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Erzbischof

Beer­di­gun­gen durch Ehrenamtliche

Ehren­amt­li­che als Begräb­nis­lei­tun­gen qualifiziert

Das Erz­bis­tum Bam­berg hat in einem Pilot­pro­jekt erst­mals Ehren­amt­li­che zu Begräb­nis­lei­tun­gen aus­ge­bil­det, um Pas­to­ral­teams bei der Durch­füh­rung von Trau­er­fei­ern zu unter­stüt­zen und zu ent­las­ten, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Acht Teil­neh­men­de absol­vier­ten in den letz­ten Mona­ten ein Schu­lungs­pro­gramm mit Prä­senz­ta­gen, Online‑Modulen und Hos­pi­ta­tio­nen. Bei einer Beauf­tra­gungs­fei­er in St. Boni­faz Nürn­berg beka­men sie am Don­ners­tag von Erz­bi­schof Her­wig Gössl ihre Urkun­den über­reicht und kön­nen ab sofort Trau­er­fei­ern lei­ten. Beglei­tet wur­de die Aus­bil­dung von erfah­re­nen Seel­sor­gern, die den Ehren­amt­li­chen auch künf­tig als Super­vi­so­ren zur Sei­te ste­hen. Die Inhal­te des Kur­ses reich­ten von lit­ur­gi­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Grund­la­gen über die Gestal­tung von Anspra­chen bis hin zur Trauerbegleitung.

Vor dem Hin­ter­grund sin­ken­der Zah­len haupt­amt­li­cher Seel­sor­ger und gleich­zei­tig stei­gen­der Bestat­tungs­zah­len ver­fol­ge das Erz­bis­tum einen pra­xis­ori­en­tier­ten Ansatz, um die pas­to­ra­len Kapa­zi­tä­ten in den Gemein­den zu sichern, erklärt Andre­as Lurz, Lei­ter des Aus­bil­dungs­kur­ses und Nürn­ber­ger Stadt­de­kan. „Da Begräb­nis­lei­tun­gen kei­ne Sakra­men­te spen­den, darf die­ser Dienst von ehren­amt­li­chen Kräf­ten über­nom­men wer­den“, so Lurz. Die Men­schen in den Gemein­den könn­ten und woll­ten Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Die durch­lau­fe­ne Qua­li­fi­zie­rung sol­le sicher­stel­len, dass dies fach­lich fun­diert und ein­fühl­sam geschieht, sagt der Ausbildungsleiter.

Neben Ein­hei­ten zu lit­ur­gi­schen Grund­la­gen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen setz­te der Kurs bewusst auf prak­ti­sche Lern­for­men: Die Teil­neh­men­den arbei­te­ten an fik­ti­ven Trau­er­fäl­len, ver­fass­ten Anspra­chen, wähl­ten Lied­gut aus und prob­ten den Ablauf von Fei­ern — sowohl in der Aus­seg­nungs­hal­le als auch am Grab. Ergänzt wur­den die Übun­gen durch seel­sor­ger­li­che Anlei­tung, Gesprä­che zur Trau­er­psy­cho­lo­gie und Refle­xi­on per­sön­li­cher Motivationen.

Die Nürn­ber­ge­rin Syl­via Sup­p­mann kam durch ihre eige­ne Lebens­ge­schich­te auf die Idee, Begräb­nis­lei­te­rin zu wer­den: „Mein ers­ter Todes­fall war mei­ne Mut­ter – da war ich 20“, erzählt sie im Gespräch. Spä­ter starb ihr Mann und hin­ter­ließ drei gemein­sa­me Kin­der. Bewäl­tigt hat Sup­p­mann die­se schwe­re Zeit durch ihren Glau­ben. Die­se Erfah­run­gen möch­te sie nun in die Arbeit mit ande­ren Trau­ern­den ein­brin­gen, zu der sie sich mitt­ler­wei­le immer stär­ker beru­fen fühlt: „Ich möch­te erspü­ren, was die Ange­hö­ri­gen gera­de brau­chen – und ihnen Hoff­nung mitgeben.“

Für Aus­bil­dungs­lei­ter Lurz steht fest, dass die Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten des Pilot­kur­ses hoch­mo­ti­viert sind, ihren Dienst „aus einer tie­fen inne­ren Über­zeu­gung her­aus“ antre­ten und eine Berei­che­rung für die Seel­sor­ge vor Ort dar­stel­len. Das Erz­bis­tum plant eine Eva­lua­ti­on des Pro­jekts hin­sicht­lich der Über­trag­bar­keit auf ande­re Regio­nen, des Schu­lungs­be­darfs und der Betreu­ungs­struk­tu­ren für Ehren­amt­li­che. Bei posi­ti­ven Erfah­run­gen wird es aller Vor­aus­sicht nach schon bald wei­te­re Aus­bil­dungs­kur­se für ehren­amt­li­che Begräb­nis­lei­tun­gen geben.

Bei der Beauf­tra­gungs­fei­er bezeich­ne­te Erz­bi­schof Her­wig Gössl den Dienst am Grab als einen beson­ders sen­si­blen Moment kirch­li­chen Han­delns. Wer sich dafür aus­bil­den las­se, schen­ke den Trau­ern­den Zeit, Nähe und Hoff­nung – und leis­te damit „einen unschätz­ba­ren Bei­trag für unse­re Seel­sor­ge“, so Gössl. Der Erz­bi­schof dank­te den ehren­amt­li­chen Begräb­nis­lei­tun­gen für ihr Enga­ge­ment, wel­ches zei­ge, wie sehr Ver­ant­wor­tung und wich­ti­ge Auf­ga­ben der Seel­sor­ge in den Gemein­den von den Gläu­bi­gen mit­ge­tra­gen wer­den. Ohne die Mit­hil­fe von Ehren­amt­li­chen sei pas­to­ra­le Arbeit „nicht mehr denk­bar und auch nicht wün­schens­wert“, sag­te der Erzbischof.

