Ehren­di­ri­gent der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker ist gestorben

Bam­berg trau­ert um Her­bert Blomstedt

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Blomstedt
Herbert Blomstedt (vorne) trug sich im September 2024 ins Goldene Buch der Stadt Bamberg ein. Foto: Erzbistum Bamberg, Patricia Achter
Mit gro­ßer Trau­er hat die Stadt Bam­berg die Nach­richt vom Tod Her­bert Blom­stedts auf­ge­nom­men. Der inter­na­tio­nal hoch­ge­schätz­te Diri­gent ver­starb am 4. Novem­ber 2026 im Alter von 99 Jah­ren in Göte­borg, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Mit ihm ver­liert die Musik­welt eine ihrer her­aus­ra­gen­den Per­sön­lich­kei­ten, die Stadt Bam­berg einen außer­ge­wöhn­li­chen Künst­ler und einen Men­schen, der ihr über mehr als vier Jahr­zehn­te in beson­de­rer Wei­se ver­bun­den war.

Her­bert Blom­stedt gehör­te zu den gro­ßen Diri­gen­ten­per­sön­lich­kei­ten des 20. und 21. Jahr­hun­derts. Sei­ne außer­ge­wöhn­li­che musi­ka­li­sche Auto­ri­tät, sei­ne tie­fe Kennt­nis der Par­ti­tu­ren und sei­ne von Beschei­den­heit, Mensch­lich­keit und uner­müd­li­cher Neu­gier gepräg­te Per­sön­lich­keit mach­ten ihn zu einer Aus­nah­me­erschei­nung des inter­na­tio­na­len Musik­le­bens. Bis ins höchs­te Alter stand er am Pult der bedeu­tends­ten Orches­ter der Welt und begeis­ter­te Musi­ke­rin­nen und Musi­ker eben­so wie das Publikum.

Eine ganz beson­de­re Bezie­hung ver­band Her­bert Blom­stedt mit den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern. Am 18. Dezem­ber 1982 diri­gier­te er das Orches­ter erst­mals. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich eine über Jahr­zehn­te gewach­se­ne künst­le­ri­sche Part­ner­schaft und per­sön­li­che Freund­schaft. In mehr als 200 gemein­sa­men Kon­zer­ten in Bam­berg, Deutsch­land und auf inter­na­tio­na­len Gast­spiel­rei­sen präg­te Blom­stedt den Klang und das künst­le­ri­sche Selbst­ver­ständ­nis des Orches­ters mit. Zugleich trug er als welt­weit gefei­er­ter Diri­gent wesent­lich dazu bei, den her­vor­ra­gen­den Ruf der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker als inter­na­tio­na­ler Kul­tur­bot­schaf­ter ihrer Hei­mat­stadt zu fes­ti­gen. Im Jahr 2006 ernann­te ihn das Orches­ter in Aner­ken­nung die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Ver­bun­den­heit zu sei­nem Ehrendirigenten.


OB Nie­der­mai­er: „Musi­ka­li­sche Sternstunden“

„Mit Her­bert Blom­stedt ver­lie­ren wir nicht nur einen der größ­ten Diri­gen­ten unse­rer Zeit, son­dern auch einen wun­der­ba­ren Men­schen und einen auf­rich­ti­gen Freund unse­rer Stadt. Über Jahr­zehn­te hin­weg hat er gemein­sam mit den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern musi­ka­li­sche Stern­stun­den geschaf­fen, die vie­len Men­schen unver­gess­lich blei­ben wer­den. Sei­ne Beschei­den­heit, sei­ne Herz­lich­keit und sei­ne tie­fe Lie­be zur Musik haben ihn eben­so aus­ge­zeich­net wie sei­ne außer­ge­wöhn­li­che künst­le­ri­sche Meis­ter­schaft. Her­bert Blom­stedt hat Bam­berg und sei­nem Orches­ter ein gro­ßes Geschenk gemacht: sei­ne Treue, sei­ne Freund­schaft und sei­ne Kunst“, wür­digt Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er den Verstorbenen.

Wie sehr Her­bert Blom­stedt mit Bam­berg ver­bun­den war, zeig­te sich auch im Sep­tem­ber 2024, als er sich auf Ein­la­dung der Stadt­spit­ze in das Gol­de­ne Buch der Stadt Bam­berg ein­trug. Mit die­ser beson­de­ren Ehrung brach­te die Stadt ihre Dank­bar­keit und Wert­schät­zung für einen Künst­ler zum Aus­druck, der das kul­tu­rel­le Leben Bam­bergs über Jahr­zehn­te berei­chert hat­te. Für Blom­stedt selbst war die Ver­bin­dung zu Bam­berg weit mehr als eine künst­le­ri­sche Zusam­men­ar­beit. Sie war getra­gen von gegen­sei­ti­gem Ver­trau­en, gro­ßer per­sön­li­cher Wert­schät­zung und einer gemein­sa­men, tie­fen Hin­ga­be an die Musik.

Sein musi­ka­li­sches Lebens­werk führ­te Her­bert Blom­stedt an die Spit­ze zahl­rei­cher renom­mier­ter Orches­ter, dar­un­ter die Staats­ka­pel­le Dres­den, das San Fran­cis­co Sym­pho­ny Orches­tra und das Gewand­haus­or­ches­ter Leip­zig. Als Gast­di­ri­gent war er unter ande­rem in Bos­ton, Chi­ca­go und Los Ange­les gefragt. Bei aller inter­na­tio­na­len Aner­ken­nung blieb er ein Künst­ler, dem es nie um die eige­ne Per­son, son­dern stets um die Musik ging. Sei­ne Inter­pre­ta­tio­nen waren von Klar­heit und einem tie­fen Respekt vor dem Werk der Kom­po­nis­ten geprägt. Gera­de die­se Hal­tung, ver­bun­den mit einer außer­ge­wöhn­li­chen mensch­li­chen Zuge­wandt­heit, mach­te ihn zu einem Vor­bild für Gene­ra­tio­nen von Musi­ke­rin­nen und Musikern.

Noch am 13. Dezem­ber 2025 war Her­bert Blom­stedt in der Bam­ber­ger Kon­zert- und Kon­gress­hal­le gemein­sam mit den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern zu erle­ben. Die­ser letz­te Bam­ber­ger Kon­zert­auf­tritt steht sinn­bild­lich für eine ein­zig­ar­ti­ge Lebens­leis­tung und eine künst­le­ri­sche Lei­den­schaft, die bis ins höchs­te Alter unge­bro­chen blieb.

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