Beerdigungen durch Ehrenamtliche
Ehrenamtliche als Begräbnisleitungen qualifiziert
Das Erzbistum Bamberg hat in einem Pilotprojekt erstmals Ehrenamtliche zu Begräbnisleitungen ausgebildet, um Pastoralteams bei der Durchführung von Trauerfeiern zu unterstützen und zu entlasten, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Acht Teilnehmende absolvierten in den letzten Monaten ein Schulungsprogramm mit Präsenztagen, Online‑Modulen und Hospitationen. Bei einer Beauftragungsfeier in St. Bonifaz Nürnberg bekamen sie am Donnerstag von Erzbischof Herwig Gössl ihre Urkunden überreicht und können ab sofort Trauerfeiern leiten. Begleitet wurde die Ausbildung von erfahrenen Seelsorgern, die den Ehrenamtlichen auch künftig als Supervisoren zur Seite stehen. Die Inhalte des Kurses reichten von liturgischen und organisatorischen Grundlagen über die Gestaltung von Ansprachen bis hin zur Trauerbegleitung.
Vor dem Hintergrund sinkender Zahlen hauptamtlicher Seelsorger und gleichzeitig steigender Bestattungszahlen verfolge das Erzbistum einen praxisorientierten Ansatz, um die pastoralen Kapazitäten in den Gemeinden zu sichern, erklärt Andreas Lurz, Leiter des Ausbildungskurses und Nürnberger Stadtdekan. „Da Begräbnisleitungen keine Sakramente spenden, darf dieser Dienst von ehrenamtlichen Kräften übernommen werden“, so Lurz. Die Menschen in den Gemeinden könnten und wollten Verantwortung übernehmen. Die durchlaufene Qualifizierung solle sicherstellen, dass dies fachlich fundiert und einfühlsam geschieht, sagt der Ausbildungsleiter.
Neben Einheiten zu liturgischen Grundlagen und rechtlichen Rahmenbedingungen setzte der Kurs bewusst auf praktische Lernformen: Die Teilnehmenden arbeiteten an fiktiven Trauerfällen, verfassten Ansprachen, wählten Liedgut aus und probten den Ablauf von Feiern — sowohl in der Aussegnungshalle als auch am Grab. Ergänzt wurden die Übungen durch seelsorgerliche Anleitung, Gespräche zur Trauerpsychologie und Reflexion persönlicher Motivationen.
Die Nürnbergerin Sylvia Suppmann kam durch ihre eigene Lebensgeschichte auf die Idee, Begräbnisleiterin zu werden: „Mein erster Todesfall war meine Mutter – da war ich 20“, erzählt sie im Gespräch. Später starb ihr Mann und hinterließ drei gemeinsame Kinder. Bewältigt hat Suppmann diese schwere Zeit durch ihren Glauben. Diese Erfahrungen möchte sie nun in die Arbeit mit anderen Trauernden einbringen, zu der sie sich mittlerweile immer stärker berufen fühlt: „Ich möchte erspüren, was die Angehörigen gerade brauchen – und ihnen Hoffnung mitgeben.“
Für Ausbildungsleiter Lurz steht fest, dass die Absolventinnen und Absolventen des Pilotkurses hochmotiviert sind, ihren Dienst „aus einer tiefen inneren Überzeugung heraus“ antreten und eine Bereicherung für die Seelsorge vor Ort darstellen. Das Erzbistum plant eine Evaluation des Projekts hinsichtlich der Übertragbarkeit auf andere Regionen, des Schulungsbedarfs und der Betreuungsstrukturen für Ehrenamtliche. Bei positiven Erfahrungen wird es aller Voraussicht nach schon bald weitere Ausbildungskurse für ehrenamtliche Begräbnisleitungen geben.
Bei der Beauftragungsfeier bezeichnete Erzbischof Herwig Gössl den Dienst am Grab als einen besonders sensiblen Moment kirchlichen Handelns. Wer sich dafür ausbilden lasse, schenke den Trauernden Zeit, Nähe und Hoffnung – und leiste damit „einen unschätzbaren Beitrag für unsere Seelsorge“, so Gössl. Der Erzbischof dankte den ehrenamtlichen Begräbnisleitungen für ihr Engagement, welches zeige, wie sehr Verantwortung und wichtige Aufgaben der Seelsorge in den Gemeinden von den Gläubigen mitgetragen werden. Ohne die Mithilfe von Ehrenamtlichen sei pastorale Arbeit „nicht mehr denkbar und auch nicht wünschenswert“, sagte der Erzbischof.
