Der Arbeits­markt im Janu­ar 2026

Arbeits­markt trotzt dem kna­cki­gen Frost

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Arbeitsmarkt
Symbolbild, Foto: Pixabay
Obwohl der Win­ter im Janu­ar mit eisi­gen Tem­pe­ra­tu­ren und Schnee kam, reagier­te der Arbeits­markt ledig­lich mit einem jah­res­ty­pi­schen Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit wie in den Vor­jah­ren, wie die Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg mitteilt.

Die Arbeits­lo­sig­keit stieg im Janu­ar dem­nach um 1.566 Per­so­nen (+11,3 Pro­zent). Ende des Monats waren 15.385 Män­ner und Frau­en arbeits­los gemel­det. 67,8 Pro­zent (+1.061 bezie­hungs­wei­se +13,5 Pro­zent) des Anstiegs der Arbeits­lo­sig­keit ent­fiel auf Män­ner, die den über­wie­gen­den Teil der Beschäf­tig­ten in den wit­te­rungs­ab­hän­gi­gen Beru­fen aus­ma­chen. Die Arbeits­lo­sig­keit der Frau­en nahm im Janu­ar mode-rater um 505 (+ 8,4 Pro­zent) zu. Seit dem letz­ten Jahr ist die Zahl der Arbeits­lo­sen ins­ge­samt um 336 Per­so­nen (+2,2 Pro­zent) gestiegen.

Ende des Monats waren im Agen­tur­be­zirk 1.700 Flücht­lin­ge arbeits­los gemel­det. Seit dem letz­ten Jahr hat ihre Zahl um 362 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 17,6 Pro­zent abge­nom­men. Allein die Arbeits­lo­sig­keit der Syrer ver­rin­ger­te sich um 39,8 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 308 Arbeits­lo­se auf 465. Die Arbeits­lo­sen­quo­te erhöh­te sich im Janu­ar um 0,5 Pro­zent­punk­te auf 4,4 Pro-zent. Ihr Vor­jah­res­wert betrug 4,3 Prozent.

In den ers­ten vier Wochen des Jah­res wur­den 2.338 Men­schen ent­las­sen. Das waren 55,9 Pro­zent (+838) mehr als im Dezem­ber, ein für die Jah­res­zeit nor­ma­ler Wert. Im Win­ter­mo­nat Janu­ar wer­den jähr­lich wie­der­keh­rend mit deut­li­chem Ab-stand die meis­ten Men­schen zur Über­brü­ckung der kal­ten Jah­res­zeit zeit­wei­lig frei-gesetzt. Ver­gli­chen mit dem letz­ten Jahr ver­lo­ren etwas weni­ger (-16, ‑0,7 Pro­zent) ihren Job. Im ver­gan­ge­nen Monat gelang es 870 Men­schen ihre Arbeits­lo­sig­keit durch Auf­nah­me einer neu­en Beschäf­ti­gung zu been­den, ledig­lich 1,0 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 9 weni­ger als in 2025.


Arbeits­markt­ent­wick­lung

„Der Win­ter ist in Ober­fran­ken mit Eis und Schnee ange­kom­men. Trotz fros­ti­ger Tem­pe­ra­tu­ren, reagier­te der Arbeits­markt rela­tiv unbe­ein­druckt mit einem sai­son­üb­li­chen Anstieg wie in den letz­ten Jah­ren, als der Win­ter­ein­bruch aus­blieb. Im Bezirk der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg sorg­ten jah­res­zeit­lich beding­te Ent­las­sun­gen sowie der typi­sche Kün­di­gungs­ter­min und das Ende von befris­te­ten Arbeits­ver­trä­gen zum Jah­res­en­de für einen spür­ba­ren Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit. Die Betrie­be der Bau­bran­che sind bei ihrer Auf­trags­pla­nung fle­xi­bler gewor­den. Wo mög­lich, swit­chen sie vom Außen- in den Innen­be­reich um, ver­mei­den so Ent­las­sun­gen“, so Ste­fan Tre­bes, der Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg, zur aktu­el­len Situa­ti­on am Arbeits­markt. „Von den tem­po­rä­ren Frei­set­zun­gen in der kal­ten Jah­res­zeit sind größ­ten­teils Män­ner betrof­fen, die das Gros der Beschäf­tig­ten im Bau­hand­werk aus­ma­chen. Die Lage am Arbeits­markt ist wei­ter­hin ange­spannt. Das neue Jahr star­te­te bereits wie­der mit eini­gen Mas­sen­ent­las­sun­gen und Insol­ven­zen. Spür­ba­re Impul­se aus der Poli­tik für die Indus­trie las­sen auf sich war­ten. Die Betrie­be wis­sen, dass sie sich mit Weit­blick zukunfts­si­che­rer auf­stel­len soll­ten. Jedoch gilt es der­zeit, das Tages­ge­schäft zu meis­tern. Fach­kräf­te­ak­qui­se und Aus­bil­dung ste­hen an zwei­ter Stel­le. Im Hel­fer­be­reich nimmt der Dreh­tür­ef­fekt kur­zer Beschäf­ti­gungs­dau­ern zu. Das macht die Men­schen mür­be. Die aus­blei­ben­de Auf­bruchs­stim­mung spü­ren auch die Arbeits­lo­sen. Fach­kräf­te, die in die Regi­on extra für den Job kamen, keh­ren zurück in ihre Hei­mat. Ande­re nut­zen die Gele­gen­heit und schla­gen einen neu­en Berufs­weg mit unse­rer Unter­stüt­zung ein. So man­cher erfüllt sich jetzt noch mit Anfang 50 sei­nen Jugend­traum. Es gibt aber auch Fir­men, die expan­die­ren und Per­so­nal auf­bau­en. Das stimmt mich zuver­sicht­lich, denn ins­ge­samt sind die Chan­cen auf eine Beschäf­ti­gung wei­ter­hin gut. Da vie­le der aktu­el­len Job­an­ge­bo­te auf Fach­kräf­te­ni­veau sind, wer­den wir in die­sem Jahr deut­lich mehr in das The­ma „Qua­li­fi­zie­rung“ inves­tie­ren. Denn sicher­lich matched es nicht immer zu 100%, aber dann sind wir als Arbeits­agen­tur häu­fig in der Lage dies teil­wei­se zu kom­pen­sie­ren. Am bes­ten ist die Situa­ti­on aber immer noch für Fach­kräf­te, daher habe ich eine drin­gen­de Bit­te an alle Akteu­re auf dem Markt: Jun­ge Men­schen soll­ten sich dem The­ma Aus­bil­dung öff­nen – in einem Prak­ti­kum den rich­ti­gen Beruf tes­ten und sich aus­bil­den ist die Job­ver­si­che­rung Num­mer 1. Betrie­be müs­sen am Aus­bil­dungs­markt aktiv blei­ben, ohne Fach­kräf­te ver­liert „made in ger­ma­ny“ an Wert. Und auch Lebens­er­fah­re­ne müs­sen wis­sen für eine Aus­bil­dung ist es sel­ten zu spät, die Arbeits­agen­tur Bam­berg-Coburg und die sie­ben Job­cen­ter brin­gen sie hier weiter.“


