Bam­ber­ger Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rat im Interview

10. Inter­na­tio­na­le Wochen gegen Rassismus

7 Min. zu lesen
Internationale Wochen gegen Rassismus
Karin Gehrer (links) und Mitra Sharifi
Bun­des­weit fin­den, in auf­ge­heiz­tem gesell­schaft­li­chen Kli­ma, vom 14. bis 27. März unter dem Mot­to „Hal­tung zei­gen“ die 10. Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus statt. Womög­lich taten sie noch nie so Not wie heu­te. Zwar haben Acht­sam­keit und Sen­si­bi­li­tät gegen­über Dis­kri­mi­nie­rung und Ras­sis­mus zuge­nom­men – jedoch ohne gleich­zei­ti­gen Schwund der Dis­kri­mi­nie­run­gen und ras­sis­ti­scher Vorfälle.

Seit eini­gen Mona­ten schickt der Bam­ber­ger Migran­tin­nen- und Migran­ten­bei­rat (MIB) ver­schie­de­nen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen Ein­la­dun­gen zu, sich an den Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus zu betei­li­gen, die mit Kooperationspartner*innen aus Stadt und Land­kreis orga­ni­siert wer­den. Vor­trä­ge, Film­vor­füh­run­gen, Lesun­gen, Kon­zer­te, Gesprächs- oder Dis­kus­si­ons­run­den – die Mög­lich­kei­ten, einen Teil zum Pro­gramm der Wochen bei­zu­tra­gen, sind viel­fäl­tig. Die Rück­mel­dun­gen und Zusa­gen ebenfalls.

„Wir wol­len“, sagen Mitra Shari­fi und Dr. Karin Geh­rer, Vor­sit­zen­de und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des MIB, „gemein­sam mit mög­lichst vie­len Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen die Mög­lich­keit anbie­ten, für das The­ma Ras­sis­mus zu sen­si­bi­li­sie­ren, ras­sis­ti­sche Struk­tu­ren und Denk­wei­sen offen­zu­le­gen und Zei­chen für Soli­da­ri­tät, Respekt und die Unan­tast­bar­keit der Men­schen­wür­de zu setzen.“

Ein beson­de­rer the­ma­ti­scher Schwer­punkt liegt auch in die­sem Jahr auf dem Ange­bot für Kin­der und Jugend­li­che. So wird es bei­spiels­wei­se erneut einen Pla­kat- und Film­wett­be­werb, aber auch den Pro­jekt­tag mit zahl­rei­chen Work­shops für Schu­len geben. Außer­dem betei­ligt sich auch der Land­kreis an den Akti­vi­tä­ten der Wochen.

Wir haben mit Mitra Shari­fi und Karin Geh­rer über die Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus, Sen­si­bi­li­sie­rung, Fuß­gän­ger­de­mos und die anti­de­mo­kra­ti­sche Situa­ti­on in Bam­berg gesprochen.

Frau Shari­fi, Frau Geh­rer, was ver­bin­den Sie mit dem Mot­to der 10. Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus „Hal­tung zeigen“?

Mitra Shari­fi: Wir fin­den es sehr wich­tig, dass sich die Stadt­ge­mein­schaft bewusst ist, wie viel­fäl­tig sie ist. Man muss einen Blick haben für die Viel­falt und gleich­zei­tig sen­si­bi­li­siert sein für die Dis­kri­mi­nie­run­gen, die statt­fin­den. Das heißt auch, dass wir gegen jede Form von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung Posi­ti­on bezie­hen und Hal­tung zei­gen müssen.

Karin Geh­rer: Für mich heißt Hal­tung zei­gen, einen gewis­sen Wider­stand zu leis­ten. Stay Awa­ke zum Bei­spiel soll­te nicht ein­fach igno­riert wer­den. Es soll­te nicht tole­riert wer­den, weil wir kei­nen Rechts­ex­tre­mis­mus, Het­ze und Des­in­for­ma­ti­on tole­rie­ren. Wir sind für ein posi­ti­ves Mit­ein­an­der ver­schie­de­ner gesell­schaft­li­cher Gruppen.