„Die Lie­be rech­net nicht“

Erz­bi­schof Gössl weiht Dani­el Hart­mann im Bam­ber­ger Dom zum Priester

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am gest­ri­gen Sams­tag den 26-jäh­ri­gen Dani­el Hart­mann zum Pries­ter geweiht, wie das Erz­bi­schöf­li­che Ordi­na­ri­at Bam­berg mit­teilt. In dem fei­er­li­chen Wei­he­got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom rief Gössl den Neu­pries­ter dazu auf, sei­nen Dienst aus einer Hal­tung der selbst­lo­sen Lie­be her­aus zu leben.

„Die Lie­be rech­net nicht. Sie gibt im Über­maß, reich­lich mit Segen“, zitier­te der Erz­bi­schof in sei­ner Pre­digt den Apos­tel Pau­lus. Dani­el Hart­mann stel­le sich mit der Pries­ter­wei­he ganz in den Dienst Got­tes und der Men­schen. „Sie geben sich und Ihr gan­zes Leben hin­ein in den pries­ter­li­chen Dienst – aus Lie­be zu Gott und zu sei­nem Volk“, sag­te Gössl. „Sie rech­nen nicht nach, wie­viel Lie­be man Gott ent­ge­gen­brin­gen kann und wie­viel Lie­be noch übrig bleibt nach Abzug von Gewalt­ak­ten, Krie­gen und per­sön­li­chen Ent­täu­schun­gen.“ Wer so rech­ne, kön­nen einen sol­chen Schritt der Hin­ga­be nicht gehen.

Zugleich ver­schwieg der Erz­bi­schof die schwie­ri­ge Situa­ti­on der Kir­che nicht: „Wir sind als Kir­che im Ab- und Umbau, und die­se Rea­li­tät zerrt an den Ner­ven von vie­len.“ Den­noch blei­be er über­zeugt, dass Chris­tus sei­ne Kir­che lei­te und sei­ne Lie­be durch das Wir­ken der Gläu­bi­gen Frucht bringe.

Gössl rief den Neu­pries­ter auf, sich nicht von den Her­aus­for­de­run­gen des kirch­li­chen Diens­tes ent­mu­ti­gen zu las­sen. Das Kreuz sei nicht nur Zei­chen von Leid, son­dern vor allem Aus­druck der Lie­be Got­tes und der Hoff­nung auf neu­es Leben. Der pries­ter­li­che Dienst tra­ge dazu bei, die Welt zu mehr Lie­be, Gerech­tig­keit und Frie­den zu bewegen.

Abschlie­ßend sprach der Erz­bi­schof die Hoff­nung aus, dass sich wie­der mehr jun­ge Men­schen zum Dienst in der Kir­che beru­fen füh­len. Er bete dar­um, „dass immer mehr jun­ge Men­schen, berührt von der Freund­schaft zu Chris­tus, sei­nem Ruf in die Diens­te und Ämter der Kir­che folgen“.

Der Neu­pries­ter stammt aus Her­zo­gen­au­rach, trat 2019 ins Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar ein und begann zeit­gleich das Theo­lo­gie­stu­di­um in Würz­burg. Von 2021 bis 2022 absol­vier­te er zwei Frei­se­mes­ter in Rom und setz­te das Stu­di­um anschlie­ßend in Mün­chen fort. Seit 2024 absol­vier­te er sei­nen Pas­to­ral­kurs im Seel­sor­ge­be­reich Ans­bach Stadt und Land, im Sep­tem­ber 2025 wur­de er zum Dia­kon geweiht.

Als Pri­miz­spruch wähl­te der 26-Jäh­ri­ge den Bibel­vers „Fürch­te dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich beim Namen geru­fen, du bist mein“ (Jes 43,1). Nach der Wei­he wird er zunächst eine Ver­tre­tung im Kli­ni­kum Bam­berg als Kran­ken­haus­seel­sor­ger über­neh­men und anschlie­ßend sei­ne ers­te Kaplan­stel­le in Ans­bach antreten.

Alte Ver­bin­dung zwi­schen den Bischofs­städ­ten wird neu belebt

Bam­ber­ger Hein­rich-Reli­quie an das Straß­bur­ger Müns­ter übergeben

Eine Reli­quie des Hei­li­gen Kai­sers Hein­rich II. ist im Auf­trag des Bam­ber­ger Erz­bi­schofs Her­wig Gössl an das Straß­bur­ger Müns­ter über­ge­ben wor­den, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mit­teilt. Damit wur­den die his­to­ri­schen Ver­bin­dun­gen zwi­schen bei­den Kathe­dral­städ­ten mehr als 1000 Jah­re nach der Zeit des Kai­sers neu belebt.

Hein­rich II., letz­ter Herr­scher aus dem otto­ni­schen Geschlecht, hat­te im 11. Jahr­hun­dert sowohl in Bam­berg als auch in Straß­burg deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen. Bei­de Städ­te sol­len zu sei­nen Lieb­lings­or­ten gehört haben. Inten­siv för­der­te er die Grün­dung des Bis­tums Bam­berg im Jahr 1007 und den Bau des ers­ten Domes, der 1012 geweiht wur­de. Auch in Straß­burg unter­stütz­te er 1015 maß­geb­lich den Bau der Kathe­dra­le. Nach der Über­lie­fe­rung soll er dort län­ge­re Zeit ver­weilt und an den Kapi­tel­s­mes­sen teil­ge­nom­men haben. Ein Kai­ser­fens­ter im Straß­bur­ger Müns­ter erin­nert bis heu­te an die Rol­le Hein­richs II. beim Bau und den Straß­bur­ger Bischof Wer­ner von Habs­burg, mit dem er freund­schaft­lich ver­bun­den war.


