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Erzbischof

Erz­bi­schof seit 2002

Lud­wig Schick als Erz­bi­schof verabschiedet

Mit einem Got­tes­dienst hat sich am drit­ten Advents­sonn­tag (11. Dezem­ber) Lud­wig Schick nach mehr als 20 Jah­ren als Bam­ber­ger Erz­bi­schof ver­ab­schie­det. Schick war seit 2002 Erz­bi­schof von Bam­berg. Am 1. Novem­ber 2022 hat­te Papst Fran­zis­kus das Rück­tritts­ge­such des 73-Jäh­ri­gen angenommen.

In sei­ner Abschieds-Pre­digt blick­te Lud­wig Schick auf sei­ne 20 Amts­jah­re zurück, wie das Erz­bis­tum in einer Mit­tei­lung bekannt­gab. Als Erfol­ge die­ser Zeit nann­te er die Umset­zung des Pas­to­ral­ge­sprächs, die Erstel­lung eines Pas­to­ral­plans, die Kon­so­li­die­rung der Finan­zen, das tau­sends­te Jubi­lä­um von Bis­tum und Dom, die Bil­dung der Seel­sor­ge­be­rei­che, die Umstruk­tu­rie­rung im Ordi­na­ri­at und die Sanie­rung und Reno­vie­rung vie­ler Bau­ten. Dann kam er auf die Auf­ar­bei­tung von Miss­brauchs­fäl­len und die Prä­ven­ti­on gegen Miss­brauch zu spre­chen, die­se sei­en „ange­gan­gen worden“.

Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor und Weih­bi­schof und Schicks Nach­fol­ger bis ein neu­er Erz­bi­schof bestimmt ist, Her­wig Gössl, dank­te in sei­ner Rede wäh­rend des Got­tes­diens­tes für 20 Jah­re treue, siche­re, weit­sich­ti­ge, väter­li­che und brü­der­li­che Füh­rung durch schwie­ri­ge Zei­ten. „Wir wis­sen zu schät­zen, dass in unse­rem Erz­bis­tum ein ver­trau­ens­vol­ler und offe­ner Umgangs­ton und ein gutes Mit­ein­an­der herr­schen, und wir wis­sen, wem wir das auch zu ver­dan­ken haben.“

Der Vor­sit­zen­de der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz, der Lim­bur­ger Bischof Georg Bät­zing, ver­glich Schick mit dem Bam­ber­ger Rei­ter: „Wie der Rei­ter war er immer unter­wegs. Er war immer bei den Men­schen. Und war immer dort, wo Not beson­ders groß ist.“

Der Münch­ner Erz­bi­schof, Kar­di­nal Rein­hard Marx, blick­te auf her­aus­for­dern­de gemein­sa­me Jah­re in der Frei­sin­ger Bischofs­kon­fe­renz zurück. Er nann­te Schick einen „Schaf­fer“, der Arbeit anneh­me und nicht davor weglaufe.

Auch Doro­thea Grei­ner, evan­ge­lisch-luthe­ri­sche Regio­nal­bi­schö­fin Bay­reuths, Astrid Schu­bert und Gün­ter Heß, Vor­sit­zen­de des Diö­ze­san­rats, der Würz­bur­ger Bischof Franz Jung, Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke wür­dig­ten im Ver­lauf des Got­tes­diens­tes Lud­wig Schick.

Abschlie­ßend bedank­te sich die­ser für alles Wohl­wol­len, alle Hil­fe und Mit­ar­beit. In zuver­sicht­li­cher Erwar­tung auf die Barm­her­zig­keit Got­tes schei­de er aus dem Dienst, wer­de aber zu Diens­ten blei­ben. „Nun ste­hen neue Auf­ga­ben an, die ein neu­er Bischof mit Kraft und Ener­gie anfas­sen wird.“

Papst Fran­zis­kus nimmt Amts­ver­zicht an

Lud­wig Schick legt Amt als Erz­bi­schof nieder

Bam­bergs Erz­bi­schof Lud­wig Schick legt nach 20 Jah­ren sein Amt nie­der, wie das Erz­bis­tum Bam­berg heu­te bekannt­gab. Papst Fran­zis­kus habe am Aller­hei­li­gen­tag der Bit­te Lud­wig Schicks ent­spro­chen, ihn vom Amt zu entpflichten.

Lud­wig Schick beton­te, er lege „dank­bar und zuver­sicht­lich“ wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen und Wei­chen­stel­lun­gen in die Hän­de eines Nachfolgers.

Die Ent­schei­dung wur­de am Diens­tag zeit­gleich in Rom und in Bam­berg ver­kün­det. Mit sei­nem Rück­tritt wol­le Schick die bevor­ste­hen­den wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen und Wei­chen­stel­lun­gen im Erz­bis­tum einem jün­ge­ren Nach­fol­ger über­las­sen. „Ver­nunft und Ver­ant­wor­tung“ hät­ten ihn bereits im ers­ten Quar­tal des Jah­res zu die­ser Über­zeu­gung kom­men las­sen. In einer Pri­vat­au­di­enz im April habe er des­halb dem Papst sei­nen Rück­tritt ange­bo­ten, schreibt Schick, der im Sep­tem­ber 73 Jah­re alt gewor­den ist, in einem am Diens­tag ver­öf­fent­lich­ten Brief an die Men­schen im Erz­bis­tum Bamberg.

