Mit der offiziellen Einweihung des Bike-PV-Ports am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Bamberg Mitte Juni wurde eines der letzten Projekte des Förderprogramms „MitMachKlima“ erfolgreich abgeschlossen, wie die Stadt Bamberg. Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp nahm die solarbetriebene E‑Bike-Ladestation dabei offiziell in Betrieb – und löste zugleich eine augenzwinkernd angekündigte Wette ein. Sein E‑Bike konnte direkt vor Ort mit selbst erzeugtem Sonnenstrom geladen werden.
„Die Wette ist aufgegangen – mein E‑Bike lädt tatsächlich mit dem Strom, den die Schülerinnen und Schüler hier selbst erzeugen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Klimaschutz, Innovation und berufliche Bildung erfolgreich zusammenwirken können“, sagte Glüsenkamp bei der Einweihung. Nachdem die Förderperiode Ende 2025 ausgelaufen war, konnte die solarbetriebene E‑Bike-Ladestation nun offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.
Das Projekt verbindet nachhaltige Mobilität mit praxisnaher beruflicher Bildung. Herzstück ist eine autark arbeitende E‑Bike-Ladestation, die ihren Strom vollständig über eine Photovoltaikanlage auf dem Pavillon am Lehrerparkplatz erzeugt. Die Anlage arbeitet im Inselbetrieb und ist damit vollständig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. Der erzeugte Solarstrom wird gespeichert und direkt für die vier Ladepunkte genutzt.
Ergänzt wird die Anlage durch eine Werkzeugstation, Fahrradbügel sowie weiteres Zubehör. Für Ausbildungs- und Demonstrationszwecke wurden außerdem zwei unterschiedliche Speichersysteme – ein Lithium-Ionen-Akkusystem und ein Blei-Akkusystem – integriert. Dadurch lassen sich verschiedene Speichertechnologien im Unterricht anschaulich vermitteln und miteinander vergleichen.
Nicht nur technisch, sondern auch baulich stellte das Vorhaben besondere Anforderungen. Da sich unter dem Pavillon ein historischer Glockenstuhl aus dem 17. Jahrhundert befindet, musste dieser im Zuge der Bauarbeiten fachgerecht versetzt werden.
Von Beginn an war das Projekt als echtes Beteiligungsprojekt angelegt. Schülerinnen und Schüler waren bereits in die Projektentwicklung eingebunden und übernahmen anschließend Planung, Aufbau, Inbetriebnahme und Wartung der Anlage im Rahmen ihres regulären Unterrichts. Über zwei Schuljahre hinweg arbeiteten mehrere Ausbildungsgänge gemeinsam an der Umsetzung und entwickelten das Projekt kontinuierlich weiter.
Maßgeblich beteiligt waren zuletzt die angehenden Technikerinnen und Techniker der Fachschule für Mechatroniktechnik unter der Projektleitung von Antonia Engelbrecht und Mario Burkard. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Berufsgrundschuljahres Bau unter der Leitung von Bernd Hellgoth realisierten sie die abschließenden Arbeiten.
Die Gesamtkoordination des Projekts am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Bamberg übernahm Markus Grill mit Unterstützung der Schulleitung um Schulleiter OStD Christian Neubauer.
Zum erfolgreichen Abschluss des Projekts dankte die Schule insbesondere dem Förderprogramm „MitMachKlima“, dass die Umsetzung maßgeblich ermöglicht hat. Weitere wichtige Unterstützung leisteten die Ansprechpartner des Zweckverbands Berufsschulen Stadt und Landkreis Bamberg sowie Thomas Scholz vom kreiseigenen Hochbau.
Künftig kommt der Bike-PV-Port nicht nur den Schülerinnen und Schülern des Berufsschulzentrums zugute. Die Anlage soll zugleich als Demonstrationsobjekt für benachbarte Schulen dienen und zusätzliche Möglichkeiten für einen praxisnahen Unterricht in den Bereichen Elektrotechnik, Mechatronik, Informatik sowie Metall‑, Bau- und Holztechnik schaffen.