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„Die Liebe rechnet nicht“
Erzbischof Gössl weiht Daniel Hartmann im Bamberger Dom zum Priester
Erzbischof Herwig Gössl hat am gestrigen Samstag den 26-jährigen Daniel Hartmann zum Priester geweiht, wie das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg mitteilt. In dem feierlichen Weihegottesdienst im Bamberger Dom rief Gössl den Neupriester dazu auf, seinen Dienst aus einer Haltung der selbstlosen Liebe heraus zu leben.
„Die Liebe rechnet nicht. Sie gibt im Übermaß, reichlich mit Segen“, zitierte der Erzbischof in seiner Predigt den Apostel Paulus. Daniel Hartmann stelle sich mit der Priesterweihe ganz in den Dienst Gottes und der Menschen. „Sie geben sich und Ihr ganzes Leben hinein in den priesterlichen Dienst – aus Liebe zu Gott und zu seinem Volk“, sagte Gössl. „Sie rechnen nicht nach, wieviel Liebe man Gott entgegenbringen kann und wieviel Liebe noch übrig bleibt nach Abzug von Gewaltakten, Kriegen und persönlichen Enttäuschungen.“ Wer so rechne, können einen solchen Schritt der Hingabe nicht gehen.
Zugleich verschwieg der Erzbischof die schwierige Situation der Kirche nicht: „Wir sind als Kirche im Ab- und Umbau, und diese Realität zerrt an den Nerven von vielen.“ Dennoch bleibe er überzeugt, dass Christus seine Kirche leite und seine Liebe durch das Wirken der Gläubigen Frucht bringe.
Gössl rief den Neupriester auf, sich nicht von den Herausforderungen des kirchlichen Dienstes entmutigen zu lassen. Das Kreuz sei nicht nur Zeichen von Leid, sondern vor allem Ausdruck der Liebe Gottes und der Hoffnung auf neues Leben. Der priesterliche Dienst trage dazu bei, die Welt zu mehr Liebe, Gerechtigkeit und Frieden zu bewegen.
Abschließend sprach der Erzbischof die Hoffnung aus, dass sich wieder mehr junge Menschen zum Dienst in der Kirche berufen fühlen. Er bete darum, „dass immer mehr junge Menschen, berührt von der Freundschaft zu Christus, seinem Ruf in die Dienste und Ämter der Kirche folgen“.
Der Neupriester stammt aus Herzogenaurach, trat 2019 ins Bamberger Priesterseminar ein und begann zeitgleich das Theologiestudium in Würzburg. Von 2021 bis 2022 absolvierte er zwei Freisemester in Rom und setzte das Studium anschließend in München fort. Seit 2024 absolvierte er seinen Pastoralkurs im Seelsorgebereich Ansbach Stadt und Land, im September 2025 wurde er zum Diakon geweiht.
Als Primizspruch wählte der 26-Jährige den Bibelvers „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich beim Namen gerufen, du bist mein“ (Jes 43,1). Nach der Weihe wird er zunächst eine Vertretung im Klinikum Bamberg als Krankenhausseelsorger übernehmen und anschließend seine erste Kaplanstelle in Ansbach antreten.
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Alte Verbindung zwischen den Bischofsstädten wird neu belebt
Bamberger Heinrich-Reliquie an das Straßburger Münster übergeben
Eine Reliquie des Heiligen Kaisers Heinrich II. ist im Auftrag des Bamberger Erzbischofs Herwig Gössl an das Straßburger Münster übergeben worden, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt. Damit wurden die historischen Verbindungen zwischen beiden Kathedralstädten mehr als 1000 Jahre nach der Zeit des Kaisers neu belebt.
Heinrich II., letzter Herrscher aus dem ottonischen Geschlecht, hatte im 11. Jahrhundert sowohl in Bamberg als auch in Straßburg deutliche Spuren hinterlassen. Beide Städte sollen zu seinen Lieblingsorten gehört haben. Intensiv förderte er die Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007 und den Bau des ersten Domes, der 1012 geweiht wurde. Auch in Straßburg unterstützte er 1015 maßgeblich den Bau der Kathedrale. Nach der Überlieferung soll er dort längere Zeit verweilt und an den Kapitelsmessen teilgenommen haben. Ein Kaiserfenster im Straßburger Münster erinnert bis heute an die Rolle Heinrichs II. beim Bau und den Straßburger Bischof Werner von Habsburg, mit dem er freundschaftlich verbunden war.