Sei­ne Auf­ga­ben im Erz­bis­tum habe er in sei­ner 20-jäh­ri­gen Amts­zeit erfüllt und abge­schlos­sen, schreibt Schick wei­ter und nennt die Beschlüs­se des Bam­ber­ger Pas­to­ral­ge­sprächs, die Struk­tur­re­form mit der Bil­dung neu­er Seel­sor­ge­be­rei­che sowie die Reno­vie­rung zahl­rei­cher Gebäu­de wie das Bam­ber­ger Pries­ter­se­mi­nar, das Jugend­haus Burg Feu­er­stein, die Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus in Nürn­berg, die Bil­dungs­häu­ser Vier­zehn­hei­li­gen sowie alle Schu­len in katho­li­scher Trä­ger­schaft und vie­le Kir­chen, Kapel­len, Kin­der­gär­ten und Senio­ren­hei­me. Auch das Ordi­na­ri­at sei neu struk­tu­riert wor­den. „Vor allem konn­te die täg­li­che Seel­sor­ge­ar­beit in Ver­kün­di­gung, Got­tes­dienst und kari­ta­ti­ver Gemein­schaft­bil­dung getan wer­den“, schreibt Schick weiter.

Admi­nis­tra­tor soll zeit­nah Lei­tung inte­rims­wei­se übernehmen

In sei­nem Brief weist Schick auf bevor­ste­hen­de Per­so­nal­ent­schei­dun­gen im Erz­bis­tum und auf die Umset­zung der Reform­be­schlüs­se des Syn­oda­len Wegs und des welt­wei­ten syn­oda­len Pro­zes­ses hin. Papst Fran­zis­kus habe ihn zunächst gebe­ten, wei­ter im Amt zu blei­ben. „Nach noch­ma­li­gem Vor­tra­gen mei­ner Grün­de hat er mei­ner Bit­te Ende Sep­tem­ber dann ent­spro­chen“, erläu­tert Schick. Der Amts­ver­zicht ist damit am 1. Novem­ber 2022 wirk­sam geworden.

Schick betont wei­ter, dass er alle über­nom­me­nen und zuge­sag­ten Ver­pflich­tun­gen erfül­len wer­de, sofern dies von den Gläu­bi­gen und Gemein­den sowie dem künf­ti­gen Admi­nis­tra­tor des Erz­bis­tums gewünscht wer­de. „Dank­bar und zuver­sicht­lich schei­de ich aus dem Amt“, schreibt er. „Die Auf­ga­ben der Kir­che in Ver­kün­di­gung der fro­hen Bot­schaft in den Got­tes­diens­ten, der Seel­sor­ge und Cari­tas kön­nen auf einem guten Fun­da­ment frucht­bar wei­ter­ge­führt wer­den.“ Das Schrei­ben endet mit den Wor­ten: „Ich bin dank­bar, dass ich am Aller­hei­li­gen­tag aus­schei­den darf und die Erz­diö­ze­se Bam­berg sowie die gan­ze Kir­che Jesus Chris­tus und allen Hei­li­gen für eine segens­rei­che Zukunft anver­trau­en darf.“

Die katho­li­sche Kir­che sieht Schick der­zeit in einer Pha­se der Neu­ori­en­tie­rung, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mit­teilt. „Refor­men sind mög­lich und nötig“, beton­te er und mach­te auch deut­lich, dass die Gemein­schaft der Glau­ben­den wich­ti­ger ist als die Insti­tu­ti­on Kirche.

In den letz­ten Mona­ten sei­ner Amts­zeit muss­te Schick sich auch ver­stärkt mit der Auf­ar­bei­tung von Miss­brauchs­fäl­len befas­sen. Jeder Fall habe ihn tief erschüt­tert, beton­te er und räum­te auch Kom­mu­ni­ka­ti­ons­feh­ler der Bis­tums­lei­tung in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ein. Miss­brauch sei Mord an Kinderseelen.

Lud­wig Schick wur­de am 22. Sep­tem­ber 1949 in Mar­burg gebo­ren und 1975 in Ful­da zum Pries­ter geweiht. 1995 wur­de er Gene­ral­vi­kar in Ful­da, 1998 Weih­bi­schof. Ab 1985 war er Inha­ber des Lehr­stuhls für Kir­chen­recht an der Theo­lo­gi­schen Fakul­tät in Ful­da, bis er 2002 zum Erz­bi­schof von Bam­berg ernannt wur­de. Von 2006 bis 2021 war er Vor­sit­zen­der der Kom­mis­si­on Welt­kir­che der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz. In sei­ne Amts­zeit in Bam­berg fie­len das 1000. Bis­tums­ju­bi­lä­um 2007 und das 1000. Dom­ju­bi­lä­um 2012.

Das Dom­ka­pi­tel wer­de bald­mög­lichst einen Admi­nis­tra­tor wäh­len, der bis zur Ernen­nung eines Nach­fol­gers durch den Papst das Erz­bis­tum leitet.

„Jesus will eine Kir­che der Gleichberechtigten“

Haupt­amt­li­che zu sehr im Vordergrund

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick warnt davor, die Kir­che auf die Rol­le der Päps­te, Bischö­fe, Pries­ter und Haupt­amt­li­chen zu redu­zie­ren, teilt das Erz­bis­tum Bam­berg mit. Haupt­amt­li­che hät­ten sich zu sehr in den Vor­der­grund gespielt, Jesus wol­le jedoch eine Kir­che der Gleichberechtigten.

„Wir haben uns zu sehr in den Vor­der­grund gespielt, das war aber gegen die Inten­ti­on Jesu“, sag­te Schick in sei­ner heu­ti­gen Pre­digt zum Don-Bosco-Fest in Forch­heim. Es müs­se in der Kir­che Ämter und Ver­ant­wort­lich­kei­ten geben. „Aber die Kir­che ist Gemein­schaft aller Getauf­ten. Jesus will eine Kir­che der Gleich­be­rech­tig­ten, vor allem im Ein­satz für sei­ne Sache.“

Der hei­li­ge Don Bosco habe neben den Pries­tern und Ordens­leu­ten immer alle Getauf­ten im Blick gehabt: „Sie soll­ten sich als Chris­ten für die Kin­der und Jugend­li­chen, beson­ders die benach­tei­lig­ten und schutz­be­dürf­ti­gen, inter­es­sie­ren und enga­gie­ren.“ Die Kir­che, die Don Bosco im Blick hat­te, sei die wah­re Kir­che und sie dür­fe nicht unter­ge­hen, „weil sie für unse­re Gesell­schaft, Mensch­heit und Schöp­fung so viel Heil­sa­mes und Gutes wirkt“.