Par­ti­kel mit bischöf­li­cher Authen­tik ver­se­hen wur­de nach Straß­burg gebracht

Umge­kehrt ist die Prä­senz des Straß­bur­ger Bischofs auch für den Papst­be­such in Bam­berg im Jahr 1020 ver­brieft. Die engen Bezie­hun­gen zwi­schen bei­den Bischofs­städ­ten waren längst in Ver­ges­sen­heit gera­ten und leben mit der Reli­qui­en­über­tra­gung neu auf.

Die Initia­ti­ve dazu ging vom Straß­bur­ger Dom­pfar­rer Didier Munt­zin­ger aus, der zum 750. Jubi­lä­um der Lau­ren­ti­us­ka­pel­le deren Altar neu­ge­stal­ten ließ. Bei einem Dom­bau­meis­ter­tref­fen in Bam­berg ent­stand der Kon­takt zum Erz­bis­tum. „Es war uns eine gro­ße Freu­de, eine Hein­richs­re­li­quie nach Straß­burg zu geben“, sag­te Erz­bi­schof Gössl. „So sind wir durch den hei­li­gen Hein­rich noch tie­fer mit den Schwes­tern und Brü­dern in Straß­burg ver­bun­den.“ In Straß­burg wur­de die Reli­quie mit freu­di­ger Dank­bar­keit ent­ge­gen­ge­nom­men und als Zei­chen euro­päi­scher Gemein­schaft der Kir­che und der Gläu­bi­gen gewertet.

Die Reli­quie, ein win­zi­ges Frag­ment eines Ober­schen­kel­kno­chens des Hei­li­gen Kai­sers, stammt aus dem Bam­ber­ger Dom­schatz. Nach der Hei­lig­spre­chung Hein­richs 1146 wur­den sei­ne Gebei­ne in vie­le Kir­chen Euro­pas über­führt. Ein grö­ße­rer Teil­kno­chen war im 19. Jahr­hun­dert an ein päpst­li­ches Kol­leg in Rom gelangt und kehr­te erst 2024 nach Bam­berg zurück. Das Gegen­stück war in der Sakris­tei des Bam­ber­ger Doms ver­wahrt wor­den. Nach der Zusam­men­füh­rung waren bei­de Gebei­ne im Febru­ar 2025 im Kai­ser­grab bei­gesetzt wor­den, bis auf ein klei­nes Frag­ment, das für künf­ti­ge Reli­qui­en­an­fra­gen zurück­ge­hal­ten wur­de. Ein sol­cher Par­ti­kel wur­de nun mit bischöf­li­cher Authen­tik ver­se­hen und mit einem Sie­gel des Erz­bi­schofs nach Straß­burg gebracht. Die Ein­set­zung in den neu­en Altar der Lau­ren­ti­us­ka­pel­le erfolg­te am 25. Okto­ber 2025.

„Schen­ken Sie den Men­schen Hoff­nung und Licht!“

Erz­bi­schof Gössl weiht vier Män­ner aus dem Erz­bis­tum Bam­berg zu Stän­di­gen Diakonen

Bei einem fei­er­li­chen Wei­he­got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom hat Erz­bi­schof Her­wig Gössl am Sams­tag Dr. Johan­nes Kraus, Chris­ti­an Kainz­bau­er-Wütig, Mar­kus Eberl sowie Mar­tin Wol­ters in ihrem Amt als Stän­di­ge Dia­ko­ne bestä­tigt und die Bedeu­tung der Dia­ko­nen­wei­he für die Ver­kün­di­gung der christ­li­chen Hoff­nung unterstrichen.

In sei­ner Pre­digt beton­te Erz­bi­schof Gössl, dass Dia­ko­ne nicht nur in der Lit­ur­gie, son­dern auch im täg­li­chen Leben das Wort Got­tes ver­kün­den sol­len, „durch ihre Taten und ihre Hal­tung“. Dia­ko­ne sei­en dazu auf­ge­ru­fen, nicht nur Wor­te der Hoff­nung zu spre­chen, son­dern auch als Pil­ger der Hoff­nung vor­an­zu­ge­hen und die Men­schen zu inspi­rie­ren: „In der Art und Wei­se, wie sie leben, wie sie in ihrem Beruf und in ihrer Frei­zeit mit Men­schen umge­hen, soll ables­bar sein, wel­che Bot­schaft Dia­ko­ne ver­kün­den und wel­chen Hori­zont der Hoff­nung unser christ­li­cher Glau­be auf­tut“, so Gössl.

Die wah­re Hoff­nung, die Chris­ten in die Welt tra­gen, zeich­ne sich nicht allei­ne durch gute Stim­mung oder unge­trüb­ten Opti­mis­mus aus, sag­te der Erz­bi­schof. Statt­des­sen sei die Hoff­nung, die durch den Glau­ben an die Auf­er­ste­hung Jesu Chris­ti geschenkt wird, eine tief­grün­di­ge und tra­gen­de Hoff­nung, die spür­bar macht, dass es immer Raum zum Han­deln gibt, „auch ange­sichts bedrü­cken­der und bedroh­li­cher Situationen“.

Gössl hob her­vor, dass wir in einer Zeit leben, in denen vie­le Leu­te von Ängs­ten umge­trie­ben wer­den: „vor dem Krieg, vor der Kli­ma­ka­ta­stro­phe, vor dem sozia­len Käl­te­ein­bruch, vor der Mani­pu­lier­bar­keit durch Des­po­ten oder durch die KI“. Umso wich­ti­ger sei es, in die­sem Kli­ma Hoff­nung zu ver­mit­teln und Mut zu machen. Dia­ko­ne sol­len den Bedürf­ti­gen, Lei­den­den und Suchen­den bei­ste­hen und dabei die christ­li­che Bot­schaft der Ver­söh­nung und des Frie­dens weitertragen.