Partikel mit bischöflicher Authentik versehen wurde nach Straßburg gebracht
Umgekehrt ist die Präsenz des Straßburger Bischofs auch für den Papstbesuch in Bamberg im Jahr 1020 verbrieft. Die engen Beziehungen zwischen beiden Bischofsstädten waren längst in Vergessenheit geraten und leben mit der Reliquienübertragung neu auf.
Die Initiative dazu ging vom Straßburger Dompfarrer Didier Muntzinger aus, der zum 750. Jubiläum der Laurentiuskapelle deren Altar neugestalten ließ. Bei einem Dombaumeistertreffen in Bamberg entstand der Kontakt zum Erzbistum. „Es war uns eine große Freude, eine Heinrichsreliquie nach Straßburg zu geben“, sagte Erzbischof Gössl. „So sind wir durch den heiligen Heinrich noch tiefer mit den Schwestern und Brüdern in Straßburg verbunden.“ In Straßburg wurde die Reliquie mit freudiger Dankbarkeit entgegengenommen und als Zeichen europäischer Gemeinschaft der Kirche und der Gläubigen gewertet.
Die Reliquie, ein winziges Fragment eines Oberschenkelknochens des Heiligen Kaisers, stammt aus dem Bamberger Domschatz. Nach der Heiligsprechung Heinrichs 1146 wurden seine Gebeine in viele Kirchen Europas überführt. Ein größerer Teilknochen war im 19. Jahrhundert an ein päpstliches Kolleg in Rom gelangt und kehrte erst 2024 nach Bamberg zurück. Das Gegenstück war in der Sakristei des Bamberger Doms verwahrt worden. Nach der Zusammenführung waren beide Gebeine im Februar 2025 im Kaisergrab beigesetzt worden, bis auf ein kleines Fragment, das für künftige Reliquienanfragen zurückgehalten wurde. Ein solcher Partikel wurde nun mit bischöflicher Authentik versehen und mit einem Siegel des Erzbischofs nach Straßburg gebracht. Die Einsetzung in den neuen Altar der Laurentiuskapelle erfolgte am 25. Oktober 2025.
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„Schenken Sie den Menschen Hoffnung und Licht!“
Erzbischof Gössl weiht vier Männer aus dem Erzbistum Bamberg zu Ständigen Diakonen
Bei einem feierlichen Weihegottesdienst im Bamberger Dom hat Erzbischof Herwig Gössl am Samstag Dr. Johannes Kraus, Christian Kainzbauer-Wütig, Markus Eberl sowie Martin Wolters in ihrem Amt als Ständige Diakone bestätigt und die Bedeutung der Diakonenweihe für die Verkündigung der christlichen Hoffnung unterstrichen.
In seiner Predigt betonte Erzbischof Gössl, dass Diakone nicht nur in der Liturgie, sondern auch im täglichen Leben das Wort Gottes verkünden sollen, „durch ihre Taten und ihre Haltung“. Diakone seien dazu aufgerufen, nicht nur Worte der Hoffnung zu sprechen, sondern auch als Pilger der Hoffnung voranzugehen und die Menschen zu inspirieren: „In der Art und Weise, wie sie leben, wie sie in ihrem Beruf und in ihrer Freizeit mit Menschen umgehen, soll ablesbar sein, welche Botschaft Diakone verkünden und welchen Horizont der Hoffnung unser christlicher Glaube auftut“, so Gössl.
Die wahre Hoffnung, die Christen in die Welt tragen, zeichne sich nicht alleine durch gute Stimmung oder ungetrübten Optimismus aus, sagte der Erzbischof. Stattdessen sei die Hoffnung, die durch den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi geschenkt wird, eine tiefgründige und tragende Hoffnung, die spürbar macht, dass es immer Raum zum Handeln gibt, „auch angesichts bedrückender und bedrohlicher Situationen“.
Gössl hob hervor, dass wir in einer Zeit leben, in denen viele Leute von Ängsten umgetrieben werden: „vor dem Krieg, vor der Klimakatastrophe, vor dem sozialen Kälteeinbruch, vor der Manipulierbarkeit durch Despoten oder durch die KI“. Umso wichtiger sei es, in diesem Klima Hoffnung zu vermitteln und Mut zu machen. Diakone sollen den Bedürftigen, Leidenden und Suchenden beistehen und dabei die christliche Botschaft der Versöhnung und des Friedens weitertragen.
