Beer­di­gun­gen durch Ehrenamtliche

Ehren­amt­li­che als Begräb­nis­lei­tun­gen qualifiziert

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Ehrenamtliche
Beauftragungsfeier für ehrenamtliche Begräbnisleitungen, St. Bonifaz Nürnberg, 25. Juni 2026. Foto: Stadtkirche Nürnberg/Ferdinand Lenk
Das Erz­bis­tum Bam­berg hat in einem Pilot­pro­jekt erst­mals Ehren­amt­li­che zu Begräb­nis­lei­tun­gen aus­ge­bil­det, um Pas­to­ral­teams bei der Durch­füh­rung von Trau­er­fei­ern zu unter­stüt­zen und zu ent­las­ten, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Acht Teil­neh­men­de absol­vier­ten in den letz­ten Mona­ten ein Schu­lungs­pro­gramm mit Prä­senz­ta­gen, Online‑Modulen und Hos­pi­ta­tio­nen. Bei einer Beauf­tra­gungs­fei­er in St. Boni­faz Nürn­berg beka­men sie am Don­ners­tag von Erz­bi­schof Her­wig Gössl ihre Urkun­den über­reicht und kön­nen ab sofort Trau­er­fei­ern lei­ten. Beglei­tet wur­de die Aus­bil­dung von erfah­re­nen Seel­sor­gern, die den Ehren­amt­li­chen auch künf­tig als Super­vi­so­ren zur Sei­te ste­hen. Die Inhal­te des Kur­ses reich­ten von lit­ur­gi­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Grund­la­gen über die Gestal­tung von Anspra­chen bis hin zur Trauerbegleitung.

Vor dem Hin­ter­grund sin­ken­der Zah­len haupt­amt­li­cher Seel­sor­ger und gleich­zei­tig stei­gen­der Bestat­tungs­zah­len ver­fol­ge das Erz­bis­tum einen pra­xis­ori­en­tier­ten Ansatz, um die pas­to­ra­len Kapa­zi­tä­ten in den Gemein­den zu sichern, erklärt Andre­as Lurz, Lei­ter des Aus­bil­dungs­kur­ses und Nürn­ber­ger Stadt­de­kan. „Da Begräb­nis­lei­tun­gen kei­ne Sakra­men­te spen­den, darf die­ser Dienst von ehren­amt­li­chen Kräf­ten über­nom­men wer­den“, so Lurz. Die Men­schen in den Gemein­den könn­ten und woll­ten Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Die durch­lau­fe­ne Qua­li­fi­zie­rung sol­le sicher­stel­len, dass dies fach­lich fun­diert und ein­fühl­sam geschieht, sagt der Ausbildungsleiter.

Neben Ein­hei­ten zu lit­ur­gi­schen Grund­la­gen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen setz­te der Kurs bewusst auf prak­ti­sche Lern­for­men: Die Teil­neh­men­den arbei­te­ten an fik­ti­ven Trau­er­fäl­len, ver­fass­ten Anspra­chen, wähl­ten Lied­gut aus und prob­ten den Ablauf von Fei­ern — sowohl in der Aus­seg­nungs­hal­le als auch am Grab. Ergänzt wur­den die Übun­gen durch seel­sor­ger­li­che Anlei­tung, Gesprä­che zur Trau­er­psy­cho­lo­gie und Refle­xi­on per­sön­li­cher Motivationen.

Die Nürn­ber­ge­rin Syl­via Sup­p­mann kam durch ihre eige­ne Lebens­ge­schich­te auf die Idee, Begräb­nis­lei­te­rin zu wer­den: „Mein ers­ter Todes­fall war mei­ne Mut­ter – da war ich 20“, erzählt sie im Gespräch. Spä­ter starb ihr Mann und hin­ter­ließ drei gemein­sa­me Kin­der. Bewäl­tigt hat Sup­p­mann die­se schwe­re Zeit durch ihren Glau­ben. Die­se Erfah­run­gen möch­te sie nun in die Arbeit mit ande­ren Trau­ern­den ein­brin­gen, zu der sie sich mitt­ler­wei­le immer stär­ker beru­fen fühlt: „Ich möch­te erspü­ren, was die Ange­hö­ri­gen gera­de brau­chen – und ihnen Hoff­nung mitgeben.“

Für Aus­bil­dungs­lei­ter Lurz steht fest, dass die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten des Pilot­kur­ses hoch­mo­ti­viert sind, ihren Dienst „aus einer tie­fen inne­ren Über­zeu­gung her­aus“ antre­ten und eine Berei­che­rung für die Seel­sor­ge vor Ort dar­stel­len. Das Erz­bis­tum plant eine Eva­lua­ti­on des Pro­jekts hin­sicht­lich der Über­trag­bar­keit auf ande­re Regio­nen, des Schu­lungs­be­darfs und der Betreu­ungs­struk­tu­ren für Ehren­amt­li­che. Bei posi­ti­ven Erfah­run­gen wird es aller Vor­aus­sicht nach schon bald wei­te­re Aus­bil­dungs­kur­se für ehren­amt­li­che Begräb­nis­lei­tun­gen geben.

Bei der Beauf­tra­gungs­fei­er bezeich­ne­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl den Dienst am Grab als einen beson­ders sen­si­blen Moment kirch­li­chen Han­delns. Wer sich dafür aus­bil­den las­se, schen­ke den Trau­ern­den Zeit, Nähe und Hoff­nung – und leis­te damit „einen unschätz­ba­ren Bei­trag für unse­re Seel­sor­ge“, so Gössl. Der Erz­bi­schof dank­te den ehren­amt­li­chen Begräb­nis­lei­tun­gen für ihr Enga­ge­ment, wel­ches zei­ge, wie sehr Ver­ant­wor­tung und wich­ti­ge Auf­ga­ben der Seel­sor­ge in den Gemein­den von den Gläu­bi­gen mit­ge­tra­gen wer­den. Ohne die Mit­hil­fe von Ehren­amt­li­chen sei pas­to­ra­le Arbeit „nicht mehr denk­bar und auch nicht wün­schens­wert“, sag­te der Erzbischof.

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