Unter­neh­men sehen oft Män­gel bei Ausbildungsreife

Bewer­ber­man­gel bremst Aus­bil­dungs­markt in Ober­fran­ken aus

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Ausbildungsmarkt
Dr. Michael Waasner, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. Foto: Thorsten Ochs /Ochsenfoto
Die Rezes­si­on hat nach dem Arbeits- auch den Aus­bil­dungs­markt erreicht, wie die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth mit­teilt. Vie­len Unter­neh­men feh­le für eine Aus­bil­dung ein­fach die wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ve. Trotz­dem bleibt es für die Aus­bil­dungs­un­ter­neh­men die größ­te Her­aus­for­de­rung, über­haupt Aus­zu­bil­den­de zu fin­den, wie eine aktu­el­le Umfra­ge der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth unter ihren Mit­glieds­un­ter­neh­men deut­lich macht.

Die IHK-Umfra­ge zeigt: Nur 14 Pro­zent der Betrie­be wol­len zum Aus­bil­dungs­jahr 2025/​/​26 mehr Aus­bil­dungs­plät­ze schaf­fen als im Vor­jahr, 28 Pro­zent haben das Ange­bot ver­rin­gert. Haupt­grund sind feh­len­de wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven und finan­zi­el­le Mit­tel. „Das ver­schärft den Fach­kräf­te­man­gel wei­ter, denn auf einen Schul­ab­gän­ger kom­men aktu­ell fast zwei Baby-Boo­mer, die in den Ruhe­stand gehen“, macht Dr. Micha­el Waas­ner deut­lich, Prä­si­dent der IHK für Ober­fran­ken Bayreuth.

„Nicht besetz­te Aus­bil­dungs­plät­ze sind ein Rie­sen­pro­blem“, bestä­tigt Wolf­ram Brehm, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth. 57 Pro­zent der befrag­ten IHK-Aus­bil­dungs­be­trie­be haben für das Aus­bil­dungs­jahr 2025/​/​26 kei­ne ein­zi­ge Bewer­bung erhal­ten, bun­des­weit liegt der Anteil bei 48 Prozent.


Bes­se­re Rah­mend­be­din­gun­gen für Schu­len und Betrie­be gefordert

Neben dem Man­gel an Bewer­bun­gen sehen die Unter­neh­men auch Defi­zi­te bei der Aus­bil­dungs­rei­fe. Dr. Waas­ner: „Beson­ders wich­tig aus Sicht der Unter­neh­men sind dabei das Arbeits- und Sozi­al­ver­hal­ten, gefolgt von der grund­le­gen­den men­ta­len Leis­tungs­fä­hig­keit.“ Beson­ders häu­fig wer­den sei­tens der Aus­bil­de­rin­nen und Aus­bil­der Defi­zi­te bei Dis­zi­plin (63 Pro­zent) und Belast­bar­keit (59 Pro­zent) genannt. Dage­gen sind grund­le­gen­de IT- und Medi­en­kennt­nis­se (nur sechs Pro­zent mit Män­geln) und Team­fä­hig­keit (acht Pro­zent) meist aus­rei­chend vorhanden.

Vie­le Unter­neh­men for­dern eine bes­se­re Aus­stat­tung der Schu­len. 90 Pro­zent wün­schen sich mehr anwen­dungs­ori­en­tier­tes Ler­nen, zwei Drit­tel eine enge­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen Schu­le und Betrieb sowie mehr Inves­ti­tio­nen in Per­so­nal und Infrastruktur.

„Unse­re Unter­neh­men wol­len aus­bil­den. Dafür brau­chen Sie aber bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen“, so Dr. Waas­ner. „Es feh­len nicht nur kon­junk­tu­rel­le Impul­se. Unse­re Unter­neh­men müs­sen sich auch dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass die ange­hen­den Azu­bis in den all­ge­mein­bil­den­den Schu­len das not­wen­di­ge Rüst­zeug mit­be­kom­men. Enga­gier­te Leh­rer tref­fen viel zu oft auf eine inad­äqua­te tech­ni­sche und digi­ta­le Aus­stat­tung.“ Sowohl Schu­len als auch Unter­neh­men brau­chen dar­über hin­aus mehr Unter­stüt­zung bei der Inte­gra­ti­on von jun­gen Men­schen mit Migrationshintergrund.

Besorg­nis­er­re­gend ist die hohe Zahl an Jugend­li­chen, die ohne for­ma­le Qua­li­fi­ka­ti­on ins Berufs­le­ben star­ten wol­len. „Das hat sicher auch etwas damit zu tun, dass sich vie­le nicht gut in den Ange­bo­ten der Berufs­ori­en­tie­rung zurecht­fin­den“, so IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Brehm. Noch einen Schritt wei­ter geht IHK-Prä­si­dent Dr. Waas­ner: „Wir brau­chen daher eine ver­pflich­ten­de und pra­xis­ori­en­tier­te Berufs­ori­en­tie­rung als bun­des­wei­te Pflicht­auf­ga­be an allen Schu­len.“ Gym­na­si­en etwa dürf­ten nicht ein­sei­tig über das Stu­di­um, son­dern müss­ten auch über die guten Per­spek­ti­ven einer Aus­bil­dung informieren.


IHK-Aus­bil­dungs­Scouts brin­gen Pra­xis in die Schulen

„Eine beruf­li­che Aus­bil­dung bie­tet dank ihrer Durch­läs­sig­keit und den viel­fäl­ti­gen Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten mit Abschlüs­sen, die dem Bache­lor oder Mas­ter gleich­ge­stellt sind, eine ech­te Zukunfts­per­spek­ti­ve“, so Dr. Waas­ner. Umso wich­ti­ger sei es, dass Schul­ab­gän­ger die­ses Ange­bot auch kennen.

Mit den Aus­bil­dungs­Scouts gibt es auch sei­tens der IHK ein erfolg­rei­ches Ange­bot zur Berufs­ori­en­tie­rung. „Hier berich­ten ech­te Azu­bis aus der Regi­on über ihre Erfah­run­gen. Das ist Berufs­ori­en­tie­rung auf Augen­hö­he“, so Brehm.

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