Dr. Johan­nes Kraus ist 37 Jah­re alt, kommt aus Kers­bach bei Neun­kir­chen am Sand im Seel­sor­ge­be­reich Peg­nitz­tal und arbei­tet als Pro­jekt­ma­na­ger. Chris­ti­an Kainz­bau­er-Wütig ist 55 Jah­re alt, Ordi­na­ri­ats­rat sowie Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung Außer­schu­li­sche Bil­dung und wohnt in Bisch­berg im Seel­sor­ge­be­reich Main-Aurach.

Mar­kus Eberl ist 58 Jah­re alt und arbei­tet als Notar in Bay­reuth, sei­ne Hei­mat­pfar­rei ist die Gemein­de Hei­lig Kreuz im Seel­sor­ge­be­reich Bay­reuth. Mar­tin Wol­ters ist 54 Jah­re alt und arbei­tet als Elek­tro­in­ge­nieur in Nürn­berg, wo er sich in der Pfar­rei St. Micha­el im Seel­sor­ge­be­reich Nürn­berg Mit­te-Nord-West engagiert.

Die vier Geweih­ten wer­den künf­tig in ihren jewei­li­gen Seel­sor­ge­be­rei­chen als Dia­ko­ne im Zivil­be­ruf ein­ge­setzt, um die Teams vor Ort zu unter­stüt­zen und leben­di­ges Zeug­nis für eine dia­ko­ni­sche Kir­che zu sein. Bereits im letz­ten Jahr wur­den vier Män­ner zu Dia­ko­nen geweiht, so dass die Stän­di­gen Dia­ko­ne unter den Berufs­grup­pen der pas­to­ra­len Diens­te den stärks­ten Zuwachs ver­zeich­nen. Im Erz­bis­tum Bam­berg gibt es mit den Neu­ge­weih­ten ins­ge­samt 58 Stän­di­ge Diakone.

„Wir müs­sen mit­ein­an­der im Gespräch blei­ben, ohne zu streiten“

Erz­bi­schof Gössl besucht Vieh­be­trieb in Medlitz

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat beim Besuch eines ober­frän­ki­schen Bau­ern­hofs die Ver­ant­wor­tung der Land­wir­te für Kli­ma- und Umwelt­schutz betont und ihre Leis­tung für eine regio­na­le Lebens­mit­tel­ver­sor­gung gewürdigt.

Auf dem Hof der Fami­lie Böh­mer im Rat­tels­dor­fer Orts­teil Med­litz tausch­te sich Gössl am Mitt­woch mit Land­wir­ten und Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des Baye­ri­schen Bau­ern­ver­bands (BBV) über aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen der Land­wirt­schaft aus.

Land­wirt Dani­el Böh­mer schil­der­te bei einem Rund­gang die zuneh­men­de Belas­tung vie­ler Betrie­be durch wach­sen­de Büro­kra­tie. „Es dau­ert zwei Wochen, die Dün­ge­mit­tel­be­darfs­er­mitt­lung oder die Arz­nei­mit­tel­do­ku­men­ta­ti­on im Sin­ne der Vor­schrif­ten zu erle­di­gen“, klag­te Böh­mer. Sein Vater, Seni­or­chef Edgar Böh­mer, ergänz­te: „Frü­her ver­brach­te der Bau­er den Sonn­tag­vor­mit­tag in der Kir­che und beim Früh­schop­pen, heu­te sitzt er im Büro und erle­digt Papierkram.“

Der ober­frän­ki­sche Bau­ern­prä­si­dent Her­mann Greif warn­te, die stei­gen­den Auf­la­gen belas­te­ten vie­le Land­wir­te auch psy­chisch. Ein land­wirt­schaft­li­cher Betrieb kön­ne nicht ein­fach sei­nen Pro­duk­ti­ons­stand­ort ver­la­gern, sag­te Greif und beton­te, die regio­na­le Lebens­mit­tel­ver­sor­gung sei sehr wich­tig für ein gutes Leben. Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher müss­ten als All­tags­kom­pe­tenz ler­nen, mit Lebens­mit­teln ver­ant­wor­tungs­voll umzu­ge­hen. Rund 59 Pro­zent der jähr­lich anfal­len­den 6,5 Mil­lio­nen Ton­nen Lebens­mit­tel­ab­fäl­le ent­stün­den in pri­va­ten Haus­hal­ten, nur zwei Pro­zent in der Landwirtschaft.


Bau­ern­hof der Fami­lie Böh­mer bewirt­schaf­tet rund 130 Milchkühe

Greif bot an, die Fach­kom­pe­tenz der Land­wir­te auch in kirch­li­che Dis­kus­sio­nen über Nach­hal­tig­keit und Schöp­fungs­ver­ant­wor­tung ein­zu­brin­gen. Bezirks­bäue­rin Bea­te Opel wand­te sich gegen pau­scha­le Vor­ur­tei­le in der Öffent­lich­keit bei den The­men Pflan­zen­schutz und Düngung.

Gössl zeig­te in einem anschlie­ßen­den Gespräch gro­ßes Ver­ständ­nis für die Sor­gen und Belas­tun­gen der Land­wir­te. „Büro­kra­ti­sche Vor­schrif­ten dür­fen nicht von grund­sätz­li­chem Miss­trau­en geprägt sein. Ver­trau­en ist eine christ­li­che Grund­hal­tung“, sag­te er. Zugleich beton­te er, vie­le Rege­lun­gen hät­ten im Sin­ne des Ver­brau­cher­schut­zes ihre Berech­ti­gung. Par­al­le­len sieht Gössl zwi­schen Kir­che und Land­wirt­schaft: In bei­den Berei­chen gehe Erfah­rungs­wis­sen ver­lo­ren, und der Ver­wal­tungs­auf­wand auf­grund staat­li­cher Vor­ga­ben neh­me zu.