Dras­ti­sche Dro­hung Jesu gel­te heu­te wie immer

Sie hal­te den Glau­ben und das Ver­trau­en auf den guten Gott auf­recht. Das sei gera­de in schwie­ri­gen Zei­ten des Lebens und der Geschich­te wich­tig. „Wir erle­ben es auch jetzt in der Pan­de­mie: Wir brau­chen Ver­trau­en und Hoff­nung, damit wir die Kri­se über­win­den kön­nen. Die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums, die Got­tes­diens­te sowie das seel­sorg­li­che und kari­ta­ti­ve Wir­ken der Kir­che sind unerlässlich.“

Der Miss­brauchs­skan­dal sei ein Tsu­na­mi, beson­ders für die Kir­che. Die Sor­ge um Kin­der und Jugend­li­che, ihre Ent­wick­lung und Bil­dung sei der Kir­che von Jesus selbst auf­ge­tra­gen. In ihr müss­ten sie einen siche­ren Ort fin­den, um sich frei zu ent­fal­ten, sag­te Schick und beton­te: „Wer Kin­der miss­braucht, dem gehört ein Mühl­stein um den Hals und im Meer ver­senkt. Die­se dras­ti­sche Dro­hung Jesu gilt heu­te wie immer.“

Sil­ves­ter­pre­digt von Erz­bi­schof Schick

Die Kir­che soll „raus aus der Blase“

Erz­bi­schof Schick macht Ver­kün­di­gung zum Jah­res­the­ma 2022 und ruft in sei­ner Sil­ves­ter­pre­digt die Kir­che dazu auf, ihre Spra­che, auch die ihrer Tex­te und Gebe­te, die Lit­ur­gien und Riten sowie ihre Struk­tu­ren zu überprüfen.

Erz­bi­schof Lud­wig Schick for­dert die Kir­che zum Jah­res­wech­sel auf, sich weni­ger mit sich selbst zu beschäf­ti­gen und sich auf ihren Auf­trag der Ver­kün­di­gung zu besin­nen. Des­halb soll das Jah­res­the­ma 2022 im Erz­bis­tum Bam­berg lau­ten: „Raus aus der Bla­se. Mis­si­on der Kir­che im 21. Jahr­hun­dert“. Dies wäre auch der Titel des Fest­vor­trags der Frei­bur­ger Theo­lo­gin Ursu­la Not­hel­le-Wild­feu­er auf dem Neu­jahrs­emp­fang im Janu­ar gewe­sen, der pan­de­mie­be­dingt aus­fal­len muss.

„Wir wol­len im neu­en Jahr den ers­ten Auf­trag allen kirch­li­chen Han­delns, die Ver­kün­di­gung, in den Mit­tel­punkt stel­len, die selbst­ver­ständ­lich immer mit den bei­den ande­ren – Got­tes­dienst und Cari­tas – unab­ding­bar in Ver­bin­dung steht“, sag­te Schick in sei­ner Sil­ves­ter­pre­digt am Frei­tag im Bam­ber­ger Dom. Ver­kün­di­gung sei Haupt­be­stand­teil jedes Got­tes­diens­tes. „Alle Ver­kün­di­gung muss auch der Cari­tas, dem Haupt­ge­bot der Got­tes- und der Nächs­ten­lie­be die­nen“, so Schick.

„‘Raus aus der Bla­se‘ bedeu­tet, dass wir als Kir­che raus aus der Selbst­be­schäf­ti­gung wol­len, hin zu dem, was Mis­si­on der Kir­che ist“, beton­te der Erz­bi­schof und rief dazu auf, die Gebe­te, Lit­ur­gien, Riten und auch vie­le Kir­chen­struk­tu­ren zu hin­ter­fra­gen und zu ver­än­dern, die zeit­be­dingt in der Ver­gan­gen­heit ent­stan­den sei­en. Auch mehr Öku­me­ne und inter­re­li­giö­ser Dia­log sei­en dazu notwendig.

Die Kir­che müs­se „raus aus der Bla­se der Selbst­be­spie­ge­lung und der Sor­gen um sich selbst, ihr Anse­hen und ihre Güter hin zum Schatz der Kir­che, den sie hüten und ver­mit­teln muss.“ Der Schatz Jesu Chris­ti bestehe dar­in, dass alle Men­schen die glei­che Wür­de und die glei­chen Rech­te haben. „Der Schatz unse­res Glau­bens besteht dar­in, dass wir uns für Gerech­tig­keit, Frie­den und Bewah­rung der Schöp­fung ein­set­zen“, sag­te Schick. Kon­kret nann­te er den Schutz des Sonn­tags, der für das per­sön­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Leben unab­ding­bar sei. Außer­dem setz­te er sich in sei­ner Pre­digt für die Ach­tung und den Schutz lie­be­vol­ler Bezie­hun­gen „in der Ehe oder in ande­ren Lebens­for­men“ ein, „weil sie Lie­be sind und die Lie­be für das gute Leben bewahrt wer­den muss.“

„Wir haben gut durch­ge­hal­ten“ ist für Erz­bi­schof Schick das Fazit des zu Ende gehen­den von der Pan­de­mie gepräg­ten Jah­res. Auch die Kir­che habe ent­ge­gen ande­ren Dar­stel­lun­gen gut durch­ge­hal­ten und ihre Auf­ga­ben erfüllt mit den Got­tes­dienstan­ge­bo­ten und mit der Seel­sor­ge beson­ders für die vul­nerablen Grup­pen. Schick brach­te die Hoff­nung zum Aus­druck, dass es zu Sil­ves­ter 2022 hei­ßen wird: „Wir sind raus­ge­kom­men aus der Pan­de­mie und auch aus vie­len Nöten und Sor­gen, die damit ver­bun­den waren. Wir kön­nen neu und anders beginnen!“

Pre­digt am Heiligabend

Weih­nach­ten hat the­ra­peu­ti­sche Kraft

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat in sei­ner Pre­digt am Hei­lig­abend dazu auf­ge­ru­fen, Weih­nach­ten als „the­ra­peu­ti­sches Fest“ zu fei­ern. Gut und sinn­voll began­gen, ent­fal­te die Weih­nacht Heilungskräfte.