Wie sen­si­bi­li­siert für Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung ist die Bam­ber­ger Stadtgesellschaft?

Mitra Shari­fi: Ganz posi­tiv fin­de ich in Bam­berg, dass wir eine viel­fäl­ti­ge und leben­di­ge Zivil­ge­sell­schaft haben. Es gibt vie­le Grup­pie­run­gen und Ein­zel­per­so­nen, die sich in ver­schie­de­nen Berei­chen umein­an­der küm­mern und durch­aus mit Zivil­cou­ra­ge schau­en, dass Min­der­hei­ten nicht in Bedräng­nis kom­men und dis­kri­mi­niert wer­den. Aber das ist natür­lich nicht bei allen der Fall. Egal, ob mit oder Migra­ti­ons­hin­ter­grund, es gibt immer wie­der Dis­kri­mi­nie­rung und ras­sis­ti­sche Vor­fäl­le – teil­wei­se bewusst und absicht­lich, teil­wei­se unbe­wusst. Wir wach­sen alle in zum Teil von ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­len gepräg­ten Kul­tu­ren auf. Euro­päi­scher Kolo­nia­lis­mus und dafür erfun­de­ne Ras­sen-theo­rien wir­ken fort, wenn wir uns nicht damit aus­ein­an­der set­zen. Dafür ein Bewusst­sein zu ent­wi­ckeln, ist sehr wich­tig, sich also zu fra­gen, was man bei einer ande­ren Per­son mög­li­cher­wei­se anrich­tet, ob man sie mög­li­cher­wei­se ver­letzt, indem man ein Wort benutzt, das dis­kri­mi­nie­rend ist, auch wenn man es selbst nicht so sieht.

Karin Geh­rer: Ich stim­me voll und ganz zu, habe aber auch ein gewis­ses „aber“. Ich oder wir alle, den­ke ich, neh­men wahr, dass die­se Coro­nal­eug­ner-Strö­mun­gen, die durch die Coro­na-Bedin­gun­gen ganz stark gewor­den sind, eine ehe­mals ange­nom­me­ne stil­le bür­ger­li­che Mit­te poli­tisch auf einen ganz ande­ren Weg gebracht hat. Bis vor zwei Jah­ren dach­te ich noch, die schwei­gen­de Mehr­heit ent­wi­ckelt sich, was die Sen­si­bi­li­sie­rung angeht, in eine posi­ti­ve Rich­tung. Nun sehe ich, wie Tei­le Sei­te an Sei­te mit dem Drit­ten Weg oder der­glei­chen lau­fen. Die­se rechts­ex­tre­me Schlei­fe, die die­se Coro­nal­eug­ner­de­mos neh­men, beun­ru­higt mich.

Stim­men Sie pau­scha­len Ver­ur­tei­lun­gen der­je­ni­gen als rechts zu, die bei die­sen Demons­tra­tio­nen mit­lau­fen, ohne etwas dage­gen zu haben, das zusam­men mit Rechts­ex­tre­men zu tun?

Mitra Shari­fi: Ich gehe davon aus, dass es bei den Demos kaum noch Nai­ve gibt. Trotz­dem wür­de ich auch nicht gleich alle als rechts­ra­di­kal bezeich­nen. Dass es da kei­ne Kon­takt­scheu, mit Rech­ten zu lau­fen, gibt, ist schreck­lich genug. Aber ich hof­fe, dass wir es ver­hin­dern kön­nen, dass all die­se Men­schen nach rechts über­lau­fen. Ich hof­fe, dass die­se Leu­te irgend­wann fest­stel­len, dass sie in der soli­da­ri­schen gesell­schaft­li­chen Gemein­schaft bes­ser auf­ge­ho­ben sind. Dabei soll­te man aber auch sozi­al­po­li­ti­sche Zustän­de nicht ver­ges­sen. Die unglei­che Ver­tei­lung von Res­sour­cen, die es in Deutsch­land nun ein­mal gibt, berei­tet oft eine Basis dafür, Men­schen zu ver­un­si­chern, ihnen das Gefühl der Benach­tei­li­gung zu geben und sie zu leich­ter Beu­te für rechts zu machen.