Dr. Johannes Kraus ist 37 Jahre alt, kommt aus Kersbach bei Neunkirchen am Sand im Seelsorgebereich Pegnitztal und arbeitet als Projektmanager. Christian Kainzbauer-Wütig ist 55 Jahre alt, Ordinariatsrat sowie Leiter der Hauptabteilung Außerschulische Bildung und wohnt in Bischberg im Seelsorgebereich Main-Aurach.
Markus Eberl ist 58 Jahre alt und arbeitet als Notar in Bayreuth, seine Heimatpfarrei ist die Gemeinde Heilig Kreuz im Seelsorgebereich Bayreuth. Martin Wolters ist 54 Jahre alt und arbeitet als Elektroingenieur in Nürnberg, wo er sich in der Pfarrei St. Michael im Seelsorgebereich Nürnberg Mitte-Nord-West engagiert.
Die vier Geweihten werden künftig in ihren jeweiligen Seelsorgebereichen als Diakone im Zivilberuf eingesetzt, um die Teams vor Ort zu unterstützen und lebendiges Zeugnis für eine diakonische Kirche zu sein. Bereits im letzten Jahr wurden vier Männer zu Diakonen geweiht, so dass die Ständigen Diakone unter den Berufsgruppen der pastoralen Dienste den stärksten Zuwachs verzeichnen. Im Erzbistum Bamberg gibt es mit den Neugeweihten insgesamt 58 Ständige Diakone.
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„Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, ohne zu streiten“
Erzbischof Gössl besucht Viehbetrieb in Medlitz
Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat beim Besuch eines oberfränkischen Bauernhofs die Verantwortung der Landwirte für Klima- und Umweltschutz betont und ihre Leistung für eine regionale Lebensmittelversorgung gewürdigt.
Auf dem Hof der Familie Böhmer im Rattelsdorfer Ortsteil Medlitz tauschte sich Gössl am Mittwoch mit Landwirten und Vertreterinnen und Vertretern des Bayerischen Bauernverbands (BBV) über aktuelle Herausforderungen der Landwirtschaft aus.
Landwirt Daniel Böhmer schilderte bei einem Rundgang die zunehmende Belastung vieler Betriebe durch wachsende Bürokratie. „Es dauert zwei Wochen, die Düngemittelbedarfsermittlung oder die Arzneimitteldokumentation im Sinne der Vorschriften zu erledigen“, klagte Böhmer. Sein Vater, Seniorchef Edgar Böhmer, ergänzte: „Früher verbrachte der Bauer den Sonntagvormittag in der Kirche und beim Frühschoppen, heute sitzt er im Büro und erledigt Papierkram.“
Der oberfränkische Bauernpräsident Hermann Greif warnte, die steigenden Auflagen belasteten viele Landwirte auch psychisch. Ein landwirtschaftlicher Betrieb könne nicht einfach seinen Produktionsstandort verlagern, sagte Greif und betonte, die regionale Lebensmittelversorgung sei sehr wichtig für ein gutes Leben. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten als Alltagskompetenz lernen, mit Lebensmitteln verantwortungsvoll umzugehen. Rund 59 Prozent der jährlich anfallenden 6,5 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle entstünden in privaten Haushalten, nur zwei Prozent in der Landwirtschaft.
Bauernhof der Familie Böhmer bewirtschaftet rund 130 Milchkühe
Greif bot an, die Fachkompetenz der Landwirte auch in kirchliche Diskussionen über Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung einzubringen. Bezirksbäuerin Beate Opel wandte sich gegen pauschale Vorurteile in der Öffentlichkeit bei den Themen Pflanzenschutz und Düngung.
Gössl zeigte in einem anschließenden Gespräch großes Verständnis für die Sorgen und Belastungen der Landwirte. „Bürokratische Vorschriften dürfen nicht von grundsätzlichem Misstrauen geprägt sein. Vertrauen ist eine christliche Grundhaltung“, sagte er. Zugleich betonte er, viele Regelungen hätten im Sinne des Verbraucherschutzes ihre Berechtigung. Parallelen sieht Gössl zwischen Kirche und Landwirtschaft: In beiden Bereichen gehe Erfahrungswissen verloren, und der Verwaltungsaufwand aufgrund staatlicher Vorgaben nehme zu.
