Lau­ter neue Gesichter

Bro­se Bamberg

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Heimspiel von Brose Bamberg, 2019
Heimspiel von Brose Bamberg, 2019
Es ist höchs­te Zeit für einen Neu­an­fang und ein Come­back der ehe­ma­li­gen Bas­ket­ball­hoch­burg Bam­berg – natio­nal wie inter­na­tio­nal. Mit­te Okto­ber ging der neu­for­mier­te Kader der Bro­se Bam­berg wie­der auf Korbjagd.

Die letz­ten Jah­re boten den erfolgs­ver­wöhn­ten Fans von Bro­se Bam­berg nur weni­ge Glücks­mo­men­te, es über­wo­gen Durch­schnitts­auf­trit­te und manch­mal auch unmo­ti­vier­te Auf­trit­te auf dem Par­kett. Das soll sich nun von Grund auf ändern, die Mann­schaft wur­de bis auf Power For­ward Chris­ti­an Seng­fel­der kom­plett auf­ge­löst, an der Linie sol­len Chef­coach Johan Roi­jak­kers und sein Team für fri­schen Wind auf dem Feld sor­gen. Und die Fans drü­cken bereits einen Monat vor dem offi­zi­el­len Sai­son­be­ginn die Dau­men, dass dies den Ver­ant­wort­li­chen auch gelin­gen mag.

Am 24. August ver­sam­mel­te Johan Roi­jak­kers nach den obli­ga­to­ri­schen Medi­zin­checks die Mann­schaft erst­mals in der Trai­nings­hal­le. In der sie­ben­wö­chi­gen Vor­be­rei­tung stan­den und ste­hen rund 50 Trai­nings­ein­hei­ten und zehn Spie­le auf dem Pro­gramm. Neben den Tests gegen die BBL-Kon­kur­ren­ten aus unter ande­rem Ulm, Bay­reuth, Würz­burg und Mün­chen gibt es auch zwei Auf­ein­an­der­tref­fen mit inter­na­tio­na­len Top­mann­schaf­ten. Der 1. Spiel­tag in der Bas­ket­ball Cham­pions League war der 14. Okto­ber, die 1. Run­de im Magen­t­aS­port-BBL-Pokal wur­de vom 16. bis 18. Okto­ber aus­ge­spielt, die easy­Credit-BBL star­tet dann am 6. November.

Anfang August hat Bro­se Bam­berg mit Noren­se Odia­se den (vor­erst) letz­ten Neu­zu­gang für die Spiel­zeit 2020/​2021 ver­pflich­tet. Der 24-jäh­ri­ge, 2,03 Meter gro­ße und 113 Kilo­gramm schwe­re US-Cen­ter kam aus der G‑League von den Nort­hern Ari­zo­na Suns, dem Farm­team der Phoe­nix Suns und hat bei Bro­se einen Ein­jah­res­ver­trag unter­zeich­net. Johan Roi­jak­kers zeig­te sich begeis­tert: „Noren­se kommt aus einem her­vor­ra­gen­den Pro­gramm, hat mit Texas Tech die Finals erreicht. Wenn man ihn ver­pflich­tet, weiß man, dass man Defen­se und Reboun­ding bekommt. Er ist ein Spie­ler, der immer fürs Team, nie nur für sei­ne Stats spielt. Das ist enorm wichtig.“

Brose Bamberg: Christian Sengfelder, 2019
Chris­ti­an Seng­fel­der (links), 2019

Außer Chris­ti­an Seng­fel­der fin­den sich auf der Home­page von bro­se Bam­berg ansosn­ten lau­ter unbe­kann­te Gesich­ter. Die Namen soll­ten alle Fans schon ein­mal üben, denn auch wenn eine Spie­ler­vor­stel­lung mit Flam­men­säu­len und viel Tohu­wa­bo­hu in der Bro­se Are­na aktu­ell noch unvor­stell­bar erscheint, gehört dies doch zur Sai­son­vor­be­rei­tung der Fan­blocks und Bam­ber­ger TV-Zuschauer.

Wech­sel­haf­te Saisonvorbereitung

Bro­se Bam­berg muss­te sich im ers­ten Test­spiel ratio­pharm ulm mit 69:90 geschla­gen geben. Dafür ver­ant­wort­lich war vor allem das drit­te Vier­tel, das die Haus­her­ren mit 15:29 abga­ben, nach­dem sie zur Pau­se ledig­lich mit fünf Punk­ten zurück­la­gen (35:40). Bes­ter Bro­se-Wer­fer war Cha­se Fie­ler mit 15 Zäh­lern. Johan Roi­jak­kers ana­ly­sier­te ent­spannt: „In der aktu­el­len Pha­se ist ein Nega­tiv­lauf, wie wir ihn heu­te im drit­ten Vier­tel hat­ten, nicht über­ra­schend. Man hat gese­hen, dass Ulm bereits eini­ge Ein­hei­ten mehr und auch bereits ein Test­spiel absol­viert hat. Für uns ist es gut, dass uns solch ein Vier­tel bereits im ers­ten Spiel pas­siert ist. Dar­aus kön­nen wir ler­nen. Aber wir haben auch vie­le Din­ge gut gemacht.“

Eine Woche spä­ter zeig­te sich die mann­schaft bereits stark ver­bes­sert und gewann gegen medi bay­reuth mit 98:84. Vor allem in der ers­ten Halb­zeit spiel­ten die Haus­her­ren star­ken und mit­rei­ßen­den Bas­ket­ball, lagen ver­dient mit 55:36 vor­ne und lie­ßen sich die­sen Vor­sprung, trotz klei­ner Durch­hän­ger in Hälf­te zwei, nicht mehr nehmen.