„Die Bot­schaft vom Licht, das die fins­te­ren Näch­te unse­res Lebens erleuch­tet, heilt die Wun­den der Ein­sam­keit und der Ängs­te“, sag­te Lud­wig Schick in der Christ­met­te im Bam­ber­ger Dom. „Zu jedem Hei­lungs­pro­zess gehört auch die Hoff­nung, dass es bes­ser wird. Weih­nach­ten ist ein Fest der Hoffnung.“

Im Weih­nachts­evan­ge­li­um wer­de die Ankunft eines ande­ren, neu­en Lebens vor­ge­stellt: „Die Lebens­wei­se der Für­sor­ge und Lie­be, der Güte und des Wohl­wol­lens gegen Her­zens­här­te und Gefühls­käl­te. All das wird im Stall von Beth­le­hem sicht­bar“, so Erz­bi­schof Schick. „Weih­nach­ten ver­heißt, dass hin­ter dem rau­en Welt­li­chen sanf­tes Gött­li­ches vor­han­den ist, dass das Gute das Böse über­wiegt, dass trotz der vie­len Krie­ge Frie­den mög­lich ist, dass es in uns Men­schen nicht nur die kal­te Ver­nunft gibt, son­dern auch das war­me Herz.“ Die­se Aus­sich­ten setz­ten pro-vita­le Kräf­te frei. „Die the­ra­peu­ti­sche Wir­kung von Weih­nach­ten ist pro-vital.“


„Kin­der und Jugend­li­che wur­den in der Pan­de­mie vernachlässigt“

Die Tex­te und Lie­der der Weih­nacht sei­en kei­ne his­to­ri­schen Berich­te und woll­ten kei­ne natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se ver­mit­teln. „Sie sind viel­mehr Medi­zin, die Hei­lungs- und Heil­wir­kung ent­fal­ten. Sie erwei­sen sich als the­ra­peu­tisch, wenn man sie wirk­lich an sich her­an- und in sich hin­ein­lässt“, so Schick.

Weih­nach­ten sei das Fest der Kin­der, sag­te Erz­bi­schof Schick und wies in sei­ner Pre­digt dar­auf hin, dass in der Pan­de­mie die Kin­der und Jugend­li­chen ver­nach­läs­sigt wor­den sei­en. Inzwi­schen sei bekannt, dass vie­le Kin­der ein­sam gewor­den sind, sich ver­las­sen füh­len, Trau­rig­keit und Depres­si­on erlei­den. Weih­nach­ten sol­le sie in den Mit­tel­punkt stel­len: „So wie in der Krip­pe das Kind Zen­trum und Mit­tel­punkt ist, so sol­len es auch die Kin­der und Jugend­li­chen sein. Es soll ihnen gut gehen, und sie sol­len Leben haben.“

Der Fest­got­tes­dienst am 25.12. um 9.30 Uhr sowie die Pon­ti­fi­kal­ves­per am 25.12. um 17 Uhr wer­den im Live­stream über­tra­gen auf https://www.youtube.com/erzbistumbamberg

30.000 Euro für kin­der­rei­che Familien

Erz­bi­schof Schick über­gibt Spenden

Mit einer Gesamt­sum­me von 30.000 Euro unter­stützt die Fami­li­en­stif­tung Kin­der­reich von Erz­bi­schof Lud­wig Schick Fami­li­en mit vie­len Kin­dern in Not­la­gen sowie Pro­jek­te der Fami­li­en­hil­fe. Erz­bi­schof Schick dank­te bei der Spen­den­über­ga­be im Bis­tums­haus St. Otto in Bam­berg allen Spen­dern und denen, die sich für die Zie­le der Stif­tung einsetzen.

„Die Stif­tung will in kon­kre­ten Nöten hel­fen, sie soll aber auch auf die Freu­den und den Wert kin­der­rei­cher Fami­li­en hin­wei­sen“, so Schick. Die dies­jäh­ri­ge Advents­ak­ti­on steht unter dem Mot­to „Teil­ha­be – Partizipation“.

„Teil­ha­be bedeu­tet nicht, dass Kin­der nur an den schö­nen, sor­gen­frei­en, beglü­cken­den Sei­ten des Lebens an Kon­sum und Reich­tum teil­ha­ben, son­dern am gan­zen Leben. Abschot­ten, um glück­lich zu machen, macht unglück­lich“, so Schick. Teil­ha­be gebe inne­re Sicher­heit und Stär­ke, Mut und Zuversicht.