Karin Geh­rer: Viel­leicht gibt es Men­schen, die wirk­lich bei die­sen Demons­tra­tio­nen, den soge­nann­ten Spa­zier­gän­gen, noch nicht erken­nen, wer da bei ihnen mit­läuft – viel­leicht sind sie teil­wei­se noch nicht rich­tig infor­miert dar­über, genie­ßen ein­fach das Mit­lau­fen mit Trom­meln und Gesän­gen oder fal­len auf die „gute Stim­mung“ rein. Fake News und Sozia­le Medi­en machen das Erken­nen oft schwer.

Wel­che Ent­wick­lung hat die gesell­schaft­li­che Sen­si­bi­li­sie­rung beim The­ma Ras­sis­mus seit den ers­ten Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus genommen?

Mitra Shari­fi: Ich den­ke, dass in den Berei­chen Wahr­neh­mung von und Not­wen­dig­keit einer ras­sis­mus­kri­ti­schen Hal­tung ins­ge­samt in Deutsch­land Fort­schrit­te gemacht wur­den. Lei­der sind die­se Fort­schrit­te oft mit ganz schreck­li­chen Ereig­nis­sen ver­bun­den, zum Bei­spiel der Mord an Wal­ter Lüb­cke oder die Anschlä­ge in Hanau und Hal­le. Aber sie haben Poli­tik und Bevöl­ke­rung wach­ge­rüt­telt. Lei­der hat sich auch die unde­mo­kra­ti­sche Gegen­be­we­gung ver­stärkt, durch Popu­lis­ten und Rechts­ex­tre­me. Die­se Gefahr muss man wahr­neh­men, man kann nicht ein­fach zuschau­en. Man muss sich um den Schutz der Demo­kra­tie bemü­hen. Das The­ma Ras­sis­mus ist dabei eines der The­men, das am nach­hal­tigs­ten bear­bei­tet wer­den muss, weil Ras­sis­mus die Grund­la­ge von rech­ten und anti­de­mo­kra­ti­schen Ideo­lo­gien ist.

Karin Geh­rer: Wobei dabei auch alles inein­an­der­greift: Ras­sis­mus, Anti­zi­ga­nis­mus, Anti­se­mi­tis­mus, Dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en und quee­ren Men­schen. Struk­tu­rell und im Den­ken sind Vor­ur­tei­le gegen­über bestimm­ten Grup­pen immer noch da. Uns als MIB ist es dar­um ein Anlie­gen, Vor­ur­tei­le vor allem im per­sön­li­chen Aus­tausch, sei es mit den Inter­na­tio­na­len Wochen im Früh­jahr oder den Inter­kul­tu­rel­len Wochen im Herbst, abzubauen.

Mitra Shari­fi: Das ist ein Pro­zess, der auch im All­tag jeden Tag statt­fin­den muss – im Pri­va­ten, auf der Arbeit, in der Nach­bar­schaft. Je mehr Kon­takt mit Men­schen aus ande­ren Kul­tu­ren, des­to weni­ger Chan­ce für Rassismus.

Wie hat sich die anti­de­mo­kra­ti­sche Situa­ti­on in Bam­berg in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren entwickelt?

Mitra Shari­fi: Ich wür­de sagen, dass auch hier die bei­den Strö­mun­gen aus­ge­macht wer­den kön­nen, die wir schon ange­spro­chen haben. Auf der einen Sei­te sind ras­sis­ti­sche rech­te Struk­tu­ren lau­ter und sicht­ba­rer gewor­den. Aber auf der ande­ren Sei­te ist auch die Sen­si­bi­li­tät für das The­ma gestie­gen. Ich fin­de, wir haben heu­te viel mehr sozu­sa­gen Bünd­nis­part­ner, viel mehr Leu­te und Orga­ni­sa­tio­nen, die mit­ma­chen, dage­gen­hal­ten und Soli­da­ri­tät zei­gen. Außer­dem ist unter den von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung Betrof­fe­nen das Selbst­be­wusst­sein gestie­gen. Struk­tu­rell hat sich in Bam­berg aller­dings noch nicht viel getan. Es gibt seit Kur­zem einen Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ten, was wir begrü­ßen, aber wir hof­fen nach wie vor, dass Bam­berg irgend­wann auch eine Anti-Dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le bekommt. Die Uni­ver­si­tät hat schon eine und geht mit gutem Bei­spiel voran.