„Ich bewun­de­re das Enga­ge­ment der Land­wir­te, sie­ben Tage die Woche für ihren Betrieb zu arbei­ten. Das ist heu­te nur noch schwer zu ver­mit­teln“, sag­te Gössl. Auch in der Kir­che gebe es unter­schied­li­che Posi­tio­nen zu bio­lo­gi­scher und kon­ven­tio­nel­ler Land­wirt­schaft. „Wir müs­sen mit­ein­an­der im Gespräch blei­ben, ohne zu strei­ten“, beton­te er. Zu einer gesun­den Ernäh­rung gehör­ten gute land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­te. „Gesun­de Ernäh­rung heißt nicht, mehr Fleisch zu essen. Aber die Brat­wurst müs­sen wir des­halb auch nicht verbieten.“

Der Bau­ern­hof von Edgar und Dani­el Böh­mer bewirt­schaf­tet rund 130 Milch­kü­he, die mit zwei Melk­ro­bo­tern gemol­ken wer­den, sowie eine eige­ne Bio­gas­an­la­ge. Die Fami­lie setzt auf eine Kom­bi­na­ti­on aus Milch­vieh­hal­tung, Markt­frucht­an­bau und Ener­gie­ge­win­nung – ein Bei­spiel für nach­hal­ti­ge Kreis­lauf­wirt­schaft, wie der Bau­ern­ver­band betonte.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl wür­digt Enga­ge­ment für Demo­kra­tie und Menschenrechte

Baye­ri­scher Ver­fas­sungs­or­den für CPH-Direk­tor Sieg­fried Grillmeyer

Für sein her­aus­ra­gen­des Enga­ge­ment in der Demo­kra­tie­bil­dung ist der Direk­tor der Nürn­ber­ger Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH), Sieg­fried Grill­mey­er, mit dem Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­or­den aus­ge­zeich­net worden.

„Die aus­ge­zeich­ne­ten Per­sön­lich­kei­ten leben die Wer­te unse­rer Ver­fas­sung jeden Tag aufs Neue. Das ist ent­schei­dend für unse­re Demo­kra­tie, gera­de in die­sen her­aus­for­dern­den Zei­ten.“ Mit die­sen Wor­ten wür­dig­te Land­tags­prä­si­den­tin Ilse Aigner wür­dig­te den 55-Jäh­ri­gen Direk­tor der Nürn­ber­ger Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH), Sieg­fried Grill­mey­er, sowie die 43 wei­te­ren mit dem Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­or­den Ausgezeichneten.

Erz­bi­schof Her­wig Gössl, der bei der Ver­lei­hung im Münch­ner Land­tag anwe­send war, dank­te Grill­mey­er dafür, dass er im CPH den Schwer­punkt poli­ti­sche Bil­dung stets ver­tieft und aus­ge­baut habe. Gera­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren habe er sich uner­müd­lich dafür ein­ge­setzt, Men­schen für poli­ti­sche Bil­dung und den poli­ti­schen Dia­log zu bewe­gen, um der zuneh­men­den Pola­ri­sie­rung und der Spal­tung in der Gesell­schaft ent­ge­gen zu wir­ken. Als Mit­be­grün­der des Kom­pe­tenz­zen­trums für Demo­kra­tie und Men­schen­wür­de der katho­li­schen Kir­che in Bay­ern ste­he er für den Ein­satz der Chris­ten gegen extre­mis­ti­sche Ten­den­zen, Ras­sis­mus, Natio­na­lis­mus und Anti­se­mi­tis­mus. Gössl hob auch die zahl­rei­chen ehren­amt­li­chen Tätig­kei­ten her­vor, in denen sich Grill­mey­er für die poli­ti­sche Bil­dung, Demo­kra­tie und Men­schen­wür­de engagiere.

Grill­mey­er selbst zeig­te sich erfreut über die Aner­ken­nung, die er stell­ver­tre­tend für sei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ent­ge­gen­neh­me. „Das gan­ze CPH-Team lebt den Bil­dungs­auf­trag und setzt sich uner­müd­lich auf viel­fäl­tigs­te Wei­se für Demo­kra­tie und gegen Men­schen­feind­lich­keit jeg­li­cher Art ein.“

Der pro­mo­vier­te His­to­ri­ker enga­giert sich seit 1999 im Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus, zunächst als Bil­dungs­re­fe­rent an der Jugend­aka­de­mie CPH, dann ab 2000 als Lei­ter der Jugend­aka­de­mie. Seit 2008 ist er Direk­tor der Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus sowie Geschäfts­füh­rer der Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus gGmbH sowie der CPH Ser­vice GmbH.

Neben sei­ner beruf­li­chen Tätig­keit ist er in zahl­rei­chen Gre­mi­en aktiv, unter ande­rem ist er Grün­dungs­mit­glied der Alli­anz gegen Rechts­extre­mis­mus in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg und des Ver­eins zur För­de­rung demo­kra­ti­scher Wer­te in der Metro­pol­re­gi­on Nürnberg.

Der Baye­ri­sche Land­tag ehrt mit dem Ver­fas­sungs­or­den Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich aktiv für die Wer­te der Baye­ri­schen Ver­fas­sung enga­gie­ren. Die Aus­zeich­nung wur­de als Baye­ri­sche Ver­fas­sungs­me­dail­le am 1. Dezem­ber 1961 vom dama­li­gen Land­tags­prä­si­den­ten Rudolf Hanau­er gestif­tet. Seit 60 Jah­ren ist sie öffent­li­che Aner­ken­nung für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich her­aus­ra­gend für das Gemein­wohl enga­gie­ren und damit die Wer­te der Baye­ri­schen Ver­fas­sung mit Leben fül­len. Seit 2021 wird der Orden als Baye­ri­scher Ver­fas­sungs­or­den in einer Klas­se verliehen.