Dass gesell­schaft­li­che Teil­ha­be gera­de in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie für kin­der­rei­che Fami­li­en immer schwie­ri­ger wird, ver­deut­lich­te Bar­ba­ra Bor­schert, Abtei­lungs­lei­te­rin Kinder‑, Jugend- und Fami­li­en­hil­fe im Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg. Sie unter­mau­er­te ihre Aus­sa­ge mit einem vir­tu­el­len Blick auf den Waren­korb von ALG II, also Hartz IV. Die­ser sehe zum Bei­spiel für 15- bis 17-Jäh­ri­ge gera­de ein­mal 60 Cent pro Monat für Bil­dung vor: „Damit bekommt man Home­schoo­ling mit sei­ner Digi­ta­li­sie­rung nicht hin!“, beklag­te Bor­schert. Als wei­te­res Bei­spiel für die finan­zi­el­len Belas­tun­gen gro­ßer Fami­li­en führ­te die Cari­tas-Abtei­lungs­lei­te­rin die gestie­ge­nen Ener­gie­prei­se an, die zu hohen Nach­zah­lun­gen füh­ren: „Der Hartz-IV-Regel­satz reicht dafür nicht aus“, so Borschert.

Ursu­la Kund­mül­ler, Stell­ver­tre­ten­de Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­to­rin, for­der­te die Poli­tik dazu auf, in der Pan­de­mie die „klei­ne Grup­pe von Jugend­li­chen nicht zu ver­ges­sen, denen der Zugang sowohl zu einer Imp­fung als auch zu den regel­mä­ßi­gen Schnell­tests in der Schu­le ver­wehrt ist.“ Kund­mül­ler zähl­te dazu die Jugend­li­chen, die die Schul­pflicht erfüllt, aber noch kei­nen Aus­bil­dungs­platz haben, oder die als nicht beschul­bar ein­ge­stuft sind, oder die psy­chisch krank sind und zu Hau­se auf den Beginn einer The­ra­pie war­ten. Daher begrü­ße sie aus­drück­lich den Beschluss der Staats­re­gie­rung, dass nach dem Jah­res­wech­sel für die­se Alters­grup­pe bestimm­te Aus­nah­men von der 2G-Regel gel­ten wie etwa für sport­li­che oder musi­ka­li­sche Aktivitäten.


Hil­fe, wo staat­li­che Maß­nah­men nicht oder nicht hin­rei­chend greifen

Ger­trud Peter, Lei­te­rin der Schwan­ge­ren­be­ra­tung des Cari­tas­ver­ban­des für Stadt und Land­kreis Ans­bach, sowie David Mos, Sach­ge­biets­re­fe­rent Kin­der­er­ho­lung im Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band, schil­der­ten aus ihren Fach­be­rei­chen die kon­kre­te Unter­stüt­zung durch die bischöf­li­che Stiftung.

Mit einem Teil der 30.000 Euro wer­den drei beson­de­re Pro­jek­te in die­sem Jahr geför­dert: Mit 6000 Euro unter­stützt die Fami­li­en­stif­tung die all­jähr­li­che Cari­tas-Kin­der­er­ho­lung des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des Bam­berg für Mäd­chen und Jun­gen von 6 bis 14 Jah­ren. Die Teil­neh­men­den kom­men zumeist aus sozi­al benach­tei­lig­ten Familien.

Mit 2.500 Euro wird das Pro­jekt „Schul­ma­te­ri­al“ des Cari­tas­ver­ban­des in Stadt und Land­kreis Erlan­gen unter­stützt. Damit sol­len bedürf­ti­ge Fami­li­en beson­ders am Schul­an­fang unter­stützt werden.

Einen Zuschuss von 1.500 Euro erhält die Bil­dungs­maß­nah­me „Fit für Fami­lie“. Dabei geht es um sie­ben­tä­gi­ge Fami­li­en­bil­dungs­maß­nah­men in der Jugend­her­ber­ge Pot­ten­stein, die sich an Fami­li­en in schwie­ri­gen finan­zi­el­len und per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen rich­ten. Zwi­schen den Maß­nah­men sor­gen regel­mä­ßi­ge ein- bis zwei­tä­gi­ge Nach­tref­fen für eine kon­ti­nu­ier­li­che psy­cho­lo­gi­sche und päd­ago­gi­sche Betreu­ung.

Außer­dem wur­den ins­ge­samt 24 Anträ­ge auf Ein­zel­fall­hil­fe mit einer Gesamt­hö­he von 20.000 Euro bewil­ligt. Hier wer­den mit Beträ­gen zwi­schen 300 und 2.000 Euro die Anschaf­fung zum Bei­spiel von Schul­ma­te­ri­al, Baby­aus­stat­tung, Kin­der­bet­ten, Win­ter­klei­dung unter­stützt. Auch die Anschaf­fung von Note­books und Tablets wer­den ver­stärkt finan­ziert, die durch die Digi­ta­li­sie­rung in den Schu­len erfor­der­lich sind und die sich kin­der­rei­che Fami­li­en aber oft nicht leis­ten könnten.

Erz­bi­schof Schick erläu­ter­te, dass auch die Nut­zung von Com­pu­tern und digi­ta­len End­ge­rä­ten Teil­ha­be am heu­ti­gen Leben bedeu­te: „Ich möch­te die Bedeu­tung der Teil­ha­be am Leben für ein gelin­gen­des Leben unter­strei­chen und dar­auf hin­wei­sen, dass unse­re Gesell­schaft alles tun muss, dass gera­de kin­der­rei­che Fami­li­en auch an die­sen Errun­gen­schaf­ten teil­neh­men kön­nen. Denn dies ist uner­läss­lich für den Auf­bau ihrer Zukunft.“

Die Stif­tung will vor allem dort hel­fen, wo staat­li­che Maß­nah­men nicht oder nicht hin­rei­chend grei­fen. Als „kin­der­reich“ gel­ten in der Regel Fami­li­en mit vier und mehr Kin­dern. Die Zuwen­dun­gen wer­den unab­hän­gig von Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit oder Her­kunft gewährt, die Betrof­fe­nen müs­sen aller­dings im Bereich der Erz­diö­ze­se Bam­berg wohnen.


