Obwohl der Winter im Januar mit eisigen Temperaturen und Schnee kam, reagierte der Arbeitsmarkt lediglich mit einem jahrestypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit wie in den Vorjahren, wie die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg mitteilt.
Die Arbeitslosigkeit stieg im Januar demnach um 1.566 Personen (+11,3 Prozent). Ende des Monats waren 15.385 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. 67,8 Prozent (+1.061 beziehungsweise +13,5 Prozent) des Anstiegs der Arbeitslosigkeit entfiel auf Männer, die den überwiegenden Teil der Beschäftigten in den witterungsabhängigen Berufen ausmachen. Die Arbeitslosigkeit der Frauen nahm im Januar mode-rater um 505 (+ 8,4 Prozent) zu. Seit dem letzten Jahr ist die Zahl der Arbeitslosen insgesamt um 336 Personen (+2,2 Prozent) gestiegen.
Ende des Monats waren im Agenturbezirk 1.700 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Seit dem letzten Jahr hat ihre Zahl um 362 Personen beziehungsweise 17,6 Prozent abgenommen. Allein die Arbeitslosigkeit der Syrer verringerte sich um 39,8 Prozent beziehungsweise 308 Arbeitslose auf 465. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 4,4 Pro-zent. Ihr Vorjahreswert betrug 4,3 Prozent.
In den ersten vier Wochen des Jahres wurden 2.338 Menschen entlassen. Das waren 55,9 Prozent (+838) mehr als im Dezember, ein für die Jahreszeit normaler Wert. Im Wintermonat Januar werden jährlich wiederkehrend mit deutlichem Ab-stand die meisten Menschen zur Überbrückung der kalten Jahreszeit zeitweilig frei-gesetzt. Verglichen mit dem letzten Jahr verloren etwas weniger (-16, ‑0,7 Prozent) ihren Job. Im vergangenen Monat gelang es 870 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu beenden, lediglich 1,0 Prozent beziehungsweise 9 weniger als in 2025.
Arbeitsmarktentwicklung
„Der Winter ist in Oberfranken mit Eis und Schnee angekommen. Trotz frostiger Temperaturen, reagierte der Arbeitsmarkt relativ unbeeindruckt mit einem saisonüblichen Anstieg wie in den letzten Jahren, als der Wintereinbruch ausblieb. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg sorgten jahreszeitlich bedingte Entlassungen sowie der typische Kündigungstermin und das Ende von befristeten Arbeitsverträgen zum Jahresende für einen spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Betriebe der Baubranche sind bei ihrer Auftragsplanung flexibler geworden. Wo möglich, switchen sie vom Außen- in den Innenbereich um, vermeiden so Entlassungen“, so Stefan Trebes, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Situation am Arbeitsmarkt. „Von den temporären Freisetzungen in der kalten Jahreszeit sind größtenteils Männer betroffen, die das Gros der Beschäftigten im Bauhandwerk ausmachen. Die Lage am Arbeitsmarkt ist weiterhin angespannt. Das neue Jahr startete bereits wieder mit einigen Massenentlassungen und Insolvenzen. Spürbare Impulse aus der Politik für die Industrie lassen auf sich warten. Die Betriebe wissen, dass sie sich mit Weitblick zukunftssicherer aufstellen sollten. Jedoch gilt es derzeit, das Tagesgeschäft zu meistern. Fachkräfteakquise und Ausbildung stehen an zweiter Stelle. Im Helferbereich nimmt der Drehtüreffekt kurzer Beschäftigungsdauern zu. Das macht die Menschen mürbe. Die ausbleibende Aufbruchsstimmung spüren auch die Arbeitslosen. Fachkräfte, die in die Region extra für den Job kamen, kehren zurück in ihre Heimat. Andere nutzen die Gelegenheit und schlagen einen neuen Berufsweg mit unserer Unterstützung ein. So mancher erfüllt sich jetzt noch mit Anfang 50 seinen Jugendtraum. Es gibt aber auch Firmen, die expandieren und Personal