„Ich bewundere das Engagement der Landwirte, sieben Tage die Woche für ihren Betrieb zu arbeiten. Das ist heute nur noch schwer zu vermitteln“, sagte Gössl. Auch in der Kirche gebe es unterschiedliche Positionen zu biologischer und konventioneller Landwirtschaft. „Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, ohne zu streiten“, betonte er. Zu einer gesunden Ernährung gehörten gute landwirtschaftliche Produkte. „Gesunde Ernährung heißt nicht, mehr Fleisch zu essen. Aber die Bratwurst müssen wir deshalb auch nicht verbieten.“
Der Bauernhof von Edgar und Daniel Böhmer bewirtschaftet rund 130 Milchkühe, die mit zwei Melkrobotern gemolken werden, sowie eine eigene Biogasanlage. Die Familie setzt auf eine Kombination aus Milchviehhaltung, Marktfruchtanbau und Energiegewinnung – ein Beispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft, wie der Bauernverband betonte.
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Erzbischof Herwig Gössl würdigt Engagement für Demokratie und Menschenrechte
Bayerischer Verfassungsorden für CPH-Direktor Siegfried Grillmeyer
Für sein herausragendes Engagement in der Demokratiebildung ist der Direktor der Nürnberger Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH), Siegfried Grillmeyer, mit dem Bayerischen Verfassungsorden ausgezeichnet worden.
„Die ausgezeichneten Persönlichkeiten leben die Werte unserer Verfassung jeden Tag aufs Neue. Das ist entscheidend für unsere Demokratie, gerade in diesen herausfordernden Zeiten.“ Mit diesen Worten würdigte Landtagspräsidentin Ilse Aigner würdigte den 55-Jährigen Direktor der Nürnberger Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH), Siegfried Grillmeyer, sowie die 43 weiteren mit dem Bayerischen Verfassungsorden Ausgezeichneten.
Erzbischof Herwig Gössl, der bei der Verleihung im Münchner Landtag anwesend war, dankte Grillmeyer dafür, dass er im CPH den Schwerpunkt politische Bildung stets vertieft und ausgebaut habe. Gerade in den vergangenen Jahren habe er sich unermüdlich dafür eingesetzt, Menschen für politische Bildung und den politischen Dialog zu bewegen, um der zunehmenden Polarisierung und der Spaltung in der Gesellschaft entgegen zu wirken. Als Mitbegründer des Kompetenzzentrums für Demokratie und Menschenwürde der katholischen Kirche in Bayern stehe er für den Einsatz der Christen gegen extremistische Tendenzen, Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus. Gössl hob auch die zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten hervor, in denen sich Grillmeyer für die politische Bildung, Demokratie und Menschenwürde engagiere.
Grillmeyer selbst zeigte sich erfreut über die Anerkennung, die er stellvertretend für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegennehme. „Das ganze CPH-Team lebt den Bildungsauftrag und setzt sich unermüdlich auf vielfältigste Weise für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit jeglicher Art ein.“
Der promovierte Historiker engagiert sich seit 1999 im Caritas-Pirckheimer-Haus, zunächst als Bildungsreferent an der Jugendakademie CPH, dann ab 2000 als Leiter der Jugendakademie. Seit 2008 ist er Direktor der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus sowie Geschäftsführer der Caritas-Pirckheimer-Haus gGmbH sowie der CPH Service GmbH.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er in zahlreichen Gremien aktiv, unter anderem ist er Gründungsmitglied der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg und des Vereins zur Förderung demokratischer Werte in der Metropolregion Nürnberg.
Der Bayerische Landtag ehrt mit dem Verfassungsorden Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv für die Werte der Bayerischen Verfassung engagieren. Die Auszeichnung wurde als Bayerische Verfassungsmedaille am 1. Dezember 1961 vom damaligen Landtagspräsidenten Rudolf Hanauer gestiftet. Seit 60 Jahren ist sie öffentliche Anerkennung für Bürgerinnen und Bürger, die sich herausragend für das Gemeinwohl engagieren und damit die Werte der Bayerischen Verfassung mit Leben füllen. Seit 2021 wird der Orden als Bayerischer Verfassungsorden in einer Klasse verliehen.
Bereits am Dienstag wurde das CPH in Lutherstadt Wittenberg für das Projekt „Wie geht Demokratie?“ mit dem bap-Preis des Bundesausschusses Politische Bildung ausgezeichnet. Das Projekt zielt darauf ab, junge Menschen mit Lernschwierigkeiten fit für Demokratie zu machen und sie darin zu bestärken, ihre Grundrechte wahrzunehmen.