Mehr Infor­ma­tio­nen über die Stif­tung gibt es auf der Sei­te der Fami­li­en­stif­tung Kinderreich 

Spen­den­kon­to: DE41 7509 0300 0009 0472 55

Erwach­se­nen­bil­dung

„Bil­dung gehört zum Leben“

Die Katho­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung soll es den Men­schen ermög­li­chen, sich selbst ein Bild zu machen. „Das ist wich­tig für unser Mensch­sein und unser Christ­sein“, sagt Erz­bi­schof Lud­wig Schick zum 50. Jubi­lä­um der Katho­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung (KEB) im Erz­bis­tum Bam­berg und betont, Bil­dung gehö­re zum Leben.

„In unse­rer schnell­le­bi­gen, viel­ge­stal­ti­gen, sich stän­dig ver­än­dern­den Wis­sens- und Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft muss man auf dem Lau­fen­den blei­ben, um sich selbst ein Bild machen zu kön­nen“, betont Schick in sei­nem Gruß­wort. Dabei gehe es um das eige­ne Umfeld, die welt­wei­te Men­schen­ge­mein­schaft und die gan­ze Schöp­fung. „Das ist nötig, das gan­ze Leben lang. Bil­dung gehört zum Leben bis zum Lebens­en­de“, so Schick.

„Erwach­se­nen­bil­dung muss Ein­sicht und Ver­ständ­nis des christ­li­chen Glau­bens und unse­rer Welt ver­mit­teln, damit jede und jeder sich ein Bild machen kann“, fügt der Erz­bi­schof hin­zu. Die Ein­sicht in alle Vor­gän­ge unse­rer Zeit und das Ver­ständ­nis von allem, was gesche­he und sich ver­än­de­re, soll­ten wach­sen, damit jeder beur­tei­len kann, wor­auf es ankom­me. „All das soll hel­fen, dass wir in der Lie­be rei­cher wer­den. Aus dem „sich ein Bild machen“ sol­le han­deln wer­den im Geist Jesu für das Wohl der Mit­men­schen und der gan­zen Schöpfung.

Die Erwach­se­nen­bil­dung im Erz­bis­tum Bam­berg müs­se sich den ver­än­der­ten Gege­ben­hei­ten in Kir­che und Gesell­schaft anpas­sen. Nöti­ge Umstruk­tu­rie­run­gen soll­ten dar­auf zie­len, die Erwach­se­nen­bil­dung zukunfts­fä­hig zu machen, so Schick.

Sowohl die Ers­te Vor­sit­zen­de der KEB als auch der bischöf­li­che Beauf­trag­te für Erwach­se­nen­bil­dung der Erz­diö­ze­se, Chris­ti­an Kainz­bau­er-Wütig, beto­nen, dass das Wech­sel­spiel zwi­schen Ehren- und Haupt­amt­li­chen die Beson­der­heit der Katho­li­schen Erwach­se­nen­bil­dung sei. „Vor allem in der Flä­che lebt die katho­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung vom ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment“, so Leh­ner. Des­halb wer­den laut Kainz­bau­er-Wütig auch kei­ne Struk­tu­ren gefei­ert, die nur unter­stüt­zen sol­len und wand­lungs­fä­hig sei­en, „son­dern Men­schen aus Fleisch und Blut.“

Die Prä­si­den­tin des Baye­ri­schen Volks­hoch­schul­ver­ban­des, die frü­he­re Land­tags­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Stamm, nennt die Katho­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung „ein Vor­bild für uns alle“ und einen wich­ti­gen Bei­trag für die Demo­kra­tie. Die Erwach­se­nen­bil­dung kön­ne dazu bei­tra­gen, „dass die Gesell­schaft nicht wei­ter aus­ein­an­der­fällt, son­dern dass wir zusam­men­rü­cken“. Gera­de in Kri­sen­zei­ten bekä­men Bil­dung und Auf­klä­rung eine zen­tra­le Rol­le, auch mit Blick auf Ver­schwö­rungs­theo­rien und Men­schen, die Fak­ten igno­rie­ren. „Die Sozi­al­po­li­tik des 21. Jahr­hun­derts ist die Bil­dungs­po­li­tik“, so die frü­he­re baye­ri­sche Gesund­heits­mi­nis­te­rin in ihrem Grußwort.

Der Amts­chef des baye­ri­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums, Ste­fan Graf, bezeich­net die Katho­li­sche Erwach­se­nen­bil­dung als unver­zicht­ba­ren Bestand­teil des baye­ri­schen Bil­dungs­sys­tems, die den Men­schen Zuver­sicht, Halt und Ori­en­tie­rung gebe in einer sich wan­deln­den Welt. Die Wer­te­bil­dung sei das urei­ge­ne Feld der kon­fes­sio­nel­len Erwach­se­nen­bil­dung, sagt Graf und betont den ganz­heit­li­chen Bil­dungs­an­satz: „Der Mensch muss immer im Mit­tel­punkt ste­hen.“ Die KEB bie­te ein „trag­fä­hi­ges Wer­te­ge­rüst als Kom­pass für unser Han­deln“, so der Ministerialdirektor.

Gruß­wort zur evan­ge­li­schen Landessynode

„Ver­söhn­te Ver­schie­den­heit ist ein Dauerauftrag“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft in einem Gruß­wort zur evan­ge­li­schen Lan­des­syn­ode zur gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung von Ämtern, von Eucha­ris­tie und Abend­mahl in der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che auf.

Das sei das Ziel, dazu müss­ten wei­te­re theo­lo­gi­sche, his­to­ri­sche und pas­to­ra­le Kon­sen­se in den Kon­fes­sio­nen ange­strebt wer­den, sag­te Schick in einem Gruß­wort zur Lan­des­syn­ode der evan­ge­lisch- luthe­ri­schen Kir­che in Bay­ern am Montag.