aufbauen. Das stimmt mich zuversichtlich, denn insgesamt sind die Chancen auf eine Beschäftigung weiterhin gut. Da viele der aktuellen Jobangebote auf Fachkräfteniveau sind, werden wir in diesem Jahr deutlich mehr in das Thema „Qualifizierung“ investieren. Denn sicherlich matched es nicht immer zu 100%, aber dann sind wir als Arbeitsagentur häufig in der Lage dies teilweise zu kompensieren. Am besten ist die Situation aber immer noch für Fachkräfte, daher habe ich eine dringende Bitte an alle Akteure auf dem Markt: Junge Menschen sollten sich dem Thema Ausbildung öffnen – in einem Praktikum den richtigen Beruf testen und sich ausbilden ist die Jobversicherung Nummer 1. Betriebe müssen am Ausbildungsmarkt aktiv bleiben, ohne Fachkräfte verliert „made in germany“ an Wert. Und auch Lebenserfahrene müssen wissen für eine Ausbildung ist es selten zu spät, die Arbeitsagentur Bamberg-Coburg und die sieben Jobcenter bringen sie hier weiter.“
Verlängerte Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld
Im September 2025 (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 119 Betriebe für 2.350 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Lediglich 1,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in Kurz-arbeit. Stefan Trebes zur Situation: „Die kürzlich beschlossene Verlängerung der maximalen Bezugsdauer von 24 Monaten des Kurzarbeitergelds bis Ende 2026 gibt den Betrieben zwar Planungssicherheit, jedoch ist die Kurzarbeit nur eine temporäre Option für die Betriebe zur Überbrückung, wenn in absehbarer Zeit wieder positive Impulse für die Wirtschaft kommen.“
Arbeitsmarktentwicklung in der Region Bamberg
In der Stadt Bamberg stieg die Arbeitslosigkeit mit dem Wintereinbruch im Januar um 200 Personen (+9,4 Prozent) auf 2.338. Seit dem letzten Jahr hat sie um 3,6 Prozent beziehungsweise 81 Menschen zugenommen. Es wurden 2,1 Prozent weniger Personen entlassen als 2025 und es fanden 5,1 Prozent weniger eine neue Beschäftigung als damals. Fast vier Fünftel (79,0 Prozent) der Entlassungen betrafen Männer, die in witterungsabhängigen Berufen beschäftigt sind. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,3 Prozent (Dezember 4,8 Prozent, Vorjahr 5,2 Prozent). Im Januar meldeten die Arbeitgeber aus dem Stadtgebiet 136 sozialversicherungspflichtige Stellen. Das waren 7,5 Prozent (-11) weniger als in 2025. Der Arbeitgeberservice betreut aktuell 934 Jobangebote im Pool, 17,3 Prozent weniger (-195) als im Vorjahr.
Im Bamberger Land fiel der Winteranstieg traditionell dynamischer aus als in der Stadt Bamberg. In den ersten Wochen des Jahres kletterte die Arbeitslosigkeit witterungsbedingt um 14,4 Prozent beziehungsweise 340 auf 2.695 Personen. Es verloren 2,6 Prozent weniger Menschen ihren Job als letztes Jahr, 11,9 Prozent weniger fanden eine neue Beschäftigung. Fast zwei Drittel (63,8 Prozent) der Entlassungen betrafen Männer, die in witterungsabhängigen Berufen beschäftigt sind und sich vorübergehend bis zum Frühjahrsaufschwung arbeitslos meldeten. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit dem Vorjahr um 2,6 Prozent (+ 69 Menschen) gestiegen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,0 Prozent. (Dezember 2,6 Prozent, Vorjahr 2,9 Prozent). Der Landkreis verbucht weiterhin Vollbeschäftigung sowie agenturweit die niedrigste Quote. Aus dem Bamberger Land gingen im Januar 143 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote bei den Firmenbetreuern ein. Das waren 6,5 Prozent (-10) weniger als im letzten Jahr. Im Stellenpool des Arbeitgeberservice befinden sich aktuell 1.111 Vakanzen, 12,9 Prozent weniger (-165) als im Januar 2025.