In wel­chem Umfang neh­men Sie Anti­se­mi­tis­mus in Bam­berg wahr?

Mitra Shari­fi: Anti­se­mi­tis­mus ist eine sehr alte Form von Ras­sis­mus, die sich trotz aller Erfah­rung, trotz aller Gedenk­ar­beit gehal­ten hat und wie­der zunimmt. Zum Bei­spiel durch Ver­schwö­rungs­theo­rien, wie sie auf Coro­na-Demos ver­brei­tet sind. Die Syn­ago­gen in Deutsch­land müs­sen wie­der poli­zei­lich geschützt wer­den. Das ist schlimm.

Wie vie­le anti­se­mi­ti­sche Vor­fäl­le gab es im letz­ten Jahr in Bamberg?

Mitra Shari­fi: Wir haben lei­der kei­ne Zah­len, weil es eben kei­ne Stel­le gibt, die sie erhebt.

Wie sind Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung in migran­ti­schen Grup­pen ausgeprägt?

Mitra Shari­fi: Das ist ein Punkt, der auf jeden Fall auch zu unse­ren The­men gehört. Man muss aber unter­schei­den. Man spricht von Ras­sis­mus bei Dis­kri­mi­nie­rung inner­halb von Macht­struk­tu­ren. Das heißt, um Ras­sis­mus aus­zu­üben, muss man in einer Macht­po­si­ti­on gegen­über der Par­tei sein, über die man ihn aus­übt. Aber ras­sis­ti­sche Denk­mus­ter, Vor­ur­tei­le, Hier­ar­chien zwi­schen bestimm­ten Grup­pen oder ganz klar faschis­ti­sche Grup­pen gibt es auch unter den Migrant*innen. Auf­klä­rung und Sen­si­bi­li­sie­rung sind in der gan­zen Gesell­schaft not­wen­dig. Wobei eige­ne Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen eine Grund­la­ge dafür sein kön­nen, die Dis­kri­mi­nie­rung ande­rer bes­ser zu erken­nen und sein Ver­hal­ten zu ändern.

Wird es zum zehn­jäh­ri­gen Jubi­lä­um der Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus etwas Beson­de­res geben?

Karin Geh­rer: Es gibt immer etwas Beson­de­res! Jede Ver­an­stal­tung ist beson­ders. Auf jeden Fall unge­wöhn­lich gegen­über ande­ren Jah­ren ist, dass auch die­ses Jahr eini­ge der Ver­an­stal­tun­gen wie­der online statt­fin­den müssen.

Mitra Shari­fi: Was gut, wich­tig und in die­sem Jahr stär­ker aus­ge­prägt ist, ist die Koope­ra­ti­on mit dem Land­kreis. Auch dort beob­ach­ten wir, dass Auf­klä­rung und Stär­kung des Zusam­men­halts nottun.

Das Pro­gramm der Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus besteht unter ande­rem aus Film­vor­füh­run­gen, Work­shops, einem gro­ßen Ange­bot für Kin­der und Jugend­li­che und Podi­ums­dis­kus­sio­nen. Laden Sie zu die­sen Dis­kus­sio­nen auch Per­so­nen aus dem rech­ten Lager ein?

Mitra Shari­fi: Wir dis­ku­tie­ren nicht mit Anti­de­mo­kra­ten. Im Vor­feld der Bun­des­tags­wahl hat­ten wir eine Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung, zu der wir auch die ört­li­che AfD ein­ge­la­den hat­ten. Bei den Wah­len muss­te der MIB als städ­ti­sches Gre­mi­um neu­tral bleiben.

Haben Sie bei die­sen Leu­ten trotz­dem noch die Hoff­nung, dass sie sich irgend­wann eines Bes­se­ren besin­nen und umden­ken oder den Aus­stieg aus rech­ten Struk­tu­ren suchen?