„Nie ein Dau­er­zu­stand, son­dern ein Dauerauftrag“

„Die ver­söhn­te Ver­schie­den­heit ist das Ziel der öku­me­ni­schen Bemü­hun­gen. Sie weiß um die glei­chen Wur­zeln und die unter­schied­li­chen Ent­fal­tun­gen und um die Ver­söh­nung, die dar­in besteht, das gemein­sa­me Fun­da­ment anzu­er­ken­nen und sich über die ver­schie­de­nen Ent­wick­lun­gen zu freuen.“

In sei­nem Gruß­wort beton­te Schick, die Ver­söhnt­heit müs­se immer neu aktua­li­siert und auch insti­tu­tio­nell ver­wirk­licht wer­den. „Ver­söhn­te Ver­schie­den­heit ist nie ein Dau­er­zu­stand, son­dern ein Dau­er­auf­trag. Er besteht dar­in, die Fun­da­men­te der Ver­bun­den­heit zu stär­ken: das Lesen, Betrach­ten und Bespre­chen der Hei­li­gen Schrift, das mit­ein­an­der Beten und die mög­li­chen Got­tes­diens­te zu fei­ern und dia­ko­nisch-kari­ta­tiv mit­ein­an­der in der Gesell­schaft zu wir­ken.“ Der Erz­bi­schof füg­te hin­zu: „Das Wort Got­tes und die Tau­fe ver­bin­den uns und füh­ren uns zusam­men. Cari­tas und Dia­ko­nie für die Men­schen ver­bin­den uns und för­dern die Ein­heit in ver­söhn­ter Verschiedenheit.“

Die Herbst­syn­ode der evan­ge­li­schen Kir­che in Bay­ern wur­de am Sonn­tag als Online-Ver­an­stal­tung eröff­net. Sie dau­ert bis Don­ners­tag und hät­te eigent­lich in Gei­sel­wind statt­fin­den sollen.

Päpst­li­che Aus­zeich­nun­gen verliehen

Erz­bi­schof Schick wür­digt Enga­ge­ment bei Cari­tas, Erwach­se­nen­bil­dung und Frau­en- und Familienarbeit

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat vier Päpst­li­che Ehrun­gen für außer­or­dent­li­che Ver­diens­te in Kir­che und Gesell­schaft ver­lie­hen und die hei­li­ge Eli­sa­beth als „Ehren­amt­li­che im Bereich der Cari­tas und des Sozi­al­we­sens sowie der Men­schen­bil­dung“ gewürdigt.

Die Aus­zeich­nun­gen „Rit­ter des Sil­ves­ter­or­dens“ bezie­hungs­wei­se „Dame des Sil­ves­ter­or­dens“ und die ent­spre­chen­den Urkun­den über­reich­te Schick am Don­ners­tag­abend an Sabi­ne Stie­gel­sch­mitt, Paul Elbert, Bern­hard Wacker und Her­mann Herz­ner nach einem Got­tes­dienst im Bam­ber­ger Dom.


„Hei­li­ge Eli­sa­beth lehrt alter­na­ti­ve Lebensweise“

In sei­ner Pre­digt sag­te Erz­bi­schof Schick, die hei­li­ge Eli­sa­beth von Thü­rin­gen, deren Fest jähr­lich am 19. Novem­ber began­gen wird, leh­re exem­pla­risch und radi­kal das Christ­sein als alter­na­ti­ve Lebens­wei­se. „Sie hat mit ihrem Leben gezeigt, dass allein die akti­ve Nächs­ten­lie­be in der Chris­tus­nach­fol­ge zählt.“ Schick füg­te hin­zu: „Die christ­li­che alter­na­ti­ve Lebens­wei­se ist die rich­ti­ge, weil sie auf die Her­aus­for­de­run­gen der Gegen­wart die rich­ti­gen Ant­wor­ten gibt und fähig macht, die Zukunft lebens­wert und lie­bens­wert zu gestalten.“

Eli­sa­beth habe durch ihr Leben und Wir­ken auch für eine sozi­al-kari­ta­ti­ve und gesell­schafts­re­le­van­te Erwach­se­nen­bil­dung gewirkt. „Ehren­amt­li­che sind Frau­en und Män­ner, die sich frei­wil­lig, mit gro­ßem per­sön­li­chen Ein­satz an Zeit, Mühe und eige­nem Geld für die All­ge­mein­heit ein­set­zen. Mit Frei­wil­lig­keit und Ehren­amt sind auch immer Ver­zicht und Her­ab­stei­gen auf Augen­hö­he mit denen ver­bun­den, für die man sich ein­setzt. Das kann man alles an der hei­li­gen Eli­sa­beth able­sen“, sag­te Schick mit Blick auf die an die­sem Abend Geehrten.

Die Vor­sit­zen­de des Sozi­al­diens­tes katho­li­scher Frau­en (SkF) in Bam­berg, Sabi­ne Stie­gel­sch­mitt, wur­de mit der Aus­zeich­nung „Dame des Sil­ves­ter­or­dens“ geehrt. Sie habe in den ver­gan­ge­nen 22 Jah­ren mit gro­ßem Enga­ge­ment und pro­fes­sio­nel­lem Wis­sen, mit Ziel­stre­big­keit und Durch­hal­te­ver­mö­gen die Geschi­cke des SkF mit­ge­tra­gen und gestal­tet, sag­te der Erz­bi­schof. Unter ihrem Vor­sitz seit 2012 habe der SkF sei­ne Tätig­keits­fel­der aus­ge­baut, von der Kin­der­ta­ges­be­treu­ung über Jugend­so­zi­al­ar­beit bis hin zum Betrieb von Frau­en­haus, Mut­ter-Kind-Haus und Mäd­chen­wohn­ge­mein­schaft. „Die enga­gier­te und hilf­rei­che Arbeit des SkF Bam­berg ist unver­wech­sel­bar mit Frau Stie­gel­sch­mitt ver­bun­den“, so Schick.