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Geld kommt Jugendprojekten zugute
Erzbischof Herwig Gössl sammelte 20.000 Euro an Spenden
Zu seiner Amtseinführung im März hat der neue Bamberger Erzbischof Herwig Gössl anstelle von Geschenken um Spenden gebeten. Den Erlös hat er nun zwei sozialen Projekten zukommen lassen, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Ein Betrag von 20.000 Euro ist zusammengekommen, als Erzbischof Herwig Gössl anlässlich seiner Amtseinführung um Spenden anstelle von Geschenken bat. Das Geld wurde jetzt an zwei Projekte der Jugendarbeit übergeben, die Gössl ausgewählt hatte.
Abbe Moise Seck aus Thiès im Senegal nahm einen Scheck über 10.000 Euro entgegen. Auf einem Gelände in der Innenstadt von Thiès soll ein großes Jugendzentrum errichtet werden. Das Bistum Thiès ist seit 2007 die Partnerdiözese des Erzbistums Bamberg, gegenseitigen Austausch und Unterstützung gibt es schon rund 70 Jahren.
Ebenfalls 10.000 Euro gehen an den Caritasverband im Erzbistum Bamberg für das Projekt „Unterstützung von Kindern in Not“, womit vor allem Freizeit- und Sommerferienmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auch aus sozial schwachen Familien ermöglicht werden. Die Spende nahm für die Caritas der Aufsichtsratsvorsitzende, Domvikar Gerd-Richard Neumeier, entgegen.
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Bamberg hat einen neuen Erzbischof
„Sie wissen, wo die Glocken hängen“: Erzbischof Gössl ins Amt eingeführt
Am Samstag wurde Herwig Gössl in das Amt des Bamberger Erzbischofs eingeführt. In seiner Antrittsrede gab er an, sich in den Dienst der Einheit stellen zu wollen. Den womöglich denkwürdigsten Satz des Tages sagte Oberbürgermeister Starke.
Die etwa 600.000 Katholik:innen im Erzbistum Bamberg haben einen neuen Oberhirten. Am Samstag (2. März) wurde Herwig Gössl als neuer Erzbischof im Bamberger Dom in sein Amt eingeführt. Der Apostolische Nuntius Nikola Eterovic, eine Art Botschafter des Vatikans, übergab dem Domkapitel die Ernennungsurkunde des Papstes, und der emeritierte Erzbischof Ludwig Schick überreichte den Bischofsstab „als Zeichen für Gabe und Aufgabe des neuen Amtes“, wie das Bistum mitteilte.
Schick wünschte seinem Nachfolger Mut und Gelassenheit, Zuversicht und Geduld. Danach nahm der neue Oberhirte auf der Kathedra, dem Bischofsstuhl, Platz. Seit diesem Moment der sogenannten Besitzergreifung ist er der 76. Bischof und der 14. Erzbischof von Bamberg. Damit endete nach 16 Monaten und einem Tag die Zeit der Vakanz der Stelle, die mit dem vorzeitigen Amtsverzicht von Erzbischof Schick am 1. November 2022 begonnen hatte und in der Gössl das Erzbistum bereits als Diözesanadministrator leitete.
Dienst der Einheit
Gössl kündigte in seiner ersten Predigt als Erzbischof an, sich in den Dienst der Einheit zu stellen. „Wachsende Gemeinschaft mit Gott und von daher auch wachsende Gemeinschaft der Menschen untereinander – darin erkenne ich den Auftrag des Bischofs zu allen Zeiten, auch heute.“ Das bedeute, Menschen in der Ortskirche im Blick zu behalten, auch jene, die sich schon von Kirche abgewandt oder auch noch nie dazugehört hätten. Ob diese Menschen das wollen, blieb unerwähnt.
„Der Dienst an der Einheit umfasst alle Menschen guten Willens“, so Gössl weiter. Er wolle auch die Einheit suchen und bewahren mit den Bischöfen der weltweiten Kirche und natürlich mit dem Papst als dem Haupt des Bischofskollegiums. Der Dienst an der Einheit bedeute auch, die weltweite Ökumene zu fördern.
Mit Blick auf die Lage der Kirche zeigte Erzbischof Gössl sich trotz jährlich steigender Austrittszahlen zuversichtlich. „Manche sagen heute, die Kirche sei am Kipppunkt, und meinen damit, bald gehe das Schiff unter. Ich aber bin fest überzeugt: Der Herr ist an Bord, und wenn wir uns auf ihn hin orientieren, dann bekommen wir neuen Mut, selbst wenn es um uns herum stürmisch zugeht.“ Wie das praktisch funktionieren könnte, blieb unerwähnt.