Mitra Shari­fi: Aus­stie­ge pas­sie­ren schon immer wie­der und dafür braucht es Beglei­tung und Unter­stüt­zung. Das ist wich­tig, weil es nicht leicht ist, aus sol­chen ja teil­wei­se auch gewalt­tä­ti­gen Struk­tu­ren aus­zu­stei­gen. Aber eigent­lich müs­sen wir schau­en, dass Leu­te in sol­che Struk­tu­ren gar nicht erst rein­ge­ra­ten. Des­halb ist Prä­ven­ti­ons­ar­beit auch so wichtig.

Ein The­ma, das stark von rechts ver­ein­nahmt wird, ist das der Coro­na-Imp­fung. Wer­den Sie bei den Wochen gegen Ras­sis­mus auf das The­ma ein­ge­hen, viel­leicht sogar mit Impfaufruf?

Mitra Shari­fi: Haben wir schon. Der Bei­rat hat sich dazu schon sehr früh posi­tio­niert. Wir haben mehr­spra­chi­ge Impf­auf­ru­fe gemacht.

Wie steht es um Impf-Skep­sis in migran­ti­schen Gruppen?

Mitra Shari­fi: Es wur­de Migrant*innen teil­wei­se vor­ge­wor­fen, weni­ger impf-affin zu sein. Zum Teil ist die Impf­quo­te der Migran*innen tat­säch­lich etwas nied­ri­ger im Ver­gleich zur Gesamt­be­völ­ke­rung, aber da muss man ver­schie­de­ne Aspek­te berück­sich­ti­gen. Zum einen ist die migran­ti­sche Bevöl­ke­rung viel jün­ger. Nach den neu­es­ten Stu­di­en ist die Impf­be­reit­schaft unter bestimm­ten Grup­pen sogar höher als bei der Gesamt­be­völ­ke­rung, Iraner*innen, Türk*innen und Afghan*innen zum Bei­spiel. Bei ost­eu­ro­päi­schen Migrant*innen scheint sie nied­ri­ger zu sein. Die Fra­ge ist also auch, was wir zur Über­win­dung von sprach­li­chen Bar­rie­ren bei der Auf­klä­rung zur Imp­fung machen kön­nen, damit die Betrof­fe­nen nicht nur Falsch­in­for­ma­tio­nen aus­ge­lie­fert sind.

Was haben Sie in den zehn Jah­ren der Inter­na­tio­na­len Wochen gegen Ras­sis­mus erreicht?

Karin Geh­rer: Wir haben erreicht, dass die Inter­na­tio­na­len Wochen ein fes­ter Bestand­teil der städ­ti­schen Kul­tur gewor­den sind und zur gesell­schaft­li­chen Ver­an­stal­tungs­di­ver­si­tät bei­getra­gen haben. Mit den Wochen im Früh­jahr und im Herbst orga­ni­sie­ren wir zwei für die Stadt wich­ti­ge Ter­mi­ne – auf ehren­amt­li­chen Schultern.

Mitra Shari­fi: Ich freue mich dar­über und fin­de es sehr wich­tig, dass der Kreis an Orga­ni­sa­ti­ons­part­nern, also der Jugend­mi­gra­ti­ons­dienst der SkF, der Stadt­ju­gend­ring, der Ja:ba oder die Medi­en­zen­tra­le der Diö­ze­se Bam­berg und das Bam­ber­ger Bünd­nis gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, die die Wochen mit uns orga­ni­sie­ren, immer grö­ßer gewor­den ist. Das sind Akteur*innen, die ihrer­seits in ihrer Arbeit die­se bei­den Ter­mi­ne fest ver­an­kert haben.

Wel­chen Erfolg erhof­fen Sie sich von den Wochen 2022?

Mitra Shari­fi: Dass das gan­ze Jahr Inter­na­tio­na­le Wochen sind! Wenn das gan­ze Jahr über die The­ma­tik und die Soli­da­ri­tät mit Men­schen, die von Ras­sis­mus betrof­fen sind, nicht ver­ges­sen wird.

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