Paul Elbert wur­de für sein lang­jäh­ri­ges Enga­ge­ment in der Erwach­se­nen­bil­dung geehrt. Für die KEB Fürth war er vie­le Jah­re als Bil­dungs­be­auf­trag­ter und Ver­wal­tungs­rats­mit­glied tätig, er wur­de zunächst stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der, dann Vor­sit­zen­der. Seit 2015 ist er zudem Vor­sit­zen­der der KEB im Erz­bis­tum Bam­berg. Auch auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne enga­gier­te er sich. Seit sei­ner Pen­sio­nie­rung ist er wei­ter im Ehren­amt aktiv. „Sei­ne vie­len ehren­amt­li­chen Auf­ga­ben und Funk­tio­nen erfüllt er bis heu­te mit gro­ßem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein sowie uner­müd­li­chem Ein­satz und genießt in den Ver­ei­nen größ­te Aner­ken­nung und höchs­tes Anse­hen“, beton­te Schick.

Der Vor­sit­zen­de des Nürn­ber­ger Cari­tas­ver­ban­des, Bern­hard Wacker, erhielt die Aus­zeich­nung für sei­nen lang­jäh­ri­gen, vor­bild­li­chen Ein­satz und sei­ne umfang­rei­chen ehren­amt­li­chen Diens­te in ver­schie­de­nen Berei­chen. So setz­te er sich für den Bestand der Alten­fur­ter Rund­ka­pel­le und die Sebal­dus-Wall­fahrt ein. Er genie­ße auch im poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Nürn­berg hohes Anse­hen, beton­te Schick. Die Cari­tas unter­stüt­ze er nicht nur durch sein ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment, son­dern auch durch groß­zü­gi­ge Spen­den und Stif­tun­gen. Durch sei­ne Beschei­den­heit, sei­nen Lebens­wan­del und sei­ne gro­ße Fröm­mig­keit sei er für vie­le Men­schen ein Vorbild.

Eben­falls für sein lang­jäh­ri­ges enga­gier­tes Wir­ken im Nürn­ber­ger Cari­tas­ver­band, mit über 1.000 Mit­ar­bei­ten­den der größ­te baye­ri­sche Orts­ver­band, wur­de Her­mann Herz­ner geehrt. Er war Mit­glied im Gesamt­vor­stand, Zwei­ter Vor­sit­zen­der und zuletzt Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der. Vor allem unter­stütz­te er als Rechts­an­walt den Ver­band bei juris­ti­schen Fra­gen und war den Cari­tas­di­rek­to­ren stets eine gro­ße Stüt­ze. Dabei wirk­te er beschei­den im Hin­ter­grund und gab wich­ti­ge Impul­se für die Ent­wick­lung der Nürn­ber­ger Caritas.

„Nur mit­re­den wol­len reicht nicht“

Erz­bi­schof Schick ruft Ehren­amt­li­che zum Anpa­cken auf

Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat bei der Aus­sendung von Wort-Got­tes-Beauf­trag­ten die Ehren­amt­li­chen in der Kir­che zur Teil­nah­me am welt­wei­ten syn­oda­len Pro­zess aufgerufen.

Der Papst wün­sche, dass alle Getauf­ten Weg­ge­fähr­ten wer­den und Weg­ge­mein­schaft bil­den, sag­te Schick am Frei­tag­abend in sei­ner Pre­digt in der Kir­che St. Mar­tin in Nürn­berg. Alle soll­ten mit­re­den, mit­ent­schei­den und mit­tun. „Nur mit­re­den und mit­ent­schei­den wol­len, aber dann nicht anpa­cken, das ist zu wenig, das ist kei­ne Syn­oda­li­tät“, so Schick. Der vom Papst aus­ge­ru­fe­ne welt­wei­te syn­oda­le Pro­zess sol­le den Syn­oda­len Weg der Kir­che in Deutsch­land ergänzen.

Eine wich­ti­ge Auf­ga­be im syn­oda­len Pro­zess sei die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums. „Das Evan­ge­li­um ist Hoff­nung, dass es im eige­nen Leben, aber auch im Leben der Gesell­schaft und der Kir­che bei allen Rück­schlä­gen und Ent­täu­schun­gen, auch trotz Ver­sa­gen und Schuld, gut aus­ge­hen wird“, sag­te Erz­bi­schof Schick und füg­te hin­zu: „Das Evan­ge­li­um ist Lie­be, das heißt kon­kret Hilfs­be­reit­schaft und Güte, Trost im Leid und Barm­her­zig­keit, Wohl­wol­len und Respekt, all das, was das Leben mit­ein­an­der schön und zufrie­den macht.“

In Abspra­che mit den Pas­to­ral­teams wer­den die Got­tes­dienst­be­auf­trag­ten die Vor­be­rei­tung und Lei­tung von sonn- und werk­täg­li­chen Wort-Got­tes-Fei­ern, von ver­schie­de­nen Andachts­for­men, Bet­stun­den, Buß­got­tes­diens­ten, Segens­fei­ern und von der Tag­zei­ten­lit­ur­gie über­neh­men. Sie garan­tie­ren damit eine leben­di­ge Viel­falt lit­ur­gi­scher Fei­ern. Seit dem Bam­ber­ger Pas­to­ral­plan 2005 wer­den Got­tes­dienst­be­auf­trag­te aus­ge­bil­det. Der­zeit gibt es rund 800 in der Erz­diö­ze­se. Durch die Neu­struk­tu­rie­rung der Seel­sor­ge­be­rei­che und die sin­ken­de Zahl der Pries­ter und pas­to­ra­len Haupt­amt­li­chen gewinnt die­ser ehren­amt­li­che Dienst zuneh­mend an Bedeutung.

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