Wo die Glocken hängen
Vertreter des Priesterrats und des Diözesanrats bekundeten dem neuen Erzbischof im Namen der Geistlichen und der Gläubigen ihre Treue. Zu den rund 1200 Besucher:innen im Dom zählten zahlreiche Mandatsträger und Vertreter:innen verschiedener Religionen und Konfessionen. Auch Ministerpräsident Söder und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ließen sich die Teilnahme nicht nehmen. Die Staatsregierung stehe dem Erzbischof in seinem Amt an der Seite, sagte Söder. Dann drückte er das Bekenntnis des Freistaats, den er an dieser Stelle gleichsetzte mit seiner Partei, der CSU, zur Kirche aus. „Das Land wäre kälter und herzloser ohne das Engagement der Kirche“, sagte er. Ob ihm dabei die Kritik, die etwa der Sozialverband VdK geäußert hatte, in Erinnerung war, sein Koalitionsvertrag mit den Freien Wählern nehme soziale Probleme des Freistaats nicht ernst, blieb unerwähnt.
Dann sprach Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke und sagte zum neuen Erzbischof: „Sie wissen, wo die Glocken hängen und vor allem auch, wie sie klingen.“ Was genau er damit meinte und ob er sich der Doppeldeutigkeit bewusst war, blieb unerwähnt. Der Erzbischof sei für die Stadt aber auf jeden Fall wichtigster Ansprechpartner für Sozial- und Bildungspolitik. Zugleich begrüßte Starke, dass auch der neue Erzbischof das Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus sowie für Demokratie und interreligiösen Dialog fortsetze.
Für die musikalische Gestaltung der Veranstaltung sorgte der Bamberger Domchor, die Mädchenkantorei, die Domkantorei und die Dombläser unter Leitung von Domkapellmeister Vincent Heitzer. An der Orgel spielte Domorganist Markus Willinger. Zur Uraufführung kam außerdem die eigens zu diesem Anlass von Michael Wülker komponierte „Missa Bambergensis“.
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Predigt zum Kunigundentag
Weihbischof Gössl: „Wer nicht vergeben kann, bleibt Gefangener des Unrechts“
Mit einem Festgottesdienst im Dom hat das Erzbistum Bamberg am gestrigen Samstag den Kunigundentag als Diözesantag der Frauen gefeiert. Er stand in diesem Jahr unter dem Motto „Was Frauen tragen“.
Weihbischof Herwig Gössl griff in seiner Predigt das Motto auf und stellte einen Bezug zum Apostel Paulus her, der geschrieben hat: „Bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld.“ Wer im bildlichen Sinne diese Kleidung trage und entsprechend innere Haltung zeige, sei ein angenehmer Zeitgenosse, sagte Gössl und betonte: „Wie dringend bräuchten wir heute mehr Menschen, die der Härte und Kälte unserer Zeit etwas entgegensetzen, die in aller Gnadenlosigkeit und Unbarmherzigkeit andere Signale setzen.“ Es wäre so wichtig, dass mehr aufrichtiges Erbarmen, mehr Güte, Demut und Milde das Zusammenleben prägen. „Diese Haltung müssten wir anziehen wie ein Gewand, damit wir die Welt zum Besseren verändern“, sagte der ernannte Erzbischof. „Oft sind es Frauen, die genau diese Haltungen an den Tag legen, und die dadurch ihren Mitmenschen Lichtblicke schenken.“
Die heilige Kaiserin Kunigunde sei eine solche Frau gewesen. „Sie trug nicht nur die Krone und sicher auch eine Menge kostbarer Gewänder, sondern sie trug vor allem den Habitus der Güte, der Demut, der Geduld. Sie war in der Lage zu verzeihen, auch als sie ungerecht beschuldigt wurde, und auf diese Weise Frieden zu vermitteln“, sagte Gössl. „Wer nicht vergeben kann, der bleibt immer Gefangener des Unrechts, das ihn getroffen hat, der wird misstrauisch gegenüber anderen Menschen und missmutig gegenüber sich selbst.“ Liebe dagegen verzeihe und heile. „Sie führt zusammen und nicht auseinander; sie setzt einen starken Impuls gegen die selbstbezogenen und spalterischen Tendenzen, die wir gerade heute so deutlich wahrnehmen. So kann Friede wachsen und bewahrt bleiben.“
Kunigunde und alles, was sie in ihrem Leben getragen und ertragen habe, könne heute als Vorbild dienen, das Mut mache und Orientierung gebe. „An ihr können wir dankbar ablesen, was Frauen tragen, die im Glauben fest verwurzelt sind“, schloss Bischof Gössl seine Predigt.
