Grün­de der schwie­ri­gen Situation

Wirt­schaft­li­che Pro­ble­me im Schlacht­hof Bamberg

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Schlachthof
Der Bamberger Schlachthof, Foto: Michael Memmel, Stadt Bamberg
Der Schlacht­hof Bam­berg hat wirt­schaft­li­che Schwie­rig­kei­ten. For­de­run­gen nach Schlie­ßung wur­den zuletzt laut. Sei­ne Geschäfts­füh­rung und der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Andre­as Star­ke infor­mier­ten nun das Per­so­nal über die der­zei­ti­ge Situa­ti­on und ihre Grün­de. Mitt­ler­wei­le wur­den auch Ver­hand­lun­gen mit einem Groß­kon­zern begonnen.

Die schwie­ri­ge wirt­schaft­li­che Lage der Schlacht­hof Bam­berg GmbH hat unter­schied­li­che Grün­de. Geschäfts­füh­rer Jan Wer­le-Emler fass­te die wich­tigs­ten Ursa­chen bei einer Betriebs­ver­samm­lung die­se Woche zusammen.

Die Coro­na-Pan­de­mie habe das wirt­schaft­li­che Ergeb­nis mas­siv belas­tet. Im Jahr 2021 hät­ten Prä­ven­ti­on und Bekämp­fung der Pan­de­mie zu gro­ßen Mehr­auf­wen­dun­gen geführt. Nach posi­ti­ven Tests in der Beleg­schaft sei es ins­ge­samt mehr als fünf Wochen lang zu per­so­nel­len Aus­fäl­len an den Schlacht­li­ni­en gekom­men. Die Zahl der Rin­der-Schlach­tun­gen sei ent­spre­chend zurück­ge­gan­gen. Auch im lau­fen­den Jahr sei­en die Aus­wir­kun­gen von Coro­na noch zu spü­ren. Die­se hohen Ein­nah­men­ver­lus­te hät­ten wesent­lich die schlech­ten Ergeb­nis­se in den Jah­ren 2020 und 2021 verursacht.

Als zwei­ten Grund nann­te Wer­le-Emler den Ukrai­ne- Krieg. Die­ser habe die Prei­se für Roh­stof­fe und Ener­gie in kür­zes­ter Zeit enorm stei­gen las­sen. Fut­ter­mit­tel sei teu­rer gewor­den und in der Fol­ge hät­ten sich auch die Ein­kaufs­prei­se für Schwei­ne und Rin­der nahe­zu ver­dop­pelt. Auf der ande­ren Sei­te kön­ne man die ver­trag­lich zuge­si­cher­ten Lie­fer­prei­se für Fleisch nicht mehr ein­hal­ten. Somit sei auch für 2022 kei­ne Bes­se­rung der wirt­schaft­li­chen Lage im Bam­ber­ger Schlacht­hof in Sicht.

Außer­dem ver­hin­de­re die Afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest Expor­te. Im Sep­tem­ber 2020 wur­de die Krank­heit in Bran­den­burg erst­mals in Deutsch­land bestä­tigt. Das Virus befällt und tötet aus­schließ­lich Haus- und Wild­schei­ne. Vie­le Nicht-EU-Län­der haben infol­ge­des­sen ein Export-Ver­bot für deut­sches Schwei­ne­fleisch aus­ge­spro­chen. Dies ließ wie­der­um die Schlacht­zah­len bun­des­weit sin­ken. Auch Bam­berg sei davon betroffen.

Den vier­ten Grund für die Situa­ti­on im Schlacht­hof mach­te Jan Wer­le-Emler im geän­der­ten Kon­sum-Ver­hal­ten, das den Markt schrump­fen las­se, aus. All­ge­mein sei der Fleisch­kon­sum seit dem Jahr 2018 deut­lich rück­läu­fig. Haben die Deut­schen in den zwei Jahr­zehn­ten zuvor pro Kopf rund 61 Kilo­gramm Fleisch im Jahr ver­zehrt, so sank die­ser Wert bis 2021 auf 55 Kilo­gramm. Es sei davon aus­zu­ge­hen, dass sich die­ser Trend, der sich auch in Bam­berg nie­der­schla­ge, wei­ter anhalte.

Fra­gen der Belegschaft

Dann konn­te die Beleg­schaft Fra­gen und Dis­kus­si­ons­bei­trä­ge ein­brin­gen. Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, der gleich­zei­tig Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der städ­ti­schen Schlacht­hof GmbH ist, bedank­te sich für die Rück­mel­dun­gen und beton­te: „Mir ist auch sehr wich­tig, den Stim­men der Beleg­schaft in wei­te­ren Ver­lauf Gehör zu ver­schaf­fen. Jeder Arbeits­platz ist wich­tig. Es ist das Ziel unse­rer gemein­sa­men Anstren­gung, auch die Anlie­gen der Beleg­schaft im wei­te­ren Ver­fah­ren zu berücksichtigen“

Am Ende der Betriebs­ver­samm­lung sicher­te der Ober­bür­ger­meis­ter den Anwe­sen­den zu, den Dia­log fort­zu­set­zen und zu einer wei­te­ren Ver­samm­lung ein­zu­la­den, sobald kon­kre­te Ergeb­nis­se erar­bei­tet wor­den seien.

Ver­hand­lun­gen mit Tönnies

Mitt­ler­wei­le hat die Stadt Bam­berg Ver­hand­lun­gen über eine Zusam­men­ar­beit mit dem, immer wie­der in der Kri­tik ste­hen­den, Fleisch-Groß-Pro­du­zen­ten Tön­nies begon­nen. Der Auf­takt sei gut gewe­sen sag­te Andre­as Star­ke – in der kom­men­den Woche wol­le man die Ver­hand­lun­gen fortsetzen.

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