Bereits am Diens­tag wur­de das CPH in Luther­stadt Wit­ten­berg für das Pro­jekt „Wie geht Demo­kra­tie?“ mit dem bap-Preis des Bun­des­aus­schus­ses Poli­ti­sche Bil­dung aus­ge­zeich­net. Das Pro­jekt zielt dar­auf ab, jun­ge Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten fit für Demo­kra­tie zu machen und sie dar­in zu bestär­ken, ihre Grund­rech­te wahrzunehmen.

Geld kommt Jugend­pro­jek­ten zugute

Erz­bi­schof Her­wig Gössl sam­mel­te 20.000 Euro an Spenden

Zu sei­ner Amts­ein­füh­rung im März hat der neue Bam­ber­ger Erz­bi­schof Her­wig Gössl anstel­le von Geschen­ken um Spen­den gebe­ten. Den Erlös hat er nun zwei sozia­len Pro­jek­ten zukom­men las­sen, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Ein Betrag von 20.000 Euro ist zusam­men­ge­kom­men, als Erz­bi­schof Her­wig Gössl anläss­lich sei­ner Amts­ein­füh­rung um Spen­den anstel­le von Geschen­ken bat. Das Geld wur­de jetzt an zwei Pro­jek­te der Jugend­ar­beit über­ge­ben, die Gössl aus­ge­wählt hatte.

Abbe Moi­se Seck aus Thiès im Sene­gal nahm einen Scheck über 10.000 Euro ent­ge­gen. Auf einem Gelän­de in der Innen­stadt von Thiès soll ein gro­ßes Jugend­zen­trum errich­tet wer­den. Das Bis­tum Thiès ist seit 2007 die Part­ner­diö­ze­se des Erz­bis­tums Bam­berg, gegen­sei­ti­gen Aus­tausch und Unter­stüt­zung gibt es schon rund 70 Jahren.

Eben­falls 10.000 Euro gehen an den Cari­tas­ver­band im Erz­bis­tum Bam­berg für das Pro­jekt „Unter­stüt­zung von Kin­dern in Not“, womit vor allem Frei­zeit- und Som­mer­fe­ri­en­maß­nah­men für Kin­der und Jugend­li­che auch aus sozi­al schwa­chen Fami­li­en ermög­licht wer­den. Die Spen­de nahm für die Cari­tas der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de, Dom­vi­kar Gerd-Richard Neu­mei­er, entgegen.

Bam­berg hat einen neu­en Erzbischof

„Sie wis­sen, wo die Glo­cken hän­gen“: Erz­bi­schof Gössl ins Amt eingeführt

Am Sams­tag wur­de Her­wig Gössl in das Amt des Bam­ber­ger Erz­bi­schofs ein­ge­führt. In sei­ner Antritts­re­de gab er an, sich in den Dienst der Ein­heit stel­len zu wol­len. Den womög­lich denk­wür­digs­ten Satz des Tages sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Starke.

Die etwa 600.000 Katholik:innen im Erz­bis­tum Bam­berg haben einen neu­en Ober­hir­ten. Am Sams­tag (2. März) wur­de Her­wig Gössl als neu­er Erz­bi­schof im Bam­ber­ger Dom in sein Amt ein­ge­führt. Der Apos­to­li­sche Nun­ti­us Niko­la Etero­vic, eine Art Bot­schaf­ter des Vati­kans, über­gab dem Dom­ka­pi­tel die Ernen­nungs­ur­kun­de des Paps­tes, und der eme­ri­tier­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick über­reich­te den Bischofs­stab „als Zei­chen für Gabe und Auf­ga­be des neu­en Amtes“, wie das Bis­tum mitteilte.

Schick wünsch­te sei­nem Nach­fol­ger Mut und Gelas­sen­heit, Zuver­sicht und Geduld. Danach nahm der neue Ober­hir­te auf der Kathe­dra, dem Bischofs­stuhl, Platz. Seit die­sem Moment der soge­nann­ten Besitz­ergrei­fung ist er der 76. Bischof und der 14. Erz­bi­schof von Bam­berg. Damit ende­te nach 16 Mona­ten und einem Tag die Zeit der Vakanz der Stel­le, die mit dem vor­zei­ti­gen Amts­ver­zicht von Erz­bi­schof Schick am 1. Novem­ber 2022 begon­nen hat­te und in der Gössl das Erz­bis­tum bereits als Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor leitete.

Dienst der Einheit

Gössl kün­dig­te in sei­ner ers­ten Pre­digt als Erz­bi­schof an, sich in den Dienst der Ein­heit zu stel­len. „Wach­sen­de Gemein­schaft mit Gott und von daher auch wach­sen­de Gemein­schaft der Men­schen unter­ein­an­der – dar­in erken­ne ich den Auf­trag des Bischofs zu allen Zei­ten, auch heu­te.“ Das bedeu­te, Men­schen in der Orts­kir­che im Blick zu behal­ten, auch jene, die sich schon von Kir­che abge­wandt oder auch noch nie dazu­ge­hört hät­ten. Ob die­se Men­schen das wol­len, blieb unerwähnt.

„Der Dienst an der Ein­heit umfasst alle Men­schen guten Wil­lens“, so Gössl wei­ter. Er wol­le auch die Ein­heit suchen und bewah­ren mit den Bischö­fen der welt­wei­ten Kir­che und natür­lich mit dem Papst als dem Haupt des Bischofs­kol­le­gi­ums. Der Dienst an der Ein­heit bedeu­te auch, die welt­wei­te Öku­me­ne zu fördern.

Mit Blick auf die Lage der Kir­che zeig­te Erz­bi­schof Gössl sich trotz jähr­lich stei­gen­der Aus­tritts­zah­len zuver­sicht­lich. „Man­che sagen heu­te, die Kir­che sei am Kipp­punkt, und mei­nen damit, bald gehe das Schiff unter. Ich aber bin fest über­zeugt: Der Herr ist an Bord, und wenn wir uns auf ihn hin ori­en­tie­ren, dann bekom­men wir neu­en Mut, selbst wenn es um uns her­um stür­misch zugeht.“ Wie das prak­tisch funk­tio­nie­ren könn­te, blieb unerwähnt.