Nach dem Gottesdienst und dem gemeinsamen Mittagessen im Stephanshof stand ein Festnachmittag mit Musik und Gesprächen auf dem Programm. Den Abschluss bildete ein ökumenischer Wortgottesdienst. Der Kunigundentag wurde vorbereitet vom „Ökumenischen Team Kunigunde“, in dem sich zahlreiche Aktive der ökumenischen Frauenarbeit engagieren.
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Zeremonie im Bamberger Dom
Herwig Gössl wird als neuer Erzbischof ins Amt eingeführt
Mit einem Gottesdienst im Bamberger Dom wird Herwig Gössl Anfang März in sein Amt als Erzbischof von Bamberg eingeführt. Los geht es um 10:30 Uhr, geöffnet ist der Dom bereits um 8 Uhr.
Herwig Gössl wurde am 22. Februar 1967 in München geboren und wuchs in Nürnberg auf. 1986 trat er ins Bamberger Priesterseminar ein. 1993 weihte ihn Erzbischof Elmar Maria Kredel zum Priester. Nach vier Jahren als Kaplan in Bayreuth, St. Hedwig, wurde er im September 1997 zunächst zum Pfarradministrator und schließlich zum Pfarrer der Pfarreien Hannberg und Weisendorf im Dekanat Erlangen ernannt.
2007 berief Erzbischof Ludwig Schick Gössl zum stellvertretenden Leiter im Bamberger Priesterseminar. Am 24. Januar 2014 ernannte Papst Franziskus Gössl zum Weihbischof in Bamberg. Er wurde auch Bischofsvikar für die Caritas und Dompropst. Später übernahm er die Leitung des Seelsorgeamtes.
Nachdem Ludwig Schick am 1. November 2022 sein Amt als Bambergs Erzbischof aufgegeben hatte, leitete Gössl das Erzbistum als Diözesanadministrator. Am 9. Dezember 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum 76. Bischof und 14. Erzbischof von Bamberg.
Am 2. März, um 10:30 Uhr, wird Herwig Gössl in sein Amt als Erzbischof im Bamberger Dom eingeführt. Aufgrund von Sicherheitsvorkehrungen wird es an den Eingängen Taschenkontrollen geben, wie das Erzbistum mitteilte.
Der Dom wird bereits um 8 Uhr geöffnet. Wegen einer Fernsehübertragung müssen bis 10 Uhr aber alle Sitzplätze eingenommen sein. Im Dom wird es jedoch auch Sitzplätze in der Nagelkapelle und in der Ostkrypta geben. Dort, genau wie in den Seitenschiffen des Gebäudes, werden Bildschirme und Leinwände das Geschehen im Altarraum übertragen. Für den Fall, dass die Sitzplätze im Dom nicht ausreichen, will das Erzbistum auch eine Übertragung in die Jakobskirche am Jakobsplatz anbieten.
Ablauf der Amtseinführung
Zu Beginn des Gottesdienstes, der etwa zwei Stunden dauern soll, überreicht Nikola Eterovic, apostolischer Nuntius, eine Art Botschafter des Vatikans, die päpstliche Ernennungsurkunde. Diese wird Domdekan Hubert Schiepek dann vorlesen.
Danach wird Gössl zum Bischofsstuhl geführt, wo ihm sein Vorgänger Ludwig Schick den Bischofsstab übergibt. Danach setzt sich der neue Erzbischof auf die Kathedra, den Platz des Erzbischofs beim Altar. Das ist der Moment, in dem er vom Erzbistum „Besitz ergreift“, so die Mitteilung weiter, und offiziell ins Amt eingeführt ist.
Neben dem emeritierten Erzbischof Schick und Nuntius Eterovic werden auch der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, der Würzburger Bischof Franz Jung, der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Bischof André Guèye aus dem Partnerbistum Thiès im Senegal erwartet.
Für die Deutsche Bischofskonferenz nimmt deren stellvertretender Vorsitzender, Bischof Michael Gerber aus Fulda, teil. Das Bistum Eichstätt vertritt dessen Generalvikar Michael Alberter. Auch zahlreiche Vertreter:innen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft haben sich angekündigt.