­re Löh­ne und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen wird es kaum gelin­gen, die enor­me Nach­fra­ge nach neu­en Woh­nun­gen, sanier­ten Stra­ßen und ener­ge­ti­schen Gebäu­de­sa­nie­run­gen in den kom­men­den Jah­ren zu bewäl­ti­gen“, so Burckhardt.

Infor­ma­tio­nen rund um die Bau-Aus­bil­dung und freie Plät­ze vor Ort gibt es bei den Sozi­al­kas­sen der Bau­wirt­schaft (SOKA-BAU) online unter https://www.bau-stellen.de/

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