Wo die Glo­cken hängen

Ver­tre­ter des Pries­ter­rats und des Diö­ze­san­rats bekun­de­ten dem neu­en Erz­bi­schof im Namen der Geist­li­chen und der Gläu­bi­gen ihre Treue. Zu den rund 1200 Besucher:innen im Dom zähl­ten zahl­rei­che Man­dats­trä­ger und Vertreter:innen ver­schie­de­ner Reli­gio­nen und Kon­fes­sio­nen. Auch Minis­ter­prä­si­dent Söder und Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann lie­ßen sich die Teil­nah­me nicht neh­men. Die Staats­re­gie­rung ste­he dem Erz­bi­schof in sei­nem Amt an der Sei­te, sag­te Söder. Dann drück­te er das Bekennt­nis des Frei­staats, den er an die­ser Stel­le gleich­setz­te mit sei­ner Par­tei, der CSU, zur Kir­che aus. „Das Land wäre käl­ter und herz­lo­ser ohne das Enga­ge­ment der Kir­che“, sag­te er. Ob ihm dabei die Kri­tik, die etwa der Sozi­al­ver­band VdK geäu­ßert hat­te, in Erin­ne­rung war, sein Koali­ti­ons­ver­trag mit den Frei­en Wäh­lern neh­me sozia­le Pro­ble­me des Frei­staats nicht ernst, blieb unerwähnt.

Dann sprach Bam­bergs Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und sag­te zum neu­en Erz­bi­schof: „Sie wis­sen, wo die Glo­cken hän­gen und vor allem auch, wie sie klin­gen.“ Was genau er damit mein­te und ob er sich der Dop­pel­deu­tig­keit bewusst war, blieb uner­wähnt. Der Erz­bi­schof sei für die Stadt aber auf jeden Fall wich­tigs­ter Ansprech­part­ner für Sozi­al- und Bil­dungs­po­li­tik. Zugleich begrüß­te Star­ke, dass auch der neue Erz­bi­schof das Enga­ge­ment gegen Rechts­extre­mis­mus und Anti­se­mi­tis­mus sowie für Demo­kra­tie und inter­re­li­giö­sen Dia­log fortsetze.

Für die musi­ka­li­sche Gestal­tung der Ver­an­stal­tung sorg­te der Bam­ber­ger Dom­chor, die Mäd­chen­kan­to­rei, die Dom­kan­to­rei und die Dom­blä­ser unter Lei­tung von Dom­ka­pell­meis­ter Vin­cent Heit­zer. An der Orgel spiel­te Dom­or­ga­nist Mar­kus Wil­lin­ger. Zur Urauf­füh­rung kam außer­dem die eigens zu die­sem Anlass von Micha­el Wül­ker kom­po­nier­te „Mis­sa Bambergensis“.

Pre­digt zum Kunigundentag

Weih­bi­schof Gössl: „Wer nicht ver­ge­ben kann, bleibt Gefan­ge­ner des Unrechts“

Mit einem Fest­got­tes­dienst im Dom hat das Erz­bis­tum Bam­berg am gest­ri­gen Sams­tag den Kuni­gun­den­tag als Diö­ze­san­tag der Frau­en gefei­ert. Er stand in die­sem Jahr unter dem Mot­to „Was Frau­en tragen“.

Weih­bi­schof Her­wig Gössl griff in sei­ner Pre­digt das Mot­to auf und stell­te einen Bezug zum Apos­tel Pau­lus her, der geschrie­ben hat: „Beklei­det euch mit auf­rich­ti­gem Erbar­men, mit Güte, Demut, Mil­de, Geduld.“ Wer im bild­li­chen Sin­ne die­se Klei­dung tra­ge und ent­spre­chend inne­re Hal­tung zei­ge, sei ein ange­neh­mer Zeit­ge­nos­se, sag­te Gössl und beton­te: „Wie drin­gend bräuch­ten wir heu­te mehr Men­schen, die der Här­te und Käl­te unse­rer Zeit etwas ent­ge­gen­set­zen, die in aller Gna­den­lo­sig­keit und Unbarm­her­zig­keit ande­re Signa­le set­zen.“ Es wäre so wich­tig, dass mehr auf­rich­ti­ges Erbar­men, mehr Güte, Demut und Mil­de das Zusam­men­le­ben prä­gen. „Die­se Hal­tung müss­ten wir anzie­hen wie ein Gewand, damit wir die Welt zum Bes­se­ren ver­än­dern“, sag­te der ernann­te Erz­bi­schof. „Oft sind es Frau­en, die genau die­se Hal­tun­gen an den Tag legen, und die dadurch ihren Mit­men­schen Licht­bli­cke schenken.“

Die hei­li­ge Kai­se­rin Kuni­gun­de sei eine sol­che Frau gewe­sen. „Sie trug nicht nur die Kro­ne und sicher auch eine Men­ge kost­ba­rer Gewän­der, son­dern sie trug vor allem den Habi­tus der Güte, der Demut, der Geduld. Sie war in der Lage zu ver­zei­hen, auch als sie unge­recht beschul­digt wur­de, und auf die­se Wei­se Frie­den zu ver­mit­teln“, sag­te Gössl. „Wer nicht ver­ge­ben kann, der bleibt immer Gefan­ge­ner des Unrechts, das ihn getrof­fen hat, der wird miss­trau­isch gegen­über ande­ren Men­schen und miss­mu­tig gegen­über sich selbst.“ Lie­be dage­gen ver­zei­he und hei­le. „Sie führt zusam­men und nicht aus­ein­an­der; sie setzt einen star­ken Impuls gegen die selbst­be­zo­ge­nen und spal­te­ri­schen Ten­den­zen, die wir gera­de heu­te so deut­lich wahr­neh­men. So kann Frie­de wach­sen und bewahrt bleiben.“

Kuni­gun­de und alles, was sie in ihrem Leben getra­gen und ertra­gen habe, kön­ne heu­te als Vor­bild die­nen, das Mut mache und Ori­en­tie­rung gebe. „An ihr kön­nen wir dank­bar able­sen, was Frau­en tra­gen, die im Glau­ben fest ver­wur­zelt sind“, schloss Bischof Gössl sei­ne Predigt.