Im Pokal nach Ulm

Bro­se Bam­berg spielt sei­ne Grup­pen­pha­se des Magen­t­aS­port-BBL-Pokals in Ulm. Das hat die Aus­lo­sung durch Stab­hoch­sprin­ger Bo Kan­da Lita Baeh­re erge­ben. Neben den Gast­ge­bern von ratio­pharm ulm trifft Bro­se noch auf die MHP RIESEN Lud­wigs­burg und s.Oliver Würz­burg. Da aller­dings die ratio­pharm are­na zum ers­ten Spiel­tag am 17. und 18. Okto­ber nicht bespiel­bar war, fand die­se Run­de in der Stadt­hal­le Wei­ßen­fels statt. Die Spiel­ta­ge zwei und drei gab es dann in Ulm, bevor es am ers­ten Novem­ber­wo­chen­en­de zum TopFour an einem noch zu bestim­men­den Aus­tra­gungs­ort kom­men wird. In der Grup­pen­pha­se spielt jede Mann­schaft ein­mal gegen jede ande­re, der Tabel­len­ers­te nimmt am TopFour teil.

Den Rei­ter auf der Brust

Mit dem Bam­ber­ger Rei­ter taucht in die­ser Sai­son das Wahr­zei­chen der Stadt auf dem Heim­tri­kot von Bro­se Bam­berg auf. Das Design kommt vom Fan­club Sek­ti­on Süd­block und ver­deut­licht, was im Bam­ber­ger Bas­ket­ball an ers­ter Stel­le steht: Fans, Stadt und Tradition.

Der Busi­ness Clubs lud sei­ne Unter­stüt­zer und Spon­so­ren nach Schloss Reich­manns­dorf zu einer Spie­ler­prä­sen­ta­ti­on und einem Aus­blick auf die kom­men­de Spiel­zeit ein. Bro­se-Bam­berg-Prä­si­dent Nor­bert Sie­ben blick­te dabei posi­tiv in die Zukunft. Der Bam­ber­ger Bas­ket­ball soll wie­der dort­hin zurück, wo er mehr als eine Deka­de war: in die Spit­zen­grup­pe der BBL. Und zurück in die Stadt, wie Geschäfts­füh­rer Phil­ipp Galew­ski ergänz­te. „Wir müs­sen wie­der enger zu den Fans“, erklär­te der 33-Jäh­ri­ge. „Wir benö­ti­gen wie­der mehr Identität.“

Heyder als Neuzugang

Gro­ße Freu­de herrsch­te bei den Freak-City-Fans über die Nach­richt, dass Wolf­gang Heyder wie­der für Bro­se Bam­berg aktiv wer­den wird. „Wir wol­len wie­der zu den bes­ten Bas­ket­ball­pro­gram­men Deutsch­lands zäh­len”, so „Mr. Bas­ket­ball“ Heyder bei der offi­zi­el­len Bekanntgabe.

Der 63-Jäh­ri­ge über­nimmt fort­an die Koor­di­na­ti­on des Jugend­pro­gramms, das in den Bro­se Bam­berg e.V. aus­ge­glie­dert wird, und soll dabei die Wei­chen für eine erfolg­rei­che Zukunft stel­len. „Ich war nach 2014 schon wei­ter­hin recht nah dran am Gesche­hen rund um den Bam­ber­ger Bas­ket­ball“, ver­rät Heyder und ergänzt: „In mei­ner Zeit in Erfurt habe ich Bun­des­li­ga­bas­ket­ball wie­der haut­nah erlebt, und durch mei­ne Tätig­keit beim Baye­ri­schen Bas­ket­ball Ver­band wuss­te ich recht genau, wie sich der Bam­ber­ger Nach­wuchs auf­stellt.“ In den ver­gan­ge­nen Jah­ren sei dabei aber nicht alles glatt gelau­fen. „Des­we­gen ist die Aus­gangs­la­ge jetzt auch alles ande­re als opti­mal und wir müs­sen uns wie­der auf die eigent­li­che Idee der Nach­wuchs­för­de­rung kon­zen­trie­ren.“ Kon­kret heißt das: „Dem loka­len Nach­wuchs von klein auf einen Weg auf­zei­gen, wie er sich bei uns ent­wi­ckeln kann. Unser Unter­bau soll dann aus loka­len Jungs bestehen.“

Der Fokus wird ver­stärkt auf der Regio­na­li­tät lie­gen. Über Koope­ra­ti­ons­part­ner und ande­re Bas­ket­ball­ver­ei­ne soll eine Struk­tur geschaf­fen wer­den, um in Zukunft wie­der eine höhe­re Talent­dich­te in den Nach­wuchs­mann­schaf­ten zu errei­chen. Dabei ste­hen den Jugend­li­chen auch wert­vol­le Tools zur Ver­fü­gung, von denen das Sport­in­ter­nat Auf­see­sia­num das wohl stärks­te sei, wie Heyder bestä­tigt: „Das Inter­nat ist eine der bes­ten Ein­rich­tun­gen in ganz Deutsch­land und bie­tet den jun­gen Spie­lern vie­le Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten. Die Kom­bi­na­ti­on aus Schu­le und opti­ma­len Trai­nings­be­din­gun­gen samt Fit­ness­raum und Trai­nings­hal­le sucht ihres­glei­chen. Da müs­sen wir es schaf­fen, mehr als fünf von zwölf mög­li­chen Plät­zen mit talen­tier­ten Spie­lern zu bele­gen. Die­se Auf­ga­be wer­den wir aber nicht von heu­te auf mor­gen lösen.“

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter: www.brosebamberg.de

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