Ver­län­ger­te Bezugs­dau­er von Kurzarbeitergeld 

Im Sep­tem­ber 2025 (Hoch­rech­nung aktu­ells­ter Wert) bezo­gen im Agen­tur­be­zirk ins­ge­samt 119 Betrie­be für 2.350 Arbeit­neh­mer kon­junk­tu­rel­les Kurz­ar­bei­ter­geld. Ledig­lich 1,0 Pro­zent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten waren in Kurz-arbeit. Ste­fan Tre­bes zur Situa­ti­on: „Die kürz­lich beschlos­se­ne Ver­län­ge­rung der maxi­ma­len Bezugs­dau­er von 24 Mona­ten des Kurz­ar­bei­ter­gelds bis Ende 2026 gibt den Betrie­ben zwar Pla­nungs­si­cher­heit, jedoch ist die Kurz­ar­beit nur eine tem­po­rä­re Opti­on für die Betrie­be zur Über­brü­ckung, wenn in abseh­ba­rer Zeit wie­der posi­ti­ve Impul­se für die Wirt­schaft kommen.“


Arbeits­markt­ent­wick­lung in der Regi­on Bamberg

In der Stadt Bam­berg stieg die Arbeits­lo­sig­keit mit dem Win­ter­ein­bruch im Janu­ar um 200 Per­so­nen (+9,4 Pro­zent) auf 2.338. Seit dem letz­ten Jahr hat sie um 3,6 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 81 Men­schen zuge­nom­men. Es wur­den 2,1 Pro­zent weni­ger Per­so­nen ent­las­sen als 2025 und es fan­den 5,1 Pro­zent weni­ger eine neue Beschäf­ti­gung als damals. Fast vier Fünf­tel (79,0 Pro­zent) der Ent­las­sun­gen betra­fen Män­ner, die in wit­te­rungs­ab­hän­gi­gen Beru­fen beschäf­tigt sind. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt 5,3 Pro­zent (Dezem­ber 4,8 Pro­zent, Vor­jahr 5,2 Pro­zent). Im Janu­ar mel­de­ten die Arbeit­ge­ber aus dem Stadt­ge­biet 136 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len. Das waren 7,5 Pro­zent (-11) weni­ger als in 2025. Der Arbeit­ge­ber­ser­vice betreut aktu­ell 934 Job­an­ge­bo­te im Pool, 17,3 Pro­zent weni­ger (-195) als im Vorjahr.

Im Bam­ber­ger Land fiel der Win­ter­an­stieg tra­di­tio­nell dyna­mi­scher aus als in der Stadt Bam­berg. In den ers­ten Wochen des Jah­res klet­ter­te die Arbeits­lo­sig­keit wit­te­rungs­be­dingt um 14,4 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 340 auf 2.695 Per­so­nen. Es ver­lo­ren 2,6 Pro­zent weni­ger Men­schen ihren Job als letz­tes Jahr, 11,9 Pro­zent weni­ger fan­den eine neue Beschäf­ti­gung. Fast zwei Drit­tel (63,8 Pro­zent) der Ent­las­sun­gen betra­fen Män­ner, die in wit­te­rungs­ab­hän­gi­gen Beru­fen beschäf­tigt sind und sich vor­über­ge­hend bis zum Früh­jahrs­auf­schwung arbeits­los mel­de­ten. Die Zahl der Arbeits­lo­sen ist seit dem Vor­jahr um 2,6 Pro­zent (+ 69 Men­schen) gestie­gen. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt 3,0 Pro­zent. (Dezem­ber 2,6 Pro­zent, Vor­jahr 2,9 Pro­zent). Der Land­kreis ver­bucht wei­ter­hin Voll­be­schäf­ti­gung sowie agen­tur­weit die nied­rigs­te Quo­te. Aus dem Bam­ber­ger Land gin­gen im Janu­ar 143 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te bei den Fir­men­be­treu­ern ein. Das waren 6,5 Pro­zent (-10) weni­ger als im letz­ten Jahr. Im Stel­len­pool des Arbeit­ge­ber­ser­vice befin­den sich aktu­ell 1.111 Vakan­zen, 12,9 Pro­zent weni­ger (-165) als im Janu­ar 2025.

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