Nach dem Got­tes­dienst und dem gemein­sa­men Mit­tag­essen im Ste­phans­hof stand ein Fest­nach­mit­tag mit Musik und Gesprä­chen auf dem Pro­gramm. Den Abschluss bil­de­te ein öku­me­ni­scher Wort­got­tes­dienst. Der Kuni­gun­den­tag wur­de vor­be­rei­tet vom „Öku­me­ni­schen Team Kuni­gun­de“, in dem sich zahl­rei­che Akti­ve der öku­me­ni­schen Frau­en­ar­beit engagieren.

Zere­mo­nie im Bam­ber­ger Dom

Her­wig Gössl wird als neu­er Erz­bi­schof ins Amt eingeführt

Mit einem Got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom wird Her­wig Gössl Anfang März in sein Amt als Erz­bi­schof von Bam­berg ein­ge­führt. Los geht es um 10:30 Uhr, geöff­net ist der Dom bereits um 8 Uhr.

Her­wig Gössl wur­de am 22. Febru­ar 1967 in Mün­chen gebo­ren und wuchs in Nürn­berg auf. 1986 trat er ins Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar ein. 1993 weih­te ihn Erz­bi­schof Elmar Maria Kre­del zum Pries­ter. Nach vier Jah­ren als Kaplan in Bay­reuth, St. Hed­wig, wur­de er im Sep­tem­ber 1997 zunächst zum Pfarr­ad­mi­nis­tra­tor und schließ­lich zum Pfar­rer der Pfar­rei­en Hann­berg und Wei­sen­dorf im Deka­nat Erlan­gen ernannt.

2007 berief Erz­bi­schof Lud­wig Schick Gössl zum stell­ver­tre­ten­den Lei­ter im Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar. Am 24. Janu­ar 2014 ernann­te Papst Fran­zis­kus Gössl zum Weih­bi­schof in Bam­berg. Er wur­de auch Bischofs­vi­kar für die Cari­tas und Dom­propst. Spä­ter über­nahm er die Lei­tung des Seelsorgeamtes.

Nach­dem Lud­wig Schick am 1. Novem­ber 2022 sein Amt als Bam­bergs Erz­bi­schof auf­ge­ge­ben hat­te, lei­te­te Gössl das Erz­bis­tum als Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor. Am 9. Dezem­ber 2023 ernann­te ihn Papst Fran­zis­kus zum 76. Bischof und 14. Erz­bi­schof von Bamberg.

Am 2. März, um 10:30 Uhr, wird Her­wig Gössl in sein Amt als Erz­bi­schof im Bam­ber­ger Dom ein­ge­führt. Auf­grund von Sicher­heits­vor­keh­run­gen wird es an den Ein­gän­gen Taschen­kon­trol­len geben, wie das Erz­bis­tum mitteilte.

Der Dom wird bereits um 8 Uhr geöff­net. Wegen einer Fern­seh­über­tra­gung müs­sen bis 10 Uhr aber alle Sitz­plät­ze ein­ge­nom­men sein. Im Dom wird es jedoch auch Sitz­plät­ze in der Nagel­ka­pel­le und in der Ost­kryp­ta geben. Dort, genau wie in den Sei­ten­schif­fen des Gebäu­des, wer­den Bild­schir­me und Lein­wän­de das Gesche­hen im Altar­raum über­tra­gen. Für den Fall, dass die Sitz­plät­ze im Dom nicht aus­rei­chen, will das Erz­bis­tum auch eine Über­tra­gung in die Jakobs­kir­che am Jakobs­platz anbieten.

Ablauf der Amtseinführung

Zu Beginn des Got­tes­diens­tes, der etwa zwei Stun­den dau­ern soll, über­reicht Niko­la Etero­vic, apos­to­li­scher Nun­ti­us, eine Art Bot­schaf­ter des Vati­kans, die päpst­li­che Ernen­nungs­ur­kun­de. Die­se wird Dom­de­kan Hubert Schiepek dann vorlesen.

Danach wird Gössl zum Bischofs­stuhl geführt, wo ihm sein Vor­gän­ger Lud­wig Schick den Bischofs­stab über­gibt. Danach setzt sich der neue Erz­bi­schof auf die Kathe­dra, den Platz des Erz­bi­schofs beim Altar. Das ist der Moment, in dem er vom Erz­bis­tum „Besitz ergreift“, so die Mit­tei­lung wei­ter, und offi­zi­ell ins Amt ein­ge­führt ist.

Neben dem eme­ri­tier­ten Erz­bi­schof Schick und Nun­ti­us Etero­vic wer­den auch der Münch­ner Erz­bi­schof Rein­hard Kar­di­nal Marx, der Würz­bur­ger Bischof Franz Jung, der Speye­rer Bischof Karl-Heinz Wie­se­mann und Bischof André Guè­ye aus dem Part­ner­bis­tum Thiès im Sene­gal erwartet.

Für die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz nimmt deren stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der, Bischof Micha­el Ger­ber aus Ful­da, teil. Das Bis­tum Eich­stätt ver­tritt des­sen Gene­ral­vi­kar Micha­el Alber­ter. Auch zahl­rei­che Vertreter:innen und Ver­tre­tern aus Poli­tik und Gesell­schaft haben sich angekündigt.

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